Ausgabe 19-09 (20. September 2017)

Editorial
Hall of Fame
Neues aus der Buchszene
Schreibkurs
    “Ein Krimi auf zwei Seiten - geht das?” (Teil 2)
        von Ronny Rindler
    “Grob-Plotten entlang der dramatischen Grundstruktur”
        von Sibylle Zimmermann
Klappentexte - Klebefallen für Leser
    “Verloren in Dubai” (Klappentext)
    Text: Gabi Barton, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Interview mit Martin Krist

 

EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

weiter geht‘s, das gilt dieses Mal ganz besonders. Denn sowohl der
Kürzest-Krimi-Schreibkurs von Ronny Rindler als auch die Serie zum
Plotten von Sibylle Zimmermann gehen in die zweite Runde. Höchste Zeit
also, den August-Tempest zu Ende zu lesen (für die paar, die das noch
nicht getan haben), um hier direkt weiterzumachen.

Einen neuen Klappentext nimmt Hans Peter Roentgen sich vor - diesmal
geht es um einen Thriller in exotischem Ambiente -, und Thomas Roth-
Berghofer hat den Autor Martin Krist interviewt.

Der Tipp des Monats September, diesmal von
http://www.writingforward.com/blog:

Apply poetry techniques to breathe life into your prose.
Use alliteration, onomatopoeia, metaphor, and other
literary devices to make your sentences sing and dance.

Ich für meinen Teil werde die Ideen für meinen ersten Thriller jetzt
nach Sibylle Zimmermanns Vorgaben grob strukturieren. Und wer noch
andere kurze oder längere Tipps zum Thriller-Schreiben hat: Ich freue
mich sehr darüber! Und die anderen Tempest-LeserInnen sicher auch.
Einfach an die Redaktion mailen. Danke!

Gabi Neumayer
Chefredakteurin

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Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
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Kreissparkasse Köln
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IBAN: DE23370502991142176163
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Und wer nicht überweisen möchte, kann uns den Beitrag auch weiterhin
per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).

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ISSN 1439-4669 Copyright 2017 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:

TEIL 1:

Editorial
Hall of Fame
Neues aus der Buchszene
Schreibkurs
“Ein Krimi auf zwei Seiten - geht das?” (Teil 2)
von Ronny Rindler
“Grob-Plotten entlang der dramatischen Grundstruktur”
von Sibylle Zimmermann
Klappentexte - Klebefallen für Leser
“Verloren in Dubai” (Klappentext)
Text: Gabi Barton, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Interview mit Martin Krist
Impressum

TEIL 2 (nur im Abonnement):

Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum

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HALL OF FAME:
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Die “Hall of Fame” zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: “Titel”, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: “Der Fall der falschen Meldung”, Hüstel Verlag 2015,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff “Hall of Fame” an
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!

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Annette Juretzki: "Blind (Sternenbrand 1)", Traumtänzer Verlag 2017,
Science-Fiction. Space Opera mit queeren Protagonisten: annette-
juretzki.de

Barbara Petermann: “Sandbänke und Riffe”, Golub Verlag 2017, Roman.
http://www.barbara-petermann.de

Beate Alefeld-Gerges / Stephan Sigg: “Trauerarbeit mit Jugendlichen”,
Don Bosco Medien 2017, Sachbuch. Jugendliche begleiten.
http://www.stephansigg.com

Corinna Wieja: “Simsaladschinn 2 - Die Jagd nach dem
Wunschgutstein”, Magellan Verlag 2017, Kinderbuch. Leseprobe:
https://textpuzzlerin.de/category/leseprobe/

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NEUES AUS DER BUCHSZENE:
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(mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Wir leben in turbulenten Zeiten, die Buchbranche ist in Bewegung wie
nie zuvor. Ob es nun um neue Vertragsbedingungen mit Amazon geht, die
zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die neuen Chancen und
Möglichkeiten, die sich Verlagsautoren und professionellen
Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die nächste. Damit ihr den
Überblick behaltet und nichts Wichtiges verpasst, fassen wir hier alle
interessanten Links zusammen, die uns jeden Monat ins Auge fallen -
natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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++++++++++++++++++++++
Interviews / Gespräche
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https://www.boersenblatt.net/artikel-c.___h._beck-literatur-programmleiter_martin_hielscher_im_gespraech.1361803.html
C.-H.-Beck-Literatur-Programmleiter Martin Hielscher im Gespräch: “Ich
würde nie denken, dass Literatur ernsthaft in Gefahr ist.”

https://www.buchmarkt.de/menschen/leander-wattig-ueber-intelligente-vernetzung-und-echtheit-im-internet/
“Menschen zusammenführen.” Leander Wattig über (s)eine intelligente
Vernetzung der Buchbranche für mehr Authentizität im Internet.

https://www.boersenblatt.net/artikel-interview_mit__oxen_-autor_jens_henrik_jensen.1366578.html
Interview mit “Oxen”-Autor Jens Henrik Jensen.

++++++++++++++++++++++++
Buchhandel / Nebenhandel
++++++++++++++++++++++++

http://www.handelsblatt.com/my/panorama/kultur-kunstmarkt/deutscher-buchpreis-warum-hitlisten-weniger-bringen-als-gedacht/20322908.html?ticket=ST-1813276-EhakCrZqmexFnHogw9pa-ap2
Warum Hitlisten weniger bringen als gedacht.

http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/handel-im-interzeitalter-5000-laeden-in-nrw-gefaehrdet-aid-1.7085329
Auch Buchhändler betroffen. Einzelhandel: 5.000 Läden in NRW
gefährdet.

https://www.buchreport.de/2017/09/06/schwache-nachfrage/
Buchreport-Umsatztrend: Zahl der gekauften Bücher sinkt, Preise
steigen.

https://www.buchreport.de/2017/09/11/media-control-verbreitert-seine-buch-datenbasis-weiter/
Media Control verbreitet seine Buch-Datenbasis weiter.

https://www.boersenblatt.net/artikel-lesetipp_aus_dem__guardian_.1365404.html
Britische Buchhändler zahlen im Vergleich zu Amazon das Dreißigfache
an Steuern.

https://www.kamen-web.de/index.php/nachrichten/kamen24-de/15740-200-jahre-mayersche-buchhandlung-200-jahre-buecherliebe.html
200 Jahre Mayersche Buchhandlung.

https://www.boersenblatt.net/artikel-jahresbetriebsvergleich_2016.1366131.html
Jahresbetriebsvergleich: Überwiegend grüne Zahlen.

https://www.buchreport.de/2017/09/04/haendler-und-verleger-strapazieren-die-preisbindung/
Händler und Verleger strapazieren die Preisbindung.

https://www.boersenblatt.net/artikel-streit_um_auslagerung_.1362790.html
Streit um Auslagerung. Hugendubel bestückt Landesbibliothek Berlin.

https://www.boersenblatt.net/artikel-buchcharts_-_die_aktuellen_bestsellerlisten.1362365.html
Buchcharts. Liste der Bestseller-Garanten.

https://www.boersenblatt.net/artikel-deutscher_buchhandlungspreis__laudatio_von_peter_kraus_vom_cleff.1361392.html
Deutscher Buchhandelspreis. Laudatio von Peter Kraus vom Cleff:
“Kaufen Sie lokal!”

https://www.boersenblatt.net/artikel-thalia_schliesst_in_hamburg-billstedt.1360743.html
Thalia schließt in Hamburg-Billstedt.

https://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/auszeichnung-mit-viel-herzblut-gegen-den-trend
Mit viel Herzblut gegen den Trend. Wie kleine Buchhandlungen den
großen Ketten und dem Online-Handel die Stirn bieten.

https://www.boersenblatt.net/artikel-die_sonntagsfrage.1359439.html
“Wie haben Sie Ihren Laden gerettet, Frau Böckler?”

