Ausgabe 2-4 (20. April 2000)

Vorstellung
     "Die 42erAutoren"
     "Äon"
Leserbriefe
Marketingideen
     "Tipps von Leserinnen"
Autorenwissen
     "Drehbuchautoren - verzweifelt gesucht" von Monika Fischer
Schreibkurs
     "Dialog - Teil 3" von Ramona Roth-Berghofer
Buchbesprechung
     "Das Wort zum Mord"
     besprochen von Gabi Neumayer
     "Ratgeber Freie. Kunst und Medien"
     besprochen von Sandra Neumayer
Erfahrungsbericht
     "Ein Wochenende mit zehn KrimiautorInnen" von
     Kirsten Nutto
Sprache
     "Der Apostroph" von Gabi Neumayer
Frag die Expertin fürs Übersetzen
     (Barbara Slawig)
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

schön, dass wir immer mehr von euch hören! Seien es Marketingideen
(darüber bin ich besonders froh!), Vorstellungen von Schreibprojekten,
Fragen an die Expertinnen und Experten oder Leserbriefe - der "Tem-
pest" gewinnt ungemein durch eure Beteiligung.

Erinnern möchte ich noch einmal an den Echoservice, der bisher kaum
von euch genutzt wird: Wer einen Co-Autor sucht, als Illustratorin mit
einem Autor zusammenarbeiten möchte, fachlichen Austausch bei kniffli-
ger Recherche braucht und und und ... kann sich jederzeit mit einem
kurzen Gesuch für den Echoservie an uns wenden
(mailto:redaktion at autorenforum punkt de).

Dankbar ist die Redaktion auch für Hinweise auf interessante Artikel,
die euch in anderen Publikationen oder im Internet auffallen. Wir sind
immer auf der Suche nach guten Autorinnen und Autoren, die wir für den
"Tempest" gewinnen können.

Eine große Bitte: Gern könnt ihr natürlich Aufrufe, die hier veröf-
fentlicht werden, weiterleiten und -verwenden. Aber übernehmt die
Texte bitte genau so, wie sie hier stehen! Der Anlass für diesen
Hinweis: Eine Inserentin wurde kürzlich mit Massen von Manuskripten
überschüttet (meist übrigens ohne Rückporto - gerade bei nicht kommer-
zielle Publikationen ist das nicht sehr fair ...). Ihr Aufruf war
unvollständig übernommen worden, so dass der größte Teil der Texte
überhaupt nicht in das Konzept der Publikation passte ... Viel kosten-
und zeitraubende Arbeit war die Folge, worüber sich die Inserentin zu
Recht geärgert hat.

Solltest ihr also einen Aufruf nicht wörtlich übernehmen wollen -
setzt euch auf jeden Fall vorher mit den InserentInnen in Verbindung,
um Kürzungen abzusprechen!

Aber nun zum heutigen "Tempest". Das erwartet euch unter anderem:
- Der Dialogschreibkurs (von vielen beim letzten Mal schmerzlich
vermisst) wird heute mit dem dritten Teil abgeschlossen.
- Ein Bericht über ein Schreibwerkstatt- und Lesungswochenende zeigt,
wie man eine solche Veranstaltung effektiv und publikumswirksam
organisieren und gestalten kann.
- Wer Drehbücher schreiben will, bekommt wertvolle Hinweise in der
Rubrik "Autorenwissen".

Und natürlich gibt es wieder Buchbesprechungen, Ausschreibungen und
Termine, Sprach- und Expertentipps, Schreibprojekte stellen sich vor
... Viel Spaß beim Lesen!
  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

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ISSN 1439-4669   Copyright 2000 autorenforum.de. Copyright- und
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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   INHALT DIESER AUSGABE:
      Editorial
      Inserate
      Offerte
      Termine
      Ausschreibungen
      Vorstellung
           "Die 42erAutoren"
           "Äon"
      Leserbriefe
      Marketingideen
           "Tipps von Leserinnen"
      Autorenwissen
           "Drehbuchautoren - verzweifelt gesucht" von Monika Fischer
      Schreibkurs
           "Dialog - Teil 3" von Ramona Roth-Berghofer
      Buchbesprechung
            "Das Wort zum Mord"
            besprochen von Gabi Neumayer
            "Ratgeber Freie. Kunst und Medien"
            besprochen von Sandra Neumayer
      Erfahrungsbericht
            "Ein Wochenende mit zehn KrimiautorInnen" von
            Kirsten Nutto
      Sprache
            "Der Apostroph" von Gabi Neumayer
      Frag die Expertin fürs Übersetzen
            (Barbara Slawig)
      Impressum


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INSERATE:
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Schönes Seminar-/Ferienhaus für ca. 10 Personen (Selbstversorger) in
der Vulkaneifel frei.

Tel.: (02 02) 2 42 22 89
Fax: (02 02) 2 42 22 95

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Autorentreffen am 01.10.2000!

Workshops mit Andreas Eschbach ("Die Haarteppichknüpfer",
"Jesus Video" u. a., Platz 4 der Bastei-Lübbe-Bestseller) und
Sandra Uschtrin ("Handbuch für Autorinnen und Autoren"). Jetzt mit
Frühbucher-Rabbat anmelden!

Programmübersicht: http://www.write.de.

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MASKENBALL - Zeitschrift für Literatur! Wir veröffentlichen monatlich
20 bis 40 AutorenInnen. Essays, Texte, Gedichte und Kurzgeschichten.

Aktuelle Ausgabe 3 DM + 1,50 DM Porto / Jahresbezug (12 Ausgaben) 60
DM inkl. Versand.

Bezug: Maskenball, c/o Jens Neuling, Postfach 12 61, 63514 Rodenbach

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BY INFERNO’S LIGHT - Dominion-Zine (Deep Space Nine) sucht noch
Kurzgeschichten (2-10 Seiten), Gedichte, Sachartikel, Humorvolles,
Zeichnungen und sonstige Beiträge (auch Beiträge von Föderierten zur
Dominion-Thematik werden gerne gesehen). Zusendungen bitte per Disket-
te im Format TXT oder DOC (Word 6.0/95).

Unter der angegebenen Kontaktadresse könnt ihr auch eine Informations-
broschüre über "By Inferno’s Light" anfordern. (Bei postalischen
Anfragen jedoch bitte nicht das Rückporto von 1,10 DM vergessen!)

Kontakt: Curtis Nike, Postfach 61 02 30, D-10923 Berlin, Tel./Fax: (0
30) 69 50 99 13.


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OFFERTE: "EINFÜHRUNG INS DREHBUCHSCHREIBEN"
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autorenforum.de veranstaltet weitere Drehbuchseminare. Christian Lück,
Drehbuchdoktor und Autor verschiedener Spielfilm- und Kurzfilmproduk-
tionen, bietet seine Einführung ins Drehbuchschreiben erneut an.

Termin:
12. bis 14. Mai in Ulm

Weitere Informationen gibt es unter der Rubrik OFFERTEN auf unserer
Website.


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TERMINE:
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    (siehe http://autorenforum.de/links/termine/index.html)

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4. Juli 2000, 21:00 Uhr
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In der Sendung "Radio Art" auf SWR 2 wird ein Bericht über Kunst und
Kultur der Gothik-Szene ausgestrahlt. Im Rahmen dieser Sendung werden
sieben Künstler vorgestellt. Unter anderem werden Gedichte von Curtis
Nike und ein Interview mit ihr ausgestrahlt. Wer mehr über die
Gothik-Szene und die Dichterin Curtis Nike erfahren möchte, ist
herzlich zum Reinhören eingeladen.

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AUSSCHREIBUNGEN:
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    (siehe http://autorenforum.de/links/termine/index.html)
                (Quellen: Westfälisches Literaturbüro,
               Fischer Taschenbuch Verlag, Uschtrin.de)

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2. Mai 2000
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GEORG-K.-GLASER-PREIS
Zusammen mit dem Südwestrundfunk (SWR) vergibt das Ministerium für
Kultur, Jugend, Familie und Frauen auf Vorschlag einer Jury jährlich
den mit 12 000 DM (Förderpreis: 3 000 DM) dotierten Georg-K.-Glaser-
Preis. Nächster Einsendeschluss ist der 2. Mai 2000. Der Preis wird
erstmals ohne einen Mottobezug ausgeschrieben. Zugelassen sind alle
literarischen Gattungen (Prosa, Lyrik, Szene, Essay etc.). Einzusenden
ist ein unveröffentlichter abgeschlossener Text in deutscher Sprache
von maximal 10 Schreibmaschinenseiten zu je 30 Zeilen mit biobiblio-
grafischen Angaben. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren,
die in Rheinland-Pfalz geboren sind, im Land leben oder durch ihr
literarisches Schaffen mit dem kulturellen Leben des Landes eng
verbunden sind. Kontakt: Ministerium für Bildung und Kultur, Dr. S.
Gauch, Postfach 3220, 55022 Mainz.

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15. Mai 2000
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HATTINGER FÖRDERPREIS
Im Rahmen der 10. Hattinger Literaturtage (25. August - 24. September
2000) der KUBISCHU (Kultur- und Bildungskooperative Schulenburg
Hattingen e.V.) werden Förderpreise an junge Autorinnen oder Autoren
vergeben. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen oder Autoren, die im
Jahr 2000 zwischen 16 und 25 Jahre alt sind. Sie können für eine
öffentliche Lesung literarische Texte jeder Art in deutscher Sprache
einreichen (Umfang bis maximal 5 DIN-A-4 Seiten bei 1 1/2-zeiliger
Schreibweise, einseitig maschinengeschriebene Form, 1 Exemplar,
ungeheftet, nicht Überschreiten).

Der Preis besteht aus einer von der KUBISCHU organisierten und bezahl-
ten Lesung der beiden Preisträger im Frühjahr 2001. Einsendeschluss
ist der 15. Mai 2000. Eine Eingangsbestätigung erfolgt nur auf beson-
deren Wunsch mit Rückporto, doch erhalten alle Einsender nach Ab-
schluss der Juryauswertung im Juni eine Mitteilung. Eine Rücksendung
der Texte erfolgt nur auf Wunsch und mit beigelegtem Rückporto.
Weitere Infos und Kontakt: KUBISCHU, Postfach 800523, 45505 Hattingen.

