Ausgabe 2-1 (20. Januar 2000)

Vorstellung
    "WWW.EUROZINE.COM - Eine europäische Kultur- und
    Literaturzeitschrift im Internet"
    "plot point - Das Fachmagazin für Stoff & Projekt
    Development + newsletter"
Marketingideen
Autorenwissen:
    "Wie gründe ich eine Schreibgruppe? (2)" von Ute Hacker
Schreibkurs: "Dialog - Teil 1" von Ramona Roth-Berghofer
Buchbesprechung:
    "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript"
    von Sylvia Englert
    "Unternehmen Drehbuch. Drehbücher schreiben, präsentieren
    verkaufen" von Julian Friedmann
Interview mit Linda Budinger
Frag die Sachbuchexpertin (Gabi Neumayer)
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

das Autorenforum heißt seit Anfang des Jahres autorenforum.de, wie
die meisten von Euch sicherlich schon bemerkt haben.

Mit dieser Namensänderung wollten wir deutlich machen, dass die Akti-
vitäten von autorenforum.de hauptsächlich im Internet entfaltet wer-
den. Zudem haben viele Websites so genannte Autorenforen eingerich-
tet, von denen wir uns abheben wollen, ohne dabei den Namen auf-
zugeben.

Auch sind wir auf einen größeren, schnelleren und besseren Webserver
umgezogen. Dabei sind leider ein paar Abonnenten leer ausgegangen,
sprich: sie erhielten die letzte Ausgabe des Tempest nicht. Meldet
Euch bitte mit einer kurzen E-Mail, falls Ihr noch keinen Dezember-
Tempest bekommen habt. Wir liefern den Tempest umgehend nach.

Aber nun zu dieser Ausgabe:

Ihr werdet feststellen, dass die bisherigen Ausgaben - und dieser
Tempest macht da keine Ausnahme - hauptsächlich Beiträge der Redakti-
on und der ExpertInnen enthalten. Der Tempest ist aber als Plattform
für Euch gedacht. Wir haben das Wort "Forum" mit Bedacht gewählt. Es
soll ausdrücken, dass sich ein bestimmter Personenkreis - AutorInnen,
VerlegerInnen, LektorInnen, etc. - "trifft" und Wissen austauscht.
Das "Forum Romanum", der römische Marktplatz, war ein Zentrum der Öf-
fentlichkeit und stand Pate für diese Idee. Hier soll diskutiert (Le-
serbriefe), gelehrt (Schreibkurs, Autorenwissen) und Erlebtes berich-
tet werden (Erfahrungen).

autorenforum.de lebt von den Disputierenden, den Lehrenden, den Ler-
nenden und den Boten. Der Tempest dient dazu, Informationen rund ums
Schreiben unter den Mitgliedern des Forums zu verbreiten und die Kom-
munikation unter den einzelnen AutorInnen zu fördern.

Worauf ich hinaus will, ist Euch sicherlich bereits klar. Eure Bei-
träge sind gefragt. Teilt Euer Wissen, und vor allem: Teilt es mit!

Auch wenn wir keine Honorare zahlen, zahlen sich Artikel für Euch
aus. Der Tempest gibt Euch die Gelegenheit, Euch einen Namen als Au-
torIn zu machen. Unter jedem Eurer Artikel könnt Ihr ein paar Zeilen
zu Eurer Person veröffentlichen, z. B. zum aktuellen Romanprojekt,
das gerade erschienene Sachbuch, etc. Beispiele findet ihr in jedem
Tempest. Ein bisschen Werbung kann jeder Autor gebrauchen.

In diesem Sinne: Ran an die Tasten!

Zunächst aber viel Vergnügen mit dieser Ausgabe des Tempest.

Thomas Roth-Berghofer
Chefredakteur


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ISSN 1439-4669 Copyright 2000 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:
Editorial
Inserate
Offerte
Termine
Ausschreibungen
Vorstellung
"WWW.EUROZINE.COM - Eine europäische Kultur- und
Literaturzeitschrift im Internet"
"plot point - Das Fachmagazin für Stoff & Projekt
Development + newsletter"
Marketingideen
Autorenwissen:
"Wie gründe ich eine Schreibgruppe? (2)" von Ute Hacker
Schreibkurs: "Dialog - Teil 1" von Ramona Roth-Berghofer
Buchbesprechung:
"So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript"
von Sylvia Englert
"Unternehmen Drehbuch. Drehbücher schreiben, präsentieren
verkaufen" von Julian Friedmann
Interview mit Linda Budinger
Frag die Sachbuchexpertin (Gabi Neumayer)
Impressum

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INSERATE:
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USCHTRIN-Verlag/plot point - Der Münchner Uschtrin Verlag (u.
a. *Handbuch für Autorinnen und Autoren*) und die Redaktion von
plot point bieten ab sofort Informationen zum Themenkomplex
Stoff & Projekt Development an. Auf den Webseiten des Uschtrin
Verlages http://www.uschtrin.de/drehb.html können darüber
hinaus frühere Ausgaben des plot point Newsletters nachgelesen
werden.