++++++++++++++++++
Verlage / Konzerne
++++++++++++++++++

https://www.boersenblatt.net/artikel-schnellumfrage_des_boersenvereins.1361795.html
Jahresabschluss gibt Zuversicht. Die Umsätze stiegen, ihre Kosten
hatte die Verlage weitgehend im Griff.

http://www.deutschlandfunkkultur.de/trends-auf-deutschen-buchcovern-wieso-verlage-uralte.1270.de.html?dram%3Aarticle_id=395061
Trends auf deutschen Buchcovern. Wieso Verlage uralte Signalreize
nutzen.

http://www.zeit.de/2017/36/elsevier-verlag-boykott-universitaeten
Kampf um die Fachjournale.

http://www.wz.de/lokales/wuppertal/wuppertalerin-moechte-autoren-eine-literarische-oase-anbieten-1.2504878
Wuppertalerin gründete ihren eigenen Verlag und veröffentlicht kleine,
erlesene Bücher.

https://www.boersenblatt.net/artikel-statement_von_heinrich_riethmueller_zum_schreiben_von_thalia_.1360865.html
Thalias Forderung nach einer Werbekostenzuschuss-Pauschale hat für
Aufsehen gesorgt. Börsenvereins-Vorsteher Heinrich Riethmüller ruft
zur Besonnenheit auf.

https://www.boersenblatt.net/artikel-erstes_quartal_im_plan.1360843.html
Bastei Lübbe punktet beim operativen Ergebnis.

https://www.boersenblatt.net/artikel-__bernahme_der_mvg_durch_bonnier.1360856.html
Übernahme der MVG durch Bonnier.

https://www.buchreport.de/2017/08/22/suhrkamp-schickt-seine-leser-ins-darknet/
Marketing-Aktion: Suhrkamp schickt Leser ins Darknet.

++++++++++++
Bibliotheken
++++++++++++

https://www.boersenblatt.net/artikel-automatisierte_inhaltserschliessung_in_der_deutschen_nationalbibliothek.1361205.html
Automatisierte Inhaltserschließung. Was Maschinen können und was
nicht.

+++++++++++++++++++++++++++++++
Kultur / Feuilleton / Literatur
+++++++++++++++++++++++++++++++

http://www.deutschlandfunk.de/literaturkritik-in-frankreich-das-buch-ist-der-anlass-zum.700.de.html?dram%3Aarticle_id=395957
Literaturkritik in Frankreich: Das Buch ist ein Anlass zum Plaudern.

http://www.zeit.de/2017/38/deutscher-buchpreis-shortlist-jury
Unverkennbare ästhetische Handschriften: Kommentar zur Shortlist des
Buchpreises.

http://www.zeit.de/2017/38/uncreative-writing-sprachmanagement
Wozu Erfahrung? "Poetik für das digitale Zeitalter": Kenneth Goldsmith
sieht die Zukunft der Literatur im Plagiat.

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article168304086/Der-Dichter-der-uns-Lesern-die-Deutungshoheit-uebertrug.html
John Ashbery, der Dichter, der den Lesern die Deutungshoheit übertrug.

http://www.wn.de/Welt/Kultur/Buch/2953449-Maerchenhaft-Harvard-Rede-von-Autorin-Rowling-erscheint-auf-Deutsch
“Über das Scheitern.” Harvard-Rede von J. K. Rowling erscheint auf
Deutsch.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/paulo-coelho-wird-70-glosse-zum-geburtstag-15164942.html
Von den einen gehasst, von den anderen verehrt: Paulo Coelho wird 70.

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article167856666/Im-Grunde-zerstoere-ich-Zeit.html
“Im Grund zerstöre ich Zeit.” Thomas Lehr ist ein Schriftsteller mit
Universalanspruch, der deutsche Thomas Pynchon.

++++++
E-Book
++++++

https://www.boersenblatt.net/artikel-der_wahl-check_auf_boersenblatt.net__eine_serie_zur_bundestagswahl__3_.1362733.
html
Reformbedarf bei der E-Book-Leihe?

+++++++++++++++++++++++++++++
ÜbersetzerInnen / Translators
+++++++++++++++++++++++++++++

https://publishingperspectives.com/2017/09/translators-on-russian-gangsters-convincing-voice/
Two of the Season’s Top Translators: On Russian Gangsters and a
‘Convincing Voice’.

https://www.boersenblatt.net/artikel-internationaler___bersetzertag_am_30._september.1365407.html
Internationaler Übersetzertag Ende September. Ein Fest für
ÜbersetzerInnen und LeserInnen.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Preise / Auszeichnungen / Wettbewerbe
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++

https://www.theguardian.com/books/2017/sep/15/bbc-national-short-story-award-shortlist-offers-a-festival-of-ideas
BBC national short story award shortlist offers a ‘festival of ideas’.

https://www.theguardian.com/books/2017/sep/15/national-book-awards-2017-finalists-announced
National Book awards 2017.

https://www.boersenblatt.net/artikel-shortlist_zum_buchblog-award.1366592.html
Shortlist zum Buchblog-Award: Die 14 Publikumslieblinge sind
nominiert.

https://www.boersenblatt.net/artikel-ausschreibung_deutscher_hoerbuchpreis_2018.1365403.html
Beste Hörbücher gesucht: Ausschreibung Deutscher Hörbuchpreis 2018.

https://www.boersenblatt.net/artikel-leo-perutz-preis_fuer_alex_beer.1365656.html
Leo-Perutz-Preis für Alex Beer.

https://www.boersenblatt.net/artikel-shortlist_zum_man_booker_prize_2017.1365707.html
Shortlist zum Man Booker Prize 2017: Sechs Autoren fürs Finale
nominiert.

https://www.boersenblatt.net/artikel-literaturwettbewerb_fuer_newcomer.1365713.html
Zweite Blogbuster-Staffel mit Kein & Aber.

https://www.boersenblatt.net/artikel-cover-wettbewerb_von_reclam.1366225.html
Cover-Wettbewerb von Reclam: Fünf Schülerinnen prämiert.

https://www.boersenblatt.net/artikel-die_nominierten_beim___sterreichischen_buchpreis.1363026.html
Österreichischer Buchpreis: 13 Titel sind im Rennen.

https://www.boersenblatt.net/artikel-hotlist_der_independents_steht.1362842.html
Die Hotlist der Independents steht.

http://www.lampertheimer-zeitung.de/freizeit/kunst-und-kultur/literatur/die-25-schoensten-deutschen-buecher-stehen-
fest_18157425.htm
Die 25 “schönsten deutschen Bücher” stehen fest.

https://www.morgenpost.de/berlin/article211813511/Autorin-Juli-Zeh-erhaelt-Literaturpreis-der-Stahlstiftung.html
Juli Zeh erhält Literaturpreis der Stahlstiftung.

https://www.boersenblatt.net/artikel-frauen-literaturpreis_der_stadt_bad_gandersheim.1362346.html
Roswitha-Preis 2017 an Petra Morsbach.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/nachwuchs-stipendien-fuer-muenchner-autoren-1.3643460
Stipendien für Münchner Autoren.

https://www.nzz.ch/feuilleton/deutsche-und-andere-buchpreise-wir-bundestrainer-ld.1311863
Buchpreise und Besserwisser.

https://www.boersenblatt.net/artikel-teresa_praeauer_erhaelt_den_erich-fried-preis_2017_.1365220.html
Teresa Präauer erhält den Erich-Fried-Preis 2017.

