Ausgabe 2-12 (20. Dezember 2000)

Chats
    15. Februar, 19:30 Uhr:
    Björn Jagnow: "Marketing für Autoren"
Offerten
    "Dialog" (Online-Seminar)
    "Spannung" (Online-Seminar)
Vorstellung
    "www.schreibclub.de"
    "Der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen"
Autorenwissen
"Im Auge des Lesers -
    über das Kaufverhalten unentschlossener Buchkäufer"
    von Diandra Stone
Marketingideen
    "Ein ’Fallbeispiel’"
Schreibkurs
    "Fantasy - Möglichkeiten und Handwerk, Teil 2"
    von Stefanie Bense
    "Über das Überarbeiten der eigenen Texte, Teil 1"
    von Andreas Gruber
Buchbesprechungen
    "SelbstVerlag" von Andreas Mäckler
    besprochen von Ramona Roth-Berghofer
    "Mein erstes Stück"
    besprochen von Gabi Neumayer
Frag die Fantasy-Expertin
    (Stefanie Bense)
Frag den Experten für Verlagswesen, Buchhandel und Marketing
    (Bjoern Jagnow)
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

Weihnachten hämmert ungeduldig gegen die Tür, und ihr habt hoffentlich
alle ein bisschen freie Zeit zwischen den Jahren. - Denn die werdet
ihr auch brauchen! Der Tempest ist diesmal so dick wie nie zuvor. Und
er enthält gleich zwei Beiträge in der Rubrik "Schreibkurs": Neben dem
zweiten Teil des Fantasy-Schreibkurses von Stefanie Bense findet ihr
dort den ersten Teil eines Überarbeitungs-Workshops von Andreas
Gruber.

Ein paar Worte dazu: Ich habe Andreas kennen gelernt, als ich ein
Kurzgeschichtenmagazin als Redakteurin betreute. Er ist mir damals
schnell aufgefallen: Nicht nur war er nicht beleidigt von meiner
Kritik an seiner Geschichte und stellte schon damit eine wohltuende
Ausnahme dar. Nein, er setzte sich ganz uneitel mit der Kritik ausein-
ander, verwendete das, was ihm sinnvoll erschien, und verbesserte
seine Geschichte Schritt für Schritt. Dass Kritik - wenn man einmal
alle Eitelkeiten und Selbstzweifel beiseite schiebt - eigentlich
nichts anderes ist als eine Chance, besser zu schreiben, das ist mir
durch Andreas erstmals richtig klar geworden. (Glücklicherweise, denn
kurz darauf bekam ich für mein zweites Kinderbuch eine phantastische
Lektorin - und war nach einer Weile auch in der Lage, das zu begreifen
;-))

Lange Rede, kurzer Sinn: Andreas ist genau der Richtige für einen
Praxisartikel übers Überarbeiten eigener Texte, und ich bin froh, dass
wir seinen zweiteiligen Artikel im Tempest veröffentlichen können.

Die Gewinnerin unseres Wettbewerbs steht nun fest: Bei der Verlosung
eines Platzes in dem Seminar "Selber schreiben, drucken, binden und
vermarkten" (nähere Beschreibung in der Rubrik "Seminare") am 17.
Februar 2001 in Frankfurt am Main war Minja Woraceck die Glückliche.
Herzlichen Glückwunsch! (Und wir sehen uns in Frankfurt :-))

Ich freue mich sehr, euch heute wieder eine neue Expertin bei autoren-
forum.de vorzustellen. Stefanie Bense - die euch sicher schon als
Autorin im Tempest aufgefallen ist - hat sich nach meiner überfallar-
tigen Anfrage bereit erklärt, uns ab sofort als Fantasy-Expertin zur
Verfügung zu stehen. Eine erste Anfrage hat sie bereits beantwortet
(siehe die ExpertInnen-Rubrik hinten), und sie freut sich auf weitere!

Stefanie Bense studierte Freie Malerei und Design, wechselte dann ins
Bibliothekswesen und arbeitet nun in einer wirtschaftswissenschaftli-
chen Bibliothek in Hannover. Sie leitet seit 1993 eine
VHS-Schreibwerkstatt und gibt Wochenendseminare bei verschiedenen
Bildungseinrichtungen zu Sciencefiction und Fantasy, Erzähltechnik und
Kreativstrategien.  Sie liest und schreibt intensiv seit zehn Jahren,
zunächst Mainstream-Prosa, jetzt überwiegend Fantasy. Ihren Erfolg
markieren mehrere kleine Literaturpreise, Wettbewerbsplatzierungen und
Veröffentlichungen in Anthologien. Sie arbeitet an ihrem ersten
Fantasy-Roman.

Zwei neue Online-Seminare kann ich euch heute ebenfalls ankündigen!
Cassidy Rees vermittelt im Februar, wie man mitreißende Dialoge
schreibt, die außerdem alle Anforderungen an fiktive Dialoge erfüllen:
Informationen vermitteln, charakterisieren und die Handlung vorantrei-
ben. Und Sylvia Englert wird im März zeigen, wie man Spannung erzeugt
und ins Unerträgliche steigert, so dass die LeserInnen verzweifelt an
den Nägeln kauen ... Beide Seminare sind für maximal 10 TeilnehmerIn-
nen konzipiert - besser also gleich anmelden! Mehr dazu findet ihr
unten in der Rubrik "Offerten".

Wir freuen uns über unsere großartigen Seminarleiterinnen, möchten
unser Seminarangebot aber gern noch ausbauen. Dazu suchen wir weitere
kompetente SeminarleiterInnen. Wer Interesse hat, melde sich bitte bei
Ramona Roth-Berghofer (mailto:Ramona.Roth-Berghofer at autorenforum punkt de).

Auch wenn unser Wettbewerb nun vorbei ist: Schickt mir weiter eure
besten Schreibtipps in maximal zwei Sätzen! Am Ende jedes Editorials
werde ich euch ab heute den Tipp des Monats vorstellen - einfach
ausdrucken und bis zum nächsten Tempest als Inspiration über den
Schreibtisch hängen!

Der Tipp des Monats Dezember stammt natürlich von der Gewinnerin
unseres Wettbewerbs, Minja Woraceck:

          Mein Tipp zum Schreiben ist nicht neu und nicht
          originell, aber er ist wesentlich: lesen, schreiben,
          leben - von morgens bis abends ... und auch nachts ...

In diesem Sinne

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

__________
Das Marktinfo-Muster:

Publikation: [Titel, Verlag]
Konzept, Zielgruppe: [in wenigen Sätzen]
Erscheinungsweise: [monatlich, halbjährlich etc.]
Sucht vor allem:
Länge der Beiträge:
Inhaltliche Vorgaben/Wünsche:
Formale Vorgaben:
Honorar:
Richtlinien anfordern bei: ... [sofern es welche gibt]
Besonderer Tipp für die AutorInnen:
Kontaktperson: [Anschrift, Telefon, Fax, E-Mail, URL]

Bitte gebt dieses Muster an "paying markets" für AutorInnen weiter und
schickt mir die ausgefüllten Unterlagen. So wollen wir nach und nach
über immer mehr Publikationen informieren, bei denen AutorInnen gegen
Honorar veröffentlichen können.

Und nun - als Anregung - ein Musterbeispiel (Achtung: ist fiktiv!
Bitte nicht versuchen, Kontakt aufzunehmen ;-)):

Publikation: Dein Stachelschwein und du, Fruchtfliegenverlag

Konzept, Zielgruppe: Wir wollen mit dieser Zeitschrift dem Stachel-
schweinfreund und -halter Tipps und Hilfe zur Stachelschweinhaltung -
in Haus und Garten - geben und ihn mit literarischen Texten rund ums
Stachelschwein unterhalten.

Erscheinungsweise: vierteljährlich

Sucht vor allem: Aktuell suchen wir Reportagen (mit Fotos) über
berühmte Stachelschweinhalter, Interviews - zum Beispiel mit Stachel-
schweinpsychologen und -züchtern - und Kurzgeschichten, in denen
Stachelschweine eine wichtige Rolle spielen.

Länge der Beiträge: Reportagen und Interviews: 7 000 - 12 000 Zeichen;
Kurzgeschichten: maximal 8 000 Zeichen

Inhaltliche Vorgaben/Wünsche: Die Kurzgeschichten sollten professio-
nell geschrieben und unterhaltend sein. Besonderes Interesse haben wir
an Krimis und humorvollen Geschichten.

Formale Vorgaben: Kurzgeschichten können direkt geschickt werden, bei
Reportagen und Interviews muss vorher das Thema abgesprochen werden.
Wir erwarten die Texte in neuer Rechtschreibung per Mail, im RTF-
Format, die Fotos als Grafikdatei (JPEG), außerdem ein Kurzprofil des
Autors, der Autorin mit Angaben zu bisherigen Veröffentlichungen.

Honorar: 1,15 DM pro Zeile (= 42 Anschläge), 95 DM pro Foto

Richtlinien anfordern bei: s. u. "Kontaktperson"

Besonderer Tipp für die AutorInnen: Sie sollten schreiben können und
zwar locker, mit Humor. Auch neue AutorInnen sind willkommen, wenn sie
ihr Handwerk beherrschen.
Wenn Sie uns originelle Ideen anbieten wollen: Betrachten Sie das
Stachelschwein einmal aus einer neuen, frischen Perspektive.
Die Bearbeitung Ihrer Anfrage kann bis zu fünf Wochen dauern; fragen
Sie vorher bitte nicht nach.

Kontaktperson: Karin Schnabel, Fruchtfliegenverlag, Hüpfgasse 12,
19364 Schweiningen, Telefon und Fax: (00 00) 0 00 01,
E-Mail: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
Homepage: http://www.fruchtfliegenverlag.com

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Der "Tempest" kommt mit Courier 10 Punkt am besten zur Geltung!
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ISSN 1439-4669   Copyright 2000 autorenforum.de. Copyright- und
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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   INHALT DIESER AUSGABE:
      Editorial
      Inserate
      Chats
           15. Februar, 19:30 Uhr:
           Björn Jagnow: "Marketing für Autoren"
      Offerten
          "Dialog" (Online-Seminar)
          "Spannung" (Online-Seminar)
      News
      Ausschreibungen
      Publikationsmöglichkeiten
      Seminare
      Vorstellung
           "www.schreibclub.de"
           "Der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen"
      Autorenwissen
           "Im Auge des Lesers -
           über das Kaufverhalten unentschlossener Buchkäufer"
           von Diandra Stone
      Marketingideen
           "Ein ’Fallbeispiel’"
      Schreibkurs
           "Fantasy - Möglichkeiten und Handwerk, Teil 2"
           von Stefanie Bense
           "Über das Überarbeiten der eigenen Texte, Teil 1"
           von Andreas Gruber
      Buchbesprechungen
           "SelbstVerlag" von Andreas Mäckler
           besprochen von Ramona Roth-Berghofer
           "Mein erstes Stück"
           besprochen von Gabi Neumayer
      Frag die Fantasy-Expertin
            (Stefanie Bense)
      Frag den Experten für Verlagswesen, Buchhandel und Marketing
            (Bjoern Jagnow)
      Impressum


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Kleinanzeigen in "The Tempest"
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(Die Redaktion behält sich vor, Anzeigen zu kürzen oder Anzeigen, die
gegen Rechte Dritter, das Urheberrecht oder Jugendschutzbestimmungen
verstoßen, abzulehnen.)

Private Anzeigen kosten bis zu fünf Zeilen 3 DM pro Zeile. Jede
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Für Übermittlungsfehler haftet autorenforum.de nicht.


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INSERATE:
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In den letzten 15 Jahren hat sie 50 Bücher geschrieben. Wenn Leute zu
ihr sagen: "Ich würde ja auch gerne ein Buch schreiben, aber ...",
dann beißt sich Barbara Büchner auf die Zunge. Für die Autorenzeit-
schrift "Federwelt" hat sie den Mund aufgemacht und erklärt, was es
wirklich bedeutet, hauptberufliche Schriftstellerin zu sein. Jetzt
online lesen in der aktuellen Ausgabe der "Federwelt":
http://www.federwelt.com/ich_wurde_ja_auch_gerne_....html

__________

Zauberhafte Gedichtbände, Broschüren über Magie, Mystik, Religion, ein
Feenkalender für 2001, phantasievoller Lesestoff für lange Winteraben-
de, aber auch traumhafte s/w-Postkartenmotive für Geburtstage, Weih-
nachten oder Halloween, keltische Briefpapiere oder Celtic Art Sticker
und vieles mehr bietet der Curtis Nike Verlag:
http://www.curtisnikeverlag.de.

__________

Im Auftrag einer renommierten Verlagsgruppe suche ich Autoren für die
regelmäßige texterische Umsetzung einer Kundenzeitschrift. Vorgaben
werden Themen, Informationen, Zeichenumfang und fixer Abgabetermin,
sowie ein sprachlicher Tonfall sein. Der Arbeitsauftrag wird regelmä-
ßig entweder monatlich oder zwei-monatlich erfolgen und ein leicht zu
bewältigendes Pensum mit sich bringen. Die Aufgabe lässt sich also
angenehm neben eigenen schriftstellerischen Projekten umsetzen.
Zielvorgabe für die Zeitschrift ist Unterhaltung, Information und
Bindung von Kunden der Anzeigenabteilung. Fachliches Vorwissen wird
nicht benötigt, wohl aber die Fähigkeit und Bereitschaft klare inhalt-
liche Vorgaben in die gewünschte Form zu gießen. Dabei stehen Lesbar-
keit und Lesermotivation im Vordergrund vor den zu vermittelnden
Informationen.
Wer mehr erfahren möchte, kann bei mir Details zum Projekt und Verlag
erhalten. Allerdings benötige ich zwei kurze Arbeitsproben (z.B.
Belletristik, Fachliteratur, Werbetexte) von maximal je 7.200 Zeichen
(TXT, RTF, Word bis 97). Außerdem wäre ein Bio-/Bibliographie hilf-
reich. Anfragen bis 31.01.2001 werden bevorzugt berücksichtigt!
Bjørn Jagnow, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Hauptstr. 17, D-56355 Diethardt


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CHATS:
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Am 15. Februar um 19:30 Uhr veranstaltet autorenforum.de einen Chat
mit Bjørn Jagnow, Autor des Buches "Marketing für Autoren" (wir haben
es im November-Tempest ausführlich besprochen).

Wer also mehr über "den Weg einer erfolgreichen Veröffentlichung"
wissen möchte, sollte diesen Chat nicht verpassen, denn Bjørn hat
aufgrund seiner umfassenden Ausbildung den Blick des Autors, Verle-
gers, Buchhändlers und Lesers. Weitere Infos zum Chat findet ihr unter
http://www.autorenforum.de.


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OFFERTEN:
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"Dialog"

autorenforum.de veranstaltet auch im Februar wieder ein Online-Seminar
mit Cassidy Rees, freie Journalistin, Buchautorin und Drehbuchautorin
(u. a. ausgebildet am "Hollywood Scriptwriting Institute" in Holly-
wood/Kalifornien). Die Autorin bietet diesmal ein Seminar zum Thema
Dialog an, der - ist er gut geschrieben - eine Geschichte erst richtig
lebendig und mitreißend macht.

Woche 1 - Dialog und Charakter
Woche 2 - Dialog und Information
Woche 3 - Dialog und Handlung
Woche 4 - Dialog und Emotionen

Die Teilnehmerzahl ist auf 10 Personen beschränkt.
Anmeldeschluss ist der 26. Januar 2001.
Preis: 320 DM

Eröffnungschat: 1. Februar 2001
weitere Chattermine: 8., 15., 22. Februar und 1. März 2001


Anmeldungen und weitere Informationen bei: Ramona Roth-Berghofer
(mailto:Ramona.Roth-Berghofer at autorenforum punkt de) und unter
http://www.autorenforum.de unter der Rubrik "Offerten".

Die Seminargebühren in Höhe von 320 DM  sind im Voraus zu entrichten,
und zwar auf das folgende Konto:
autorenforum.de
BfG Bank AG
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00

Um die korrekte Buchung zu erleichtern, gebt bitte Namen, Wohnort und
"On-Sem-2001-1" als Verwendungszweck auf dem Überweisungsträger an!

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"Spannung"

autorenforum.de veranstaltet im März ein Online-Seminar mit Sylvia
Englert, Lektorin, Journalistin und Autorin (u. a. "So finden Sie
einen Verlag für Ihr Manuskript", 4. aktualisierte Auflage 2001). Das
Thema: Wie macht man einen Text - zum Beispiel eine Erzählung, einen
Roman oder ein Drehbuch - spannend?

Kein Autor möchte seine Leser langweilen - viele tun es trotzdem.
Dabei kann man lernen, wie man Spannung in einen Text bringt. In
diesem Kurs erfährt man, woraus Spannung entsteht, wie man eine
packende Handlung aufbaut und bewährte Kunstgriffe nutzt, damit der
Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Woche 1: Grundlagen der Spannung - aus welchen Situationen entsteht
Spannung?
Woche 2: Dramaturgie: Spannungsbögen, Höhepunkte, Vorahnung etc.
Woche 3: Wie findet man das richtige Tempo und vermeidet Durchhänger?
Woche 4: Wie holt man die maximale Spannung aus einer Situation
heraus?

Die Teilnehmerzahl ist auf 10 Personen beschränkt.
Anmeldeschluss ist der 23. Februar 2001.
Preis: 320 DM

Das Seminar beginnt am Mittwoch, den 28. Februar, mit einem Eröffnung-
schat. Am 6., 13., 20. und 27. März finden die auf den Wochenaufgaben
basierenden Seminarchats statt, für die im Laufe des Seminars immer
wieder themenbezogene Texte im Seminarforum hinterlegt werden. Die
Seminarchats beginnen jeweils um 19:30 Uhr.

Anmeldungen und weitere Informationen bei Ramona Roth-Berghofer
(mailto:Ramona.Roth-Berghofer at autorenforum punkt de) und unter
http://www.autorenforum.de in der Rubrik "Offerten".

Die Seminargebühren in Höhe von 320 DM  sind im Voraus zu entrichten,
und zwar auf das folgende Konto:
autorenforum.de
BfG Bank AG
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00

Um die korrekte Buchung zu erleichtern, gebt bitte Namen, Wohnort und
"On-Sem-2001-2" als Verwendungszweck auf dem Überweisungsträger an!


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NEWS:
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Storyolympiade 2001: die Gewinner

Obwohl das Jahr 2000 noch gar nicht zu Ende ist, steht doch bereits
der Gewinner der "Storyolympiade 2000" fest. 41 Texte trafen zum
Wettbewerb unter dem Motto "Traumpfade" ein, aus der eine Jury die
Gewinner bestimmt hat. Platz 1 belegt Bernhard Schneider mit seiner
Kurzgeschichte "Die Wahrheit ist irgendwo", auf Platz 2 landete Elvira
Lauscher mit "Der See der unendlichen Träume", und Platz 3 teilen sich
Stefanie Bense mit "Rache ist alles" [Glückwunsch an unsere Fantasy-
Expertin! - die Red.], Petra Hartmann mit "Die Krone Eirikirs" und
Anton Born mit "Geburtstag".

Es ist geplant, dass die zwanzig besten Wettbewerbsbeiträge im Früh-
jahr 2001 gesammelt als Taschenbuch erscheinen (Umfang ca. 150 Seiten,
15 DM + Porto). Die Anthologie kann bereits jetzt bei mail-
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! vorbestellt werden.