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1. Juni 2000
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LITERATUR ZUR ZEIT
Die Literaturzeitschrift "Konzepte" - 1985 gegründet und seit zwei
Jahren pausierend - lebt mit neuer Redaktion wieder auf. Für die
Herbstausgabe 19/2000 werden unveröffentlichte Texte ohne Themenbin-
dung gesucht - Prosa, Lyrik, Essay, Drama oder Hörspielauszug. Einsen-
deschluss ist der 1. Juni 2000. Die bislang vom Bundesverband junger
Autoren finanzierte Zeitschrift bemüht sich, Honorare zu zahlen. In
jedem Fall gibt es zehn kostenfreie Belegexemplare. Kontakt: Konzepte,
Postfach 11 11 15, 76061 Karlsruhe.

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15. Juni 2000
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SCHÜLER SCHREIBEN
Im Auftrag des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft, Forschung
und Technologie sowie im Zusammenwirken mit den Kultusministerien der
Länder, der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e. V., dem
Bundesverband der Friedrich-Bädecker-Kreise e. V. und dem Arbeitskreis
für Jugendliteratur e. V. veranstaltet die Berliner Festspiele GmbH
den bundesweiten Wettbewerb "Schüler schreiben" mit dem "Treffen
Junger Autoren" in Berlin. Mitmachen können alle ab 10 Jahren, die zur
Schule gehen oder in der Berufsausbildung (außer Studium) stehen.

Eingereicht werden können Gedichte, Geschichten, Dramatisches, Satire
oder Parodien, Märchen, Sciencefiction, Reportagen, Nonsens oder ganz
anderes zu Themen wie Liebe, Schule, Hass, alltägliche Gewalt und und
und.

Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen: Berliner Festspiele
GmbH, Treffen Junger Autoren, Budapester Str. 50, 10787 Berlin, Tel.
(0 30) 2 54 89-2 13.

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15. Juni 2000
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DRAMENWETTBEWERB DER AKADEMIE GRAZ
Die Akademie Graz schreibt in Zusammenarbeit mit der Direktion des
Grazer Schauspielhauses einen Dramenwettbewerb für Autorinnen und
Autoren jeder Staatsangehörigkeit bis zum 35. Lebensjahr (Geburtsdatum
ab dem 1.1.1965) aus. Er ist mit insgesamt 100 000 ÖS dotiert.

Die ausgewählten Stücke sollen in Leseaufführungen und/oder in szeni-
scher Interpretation auf der Probebühne des Schauspielhauses präsen-
tiert werden. Die preisgekrönten AutorInnen werden je nach Notwendig-
keit von der Dramaturgie des Grazer Schauspielhauses zu Gesprächen
über die Bearbeitung ihrer Stücke eingeladen.

Einzureichen sind bisher nicht veröffentlichte, in deutscher Sprache
abgefasste, abendfüllende Theaterstücke zum Thema "UTOPIE 2000".

Die Stücke sind anonym in vierfacher Ausfertigung mit dem Kennwort
DRAMA 2000 an die unten genannte Adresse zu schicken.  Beizulegen ist
ein verschlossenes Kuvert, in dem der Titel des Stücks, Name, An-
schrift und eventuell Telefonnummer der Autorin/des Autors und eine
Ablichtung eines Personalausweises (z. B. Führerschein oder Pass)
enthalten sein müssen.

Einsendungen an: AKADEMIE GRAZ, Kennwort "DRAMA 2000", Albrechtgas-
se7/II, A-8010 Graz, Tel. (00 43/3 16) 83 79 85-16, Fax: (00 43/3 16)
83 79 85-17.

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15. Juni 2000
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4. MÜNSTERANER LITERATURMEISTERSCHAFT
Das Büro für intermediale Kunst TRANSIT e. V. schreibt die 4. Münste-
raner Literatur-Meisterschaft 2000 aus. Autorinnen und Autoren, die
zum Münsterland einen biografischen Bezug haben (Geburts-,Wohn- oder
Studienort), können sich mit Texten bewerben, die eine Gesamtvortrags-
länge von fünf Minuten nicht überschreiten dürfen. Die Autorinnen und
Autoren, die zu dieser Veranstaltung eingeladen werden, erhalten ein
Startgeld in Höhe von 200 DM. Der Preis für den Gewinner/die Gewinne-
rin ist mit 2 000 DM dotiert. Außerdem erhält der Literaturmeister den
Wanderpokal. Der 2. Platz ist mit 500 DM dotiert, der 3. Platz mit 300
DM.

Einsendungen und weitere Informationen: 4. Münsteraner Literaturmeis-
terschaft 2000, Lektorat, Frank Lingnau, Rudolfstr. 8, 48145 Münster.

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30. Juni 2000
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HERNER FÖRDERPREIS FÜR SATIRISCHE LITERATUR 2000
Der Preis wird in zweijährigem Rhythmus - erstmals im Jahr 1998 -
ausgeschrieben.  Er ist mit einem Gesamtbetrag von 10 000 DM dotiert
und soll nach Möglichkeit in einer Summe vergeben werden. Über die
Preisvergabe entscheidet, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eine
fünfköpfige Jury anhand der zum Wettbewerb eingesandten und codierten
Texte. Teilnahmberechtigt sind Autorinnen und Autoren aus Nordrhein-
Westfalen (Hauptwohnsitz), die bereits veröffentlicht haben (z. B. in
Büchern, Zeitschriften, Zeitungen, Hörfunk, TV).

Einsendungen und Anfragen sind zu richten an die Stadt Herne, Kultur-
amt, "Stichwort", Berliner Platz 11, 44623 Herne, Tel. (0 23 23) 16-23
71, Frau Renate Lansiedel.

Einsendeschluss ist der 30. Juni 2000. Die Preisverleihung findet am
21. Oktober 2000 statt.

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30. Juni 2000
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LITERATURPREIS RUHRGEBIET 2000
Der Kommunalverband Ruhrgebiet und das Literaturbüro NRW-Ruhrgebiet
schreiben zum 15. Mal den "Literaturpreis Ruhrgebiet" aus (mit 15 000
DM Hauptpreis, 2 x 5 000 Förderpreis dotiert). Mit dem Hauptpreis wird
ein/e Schriftsteller/in für das Gesamtwerk ausgezeichnet. Verlage,
Buchhandlungen, Bibliotheken, Kulturbehörden, der Kommunalverband
Ruhrgebiet, der Verband Deutscher Schriftsteller in NRW, Literaturbü-
ros und Einzelpersonen können Vorschläge für die Kandidaten bis zum
30. Juni 2000 einreichen. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Die
zwei Förderpreise werden an den literarischen Nachwuchs vergeben. Eine
Eigenbewerbung ist hierfür erforderlich. Die Förderpreise 2000 werden
zum Thema "Liebe - Leib - Leistung" ausgeschrieben.

Detaillierte Wettbewerbsunterlagen können angefordert werden bei:
Literaturbüro NRW-Ruhrgebiet e. V., Friedrich-Ebert-Str. 8, 45956
Gladbeck, Tel. (0 20 43) 99 26 44.

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30. Juni 2000
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BÜCHERGILDE ESSAY-PREIS
Ist der Wohlfahrtsstaat passé, Sozialpartnerschaft ein alter Hut? Muss
sich die Bundesrepublik zur Deutschland AG mausern? Oder gibt es
Alternativen? Die Büchergilde Gutenberg sucht im Rahmen eines Essay-
Wettbewerbs unkonventionelle Antworten - "denn noch immer sind die
Utopisten von heute die Realisten von morgen gewesen". Der beste
Beitrag wird mit 5 000 DM prämiert. Eine Auswahl der interessantesten
Einsendungen soll in der Reihe "Zeitkritik" erscheinen.

Einsendeschluss ist der 30. Juni 2000. Ausschreibungsunterlagen bei:
Büchergilde Gutenberg, Heike Guderjahn, Postfach 160165, 60064 Frank-
furt/Main, Tel.: (0 69) 27 39 08-41, www. büchergilde.de.

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1. Juli 2000
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MARTHA-SAALFELD-FÖRDERPREIS
Vier Martha-Saalfeld-Förderpreise in Höhe von insgesamt 24 000 DM
werden auch in diesem Jahr wieder von der Ministerin für Kultur,
Jugend, Familie und Frauen, Dr. Rose Götte vergeben. Die mit je 6 000
DM dotierten Preise sollen ein im Entstehen begriffenes Werk fördern
und sind an die Stelle bisheriger Arbeitsstipendien getreten. Teilnah-
meberechtigt sind Autorinnen und Autoren, die in Rheinland-Pfalz
geboren sind, im Land leben oder durch ihr literarisches Schaffen mit
dem kulturellen Leben in Rheinland-Pfalz eng verbunden sind. Eine Jury
beurteilt die Einsendungen, die bis zum 1. Juli 2000 an das Literatur-
referat des Ministeriums (Mittlere Bleiche 61, 55116 Mainz) zu senden
sind.

Der Bewerbung sind eine Beschreibung des in Arbeit befindlichen
Projektes, ein Auszug daraus von 15 bis 20 Schreibmaschinenseiten und
eine ausführliche Biobibliografie beizufügen.

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15. Juli 2000
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INTERNET-LITERATURWETTBEWERB
Der Fischer Taschenbuch Verlag veranstaltet einen Literaturwettbewerb
der besonderen Art "im Internet". Unter dem Titel "Love Love Love"
wird zum Valentinstag 2001 (14. Februar) ein Band mit Kurzgeschichten
erscheinen rund um das Thema "Liebe auf den ersten Blick". Das Lekto-
rat wird die schönsten Geschichten unter allen Einsendungen auswählen,
die bis 15. Juli via E-Mail im Frankfurter Verlagshaus eintreffen. Die
Adresse lautet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Weitere Informationen:
www.fischer-tb.de.