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Selfpublishing
++++++++++++++

http://www.selfpublisherbibel.de/autoren-tipp-der-richtige-preis-angebot-und-nachfrage/
Der richtige Preis - Angebot und Nachfrage.

https://www.publishersweekly.com/pw/by-topic/authors/pw-select/article/74748-creating-a-successful-book-tour-five-tips-from-an-indie-author.html
Creating a Successful Book Tour: Five Tips from an Indie Author.

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Literaturfestivals / Buchmessen / Tagungen
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https://www.boersenblatt.net/artikel-vorschau_auf_die_frankfurter_buchmesse_2017.1365219.html
Vorschau auf die Frankfurter Buchmesse: Seismograph der Gesellschaft.

https://www.boersenblatt.net/artikel-ndr-_kulturjournal__tourt.1365398.html
NDR-Kulturjournal tourt. “Der Norden liest” startet am 10. Oktober.

http://www.fr.de/kultur/buchmesse-frankfurt/frankfurter-buchmesse-rechtehandel-boomt-a-1349804
Rechtehandel boomt. Mächtige Literaturagenten kommen auf die
Buchmesse.

http://www.fr.de/kultur/buchmesse-frankfurt/buchmesse-direktor-sieht-keine-handhabe-gegen-neonazis-a-1349751
Für absolute Meinungsfreiheit einstehen: Die Buchmesse will keine
Neonazis ausschließen.

http://www.fr.de/kultur/buchmesse-frankfurt/frankfurter-buchmesse-gabun-und-schweiz-a-1349749
Nicht nur Frankreich, sondern alle französischsprachigen Länder der
Erde sind auf der Buchmesse als Ehrengäste vertreten.

https://hproentgen.wordpress.com/2017/09/06/krimis-machen-in-der-heilen-welt-der-literatur/
Nachgedanken zur Tagung “Krimis machen 3” in Hamburg von Hans Peter
Roentgen.

https://www.boersenblatt.net/artikel-11._hamburger_krimifestival_im_november.1360888.html
Elftes Hamburger Krimifestival.

https://www.wp.de/staedte/wittgenstein/autoren-aus-frankreich-zu-gast-in-bad-berleburg-id211817261.html
AutorInnen aus Frankreich beim Berleburger Literaturpflaster.

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/homburg/homburg/bei-fantasy-ist-noch-laengst-nicht-schluss_aid-3742634
Hom-Buch. Treff für Bücherfans.

https://www.boersenblatt.net/artikel-lit.cologne_spezial_im_oktober.1361174.html
lit.Cologne Spezial im Oktober. Mit Salman Rushdie und Donna Leon.

https://www.boersenblatt.net/artikel-krimifestivals_in_bremen__braunschweig_und_hannover.1361075.html
Krimifestival in Bremen, Braunschweig, Harz und Hannover.

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/literaturfestival-mit-donna-leon-200-autoren-aus-aller-welt-kommen-nach-berlin-28212660
Internationales Literaturfestival: 200 AutorInnen aus aller Welt
kommen nach Berlin.

++++++++++++++
Literaturszene
++++++++++++++

http://www.deutschlandfunkkultur.de/tunesische-literaturszene-mit-hannibal-und-karthago-in-die.974.de.html?dram:article_id=396039
Deutschlandfunk Kultur: Wie leben tunesische AutorInnen sechs Jahre
nach der Revolution? Mit Hannibal und Karthago in die Zukunft.

++++++++
Jobbörse
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https://www.boersenblatt.net/artikel-erfolgreich_bewerber_umwerben.1361432.html
Auf der Jagd nach den besten Talenten.

+++++++++++++
International
+++++++++++++

http://www.thehindu.com/books/to-be-young-is-very-heaven/article19697875.ece
A publishing house created by three teenagers is disproving
stereotypes about millennials.

https://publishingperspectives.com/2017/09/polish-research-pirated-books-legal-sales/
Polish Research: Removing Pirated Books online has no impact on legal
sales.

https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/sep/13/man-booker-writers-colour-prize-white-male-myth
The old white male myth: Writers of colour are ubiquitous, yet mostly
unrecognised.

https://publishingperspectives.com/2017/09/kinderguides-copyright-case-us-court-opinion/
Clear victory for copyright holders: US District Judge issues
statement on publishing debate.

http://blog.the-ebook-reader.com/2017/09/13/why-are-audiobooks-and-ebooks-treated-differently/
Why are audiobooks and ebooks treated differently?

https://www.theguardian.com/books/2017/aug/25/handbook-for-mortals-by-lani-sarem-pulled-from-nyt-bestsellers-list
New York Times pulls YA novel from bestseller list after reports of
fake sales.

https://www.nzz.ch/feuilleton/krise-des-lesens-in-island-nach-dem-bankenkollaps-der-buchkollaps-ld.1313562
Krise des Lesens in Island. Verkaufszahlen auf dem Buchmarkt brechen
dramatisch ein.

https://www.theguardian.com/books/2017/aug/19/val-mcdermid-books-interview-crime-tony-hill-carol-jordan-insidious-intent?CMP=fb_gu
ValMcDermid: “Even on a romantic holiday my thoughts turn to murder.”

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.deutscher-buchladen-in-istanbul-erdogans-politik-hinterlaesst-spuren.e2bd3974-7074-4dd1-8eba-486d11be510f.html
Ein deutscher Buchladen im Herzen Istanbuls ist seit Jahrzehnten das
inoffizielle Hauptquartier der deutsch-türkischen Freundschaft. Die
Politik des türkischen Präsidenten hinterlässt auch dort Spuren.

https://www.theguardian.com/books/2017/aug/30/terry-pratchett-unfinished-novels-destroyed-streamroller
Terry Pratchett’s unfinished novels destroyed by steamroller.

https://www.theguardian.com/books/booksblog/2017/aug/29/booker-dozen-edinburgh-book-festival
Half a Booker dozen at the Edinburgh book festival.

https://publishingperspectives.com/2017/08/livres-hebdo-fabrice-piault-politics-reading-culture-france/
Livres Hebdo’s Fabrice Pinault on Politics and France’s Reading
Culture.

https://www.theguardian.com/books/2017/aug/27/anthony-horowitz-people-used-to-disagree-now-they-send-death-threats
Anthony Horowitz: “People used to disagree. Now they send death
threats.”

https://www.boersenblatt.net/artikel-zahlen_zum_us-sortiment_im_juli.1367078.html
Zahlen zum US-Sortiment im Juli 2017.

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SCHREIBKURS:
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“Ein Krimi auf zwei Seiten - geht das?” (Teil 2)
von Ronny Rindler

Weil Handlung von Handeln kommt: die Ermittlerfigur

Damit es mit dem Schreiben nun endlich losgehen kann, brauchen wir nur
noch eines: die Ermittlerfigur.

Warum lege ich sie erst am Ende fest? Weil ein Polizist oder Kommissar
nicht immer die beste und einfachste Lösung sein muss. Ist deine
Grundidee sehr absurd, kann ein professioneller Ermittler
unglaubwürdig wirken. Dann ist es vielleicht besser, die Nachbarin,
einen Passanten oder vielleicht sogar ein Tier (Hund, Hase, Schaf -
alle waren in der Literatur unlängst detektivisch tätig) als
Ermittlerfigur zu wählen.

Wichtig ist nur: Gib deiner Ermittlerfigur eine starke Motivation!
Warum ermittelt ausgerechnet sie in diesem Fall? Verleihe ihr mit
wenigen Pinselstrichen Ecken und Kanten, und lass sie aktiv, wachsam
und voranschreitend sein.