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AUSSCHREIBUNGEN:
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    (siehe http://autorenforum.de/links/termine/index.html)
 (Quellen: Westfälisches Literaturbüro, uschtrin.de, Federwelt u. a.)


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24.Dezember 2000
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Weihnachtsgeschichten-Schreibwettbewerb für Kinder und Jugendliche bis
16 Jahre!! Zum zweiten Mal auf CyberZaubers WinterWeihnachtsWundersei-
ten mit vorgegebenem Thema: "Weihnachten (im Jahre) 3000". Auch hier
gibt es Literaturpreise zu gewinnen, u. a. den Harry-Potter-Band 4 :-)
Alle Infos gibt es unter www.winterweihnachtswunderland.de - immer dem
kleinen Schneemann folgen!! :-) Kontakt: Zauberfee unter zauber-
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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31. Dezember 2000
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Lyrik 2000 S

Der Lyrikpreis "Lyrik 2000 S" wird erstmalig für das Jahr 2000 verge-
ben. Die Ausschreibung richtet sich an Autorinnen/Autoren aller
Altersklassen. Das Thema ist frei gestellt.

Anforderungen:
1. Die Gedichte müssen deutschsprachig sein und dürfen nicht mehr als
drei DIN-A4-Seiten (maximal 60 Anschläge je Zeile und 30 Zeilen je
Seite) umfassen.
2. Pro Autorin/Autor darf nur ein (bisher unveröffentlichter) Text
eingereicht werden (nur Eigenkreationen der Autorinnen/Autoren).
3. Auf dem eingereichten Werk darf kein Hinweis auf den Verfasser zu
erkennen sein.
4. In einem verschlossenen Umschlag ist eine Kurzvita mitzusenden.
5. Auf Beitrag und Kuvert ist derselbe vierstellige Zahlencode anzu-
bringen.
6. Dreifache Ausfertigung
7. Ausreichend frankierter und adressierter C6-Rückumschlag

Die Einsender erklären sich mit der Teilnahme automatisch damit
einverstanden, dass der Beitrag im Rahmen des Lyrikpreises in ver-
schiedenen Medien unentgeltlich veröffentlicht werden kann.

Aus organisatorischen Gründen können die eingeschickten Exemplare
nicht zurückgesandt werden.

Einsendungen an: Lyrik 2000 S, Rosenstrasse 60, 45899 Gelsenkirchen

Die Gewinner werden bis April des Jahres 2001 ermittelt. Die ersten
vier werden zu einer Lesung ihrer Beiträge im Mai 2001 eingeladen und
im Rahmen einer Live-Sendung oder Fernsehaufzeichnung für das Bürger-
fernsehen [BOK Marl] geehrt. Das genaue Datum sowie der Ort der
Verleihung werden noch bekannt gegeben.

1.Preis: 500 DM
2.Preis: 250 DM
3.Preis: 100 DM
4.Preis:  50 DM

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Jurymitglieder und deren Angehörige
dürfen nicht am Wettbewerb teilnehmen.

Rückfragen bitte an: Lyrik 2000 S, Andreas Sticklies, Rosenstrasse 60,
45899 Gelsenkirchen, Telefon: (02 09) 58 39 60, E-Mail: lyrik-
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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31. Dezember 2000
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CyberZaubers WinterWeihnachtsWunderseiten rufen seit dem 11. November
zum berühmt-berüchtigen XMAS-Schreibwettbewerb auf, der in 2000 im 4.
Jahr in Folge stattfindet. Das Thema passt sich der Jahreszeit an:
alles, was mit Winter, Weihnachten, Jahreswechsel etc. zu tun hat und
zur Feier der schönen Jahreszahl 2000 mit dem zwingenden Themenfaktor
"Zeit". Natürlich werden auch Preise vergeben - alle Infos gibt es
unter www.winterweihnachtswunderland.de - immer dem schönen Engel
nach!! :-)


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31. Dezember 2000
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Bettina-von-Arnim-Preis

Er wird für deutschsprachige Autorinnen und Autoren ausgeschrieben,
die je einen unveröffentlichten Text von maximal 7 Schreibmaschinen-
seiten (Normseiten!) einreichen dürfen.

Der 1. Preis ist mit 25 000 DM dotiert, der 2. mit 15 000 DM, der 3.
mit 10 000 DM.

Schickt eure Geschichten an: Gruner + Jahr AG & Co, Redaktion BRIGIT-
TE,  Am Baumwall 11, 20459 Hamburg, Tel.: (0 40) 37 03-0, Fax: (0 40)
37 03-56 79, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.brigitte.de.


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31. Dezember (jährlich)
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Glauser - Krimipreis der Autoren

Der Preis wird jährlich von einer Jury des SYNDIKATs vergeben und ist
mit 10 000 DM dotiert. Mit dem Preis sollen Qualitätsmaßstäbe deutsch-
sprachiger Kriminalliteratur beispielhaft dokumentiert werden.  Die
Jury bewertet jeweils die Krimiproduktion deutschsprachiger AutorInnen
des laufenden Jahres. Die Preisverleihung findet jeweils im darauffol-
genden Jahr auf der CRIMINALE statt.

Kontakt: SYNDIKAT, Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur,
c/o Prof. Dr. Horst Bosetzky ("-ky"), Benediktinerstraße 54, 13465
Berlin.


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ab 1. Januar 2001
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160 Zeichen. SMS - Literatur auf kleinstem Raum

So war es wohl im Sinne des Erfinders: SMS als einfache Möglichkeit,
Notizen zu verschicken - gedacht für die Momente, wo man Informationen
loswerden will, für die sich ein Telefonat nicht lohnt.

Alles kam anders. Liebeserklärungen werden per SMS gemacht, Beziehun-
gen aufrecht erhalten und - auch wieder gelöst. Kleine und große
Nachrichten, Unwichtiges, Witziges, viel Alltägliches und manchmal
auch höchst Dramatisches - kurz: Das Leben hat Einzug gehalten in die
Welt der 160 Zeichen.

Wir wollen dieser "Kultur der Kurznachricht" mit unserem Wettbewerb
Rechnung tragen.

Drei Kategorien stehen zur Wahl: "Literatur", "Liebe" und "Spaß".
Während die letzteren wohl eindeutig sind, ist "Literatur" der freie
Wettbewerb - ohne thematische Einschränkung. Für alle aber gilt: Nur
160 Zeichen.

Große Literatur in dicken Wälzern. Slammer brauchen fünf Minuten.
Songs enden radiogerecht nach drei Minuten. Alte Weisheiten verlieren
ihre Fülle mit den Jahren, selbst von den großen bleiben oft nur ein
paar Worte hängen. 160 Zeichen. Kann man sich wirklich so kurz fassen,
wenn man etwas zu sagen hat? Diese Frage wollen wir klären. Machen Sie
mit. Und lassen Sie das Handy in der Tasche, denn Ihren Beitrag
erwarten wir  online.

1. bis 3. Preis in jeder Kategorie: jeweils 160 DM

Veranstalter: Uzzi Verlag e. K., Homepage des Wettbewerbs:
http://www.160-Zeichen.de
Ansprechpartner: Harald Müller, E-Mail: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
Telefon: (01 77) 6 66 84 50


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28. Februar 2001
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Zeitzeugen - 9. November 1989

Sicher wie das Amen in der Kirche steht uns das sagenumwobene Datum
"9. November" in Kürze wieder ins Haus. Und heute kann sich noch jeder
- genau wie einst beim Mord an John F. Kennedy - in Ost und West daran
erinnern, wie und wo er von der Maueröffnung erfahren bzw. was er
damals erlebt hat. Ich suche nun Autoren und Zeitzeugen aus Ost und
West, Nord und Süd, die ihre Erfahrungen, Meinungen, Hoffnungen,
Träume, aber auch Ängste in den fünf Tagen vor und vier Tagen nach der
Wende gemeinsam mit mir in Form einer "Tagebuch-Collage" aufschreiben
und anschließend in einem eigenverlegten "Book on Demand"-Band anderen
zugänglich machen - also veröffentlichen wollen. Der Zeitraum der
Collage umfasst die Tage vom 4. bis zum 13. November 1989. Ich bemühe
mich um Sponsoren für das Projekt.

Kontakt: Günter "Yogi" Lauke, LaukeMedia, Postfach 13 13, D-63514
Rodenbach, Telefon (0 61 84) 5 63 84

Beiträge bitte an: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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28. Februar 2001
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Tat oder Wahrheit

... das ist die Parole und das Titelthema für den dritten Schreibwett-
kampf von "Mein Freund, der Baum".

"Tat oder Wahrheit" ist zuerst einmal ein Partyspiel, bei dem die
Teilnehmer in einer Runde zusammensitzen und eine Flasche zum Drehen
bringen. Die Flasche kommt zum Stillstand und zeigt mit der Spitze auf
eine Person, und diese muss sich für "Tat" oder "Wahrheit" entschei-
den. Entscheidet sie sich für "Tat", dann muss sie eine Aufgabe
erfüllen; entscheidet sie sich für "Wahrheit", dann muss sie eine
Frage wahrheitsgemäß beantworten. Und dann geht es wieder von vorne
los.

Ob du, lieber Schreiber, liebe Schreiberin, jetzt einen Text über oder
um das Spiel "Tat oder Wahrheit" schreibst oder ob du über eine
Lebenssituation schreibst, die sich um die Thematik "Tat oder Wahr-
heit" dreht, oder ob du "Tat oder Wahrheit" metaphorisch begreifst,
das bleibt dir überlassen. Der Titel und das Thema müssen aber auf
jeden Fall "Tat oder Wahrheit" lauten.

Ob Prosa oder Lyrik ist gleich, und auch dem Umfang des Textes sind
keine Grenzen nach oben oder unten gesetzt. Irgendwie seltsam oder
bizarr sollte dein Text aber sein.

Der erste Preis ist ein Toaster. Die Verfasserin bzw. der Verfasser
des durch eine fünfköpfige Jury bestimmten besten Textes erhält ihn.

Wenn du einen Text zu diesem Wettkampf einsendest, erklärst du dich
damit zugleich einverstanden, dass dieser Text in MEIN FREUND, DER
BAUM veröffentlicht wird. (Alle weiteren Rechte bleiben aber selbst-
verständlich bei dir!) Eine Veröffentlichung kann auch unter einem
Autorenpseudonym geschehen, welches du bei der Einsendung angeben
solltest.

Deinen Text mailst du an folgende Adresse:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.meinfreundderbaum.de


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15. Juli 2001
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Wilhelm-Busch-Preis für satirische und humoristische Versdichtung

Auch in diesem Jahr wird dieser Preis wieder ausgeschrieben. Dazu kann
jede/r satirische und humoristische Versdichtung einreichen - Inhalt
und Form sind nicht weiter vorgegeben. Die Beiträge dürfen nicht
länger als drei normal beschriebene A4-Seiten sein. Sie können gern
auf Diskette (3,5", TXT-Format) eingereicht werden. Die Texte werden
nicht zurückgeschickt. Alle TeilnehmerInnen müssen durch rechtsver-
bindliche Unterschrift erklären, dass die Urheberschaft für die Texte
bei ihnen liegt. Außerdem müssen sie versichern, dass es sich um
unveröffentlichtes Material handelt.

Die Textseiten selbst müssen anonymisiert sein, dürfen also keinen
Hinweis auf die AutorInnen enthalten. Legen Sie der Einsendung aber
gesondert Infos über sich bei (Vorname, Name, Alter, Beruf, Anschrift,
Telefon etc.).

Die Preisgelder betragen mindestens 10 000 DM, Preisverleihung ist im
November. Die prämierten Beiträge und ausgewählte weitere werden in
einem Sammelband und eventuell auch auf der Internetseite veröffent-
licht.

Einsendungen (nicht per E-Mail!) an: Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadtha-
gen, Kennwort "Wilhelm-Busch-Preis", Schachtstraße 53, 31655 Stadtha-
gen

Weitere Infos: http://www.wilhelm-busch-preis.de


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PUBLIKATIONSMÖGLICHKEITEN:
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rapzap - das literarische groschenheft ist da

rapzap - falls es das Wort im Englischen in dieser Zusammensetzung
wirklich gäbe, hieße es so etwas wie "jemanden mit Sprücheklopfen
niederknallen" - versteht sich als ein offenes literarisches Projekt,
das sich vornehmlich an studentisches Publikum wendet. rapzap versucht
seinem Namen gerecht zu werden: Jeder und jede Interessierte ist dazu
aufgerufen, sich mit innovativen Beiträgen zu beteiligen. Ungedruckte
Literaten, deren Kunstverständnis sich unverblümt, auch in fragmenta-
rischer Form, dem Alltagsgeschehen zwischen Ödnis und Sex & Crime
widmet, können hier ein überregionales Forum finden.

Das Vertriebsmodell von rapzap sieht vor, dass freiwillige Verkäufer
an jedem verkauften Heft beteiligt werden.

Die erste Ausgabe ist für das Wintersemester 2000/2001 geplant.
Nähere Informationen im Internet unter http://www.rapzap.de

Pressekontakt:
Heike Reher
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
rapzap Verlag
Telefon: (0 81 61) 86 18 63

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Wir sind eine junge Agentur, die auf der Suche nach geeigneten Stoffen
für eine filmische Umsetzung ist. Wir lesen alles: Drehbücher, Treat-
ments, Kurzgeschichten, Romane, Theaterstücke usw.

Weitere Hinweise auf unserer Homepage: http://www.drehbuchwinde.de

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LAND DER TAUSEND INSELN
Ein Fantasy-Online-Projekt

Auf der Homepage des G. Meyer’s Taschenbuch Verlages soll in Kürze ein
neues  Fantasy-Projekt entstehen. Um zahlreiche Beteiligung - auch von
Schulklassen  und Autorengruppen - wird gebeten. Das Forum funktio-
niert in erster Linie  wie ein Kurzgeschichten-Sammelwerk. Im Mittel-
punkt steht eine von jedem Autor selbst festzulegende, imaginäre Insel
oder ein Archipel. Der Autor/Leser kann seinen ureigenen Landstrich
mit vorherrschenden Geschöpfen  gestalten, erstellen, beschreiben,
ausarbeiten und aktualisieren. Erfreulich  wären passende Zeichnungen
oder Bilder. Außerdem soll eine Sparte eingerichtet werden, wo Infos
über die Autoren (inkl. E-Mail- und  Homepageadresse) abgerufen werden
können; am besten bitte gleich mitsenden.

Jeder Beitrag wird auf der Homepage des Verlages veröffentlicht. (Das
Copyright verbleibt bei den Autoren.) Herausragende Kurzgeschichten
sollen in der gleichnamigen Anthologie erscheinen.

http://www.geocities.com/ers1245/index/index.htm

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"Die Glosse" ist ein bissig-böses Satiremagazin. Für das erst kürzlich
gegründete Magazin werden noch schreibtüchtige Leute, Glossefans und
Zeichner mit sehr viel Biss gesucht.
http://www.dieglosse.de

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Alchemie-Projekt

Die Anthologie des Alchemie-Projektes wird als ANDROMEDA-Magazin im
Sommer 2001 erscheinen. Gesucht werden bis zum 28. Februar 2001 noch
Short Storys zu diesem Thema:

Wissenschaft und Magie existieren als fest umrissene Kategorien
menschlichen Forschens erst seit der Neuzeit. In vorherigen Epochen
gingen sie Hand in Hand, waren gleichberechtigte, ineinander verfloch-
tene Wissensgebiete, denen sich damals und heute hoch angesehene
geistige Vorreiter unvoreingenommen widmeten. Kepler, John Dee, Tycho
de Brahe u. a. beschäftigten sich sowohl mit astronomischen, mathema-
tischen, also streng wissenschaftlichen Forschungen als auch mit der
Astrologie und Alchemie. Einige Experimente glückten, andere nicht ...

Was wäre aus unserer Welt geworden, wenn die Alchemisten ihre ver-
meintlich (?) unwissenschaftlichen und magischen Experimente weiterge-
führt und erfolgreich beendet hätten? Natürlich, wir wissen heute, was
möglich ist und was nicht - aber unsere Phantasie lässt auch andere
Schlüsse zu, oder?

Was wäre, wenn die Suche nach der Materia prima erfolgreich gewesen
wäre, man "unedle" Metalle in Gold verwandelt, den Homunculus gezüch-
tet oder den Golem zum Leben erweckt, das Lebenselixier oder den Stein
der Weisen gefunden hätte?

Ob Science Fiction, Fantasy oder dunkle Phantastik, ob angesiedelt im
Mittelalter, in der Gegenwart oder in der Zukunft, das ist egal.

Kontakt: Redaktion Projekt "Alchemie", Thomas Hofmann, Fax.: 01 80 505
255 412 145, http://www.monochrom.at/subjekt/alchemie.htm
Deadline: 28. Februar 2001

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Gesucht werden weiterhin Gedichte und Kurzgeschichten sowie Märchen
für Anthologien im Heyne-Verlag München. Ein bestimmtes Thema ist
nicht vorgegeben.

Weitere Infos und Einsendungen an: Kristiane Allert-Wybranietz, Zum
Horsthof 6, 31749 Auetal-Rolfshagen.

Der Einsendeschluss ist nach hinten offen und verlängert sich jeweils
um ein halbes Jahr.


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SEMINARE:
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Mehrmals jährlich
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"Selber schreiben, drucken, binden und vermarkten"

Aus dem Inhalt:
1. Verlagsgründung (Formalitäten, Finanzamt, Branchenverbände, Steuern
sparen, Geschäftspapier, Postfach, Konto, ISBN-Vergabe, Titelmeldung,
Betriebswirtschaft)
2. Das Handwerk "Schreiben" (Urheberrecht, Informationsquellen,
Lektorat, richtig formulieren, ein Manuskript entsteht, Erfahrungsaus-
tausch, Erfolgsberichte)
3. Bücher drucken und binden (Druck- und Bindetechniken, Praxisteil:
Sie stellen tatsächlich ein Buch selbst her, herkömmlicher Druck in
einer Druckerei - vom Kostenvoranschlag bis zur Mängelrüge, bis zu 60%
billiger im Ausland drucken)
4. Marketing (Musterkonzepte, Internet, Pressearbeit, Kontaktadressen,
Rezensionen, Infobrief, klassische Werbung und ungewohnte PR, Aus-
landsvertrieb)
5. Die "Stufe 2" - so wächst Ihr Verlag (Autorensuche, Verlagsvertrag,
Imageberatung, Börsenverein des deutschen Buchhandels, weiterführende
Informationen)

Das Seminar findet mehrmals jährlich in Frankfurt/Main statt, Zusatz-
termine in Hamburg, Stuttgart, Berlin, München.
Kompaktseminar: 1 Tag (8:00 Uhr - 18:00 Uhr, jeweils samstags) 590 DM
(inklusive Mittagessen/Getränke und umfangreicher Seminarunterlagen)
Die Teilnehmerzahl ist auf 18 Personen begrenzt.
Für weitere Infos und Anmeldung seht bitte im Internet nach unter:
http://www.wettkampfvorbereitung.de/selfpublishing1.htm

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12. bis 14. Januar 2001
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Schreiben für den Film - Veranstaltungen für Drehbuchschreiber im
Filmhaus in Kooperation mit Cinecenter, Eikon, Provobis, Polyphon,
Trebitsch und Ziegler Film

Autorenseminar ­ zur Dramaturgie der Stoffe - mit Wolfgang Kirchner
(Drehbuchautor)

Information und Anmeldung: Karin Dehnbostel/Kirsten Ott, medien und
kulturarbeit,  Friedensallee 7, 22765 Hamburg, Telefon: (0 40) 39 90
99 31, Fax: (0 40) 3 90 95 00, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
www.medienundkultur.hamburg.de


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15. Januar 2001
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Selbstmanagement für Kreative

Eintritt für Gäste 25 DM, für WR-Mitglieder 15 DM.