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15. Juli 2000
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LITERATURPREIS DER UNIVERSITÄTSSTADT MARBURG UND DES LANDKREISES
MARBURG-BIEDENKOPF
Die Universitätsstadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf
stiften gemeinsam den Literaturpreis der Universitätsstadt Marburg und
des Landkreises Marburg-Biedenkopf zur Förderung der Literatur und
ihrer Verbreitung. Der Preis versteht sich ausdrücklich als Förder-
preis. Gefördert werden sollen bedeutende Autoren oder Übersetzer, die
im literarischen Leben nicht etabliert sind. Die Autoren dürfen nicht
älter als 45 Jahre alt sein. Die Preissumme beträgt insgesamt 30 000
DM. Die Preise sind auf einen Hauptpreis und einen zweiten Preis
beschränkt. Die Preise werden in einer öffentlichen Veranstaltung am
9. Dezember verliehen. Bei der Bewerbung sind folgende Unterlagen
einzureichen:
- ein abgeschlossenes Werk, das einen Eindruck von der literarischen
Arbeit vermittelt oder
- eine kurze Beschreibung eines in Arbeit befindlichen literarischen
Vorhabens (Exposé) mit ausgeführten Beispielen und
 - knappe biografische und bibliografische Angaben.

Es sind keine Dramen, keine Hörspiele und keine Sachliteratur zum
Wettbewerb zugelassen. Einsendeschluss ist der 15. Juli 2000. Die
Manuskripte (keine Originale) sind einzusenden an: Magistrat der
Universitätsstadt Marburg, Kulturamt, Stichwort "Literaturpreis",
Markt 7, 35035 Marburg. Die Unterlagen werden nicht zurückgeschickt.
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16. Oktober 2000
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MARA-CASSENS-PREIS DES LITERATURHAUSES FÜR DEN ERSTEN ROMAN
Auch in diesem Jahr verleiht das Literaturhaus Hamburg den mit 20 000
DM dotierten "Mara Cassens Preis des Literaturhauses für den ersten
Roman". Der eingereichte Text muss der erste Roman einer deutschspra-
chigen Autorin bzw. eines Autors sein, der im Ausschreibungsjahr -
also 2000 - erschienen ist. Die Bezeichnung "Roman" sollte aus dem
Titel des Buches hervorgehen oder vom Verleger bestätigt werden.
Verlage werden gebeten, 17 kostenlose Exemplare (es dürfen auch
Leseexemplare sein) zur Verfügung zu stellen. Einsendeschluss ist der
16. Oktober 2000. Bei Erstlingsromanen, die bereits im Frühjahr/Sommer
2000 erscheinen, wird der Verlag gebeten, die Exemplare so früh wie
möglich einzusenden, damit die Jury mit der Lesearbeit beginnen kann.
Anschrift: Literaturhaus e. V., Schwanenwik 38, 22087 Hamburg, Tel. (0
40)  2 20 00 07, Fax: (0 40) 2 20 66 12.


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VORSTELLUNG:
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 (In dieser Rubrik stellen sich ausgewählte Literaturzeitschriften,
  Literaturbüros, kulturelle Einrichtungen etc. selbst vor.)

"Die 42erAutoren"
von Andreas Schröter

"42" - so lautet die Antwort des Supercomputers "Deep Thought" auf die
Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest in Douglas
Adams’ Kultroman "Per Anhalter durch die Galaxis". 42erAutoren - so
heißt als nicht ganz ernst gemeinte Anlehnung daran ein Autoren-
Verein, dessen Mitglieder sich im Internet kennen gelernt haben.

Seit März präsentiert sich die Gruppe mit einer eigenen Homepage:
http://www.42erAutoren.de. Sie soll in erster Linie eine Schaufenster-
funktion für die beteiligten Autoren, aber auch für die Gemeinschaft
als Ganzes erfüllen. Darüber hinaus finden interessierte Nachwuchsau-
toren in der "Werkstatt" viele Tipps zum Handwerk des Schreibens.
Nützliche Adressen von Agenten und Verlagen sowie Literaturhinweise
auf Standardwerke des Kreativen Schreibens runden das Angebot ab. Die
42erAutoren bringen unter anderem gemeinsame Anthologien heraus,
organisieren Lesungen und präsentieren sich auf den Buchmessen. Bei
allen Aktivitäten ist den Mitgliedern jedoch eines besonders wichtig:
Der Spaß darf nicht zu kurz kommen.

Zu den 42erAutoren gehören derzeit: Ulrike Linnenbrink, die bei
Bastei-Lübbe einige Romane veröffentlicht hat; Frances G. Hill, deren
Fantasy-Roman "Ellorans Traum" im Herbst bei Heyne erscheint; Thomas
Liehr, Gewinner des Playboy-Shortstory-Wettbewerbs 1990; Sabine und
Stefan Lippok, Herausgeber der Kieler Literaturzeitschrift "Wortwahl";
Achim Friker, der mit "Ottokar Viereworm, ich werde Dich nie verges-
sen" ein humoriges Sachbuch zur Rechtschreibreform geschrieben hat,
und Andreas Schröter, Autor eines im Rahmen der Bastei-Serie "Die Ufo-
Akten" erschienenen Buches.


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VORSTELLUNG:
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 (In dieser Rubrik stellen sich ausgewählte Literaturzeitschriften,
  Literaturbüros, kulturelle Einrichtungen etc. selbst vor.)

                             "Das ÄON-Team
                      Ein phantastisches Projekt!"
                            von Curtis Nike

"Ich wünsche mir nichts als ein hohes Schiff und die Sterne über mir.
Dann kannst du den Wind in deinem Rücken spüren und das Rauschen der
See unter dir. Und auch wenn du den Wind weglässt und das Wasser, es
ist das Gleiche. Du hast ein Schiff, du fühlst es, und die Sterne sind
über dir." (James T. Kirk )

Irgendetwas zieht uns hinauf, hinauf zu den Sternen. Es ist eine
Sehnsucht, ein magischer Sog, den die meisten von uns kennen. Ein
nächtlicher Spaziergang unter dem Sternenhimmel lässt uns erschauern
vor der Unendlichkeit des Universums. Unweigerlich fragen wir uns, was
hinter den Sternen liegen mag. Träume steigen auf, Gedanken an fremde
Zivilisationen, unbekannte Planeten, andersartige Kulturen .

Zumindest im Bereich der SF und der Phantastik wird diese Sehnsucht
des Erdenmenschen in den Mittelpunkt gestellt. In Deutschland finden
alljährlich immer mehr und immer größere SF- und Phantastik-Cons
statt, die tausende von BesucherInnen anziehen. Auch die Medien bieten
in Funk und Fernsehen ein breites Angebot, welches mit Serien wie Akte
X sicherlich neue Akzente gesetzt hat. Aber das war nicht immer so.
Obgleich schon in der 50er Jahren (und auch davor, man denke nur an
METROPOLIS!) bemerkenswerte SF-Filme gemacht wurden, so war das Genre
SF und Fantasy vor Star Wars und Star Trek doch eher einem kleinen
Kreis von Fans zugänglich. Diese Fans organisierten sich in Clubs
und/oder anderen Organisationen. Eine dieser Organisationen entstand
1975: das ÄON-Team!

Hier haben sich Menschen, die Interesse an Phantastik, SF und angren-
zenden Themen haben, zusammengefunden. Unter den Mitarbeitern und
Mitarbeiterinnen in diesem engagierten Team befinden sich neben Fans
auch AutorInnen, GraphikerInnen und FilmemacherInnen. Was am Anfang
aussieht wie ein kleiner engagierter Fanclub, hat sich bis heute zu
einem Sprachrohr entwickelt, welches sich für die Szene in bisher
nicht da gewesenen Ausmaßen exponiert.

Neben der Herausgabe von Informationsmagazinen (ÄON-Intern und ÄON-
Magazin) gibt es inzwischen eine TV-Sendung ÄON, welche es sich zur
Aufgabe gemacht hat, die Szene in all ihren Facetten darzustellen.
Neben der Vorstellung von Videofilmen, Kinofilmen und Buchveröffentli-
chungen gehört auch dazu, dass KünstlerInnen aus der Szene ein Forum
geboten wird, sich darzustellen. Dabei ist besonders erfrischend, dass
das ÄON-Magazin auch Leute vorstellt, die ansonsten nicht an eine
größere Öffentlichkeit treten. Neben Interviews mit deutschen SF-
Autoren werden Fanzines, HobbyzeichnerInnen u. a. vorgestellt. Dabei
sind auch Bereiche wie Horror, Mystik oder Dark Erotik vertreten.

Seit 1992 vergibt das ÄON-Magazin einen "Preis für Kreativität", der
an Personen verliehen wird, die sich in den Bereichen Wissenschaft,
SF, Fantasy, Kunst und Film besonders hervorgetan haben. Ein bisschen
schade ist, dass das ÄON-Magazin zur Zeit lediglich über den so
genannten "Offenen Kanal" in verschiedenen Städten läuft. Noch ist es
nicht in ganz Deutschland zu empfangen, aber immer mehr Städte kommen
hinzu (in naher Zukunft beispielsweise Berlin).

Wer jetzt neugierig geworden ist und gerne wissen möchte, wann und wo
ÄON empfangen werden kann, kann sich im Internet informieren. Unter
http://www.datania.com/light-edition/ oder
http://linz.orf.at/gast/light-edition/ könnt ihr nähere Informationen
finden. Es ist auch möglich, die ÄON-Folgen als Videofilm zu kaufen.
Eine Liste der verschiedenen Themen könnt ihr bei der Chefredaktion
anfordern. Aber denkt bitte daran, Rückporto beizulegen! Und - gedul-
det euch etwas mit der Antwort. Das ÄON-Team besteht aus Leuten, die
diese Arbeit neben ihren Berufen machen. Wenn ihr Fragen, Anmerkungen,
Ideen habt, die sich in den Bereichen Phantastik, Sciencefiction u. Ä.
bewegen, so kann ich euch versichern: Beim ÄON-Team hat immer jemand
ein offenes Ohr für euch!