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MASKENBALL - Zeitschrift für Literatur! Wir veröffentlichen
monatlich 20 bis 40 AutorenInnen. Essays, Texte, Gedichte
und Kurzgeschichten.
Aktuelle Ausgabe DM 5,- + 1,50 Porto / Jahresbezug (12 Ausgaben)
DM 60,- inkl. Versand
Bezug: Maskenball c/o Jens Neuling/Postfach 12 61/63514 Rodenbach

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WWW.EUROZINE.COM - Eine europäische Kultur- und Literaturzeit-
schrift im Internet eurozine ist eine virtuelle Kulturzeitschrift
mit dem Ziel, die real existierenden europäischen Kulturzeit-
schriften besser untereinander zu vernetzen und ihre Präsenz
in der Öffentlichkeit international zu verstärken. Über diese
Funktionen hinaus hat eurozine den Ehrgeiz, ein originäres
Magazin zu sein, das anspruchsvolle Texte, Bilder und Dienste
anbietet. Derzeit sind fünfzehn aktive Partner-Magazine mit
ihren Porträts und Textbeiträgen in fünf verschiedenen Sprachen
online.
Kontakt: Cornelia Nalepka, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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BY INFERNO’S LIGHT - Dominion-Zine (Deep Space Nine) sucht noch
Kurzgeschichten. Umfang 2 - 10 Seiten. Zusendungen bitte per
Diskette im Format TXT oder DOC (Word 6.0/95).
Kontakt: Curtis Nike, Postfach 61 02 30, D-10923 Berlin,
Tel./Fax: 030-69 50 99 13.

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OFFERTE: "EINFÜHRUNG INS DREHBUCHSCHREIBEN"
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autorenforum.de veranstaltet weitere Drehbuchseminare. Christian
Lück, Drehbuchdoktor und Autor verschiedener Spielfilm- und Kurzfilm-
produktionen, bietet seine Einführung ins Drehbuchschreiben erneut
an.

Das Seminar richtet sich an alle, die sich für die Grundzüge von
Drehbüchern und Filmen interessieren. Vorkenntnisse sind dabei nicht
erforderlich.

In gemeinsamen Analysen und Übungen lernen die Teilnehmer, wie ein
Drehbuch aufgebaut ist, welche Elemente eine Geschichte enthält und
in welchem Verhältnis diese Elemente zueinander stehen. Des Weiteren
werden die Figuren eines Drehbuchs näher beleuchtet und auch das Um-
feld des Drehbuchs betrachtet. Auch wird auf die Forderungen und
Zwänge eingegangen, die sich aus den Charakteren und dem Fortgang der
Geschichte ergeben. In praktischen Übungen schreiben die Teilnehmer
verschiedene Szenen, die anschließend gemeinsam diskutiert werden.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen beschränkt.

Anmeldeschluss ist der 25. Februar 2000.

Ort:
Jugendgästehaus Trier, An der Jugendherberge 4, 54292 Trier

Seminarbeitrag: 195,-- DM
Übernachtung: Mehrbettzimmer je nach Ausstattung zwischen 55,--
und 65,-- DM inkl. Frühstück; auch Einzelzimmer
buchbar (Tel.: 0651/1 46 62-0)

Beginn: Freitag, 10. März 2000, 14:00 Uhr
Ende: Sonntag, 12. März 2000, 17:00 Uhr

Anmeldung und weitere Informationen bei:
Christian Lück (mailto:drehbuchdoktor at autorenforum punkt de)

Die Seminargebühren in Höhe von 195,-- DM sind im Voraus zu entrich-
ten, und zwar auf das folgende Konto von autorenforum.de (Um die kor-
rekte Buchung zu erleichtern, sollten der Name und der Wohnort, sowie
SEM2000-01 als Verwendungszweck auf dem Überweisungsträger angegeben
werden):

autorenforum.de, Sparda Bank Mainz, BLZ 550 905 00, Kto. 0100 724 515

Bei Abmeldung bis zum 25. Februar 2000 wird eine Bearbeitungsgebühr
in Höhe von 45,-- DM fällig. Bei Abmeldung bis zum 07. März 2000 ist
eine Bearbeitungsgebühr von 95,-- DM fällig. Danach wird der Seminar-
beitrag nicht mehr erstattet.

Nächster Termin (siehe auch Rubrik OFFERTEN auf unserer Website):

12.-14. Mai 2000 Jugendherberge Ulm


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TERMINE:
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(siehe http://autorenforum.de/links/termine/index.html)


15. Februar 2000, 20:00 Uhr: Literaturdienstag - Gisbert Haefs
Gisbert Haefs wird am Abend des 15. Februar um 20.00 Uhr in der
Kaiserslauterer Scheune des Theodor-Zink-Museums eine öffentliche
Lesung zum Thema "Historisches und Kriminelles" gestalten. Gisbert
Haefs ist nicht nur ein bekannter Krimi-Autor, sondern auch Autor
von so farbenprächtigen historischen Werken wie "Hannibal",
"Alexander" und "Troja". Bei der Abendlesung am 15. Februar stellt
er seinen neuesten historischen Roman "Der Raja" vor, der auf den
Abenteuern, des authentischen George Thomas basiert. Auch lässt
Gisbert Haefs an diesem Lese-Abend seinen Amateurdetektiv Baltasar
Matzbach wieder Kriminalfälle lösen. Zur "Doppellesung" laden die
Initiatoren des Literaturdienstags, der AStA der Universität, die
Berufsbildende Schule II Wirtschaft und Verwaltung, die
Buchhandlung "Blaue Blume", das Theodor-Zink-Museum, der Literari-
Sche Verein und die Volkshochschule Kaiserslautern sowohl Krimi-
Fans als auch historisch Interessierte ein.
Karten zur Lesung sind im Vorverkauf bei der mitveranstaltenden
Buchhandlung "Blaue Blume" sowie an der Abendkasse erhältlich.