In “Tee macht Peng!” habe ich tatsächlich die Kommissarin gewählt. Da
ich zunächst alles dafür tun muss, die falsche Bedeutung meines
Kardinalindizes zu betonen, habe ich ihr einen ätzenden Schnupfen
verpasst. Obendrein mache ich sie zur Ich-Erzählerin. Im Kürzestkrimi
ist das eine geniale Hilfe, da ich mit individuellen kurzen
Kommentaren und Bewertungen aus ihrer Sicht Charakter und Story
zugleich einfärben kann.

Lupe raus! Die Ermittlungen beginnen

Nun kann es losgehen. Ein klassischer Ermittlerkrimi beginnt direkt am
Tatort. Ziehe den Leser direkt mit den ersten Satz ins Geschehen.
Halte dich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Skizziere die Tat - Wer?
Was? Wann? Wo? - und stelle klar, was den Leser auf den nächsten zwei
Seiten erwarten wird.

“Tee macht Peng!” beginnt folgendermaßen:
.....
Der Kollege Janson führte aus: “Giuliano hat ein kleines Pizza-
Restaurant hier in der Nähe. Der Zeuge sagt, er sei aus einem weißen
Auto heraus angeschossen worden und auf die Straße gestürzt. Der
herannahende Bus habe nicht mehr bremsen können.”
Und jetzt klebte Giuliano auf der vereisten Rheingaustraße wie
plattgewalzte Spaghetti mit Tomat… Ich verbot mir diese Assoziation.
.....

Nach diesem Absatz ist alles klar: Tatort, Tat und Opfer. Die
Mörderjagd beginnt!

Oft wird bereits jetzt das Kardinalindiz präsentiert - mit seiner
falschen, scheinbaren Bedeutung, versteht sich. Das heißt in unserem
Fall: Der Chinese macht seine Aussage und wird als gaga abgestempelt.

Danach sammelt die Ermittlerfigur alle für die Lösung des Falls
notwendigen Informationen. Lass deiner Fantasie freien Lauf! Wichtig
ist: Schick deinen Ermittler aktiv auf Spurensuche. Ortswechsel sind
nicht verboten. Alles ist besser als trockenes Faktengelaber in Form
von Endlosdialogen. Deine Story soll handlungsgetrieben sein. Reden
ist nicht handeln. Packe deine Verdächtigen in konkrete Situationen,
und zeige, wie sie auf den Verdacht, in einen Mord verwickelt zu sein,
reagieren.

Falsche Fährte, aber keine Lüge

In “Tee macht Peng!” sucht unsere Ermittlerin zunächst die Frau des
Ermordeten auf. Und bekommt hier einen übel riechenden Tee (was
sonst?) serviert, von dem sie lieber nicht trinkt. Der seltsame Geruch
könnte den Eindruck wecken, der Tee sei vergiftet.

Eine typische falsche Fährte, denn natürlich ist der Tee nicht
vergiftet! Du siehst: Auch falsche Fährten leben von
Doppeldeutigkeiten. Lüge deinen Leser nicht an! Lege ihn rein.

Peng: die Lösung

Im weiteren Ermittlungsverlauf taucht natürlich auch das Nummernschild
“WI-LD” auf. Aber erst die vollbusige Verkäuferin im Tegut rückt alle
bisher gesammelten Hinweise ins rechte Licht. Mit einer kurzen
Verfolgungsjagd reiße ich die Spannung noch einmal in die Höhe, und
zack, die Täterin ist gefasst!

Kürzestkrimis schreiben - so gelingt‘s

War doch gar nicht so schwer, oder? Fassen wir noch einmal alles
zusammen.

Deine Krimivorbereitung beginnt mit der Definition von Motiv, Täter,
Opfer, Tathergang, Kardinalindiz und Ermittlerfigur. Steht alles,
kannst du mit dem Schreiben starten. Beginne direkt am Tatort, und
stelle schnellstmöglich klar: Wer? Was? Wann? Wo? Präsentiere das
Kardinalindiz mit seiner falschen Bedeutung. Danach sammle weitere
Hinweise, und achte darauf, dass du im weiteren Verlauf der Handlung
alles dafür tust, um die falsche missverständliche Bedeutung deines
Kardinalindizes zu betonen. Erst der letzte aller Hinweise rückt das
Kardinalindiz ins rechte Licht und verpasst deiner Geschichte die
geliebte, überraschende Wendung.

Fertig ist dein Krimi. Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Ronny Rindler ist Autor und Schreibcoach. Er gibt Onlinekurse
(http://www.rindlerwahn.de), leitet das Schreibcafé Wien und
unterrichtet an der Wiener Volkshochschule. Neben hunderten Kurzkrimis
und Lovestorys schrieb er auch zahlreiche Werbetexte, z. B. für BMW.
Ab März 2018 ist sein Krimi-Musical “Mord auf Sendung” wieder mit
Wiener Musicalstars in der Theatercouch zu sehen.

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SCHREIBKURS:
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“Grob-Plotten entlang der dramatischen Grundstruktur”
von Sibylle Zimmermann

Mein letzter Artikel im August über das Plotten endete mit dem
Festlegen der Eckdaten eurer Geschichte. Zu den Eckdaten zählen: die
wichtigsten Charaktere, der zentrale Konflikt und der Ausgang des
Konfliktes.

Wie aber ordnet man die einzelnen Szenen hintereinander an, was kommt
am Anfang, und welche Situationen sollte man erst gegen Ende
schildern? Dazu gibt es einige Grundstrukturen als Vorlagen. In
unseren Kursen hat sich die dramatische Grundstruktur sehr bewährt,
sie ist anwendbar auf die unterschiedlichsten Inhalte und Genres.

Die dramatische Grundstruktur

Unzählige Male erprobt bei Romanen, Filmen, Dramen bis hin zu den
Theaterstücken der Antike, ist die dramatische Grundstruktur ein
wichtiges Hilfsmittel, um einen Roman oder eine längere Geschichte
aufzubauen. Sie besteht aus drei Teilen:

Im ersten Teil
..............
werden die Hauptpersonen und ihre Welt eingeführt. Ist der Roman zum
Beispiel eine Liebesgeschichte, sollte man hier schon beide Personen
auftreten lassen. Man sollte ein Gefühl für den Ort bekommen, ob sie
in einem verschlafenen kleinen Dorf leben oder in einer temporeichen
Großstadt. Ist es zum Beispiel ein klassischer Krimi, erfahren wir in
der Einführung etwas über die Kommissarin oder den Detektiv,
üblicherweise taucht auch schon das Opfer in Form einer Leiche auf,
und wir wissen am Ende der Einführung auch, ob es in Deutschland, an
der bretonischen Küste oder im morbid-schönen Venedig spielt.

Im zweiten Teil
...............
geht es um den Konflikt. Der zweite Teil ist der Hauptteil. Wenn sich
zwei Menschen ineinander verliebt haben, aber beide gebunden sind,
werden sie in diesem Teil um ihre Liebe kämpfen, sie werden sich
streiten, weinen, sich leidenschaftlich lieben, sich trennen, wieder
vereinen, dem anderen ein Ultimatum stellen und es wieder
zurücknehmen.

Handelt es sich bei eurem Roman um einen Krimi, wird der Kommissar in
diesem Teil den Täter verfolgen, ihn beinahe fassen, er wird
vielleicht angeschossen werden, seine Familie wird bedroht und sein
Schäferhund gequält. Kurz: Im zweiten Teil wird gekämpft und gelitten.

Im dritten Teil
...............
wird der Konflikt zu einem Höhepunkt kommen, und die Geschichte wird
irgendwie ausgehen. In unserer Liebesgeschichte könnte es sein, dass
die beiden Personen sich zu einer letzten Aussprache treffen. Entweder
gibt es ein Happy End oder ein unglückliches Ende oder eines mit
unklarem Ausgang.