Anmeldung und weitere Informationen unter http://www.writersroom.de.



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19. bis 21. Januar 2001
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Möglichkeit statt Wirklichkeit? Der Sciencefiction-Roman

Wovon erzählt SF? Von möglicher wie noch verborgener Zukunft in
Technik, Naturwissenschaft und Gesellschaft. Eine glaubhafte, am
besten spannende Handlung verbindet all das zu einem Universum, das
unsere Gegenwart nach vorn fabuliert. Wie aber können Schriftsteller
solch eine Welt glaubhaft schildern, ohne niveaulos, gar ermüdend zu
wirken? Welches literarische Handwerk ist nötig, um eine lebendige
Erzählwelt zu schaffen, um Figuren zu durchbluten, um Handlung nicht
erlahmen zu lassen?

Fragen dieser Art geht das Seminar nach. Es richtet sich an fortge-
schrittene Schreiber, die durch literarische Fingerübungen ein besse-
res Gespür für die Schwächen und Stärken des eigenen Romans erhalten
sollen.

Proben seiner eigenen Arbeit gibt Andreas Eschbach im Rahmen einer
öffentlichen Lesung.

Seminarleitung: Klaus N. Frick, Karlsruhe, Sciencefiction-Redakteur,
Andreas Eschbach, Stuttgart, Sciencefiction-Autor
Kostenanteil: 230 DM  + 10 DM für einen Reader
Anmeldeschluss: 31. Dezember 2000
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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24. Februar 2001 und
10. März 2001
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Dokumentarfilm - von der Idee zur Realisation

Auch in diesem Halbjahr bietet der im Hamburger Filmhaus beheimatete
Verein medien und kulturarbeit zusammen mit der FilmFörderung Hamburg
für angehende Dokumentarfilmer und engagierte Laien einen Dokumentar-
film-Aufbaukurs an.

Information und Anmeldung: medien und kulturarbeit,  Friedensallee 7,
22765 Hamburg, Telefon: (0 40) 39 90 99 31, Fax: (0 40) 3 90 95 00,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.medienundkultur.hamburg.de


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23. bis 25. Februar 2001 und
2. bis 4. November 2001
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Gemeinsamkeit der Langstreckenläufer - Romanwerkstatt in zwei Phasen

Jemand hat eine Geschichte im Kopf oder gleich mehrere, denkt an
Figuren, die darin vorkommen sollen, weiß Ort, Zeit, sogar schon
Anfang und Schluss des Geschehens und beginnt zu schreiben. Das
Wesentliche ist da, scheint es, der Rest disziplinierte Arbeit. Ein
anderer hat von alledem fast nichts, ein paar vage Vorstellungen,
einige Bilder oder Sätze vielleicht und Lust zum Schreiben. Er pro-
biert aus, was da entsteht, tastet sich voran zu Geschichten, Perso-
nen, Orten und ist auf einmal dabei, einen Roman zu schreiben. Es kann
auch sein, dass zu all den Problemen, die während der Arbeit auftau-
chen, eines gehört, mit dem keiner von beiden gerechnet hatte - die
spezifische Schwierigkeit der langen Strecke: Atem, Kraft und Rhythmus
behalten, den Ablauf komponieren.

Das zweistufige Seminar ist gedacht für Teilnehmerinnen und Teilneh-
mer, die an einem Roman arbeiten. In der ersten Phase werden die
einzelnen Projekte kurz vorgestellt und Schreibprobleme benannt,
möglichst mit Bezug auf die eingesandten Textproben (maximal 10
Seiten), die als Arbeitsgrundlage dienen.

In der zweiten Phase wird nach einem Modus, der im ersten Seminar zu
vereinbaren ist, die zwischenzeitlich weitergeführte Arbeit vertiefend
diskutiert. Im ersten Seminar spricht Brigitte Burmeister aus eigener
Praxis über die Entstehung eines Romans, während des zweiten Seminars
veranstaltet sie eine Lesung.

Seminarleitung: Brigitte Burmeister, Berlin, freie Schriftstellerin,
Frauke Meyer-Gosau, Darmstadt, freie Literaturkritikerin, Lektorin des
Deutschen Literaturfonds
Kostenanteil: 500 DM + 20 DM für zwei Reader
Anmeldeschluss: 23. Januar 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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18. bis 20. März 2001
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Autor sucht Verlag! Verlag sucht Autor? - Tipps und Tricks für den
erfolgreichen Umgang mit Buchmachern

"Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Roman nicht in
unser Verlagsprogramm passt ...", "... leider ist unser Programm für
die nächsten Jahre bereits komplett. Bei Ihrer weiteren Suche nach
einem Verlag wünschen wir Ihnen viel Erfolg ..." Solche Formbriefe hat
wohl jede Autorin und jeder Autor schon einmal bekommen. Erfahrungen,
die ebenso schmerzhaft wie frustrierend sind und nicht selten zeigen,
dass das eingesandte Manuskript wahrscheinlich wieder in die falschen
Hände geraten ist.

Wie können Sie das verhindern? Indem Sie die Philosophie von Verlegern
kennen lernen. Das Seminar blickt dafür hinter die Kulissen eines
Verlages, beschreibt den Prozess vom Exposé bis zum fertigen Buch,
nennt Kriterien für Aufnahme oder Ablehnung eingesandter Manuskripte,
erklärt die Funktion der verschiedenen Abteilungen innerhalb eines
Verlages und bietet die Möglichkeit, gezielt Ansprechpartner zu
suchen. Darüber hinaus erhalten Sie Tipps, wie Sie als Autor im Verlag
schriftlich und persönlich professioneller auftreten können. Zu diesem
Zweck proben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Rollenspielen
Gespräche zwischen Lektoren bzw. Verlegern und Autor/Autorin.

Weitere Themen: Agentur - für und wider. Welche Stipendien gibt es?
Wie und wann bewerbe ich mich um einen literarischen Preis? Welche
Preise kommen für mich überhaupt in Frage? Bitte bringen Sie für
praktische Übungen Textproben aus der eigenen Werkstatt mit.

Seminarleitung: Birgit Politycki, Hamburg, Literatur- und Pressebüro
Pauw & Politycki
Kostenanteil: 250 DM
Anmeldeschluss: 18. Februar 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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23. bis 25. März 2001
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Wunsch, multimedial zu sein - Kleine Schule des Textens und Zeichnens

Wahrlich, wir leben in schwierigen Zeiten! Multimedia umzaubert uns,
wundersame Wellen von Klängen, Bildern und Texten branden an die
Gestade der Gegenwart. Wie ärmlich hingegen wirken da die einzeln
heranspülenden Künste, die Literatur und die Malerei zum Beispiel.
Fehlt der wortreichen Kunst das treffliche Bild, so muss die andere
auf den Beitrag des Dichters verzichten - von lieblichen Tönen ganz zu
schweigen.

Was tun? Verzweifeln? Gewiss nicht die unschicklichste Möglichkeit.
Eine andere Idee: sich selbst text- bzw. bildlich aufzurüsten - trotz
oder gerade wegen Multimedia. Unsere kleine Schule des Textens und
Zeichnens möchte dazu verführen, ohne Hilfe von Freund PC die eigenen
multimedialen Fähigkeiten auszuprobieren, vielleicht gar zu entdecken.
Wie können wir zum Beispiel hehren Werken bildender Kunst durch einige
Worte den Weg ins wahre Leben bahnen? Und umgekehrt: Zu welchen Texten
fällt uns ein unpassendes Bild ein? Wem nun noch der Klang (Sie
erinnern sich: Multimedia!) fehlt, der darf seine Werke gern singend
kommentieren.

Die Bereitschaft, zu Feder und Zeichenstift zu greifen, sollten alle
Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Werkstatt mitbringen. Zum
ästhetischen Grenzgang besonders willkommen sind bildende Künstler,
die mit Sprache arbeiten, sowie Autoren, die skizzieren möchten.

Seminarleitung: Robert Gernhardt, Frankfurt/M., Dichter, Denker und
Zeichner, Dr. Olaf Kutzmutz
Kostenanteil: 250 DM
Anmeldeschluss: 23. Februar 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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19. bis 21. Mai 2001
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In 14 Zeilen um die Welt - Literaturwerkstatt Sonett

14 Zeilen für die Ewigkeit: Das Sonett, in Sizilien entstanden, von
Petrarca wie von Shakespeare zum Klassiker der Lyrik veredelt, von
Barockdichtern und Romantikern gepflegt, von Rilke frei variiert, in
der Konkreten Poesie demontiert und bis heute immer wieder neu zusam-
mengefügt, gehört zu den interessantesten Formen europäischer Dich-
tung. Neben einem historischen Überblick über Sonette der letzten 500
Jahre führt das Seminar in Vers- und Strophenbau, Klangform und
gedankliche Struktur der verschiedenen Sonettformen theoretisch und
praktisch ein. Dazu sind gemeinsame Übungen geplant. Darüber hinaus
fragen wir danach, warum die Gegenwartsdichtung häufig auf klassische
literarische Formen zurückgreift.

Das Seminar wendet sich an Leser, Autoren und Vermittler von Lyrik.
Eigene Sonette der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind nicht Bedin-
gung, können aber im Seminar vorgestellt und diskutiert werden.

Lektürehinweis: Hummelts Übersetzung des Sonettenkranzes "Das Schmet-
terlingstal. Ein Requiem" von Inger Christensen, erschienen im
Schreibheft 52/1999. Proben seiner eigenen Arbeit gibt Norbert Hummelt
im Rahmen einer öffentlichen Lesung.

Seminarleitung: Norbert Hummelt, Köln, Lyriker und freier Publizist,
Dr. Olaf Kutzmutz
Kostenanteil: 230 DM + 10 DM 10 für einen Reader
Anmeldeschluss: 19. April 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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25. bis 27. Mai 2001
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Dem Text an die Wäsche gehen- Kritik und Analyse eigener Manuskripte


Auf dem Weg zum Buch ist das Schreiben nur die eine, wenn auch uner-
lässliche Voraussetzung. Das Lesen, das Gegenlesen ist für Autorinnen
und Autoren jedoch genauso wichtig. Solcher Austausch findet häufig
unter Freunden statt. Streben Sie an, ein Buch zu veröffentlichen, ist
zumeist ein Lektor Ihr Gesprächspartner. In diesem Seminar haben Sie
Gelegenheit, eines Ihrer aktuellen Projekte zur Diskussion zu stellen.
Ein Lektor sieht sich Ihr Manuskript zuvor gründlich an und sucht mit
Ihnen und den anderen Teilnehmern nach Verbesserungen.

Wie stellen wir uns das Gespräch über Ihre Manuskripte vor? Schonungs-
los gegenüber den Texten, aber respektvoll gegenüber den Urhebern, so
ehrlich wie möglich und so kritisch wie nötig. Ziel des Seminars ist
schließlich ein gutes Manuskript - und das geht nicht ohne Kritik. Am
Rande erfahren Sie darüber hinaus, was Sie aus Sicht eines Lektors
beachten sollten, wenn Sie einem Verlag einen Text anbieten.

Reichen Sie bitte mit Ihrer Anmeldung eine Arbeitsprobe (maximal 10
Seiten) und ein Exposé (1 Seite!) ein, mit dem Sie einem Verlag Ihr
Buchprojekt schmackhaft machen würden.

Seminarleitung: Stefan Ulrich Meyer, München, Lektor der Deutschen
Verlags-Anstalt, Dr. Olaf Kutzmutz
Kostenanteil: 240 DM + 10 DM für einen Reader
Anmeldeschluss: 25. April 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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7. bis 9. Oktober 2001
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"Etwas ist nicht geheuer, damit fängt es an" - Literaturwerkstatt
Lokal-Krimi

Die Kriminalromane von Léo Malet spielen in Paris, Donna Leons Commis-
sario Brunetti ermittelt in Venedig, für die Bestseller von Henning
Mankell bildet die schwedische Kleinstadt Ystad den Hintergrund - aber
schreiben Malet, Leon und Mankell auch Lokal-Krimis? Was unterscheidet
einen Kriminalroman von einem Lokal-Krimi? Die Qualität der Texte und
der Autoren? Oder spielt die (Welt-)Bekanntheit der Städte und Regio-
nen, in denen die Handlung angesiedelt ist, die entscheidende Rolle?
Ersetzt der Lokal-Krimi gar den Heimatroman, ist er nur für Leser
geschrieben, die ihren eigenen Kirchturm im Roman wiederfinden wollen?

Das Seminar möchte einerseits Theorie vermitteln, vor allem aber das
Krimi-Schreiben professionalisieren. Die Texte der Teilnehmerinnen und
Teilnehmer stehen dabei im Mittelpunkt. Eine kurze Einführung in die
Geschichte des Kriminalromans kann dazu beitragen, die Gattung "Lo-
kal-Krimi" zu definieren und dadurch von anderen, aktuell vertretenen
Sub-Genres abzugrenzen. Ein weiteres Thema im Seminar sind Vermark-
tungswege in der Literaturbranche: Wie finde ich einen Verlag? Welche
Rollen spielen Agenten? Bieten Internet, E-Book und Book on Demand
neue Chancen?

Mit der Anmeldung reichen Sie bitte eigene Kurzgeschichten (maximal 10
Seiten) und/oder Romanexposés (1 Seite) ein.

Proben seiner eigenen Arbeit gibt Jürgen Kehrer im Rahmen einer
öffentlichen Lesung.

Seminarleitung: Jürgen Kehrer, Münster, freier Schriftsteller von
Kriminal- und historischen Romanen, Sach- und Drehbüchern.
Kostenanteil: 230 DM + 10 DM für einen Reader
Anmeldeschluss: 7. September 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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12. bis 14. Oktober 2001
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Vom Erzähltext zur Szene - Übungen, Prosa zu adaptieren

Wer von Lyrik, Epik und Dramatik spricht, meint zumeist eine ideale
Ordnung, die der praktischen literarischen Vielfalt nur teilweise
entspricht. Denn die Grenzen zwischen den Gattungen sind mitunter
fließend, manche Texte kokettieren geradezu mit ihren Nachbarn. Vor
diesem Hintergrund arbeitet der Workshop literarisch-praktisch mit
solchen Grenzgängern: Wie lässt sich zum Beispiel Prosa in einen
szenischen Text überführen? Wie können wir dramatisch wichtige Elemen-
te einer Erzählung oder eines Romans isolieren und in Dialoge umset-
zen? Dafür sind Ideen, aber auch ein gut sortierter Koffer mit litera-
rischem Handwerkszeug nötig. Zu diesem Zweck beschäftigen wir uns mit
der Geschichte, Beispielen und Verfahren von Prosa-Dramatisierungen.
Praktisch denken wir über szenische Strukturen (Konzepte, Lesarten,
Gattungsalternativen) nach, arbeiten darüber hinaus an Einzelpassagen,
an Figuren und ihrer Sprache. Forum für erste Arbeitsergebnisse ist
eine Werkstattlesung. Das Ziel: Im kritischen Gespräch die weitere
Realisierung Ihrer Adaption vorzubereiten.
Was Sie zuvor tun sollten: Einen Prosatext auswählen, der sich für
eine Dramatisierung eignet. Das kann ein eigener, aber auch ein
Fremdtext sein. Zusätzlich sammeln Sie im Vorfeld Argumente, die aus
Ihrer Sicht das szenisch-dramatische Potential des ausgewählten Textes
begründen. Mitbringen müssen Sie vor allem Fantasie, Originalität,
auch Raffinesse und Fleiß, weniger oder erst in zweiter Linie zählen
wissenschaftliche Lektüre und akribische Vorarbeiten.

Seminarleitung: Peter Reichel, Leipzig, Lehrstuhl für Dramaturgie an
der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy"
Leipzig.
Kostenanteil: 230 DM + 10 DM für einen Reader
Anmeldeschluss: 12. September 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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27. bis 29. Oktober 2001
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Morde für die Ohren - Profiwerkstatt Kriminalhörspiel

Sie haben früher "Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv" im Kinderfunk
gehört - und sind natürlich dem Krimischreiben verfallen. Inzwischen
sind Sie ein Profi, was die Dramaturgie fingierter Morde angeht. Sie
haben bislang mindestens einen Krimi veröffentlicht, suchen aber nach
neuen literarischen Feuerproben. Das Genre Kriminalhörspiel reizt Sie
ungemein, vielleicht haben Sie sogar schon eins in der Schublade und
wissen nicht, ob es etwas taugt. Genau für Sie ist unsere Profiwerk-
statt Kriminalhörspiel gedacht. Hier erfahren Sie, was Sie über das
"Handwerk" wissen sollten: Sie hören aktuelle und historische Produk-
tionen und lernen die Geschichte des Kriminalhörspiels, seine Erzähl-
formen und Inszenierungsstile kennen.

Höhepunkt und Katharsis: Sie sind live dabei, wenn das Hörspielstudio
des NDR in Hamburg Texte inszeniert.

Seminarleitung: Hilke Veth, Hamburg, Hörspieldramaturgin beim NDR,
Leonhard Koppelmann, Köln, (Hörspiel-)Regisseur und Autor
Kostenanteil: 240 DM + 10 DM für einen Reader
Anmeldeschluss: 27. September 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de
Das Seminar wird in Zusammenarbeit mit dem NDR-Hörspiel durchgeführt
und findet in Wolfenbüttel und Hamburg statt.


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14. bis 16. Dezember 2001
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Möglichkeit statt Wirklichkeit? Die Sciencefiction-Kurzgeschichte

Zumindest in der so genannten Goldenen Zeit der Literaturgattung galt
die Kurzgeschichte als das Medium schlechthin, um Sciencefiction zu
schreiben. Kein Wunder, gab es doch Dutzende einschlägiger Zeitschrif-
ten auf dem angloamerikanischen Markt und ungezählte Leser, die
originelle Weltentwürfe und prägnante Ideen liebten.

Und wie sieht es zu Beginn des 21. Jahrhunderts aus? Die meisten
Sciencefiction-Leser bevorzugen dicke Wälzer oder gar Endlos-Sagas.
Magazine und Anthologien für Kurzgeschichten scheinen auszusterben.
Nach wie vor bietet jedoch die Sciencefiction-Kurzgeschichte Schrei-
bern ungeahnte Möglichkeiten, denn durch die Kunst knapper Schilderun-
gen und einen sauberen Stil können fantastische Welten entstehen.
Zudem kann die Kurzgeschichte für manchen Schriftsteller eine wichtige
Fingerübung sein, um in überschaubarer Zeit handwerkliches Rüstzeug
für komplexere Werke zu erwerben.