AUSSCHREIBUNGEN:
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(siehe http://autorenforum.de/links/termine/index.html)

31. März 2000
Erstmalig wird im Mai 2000 der Lyrik-Preis Weyhausen verliehen.
Der Wettbewerb richtet sich an LyrikerInnen jeden Alters. Ziel
ist es moderne Lyrik der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Der Preisträger erhält die Literaskulptur Weyhausen die von dem
Bildhauer und Jurymitglied Andreas Riga angefertigt wird, darüber
hinaus gibt es einen vierzehntägigen Aufenthalt im Gästehaus des
Künstlers in der Südheide.
Die Preisverleihung findet mit einer Lesung in Weyhausen statt,
dazu werden die zehn Autoren die bei der Jury in die Endauswahl
gekommen sind ebenfalls zur Lesung ihrer eingesandten Arbeiten
eingeladen.
Eingesandt werden können max. zwanzig Gedichte, bzw. zehn maschi-
nengeschriebene Seiten DIN A4 in dreifacher Ausfertigung
(Fotokopien). Hinzuzufügen ist ein kurzer Lebenslauf.
Manuskripte an: Andreas Riga, 29348 Weyhausen, Unterlüss 22
Kennwort: "Lyrikpreis Weyhausen"

01. April 2000
Belinda Rodik und Reinhard Wissdorf planen gemeinsam mit einem
großen Verlag die Herausgabe einer Weihnachtsanthologie. Gesucht
werden Krimis, Tiergeschichten, Gruselgeschichten, Satiren,
SF&Fantasy-Stories, romantische Geschichten sowie historische
Erzählungen zum Thema Weihnachten. Umfang jeweils 3-20 Seiten
(30x60).
Genauere Infos unter http://www.wissdorf.com/anth2000.htm
Für Webmaster von literaturbezogenen Webseiten: diese HTML-Seite
darf heruntergeladen und veröffentlicht werden. Sämtliche
Webseiten, die uns bei der Veröffentlichung dieser Bekanntmachung
unterstützt haben, werden im Anhang des Buches mit URL genannt.
Interessenten und Autoren mailen bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Stichwort: Weihnachtsanthologie.
Die Veröffentlichungen werden honoriert. Also ran an die Tasten!


Die folgenden Ausschreibungen entnahmen wir mit freundlicher
Genehmigung dem Newsletter des Literaturbüros Peter H. Gogolin,
http://www.ph-gogolin.de.

Drehbuch-Preis
Einen neuen Preis für das beste Drehbuch oder den besten Dreh-
buchautor hat der Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten an-
gekündigt. Der Preis soll mit 10.000 DM dotiert und in diesem
Jahr erstmals vergeben werden. Neben dem neuen Preis gibt es be-
reits einen Produzenten- und einen Casting-Preis.
Information: Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten e.V.,
Widenmayrstraße 32, 80538 München, Telefon: 089-212 147 110,
Fax: 2 285 562.

Syndikat-Preis für Jugendkrimi
Die Autorengruppe deutschsprachiger Krimiautoren "Das Syndikat"
vergibt künftig einen mit 5.000,-- DM dotierten Preis für den
besten deutschsprachigen Kinder- und Jugendkrimi. Der Preis wird
den Namen "Martin" tragen und damit an den kürzlich verstorbenen
Autor Hansjörg Martin erinnern. Die Vergabe findet jährlich wäh-
rend der Criminale statt, wo gleichzeitig der "Glauser" für den
besten Kriminalroman und der Ehrenglauser für besondere Verdiens-
te um das Genre verliehen werden.
Kontakt: Barbara Wendelken, Birkhahnweg 6, 26639 Wiesmoor,
Fax: 049 44-912 969.

15. Februar 2000
Bad Segeberger Literaturpreis
Der Kreis Segeberg vergibt zur Förderung des literarischen
Nachwuchses in diesem Jahr einen mit 10.000,-- DM dotierten
Kunst- und Kulturpreis. Er wird an Autorinnen und Autoren verge-
ben, die entweder im Kreis Segeberg wohnen und/oder in ihren
Arbeiten eine enge Beziehung zur Region zeigen. Gesucht werden
hoch- wie niederdeutsche Werke, auch Sachpublikationen von
literarischem Anspruch. Benötigt werden neben einer Bio-/Biblio-
graphie auch ein oder zwei Publikationen von nicht weniger als 20
und nicht mehr als 100 Seiten (auch in Auszügen).
Kontakt: Kreis Segeberg, Kunst- und Kulturpreis 2000,
Hamburger Straße 30, 23795 Bad Segeberg, Telefon: 04551-951-0.
Bewerbungen und Vorschläge sind noch bis zum 15. Februar 2000
möglich.