Im Krimi wird sich der Kommissar vielleicht vor den Toren der Stadt in
einem einsam gelegenen Lagerhaus nach dem Täter umsehen. Der ist auch
da, schießt kräftig drauflos und trifft auch ein bisschen, bis die
gerade eingetroffene Kollegin des Kommissars ihn durch einen gezielten
Schuss in den Oberschenkel bewegungsunfähig macht.


Der Umfang jedes Teils der Geschichte

Was die Seitenzahl angeht, ist der mittlere Teil der umfangreichste.
Es gibt keine Empfehlung, wie viele Seiten auf jeden Teil entfallen
sollten. Schaut euch am besten ein paar Bücher aus dem Genre, in dem
ihr schreiben wollt, an. Und dann teilt die Gesamtseitenzahl in vier
Teile. Der Einführung und der Auflösung gebt ihr jeweils ungefähr ein
Viertel der Gesamtseitenzahl, dem mittleren Teil mit der
Konfliktbearbeitung gebt ihr etwa zwei Viertel.

Das ist nur eine vage Vorgabe, die nicht zwingend befolgt werden muss.
Sie dient nur dazu, sich grob zu orientieren, denn gerade Einsteiger
tendieren dazu, der Einführung schon mal gute tausend Seiten zu geben,
und dann ... Na, ihr wisst schon, die Schublade.


Vorsortieren in die drei Teile der dramatischen Struktur

Um auf die Schuhschachtel zurückzukommen, die ich im Augustartikel zum
Plotten empfohlen habe: Jetzt könnt ihr sie hervorholen und die
einzelnen Ideen, Begebenheiten und Handlungen, die ihr bisher für eure
Geschichte gesammelt habt, auf drei verschiedene Stapel legen. Man
kann sich auch noch zwei weitere Schachteln zulegen und entsprechend
mit Einführung, Konfliktbearbeitung und Auflösung beschriften. Sind
alle Ideen grob sortiert, ist man einem ersten Plot schon sehr nahe
gekommen.


Plotten ganz praktisch

Um einen Überblick über die verschiedenen Szenen jedes Teils zu
erhalten, ist es sehr praktisch, sie an eine Pinnwand zu stecken.

Der erste Schritt ist, die Ideen in Stichworten auf einzelne
Karteikarten zu schreiben. Unter die Überschrift “Einführung” steckt
ihr zuerst einmal unsortiert vertikal alle Begebenheiten, die im
ersten Teil vorkommen sollen. Wenn ihr das für alle drei Teile gemacht
habt, könnt ihr jeden Teil einzeln durchgehen. Schauen, welche
Begebenheiten sich in eine Szene packen lassen, dafür dann eine neue
Karte schreiben und die verschiedenen Szenen dann horizontal
hintereinander anordnen. Und schon habt ihr eure Geschichte grob
geplottet!


Der Grobplot

Beim Grobplot werden pro Teil nur wenige Szenen in Stichworten
festgehalten. Man schreibt noch nicht genau auf, was in der jeweiligen
Szene vorkommt. Würde man für den letzten Teil des oben erwähnten
Krimis einen Grobplot schreiben, würde man einfach eine Karte mit den
Stichworten “Showdown im Lagerhaus” beschriften. Im Feinplot wird
dagegen für jede Szene eine einzelne Karte mit mehreren Stichworten
beschriftet, in denen der Ablauf der Szene grob geschildert wird.

Wie erfindet oder findet man Geschichten?

Die meisten Autoren und Autorinnen sind nicht irgendwann fertig mit
dem Erfinden und Plotten ihrer Geschichte und schreiben dann los.
Meist geht es nebeneinander her. Viele plotten vorher nur grob und
erfinden während des Schreibens immer weiter, andere plotten schon
sehr genau, aber auch sie erfinden neben dem Schreiben noch viele
kleine Einzelheiten, neue Szenen und Abläufe. Daher hier zwei der
beliebtesten Tipps zum Erfinden.


1. Erfinden beim Spazierengehen
...............................
Hört sich nicht unbedingt nach Schreiben bzw. Arbeit an, ist aber die
wahrscheinlich am häufigsten angewandte Methode, um neue Ideen zu
bekommen, eine neue Handlung zu erfinden oder die passende
Formulierung für einen Dialog zu finden.

Viele der Großen haben es getan; von Thomas Mann wird berichtet, dass
er jeden Nachmittag spazierenging, aber nicht nur er, viele andere
nutzten und nutzen diese wunderbar einfache und extrem wirkungsvolle
Methode. Es scheint fast so, als wirke sich das Gehen in irgendeiner
Weise entknotend auf das Gehirn aus, und plötzlich kommt die
Krativität in Fluss.

2. Erfinden im Café
...................
Auch das Sitzen in einem Café kann wahre Wunder bewirken. Man sollte
allerdings darauf achten, dass man dort niemanden kennt. Ein Café, in
dem sich regelmäßig alle Freunde treffen, wäre eine schlechte Wahl.
Hemingway, der sehr viel in Cafés schrieb, erwähnte eine solche
Situation einmal in seinem Buch “Paris - ein Fest fürs Leben”. Wie
frustrierend es sein kann, wenn man in Gedanken endlich in seine
Geschichte eingestiegen ist und es läuft fast von alleine, und dann
haut einem ein alter Freund zur Begrüßung auf die Schulter. Danach
kann es sein, dass man Stunden braucht, um wieder ins erfundene
Geschehen hineinzukommen.

[Tipps zum Thema Feinplotten und weitere beliebte Methoden zum
Erfinden gibt es im Oktober-Tempest.]

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Sibylle Zimmermann ist Schreibpädagogin und Gründerin des Instituts
für Kreatives Schreiben in Freiburg, wo sie angehende Schreibpädagogen
und Autoren ausbildet. Für ihre Kursteilnehmer gab es bereits
unzählige Preise und Veröffentlichungen. Sie ist vielfach
ausgezeichnete Autorin, Lektorin und Herausgeberin und unterrichtet an
der Universität Freiburg. http://www.kreativ-schreiben-lernen.de

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KLAPPENTEXTE - KLEBEFALLEN FÜR LESER:
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“Verloren in Dubai”
Text: Gaby Barton, Lektorat: Hans Peter Roentgen

Die Berliner Privatdetektivin Kathrin H. Schmidt kämpft noch mit einer
Depression. Da bekommt sie den zweifelhaften Auftrag, die
verschwundene Nora in Dubai zu finden. Dubai ist der letzte Ort, wo
sie hin möchte. Auch liegen ihre besonderen ermittlerischen
Fähigkeiten brach. Und sie hat Zweifel, ob ihr Auftraggeber mit
offenen Karten spielt. Da sie finanziell abgebrannt ist, nimmt sie den
Auftrag an.

Ihr erster Aufenthalt in Dubai fordert Kate weit mehr, als sie es sich
hat vorstellen können. Statt Nora entdeckt sie einen Immobilienbetrug
aus 2009, der immer noch Brisanz hat. Außerdem gerät sie in ein
Netzwerk von internationalen Spekulanten. Das Versprechung für
schnellen Reichtum wirkt auch auf sie. Fast vergisst sie, warum sie
eigentlich in Dubai ist. Als ein Mord passiert, gerät sie in sehr
ernsthafte Schwierigkeiten. Um ihr zu helfen, riskiert ein flüchtiger
Bekannter sein ganzes Vermögen. Damit lastet noch mehr Druck auf Kate,
endlich mit Ermittlungen erfolgreich zu sein. Sie muss um
Unterstützung vom exzellent vernetzten Engländer David Higgins bitten.
Außerdem muss sie trotz ihrer tiefen Ablehnung mit Dubai Criminal
Investigation kooperieren.
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Lektorat von Hans Peter Roentgen

Was für eine Geschichte will uns dieser Klappentextentwurf erzählen?