Kontaktanschrift: Gerhard Börnsen, Steinruther Str. 137 58093 HAGEN

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Curtis Nike, Verlegerin, Grafikerin und Rezensentin (Text und Musik)
schreibt und publiziert seit nunmehr 15 Jahren. Neben SF und Phan-
tastik sind ihre Gedichte, Kurzgeschichten und Romane vor allem von
der Kunst der Gothic-Szene, den neuheidnischen Bewegungen und dem
Horror geprägt. Soeben in den Schriften zur Religionswissenschaft von
ihr erschienen: "Die Priesterin im Wicca-Kult". Kontakt: Curtis Nike,
Postfach 61 02 30, 10923 Berlin, Fax: (030) 69 50 99 13 (bitte Rück-
porto nicht vergessen).


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LESERBRIEFE:
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Ich habe gerade die dritte Einsendung zu dem Spinnenheft bekommen,
zwei schöne Kurzgeschichten kamen schon in der ersten Woche, und nun
sind einige Lyriken zum Thema bei mir eingetroffen. Da das für mich
alles neue Autoren sind, wollte ich euch nur noch erzählen, dass ich
begeistert über diese Resonanz auf meinen Aufruf im Tempest (Februar)
bin. Möchte euch ja auch mal ein positives Feedback geben.

Weiterhin viel Spaß beim Tempest und viele Grüße
Linda Budinger

++++++++++

Einfach als Rückmeldung: eine sehr gute Tempest-Ausgabe, die ich mit
viel Interesse gelesen habe. Gerade auch die Rechtschreibtipps. Vielen
Dank.

Frank Fischer


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MARKETINGIDEEN:
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               Gabi Neumayer (mailto:marketing.ideen at autorenforum punkt de)

                      "Tipps von Leserinnen"

:::::::::::::
Jasmin Demetz
:::::::::::::
Die Tipps im Artikel "Huckepack -Werbung für euer Buch"  fand ich sehr
gut.  Hier Tipps von mir.
1. Anschreiben an Verlage
- vorher anrufen, um Ansprechpartner zu haben, für den Briefkopf und
persönlichen Kontakt
- schöne Briefmarken verwenden

2. Networking
- schon bestehende Kontakte nützen
- und neue knüpfen: Autorinnenverbände, Lokalzeitung (eher schwierig),
andere Autorinnen, Leser ...
- selbstbewusst auftreten oder so tun, als ob man selbstbewusst wäre,
nicht zaghaft anklopfen
- wo ich schlechte Erfahrung gemacht habe: in Buchhandlungen Werbezet-
tel bzw. Leseexemplare überreichen
- bei Leseexemplaren an Personen im Kulturbetrieb, Zeitungen usw.
immer vorne "Leseexemplar" reinschreiben, natürlich auch signieren


:::::::::::::
Heike Prassel
:::::::::::::
Eine gute Möglichkeit zur Förderung des Bekanntheitsgrades ist es, für
sein veröffentlichtes Buch Postkarten produzieren zu lassen. Wenn der
Autor jedem seiner Freunde, möglichst über das ganze Land verteilt,
eine Anzahl von Postkarten mit der Bitte zur Verfügung stellt, diese
an weitere Freunde oder Bekannte weiterzuleiten, die wiederum das Buch
dann kaufen sollen (Interesse ist natürlich Voraussetzung), kann er
innerhalb kürzester Zeit erreichen, dass, je nach Auflage der Postkar-
ten, eine Vielzahl an Büchern verkauft werden könnte, was den
Mund-zu-Mund-Propaganda-Effekt verstärkt.



:::::::::::::::
Brigitte Märker
:::::::::::::::
Meine Marketingideen für Kinderbücher: Lesungen in Kindergärten,
Schulen, Buchhandlungen, auf Künstlerfesten, Weihnachtsmärkten.

Der einfachste Weg dorthin: Erst einmal die eigenen Kinder begeistern,
danach die Kinder der Freunde und Nachbarn. Die Eltern aber immer mit
einbeziehen. Wenn sie sehen, dass ihren Kindern die Geschichten
gefallen, werden sie es weitererzählen. Irgendjemand organisiert dann
eine Lesung. Wer seine Bücher selbst verlegt, kann sie auf diesen
Veranstaltungen hervorragend verkaufen. Kündigen Lehrer an, dass sie
das Buch in der Schulbibliothek aufnehmen werden, will plötzlich jeder
ein Exemplar haben. Wer in dieser Beziehung rührig ist, sollte das
unbedingt versuchen.

Das Honorar für die Lesung läuft meistens auf einen Sachpreis hinaus,
Blumenstrauß, Sekt. Man kann auch über eine Bezahlung verhandeln. Ich
habe stattdessen immer darum gebeten, die örtliche Presse einzuladen.
Die Artikel machen sich gut in einem Album, und man hat auch Jahre
später noch etwas, was man rauskramen kann. Tröstet über die Ableh-
nungsschreiben der Verlage hinweg.

Übrigens: Neben der Bestätigung des Publikums bekommt man während der
Lesung auch noch gratis Lehrstunden in Dramaturgie. Kinder sind keine
höflichen Zuhörer, sie zeigen ganz deutlich, ob sie von der Geschichte
gefangen sind oder sich langweilen. Wer nicht viel Übung im Umgang mit
den Kleinen hat, erst einmal Testlesungen zu Hause veranstalten. Ob
diese Aktionen zu einem verlegten Buch führen, liegt vermutlich an
Glück und Hartnäckigkeit. Sicher besteht auch die Möglichkeit, die
Presse, die ja dann weiß, wer man ist, mit einer Veröffentlichung zu
nerven.

Wie auch immer man die Sache aufzieht, auf jeden Fall bekommt man
Zugang zu seinem Publikum und darum geht es ja letztendlich. Damit
sage ich nicht, dass ich nicht veröffentlicht werden möchte, aber
sicher muss ich das gar nicht erwähnen, ist ohnehin klar.


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AUTORENWISSEN:
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                                          (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

                 "Drehbuchautoren - verzweifelt gesucht"
                          von Monika Fischer

Wer bei den Movies und Vorabendserien, die zur Zeit in Kino und TV
laufen, schon mal auf den Gedanken gekommen ist, das Drehbuch dafür
selbst (besser?) schreiben zu können, braucht nicht unbedingt zuvor
ein komplettes Studium zu absolvieren. Lange Studiendauer (acht
Semester), Bewerbungsfristen (nur einmal jährlich) und schwierige
Aufnahmeprüfungen stehen einem großen Bedarf an Drehbuchautoren
gegenüber - gute Ideen sind jetzt gefragt, unabhängig von Alter und
Ausbildung.

Die ultra-angesagte Filmakademie in Ludwigsburg, Tel.: (0 71 41) 96 90
oder www.filmakademie.de, bei der die Absolventen vor lauter Aufträgen
aus der Filmindustrie kaum noch zum Studieren kommen, stellt ihrem
Studium gar noch ein 12-monatiges Praktikum im Medienbereich voran.

Wen es also nicht (mehr) zur Hochschule zieht wie zur DFF Berlin
(Tel.: [0 30] 3 00 90 40 oder www.dffb.de), zur HFF Babelsberg (Tel.:
[03 31] 7 46 90 oder www.hff-potsdam.de) oder zum in Bonn ansässigen
Billy-Wilder-Institute of Film and TV Studies (BWI, Tel.: [02 28] 21
41 68 oder www.billy-wilder-institute.de), das eng mit Grundy UFA
zusammenarbeitet, kann aus einer Vielzahl von Alternativ-Angeboten
wählen: Grund- und Aufbaukurse werden beispielsweise von Drehbuchwerk-
stätten (empfehlenswert: Drehbuchwerkstatt München, Tel.: [0 89] 69 70
81 74 oder www.drehbuchwerkstatt.de), der Schreibschule Köln (Stipen-
dien-Bewerbungsfrist: 15. September 2000, Tel.: [02 11] 92 01 88 11
oder www.filmschule.de) oder der Master School Drehbuch in Babelsberg
(Tel.: [03 31] 7 21 28 86 oder www.filmboard.de) offeriert.

Einsteigern, denen entweder der Preis oder die Hemmschwelle zu hoch
ist, bietet sich auch in Volkshochschulen ein erster guter Ein- und
Überblick. Von derzeit drei Berliner VHS-Kursen (in Mitte, Steglitz
und Tiergarten) sind die Workshops des VHS-Tiergarten (I bis III,
jeweils 82 Mark) am ehesten auf ernsthaft Interessierte zugeschnitten,
die nicht nur zuhören, sondern aktiv ein eigenes Drehbuch entwickeln
wollen. In aufeinander aufbauenden Seminaren vermittelt Carsten
Schneider hohe Qualität zum niedrigen Preis. Doch er warnt vor einem
verfrühten Gang auf den Markt, da die Drehbuch-Gemeinde sehr klein sei
und der Ruf schnell ruiniert. Um sich die Grundlagen anzueignen,
empfiehlt er das Standardwerk von Howard, David/Mabley, Edward:
Drehbuchhandwerk, Emons Verlag, 2. Auflage 1998, 45 Mark.

Für Fortgeschrittene sind die Aufbaukurse der Medien- und Kulturarbeit
(Tel.: [0 40] 39 82 62 82 oder E-Mail: medienundkulturabeit@t-
online.de) entweder in Hamburg (mit Frank Göhre) oder in Berlin
(Detlef Michel) eine sinnvolle Ergänzung (Grundkurs). Für den Weg vom
Exposé zum Treatment (Aufbaukurs I) bewirbt man sich mit einem 6-
seitigen Exposé, das von Leiter und Kursteilnehmern kritisch unter die
Lupe genommen wird. Realistische Marktnähe vermittelt dabei Tamara
Duve, Producerin bei Regina Ziegler Filmproduktion, die zusätzlich die
eingereichten Exposés analysiert und die Anforderungen an ein brauch-
bares Drehbuch nennt:

Eingereicht wird
- ein Exposé (5-6 Seiten)
- Deckblatt (mit Titel, x. Fassung und max. 3 Sätzen Logline mit "..."
am Ende)
- Figurencharakterisierung (je 1/2 Seite) und Zeit/Ort der Handlung
(z. B. "Berlin, heute")
- die ersten 10 Seiten des Drehbuchs (als Beweis, dass man seine Ideen
auch selber umsetzen kann)

Besonderen Wert legt Tamara Duve auf eine mehrschichtige Figurenzeich-
nung, denn: "Die Figur bestimmt die Handlung!" (Literaturtipp: Linda
Seger: Von der Figur zum Charakter, Alexander Verlag, 1999, 44 Mark).