01. März 2000
Deutscher Kindertheaterpreis 2000
Deutscher Jugendtheaterpreis 2000
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
schreibt zusammen mit dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum den
Deutschen Kindertheaterpreis 2000 und den Deutschen Jugenthea-
terpreis 2000 aus. Die beiden Preise sind mit je 45.000,-- DM
dotiert, die sich nach folgendem Schlüssel aufteilen:
je 15.000,-- DM erhält die Autorin bzw. der Autor, je
30.000,-- DM werden an bis zu drei Theater vergeben, die das prä-
mierte Stück nach der Preisverleihung inszenieren und aufführen.
Um diese Aufführungsprämie können sich professionelle deutsch-
sprachige Theater für Kinder und Jugendliche beim Kinder- und Ju-
gendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland bewerben.
Falls die Jury in einer Gruppe kein preiswürdiges Stück findet,
so kann sie ein weiteres Stück aus der anderen Gruppe auszeich-
nen. Die Jury kann zudem Preise teilen, um z. B. den besonderen
Anteil einer Übersetzerin oder eines Übersetzers angemessen zu
würdigen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend verleiht den Verlagen und Theatern das Recht, die ausge-
zeichneten Stücke mit dem Signet des Preises und der Aufschrift
"Deutscher Kindertheaterpreis 2000" bzw. "Deutscher Jugendthea-
terpreis 2000" zu kennzeichnen. Mit der Auszeichnung soll die
Übersetzung der Stücke in andere Sprachen verbunden sein. Mit der
Auszeichnung soll zudem der Abdruck der Stücke in einer Theater-
fachzeitschrift verbunden sein. Ausgezeichnet werden können
Stücke von lebenden Autorinnen und Autoren, die in deutscher
Sprache geschrieben sind oder in deutscher Übersetzung vorliegen.
Die vorgeschlagenen Stücke müssen zwischen dem 1. Januar 1998 und
dem 31. Dezember 1999 durch einen deutschsprachigen Theaterverlag
eröffentlicht oder durch eine professionelle deutschsprachige
Bühne zur Uraufführung gebracht worden sein. Stücke, die als Vor-
schläge für die Preise bereits in den Vorjahren eingereicht wur-
den, können nicht ein weiteres mal eingereicht werden. Das
Vorschlagsrecht kann wahrgenommen werden durch einen deutschspra-
chigen Theaterverlag und/oder eine Bühne für professionelles
deutschsprachiges Theater für Kinder und Jugendliche. Die Vor-
schlagenden müssen sechs Exemplare des Manuskriptes an das Kin-
der- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland,
Schützenstrasse 12, 60311 Frankfurt am Main einreichen.
Letzter Vorschlagtermin ist der: 1. März 2000.

31. März 2000
Heinrich-Vetter-Preis
Die Freie Akademie der Künste Mannheim schreibt einen Preis für
literarische, essayistische und wissenschaftliche Texte zur Zäsur
der Jahrtausendwende aus. Der mit 10.000 DM dotierte Preis ist
benannt nach Heinrich Vetter, Ehrenmitglied und Mäzen der Mann-
heimer Akademie. Teilnehmen können Autorinnen und Autoren bis zum
35. Lebensjahr mit bisher unveröffentlichten Arbeiten. Die Texte
sollen sich substantiell mit einem bedeutsamen politischen, kul-
turellen oder wissenschaftlichen Thema auseinandersetzen, das die
kommende Jahrtausendwende und ihre kulturell-historische Bedeu-
tung zum Inhalt hat. Die Arbeiten müssen in vierfacher Ausführung
anonymisiert und mit einem Kennwort versehen eingesandt werden.
Kontakt: Freie Akademie der Künste Mannheim, U 3, 1,
68161 Mannheim, Telefon: 0621-1 22 40 07.
Einsendeschluß ist der 31. März 2000.


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VORSTELLUNG:
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(In dieser Rubrik stellen sich ausgewählte Literaturzeitschriften,
Literaturbüros, kulturelle Einrichtungen etc. selbst vor.)


WWW.EUROZINE.COM
Eine europäische Kultur- und Literaturzeitschrift im Internet

eurozine ist eine virtuelle Kulturzeitschrift, die die neuen Möglich-
keiten des "World Wide Web" nutzt, um die real existierenden europäi-
schen Kulturzeitschriften besser untereinander zu vernetzen und ihre
Präsenz in der Öffentlichkeit international zu verstärken. Über diese
Funktionen hinaus hat eurozine den Ehrgeiz, ein originäres Magazin zu
sein, das anspruchsvolle Texte, Bilder und Dienste anbietet. Derzeit
sind fünfzehn aktive Partner-Magazine mit ihren Porträts und Textbei-
trägen in fünf verschiedenen Sprachen online.