Der Konflikt und die Frage

Eine gute Geschichte hat einen Konflikt und wirft eine Frage auf. Was
ist hier der Konflikt?

Offenbar kämpft Kate mit ihrer Depression, müsste diese zu Ende
therapieren, hat aber kein Geld und muss deshalb Aufträge annehmen.
Das scheint der Ausgangspunkt zu sein - aber ich habe ihn erst nach
mehrmaligem Lesen verstanden.

Und was für Folgen hat die Depression? Kann sie sich nur schwer
konzentrieren? Bricht sie in Weinkrämpfe aus? Depressionen können
Menschen in vieler Hinsicht behindern. Das wäre spannend. Aber die
Depression hat im Klappentext keinerlei Folgen, weil sie nirgends mehr
auftaucht und wir bestenfalls ahnen, was Kates Depression bewirkt.
Wenn ich mal spekulieren darf:

.....
Die Berliner Privatdetektivin Kathrin H. Schmidt hat ihre Depression
noch nicht vollständig austherapiert, benötigt aber dringend Geld.
Deshalb nimmt sie den Auftrag an, die verschwundene Nora in Dubai zu
suchen. Ihr Arzt rät ihr ab, sie kann sich immer noch nicht
konzentrieren wie früher und bricht ab und an in Weinkrämpfe aus. Doch
sie braucht das Geld und nimmt den Auftrag an.
.....

Behauptungen

Was fällt Ihnen im Text sonst noch auf? Viele Behauptungen:

- ein Immobilienbetrug?
- internationale Spekulanten ?
- Versprechungen für schnellen Reichtum?
- ein Mord?
- ein ganzes Vermögen wird riskiert?
- ein exzellent vernetzter Engländer?
- die ungeliebte Dubai Criminal Investigation

Behauptungen, so gefährlich sie auch klingen mögen, erhöhen die
Spannung nicht. Und schon gar nicht im Klappentext. Und einfach
möglichst viele gefährlich klingende Dinge aufzuzählen macht es auch
nicht besser.

Was ist denn der Konflikt? Der innere Konflikt von Kathrin ist ihre
nicht austherapierte Depression. Der äußere die verschwundene Nora,
die in Dubai gesucht werden soll.

Konflikte nicht aufzählen, sondern anschaulich schildern

Was wissen wir über Nora? Gar nichts. Ist sie ein Kind, dass der Vater
entführt hat, der aus Dubai stammt? Ist sie erwachsen und ihr Freund
sucht sie, vermutet sie in Dubai, weil sie dort mehrfach im Urlaub
war? Ist eine Investmentgesellschaft hinter ihr her, weil sie mit der
Ladenkasse durchgebrannt ist?

Ich nehme mal an, dass die Mutter nach der dreizehnjährigen Nora
sucht, die vor kurzem einen Araber aus Dubai kennengelernt hat und
sich in ihn verliebt hat. Jetzt ist Nora weg und der Araber auch. Die
Mutter fleht Kate an, ihr zu helfen, sie selbst hat zwei kleine Kinder
und ist alleinerziehend. Sie kann nicht fort. Vielleicht ist sie sogar
mit Kate befreundet oder verwandt? Das würde den Konflikt verstärken.
Versuchen wir‘s mal:

.....
Die dreizehnjährige Nora hat vor kurzem einen Araber aus Dubai
kennengelernt und ist seitdem verschwunden. Die Mutter verdächtigt den
Mann, dass er mit Nora nach Dubai durchgebrannt ist und sie jetzt in
seinem Harem dahinvegetiert.
.....

Das ist jetzt meine Geschichte. Was mit Nora tatsächlich los ist,
steht nicht im Orginalklappentext. Aber Sie sehen, wie man einen
Konflikt anschaulich schildern kann. Besser einen anschaulichen
Konflikt im Klappentext als zehn aufgezählte.

Persönliche Verbindungen

Kate will nicht nach Dubai. Muss das in den Klappentext? Nicht
unbedingt. Wenn Sie es aufnehmen, müssen Sie aber einen Grund
andeuten. Zum Beispiel:

.....
Ausgerechnet Dubai! In Dubai hat sie schon mal einen Auftrag
bearbeitet, auf das Geld wartet sie noch heute. Und in
Vollverschleierung durch eine glutheiße Stadt zu gehen, findet sie
auch nicht so toll.
.....

Alternativer Klappentext

Die Berliner Privatdetektivin Kathrin H. Schmidt hat ihre Depression
noch nicht vollständig austherapiert, benötigt aber dringend Geld.
Deshalb nimmt sie den Auftrag an, die verschwundene Nora in Dubai zu
suchen. Ihr Arzt rät ihr ab, sie kann sich immer noch nicht so gut
konzentrieren wie früher und bricht ab und an in Weinkrämpfe aus.

Die dreizehnjährige Nora hat vor kurzem einen Araber aus Dubai
kennengelernt und ist seitdem verschwunden. Die Mutter verdächtigt den
Araber, dass er mit Nora nach Dubai durchgebrannt ist und sie jetzt in
seinem Harem dahinvegetiert.

Ausgerechnet Dubai! In Dubai hat Kate schon mal einen Auftrag gehabt,
auf das Geld wartet sie noch heute. Und in Vollverschleierung durch
die glutheiße Stadt zu gehen, findet sie auch nicht so toll.

Doch sie braucht das Geld und nimmt den Auftrag an. In Dubai erwarten
sie Immobilienspekulanten, ein reicher Engländer und die Dubai
Criminal Investigation ...
.....

Die Dreier-Lösung

Der obige Vorschlag ist ziemlich umfangreich. Wenn Sie es kürzer,
knapper, mehr im Crime-Noir-Stil möchten, geht auch das. Zählen Sie
drei interessante Personen oder Schauplätze auf:

.....
Eine Privatdetektivin mit Depressionen und Weinkrämpfen, eine
Dreizehnjährige, die mit einem älteren Mann durchbrennt, und Dubai,
eine glutheiße Stadt mit viel Geld und Frauen in Harems.
Ein ungewöhnlicher Schauplatz, eine gehandicapte Privatdetektivin und
ein entführtes Mädchen in einem spannenden Krimi.
.....

Natürlich weiß ich nicht, ob meine Vorschläge irgendetwas mit dem
Roman zu tun haben. Ich habe einfach spekuliert.

Welche Variante Sie bevorzugen, die kurze Dreierlösung oder den
klassischen Klappentext, hängt auch von Ihrer Geschichte ab. Ist sie
im klassischen Krimistil geschrieben, dann empfiehlt sich die
klassische Variante. Ist sie kurz, knapp, hart geschrieben, im Crime-
Noir-Stil, wäre die kurze Dreierlösung besser.

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Hans Peter Roentgen ist der Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge, "Drei Seiten für ein Exposé" und
“Schreiben ist nichts für Feiglinge”. Außerdem hält er Schreibkurse
und lektoriert. Sein aktueller Ratgeber ist: “Spannung - der Unterleib
der Literatur".