Ins gleiche Horn stößt das jetzt auf Deutsch erscheinende Kultbuch
"Story" von Robert McKee, das in den USA als das Beste gilt, was zum
Thema Drehbuchschreiben existiert (Alexander Verlag, voraussichtlich
Mai 2000, um die 50 Mark).

Aufgrund der höheren kinematographischen Anforderungen wie die Berück-
sichtigung von Leinwandgröße und zahlender Gäste ist ein Kinofilm für
"absolute beginners" in der Regel noch eine Nummer zu groß, daher
bestehen die augenblicklich größten Chancen im Angebot an Fernsehpro-
duzenten. Duve rät von einer Massenstreuung ab und empfiehlt, aufmerk-
sam das TV-Angebot zu studieren und zu recherchieren, welcher Produ-
zent welche Sender bedient, am besten anhand des Jahrbuchs des Münch-
ner Bundesverbands Produktion e. V., Tel.: (0 89) 38 09 14 91 oder
www.bv-produktion.de. Darüber hinaus empfiehlt sie Linda Segers Buch
"Das Geheimnis guter Drehbücher", Christopher Voglers "Odyssee des
Drehbuchschreibers" sowie Sydney Lumets "Filme machen".

Einer der Teilnehmer darf sich übrigens mit einem überarbeiteten RTL-
Actionthriller erneut bei ihr melden. Sehr inspirierend ...

Bequeme, aber teure Betreuung von der ersten Idee bis zur letzten
Drehbuchfassung bietet das von Oliver Schütte mitbegründete Script
House in Berlin, Tel.: (0 30) 28 39 02 46 oder www.scripthouse.de.

Weitere Infos gibt´s unter www.drehbuchforum.de oder beim Verband
Deutscher Drehbuchautoren (VDD), Tel.: (0 30) 2 82 42 05 oder
www.drehbuchautoren.de.
Als Fortsetzung der renommierten Zeitschrift "Plotpoint" kann der
"plotpoint-newsletter" unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bezogen werden.

Und wer jetzt endlich loslegen will, kann entweder unter
www.zdf.de/escript an einem Drehbuch für eine Folge der neuen "Wils-
berg"-Krimiserie mitschreiben oder sich als Storyliner für die RTL-
Serien "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" bei GZ-SZ in Potsdam-Babelsberg
oder für "Unter uns" bei Grundy UFA TV in Hürth bewerben.

Illusionen hinsichtlich des Honorars sollte sich allerdings niemand
(mehr) machen. Im Verlauf des Buy-outs der Privatsender sinken die
Honorare stetig, für einen 90-minütigen TV-Spielfilm werden zur Zeit
nur noch um die 80.000 Mark einmalig gezahlt. Für gut und gern einein-
halb Jahre Arbeit mit vollem Risiko inklusive Recherche, Drehbuch-
schreiben und immer wieder Ändern nicht allzu fürstlich. Bei den
Öffentlich-Rechtlichen ist es sogar nur die Hälfte, aber Wiederholun-
gen werden extra vergütet, was den Kohl letztlich fetter macht.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Monika Fischer lebt als freie Autorin in Berlin und ist Mitglied des
Syndikats und bei den "Sisters in Crime".



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SCHREIBKURS:
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                            (mailto:public.relations at autorenforum punkt de)

                           "Dialog - Teil 3:
          Der Dialog vermittelt ein Gefühl für Raum und Zeit"
                      von Ramona Roth-Berghofer

In den Teilen 1 und 2 dieses Schreibkurses haben wir am Beispiel von
Kirk Mitchells "Backdraft" gesehen, dass der Dialog die Charaktere
beschreibt, dass er durch die Vernetzung der Charaktere Konflikt
heraufbeschwört und dass er das Roman-Geschehen, durch die Wechselwir-
kung mit dem beschreibenden Hintergrund, vermittelt. In Teil 3 werden
wir anhand einiger Beispiele sehen, dass der Dialog  dem Leser auch
ein Gefühl für den Raum und die Zeit gibt, in denen ein Roman spielt.

Wählen wir  als erstes Beispiel wieder einen Auszug aus "Backdraft",
jenem Roman zum Film von Kirk Mitchell, der Anfang der 90er zum Kino-
Ereignis geworden ist:

"Ist es gestattet, an Bord zu kommen?", rief Brian und klopfte mit den
Knöcheln auf das Holz der Leiter.
Stephen sah zu ihm herab, wischte sich mit dem ölverschmierten Arm
über das Gesicht und wandte sich dann wieder seiner Arbeit zu.
Er darf dir deine Angst nicht anmerken, nahm Brian sich vor. Er ging
neben der offenen Maschinenkammer in die Hocke und nahm die verschie-
denen Ölgerüche und Stephens Schweiß in sich auf. Für einen kurzen
Moment glaubte er statt seines Bruders seinen Vater bei der Arbeit zu
sehen.
Musik drang aus der Kombüse. "Was ist das?"
"Buffalo Springfield", antwortete Stephen. Dann schien er selbst
seiner abweisenden Haltung überdrüssig zu werden. "Willst du ein
Bier?"
"Aber immer."
Stephen führte ihn in die Kombüse und den Wohnraum. Ungespülte Teller.
Zerdrückte, leere Bierdosen . Was war geschehen? Stephen hatte immer
eine nervtötende Ordentlichkeit an den  Tag gelegt. "Es gefällt mir,
was du aus dem alten Kahn machst."
"Es geht langsam voran." Stephen warf ihm vom Kühlschrank ein Bier zu.
Es war nicht eben eiskalt.
"Ich dachte, du hättest diese Badewanne verkauft."
"Habe ich auch. War schon alles arrangiert. Dann ist der Kerl in
letzter Minute abgesprungen und verduftet."
Sie schwiegen beide und tauschten kurz einen Blick aus .

Schnell wird hier klar, dass es sich wohl kaum um einen historischen
Roman oder ein Weltraum-Epos handelt. Dialog und beschreibender
Hintergrund (Maschinenkammer, Ölgeruch, Kahn, Countrymusik  .) zeigen
hier durch die Wortwahl, durch Sprachmuster und - rhythmus, dass wir
es eher mit einer Geschichte zu tun haben, die in der Gegenwart oder
nahen Vergangenheit spielt. Brian besucht seinen Bruder Stephen auf
dessen Boot, das der Bruder gerade repariert. Im Hintergrund laufende
Musik wird erwähnt, die Kombüse gezeigt und der Wohnraum, mit unge-
spülten Tellern, zerdrückten Bierdosen etc. Das Gespräch zwischen den
beiden Brüdern würde von seinen Wörtern und seinem Muster gut irgendwo
in die 80er oder 90er Jahre hineinpassen:

"Ist es gestattet, an Bord zu kommen?"
"Willst du ein Bier?"
"Was ist das?"
"Buffalo Springfield." (Countrymusik)
"Es gefällt mir, was du aus dem alten Kahn machst."

Ganz gewiss hat der Leser es hier nicht mit Richard Löwenherz oder
Luke Skywalker zu tun, eher mit einem Roman, der nur wenige Jahre in
der Vergangenheit oder Zukunft spielt (hier Psycho- und Katastrophen-
Thriller).

Wählen wir als Nächstes einen Auszug aus Umberto Ecos furiosem histo-
rischem Kriminalroman "Der Name der Rose":

"Was machen wir jetzt?", fragte ich [Adson von Melk] William.
"Jetzt kümmern wir uns wieder um unsere Mordfälle."
"Meister", sagte ich, "heute sind folgenschwere Dinge geschehen von
großem Gewicht für die Christenheit, und Eure Mission ist gescheitert.
Und doch seid Ihr offenbar mehr an der Aufklärung dieser Mordfälle
interessiert als am Konflikt zwischen Kaiser und Papst."
"Narren und Kinder sagen die Wahrheit. Ja, Adson, du hast Recht, und
ich will dir auch sagen, warum. Als kaiserlicher Ratgeber bin ich wohl
nicht so gut wie mein Freund Marsilius, aber als Inquisitor bin ich
der Bessere. Besser sogar als Bernhard, Gott vergebe mir. Denn Bernard
will gar nicht unbedingt den wahren Schuldigen finden, er will nur den
Angeklagten brennen sehen. Mir dagegen macht es Freude, ein richtig
schön verwickeltes Knäuel zu entwirren. Hinzu kommt, dass ich in einem
Moment, da ich als Philosoph bezweifle, ob die Welt eine Ordnung hat,
einen gewissen Trost darin finde, wenn schon nicht eine Ordnung, so
doch wenigstens ein paar Zusammenhänge zwischen den Angelegenheiten
der Welt zu entdecken. Und schließlich gibt es vielleicht noch einen
tieferen Grund: In dieser Geschichte geht es womöglich um Dinge, die
größer und bedeutsamer sind als der Streit zwischen Kaiser und Papst
."
"Aber das ist doch bloß eine Geschichte von Hader und Zwietracht
zwischen recht untugendhaften Mönchen!", rief ich verblüfft.
"Um ein verbotenes Buch, Adson, um ein verbotenes Buch!"

Wortwahl, Sprachrhythmus und -muster unterscheiden sich hier sehr von
unserem ersten Beispiel. Allein schon die gewählte Sprache, die
Erzählweise entwickelt vor den Augen des Lesers eine ganz andere
Atmosphäre. Die Anrede erfolgt in der dritten Person, die ganze
Ausdrucksweise ist von mehr geschichtlichem  Charakter,  ganz zu
schweigen davon, dass der Leser von "folgenschweren Dingen von großem
Gewicht für die Christenheit" erfährt, vom "Konflikt zwischen Kaiser
und Papst", von Angeklagten, die, ob schuldig oder nicht, ein gewisser
Bernhard gerne brennen sehen will.