Die Realisierung dieser Idee kann sich auf einen bereits seit 1983
bestehenden informellen Zusammenhang stützen: Seit diesem Jahr tref-
fen sich die besten europäischen Kulturzeitschriften jährlich einmal
in einer europäischen Hauptstadt zwecks Ideen- und Erfahrungsaus-
tausch. Inzwischen sind ca. 50 Zeitschriften aus nahezu allen europä-
ischen Ländern beteiligt. 1995 fand das Treffen in Wien statt, ge-
meinsam organisiert von den Zeitschriften Wespennest und Transit -
Europäische Revue. Der Erfolg dieses Treffens, bei dem zum ersten Mal
auch zahlreiche osteuropäische Zeitschriften teilnahmen, und die ra-
sche Entwicklung des Internet haben die Initiatoren ermutigt, den be-
reits existierenden realen, aber losen Zusammenhang durch einen vir-
tuellen, aber systematischeren zu verstärken.


Die Strategie: Allianz zwischen einem alten und einem neuen Medium

Der hier angesprochene Typus von Zeitschriften stellt eine Medienspe-
zies dar, die wie wenige andere das kulturelle Selbstverständnis Eu-
ropas verkörpert, die inzwischen aber zu den bedrohten Arten gehört,
weil sie zunehmendem ökonomischen Druck und der wachsenden Konkurrenz
anderer Medien ausgesetzt ist. Paradoxerweise ist gerade das neue Me-
dium Internet dazu prädestiniert, spezifische Schwächen auszuglei-
chen, unter denen Periodika vom Typus der Kulturzeitschrift notorisch
leiden.

Wenn heute von der europäischen Kultur die Rede ist, wird geradezu
euphorisch ihre Vielfalt beschworen. Nur bleibt es meist bei wohlfei-
ler Rhetorik, denn unterschlagen wird, daß Vielfalt auch bedeutet:
viele (zu) kleine Märkte und viele Barrieren, vor allem sprachliche,
aber auch ökonomische. Wenn man die europäische Vielfalt wirklich
verteidigen und nicht einer uniformen globalen Kultur opfern will,
dann bedarf es besonderer Anstrengungen, um die gerade von den Kul-
turzeitschriften geleistete Übersetzungsarbeit (im engeren und weite-
ren Sinne) zwischen den Kulturen zu erleichtern und zu intensivieren.

Das Internet kann hierzu entscheidend beitragen. Kulturpessimisten
sehen in ihm die Speerspitze der kulturellen Globalisierung. Sie ü-
bersehen, daß es zugleich ein Medium ist, das es "minoritären" Grup-
pen, darunter die kulturelle Diaspora der hier angesprochenen Zeit-
schriften, erlaubt, ihre Kräfte gegen diesen Trend zu bündeln.

Wien, als österreichische Hauptstadt und europäische Metropole, ist
strategisch die ideale Basis für ein programmatisch europäisches Pro-
jekt wie eurozine. Insbesondere im Hinblick auf die intendierte Ost-
erweiterung steht Österreich in den nächsten Jahren vor entscheiden-
den Herausforderungen, auch und gerade auf der Ebene der Kultur.


Zielsetzung:
verbesserte Kommunikation und Information, neue Inhalte

eurozine gibt auf seiner Homepage jeder der beteiligten Partnerzeit-
schriften die Möglichkeit, 1. sich kurz vorzustellen, 2. die Inhalts-
verzeichnisse der aktuellen, der unmittelbar vorhergehenden sowie der
geplanten Nummern bekanntzugeben sowie 3. jeweils einen exemplari-
schen Artikel ihrer Wahl (unabhängig vom redaktionellen Teil von eu-
rozine) beizustellen (in der Originalsprache und/oder in Überset-
zung). Darüberhinaus werden u. a. Bezugsbedingungen, Adresse, Tele-
fon- und Fax-Nummer sowie E-Mail-Adresse angegeben, und, soweit mög-
lich, ein Link zur entsprechenden eigenen Homepage der Zeitschrift
geschaltet. Im Gegenzug weisen die Partnerzeitschriften in ihrem Im-
pressum ihre Mitgliedschaft aus und stellen Platz für eurozine-
Anzeigen zur Verfügung.

Auf diese Weise erfüllt eurozine einen doppelten Zweck: Zum einen
werden Kommunikation und Austausch zwischen den Redaktionen erleich-
tert. Man erhält rasch einen europaweiten aktuellen Überblick über
die Themen und Diskussionen in den anderen Zeitschriften. Zum anderen
liefert dieser Service Information für die Leser (und Promotion für
potentielle Abonnenten), die normalerweise nur schwer zugänglich ist.

Damit können die Strukturschwächen von Kulturzeitschriften (z. B. in
bezug auf personelle und technische Ausstattung der Redaktion, Ver-
trieb und Werbung) bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen werden.
Dies gilt insbesondere für Zeitschriften, die in "kleineren Sprachen"
erscheinen und deren Existenz oft nicht einmal bekannt ist.