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INTERVIEW:
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“Bei mir muss jeder Satz sitzen, vor allem bei den Dialogen”
Interview mit Martin Krist

Martin Krist ist vielseitig. Unter seinem bürgerlichen Namen Marcel
Feige arbeitete er viele Jahre als Journalist und Sachbuchautor und
schreibt ebenso Bücher über “Lifestyle & Szene” wie Biographien über
so grundverschiedene Berühmtheiten wie Nina Hagen, Sido, Kurt Cobain
und Mahatma Ghandi. Als Christoph Brandhurst entwickelt er erotische
Ratgeber. Als Martin Krist schreibt er Krimis und Thriller. “Die
Mädchenwiese” legte den Grundstein 2012. Im Jahr darauf startete mit
“Drecksspiel” der erste Band seiner David-Gross-Reihe. In
“Brandstifter”, dem aktuellen Band dieser Reihe, soll Problemlöser
David Gross den Feuertod einer jungen Frau aufklären und gerät dabei
selbst in lebensgefährliche Ermittlungen.

Thomas Roth-Berghofer: Lieber Martin Krist, starten wir doch gleich
mit der härtesten Frage. Ihr Berufsziel als Kind war Lokomotivführer.
Geworden sind Sie dann Journalist und Thrillerautor. Wie kommt man mit
solch einem Gleiswechsel klar?

Martin Krist: Ich wollte schon als kleiner Junge, kaum dass ich A und
B auseinanderhalten und lesen konnte, Schriftsteller werden. Also:
Genau so spannende Geschichten erzählen wie meine damaligen
Lieblingsautoren: Karl May, Agatha Christie, später Stephen King.
Allerdings war es lange Zeit unvorstellbar, damit Geld zu verdienen.
Weshalb ich - meinem damaligen Hobby folgend: Modelleisenbahn - einen
soliden Beruf ergreifen wollte: Lokomotivführer. Ich verdanke es einem
Zufall, dass ich mit 15 für die Lokalzeitung zu schreiben begann - und
merkte, dass ich mit dem Schreiben sehr wohl Geld verdienen kann. Also
schob ich den Lokomotivführer aufs Abstellgleis, absolvierte nach dem
Abitur ein Volontariat, wurde Journalist. Ohne mein eigentliches Ziel
aus den Augen zu verlieren: Schriftsteller.

TRB: Sie haben viele Jahre lang als Journalist und später dann als
Sachbuchautor gearbeitet. Welchen Einfluss hat diese Erfahrung auf das
Schreiben Ihrer Romane?

MK: Die ersten Jahre als freiberuflicher Schriftsteller schrieb ich
ausnahmslos Sachbücher - über Themen, die ich als Journalist
beackerte: Lifestyle, Szene, Subkultur, Musik, Tätowierungen, Erotik.
Daraus ergab sich mein erster Thriller, und dabei ist es geblieben.
Deshalb gelingen mir authentische, wenngleich fiktive Geschichten. Das
positive Leserfeedback bestätigt mich darin. Davon abgesehen glaube
ich, dass auch das Schreiben der Biografien mir geholfen hat,
tiefgründige, packende Charaktere zu entwerfen.

TRB: Haben Sie eventuell ein Beispiel?

MK: Ein konkretes Beispiel zu nennen ist schwierig, weil ich
mittlerweile eine Vielzahl Romanfiguren entwickelt habe - von
gebeutelten Ermittlern über tiefgründige Bösewichter bis hin zu
leidgeprüften Opfern. Am besten, Sie lesen einen meiner Thriller, um
sich einen Eindruck zu verschaffen, ob und wie es mir gelungen ist.

Worauf ich mit meiner Aussage hinauswollte: Ich habe inzwischen acht
Biografien geschrieben, darüber hinaus knapp zwanzig Sachbücher, die
in Form von Gesprächsprotokollen verschiedenste Werdegänge und
lebenslange Erfahrungen nachzeichnen; ich bin also viele Jahre lang
immer wieder tief in die unterschiedlichsten Lebensgeschichten
eingetaucht, häufig von Geburt an, einige Male bis zum Tod, ich habe
die Menschen, ihre Eigenschaften, ihre Charaktere erforscht, sie zu
erfassen und zu beschreiben versucht. Deshalb glaube ich, dass ich
auch fiktive Figuren sehr detailreich entwickeln und beschreiben kann
- und dass diese Figuren eben nicht nur Schwarz und Weiß sind, sondern
aus diversesten Facetten bestehen. So wie jeder Promi, dessen
Biografie ich geschrieben habe, so wie jeder Mensch, wie jeder von
uns. Genau das, diese Vielschichtigkeit, macht meine fiktiven Figuren
so real.

TRB: Zu Ihrem aktuellen Thriller “Brandstifter”: Wie gingen Sie beim
Recherchieren vor? Wie lange haben Sie an diesem Thrillerprojekt
gearbeitet?

MK: Die Recherche zu "Brandstifter" war nicht aufwendig, da der
Thriller der dritte Teil meiner David-Gross-Reihe ist. Da ich ein
Autor bin, der sehr detailliert plottet (allein das Plotten eines
Romans braucht bei mir zwei bis drei Monate), dabei vorausdenkt (ich
habe nicht nur den einen Roman im Auge, sondern - wenn es um eine
Figur geht, die mehrere Romane tragen soll - auch zukünftige), lag das
Grundgerüst zu "Brandstifter" schon bei Erscheinen von "Drecksspiel",
dem ersten Band der David-Gross-Reihe, in der Schublade. Außerdem:
David Gross bewegt sich in Milieus, die mir dank meiner
journalistischen Jahre und meiner Sachbücher vertraut sind.

Insofern war der Hauptakt, das Schreiben - knapp sieben Monate -,
normal für einen Thriller mit drei Handlungsebenen, weil diese in
meinen Romanen über lange Strecken autark voneinander funktionieren
und sich dennoch ab und an kreuzen. Die Figuren laufen sich zufällig
über den Weg (nicht selten, ohne dass sie es ahnen) - da muss ich
ständig alles und jeden im Blick behalten. Und: Ich bin ein
Perfektionist. Bei mir muss jeder Satz sitzen, vor allem bei den
Dialogen. Ich schreibe sehr dialoglastig und versuche, die Gespräche
meiner Figuren für sich alleine wirken zu lassen. Ich hasse es, wenn
ich Romane lese, in denen Autoren schreiben - ein einfaches, aber
leider oft erlebtes Beispiel: »Du bist so ein blödes Arschloch«,
schrie sie wütend und schlug mit aller Wucht die Tür zu. Bei mir würde
es sich so lesen: »Du blödes Arschloch!« Sie schlug die Tür zu. Basta.

Bei einem Roman über 300 Seiten ist das eine unglaubliche,
kräftezehrende Arbeit, bis jeder Dialog bis aufs Schärfste gefeilt
ist.

TRB: Es ist wirklich schwierig, den Überblick im eigenen
Romanuniversum zu behalten, wenn man eine Reihe entwickelt. Unser
eigenes Ankh-Universum zeigt uns das täglich. Während meine Frau
jedoch mit Microsoft Word wunderbar zurechtkommt, nutze ich lieber
Scrivener mit seinen vielen Möglichkeiten, Anmerkungen, Label und
Farbmarkierungen im Text anzubringen. Wie gehen Sie vor?

MK: Ich arbeite inzwischen seit fast 30 Jahren am Mac und vom ersten
Tag mit Microsoft Word. Ich habe zwischenzeitlich versucht, auf eigens
für Autoren entwickelte Schreibprogramme umzusteigen, aber daran bin
ich verzweifelt. Ich habe mich derart an meine Arbeitsweise, an Word,
an dessen Bildschirmdarstellung gewöhnt, dabei einen solchen
Schreibfluss - diesen kann und mag ich nicht unterbrechen. Insofern
schreibe ich nach wie vor mit Word, für jeden Roman ein eigener
Ordner, für jede Handlungsebene ein eigenes Dokument (die erst nach
Fertigstellung zu einem zusammengefügt werden), für jede Figur ein
eigenes Charakterdokument.