Eindeutig haben wir es hier mit einem historischen Roman zu tun, der
im späten Mittelalter angesiedelt ist. Und da es hier auch noch um die
Aufklärung von Mordfällen geht, die Zwietracht zwischen untugendhaften
Mönchen, handelt es sich letztendlich sogar um einen historischen
Kriminalroman bzw. eine historische Detektivgeschichte.

Und da wir schon einmal im Historischen sind, hier noch ein Auszug aus
Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick", der sehr schön zeigt,
wie ein Dialekt die Wirkung eines Dialogs verstärken kann:

Polizist: "Hier kommt jeder ran, wenn er dran is."
Wilhelm Voigt: "Verzeihnse, is hier Zimmer neun?"
Polizist: "Könnense nicht lesen? Setzense sich hin."
Voigt: "Nee, pardong, Herr Wachtmeister, ick mechte nu erst wissen, ob
ick hier auch richtig bin, er hat jesagt, probiernse’s mal in Zimmer
neun, aber wenn et nu wieder nicht stimmt - wenn dat nu wieder nicht
zuständig is -"

Wählen wir unser letztes Beispiel aus Arthur C. Clarkes "2001 - Odysee
im Weltraum":

"Weißt du, wo der Fehler steckt?", fragte Bowman.
"Nein, ich kann ihn nicht lokalisieren. Aber er scheint im Aggregat
AE-35 zu liegen.
"Was schlägst du vor?"
"Am besten wäre es, das Aggregat auszuwechseln, damit wir es überprü-
fen können."
"Okay. Sehen wir uns den Plan an."
Das gewünschte Bild erschien auf dem Schirm; gleichzeitig glitt aus
einem darunterliegenden Schlitz eine Fotokopie. Trotz aller elektroni-
schen Ablesemöglichkeiten gab es immer noch Momente, in denen eine
gute, altmodische, technische Zeichnung die praktischste Form der
Wiedergabe war.
Bowman warf einen Blick auf die Diagramme, dann stieß er einen Pfiff
aus. "Das bedeutet, dass einer das Schiff verlassen muss", sagte er.
"Das hättest du uns sagen können."
"Tut mir leid", erwiderte HAL. "Ich nahm an, ihr wusstet, dass sich AE
35 außen bei der Antenne befindet."
"Ich wusste es wahrscheinlich - vor einem Jahr. Denn wir haben immer-
hin achttausend Schaltsysteme an Bord. Die Arbeit scheint nicht
schwierig zu sein. Man muss nur die Deckplatte aufschrauben und ein
Ersatzaggregat einsetzen."
"In Ordnung", sagte Poole, der bestimmt war, Außenreparaturen auszu-
führen. "Ich kann einen Tapetenwechsel gut gebrauchen."
"Mal sehen, ob die Bodenkontrolle einverstanden ist", sagte Bowman.

Begriffe wie Aggregat, elektronische Ablesemöglichkeiten, Schaltsyste-
me oder Außenreparatur und Bodenkontrolle sind kaum der Wortschatz,
aus dem ein historischer Roman gestrickt wird. Auch wenn der Dialog
vom Sprachrhythmus und -muster her ebenso gut in der Jetztzeit auf der
Erde spielen könnte, legt diese spezielle Wortwahl das Genre doch
eindeutig als Sciencefiction fest.

Der Dialog ist also auch ein wichtiges Instrument, um das Umfeld, den
Raum und  die Zeit, in der eine Geschichte spielt, zu beschreiben und
dadurch für den Leser sichtbar zu machen.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                                   (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

       Anja Kemmerzell/Else Laudan (Hrsg.): "Das Wort zum Mord"
                     besprochen von Gabi Neumayer

Dieses Arbeits- und Lesebuch geht in zahlreichen Beiträgen den ver-
schiedenen Aspekten des Krimischreibens auf den Grund. Es wendet sich
ausdrücklich an SchreibanfängerInnen - hält aber auch für Erfahrene
eine Menge Tipps, Tricks und Übungen bereit.

Die beiden Herausgeberinnen haben für dieses Buch zahlreiche Autorin-
nen und auch Lektorinnen gewinnen können, darunter beispielsweise Val
McDermid und Katherine C. Forrest. Sie haben sich unter anderem mit
diesen Themen beschäftigt: Milieu, Krimi-Personal (Haupt- und Nebenfi-
guren), Plot, Spannung, Erzählperspektive, Dialog, Sprache, besondere
Kniffe. Auch was nach dem Schreiben kommt, wird nicht ausgespart. So
geben Sylvia Englert (ihren Ratgeber "So finden Sie einen Verlag für
Ihr Manuskript" haben wir im Tempest 2-1 vorgestellt) und Petra
Hermanns Tipps für das Anbieten eines Manuskripts und für die Ver-
tragsverhandlungen. Bemerkenswert ist auch, dass der Sprache im Krimi
Platz eingeräumt wird: Bremswörter, Verben, Aktiv oder Passiv, sinn-
volle Absätze - ein solches Kapitel fehlt paradoxerweise in den
meisten anderen Ratgebern zum Schreiben.

Ob falsche Fährten, "Hooks", Subtexte, Verdächtigenkreise oder exoti-
sche Schauplätze: Hier findet man praktische Tipps und Beispiele zu
allen Themen, die KrimiautorInnen interessieren. Die Darstellung ist
ausgesprochen praxisorientiert: Checklisten, Fragenkataloge, Übungen -
mit diesem Buch kann man sofort arbeiten. Sehr hilfreich sind auch die
Anmerkungen aus Sicht des Lektorats: Hier erfährt man, womit man
LektorInnen todsicher in den Wahnsinn treibt ...

Im Anhang finden sich weiterführende Literatur, Internetadressen,
Krimiverlage - und auch der Ariadne-Fragebogen. Er ist durchaus
umstritten; trotzdem ist es spannend nachzulesen, welche Kriterien die
Redaktion bei der Manuskriptauswahl anlegt.

Dieses Buch ist randvoll mit praktischen Anregungen, und - auch wenn
sich der eine oder andere Hinweis einmal wiederholt und nicht jedes
Thema erschöpfend behandelt werden kann - ein gelungenes Arbeitsbuch
für alle, die Krimis schreiben wollen.

Anja Kemmerzell/Else Laudan (Hrsg.): Das Wort zum Mord. Wie schreibe
ich einen Krimi?, 1999, 144 Seiten, 24,80 DM, Argument Verlag, ISBN 3-
88-619-717-4.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                                  (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

          Goetz Buchholz: "Ratgeber Freie. Kunst und Medien"
                    besprochen von Sandra Neumayer

Dieses Buch der IG Medien ist heute, 14 Jahre nach seinem ersten
Erscheinen, immer noch das Handbuch Nummer Eins für freie Erwerbstäti-
ge im Bereich Medien und Kunst. Kein Wunder, denn hier werden alle nur
erdenklichen Fragen in Bezug auf das freie Arbeiten beantwortet: Wie
und wo bekomme ich einen Presse- oder KünstlerInnenausweis? Bin ich
scheinselbständig? Was für Vertragstypen gibt es? Darf ich ein und
denselben Text mehrmals verkaufen? Was sind Urheber-, Leistungsschutz-
und Nutzungsrechte? Ist meine Idee für ein Projekt bereits geschützt,
oder gilt das erst für das fertige Manuskript oder Textwerk? Was ist
ein angemessenes Honorar für meine Arbeit? Wie werde ich Mitglied in
der KSK? Bekomme ich wirklich "einfach so" Geld von den Verwertungsge-
sellschaften?

Goetz Buchholz sagt selbst: "[Der] Inhalt [dieses Ratgebers] sind
Gesetze und Vertragsklauseln, Steuervorschriften und Versicherungsbe-
stimmungen. Sein Thema aber ist die Freude an der kreativen Arbeit.
Denn nur wer die Bürokratie in den Griff bekommt, wird sich den Spaß
an der freien Arbeit bewahren können." Mit viel Spaß vermittelt
Buchholz nicht nur ein enormes Wissen - er geht sogar noch darüber
hinaus, indem er immer wieder das Selbstbewusstsein des Lesers und der
Leserin stärkt: Verkauft euch nicht unter Wert! Macht Gebrauch von
euren Rechten und unterstützt euch gegenseitig! Nach dieser Lektüre
lässt man sich nicht (mehr) so leicht übers Ohr hauen.

Das Buch ist in zehn Kapitel unterteilt:


- Der Einstieg
- Starthilfen und Geldquellen
- Definitionen
- Kooperation
- Urheberrecht
- Verträge und Honorare
- Versicherungen
- Steuern
- Interessenvertretungen
- Noch Fragen?

Außerdem findet man im Anhang Nützliches wie Probeverträge, Adressen
aller im Text erwähnten Stellen, Literaturhinweise und Bezugsquellen
zu allen genannten Broschüren und ein umfangreiches Stichwortverzeich-
nis.
Ein weiteres Bonbon: Änderungen seit der letzten Ausgabe und Aktuali-
sierungen von Zahlen und Gesetzen sind jederzeit auf der Homepage des
Autors abrufbar, und zwar unter:
http://home.t-online.de/home/Goetz.B/freieakt.htm.

Der "Ratgeber Freie" ist ein exzellentes, informatives Buch, das in
keinem Regal fehlen sollte. Goetz Buchholz gibt uns mit diesem Ratge-
ber eine Machete in die Hand, mit der wir uns problemlos durch den
Paragraphen- und Bürokratendschungel des Freien-Daseins schlagen
können. Freie AutorInnen, JournalistInnen, KünstlerInnen, FotografIn-
nen oder SchauspielerInnen sollten dieses Buch immer griffbereit
haben. Im Zweifel spart und bringt es richtig Geld!

Goetz Buchholz: Ratgeber Freie. Kunst und Medien, 5. erweiterte
Auflage, 1998, 344 Seiten, 5 DM (Mitglieder der IG Medien), 38 DM
(Nichtmitglieder), Schriftenreihe der IG Medien.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Sandra Neumayer studiert Linguistik an der Uni Potsdam. Seit 1999
schreibt sie Buch- und Videorezensionen für einen großen Internetbuch-
laden. Im´Januar 2000 begann sie als Redakteurin in einer Onlinefirma,
wo sie inzwischen als Presseassistentin tätig ist.