Redaktionsstruktur und Leserzugang

Über seine Redaktionspartner erhält eurozine Zugang zu einem großen
Pool von Texten hoher Qualität und zu spezifischen Kenntnissen und
Kompetenzen in Bezug auf die intellektuelle Produktion der vertrete-
nen Länder. Vor allem aus diesen Quellen schöpft eurozine, um eine
Kulturzeitschrift neuen Typs zu produzieren. Entsprechend sind die
Partnerzeitschriften eingeladen, die besten Beiträge in ihrem Land
(also nicht nur in der eigenen Zeitschrift!) zu identifizieren und
eurozine zur Veröffentlichung vorzuschlagen. Darüberhinaus regt die
Redaktion von eurozine selbst Beiträge an bzw. akquiriert sie und
stellt sie den Partnerredaktionen zur Verfügung. Die Herausgeber bür-
gen für die Qualität und das Profil von eurozine. Die Zeitschrift hat
keinen festen Rhythmus, da das neue Medium es erlaubt, Artikel konti-
nuierlich auszuwechseln, Debatten "real time" zu führen etc. eurozine
ist mehrsprachig, für den Anfang englisch, französisch, spanisch und
deutsch. Allerdings sollen die Beiträge in sog. "kleinen" Sprachen
nach Möglichkeit zusätzlich in Übersetzung in eine "große" Sprache
zugänglich gemacht werden.

Die Auswahl und Redaktion der Texte für eurozine erfolgt autonom
durch die Redaktion in Wien. Die derzeitigen Redaktionsmitglieder
sind: Samuel Abraham (Kritika & Kontext, Bratislava), Walter Famler
(Wespennest, Wien), Carl Henrik Fredriksson (Ord & Bild, Stockholm),
Klaus Nellen (Transit, Wien/Frankfurt a.M.) sowie Cornelia Nalepka
(Managing Editor, Wien). Soweit Übersetzungen notwendig sind, werden
diese in Kooperation mit der jeweiligen Partnerzeitschrift organi-
siert.

Wesentlich für den Informations- und Serviceteil ist dessen Vollstän-
digkeit und Aktualität. Die Verantwortung dafür liegt bei den Part-
nerredaktionen; Voraussetzung für deren Teilnahme ist die regelmäßige
Lieferung von Informationen, wie sie in dem für alle Partner gelten-
den Fragebogen erhoben werden. Die Wiener Redaktion ist im Hinblick
auf die Partnerredaktionen zuständig für Kommunikation und Koordina-
tion.

Der vollständige Inhalt von eurozine ist allen Besuchern der Web Site
unentgeltlich zugänglich. Die existierenden Mailinglisten bieten dem
User die Möglichkeit, sich regelmäßig über neuerschienene Artikel in
den von ihm spezifizierten Sprachen, neu hinzugekommene Partnermaga-
zine oder Events - wie die für November 2000 in Wien geplante Zeit-
schriftenkonferenz - informieren zu lassen.

© Famler - Wespennest / Nellen - Transit 1997-1999

Kontakt: Cornelia Nalepka, eurozine, Rembrandtstr.31/4 A-1020 Wien,
Tel.: +43-1-332669122 Fax: +43-1-3332970 E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
WWW: http://www.eurozine.com

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VORSTELLUNG:
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plot point
Das Fachmagazin für Stoff & Projekt Development + newsletter

1997/98 gab Michael Joe Küspert, damals Leiter der Drehbuch-Werkstatt
Niedersachsen, das Fachmagazin plot point heraus. Sechs Ausgaben mit
jeweils dreißig Seiten erschienen in dieser Zeit. plot point war die
deutschsprachige Plattform für Drehbuchautoren und Filmschaffende,
die sich mit der Entwicklung von Filmprojekten beschäftigen und eine
speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Informationsquelle. Der
Bereich der non-fiction-Formate (Dokumentarfilm / Reportage / Fea-
ture) wurde gleichberechtigt mit dem Bereich Kinofilm / Fernsehspiel
/ TV-Movie behandelt.

Nach dem Ausscheiden Küsperts bei der Drehbuch-Werkstatt Niedersach-
sen gab es verschiedene Versuche, das Magazin fortzuführen. Als Er-
satz für das Magazin gibt Michael Joe Küspert, der seit 20 Jahren
u.a. als Autor, Regisseur und Produzent im Filmbusiness tätig ist,
seit Anfang 1999 den plot point newsletter auf eMail-Basis heraus.
Die Leserschaft ist von 100 schnell auf über 1500 gestiegen und sitzt
in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Spanien, den Nieder-
landen, Großbritannien und auch in den USA. Mittlerweile ist der
Münchner Uschtrin Verlag in das Projekt eingestiegen und hat gerade
die Verlegertätigkeit für den plot point newsletter übernommen. Neben
dem newsletter wird derzeit auch an einem Neustart des gedruckten
plot point Magazins gebastelt. Verlegerin Sandra Uschtrin und Michael
Joe Küspert haben aber noch weitere gemeinsame Projekte vor, für die
sie in der Branche bereits einige Kooperationspartner gefunden haben.
Neben gemeinsamen Fachbuch-Projekten startet demnächst ein Webauf-
tritt für die Bereiche Drehbuch und Dokumentarfilm Development unter
der Internet-Adresse www.plot-point.com. Die neue Domain wird in drei
Bereiche geteilt sein:

1. Die Development-Site (für den deutschsprachigen Raum). Hier sollen
Informationen, Adressen und Links und vieles andere mehr gebündelt
zusammengetragen werden. Diese geballte Zusammenstellung von Informa-
tionen für Profis und den Nachwuchs wird in Kooperation und Zusammen-
arbeit mit vielen europäischen Institutionen und Firmen erfolgen.