Solches Rüstzeug erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses
Seminars, das sich als Schreibschule für angehende Scienceficti-
on-Schriftsteller versteht. Grundlegende Fertigkeiten zum Schreiben
von Sciencefiction werden hier vermittelt. Zudem üben die Teilnehme-
rinnen und Teilnehmer an konkreten Beispielen, wie sie ihre Texte
verbessern können. Sie verfassen Geschichten und stellen sie im Kreis
der schreibenden Kollegen vor. Das fördert zugleich die Kritikfähig-
keit für eigene wie fremde Texte.

Seminarleitung: Klaus N. Frick, Karlsruhe, Sciencefiction-Redakteur,
Uwe Anton, Wuppertal, Sciencefiction-Autor, Übersetzer und Herausgeber
Kostenanteil: 230 DM + 10 DM für einen Reader
Anmeldeschluss: 14. November 2001
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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VORSTELLUNG:
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 (In dieser Rubrik stellen sich ausgewählte Literaturzeitschriften,
  Literaturbüros, kulturelle Einrichtungen etc. selbst vor.)


                         "www.schreibclub.de"
                    vorgestellt von Andreas Krämer

Ich betreibe mit vier Freunden seit Juni 2000 eines kleines Internet-
portal unter der Adresse www.schreibclub.de. Die Idee zur Gründung
eines Autorenclubs entstand im September 1999 im  Berufsbildungswerk
Josefsheim Bigge mit dem Ziel, gemeinsam Geschichten zu entwickeln.
Der Autorenclub trug damals den Namen "Kreativwelt" und bestand aus
den vier Grundüngsmitgliedern Andreas Krämer, Daniela Weidmann, Markus
Urban, Ralf Demitrowitz und Thomas Seidensticker.

Mit der Zeit entstand die Idee eines Internetportals, das schließlich
im  Juni 2000 unter den Namen www.schreibclub.de realisiert wurde und
seitdem schon über zwanzig Autoren und 50 Geschichten gewinnen konnte.
Das kleine Internetportal verzeichnet pro Tag bis zu 150 Zugriffe und
hat es sich zum Ziel gesetzt, viele weitere Autoren/innen und ihre
Geschichten zu gewinnen.

Unser kleines Portal bietet Geschichten aus den verschiedensten
Genres, Büchertipps, ein Forum und vieles mehr. In nächster Zeit ist
auch die Eröffnung eines monatlichen Newsletters geplant, in dem
aktuelle Bücher, Geschichten unserer treuer Autoren/innen und vieles
mehr vorgestellt wird.

Zu erreichen ist unser kleines Internetportal unter
http://www.schreibclub.de, und für eventuelle Fragen steht Ihnen
Andreas Krämer als Webmaster des Portals jederzeit unter mail-
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung.


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  Literaturbüros, kulturelle Einrichtungen etc. selbst vor.)

           "Der Bundesverband junger Autoren und Autorinnen"
                     vorgestellt von Heike Prassel

Der BVjA e. V. mit Sitz in Bonn ist die bundesweit einzige Interessen-
vertretung junger Schreibender. Gegründet wurde er im Jahr 1987 u. a.
von Stefan Sprang und Olaf Alp. Seitdem steigerte sich die Mitglieder-
zahl kontinuierlich auf bis über 600 junge und weniger junge Autoren.

Die Kernarbeit des Verbandes liegt darin, Schreibenden, die sich dem
Literaturbetrieb zuwenden möchten, hilfreich zur Seite zu stehen. Dazu
gehören Jahres-Publikationen wie die Literaturzeitschrift "Konzepte"
und das Literaturmagazin "Lima" ebenso wie die Organisation von
Autorentreffen, Seminaren und Lesungen. Ein Lektorat und sogar ein
spezielles Jugendbuchlektorat stehen den Mitgliedern zur Verfügung.

Bekannte Autoren wie z. B. Ludger Vortmann, Tanja Kinkel und Kristina
Dunker begannen ihren Weg mit dem BVjA und sind auch heute noch
Mitglieder.

Das neue Jahr wird der BVjA e. V. mit einer Lesung in Köln einleiten
(14. Januar 2001, 11 Uhr im Cafe Libresso, Fleischmengergasse 29, Nähe
Neumarkt), im Mai planen wir ein Seminar und im Oktober eine bundes-
weite Sternlesung. Im Herbst werden die neuen Ausgaben der Jahres-
Publikationen erscheinen. Die nächste Ausgabe der "Federwelt", unserer
alle zwei Monate erscheinenden Mitgliederzeitschrift, wird im Februar
an die Mitglieder verschickt.

Es gibt viel Arbeit, aber auch viele aktive Mitglieder, die mit Spaß
und Engagement den Verband vorantreiben. Wer uns als Mitglied aktiv
oder passiv unterstützen möchte (Mitgliedsbeitrag 50 DM/Jahr), der ist
herzlich eingeladen, über unsere Website http://www.bvja-online.de
Kontakt zu uns aufzunehmen. Wir freuen uns auf eure Anregungen,
Fragen, Anmeldungen oder Ähnliches.

Heike Prassel, mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Vorstandsprecherin


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AUTORENWISSEN:
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                                   (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

                        "Im Auge des Lesers -
          über das Kaufverhalten unentschlossener Buchkäufer"
                           von Diandra Stone


          Gut verpackt ist halb gewonnen

Die Fülle der angebotenen Titel macht es dem potentiellen Käufer nicht
leicht, sich für ein bestimmtes Buch zu entscheiden. Überall in den
Geschäften wetteifern Buchcover aus buntem Hochglanzpapier um die
Aufmerksamkeit des Lesers. Die Höhe einzelner Buchstapel lässt fast
zwangsläufig schon einen Rückschluss über den Marktwert bestimmter
Titel zu. Doch nicht jeder Titel, der es wert ist, gelesen zu werden,
steht auf den Bestsellerlisten. Vor allem bei Neuerscheinungen fällt
die Auswahl schwer. So kann es passieren, dass der Spitzenroman einer
unbekannten Autorin neben dem blassen, hoch gelobten Titel eines
Erfolgsautors chancenlos bleibt.

Hier entscheidet oft schon der erste Eindruck über Gefallen oder
Nichtgefallen. Und der findet bekanntlich über den Blickkontakt statt.
So fallen dann auch eine Reihe von Büchern aus dem einzigen Grund
durch das Raster, weil ihr Buchcover keine entsprechende Assoziation
auslöst.

Es gibt hier genrespezifische Konventionen. Wer Klassik liebt, greift
vielleicht zum gelben Einband, ein Horrorliebhaber sucht die dunklen
oder blutigen Farbnuancen, ein Liebesbuch verpackt sich gut in Pas-
tellfarben, Rot und Pink, Sciencefiction lebt von blauschwarzen
Weltraumweiten, und ein Naturbuch versteckt sich oft hinter grünen
Szenerien.

Doch nicht nur die Farbgebung ist entscheidend. Im Zeitalter von Book
on Demand hüte man sich vor unprofessionellem Design Marke Eigenpro-
duktion, dem man die aufgezoomten Pixel aus schlecht eingescannten
Bildern schon von Weitem ansieht. Der Leser will mit Qualität besto-
chen werden, zumindest äußerlich. Wer also als Autor kein Designprofi
ist, sollte alles meiden, was auch nur den Anschein von "Hausarbeit"
trägt. Unentschlossene Buchkäufer machen einen weiten Bogen um solche
Bücher, sofern sie überhaupt in den Regalen der Buchhändler landen.

Für jemanden, der kurzweilige und spannende Lektüre sucht, könnte zum
Beispiel dieser Einband sofort ins Auge stechen: ein schlichter grau-
weiß gehaltener Untergrund, vor dem sich menschliche Knochen und
Schädel aufreihen. Unweigerlich kommt die Assoziation Tod auf, die
wiederum auf einen Krimi oder Thriller hindeutet. Pech, wenn es sich
dann doch um eine Abhandlung zur anthropologischen Forschung handelt!

Der zweite Blick gilt dem Titel des Buches. Hier stellt sich recht
schnell heraus, ob man an der richtigen Tür klopft. Wer ein spannendes
Buch sucht, wird sich bestimmt nicht nach "Liebesleben der Kaninchen"
oder "Im Taumel der Gefühle" umsehen. Hinter einem Titel verbirgt sich
immer auch eine Absicht: den Leser neugierig zu machen.


          Der Kurzinhalt

Spannende Bücher leben von interessanten Protagonisten, brauchen
außergewöhnliche Orte, ungewöhnliche Jobs, packende Situationen.

"Tempe Brennan hat einen Knochenjob. Als forensische Anthropologin am
gerichtsmedizinischen Institut von Montreal landen tagtäglich die
unterschiedlichsten Leichen auf ihrem Labortisch ..." (Kathy Reichs,
Tote lügen nicht)

Ein anderes Buch fasziniert mit nur einem einzigen Satz: "Ein Mann
wird gejagt" (Joseph R. Garber, Der Schacht) - Warum? Einzig diese
Frage treibt zum Weiterlesen.

Oder das: "Olive Martin sitzt wegen eines grausamen Verbrechens im
Gefängnis. Sie hat zugegeben, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester
ermordet und dann zerstückelt zu haben ..." (Minette Walters, Die
Bildhauerin) - Das hört sich doch nach einem spannenden Abend bei
einem Glas Rotwein an, oder?

Die Fangstricke sind mit diesen winzigen Einblicken in das Innenleben
des Buches ausgelegt. Doch Buchtitel und Kurzinhalt mögen viel ver-
sprechen. Jeder, der nur ein wenig die Regeln beherrscht, kann einen
aufregenden Werberuf erschallen lassen. Aber hält das Buch wirklich,
was es verspricht? Kann es den Leser packen, verschlingen und am Ende
mit dem glücklichen Gefühl wieder ausspucken, er hätte gerne noch
weiter gelesen? Da gibt es nur eins: das Buch aufschlagen.

Die ersten Sätze in einem Buch sollten zumindest den Ansatz dessen
offenbaren, was im Buch geschehen könnte. Sie sollten einen Haken
parat halten, von dem sich der Leser nicht mehr lösen kann. Oft weiß
man schon nach den ersten Zeilen, ob das Buch die passende Lektüre
darstellt oder ob man sich besser weiter umsehen sollte.

Herrlich dieser Satz: "Ich dachte nicht mehr an den Mann, der sich in
die Luft gesprengt hatte. Jetzt ging es nur darum, seinen Schädel
zusammenzusetzen." (Kathy Reichs, Tote lügen nicht). - Danach habe ich
das Buch gekauft. Kein Zweifel: Wir gehörten zusammen.

Oder diese ersten Sätze: "Die gedämpften Schreie, die an diesem
friedlichen Frühlingsmorgen über die weiten, grünen Rasenflächen
geweht kamen, fügten sich so unauffällig in die Umgebung ein wie das
Gekrächze der Raben im nahen Wald oder das Wiehern eines Pferdes in
der Koppel auf der anderen Seite des braunen Flusses. Man musste schon
sehr genau hinhören, um zu erkennen, dass es sich um die Schreie eines
Menschen handelte." (Douglas Preston, Lincoln Child, Mount Dragon,
Labor des Todes) [vgl. auch "Analyse eines Bestsellers: Mount Dragon -
Labor des Todes" von Ute C. Meyer unter der Rubrik "Schreibkurs"
unter http://www.autorenforum.de, Anm. d. Red.]

Manchmal reichen die ersten Sätze, um die Nerven bis zum Zerreißen zu
spannen, manchmal braucht es noch mehr Beweise dafür, dass das Buch
etwas taugt. Dann beginnt das Blättern und Probelesen. Einzelne
Passagen werden angelesen, auf Spannung, Witz oder Tempo untersucht.

Internetkäufer müssen meist ganz auf die optischen Reize eines Buchti-
tels verzichten und sich vollständig an Bestsellerlisten und Kurzbe-
schreibungen orientieren. Deshalb gehen immer mehr junge Verlage dazu
über, ausgewählte Teile des Werkes als Leseprobe zum kostenlosen
Download zur Verfügung zu stellen. Denn wer kauft schon gern die Katze
im Sack?

Trotzdem ist es keine Garantie für die richtige Wahl, allenfalls ein
Anhaltspunkt. Schließlich könnte ja mit den interessantesten Kapiteln
gelockt werden, während der Rest des Buches voller gähnender Langewei-
le steckt.


          Buchbesprechungen

Ein Buch kauft sich einfach leichter, wenn es empfohlen wurde.
Schließlich ist ein Buch mehr als nur eine finanzielle Investition. Es
ist eine Investition in unsere kostbare Freizeit, die wir gut und gern
auch mit anderen kurzweiligen Beschäftigungen verbringen könnten.

Seien es die lobenden Worte bekannter Schriftstellerkollegen, die sich
euphorisch über das Werk der unbekannten Autorin auslassen, oder
Auszeichnungen mit begehrten Trophäen wie dem Edgar-Allan-Poe-Preis.
Auch Buchbesprechungen in bekannten Zeitschriften und Zeitungen machen
sich gut auf dem Buchcover. Sie setzen die Kaufhürde erheblich hinab.
Ein angehender Bestsellerautor tut deshalb gut daran, für eine weite
Verbreitung seines frisch gedruckten Werkes an entsprechenden Stellen
zu sorgen.

Doch auch Buchbesprechungen im Internet gewinnen immer mehr an Bedeu-
tung. Nicht nur weil sich der Umsatz mit Büchern über Internetshops in
diesem Jahr versiebenfacht hat und damit zum herkömmlichen Buchladen
um die Ecke eine immer stärker werdende Konkurrenz darstellt, sondern
auch, weil die Informationsmöglichkeiten hier um ein Vielfaches größer
sind. Bei namhaften Internethändlern gibt es die Möglichkeit, Kommen-
tare zu einzelnen Büchern abzugeben und diese mittels eines Notensys-
tems zu bewerten. Ich selbst ertappe mich häufig dabei, Suchlisten
innerhalb des Shops nach eben diesen Meinungen gewichtet zu sortieren,
und gebe den Leserstimmen bei meiner Kaufentscheidung inzwischen
erhebliches Gewicht.

Irgendwann wird es vielleicht so sein, dass ein unbesprochen gebliebe-
nes Buch zwangsläufig ein schlechtes Buch sein muss und das enthusias-
tisch bejubelte Werk automatisch zum Verkaufsrenner avanciert? Nun, so
einfach ist es wohl doch nicht. Aber zweifelsohne erhöht eine gute
Besprechung die Akzeptanz eines Werkes.

Neben den verkaufsfördernden Argumenten auf den Websites der Online-
buchhändler gibt es aber inzwischen auch eine Vielzahl von professio-
nell gestalteten Plattformen, die sich ausschließlich mit Buchtipps
und Leserrezensionen befassen.

So finden interessierte Leser auf den Internetseiten des Lesertreffs
(http://www.lesertreff.com) eine große Auswahl an Buchbesprechungen.
Jeder Leser kann seine eigene Meinung abgeben. Und jede Meinung trägt
dazu bei, ein Werk auf- oder abzuwerten und so für andere potentielle
Leser interessant zu machen. Ein ähnliches Format bietet die Lesewelt
(http://www.lesewelt.de).

Ebenfalls fruchtbare Fundgrube für Lesehungrige sind private Lesetipp-
Seiten. So finden Liebhaber romantischer Literatur sicher in der
Bücherecke (http://www.die-buecherecke.de) die richtige Begleitlektüre
für einen gemütlichen Leseabend am Kamin, und Krimifreunde werden beim
Krimiseum (http://www.krimiseum.de) fündig.

Welche Rolle diese Meinungsplattformen für das eigene Kaufverhalten in
Zukunft spielen werden, hängt vor allem von den engagierten Lesern ab,
die dort ihre Meinung kundtun, und natürlich von der Qualität der
Rezensionen. Es wäre jedenfalls in Zukunft durchaus denkbar, dass die
Meinungsmache wieder mehr und mehr in die Hände der Leser zurückfällt
und der Einfluss der professionellen Kritiker schwindet. Welche Macht
das virtuelle Flüstern in gut besuchten Foren tatsächlich besitzt,
können wir nur erahnen. Das Beispiel einer amerikanischen Autorin, die
ihr Buch im Selbstverlag produzierte und die es durch massive Präsenz
im Internet und positive Resonanz darauf auf die Bestsellerliste
schaffte, dürfte jedenfalls nur der Anfang einer interessanten Ent-
wicklung sein.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Diandra Stone ist das Pseudonym einer freiberuflichen Autorin aus
Frankfurt a. M. Im Januar 2001 erscheinen zwei ihrer erotischen
Kurzgeschichten in der Anthologie "Das süße Fleisch der Feigen"
(Droemer/Knaur). Ihre mystische und gruselige Seite zeigt sie unter
www.diandra-stone.de.


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MARKETINGIDEEN:
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"Ein ’Fallbeispiel’"

Heute findet ihr hier die Anregungen einer Autorin und Tempest-
Leserin, Nikola Hahn. Sie berichtet, welche Anstrengungen sie unter-
nommen hat, um auf ihre Veröffentlichungen aufmerksam zu machen - und
mit welchem Erfolg. Es ist sicher für jede/n von euch einiges dabei,
was sich nachzumachen lohnt!

+++++++++++++++++++++++++
Nikola Hahn
http://www.nikola-hahn.de
+++++++++++++++++++++++++
Ich bin bei einer Internet-Suche auf The Tempest gestoßen und habe das
Magazin  gleich abonniert. Ganz besonders hat mich Ihre Rubrik "Marke-
ting" interessiert. Ich habe 1995 mein erstes Buch (eine Lyrik- und
Prosasammlung) veröffentlicht, allerdings noch im Druckkostenzuschuss,
dann folgte 1998 mein erster Roman, ein historischer Krimi, der im
Hardcover drei Auflagen erlebte und dieses Jahr im Taschenbuch bei
Ullstein erschien. Mein zweiter Roman erschien ebenfalls dieses Jahr
bei Ullstein, als Taschenbuchoriginalausgabe. Ich kann gar nicht genug
betonen, wie wichtig es ist, selbst etwas für sein Buch zu tun. Ich
habe vielerlei unternommen, um meine Bücher bekannt zu machen:

- Kontakte zur örtlichen Presse (hier ist vor allem der Aufhänger
wichtig, also beispielsweise Lokalkolorit im Roman, Bezug des Autors
zu Örtlichkeiten im Verbreitungsgebiet (berufliche, private (Vereins-
mitgliedschaft o. Ä.), Lesungen vor Ort und mehr.

- Kontakte zu örtlichen Radiosendern (In Absprache des Verlags Offe-
rieren der Möglichkeit, Bücher für Verlosungen etc. zur Verfügung zu
stellen), das klappt gut. Ich war z. B. schon mehrfach im Hessischen
Rundfunk. Eine Möglichkeit ist es auch, die Adressen von örtlichen
Medien zu sammeln und in einer Liste dem Verlag zur Verfügung zu
stellen, der dann die Anschreiben übernimmt (die haben meist nur
überörtliche Adressen.) Allerdings sollte hier das Verhältnis zur
Pressestelle gut sein, denn man kann sich leider nicht darauf verlas-
sen, dass der Verlag (auch wenn´s ein großer ist!) die Vorschläge
wirklich umsetzt! Ich hab´s schlussendlich meistens dann selber
gemacht.