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ERFAHRUNGSBERICHT:
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            "Ein Wochenende mit zehn KrimiautorInnen"
                           von Kirsten Nutto

Wir - neun Krimiautorinnen und ein -autor der "Sisters in Crime"
(SinC) [wir stellen die "Sisters" in der Juni-Ausgabe des "Tempest"
näher vor - die Red.] - hatten uns vom 10. bis zum 13. März 2000 zu
einem Schreibwerkstatt- und Lesewochenende zusammengefunden. Unser
Domizil war ein wunderschön renoviertes Häuschen in der Eifel, das
viel zur entspannten Atmosphäre des Workshops beigetragen hat und sich
hervorragend für unsere Zwecke eignete. [Kontakt bei den Anzeigen -
die Red.]

Noch am Anreisetag fand abends der erste Workshop zum Thema "Erotik
und Pornographie" statt. Wir fragten: "Was ist erotisch, was bereits
pornographisch? Wie weit kann, darf, soll ich beim Thema Sex in einem
Krimi gehen?" Zuerst lasen wir aus Büchern mit verdecktem Einband
entsprechende Passagen und diskutierten dann über Inhalt und Stil,
darüber, ob der Text von einer Frau oder einem Mann stammte und ob es
sich dabei bereits um Pornografie handelte. Nach lebhafter Diskussion
kamen wir zu der Erkenntnis, dass man hier wohl in keinem Text von
Pornographie sprechen konnte, sondern dass der Sex schlicht und
einfach als ganz normaler Bestandteil des Lebens geschildert wurde.
Fazit: Eine erotische Szene zu beschreiben ist gar nicht so einfach,
und oft ist der Verzicht darauf wohl die bessere Lösung.

Am Samstagvormittag war dann das Thema "Dialoge" an der Reihe. Hier
versuchten wir uns in Theorie und Praxis des Schreibens realistisch
klingender Dialoge - wie jeder weiß, eine Gratwanderung zwischen
realen Dialogen, die geschrieben furchtbar klingen, und "Kunstdialo-
gen", die sich gesprochen gestelzt anhören. Die praktische Übung nach
dem Theorieteil hatte die Charakterisierung von Menschen in und
mittels Dialogen zum Thema und fand großen Anklang.

Der Nachmittag war der Vorbereitung der Lesung vorbehalten. Sehr
engagiert und interessiert an der Lesung zeigten sich Vermieterin und
Besitzerin des Eifelhauses, Frau Schmidt und Frau Retterath. Ihnen
verdankten wir beispielsweise die Anwesenheit der Kulturreferentin des
Kreises Adenau und des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Mayen,
Herrn Dr. Saftig, der es sich nicht nehmen ließ, mit allen Teilnehme-
rInnen des Workshops für ein "Mörderisches Foto" zu posieren. Auch
etliche Vertreter der Regionalpresse und Fotografen waren anwesend,
und wir sind gespannt auf das Echo. Eine sehr positive Resonanz in
Form eines Zeitungsartikels haben wir bereits erhalten. Auszug:
"Hoffentlich finden auch jedes Mal [bei den Treffen der mörderischen
Schwestern hier] Lesungen statt. Sie werten die VG Mayen-Land in
kultureller Hinsicht ungemein auf." Ebenfalls anwesend war eine
Journalistin des SWR, die einige TeilnehmerInnen interviewte und eine
Lesung mitschnitt. [Der Beitrag wurde bereits gesendet - die Red.]

Höhepunkt des Wochenendes war die Lesung. Sie fand in dem großen
Seminarraum statt, der über zwei Hochgallerien verfügt und mit mörde-
rischen Plakaten, Foto-Pinwänden, roten Kerzen, kriminellem Zubehör
wie Handschellen, Pistolen, Messern etc. geschmückt und in Halbdunkel
gehüllt war, wodurch eine schaurig-schöne Atmosphäre entstand. Eine
"Sisters" moderierte und stellte den Besuchern die SinC und die
Vortragenden kurz vor. Die Lesungen selbst waren sehr abwechslungreich
und riefen durch die Bank Schmunzeln hervor. Einige lasen oben auf der
Empore, andere lässig gegen die Wand gelehnt im Stehen, wieder andere
entspannt im Korbstuhl sitzend, so dass nie eine Barriere in Form
eines Tisches Zuhörer und Vortragende trennte, was mit zu der familiä-
ren und lockeren Atmosphäre beitrug.

In der Pause gab’s Kir Royal - schön blutig rot - für die Besucher,
die dann die Gelegenheit nutzen konnten, enspannt mit den einzelnen
AutorInnen zu plaudern oder dem Büchertisch einen Besuch abzustatten,
den wir mit Unterstützung einer Buchhandlung aus Adenau gestalten
konnten.

Als die Veranstaltung gegen 23:00 Uhr zu Ende ging, waren alle ge-
schafft, aber auch glücklich. Anschließend ließ man bis tief in die
Nacht hinein den Abend noch einmal Revue passieren, es wurde disku-
tiert und geplaudert - schließlich hat man nicht oft Gelegenheit, mit
Gleichgesinnten über seine Krimileidenschaft und das Schreiben im
Allgemeinen und Besonderen zu reden.

Am Sonntagvormittag wurden im Workshop "Stilmittel" sehr produktive
Diskussionen geführt, in denen jeder zum Thema "kreativer Prozess"
etwas beisteuerte: Wie gehe ich mit Schreibblockaden um, wie und wann
arbeite ich an meinem Plot, wie komme ich zu meinen Ideen oder baue
diese aus, welchen Stil bevorzuge ich etc.

Nach dem Mittagessen wurde dann das abschließende Referat zum Thema
"Fremd- und Eigenkritik - wie gehe ich damit um?" gehalten, an das
sich eine allgemeine Manöverkritik zur Schreibwerkstatt anschloss.
Nach diesen positiven Erfahrungen sind natürlich weitere Workshops
geplant.

Das Fazit: Wir sind alle müde, aber glücklich nach Hause gefahren -
mit dem festen Vorsatz, beim nächsten Workshop wieder dabei zu sein.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Kirsten Nutto, geboren 1966 in Freiburg im Breisgau, lebt heute in
Langenfeld, NRW. Übersetzerstudium in Heidelberg, Auslandsaufenthalte
in Brasilien, Spanien, Portugal und Schottland. Seit 1995 als freibe-
rufliche Buchübersetzerin (aus dem Englischen) tätig, schreibt seit
kurzem auch Krimikurzgeschichten.


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SPRACHE:
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                     Gabi Neumayer (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

                            "Der Apostroph"

a) solch’ ein Pech!
b) der Keks für’s Leben
c) Das hör’ ich gern
d) so’n Mist!
e) grimm’sche Märchen
f) Jonas Wal
g) Susi’s Strickshop

Der Apostroph ist im Deutschen seit Jahren im Kommen - das liegt zu
einem großen Teil am Einfluss des Englischen. Manche "neuen" Verwen-
dungen des Apostrophs sind inzwischen schon weit verbreitet - aber
trotzdem nach unseren Rechtschreibregeln (auch den neuen!) nach wie
vor falsch.

Schon mal vorab: Alle Beispielwendungen oben enthalten Fehler; wie’s
richtig geht, erfahrt ihr hier.


          Auslassungen

Der Apostroph wird zur Kennzeichnung von Auslassungen benutzt; Achtung
- wichtige Einschränkung: "wenn die verkürzten Wortformen sonst schwer
lesbar oder missverständlich wären". (Duden 1, R 13)

Tatsächlich findet man schwer lesbare oder missverständliche Wortfor-
men, die ein Apostroph erfordern, fast nur in dichterischer Sprache:
- Der Zug rauscht’ [für: rauschte] vorbei


          Kein Apostroph!

Keinen Apostroph setzt man hingegen bei ungebeugten Adjektiven und
unbestimmten Pronomen (Beispiel a), bei gebräuchlichen Verschmelzungen
aus Präposition und Artikel (Beispiel b) oder beim ausgelassenen
Schluss-e bei bestimmten Verbformen (Beispiel c).

Da in Fällen wie b besonders viele Fehler gemacht werden, ein kleiner
Tipp:
- Wenn ein s für "das" steht - kein Apostroph (Beispiele: fürs, aufs,
ins)
- Wenn ein s für "es" steht - üblicherweise ein Apostroph (man kann
aber auch darauf verzichten). (Beispiele: ist’s, hat’s)

Kein Apostroph steht übrigens auch bei Abkürzungen im Genitiv oder
Plural auf -s:
- des Pkws
- die Pkws


          Gesprochene Sprache

Wenn man gesprochene Sprache schriftlich verdeutlichen will, kann man
in Fällen wie Beispiel d hingegen durchaus einen Apostroph setzen -
dann aber bitte auf den Leerschritt zwischen den Wörtern (ob ausge-
schrieben oder abgekürzt) achten!


          Auf -sch abgeleitete Namen

Neu nach der neuen Rechtschreibung: Man kann zwischen zwei Schreibmög-
lichkeiten wählen:
- grimmsche Märchen
- Grimm’sche Märchen


          Der Lieblingsfehler der Deutschen ...

Besonders knifflig: der Apostroph zur Kennzeichnung des Genitivs bei
Namen. In einem Fall ist er tatsächlich vorgesehen: Wenn ein Name auf
s, ss, ß, tz, z oder x endet (Beispiel f), muss im Genitiv am Ende des
Namens ein Apostroph stehen.

ABER: Niemals steht ein Apostroph vor dem Genitiv-s von Namen! (Bei-
spiel g) Eine klitzekleine Ausnahme machen die neuen Regeln aller-
dings: Es kann ein Apostroph vorm Genitiv-s gesetzt werden, um die
Grundform des Namens zu verdeutlichen:
- Andrea’s Aalauflauf

Diese Möglichkeit gilt aber ausdrücklich nur für Namen, die mit einem
s zu einem anderen Namen werden (Andrea/Andreas)! Alle anderen dürfen
nach wie vor keinen Apostroph vor dem s haben (anders als im Engli-
schen!).