2. Der plot point newsletter. Hier werden künftig ältere Ausgaben des
newsletters nachzulesen sein. Außerdem wird es einen laufend aktuali-
sierten Terminkalender für Seminare und Workshops geben.

3. Das plot point Fachmagazin für Stoff & Projekt Development. Hier
gibt es zunächst Informationen zu den in den Jahren 1997/98 erschie-
nenen Heften. Einige ausgewählte Artikel werden dort nachzulesen
sein. Sobald das Magazin ab Sommer/Herbst 2000 wieder erscheint, wer-
den dort die aktuellen Ausgaben präsentiert. Für Abonnenten wird es
einen zusätzlichen, verschlüsselten Bereich geben, mit zusätzlichen
Angeboten.

Filmfirmen und -Institutionen, die mit ihrem Profil, ihren Aktivitä-
ten und Terminen auf www.plot-point.com vorgestellt werden möchten,
können sich ab sofort unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.

Der plot point newsletter kann kostenlos mit der message ’subscribe’
und der Nennung des Namens plus kompletter Anschrift an mail-
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! unentgeltlich abonniert werden.

plot point - Fachmagazin für Stoff & Projekt Development + newsletter
Redaktion: Zimmermannstraße 5, D-30453 Hannover, Fon 0179/2929898,
Fax 040/3603191310, mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Redaktion),
http://www.plot-point.com
Verlag: Uschtrin Verlag, Taxisstraße 15, 80637 München, mail-
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.uschtrin.de


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MARKETINGIDEEN:
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Gabi Neumayer [mailto:marketing.ideen at autorenforum punkt de]


"Huckepack"-Werbung für euer Buch

"Huckepack"-Werbung: So nenne ich die Maßnahmen, die ich euch heute
vorstelle - weil sie einfach als zusätzliches Element einem bereits
existierenden Kommunikationskontakt hinzugefügt werden können. Dafür
braucht man also weder irgendwo hinzugehen noch Kontakte neu zu knüp-
fen.

Diese Ideen sind außerdem als Aufwärmmaßnahmen für diejenigen beson-
ders geeignet, die sich gerade beim ersten Buch noch scheuen, offen-
siv auf ihr Buch aufmerksam zu machen. Außerdem kostet die Umsetzung
dieser Ideen fast bis überhaupt nichts.

Die Ausgangssituation: Euer Buch ist in der Endphase der Herstellung
oder auch gerade erschienen. Ihr wollt nun natürlich alle Welt darauf
aufmerksam machen. Am besten beginnt ihr damit bei eurer eigenen
Welt:


Immer ein Buch in der Tasche

Die erste Maßnahme: Sorgt dafür, dass ihr euer Buch immer in mindes-
tens einem Exemplar bei euch habt, wo ihr auch seid. Wenn ihr mit je-
mandem über euer Buch ins Gespräch kommt, könnt ihr es gleich
hervorholen. Besonders bei Büchern, in denen die Illustrationen oder
die Gestaltung eine große Rolle spielen, ist das sinnvoll. Die
Gesprächspartnerinnen und -partner verbinden dann auch optisch etwas
mit dem Buch und können sich darüber hinaus einen ersten eigenen
Eindruck verschaffen.


Infozettel und Lesezeichen

Leider sind gerade die Bücher mit einem starken Illustrationenanteil
(zum Beispiel Bilderbücher, Fotobände) meist auch besonders groß,
schwer und unhandlich, so dass es schon einigen Aufwand bedeutet, sie
ständig bei sich zu haben. Eine andere Möglichkeit, trotzdem einen
visuellen Eindruck des Buches zu vermitteln: Führt immer mehrere In-
fozettel mit euch, die ihr allen in die Hand drückt, mit denen ihr
sprecht.

Für meine Bilderbücher habe ich dazu jeweils das Cover schwarzweiß
kopiert. (Farbe ist bei Kopien gleich erheblich teurer. Wer seine Co-
ver hingegen einscannen und farbig ausdrucken kann, wird diese Mög-
lichkeit sicher gern nutzen.) In der Größe habe ich es verändert, bis
es etwa ein Drittel eines DIN-A5-Blattes einnahm, so dass unten und
rechts noch Platz für Text blieb. Rechts neben die Abbildung habe ich
eine kurze Inhaltsangabe gesetzt und die Angaben zum Buch wie: Titel,
Autorin,Verlag, Erscheinungsjahr, Seitenzahl, empfohlenes Lesealter
und ISBN. Auf den freien Platz unten habe ich handschriftliche Grüße
gesetzt und später, nachdem einige gute Rezensionen erschienen waren,
Ausschnitte aus diesen Besprechungen (natürlich mit Angabe des Medi-
ums).

Bei Sachbüchern kann man statt der Illustration zum Beispiel einige
Tipps aus dem Buch in Stichworten aufführen - gerade bei Ratgebern
lässt sich dadurch der praktische Nutzen des Buches dokumentieren.

Später habe ich für meine Kinderbücher auch farbige Lesezeichen (Ko-
pien auf farbigem Karton) mit den wesentlichen Infos und einigen be-
sonders schönen Illustrationen hergestellt. Gegenüber den Zetteln ha-
ben sie den Vorteil, dass sie nicht nur einen Informations-, sondern
auch einen praktischen Nutzen haben.