- Ich vermittelte Brieffreunde in alle Welt und habe dadurch ca. 2 000
Kontakte jährlich zu Leuten in ganz Deutschland. Den Infos zu den
Brieffreundschaften lege ich auch eine Info über meine Bücher bei. Bei
Neuerscheinung eines Romans schreibe ich alle Mitglieder an und stelle
das Buch vor (die meisten Leute, die gern Briefe schreiben, lesen auch
gern). Tipp: Adressen von Leuten sammeln, die sich fürs erste Buch
interessieren und beim Erscheinen des zweiten dann konkret informie-
ren.

- Seit Mai bin ich online, http://www.nikola-hahn.de. Ein eingängiger
Name der Website und eine besucherfreundliche Gestaltung sind wichtig.
Ersteres, um zu erreichen, dass sich die Leute den Namen gut merken
können und dann die Seite auch besuchen, das Zweite, um den Besuchern
das Gefühl zu geben, wirklich gern gesehen und ernst genommen zu
werden und nicht nur "benutzt" zu werden, um ein Buch zu bestellen.
Ich biete auf meiner Seite z. B. Leseproben aus meinen Büchern,
Presseinfos, Leserbriefe, Infos zu mir selber und ein Forum, in dem
die Leute diskutieren oder Fragen stellen können. Ganz wichtig: Das
Internet ist ein lebendiges Medium, also muss auch die Website aktuell
sein! Ich stelle ständig aktuelle Termine meiner Lesungen ein, aktua-
lisiere die Seite mindestens einmal pro Woche und beantworte E-
Mail-Anfragen oder Diskussionsbeiträge im Forum möglichst am gleichen
Tag!

Weitere Tipps fürs Internet:
- Beitritt zu Webringen (ich habe ganz gute Erfahrungen damit gemacht,
auch wenn es keine Besucherscharen anlockt ...)
- Austausch von Links. Vorteilhaft: Links nicht einfach nur wahllos
auflisten, sondern ein bißchen "präsentieren" (ich schaue mir die
Seiten an und schreibe dann einen kleinen Kommentar dazu). Dann
benachrichtige ich die entsprechenden Webmaster, wo sie den Link bei
mir finden, und die meisten setzen einen Gegenlink.
- Beitritt zu eGroups (Bücher, Literatur) und Posten von Infos (mög-
lichst pointiert und sparsam, da es sonst nervt).
-Versuche, im Netz Kontakte zu knüpfen, für Krimis z. B. das Krimiseum
oder Tom´s Krimitreff.
- Schreiben an Bücherseiten, mit der Bitte einer Buchrezension und
Hinweis auf Linksetzung. Tipp: Bei der Korrespondenz im Netz sollte
man dem Gegenüber immer das Gefühl geben, ihn nicht nur für eigene
Marketingzwecke zu "benutzen", sondern dass es ein gegenseitiger,
befruchtender Prozess ist!
-Partnerprogramm mit Online-Buchhändlern (z. B. amazon.de). Viele
Bestellungen bringt es nicht (mir sagen viele Leser und Besucher
meiner Seite, dass sie dennoch im Buchhandel bestellen, ist auch o.
k). Aber man kann das Buch bei amazon.de als Autor besser herausstel-
len, auch ein Interview dort führen, Pressemitteilungen einstellen,
eigene Kommentare abgeben und, falls nicht automatisch geschehen, das
Cover veröffentlichen lassen (Näheres unter amazon.Partnerprogramm
bzw. amazon.Autoren).
- Was ich auch versucht habe, ist, in verschiedenen Diskussionsforen
mitzumachen. Das ist sehr zeitaufwenig und bringt nicht viel. Einige
meiner Besucher sind über fremde Gästebücher zu mir gekommen, in die
ich mich eingetragen hatte. Kleiner Tipp: Bei Gästebüchern nicht nur
schreiben: Kommt auf meine Site, sondern ein bissel interessanter ...
z. B.  einen "Klönschnack" (Forum) oder eine "virtuelle Tasse Kaffee
anbieten".

- Ich habe, da der Verlag das abgelehnt hat, Werbezettel entworfen und
drucken lassen, die ich an Interessierte versende (siehe oben: Brief-
freundschaften). Man kann diese Zettel auch bei Lesungen verteilen.

- Lesungen: ein wichtiges Thema, denn hier ergibt sich die Möglichkeit
der Leserbindung. Wenn Sie gut ankommen, dann werden die Leser über
die Lesung hinaus Werbung für das Buch machen (und die, die folgen).
Tipp: Nicht nur einfach irgendwelche Kapitel aus dem Buch vorlesen,
sondern den Abend gestalten, eine Geschichte erzählen, durch das Buch
führen! Möglichst mit einem Höhepunkt aufhören. (Ich habe einen kleine
Bericht über Leseerlebnisse auf meiner Homepage veröffentlicht.)

- Auch im Verlag immer wieder auf Werbemöglichkeiten hinweisen, denen
auch ruhig mitteilen, was man alles macht. Ich schicke alle Zeitungs-
veröffentlichungen an die Pressestelle (die kriegen dort nicht alles
automatisch zugesandt, insbesondere nicht aus dem örtlichen Bereich).
In der Pressestelle werden Pressemappen zusammengestellt, die an
Interessenten gehen. Je mehr darin enthalten ist, desto besser.

- Mit direkten Anschreiben an überörtliche Medien habe ich nicht so
gute Erfahrungen gemacht, es kommt nur selten ein Feedback. Wenn man
es macht, sollte man nicht nur einfach eine Werbung fürs Buch schrei-
ben, sondern sich auf einen konkreten Artikel in der Zeitung beziehen
und übers Impressum an den direkt Zuständigen schreiben. Vielleicht
ergibt sich was draus (Ich bin so zu einem Artikel in der "Freundin"
gekommen).

- Wenn möglich, bei Erscheinen des Buches eine Präsentation anregen.
Muss über den Verlag organisiert werden, und sie sind nicht immer dazu
bereit. Am erfolgversprechendsten ist es, wenn man eigene Vorschläge
einbringt, die argumentativ überzeugend sein sollten in Bezug auf den
Ort und die Möglichkeiten der Präsentation (z. B. Interesse örtlicher
Medien, weil ... das Buch an einem Ort spielt - z. B. ist mein histo-
rischer Roman in  Frankfurt angesiedelt).

- Im Verlag darauf hinweisen, dass man zu Messeterminen zur Verfügung
steht (z. B. für Pressetermine etc.) Allerdings darf man sich hier
auch nicht zu viel versprechen. Ich habe bei meinem zweiten Buch auf
der Frankfurter Messe selbst einen Termin ausgemacht, um für die Leser
am Stand zu sein. Der Verlag war da ziemlich träge.

- Von Misserfolgen nicht entmutigen lassen. Toller Tipp, ich weiß.
Kleiner Trost: Ich wollte die Flinte auch schon öfter ins viel zitier-
te Korn schmeißen. Nützt aber alles nichts ...


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SCHREIBKURS:
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            "Fantasy - Möglichkeiten und Handwerk, Teil 2"
                          von Stefanie Bense

[Der erste Teil dieses Artikels ist im November-Tempest erschienen]


          Was ist das Besondere an Fantasy?

Fantasy erzählt vom Wunderbaren, Unbekannten, vom Unerklärlichen und
Erstaunlichen, sie ist Mythos und Märchen nahe. Fantasy spricht von
dem, was nie sein könnte. Sciencefiction fragt: "Was wäre wenn ...?"
auf der Basis unserer logischen und universellen Gesetze. Fantasy aber
setzt diese Gesetze außer Kraft und schafft neue. Hier funktioniert
Magie innerhalb der Grenzen, die wir Autoren ihr geben.


- Magie
Welten oder Figuren ohne Grenzen ergeben keine Geschichte, denn es
fehlen die Widerstände, Probleme, Konflikte und Reize. Alle Dinge sind
begrenzt. Magie fordert ihren Preis vom Magier, von der Hexe, von der
Welt, in der sie gebraucht wird. Soll Magie in deiner Welt eine Rolle
spielen, frage dich, was sie den, der sie anwendet, kostet. Zahlt er
mit Blut oder Lebenskraft für die Macht? Ein junger Magier hätte somit
viel Kraft, aber wenig Erfahrung, während ein alter weise mit Magie
umginge, aber wenig Potential besäße. Was ergibt das für Konsequenzen?
Es könnten sich Gemeinschaften von Jungen und Alten bilden, in denen
die Erfahrenen die Kraft der Jungen nutzen, bis diese selbst alt sind
und neue Lehrlinge heranziehen. Was passiert, wenn nun ein Magier das
Lebenselixier entdeckt, das ihn für immer jung und kräftig erhält?

Lerne, nach dem Warum und Wie zu fragen, lerne, die Art deiner Magie
zu verstehen, zu begründen und für die Geschichte zu nutzen.

- Milieu
Gleich, ob du nun eine Milieu-, Ideen-, Charakter- oder Ereignisge-
schichte als Schwerpunkt wählst, das Milieu ist in der Fantasy stets
wichtig. Es zeigt dem Leser sofort, in was für einer Story er sich
befindet. Und es schafft Atmosphäre.

Da keine weißen Flecken mehr auf dem Globus existieren (abgesehen
vielleicht von der Tiefsee), die es zu entdecken gilt, müssen wir die
inneren Landschaften der Phantasie für unsere Abenteuer nutzen. Milieu
heißt dabei nicht nur Landschaften, Städte, Burgen, Festungen, Kreu-
zungen, Dörfer, Meere, Inseln, Höhlen, Feuerländer, Eistäler etc.,
sondern auch Kulturen, Sprachen, Historie, Rassen, Politik - kurz,
eine ganze Welt. In der Fantasy ist sie meist vortechnisch, feudal,
kriegerisch und/oder vorzeitlich, manchmal auch mythisch.

Wer diese Welt erschafft, muss sie rundum erfinden, sie begreifbar,
riech- und schmeckbar machen. Alles, was in der Realität selbstver-
ständlich ist, ist es in einer fremden Welt nicht. Und für jeden Leser
ist deine Welt fremd! Die Autorin muss darum mehr erfinden, als der
Leser später im Roman erfährt oder zu wissen braucht. Erst, wenn man
aus dem Vollen schöpft, kann man das Konstrukt mit Leben füllen, es in
sich logisch und glaubwürdig machen. Doch Vorsicht, du wärst nicht die
Erste, die in Karten und Sprachmodellen versinkt, sich im Erfinden
verliert, ohne zu der Geschichte zu kommen. Welten zu schaffen ist
kein Selbstzweck!


- Beschreibungen
Wie das Weltenerfinden ordnet sich das Beschreiben der Geschichte
unter. Alles, was du lebendig und nachvollziehbar beschreibst, bringt
Atmosphäre in deine Story. Umso wichtiger ist es, alle Sinne (Riechen,
Schmecken, Hören, Fühlen, Sehen, u. a.?) zu beteiligen und das beson-
dere Detail an Figuren, Welt, Dingen und Wesen zu entdecken. Hier ist
Realismus gefragt. Ein Widerspruch zu Fantasy? Nein, denn Fantasy
braucht solide, plastische und vor allem glaubhafte Beschreibungen.
Zeigen, nicht benennen heißt die Zauberformel.

Beispiel: Er war viel größer als sie und hatte blondes, wirres Haar.
Seine Waffen waren schmutzig, seine Gesichtszüge entweder auch oder
wild bemalt.

Das ist statisch, distanziert und eine reine Aufzählung. Versuchen wir
es noch mal:

Beispiel: Er bückte sich durch den Torbogen und sie schaute zu ihm
hoch. Sein blondes Haar brauchte unbedingt eine Bürste, seine Waffen
und er eine gründliche Reinigung. Klebte da noch Blut am Dolch? Was
hatte er sich nur ins Gesicht geschmiert, oder sollte das eine Kriegs-
bemalung sein?

Erst solche Beschreibungen lassen erfundene Welten gewachsen, orga-
nisch und in sich wahr erscheinen. Egal, womit du deine Story be-
ginnst, ob mit einer Figur im Konflikt, ob mit einem atmosphärischen
Landschaftsbild oder mit konfliktträchtiger Handlung - es muss den
Leser einfangen und mitreißen. Worte haben dazu die Macht.


- Figuren
Deine Charaktere müssen ebenso sorgfältig ausgestaltet werden wie
deine Welt. Selbst wenn der Leser nie etwas von der Kindheit der Figur
erfährt, musst du alles darüber wissen. Wer denn sonst, wenn nicht du?
Wie anders könntest du begründen, wie die Figur später auf Kinder
reagiert? Schreibe einen Lebenslauf, oder interviewe deine Figur
gründlich. Dort legst du nicht nur fest, ob deine Heldin nun grüne
oder graue Augen hat, sondern auch, welche Eltern sie hatte, wie sie
erzogen wurde, was für Ansichten sie zu Tod, Leben und Liebe hat,
welche Schwächen, Fehler, Stärken und Überzeugungen sie hat, wovon sie
träumt ...

Wenn du sie beschreibst, dann zeige sie durch ihre Handlungen, nicht
indem du Eigenschaften nennst und äußere Merkmale aufzählst. Vor
allem, warum eine Figur etwas unternimmt, ihre Ziele, Wünsche, Ängste
und Motive musst du kennen und anwenden.

Wer es gründlicher mag, z. B. für einen Roman, nutze Checklisten
(Fritz Gesing: Kreativ schreiben, Köln, 1994) oder Charakterisierungs-
bögen (Crawford Kilian: Writing Science Fiction and Fantasy, Belling-
ham, WA, 1998; oder ausführliche Bögen für Haupt- und Nebenfiguren bei
der Autorin dieses Artikels). Ich selbst schreibe lieber einen Teil
der Vorgeschichte, wo die Charakterzüge der Figuren deutlich werden,
aber für meinen Roman verwende ich die leichter nachschlagbaren
Charakterbögen.

Die Namen deiner Figuren dürfen fremd klingen, aber keine Zungenbre-
cher bilden. Sie sollten einfach sein und passen. Wenn du sie dir laut
vorsagst und dazu an deine Figur denkst, findest du schnell heraus,
was passt. Keine Namen vorrätig? Dann schau mal in das Telefonbuch,
verwende Nach- als Vornamen, nutze Filmabspänne, Namenslexika, lege
dir eine eigene Kartei an ...

Gib dir besonders viel Mühe bei deinen Antagonisten, Gegnern und
Bösewichtern. Diese Figuren glaubhaft zu zeichnen ist sehr schwierig.
Das Böse darf keine hirnlose, gewalttätige Marionette sein. Es muss
ein detaillierter, hoch motivierter Charakter entstehen, der intelli-
gent und trickreich sowohl physische wie psychische Zerstörung plant.
Selbst der grausamste, gefühlskälteste Folterer wird plausible, (für
ihn) gute Gründe haben, um das zu tun. Und er wird sich nicht nur
rechtfertigen können, er wird sein Handeln für das Beste und Angemes-
senste halten. Vielleicht wird er sogar andere davon überzeugen
können, auf jeden Fall wird er selbst überzeugt sein.

- Archetypen
Jede Fantasystory hat mindestens einen Archetypen im Gepäck. Dazu
gehören weise alte Männer oder Frauen, Helden/Heldinnen auf der Suche,
Drachen, Einhörner, Feen, Körperwandler, verstoßene Kinder, vertriebe-
ne Herrscher/innen, rachedurstige Opfer oder Verführte, die mit
Göttern oder Dämonen einen Handel eingehen.

Nicht nur Figuren, auch Leitmotive wie der Ring, die verzauberte Waffe
oder der Schatz, ebenso wie Stoffe (Suche, Rache, verbotene oder
unglückliche Liebe, Kampf gegen Götter oder Schicksal) können archety-
pisch sein. Ohne Jung anzuhängen, glaube ich, dass es einen gemeinsa-
men kulturellen Schatz, ein universell menschliches Erzählgut gibt,
das sich in Märchen und Fantasy am deutlichsten widerspiegelt.

Was nicht bedeutet, dass Archetypen plump, klischeehaft, stereotyp
oder flach sein müssen. Sie kehren nur immer wieder - und besser ist
es, sie bewusst zu nutzen, als nur darüber zu stolpern. Wo findet man
diese Archetypen? In Mythenlexika, Sagenbüchern und z. B. im Handwör-
terbuch des deutschen Aberglaubens, Berlin, erstmals 1927-1942, jetzt
bei Zweitausendeins in der Ausgabe 1987 (das ist eine unerschöpfliche
Quelle für Geschichten, allerdings nicht gerade preiswert, daher
empfiehlt es sich, eine Bibliotheksausgabe zu nutzen).


          Gibt es die typische Fantasystory?

Nein, es gibt so viele Geschichten, wie Autoren/innen und Ideen
existieren. Aber es gibt typische Storystrukturen wie Abenteuerfahr-
ten, Rache, Underdog, Weltenchaos. Eine oft genutzte Plotstruktur ist
die Suche, die ich näher betrachten möchte (eine gute Übersicht bietet
Ronald B. Tobias: 20 Masterplots, Zweitausendeins, 1999).

Die Suche oder Quest (von lat. quaerere = in Erfahrung bringen) läuft
meist nach demselben Schema ab. Der Held oder die Heldin erhält einen
Auftag bzw. Ruf oder erlebt etwas, das ihn oder sie aus ihrer gewohn-
ten Umgebung löst (s. Beispiel mit Jevon).

Er/Sie muss auf die Reise gehen, wobei das Ziel ganz unterschiedlich
aussehen kann. Die Suche nach einem Schatz oder anderen materiellen
Dingen ist eher vordergründig, actionorientiert und ändert die Figur
nicht (z. B. Indiana Jones). Vielleicht sucht der Held aber auch nach
einer Frau, die Heldin nach einem Mann. Vielleicht wird ein Kind
vermisst oder entführt. Wollen die Figuren einen Ring oder den Gral
finden, wird das Ziel bereits weniger handfest. Mancher Gegenstand ist
eher ein Symbol. Die Suche kann aber auch allegorisch sein, z. B. die
nach dem ewigen Leben oder dem Sinn des Lebens (s. Gilgamesch).

Aber Held oder Heldin laufen nicht gleich los, sie wollen meist gar
nicht, sträuben sich, leisten Widerstand. Doch die Gegenwehr hilft
nicht, sondern macht das Problem nur dringender. Auf ihrer Reise
begegnen sie vielen Gefahren, stehen Prüfungen durch, widerstehen
Versuchungen und kämpfen gegen ihre eigenen Schwächen. Sie werden von
einem Helfer begleitet oder treffen auf hilfreiche Mächte. Gegner,
Feinde und Schicksalsschläge stellen sich ihnen in den Weg, vielleicht
auch Naturmächte, Dämonen und Götter.

Nach allen Prüfungen und Abenteuern erreicht der Held oder die Heldin
das Ziel, verfehlt es oder entscheidet, dass es die Mühe nicht wert
war. Doch die Reise hat ihn/sie verändert. Nun kehrt er/sie zurück,
entweder um die Erlösung, den Triumph oder das Gesuchte zurückzubrin-
gen oder um seine Geschichte zu erzählen. Wobei Rückkehr nicht immer
den Ort meint, von dem die Figur aufbrach. Manchmal finden Held und
Heldin auch eine neue Heimat.