Parallel dazu Numbers, das Apple-Pendant zu Microsoft Excel, eine
Tabellen-App, in der ich während meiner Konzeptionsphase spalten- und
kapitelweise stichwortartig eine Übersicht aller Handlungsebenen
angelegt habe. Mag sein, dass es für andere Autoren kompliziert wäre.
Für mich ist es das nicht. Es ist eine eingespielte Routine.

TRB: Wie sieht Ihre Schreibroutine aus? Auf Facebook veröffentlichen
Sie regelmäßig Fotos Ihrer Hunde. Halten diese Sie fit?

MK: Routine ist bei mir gleichbedeutend mit Disziplin. Morgens früh
Gassi, anschließend entspanntes Frühstück mit Frau, Kleinkram wie
Website, E-Mails, soziale Medien, gegen 13 Uhr ein kurzes
Mittagsschläfchen, weil's abends immer spät wird. Dann um 14 Uhr: ein
Riegel Milka-Schokolade, ein Glas eisgekühlte Coke Zero, Telefon aus,
Tür zu, Stille. Unbedingte Stille. Und dann stundenlang schreiben.

Die Hunderunden, morgens wie mittags, sind einerseits eine Form der
Fitness (wobei sie ganz sicher nicht ausreichen; ich treibe auch noch
Sport). Aber vor allem sind sie eine Möglichkeit, Abstand zum
Schreibtisch zu gewinnen. Luft zu holen. Neue Kraft zu tanken.
Nachzudenken.

TRB: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Autor aus?

MK: Dass er an sich und seinen Geschichten arbeitet. Dass er sich
weiterentwickelt. Inhaltlich. Sprachlich. Und dass er seine Leserinnen
und Leser mit jedem weiteren Roman aufs Neue überrascht.

TRB: Welcher Roman hat Sie bisher im Jahr 2017 besonders beeindruckt?
Werden Sie sich nächstes Jahr oder in fünf Jahren noch an dieses Buch
erinnern?

MK: Ich habe 2017 zwar viele Romane gelesen, aber ob ich mich nächstes
Jahr noch an einen davon erinnern werde? Oder in fünf Jahren? Ich kann
mich jetzt nicht einmal mehr daran erinnern, welche Bücher ich
überhaupt gelesen habe. Was viel darüber aussagt, ob mich eines
beeindruckt hat. Schade eigentlich. Aber leider wahr.

TRB: Wie sehen Sie als Autor die aktuelle Entwicklung des Buchmarkts?
Wo liegen für Autoren die Chancen, wo die Gefahren?

MK: Der Buchmarkt verändert sich, und das geht zu Lasten der Autoren
und der Verlage. Letztere tragen aber selber Schuld daran. Obwohl es
die Musik- und die Filmbranche vorgemacht haben und es also absehbar
war, dass nach mp3 (für Musik) und mp4 (für Film) der digitale Wandel
auch die Buchbranche erwischen wird, hat sie nicht reagiert.

Stattdessen haben sich die Verlage allesamt mit Amazon arrangiert,
weil Amazon für sie jahrelang gewaltige Umsätze im Printbereich
generierte. Schon damals habe ich mich gefragt, was wohl sein wird,
wenn Amazon das Monopol erreicht hat. Und was, wenn Amazon beginnt, E-
Reader zu entwickeln. Es kam, wie es kommen musste, und das Wehklagen
war (und ist immer noch) sehr groß. Tja, selber schuld.

Ich bin der Auffassung: Wenn die Verlage sich nicht auf ihre
Kernkompetenz besinnen - Autoren entdecken, aufbauen, fördern -,
stattdessen ständig nur auf Verkaufszahlen schielen, dabei jedem Trend
hinterherhecheln in der Hoffnung auf einen "Trittbrettbestseller",
wird ein Großteil von ihnen in spätestens zehn oder fünfzehn Jahren
nicht mehr existieren. Auch weil es keinen Grund mehr für Autoren
gibt, sich an einen Verlag zu binden. Da ich mich als Midlist-Autor
heutzutage ohnehin um alles alleine kümmern muss - Werbung, Lesungen,
soziale Medien etc. -, kann ich den Rest dank technischer
Möglichkeiten heutzutage doch auch gleich selber übernehmen. Was
brauche ich denn noch? Einen guten Coverillustrator, einen Lektor und
einen Korrektor. Für alles andere gibt es inzwischen professionelle
und hochwertige Dienstleister.

TRB: Weil Sie es anschneiden: Wie sahen denn die ersten Schritte und
Erfahrungen mit dem Selfpublishing aus?

MK: Ich habe schon eine ganze Weile mit einem SP-Versuch geliebäugelt,
auch wegen (m)einer wachsenden Frustration über die Verlage. Ein
erster Schritt war die Printausgabe zu "Brandstifter". Völlig
überraschend hat mir der Verlag noch vor Erscheinen die
Taschenbuchrechte zurückgegeben, er wollte nur noch das E-Book
verlegen. Also entschied ich, gar nicht lange nach einem neuen Verlag
dafür zu suchen, sondern es auf eigene Faust zu versuchen, zuerst
exklusiv bei Amazons kdp, nach einem halben Jahr über epubli für den
gesamten Buchhandel.

In beiden Fällen ging es mir weniger um den großen Erfolg, sondern
einzig um Erfahrungen. Wie sind die Abläufe? Was ist technisch
machbar? Worauf muss ich achten? Was gibt es außerdem alles zu
erledigen? Denn zwischenzeitlich hatte sich in Zusammenarbeit mit
sechs erfolgreichen ErotikautorInnen ein SP-Serienprojekt ergeben:
"Good Boys Gone Bad". Sieben AutorInnen schrieben unter diesem Label
sieben eigenständige Dark-Romance-Romane. Da waren mir die Erfahrungen
mit "Brandstifter" eine große Hilfe.

Weil alles reibungslos funktionierte, außerdem sehr erfolgreich war,
reifte in mir die Idee zu einem neuen Thrillerprojekt, dass ich
gänzlich ohne Verlag veröffentliche. Und dieses ist inzwischen in der
Vorbereitung. Der Roman "Böses Kind", Band 1 meiner "Alanna"-Reihe,
mit neuer Hauptfigur, erscheint am 20. November 2017. Ich habe einen
guten Lektor, eine gute Korrektorin, einen guten Titelbildillustrator,
außerdem einen guten Druck- und Vertriebsservice - und alles andere
ist sowieso wie gehabt. Ich kümmere mich wie die vielen Jahre zuvor
selber um Werbung (in diesem Fall: Promo-Aktionen bei Vorablesen.de,
Netgalley.de), um die sozialen Medien, Blogger, Journalisten,
Lesungen. Läuft!

TRB: Wie sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus?

MK: Ich schreibe weiterhin Thriller, weniger als Verlagsautor, mehr
als Selfpublisher. Die ersten Versuche (s. o.) haben mich überzeugt.

TRB: Hätten Sie einen Rat für angehende Autorinnen und Autoren, den
Sie selbst gerne erhalten hätten?

MK: Ich kann nur sagen, was mir geholfen hat: lesen. Lesen. Lesen.
Dabei schauen, wie andere Autoren ihre Geschichten entwickeln, wie sie
ihre Figuren anlegen, wie sie Spannung erzeugen. Und immer wieder
lesen. Lesen. Lesen.

TRB: Herzlichen Dank für das Interview!

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Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
getrennter Mail kommt.
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Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach
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bzw. beim Autor.

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Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
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I M P R E S S U M
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