Doch auch in diesem Sonderfällen ist der Apostroph im Grunde unnötig -
ob Andrea oder Andreas kocht, ist eindeutig, wenn man sich an die
schon vorgestellten Regeln hält:
- Andreas Aalauflauf (Andrea)
- Andreas’ Aalauflauf (Andreas)


          Lösungen

a) solch ein Pech!
b) der Keks fürs Leben
c) Das hör ich gern
d) so ’n Mist!
e) grimmsche/Grimm’sche Märchen
f) Jonas’ Wal
g) Susis Strickshop

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Gabi Neumayer hat bisher einige hundert Artikel zu sprachlichen Themen
und mehrere Kurzgeschichten geschrieben, außerdem einige Kinderbücher
(bisher veröffentlicht: "Fred und Marie", Lappan 1998; "Im Gemüse-
dschungel", LeiV 1999) und mehrere Sachbücher, u. a. "Die neue Recht-
schreibung", Haufe Verlag, "Das Bewerbungsschreiben", Humboldt,
"Geschäftskorrespondenz von A bis Z", Humboldt (frisch erschienen!).


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FRAG DIE EXPERTIN FÜRS ÜBERSETZEN:
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                              (mailto:Barbara.Slawig at autorenforum punkt de)

Frage:
ich interessiere mich dafür, wie ich autoren zum übersetzen finden
kann.

ich habe vor 5 jahren zu übersetzen begonnen. im kleinen rahmen:
gedichte und sachtexte aus dem italienischen und vorträge und sachtex-
te aus dem englischen. allerdings habe ich bis jetzt nichts veröffent-
licht. habe italienische literatur, kunstpädagogik und germanistik
studiert. schreibe selbst gedichte. bin an erzählungen und kürzeren
geschichten und gedichten interessiert. ich kenne auch nur die arri-
vierteren, weil ich erst neu im net bin und daher noch nicht  die
links kenne, doch ich bin am entdecken. selbstentdeckung des helden,
der auf der reise ist. gedichte, die nicht nur aus dem kopf entstanden
sind, sondern auch noch einen bezug zum leben haben. kannst du mir
einen tipp geben?

Antwort:
Mit deiner Frage sprichst du einen ganz wichtigen Unterschied zwischen
dem Übersetzen von Sachtexten und dem von "Literatur" an. Bei Sachtex-
ten wie Briefen, Vorträgen, Verträgen, Gebrauchsanweisungen etc. ist
meistens der Autor selbst derjenige, der den Übersetzungsauftrag
vergibt: Der Briefschreiber möchte, dass seine Korrespondentin in
einem anderen Land ihn versteht, also lässt er seinen Brief in die
Sprache der Empfängerin übersetzen. Der Übersetzer verhandelt also
direkt mit dem Autor oder allenfalls noch mit einer anderen Abteilung
der Firma, für die der Autor arbeitet.

Beim so genannten literarischen Übersetzen, also dem Übersetzen von
Romanen, Kurzgeschichten, Gedichten, Comics, auch bei Drehbüchern,
Computerspielen usw. ist das völlig anders. Eine italienische Autorin,
die ihre Kurzgeschichten gern auf Deutsch veröffentlichen möchte,
braucht ja als erstes nicht einen Übersetzer, sondern einen Verlag
oder eine Herausgeberin, die ihre Geschichten als Buch oder in einer
Zeitschrift oder Anthologie herausbringen. Da die Autorin selbst
vielleicht gar kein Deutsch spricht und sich vermutlich auch nicht mit
deutschem Urheberrecht und Normverträgen auskennt, wird sie den
Kontakt zu deutschen Verlagen und Zeitschriftenredaktionen wahrschein-
lich nicht selbst suchen, sondern entweder über den Verlag, der ihre
Geschichten auf Italienisch veröffentlicht hat, oder aber über einen
Agenten. Und erst wenn dieser Agent z. B. einen Verlag für die Ge-
schichten interessieren konnte, wenn ausgehandelt ist, wer wie viele
Prozente vom Gewinn erhalten soll, und der Vertrag unterschrieben ist
- erst dann wird sich jemand Gedanken darüber machen, wer die Ge-
schichten denn nun ins Deutsche übersetzen soll.

Für uns literarische Übersetzer folgt daraus, dass wir fast nie mit
den Autorinnen zu tun bekommen, deren Texte wir übersetzen. (Ich
selbst hatte bisher nur ein einziges Mal Kontakt zu einer Autorin, und
der bestand in ein oder zwei E-mails zu Anspielungen und Zitaten in
ihrem Roman, die ich anders nicht klären konnte.) Wir bekommen unsere
Aufträge fast ausschließlich von den deutschen Verlagen, die die
übersetzten Werke veröffentlichen wollen, unser Gesprächspartner ist
die zuständige Lektorin in diesem Verlag bzw. der zuständige Redakteur
bei einer Zeitschrift. Wenn du also Übersetzungsaufträge für dich
organisieren möchtest, solltest du dich als erstes ein bisschen mit
der deutschen Verlags- und Zeitschriften-Landschaft vertraut machen -
in guten Buchläden, auf den Internet-Seiten der Verlage oder indem du
in Buchläden oder auf der Buchmesse Verlagsprospekte sammelst. Hast du
dann Verlage gefunden, deren Texte du selbst gern übersetzt hättest,
bietest du ihnen deine Dienste an.

Dabei sollte man einen Punkt auf gar keinen Fall vergessen: Übersetzen
ist eine Dienstleistung, und Dienstleistungen werden bezahlt. Von
Autorinnen wird immer wieder erwartet, dass sie ihre Arbeit verschen-
ken (nach dem Motto: "Wir sind aber nun mal ein
Non-profit-Unternehmen, sei doch froh, dass du so zu einer Veröffent-
lichung kommst."). Übersetzer sind da glücklicherweise in einer
anderen Lage. Also: Auch wenn du genau weißt, dass diese spezielle
Zeitschrift ihren Autoren keine Honorare zahlt, solltest du immer erst
einmal davon ausgehen, dass du für deine Arbeit selbstverständlich
entlohnt wirst (die Druckerei wird auch nicht umsonst arbeiten).
Geschenke kann man immer noch machen, aber bitte nur dann, wenn man
sich überzeugt hat, dass wirklich kein Geld vorhanden ist, und man den
Auftrag trotzdem gern erledigen möchte, aus Freundschaft oder aus
Liebhaberei. Alles andere ist nicht nur schlecht für den Geldbeutel,
es schwächt auch die Verhandlungsposition aller Kolleginnen und
Kollegen - und es macht nicht einmal einen guten Eindruck, denn von
Profis erwartet jeder, dass sie wissen, was ihre Arbeit wert ist. Über
die branchenüblichen Honorarsätze kann man sich z. B. bei der IG
Medien erkundigen, bei ihr (genauer: im VS) gibt es eine "Bundessparte
Übersetzer".

Was die Aufträge selbst angeht, kann man natürlich umso wählerischer
sein, je mehr Lektorinnen und Redakteure man schon davon überzeugt
hat, dass man ein guter und zuverlässiger Übersetzer ist. Besonders zu
Anfang wird man vermutlich auch Texte übersetzen müssen, die einem
nicht so ganz zu Herzen gehen, und viele Übersetzerinnen bleiben ihr
ganzes Berufsleben hindurch bei einer Art Mischkalkulation: Sie
übersetzen Krimis (was schnell geht) oder Sachtexte (was oft sehr gut
bezahlt wird), um es sich leisten zu können, auch Gedichte zu überset-
zen (was viel Zeit kostet und fast immer zu wenig Geld einbringt).

Ob man den ersten Kontakt zu einer möglichen Auftraggeberin brieflich
oder telefonisch aufnimmt, ist wohl eher eine Temperaments- als eine
Prinzipienfrage, denn beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Beim
Telefonieren besteht immer die Chance, dass man schnell einen persön-
lichen "Draht" zur anderen Seite bekommt, was die Chancen auf jeden
Fall erhöht. Andererseits leiden Lektoren unter chronischem Zeitman-
gel, sind am Telefon oft kurz angebunden und über ungebetene Störungen
schnell genervt, und man kann sich mit einer einzigen ungeschickten
Bemerkung den ganzen Kontakt verderben. Briefe dagegen sind schnell
verlegt und vergessen - werden aber manchmal auch ganz überraschend
wiedergefunden, wenn im Verlag plötzlich Übersetzernotstand herrscht.
Ich persönlich schreibe lieber zwei Briefe, als einmal zu telefonie-
ren, weil ich mir bei einem Brief in Ruhe überlegen kann, wie ich mein
Anliegen am besten vorbringe. Auf jeden Fall sollte man sich vorher
klarmachen, wo die eigenen Stärken liegen und welche Erfahrungen man
vorweisen kann (wozu in deinem Fall natürlich auch dein Studium
gehört), und sich möglichst freundlich und knapp ausdrücken.

Ich hoffe, dass ich deine Frage damit halbwegs zufrieden stellend
beantwortet habe. Sonst melde dich einfach mit der nächsten Frage
wieder. Für heute wünsche ich dir viel Glück bei deinen weiteren
Schritten auf der Karriereleiter der Übersetzer.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Barbara Slawig ist freie Übersetzerin und Autorin. Übersetzungen aus
dem Englischen/Amerikanischen: Belletristik, auch Sachtexte, derzeit
Schwerpunkt SF. Zuletzt erschienen: "Datafat" von Simon Ings, Heyne
Verlag 1999. Ihr eigener Roman "Die Lebenden Steine von Jargus"
erscheint demnächst beim Haffmans Verlag.

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Expertinnen und Experten:
  Dark Fantasy: Martin Knöpper
                                   mailto:darkfantasy at autorenforum punkt de
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  Kinderbuch: Gabi Neumayer
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  Lyrik: Titus Müller
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  Krimi: Monika Niehaus-Osterloh
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  Sachbuch: Gabi Neumayer
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  Schreibgruppen: Ute Hacker
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  Sciencefiction: Andreas Eschbach
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  Übersetzung: Barbara Slawig
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  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
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