Die Suche ist eine Reise, auch für den Leser, das bedeutet: Du
brauchst dafür eine entwicklungsfähige Figur (nicht umsonst sind viele
Helden anfangs halbwüchsig oder naiv). Und du musst dem Leser gleich
von Anfang an deine Figur nahe bringen, so dass er mit ihren Abenteu-
ern und mit der Storyfrage "Wird er/sie finden, was gesucht wird?"
mitfiebert. Über das reine Geschichtenmuster der Suche hinausgehend,
befasst sich Joseph Campbell mit dem Heldenmythos (Der Heros in
tausend Gestalten, Frankfurt am Main, 1999).

Es mag schematisch klingen, die einzelnen Abschnitte einer Suche
aufzuzählen, aber es bleiben viele Wahlmöglichkeiten. Ob nun Milieu-,
Ereignis-, Charakter- oder Ideengeschichte, jede Suche ist wieder ein
neues Abenteuer und ergibt eine individuelle Geschichte.


          Und warum bleibe ich bei Fantasy?

Man kann damit nicht reich werden, ja, meist nicht einmal davon leben,
doch mir geht’s nicht ums Geld. Es ist das weiteste Feld, der größt-
mögliche Spielraum für meine Phantasie - und warum sollte ich sie
eingrenzen? Dabei hat das nur sehr wenig mit Flucht aus der Realität
zu tun, sonst käme ich nicht so gut mit dem Alltag zurecht. In einer
Geschichte muss ich meine Phantasie lenken, steuern, um die Möglich-
keiten auszuloten. So entsteht keine realitätsferne Scheinwelt, in der
ich alle Probleme umschiffe oder per Handstreich lösen kann.
Im Gegenteil, meine Phantasie trägt mich gerade in dunkle Ecken, kaum
auszuhaltende Situationen, sogar ins Unterbewusste. Ich staune und
erschrecke manchmal über das, was ich in mir finde, aber ich lerne
mich dadurch sehr genau kennen. Mit jeder Geschichte verändere ich
mich, finde neue Situationen, Alternativen und kehre verändert in die
Außenwelt zurück. Vielleicht ist das meine persönliche Art von Kathar-
sis oder Bewältigung der Wirklichkeit.

Eine Freundin meinte: "Ich schreibe Fantasy und Sciencefiction, weil
ich nicht nur das Schauspiel, sondern auch gleich noch die Kulissen
erfinden kann." Das gilt auch für mich. Die Lust, etwas Eigenes zu
(er-)finden, eine ganze Welt neu zu gestalten - das ist unvergleich-
lich. Da vergesse ich oft die Zeit, die kalten Füße, die verspannten
Muskeln. Ist das nicht der ursprüngliche Wortsinn von Kreativität?
Etwas zu erschaffen?

Es ist eine Reise in ein Land, das nur in mir existiert. Aber sobald
ich es aufschreibe und beschreibe, kann ich so viel davon nach außen
bringen, dass ich andere dahin mitnehme. Wenn die Geschichte gut ist,
kann ich den Leser regelrecht entführen, so dass er am liebsten immer
wieder in meine Welt zurückkommen würde.

Doch es macht nicht nur Spaß, zu erfinden und zu schaffen, sondern
auch zu erzählen, zu fabulieren. Ich freue mich über einen guten Satz,
eine gute Story, eine glaubwürdige Welt der Worte. Und in der Fantasy
ist die Sprache nicht nur das Medium, um das Erdachte darzustellen!
Sie ist zudem das Elixier, das Zaubermittel, das die Fantasywelt
verändert, sei es durch einen Zauberspruch oder das Wort, das die
Dinge bei ihrem wahren Namen nennt. Worte haben Macht. Worte sind
magisch.

Deswegen schreibe ich Fantasy. Und selbst, wenn das nie jemand außer-
halb meines Kreises lesen sollte, meine Worte tragen mich, meine
Geschichten geben mir Kraft.

Ursula K. LeGuin meint: "Fantasy ist wahr, nicht faktisch, aber wahr.
Kinder wissen das. Erwachsene wissen das auch, und genau deshalb haben
viele von ihnen Angst vor Fantasy. Sie wissen, diese Wahrheiten
greifen alles Falsche, alles Unnötige, Unechte und Triviale im Leben
an, ja, bedrohen das, was sie sich haben aufzwingen lassen. Sie haben
Angst vor Drachen, weil sie die Freiheit fürchten." (In: Language of
the night, Ed.: U. K. LeGuin, New York, 1989, rev. ed., S. 36; übers.
von S. Bense)
Deshalb: Schreibe keine Fantasy, wenn du dich vor dir selbst fürch-
test!


          Literatur zur Fantasy

Es gibt keine deutschen Werke, die das Handwerkliche der Fantasy
aufgreifen. Hier ein eher analysierendes, wissenschaftliches, jedoch
lesbares Buch:

Helmut W. Pesch: Fantasy, Theorie und Geschichte, Passau: Erster
Deutscher Fantasy Club e. V., 1990, 3. Auflage (dort direkt bestell-
bar, i. d. R. nicht über den Buchhandel erhältlich)

Aber es gibt einige englisch-amerikanische Werke, die zeigen, wie man
gute Fantasy schreibt (aufgereiht nach meiner persönlichen Hitliste):

- Orson Scott Card: How to Write Science Fiction and Fantasy, Cincin-
nati, Ohio: Writer’s Digest Books, 1990
- Sarah LeFanu: Writing Fantasy Fiction, London: A&C Black, 1996
- Crawford Kilian: Writing Science Fiction and Fantasy, Bellingham,
WA: Self-Counsel Press, 1998
- Christopher Kenworthy: Writing Science Fiction, Fantasy and Horror,
Oxford, UK: How to Books, 1997

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense, Jahrgang 1960, lebt und arbeitet in Hannover, gibt
Schreibkurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an
ihrem ersten Roman. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
hannover.de.


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SCHREIBKURS:
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                                    (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

           "Über das Überarbeiten der eigenen Texte, Teil 1"
                          von Andreas Gruber

       (gewidmet dem Freund und Autorenkollegen Eberhard Mayr)


          Warum eigentlich schreiben lernen?

Die traurige Wahrheit ist: Einige deutschsprachige Autoren sind immer
noch der Überzeugung, nicht schreiben lernen zu müssen, weil sie es
nicht notwendig hätten. Wozu auch? Talente fallen vom Himmel, wie sie
meinen, und sie selbst seien begnadet mit stilistischen Fähigkeiten,
gesegnet mit einer schriftstellerischen Naturbegabung. Mag sein, dass
es solche Dinge tatsächlich gibt. Ich selbst kann von mir nur behaup-
ten, dass mir derartige Fähigkeiten nicht in die Wiege gelegt wurden
... schön wär´s gewesen! Im Gegenteil: Ich musste mir das Handwerk und
die Tricks eines Schriftstellers einerseits mühsam erarbeiten, mit
Büchern und Seminaren, andererseits wurden sie mir von Lektoren und
semiprofessionellen Autoren bei Workshops und in Autorengruppen
beigebracht. Das ist die vielleicht wichtigste Stelle des Artikels,
deshalb muss ich zu meiner Unterstützung noch eine Schar von Eideshel-
fern aufrufen.

In seinem herrlichen Buch "Stilkunst" sagt Ludwig Reiners unmissver-
ständlich: "Es soll Leute geben, welche allen Ernstes glauben, es sei
möglich, schon bei der ersten Niederschrift die endgültige Fassung zu
treffen. Sie irren, und dieser Irrwahn ist eine der Ursachen unseres
Prosaelends."

Der deutsche SF-Autor Andreas Eschbach erläutert in einem Interview,
das in Fantasia Nr. 129/130 abgedruckt wurde: "Ich habe in letzter
Zeit ein paar Mal mit Schriftstellern gesprochen, die sich über
mangelnden Erfolg beklagten, und ein kleines Teufelchen brachte mich
auf die Idee zu fragen, was sie denn, bitte schön, für ihr Handwerk
täten - was sie an Büchern über das Schreiben läsen oder dergleichen
[...] Ach, nein, davon hielten sie nichts; sie wollten sich nicht
einengen lassen durch irgendwelche Regeln und Formeln." Von Andreas
Eschbach, dem mehrfachen Preisträger (Kurd-Laßwitz- und Deutscher SF-
Literaturpreis) wissen wir, dass er das Schreiben erlernte und es
heute in Workshops unterrichtet. An späterer Stelle im Interview
bringt er folgenden wunderbaren Vergleich:

"Talent ohne handwerkliche Grundlagen ist völlig wertlos. Würdest du
dein Auto reparieren lassen von jemand, der Talent hat, sich aber
nicht durch die Gesetze der Physik einengen lassen möchte? [...] In
Amerika gibt es so viele Creative-Writing-Kurse wie in Deutschland
Fußballclubs. Deswegen gibt es in Amerika viele gute Schriftsteller
und in Deutschland viele gute Fußballspieler."

Viele Autoren haben eine Abscheu davor, sich stilistischen Regeln
anzupassen und schablonenhaft einem "So geht es!" zu unterwerfen.
Teilweise verstehe ich das, denn mir würde es nicht anders ergehen,
wenn mir jemand sagte: "Du darfst nur so und nicht anders schreiben!"
Ich würde mich in meiner Kreativität eingeschränkt fühlen. Das Resul-
tat wäre außerdem, dass alle Autoren im gleichen Stil schreiben würden
- ein schrecklicher Gedanke! Die Kunst ist immerhin frei und soll es
auch bleiben! Und trotzdem dürfen wir uns nicht davor drücken, das
Handwerk eines guten Schriftstellers zu erlernen. Ich weiß nicht mehr,
von wem dieser Satz stammt, aber wahrscheinlich war es auch Ludwig
Reiners, der sagte, dass man die Regeln schriftstellerischen Stils
einmal lernen und beherrschen müsste, um sie anschließend bewusst zu
brechen.


          Wie wird man überhaupt Schriftsteller?

Eine berechtigte Frage! Von vielen kursierenden Ansichten, Ratschlägen
und Definitionen gefällt mir jene von Raymond Queneau am besten, die
er in seinem Buch "Stilübungen" folgendermaßen formuliert: "Nur
schreibend wird man Schreibender." Das hat was! Ähnlich antwortete
Genro Osho, mein ehemaliger Zen-Lehrer, auf meine Frage, wie ich denn
am besten die Zen-Meditation erlernen könnte. "Indem du es tust",
lautete seine banale Antwort. In diesem Sinne: Üben, üben, üben ...

Dieser Artikel soll Sie dabei unterstützen und häufig begangene Fehler
aufzeigen, die es zu vermeiden gilt. Verstehen Sie die Beispiele daher
als Anregungen, den eigenen Stil zu verbessern.


          Voraussetzung für ein effektives Überarbeiten

Bevor der Stil eines Textes Satz für Satz, Wort für Wort überarbeitet
wird, müssen Geschichte, Handlung und Charaktere passen, abgerundet
und stimmig sein. Das Feilen am Stil, am Wortschatz, der Satzstellung
und Ausdrucksweise sollte die Abschlussarbeit an einem Text sein.
Welche Schritte davor sind also notwendig? Das muss jeder Autor für
sich selbst herausfinden, und wahrscheinlich läuft es auf die Kernfra-
ge hinaus: Wie viel Zeit bin ich bereit zu investieren, bevor ich den
ersten Satz einer neuen Story in den PC hämmere?
Ich für mich habe die Erfahrung gemacht, dass:
- mir das Schreiben einer Story leichter fällt, wenn ich weiß, worüber
ich schreibe (siehe nächstes Kapitel).
- ich mir jede Menge Überarbeitung erspare, wenn ich zuvor viel Zeit
in das Austüfteln aller möglicher Details investiere.

Immer funktioniert es natürlich nicht, doch wenn es mir gelingt, dann
entspricht der ideale Ablauf beim Konstruieren und Schreiben einer
neuen Kurzgeschichte so:

Ich suche nach einer neuen Idee, die mich fasziniert und über die ich
gerne schreiben würde.

Ich entwerfe ein Exposé für einen Plot: mit einem ersten Kapitel, das
den Leser fesselt, einem spannenden Handlungsaufbau, bei welchem dem
Leser die Informationen der Story Stück für Stück offenbart werden,
einem Höhepunkt und einer überraschenden Pointe.

Mit Hilfe eines Dossiers entwickle ich die Charaktere der Geschichte.
Die Akte enthält das Aussehen, die Kurzbiographie, die Eigenschaften,
Interessen und die Beziehungen zu den anderen Charakteren. Hilfreich
dabei ist es, wenn ich in einer Tageszeitung nach Fotografien suche,
die meinen Charakteren entsprechen, sie ausschneide und auf meine
Dossiers klebe. Dadurch kann ich mir den Charakter bildlich vorstel-
len, das Schreiben fällt mir deshalb leichter. Mittlerweile habe ich
Hunderte Portraitfotos gesammelt, aus denen ich meine Charaktere
schöpfe: Hübsche, Hässliche, Dicke, Dünne, Alte, Junge, Männer,
Frauen, Kinder, Pensionisten, Abenteurer, Intellektuelle, Künstler,
Musiker, Manager, Terroristen, Nutten, Dealer, Psychopathen.

Ich feile am Exposé herum: Handlung und Charaktere müssen zueinander
passen. Dadurch ergeben sich meist die ersten Dialoge, die ich nieder-
schreibe.

Danach schreibe ich die Story am PC.

Gerate ich an eine Stelle, bei der ich mich nicht auskenne oder es mir
an Informationen fehlt, trödle ich nicht lange herum, sondern markiere
diese Textstelle mit "???". Gleiches gilt für Formulierungen, die mir
auf der Zunge liegen und mir nicht einfallen möchten, oder für holpri-
gen Stil, der mir ungelenk erscheint: Damit halte ich mich nicht auf
und tippe nur meine drei Fragezeichen hin, um den Fluss des Schreibens
nicht zu unterbrechen. Ich habe keine guten Erfahrungen damit gemacht,
während des Schreibens gleichzeitig den Text zu lektorieren. Ich kann
nicht gleichzeitig auf zwei Festen tanzen: Entweder ich schreibe den
Text, oder ich überarbeite ihn.

Nachdem der Text fertig gestellt wurde, gehe ich mit der Suchfunktion
jedes "???" durch und beginne mit den Verbesserungen und Recherchen,
um diese Lücken zu füllen. Stammen Davidoff-Zigarren aus Honduras oder
der Dominikanischen Republik? Heißt es Malboro oder Marlboro? Hat eine
Walther PPK neun oder zwölf Schuss? Wie viel PS hat ein Pajero? Gibt
es auch Krawatten von Gucci? Wer kann einem Detektiv seine Lizenz
entziehen? Wo erkundigt man sich, wenn man einen Grundbuchsauszug
möchte?

Nach einigen Wochen, in denen ich Abstand zur Story gewonnen habe,
versetze ich mich in die Lage des Konsumenten, der unterhalten werden
möchte, und lese mir die Geschichte durch - meist entspannt in meinem
Rattanstuhl neben der Stehlampe, wo ich auch sonst am Abend meine
Bücher lese. Ich versuche die Geschichte zu kritisieren, als wollte
ich das Manuskript eines Schriftstellerkollegen aus der Sicht des
Lesers beurteilen. Einige Stellen gefallen mir nicht, von anderen bin
ich wiederum begeistert, und wieder andere finde ich abgrundtief
miserabel. Jetzt wird der Text der Story grob korrigiert, Absätze
werden gestrichen, verschoben oder neu geschrieben.

Da ich mittlerweile meinen eigenen Geschichten gegenüber betriebsblind
geworden bin, bekommt mein "wise reader" das Manuskript nach dieser
Korrektur zu lesen. Er sagt mir dann, ob er alles in der Geschichte
verstanden hat, ob die Szenen spannend erzählt sind, ob die Handlung
plausibel ist, ob ihm der Held sympathisch, der Bösewicht zuwider ist,
ob er mit dem Protagonisten mitfiebert oder ihn das Schicksal des
Helden kalt lässt.

Ich überarbeite die Story ein letztes Mal. Erst danach, zu einem
Zeitpunkt, wenn Handlung, Charaktere und die Dialoge der Geschichte
stimmig sind und feststehen, beginne ich, den Stil zu überarbeiten und
der Story den letzten Schliff zu geben.

Durch diese Chronologie werden zwei Dinge sofort klar: Das eigentliche
Schreiben der Geschichte nimmt nur einen geringen Teil der Zeit in
Anspruch. Zweitens: Das Überarbeiten steht am Ende einer langen Kette
von Vorarbeiten.


          Recherchieren oder Heimvorteil nützen?

Genau zu wissen und mir vorstellen zu können, worüber ich schreibe,
ist für mich wichtig, weil ich mich dadurch sicherer fühle und mir die
Story besser von der Hand geht. Mit meiner SF-Geschichte "Der Maya-
Transmitter" habe ich mich lange herumgequält, bis ich endlich halb-
wegs damit zufrieden war. Das lag einerseits daran, dass mir die
Schauplätze in Mexiko und Schweden nicht geläufig waren, ich anderer-
seits mit den Landessitten nicht vertraut war, mich nur schwer in
meine schwedischen Protagonisten hineinversetzen konnte, von Archäolo-
gie keine Ahnung hatte und über das vorherige Jahrhundert im Allgemei-
nen auch nicht viel wusste. Eine elendslange Zeit, die ich mit Recher-
chen verbrachte, lag vor mir, bis die Story endlich fertig war, so
dass sie von einem Magazin veröffentlicht werden konnte.

Auf der anderen Seite gibt es Geschichten wie "Virus" oder "Wir vom
Sicherheitsdienst", die mir locker von der Hand gehen. Warum? Der
Protagonist von "Virus" ist ein Schriftsteller, der an seinen Werken
in einer Dachkammer schreibt, die meinem eigenen Arbeitszimmer nicht
unähnlich ist. Noch dazu spielt die Geschichte im Wien der Gegenwart,
und ich sah während des Schreibens alles bildlich vor meinem geistigen
Auge: die Umgebung, die Gedanken und Gefühle des Protagonisten. Ich
brauchte meine Eindrücke nur noch zu Papier zu bringen bzw. in den PC
zu tippen.

Bei "Wir vom Sicherheitsdienst" erging es mir ähnlich. Hier wurden die
Büros eines Konzerns und der Arbeitsalltag einiger Angestellten
beschrieben, den ich tagtäglich selbst im Büro erlebe. Das alles ist
mir vertraut, deshalb schreibt es sich leichter darüber.

Bevor sich ein Schriftsteller also mit seiner ersten Kurzgeschichte
herumquält, die auf einem fernen Planeten, inmitten einer fremden
Kultur angesiedelt ist, sollte er seinen "Heimvorteil" nutzen und über
etwas ihm Bekanntes schreiben. Es gibt Millionen SF-Ideen, die im Hier
und Jetzt spielen könnten. Eine Story darüber, dass der eigene Nachbar
in einem modernen Hochhaus ein Alien ist, wirkt mitunter spannender
als eine Verfolgungsjagd mit Cthul-VII-Raumjägern auf dem Planeten
Zgorc, weil es dem Autor besser gelingt, die selbst erlebte klaustro-
phobische Paranoia innerhalb eines Wohnblocks rüberzubringen, als die
Schilderung dessen, wie es ist, wild um sich ballernd in einem Raum-
kreuzer zu hocken.


          Rückblende oder linearer Aufbau?

Ich kann nicht empfehlen, wie man eine Story effektiv aufbauen sollte,
ich kann nur darüber schreiben, wie ich sie nicht aufbauen würde. Und
zwar: mit Rückblenden!

Früher war ich davon überzeugt, dass eine Geschichte unbedingt eine
Rückblende braucht. Dadurch wirkt sie dichter, komplexer, spannender,
interessanter ... mit einem Wort: genialer! Dass dem nicht so war,
erfuhr ich mit meiner SF-Story "Das Motel", die von zahlreichen
Magazinen abgelehnt worden war. Die Geschichte beginnt in der Bar
eines Motels, an dessen Theke der Protagonist sich einen Tequila
Sunrise genehmigt. In einer Rückblende erfährt der Leser, wie der Held
inmitten einer verregneten Nacht eine Autopanne hatte und das Motel
erreichte. Nach der Rückblende wird die Story im Motel fortgesetzt.

Vor allem waren es zwei Gründe, die zu einer Ablehnung der Story
führten: Die Rückblende sei zu lang, und die Rückblende sei zu lang-
weilig! In dem Moment, da sich der Leser bereits Seite an Seite mit
dem Protagonisten im Motel an der Bar befindet, möchte er zeitlich
nicht mehr zurückkehren und in einem Auto auf einer verregneten Straße
dahinbrettern. Der Leser möchte wissen, wie die Handlung in dem Motel
weitergeht.

Also nahm ich die Rückblende raus, kürzte sie und stellte sie an den
Beginn der Geschichte ... und Peng! Sie wurde veröffentlicht. Ähnlich
erging es mir mit einer zweiten Geschichte. In "Seikersdorf Genetic
Industries" besucht eine Journalistin ein genetisches Labor. Während
des Rundgangs ließ ich sie darüber nachdenken, wie es dazu kam, dass
sie durch die Gänge des Laborkomplexes schleicht. Die Geschichte
holperte, sie war nicht rund und las sich nicht flüssig, weil der
Leser mit zwei schweren Stilbrüchen (vor und nach der Rückblende) aus
der Handlung gerissen wurde. Also nahm ich auch hier die Rückblende
raus, schrieb sie um und stellte sie an den Beginn der Story ... und
Peng!

Warum waren beide Stories vorher nicht auch Peng? Dafür gibt es viele
Gründe, der Wichtigste aber ist, dass der Leser zielorientiert liest.
Ihn interessiert, was als Nächstes passieren wird, und nicht, was
zuvor passiert ist. Wenn ein Autor also seine Geschichte linear
erzählt, wird der Leser tiefer und tiefer in die Handlung gezogen,
ohne herausgerissen zu werden.

Immer funktioniert der Trick mit dem Voranstellen der Rückblende
natürlich nicht. Zuvor wurde schon erwähnt, dass eine Story mit einer
packenden Schilderung beginnen sollte. Ist die Rückblende jedoch
langweiliges Gesülze, eignet sie sich keineswegs für den Beginn einer
Story. Was also tun in einem solchen Fall? Entweder:
- die Rückblende umschreiben und sie mit einem Knaller beginnen lassen
oder
- sie ganz weglassen und die dadurch fehlenden Informationen dem Leser
Stück für Stück an anderer Stelle innerhalb der Story mitteilen.

Auch sollten kurze Rückschauen innerhalb des Textes vermieden werden,
wie:

"Bevor er in die Polizeiwachstube stolperte, war er mit der Waffe in
der Hand durch die Straßen gelaufen, hatte einen Hot Dog an der
Imbissbude hinunter geschlungen und war anschließend mit den geklauten
Wagen aus der Stadt gefahren, zuvor hatte er jedoch noch einen Ab-
schiedsbrief im Postkasten hinterlassen, den Mary erst dann finden
würde, wenn sie ..."

Kennen Sie sich noch aus? Ich nicht! Für den Leser ist es viel klarer
und nachvollziehbarer, wenn eine Geschichte linear erzählt wird.
Natürlich gibt es manchmal Gründe, weshalb man eine Rückblende einfü-
gen muss, jedoch eine Rückblende nur um der Rückblende wegen einzu-
flechten, ist definitiv der falsche Weg.


          In die Erzählperspektive eintauchen

Seitdem ich bemerkt habe, dass mir von anderen Autoren vor allem jene
Romane und Kurzgeschichten ausgesprochen gut gefallen, in denen
Charaktere geschildert werden, in die ich mich problemlos hineinver-
setzen kann, ist für mich eines klar geworden: Wenn es mir gelingt,
einen interessanten Charakter zu kreieren, und es mir außerdem ge-
lingt, die Geschichte stilistisch so zu erzählen, dass der Leser
mühelos in die Erzählperspektive des Protagonisten schlüpfen kann, ist
die halbe Schlacht gewonnen. Dann braucht es nur noch eine spannende
Handlung, und wir haben die perfekte Story entworfen. Aber wie den
Leser in die Erzählperspektive eintauchen lassen?

Folgendes Beispiel: Wie sieht der Protagonist aus? Eine Problemstel-
lung, die sich bei Ich-Erzählungen immer schwierig gestaltet. In einer
alten Version meiner SF-Kurzgeschichte "Ecke 57th Street" löste ich
die Frage noch so:

"Im Spiegel betrachtete ich meinen dürren, ausgemergelten Körper."

Der Satz wirkt plump, er wird teilnahmslos ausgesprochen. Der Leser
merkt nicht die Emotionen, die der Ich-Erzähler bei der Betrachtung
seines eigenen Spiegelbildes empfindet. In der überarbeiteten Fassung
hieß es dann:

"Mein Gott! Täuschte der Spiegel, verzerrte er die Dimensionen, oder
war es tatsächlich mein dürrer, ausgemergelter Körper, der mir gegenü-
berstand?"

Die neue Version wirkt nicht so distanziert und sachlich kühl wie die
erste, weil sich die schockierten Gedanken des Protagonisten hinzumi-
schen.

Ein anderes Beispiel: Wie wirken Geräusche auf den Protagonisten? In
einer alten Version meiner Novelle "Der fünfte Erzengel" hieß es noch:

"Lohmann hielt inne, als er Wagenräder über den Kies knirschen hörte."

Aber die ständigen Wiederholungen von "er hörte" und "er sah" ermüden
rasch. Außerdem muss das ohnehin aus der Erzählperspektive klar
werden, ohne dass man es ausdrücklich betont. In der überarbeiteten
Version hieß es dann nur noch:

"Lohmann hielt inne, als Wagenräder über den Kies knirschten."

Wie formuliere ich Gedanken des Ich-Erzählers?

"Wahrscheinlich war er doppelt so alt wie ich, dachte ich."

Es ist ohnehin klar, dass der Ich-Erzähler das denkt, wer sollte es
denn sonst? Das "dachte ich" kann daher ersatzlos gestrichen werden.

Wie formuliere ich Gedanken des Protagonisten, wenn es sich um keine
Ich-Erzählung handelt? Einfacher Trick: kursiv setzen! Allerdings darf
bei kursiv gesetzten Gedanken die Erzählperspektive nicht gewechselt
werden, da sich der Leser ansonsten nicht mehr auskennt, wer was
denkt. Generell sollte nur aus der Sicht einer Person erzählt, zumin-
dest aber nicht innerhalb einer Szene gewechselt werden.

Eine interessante Entdeckung machte ich, als ich eine meiner älteren
SF-Geschichten wieder einmal las, und zwar zu einem Zeitpunkt, da ich
den genauen Inhalt und meine Formulierungen von damals längst verges-
sen hatte. Der Spannungsaufbau der SF-Story "Major Conklin und die
letzte Nacht der Titanic" war nicht so schlecht wie befürchtet, doch
wirkten die Charaktere der Geschichte allesamt blass auf mich. Ich
wusste nicht, wie sie aussahen, was sie dachten, wie sie sich fühlten
... und plötzlich stieß ich auf folgenden Absatz:

"Der Dielenboden knarrte.
’Das Schiff macht eine unruhige Fahrt’, rief der junge Steward, der
sich grinsend mit einem Sektkübel an Rickman vorbeischob.
Rickman schluckte seine Antwort hinunter und stolperte weiter durch
den Gang. Selbst heute hatte er seine Kindheitsängste vor hohem
Seegang nicht unter Kontrolle. Die Deckenbeleuchtung begann zu fla-
ckern ..."

Schlagartig wusste ich ein Detail über diesen einen Charakter, ein
kurz angedeutetes Kindheitserlebnis. Das führte mich dieser Person
näher, ich konnte Rickman, wenn auch nur minimal, einer Schublade
zuordnen, mich besser mit ihm identifizieren. Dieses winzige Detail
machte mir den Charakter sympathisch, er war mir nicht mehr so
"scheißegal" wie die anderen, deren Tod mich nicht im geringsten
berührt hätte.

Vielleicht hört es sich wie ein Widerspruch an: Einerseits soll man
Erinnerungen und Kindheitserlebnisse schildern, damit der Leser Zugang
zu den Charakteren bekommt, anderseits soll man, wie vorhin beschrie-
ben, Rückblenden vermeiden. Tatsächlich handelt es sich dabei um
keinen Widerspruch. Es kommt nur darauf an, die Erlebnisse kurz
einfließen zu lassen, in einem Gedanken, einem flüchtigen Erlebnis
darzulegen, ohne die Handlung zu unterbrechen und das Thema in einem
zehn Seiten langen Kapitel auszuwalzen.


          Häufige Stilfehler und Stilschlamperei

Die folgenden Beispiele sind älteren Versionen meiner Manuskripte
entnommen, die von Lektoren, Herausgebern und Autorenkollegen und -
kolleginnen korrigiert wurden. Ohne ihre Hilfe würde ich heute immer
noch in einem fürchterlich grässlichen Stil schreiben, und meine
Manuskripte müssten ohne mit der Wimper zu zucken durch den Pa-
pierschredder gejagt werden, um die Nachwelt davor zu schützen. Zwar
kann ich immer noch nicht behaupten, dass mein Stil gut, geschweige
denn perfekt sei ... doch arbeite ich daran. Es ist nun einmal so,
dass der eigene Stil durch regelmäßiges Schreiben und Überarbeiten
verbessert wird, und dieser Prozess hört wahrscheinlich niemals auf.
Nur schreibend wird man Schreibender! An dieser Stelle ein herzliches
Dankeschön an Klaus N. Frick, Boris Koch, Renate Niedermaier, Gabi
Neumayer, Silke Rosenbüchler und Malte S. Sembten, die ihren scho-
nungslosen Kommentar zu meinen Texten abgaben.

Hier einige Beispiele:
- "Für einen kurzen Augenblick"
Es gibt keinen langen Augenblick, da ein Augenblick nun einmal kurz
ist - somit ist es überflüssig, ausdrücklich zu betonen, dass man
einen kurzen Augenblick meint.

- "Aus den Augenwinkeln bemerkte er Myra."
Gibt es Myra zweimal? Eine kommt von links und eine von rechts? Wohl
kaum. Viel wahrscheinlicher ist es, dass er Myra aus dem Augenwinkel
bemerkte.

- "Claus hob fragend die Achseln und zuckte mit den Schultern."
Ist Claus ein Alien? Nein? Dann ist es umgekehrt anatomisch korrekt:
Jemand zuckt mit den Achseln und hebt und senkt die Schultern.

- "Ich knipste das Autoradio aus."
Normalerweise knipsen wir das Licht aus, und Radios werden ausgeschal-
ten.

- "Das Ticken der Uhr und das Pochen meiner Schläfen schienen mittler-
weile im gleichen Takt zu schlagen."
Schlagen tut das Herz, aber sicher nicht das Ticken und das Pochen,
denn das sind Geräusche, die bei diversen Schlägen entstehen.

- Erich hatte sich erst vor wenigen Stunden aus dem Bett erhoben und
hatte noch Kopfschmerzen vom Vortag."
Hat Erich nicht viel eher Kopfschmerzen von seiner Sauftour am Vortag?
Wäre es nicht korrekter, wenn Erich jeden Tag neue Kopfschmerzen
bevorzugte, anstatt die alten vom Vortag aufzubrauchen?

- "Er gab seinem jüngsten Sohn ein hübsches Geburtstagsgeschenk."
Der Satz wäre grundsätzlich nicht falsch, doch "jüngster Sohn" deutet
auf mindestens drei Söhne hin. Der Satz ist aber insofern falsch, weil
es in dieser Story nur ein Geschwisterpaar gibt. "Seinem jüngeren
Sohn" wäre daher richtig.

- "[...] Becher, aus denen sichtbar der Dampf heißer Milch aufsteigt."
Sichtbar müsste gestrichen werden, weil Dampf an und für sich sichtbar
ist. Unsichtbaren Dampf gibt es ja nicht, zumindest nicht in einem
Kakaobecher.

- "Seine Haltung erinnerte an einen Buckligen, der auf Jahrmärkten
kleine Kinder erschreckt."
Gibt es denn große Kinder? "Klein" kann also ersatzlos gestrichen
werden.

- "Der grauhaarige Mann, der in einen dunklen Anzug gekleidet war."
Der komplizierte Satzbau kann durch einen knappen und flüssigeren
ersetzt werden: "Der grauhaarige Mann im dunklen Anzug."

- "Er blinzelte wie ein Maulwurf."
Maulwürfe sind blind und können nicht blinzeln.

- "Ich konnte mir nicht zusammenreimen, was geschehen war, doch ich
musste so müde gewesen sein, dass ich [...]"
Vertauscht man nach dem Beistrich die Wörter "ich" und "musste", liest
sich der Satz flüssiger.


          Das richtige Wort, der passende Ausdruck

Heute wissen wir, dass das Verwenden zahlreicher Eigenschaftswörter
die Phantasie des Lesers keineswegs beflügelt, im Gegenteil sogar
einschränkt. Verwenden wir noch dazu schwache, abgedroschene Adjektive
wie "groß, dünn, klein, dick, hoch, schön, gut" oder "schnell" anstel-
le ausdruckstarker wie "monströs, hager, winzig, pummelig, kolossal,
bezaubernd" oder "rasant", dann ist es vorbei mit der Vorstellungs-
kraft des Lesers.

Wenn man schon Adjektive verwenden möchte, um die Geschichte aufzumot-
zen, dann sollte man sie zumindest an der richtigen Stelle platzieren.
Anstelle von: "Edgar warf sein rotes Klapprad in die Wiese" könnte der
Satz so formuliert werden: "Edgar warf sein Klapprad achtlos in die
Wiese."

Wichtig ist nicht, ob das Rad nun rot, grün oder blau ist, sondern wie
Edgar das Fahrrad in die Wiese wirft. Das verrät zweierlei: erstens
mehr über Edgars Charakter, dadurch, wie er mit seinem Eigentum
umgeht, und zweitens mehr über seine derzeitige Gemütsverfassung.

Gehen wir einen Schritt weiter und lassen das Adjektiv "achtlos" ganz
weg, ohne dass der Satz dadurch an Informationsgehalt verliert, dann
könnte er so lauten: "Edgar schleuderte sein Klapprad in die Wiese."

Es gibt Hunderte Beispiele, wie man anstelle eines mit einem Adjektiv
aufgemotzten schwachen Hauptworts ein ausdruckstarkes Hauptwort
verwendet. Hier nur einige:
- "der hohe, schwarze Hut" - besser: "der Zylinder"
- "das kleine, zickige Mädchen" - besser: "die Göre"
- "das lange, schwarze Auto" - besser: "die Limousine"
Gleiches gilt für Zeitwörter (Verben):
- "Sie sprach leise." - besser: "Sie wisperte."
- "Er drückte fester zu." - besser: "Er umklammerte."
- "Er lächelte verschmitzt." - besser: "Er grinste."

Lässt man Adjektive weg, wird der Stil knapp. Jedoch muss man an-
schließend am Wortschatz arbeiten, um nichts vom Informationsgehalt
des Textes zu verlieren. Im Englischen gibt es den aktiven und den
passiven Wortschatz: Wie auf einer Einbahn gelangen die Worte vom Ohr
in das Unterbewusstein, aber nicht vom Unterbewusstsein zum Mund
hinaus. Man versteht zwar alles, kann aber selbst so wenig sagen, weil
die Worte im passiven Wortschatz schlummern. Ähnlich ist es im Deut-
schen auch. Zwar verstehen wir eine komprimiert und atmosphärisch
dicht geschilderte Textstelle aus Hermann Hesses "Narziss und Gold-
mund", doch können wir nicht so ohne weiteres einen derartigen Text zu
Papier bringen. Warum gelingt es uns nicht, uns so pointiert wie Hesse
auszudrücken? Weil unser aktiver Wortschatz erst trainiert werden
muss. Wie erreichen wir es also, in einem Text banale Worte wie
"sprechen, drücken, lächeln, Hut, Auto" und "Mädchen" zu vermeiden und
durch Ausdrücke wie "grinsen, wispern, umklammern, Göre, Limousine"
und "Zylinder" zu ersetzen?


          Wörterquellen

Meine Ideen schöpfe ich aus folgenden drei Quellen:

In WinWord gibt es die Funktion des Thesaurus, die ich gerne verwende,
weil sie praktisch ist und schnell geht. Darin findet man nicht nur
Synonyme, sondern auch Antonyme, gegensätzliche Ausdrücke, die mir
helfen, an meinem Wortschatz zu feilen.

Finde ich dort nicht den passenden Begriff, muss ich mich vom PC-Tisch
erheben, zum Wandverbau meines Arbeitszimmers stapfen und meine beiden
Synonymwörterbücher aus dem Regal hervorkramen und so lange darin
blättern, bis ich das entsprechende Wort entdeckt habe. Von Hemingway
wissen wir, dass er oft tagelang nach dem richtigen Wort gesucht hat.
Also nicht die Geduld verlieren, wenn einem der richtige Begriff auf
der Zunge liegt und nicht einfallen will!

Aufmerksam lese ich die Texte gewisser Autorenkollegen, weil sich
dadurch vieles lernen lässt. Beispielsweise verwendet Eberhard Mayr in
seinem nur achtseitigen Text "Die Haushaltsmaschine" folgende Begrif-
fe: "thronte, gelenkige, mündeten, blankpolierte, imaginäre, neckisch,
zierte, mahnte, zerknautschte, markierte, zerwühlte, stöberte, taxier-
te, glotzte, rattern, eitel, zerbersten, rasselnd, einseifen, absprit-
zen, abwischen, fönen, desinfizieren, abschrubben, abbürsten, strotz-
te, offerieren, fauchen, shampoonieren, einflechten, kreischen,
protestieren, faltenlos, zentriert, drapieren, adrett, getrauen,
lokalisieren" und "portionieren". Allesamt Wörter, auf die wir so
schnell in keinem anderen Text stoßen werden.

Auch Michael Marrak und Malte S. Sembten sind wortgewaltige Autoren
der modernen Phantastik. Beispielsweise habe ich bisher nur in Texten
dieser beiden Schriftsteller das Adjektiv "geckenhaft" entdecken
können. Wie es scheint, möchte niemand anderer dieses Wort verwenden,
obwohl es doch so viel ausdrückt.

Bei aller Liebe, schwache Wörter durch ausdruckstarke zu ersetzen,
sollte man es aber nicht übertreiben und die Personen seiner Handlung
abwechselnd ächzen, wispern, zischen, flüstern, rumoren, brummen,
grölen oder murmeln lassen, sondern ein Verb verwenden, das sowohl der
Situation als auch dem Charakter angemessen ist. Also nicht um des
bloßen Wortschatzes Willen seltene Ausdrücke in den Text quetschen!


          Typische Wortwiederholungen

Darüber hinaus lauert noch eine zweite Gefahr auf uns: Als Autor
entwickelt man im Lauf der Zeit eine Vorliebe für gewisse Wörter, die
man - wahrscheinlich unbewusst - ständig verwendet und dadurch über-
strapaziert. Von selbst kommt man wahrscheinlich nicht drauf. Zumin-
dest war es bei mir so, dass mich mein "wise reader" darauf aufmerksam
machen musste, dass in meinen Stories bedenklich oft das Wort "Korri-
dor" vorkam. Mit der Suchfunktion wollte ich diese Anschuldigung
widerlegen. Doch Mist! Er hatte Recht! Korridor ist zwar ein verdammt
tolles Wort, das mir super gefällt, doch sieht das der Leser auch so,
wenn auf zwanzig Seiten elfmal das Wort "Korridor" vorkommt und kein
einziges Mal "Gang"? Wohl kaum!

Nachdem die österreichische SF-Autorin Silke Rosenbüchler meinen
Kurzgeschichtenband "Der fünfte Erzengel" gelesen hatte, mailte sie
mir unter anderem folgenden Kommentar:

"Das Wort ’krächzte’ würde ich an deiner Stelle für die nächsten fünf
Jahre aus meinem Wortschatz streichen. Ich fürchte, fast in jeder
deiner Geschichten wird zumindest einmal gekrächzt, dadurch werden
alle Charaktere irgendwie über einen Kamm geschoren."

Es ist ein schmaler Grat: nicht blass und ausdruckslos zu schreiben,
sondern originell zu formulieren, es auf der anderen Seite aber nicht
zu übertreiben und schlussendlich seine Lieblingsworte nicht zu
strapazieren.

[Im nächsten Tempest folgt der zweite Teil dieses Artikels. Unter
anderem geht es dann darum: wie man bildhaft schreibt; wie man den
Leser etwas sehen lässt, was man ihm gar nicht zeigt; wie man effektiv
streicht.]

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Andreas Gruber, Jahrgang 68, schreibt neben seinem Beruf als Control-
ler Sciencefiction-Storys für ANDROMEDA, FANTASIA, SOLAR-X, ALIEN
CONTACT und Anthologien des AARACHNE-Verlags. 2000 wurde er mit zwei
SF-Storys für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert. Kürzlich erschien: Der
fünfte Erzengel, 9 Horror-Stories (Edition Medusenblut). Kontakt:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.myworld.privateweb.at/gruber.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                                    (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                  "SelbstVerlag" von Andreas Mäckler
                 besprochen von Ramona Roth-Berghofer

"Das eigene Buch erfolgreich vermarkten", so lautet der Untertitel von
Andreas Mäcklers "SelbstVerlag", das als Book on Demand vor kurzem in
erster Auflage erschienen ist.

Ich muss zugeben, dass mich das Einstiegskapitel "Wie verkauft man
Wissen mit Gewinn?" aufgrund seines Inhaltes und sehr persönlichen
Stils zu Beginn etwas befremdet hat. Da stehen auf der einen Seite die
an der Armutsgrenze lebenden, ausgebeuteten Autoren und auf der
anderen Seite die erbarmunglosen Verleger, die Bücher in allererster
Linie nur "zum eigenen Gewinn" verkaufen wollen. So interessant diese
Überlegungen auch sind, so wenig haben sie auf den ersten Blick mit
der Kapitelüberschrift "Wie verkauft man Wissen mit Gewinn?" zu tun.

Weiter geht es in diesem Kapitel mit der Vanity Press, Selbstkosten-
und Dissertationsverlagen und wie man professionell auf diese Buch-
branche reagieren kann, besonders wenn es darum geht, eine Doktorar-
beit möglichst preisgünstig zu veröffentlichen. Eines wird nach diesem
Kapitel jedenfalls klar: Selten ist es der Autor selbst, der sein
Wissen mit Gewinn verkauft.

Ab Kapitel 2 geht Andreas Mäckler dann auf den Selbstverlag ein, vom
zweifelhaften Image des Selbstverlegens, das - gerade in der Sachbuch-
branche - so zweifelhaft gar nicht ist, über die Textformen wie
Kurzgeschichten, Lyrik, Memoiren, Romane, Ratgeber, Regionalia bis hin
zu Finanzierung, Gewerbeanmeldung,  Buchherstellung, Vertrieb und
Verkauf, Werbung und PR. Und hier bietet Andreas Mäcklers "SelbstVer-
lag" in der Tat Informationen in Hülle und Fülle. Im Kapitel "Die
Herstellung" geht es um Ausstattung, Format, Auflage und Preisspiegel
anhand von ausführlichen Unterkapiteln wie "Kalkulation" (Lektorat,
Grafik, Bildrechte, Satz, Reprodukion, Druck, Bindung), "Layout"
(Grundlayout, Seitenaufbau, Satz, Reproduktionsvorlagen) und "Papier,
Druck, Bindung" (Papiersorten, Buchdruck, Offsetdruck, Printing on
Demand, Buchlagerung). Die Kapitel "Independent - Der Selbstverlag",
"Die Finanzen", "Das Manuskript", "Vertrieb und Verkauf" und "Werbung
und PR" sind nicht weniger ausführlich.

Ein ausführlicher Literaturhinweis nach jedem Kapitel und eine umfang-
reiche Adressliste der wichtigsten Institutionen und Organisationen in
Sachen Buch und Kultur machen "SelbstVerlag" außerdem zu einem inte-
ressanten Nachschlagewerk.

Andreas Mäckler: "SelbstVerlag", 1999, 176 Seiten, 38 DM, Sequenz
Medien Produktion


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BUCHBESPRECHUNG:
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                                    (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

                 "Mein erstes Stück" von Roger A. Hall
                     besprochen von Gabi Neumayer

Wer anfängt zu schreiben, tut das wohl am ehesten mit einem Gedicht,
einer Kurzgeschichte oder auch (bei besonders großem Elan und Selbst-
bewusstsein) mit einem Roman - aber kaum jemand beginnt mit einem
Theaterstück. Noch mehr als das Drehbuch schreckt es die Unerfahrenen,
auch wenn sie vielleicht gern einmal einen Schritt in Richtung Theater
tun würden.

Mit dem Lehrbuch von Roger A. Hall verliert der Weg zum ersten Thea-
terstück seine Schrecken. Hall hat selbst viele Theaterstücke ge-
schrieben, hat Regie geführt und sogar selbst auf der Bühne gestanden.
Seit etwa zwanzig Jahren gibt er Schreibseminare, und in dieser Zeit
hat er eine wirkungsvolle Methode des Unterrichtens entwickelt. In
diesem Buch lernt man sein Verfahren kennen und kann - sofern man die
Übung in jedem Kapitel macht - das Buch wie einen Schreibkurs verwen-
den.

Was ist das Besondere an seiner Methode? Seine Erfahrungen als Lehrer
haben ihm gezeigt, dass die üblichen Schreibbücher viel zu spät
ansetzen. Denn dort wird in der Regel vorausgesetzt, "dass der Schrei-
ber bereits die Fähigkeit besitzt, eine relativ komplexe Idee für ein
Stück zu erfinden und nun nur noch ein paar Arbeitsschritte oder ein
paar Grundzüge über den Aufbau eines Dramas kennen lernen muss, um
diese Idee umzusetzen". Nach Hall ist das ein Trugschluss (der für
SchreibanfängerInnen viele Schreibbücher nutzlos macht), und so bietet
seine Methode die Möglichkeit, die Idee für ein Stück nach und nach
wachsen zu lassen und gleichzeitig mit den verschiedenen Bausteinen zu
experimentieren - und zwar mit einem nach dem anderen.

Zentral ist nach Hall die Handlung eines Stücks. In der ersten Übung
schreibt man eine Szene - noch ganz ohne Dialog. Danach geht es um den
direkten Konflikt, dann um die Charaktere, den Dialog, einen Konflikt
mit drei Charakteren, Schreiben nach Vorlage, die Erweiterung der
Fähigkeiten - und dann natürlich: um das erste Stück. Ein kleines
Kapitel beschäftigt sich auch mit der Vermarktung, aber es ist zum
einen recht kurz ausgefallen, zum anderen leider vom Verlag nicht auf
den deutschen Markt übertragen worden.

Der Lehrgang selbst ist fabelhaft: klar aufgebaut, sehr anschaulich
und nachvollziehbar (mit vielen Beispielen aus Halls Seminaren), mit
klugen, aufeinander aufbauenden Übungen. Die vielen Beispiele von
Halls StudentInnen mit Halls Analysen sind besonders hilfreich und
zeigen immer sehr deutlich, worum es geht.

Dies ist eines der wenigen wirklich erstklassigen Schreibbücher, das
die Schreibwilligen dort abholt, wo sie sind, und mit dem man sich
nach und nach, einen Schritt nach dem anderen die wichtigsten Fertig-
keiten des Theaterstückeschreibens aneignen kann. Für zukünftige
TheaterautorInnen unverzichtbar - für alle anderen AutorInnen eben-
falls sehr zu empfehlen!

Roger A. Hall: "Mein erstes Stück", 2000, 292 Seiten, 25 DM, Zweitau-
sendeins


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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  Dark Fantasy: Martin Knöpper
                                   mailto:darkfantasy at autorenforum punkt de
  Drehbuch: Christian Lück
                                mailto:drehbuchdoktor at autorenforum punkt de
  Fantasy: Stefanie Bense
                                       mailto:fantasy at autorenforum punkt de
  Historischer Roman: Titus Müller
                            mailto:historischer.roman at autorenforum punkt de
  Kinderbuch: Gabi Neumayer
                                    mailto:kinderbuch at autorenforum punkt de
  Lyrik: Titus Müller
                                         mailto:lyrik at autorenforum punkt de
  Krimi: Monika Niehaus-Osterloh
                                 mailto:krimiexpertin at autorenforum punkt de
  Kriminalistik: Reiner M. Sowa
                                   mailto:kriminalist at autorenforum punkt de
  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
                                      mailto:sachbuch at autorenforum punkt de
  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
                                     mailto:med.psych at autorenforum punkt de
  Schreibgruppen: Ute Hacker
                                mailto:schreibgruppen at autorenforum punkt de
  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                                      mailto:sf-autor at autorenforum punkt de
  Übersetzung: Barbara Slawig
                                 mailto:uebersetzerin at autorenforum punkt de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                                  mailto:verlagswesen at autorenforum punkt de



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FRAG DIE FANTASY-EXPERTIN:
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                      Stefanie Bense (mailto:fantasy at autorenforum punkt de)

Frage:
Der Grund dieser E-Mail ist meine zunehmende Frustration mit den
deutschen Verlagen. Ich schreibe an einem zweibändigen Buch im Fanta-
sybereich. Die Handlung spielt in einer Welt, die als Rahmen an
Tolkiens Mittelerde erinnern mag, aber die Charaktere und die gesamte
Handlung haben mit dem "Herrn der Ringe" nichts zu tun.

Es erscheint unmöglich, im Fantasybereich als unbekannter neuer Autor
einen Verlag zu finden! Dabei sind die Rückmeldungen vonseiten mancher
Lektoren (z. B. bei Goldmann) durchaus positiv, nur die Verlage selber
nehmen offensichtlich so gut wie nur mehr Lizenzen von großen und
bekannten Schriftstellern. Der Hobbyautor bleibt dabei auf der Stre-
cke.

Ich möchte Sie daher um Tipps bitten, wie man einen Verlag findet!


Antwort:
Ihren (verständlichen) Frust sollten Sie versuchen umzuwandeln in
Energie und Durchsetzungsvermögen. Wenn man nicht für eine "Nische"
oder ein spezielles Publikum schreibt, ist es in deutschen Landen
schwierig, sein literarisches Produkt zu verkaufen. Und das ist genau
das, was Sie tun müssen: Ihr Werk als Produkt, als Ware begreifen, die
Sie den Verlagen anbieten. Wenn es wirklich gut ist, wird das Buch
seinen Weg machen.

Sie sollten sich nicht als "Hobbyautor" sehen, sondern als literari-
scher Profi, der etwas anzubieten hat. Wenn Sie nicht professionell
auftreten (dazu gibt es bei www.autorenforum.de jede Menge Tipps und
Buchtipps), wird kaum ein Verlag Interesse aufbringen oder sich die
Mühe machen, Ihr Werk zu lesen. Sicher hat es ein "Neuling" in der
Fantasy-Sparte oft schwer, aber es werden stets gute Bücher gesucht.

Ich rate Ihnen, sich mit Kurzgeschichten in Phantastik-Zeitschriften,
mit Wettbewerbsteilnahmen einen Namen zu machen und Kontakte zu
knüpfen, z. B. über Fantasy-Kurse, auf Cons u. a. Veranstaltungen.
Dann lässt sich auch ein Roman leichter verkaufen.

Oder wenden Sie sich an kleinere Verlage, die nicht so mit Manuskrip-
ten zugeschüttet werden (z. B. Argument/Ariadne). Fragen Sie vorher
an, ob Interesse besteht und was eingesandt werden sollte (Exposé und
Leseprobe oder das gesamte Manuskript). Sprechen Sie mit den Lektoren,
aber bleiben Sie höflich und sachlich. Lassen Sie Ihren Frust nicht an
diesen Leuten aus.

Falls Sie Zweifel an der Eignung Ihres Werkes haben, suchen Sie den
Austausch mit anderen Schreibenden, oder holen Sie sich professionelle
Hilfe, z. B. bei einem "book doctor". Angebote dazu finden Sie eben-
falls im Tempest, und auch in Verlagslektoraten kann man Ihnen bei der
Suche helfen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense, Jahrgang 1960, lebt und arbeitet in Hannover, gibt
Schreibkurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an
ihrem ersten Roman. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
hannover.de.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN, BUCHHANDEL & MARKETING:
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                    Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at autorenforum punkt de)

Frage:
Ein Exposé, wie für Romane schon öfter beschrieben, lässt sich nicht
ohne weiteres auf Kurzgeschichten übertragen. Gibt es für Schreiber
von Kurzgeschichten ähnliche Tipps, Regeln usw.? Wird bei Kurzge-
schichten ebenfalls Rückporto erwartet? Bei wenigen Seiten bereitet
eine Rücksendung schließlich mehr Kosten als ein Neudruck. Was gibt es
sonst noch im Umgang mit Verlagen bei dieser Art Literatur zu beach-
ten?


Antwort:
Ein Exposé lohnt sich nur dann, wenn es sich in einem Bruchteil der
Zeit lesen lässt, die der Lektor für das ganze Manuskript gebraucht
hätte. Also eigentlich erst ab einem Kurzroman aufwärts. Bei Kurzge-
schichten würde ich stattdessen Szenario, Kernbotschaft oder Storyan-
satz in ein, zwei Sätzen umreißen. Nicht mehr.

Wenn eine Rücksendung der Manuskripte nicht erforderlich ist, sollte
der Lektor das dem Anschreiben und den Manuskripten entnehmen können.
Dann ist auch kein Rückporto erforderlich. - Diese Handhabung stammt
noch aus der Zeit, als Manuskriptkopien an sich schon Arbeit bedeute-
ten: Weitere mühsame Stunden mit Durchschlagspapier an der Schreibma-
schine zu vermeiden war das Rückporto allemal wert. Angesichts heuti-
ger Drucker- und Kopiertechnologien sind Rücksendungen eigentlich
nutzlos geworden. Zumal der nächste Lektor saubere, unverknitterte
Manuskripte erwartet!
__________

Frage:
Ich habe eine Frage zum Thema "Rechte von Dritten": Ich habe die
Arbeiten an meinem ersten Roman beendet und erwähne darin auch den
"Belagerungszustand" von Albert Camus und die Namen aktueller engli-
scher Fußballspieler. Wie sieht es da mit den Rechten aus? Verletze
ich da die Rechte, wenn ich z. B. aus dem "Belagerungszustand" zitiere
oder die Namen erwähne? Muss alles geändert werden?

Antwort:
Einzelne Zitate aus Werken Dritter stellen kein Problem dar, solange
sie nur einen Bezug herstellen und nicht Selbstzweck sind. Wer bei-
spielsweise ein Fachbuch komplett nur aus Zitaten zusammenstellt, kann
stattdessen fest mit einer Abmahnung rechnen. Eine strikte Grenze oder
Orientierung, wie viel Zitat erlaubt ist, gibt es allerdings nicht.

Wenn real existierende Personen oder Firmen in einem Text auftauchen,
berührt dies grundsätzlich die Persönlichkeitsrechte. D.h. genauso
wenig wie ich das freche Urlaubsfoto, das ich von meinem Nachbarn am
FKK-Strand geschossen habe, ohne seine Einwilligung veröffentlichen
lassen darf, darf ich einfach Personen in Geschichten einweben.

Allerdings stellen sich dabei zwei Fragen, die dieses Verbot relati-
vieren:
- Ist die Person eindeutig erkennbar? Es gibt vermutlich Tausende Hans
Meyers in Deutschland, trotzdem darf eine Romanfigur so heißen. Nicht
erlaubt ist allerdings, wenn man anhand der Beschreibung des Ro-
man-Hans-Meyers einen realen Hans Meyer erkennen kann.
- Ist die Person eine "Person des öffentlichen Lebens"? Normalerweise
genießt jeder Mensch in Deutschland Privatsphäre. Doch es gibt Ausnah-
men: Christoph Daum oder Stefan Raab zum Beispiel. Sie sind Teil des
öffentlichen Lebens und haben somit nur eingeschränktes Anrecht auf
Persönlichkeitsrechte. Wie weit diese Einschränkungen gehen, sprich:
Was man alles über diese beiden erfinden und behaupten darf, steht auf
einem anderen Blatt. Im Zweifel entscheidet der verhandelnde Richter.

Inwieweit die Namen englischer Fußballspieler zulässig sind, hängt
damit von der Art ab, wie sie verwendet werden.
__________

Frage:
Als Hobbyautor, der nun Kurzgeschichten an div. Verlage senden möchte,
meine Frage: Wie sollten die einzelnen Seiten am besten gebündelt
werden: nur lose mit einer Büroklammer in eine Plastikhülle? Lochen
und auf einen Hering stecken? Oder anders?

Antwort:
Ich habe immer Klemmmappen bevorzugt, weil die Seiten problemlos
herausgenommen werden können und auch beim Lesen nicht geknickt werden
müssen. Wichtig ist, dass nicht fest gebunden wird!  Abgesehen davon
sind alle "Verpackungen" geeignet, die optisch ein bisschen was her
machen: ordentlich und sauber daherkommen. Ein Textangebot ist wie
eine Bewerbung für einen Job - also bitte die gleiche Sorgsamkeit
walten lassen!

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Björn Jagnow, gelernter Verlagskaufmann, Buchhändler und Verlagsfach-
wirt (Marketing). Als Autor im Bereich Belletristik (Fantasy, Science-
fiction, Horror) und Verlagswesen, Buchhandel, Marketing hat er u. a.
bei Heyne, Bastei-Lübbe und in "c’t magazin für computertechnik"
veröffentlicht. Nähere Information zu seinem neuesten Buch, "Marketing
für Autoren":
http://www.bjoernjagnow.de/fachtexte/buch/autorenmarketing.html.
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