Diese kleinen Werbehilfen kann man anderen persönlich in die Hand
drücken; man kann sie aber auch allen Briefen beilegen, die man ver-
schickt. Und schließlich kann man Buchhandlungen bitten, sie auszule-
gen oder den Kundinnen und Kunden mit in die Einkaufstüten zu legen
(was dann aber keine "Huckepack"-Werbung mehr ist, sondern einen Ext-
raaufwand erfordert).


Rund um Brief, Telefon und E-Mail

Wir alle kommunizieren fast unentwegt, auf verschiedenen Wegen: von
Angesicht zu Angesicht, per Brief und Postkarte, über Telefon und AB,
per E-Mail. Und überall können wir einen Hinweis auf unser neues Buch
hinzufügen.

Wie wäre es beispielsweise mit einem Aufkleber für Postkarten und
Briefe/Briefumschläge? Achtet nur darauf, dass alle notwendigen Infos
für den Kauf des Buches aufgeführt sind. Auch eine kleine Abbildung
kann durchaus integriert werden, ohne den Aufkleber auf eine protzige
Größe aufzublasen. Alternativ könnt ihr einen Stempel anfertigen
(lassen).

Wer einen Anrufbeantworter hat, kann eine Info zum Buch in die Ansage
integrieren. Um Anrufende nicht zu verärgern, sollte dieser Text aber
wirklich sehr, sehr kurz sein und möglichst öfter einmal geändert
werden! Wer einen Ratgeber geschrieben hat, kann beispielsweise jeden
Tag oder jede Woche einen neuen, besonderen praktischen Tipp daraus
auf den AB sprechen.

Wer E-Mail nutzt und seinen E-Mails eine Signature hinzufügen kann,
sollte das ebenfalls für eine Buchinformation nutzen. Und wessen
Mailprogramm keine Signature ermöglicht, kann natürlich trotzdem ei-
nen Textblock in jede Mail einfügen.


Publikationen

Wenn ihr Artikel, Selbstvorstellungen für Anthologien und Ähnliches
schreibt, dann nutzt auch dort die Möglichkeit, für euer Buch zu wer-
ben - sofern euch das erlaubt wird. Zum Beispiel veröffentlichen wir
ja im Tempest unter jedem Artikel ein Kurzporträt des Autors, der Au-
torin, wo solche Informationen Platz finden können. (Na, ist das
nicht ein Anreiz, uns mal einen Artikelvorschlag zu machen?!) Bei-
spiele für solche Kurzporträts findet ihr direkt in diesem Tempest.


Kommunikation bewusst angehen

Ein letzter Tipp zur "Huckepack"-Werbung: Macht euch bei jedem Kommu-
nikationskontakt unabhängig vom aktuellen Anlass Gedanken darüber,
mit wem ihr da eigentlich kommuniziert. Ist die Freundin, der man ein
Rezept schickt, auch Lehrerin? Vielleicht kann sie mit dem Buch in
der Schule arbeiten? Oder ist ein Geschäftskunde gleichzeitig Redak-
teur einer Publikation, in der er euer Buch vorstellen könnte? Doch
das reicht schon in den Bereich "Networking" hinein, um den es in ei-
nem der nächsten Tempests gehen wird.


Und jetzt noch einmal:

Schickt mir eure eigenen Marketingideen! Das macht so gut wie gar
keine Arbeit, denn ich erwarte keine vollständigen Artikel - nicht
einmal vollständige Sätze ... Schreibt mir einfach eure Idee in eini-
gen Stichworten oder wenigen Sätzen auf - ich baue sie dann in einen
der nächsten Marketingideen-Artikel ein (und nenne euch natürlich au-
ßerdem - unter "Danke!", s. u.).

Noch mal zur Anregung: Was habt ihr schon selbst versucht? Was hat
gut geklappt - was weniger gut? Welche Tipps habt ihr für gute An-
schreiben an Verlage? Kennt ihr andere Huckepack-Maßnahmen? Und, weil
es hier bald darum gehen wird: Was fällt euch zum Thema "Networking"
für die Vermarktung eurer Bücher ein? Was kann und sollte man alles
schon vor Erscheinen des Buches tun? Wie schon gesagt: Wenn ich nur
aus meinem eigenen Fundus schöpfen kann, werden wir diese Rubrik sehr
bald einstellen müssen ...


Danke!

Für einen besonders guten Tipp für diesen Artikel: einen herzlichen
Dank an Ramona Roth-Berghofer!

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayer verfasste bisher einige hundert Artikel zu sprachlichen
Themen, außerdem einige Kinderbücher und (meist zusammen mit ihrer
Co-Autorin Ulrike Rudolph) mehrere Sachbücher, u. a. "Die neue Recht-
schreibung", Haufe Verlag, "Das Bewerbungsschreiben", Humboldt, "Ge-
schäftskorrespondenz von A bis Z", Humboldt (erscheint im Februar),
"Fred und Marie" (Bilderbuch), Lappan, "Im Gemüsedschungel", LeiV.


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AUTORENWISSEN:
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mailto: Ute Hacker [schreibgruppen at autorenforum punkt de]


Wie gründe ich eine Schreibgruppe? (Teil 2)

Im ersten Teil dieser kleinen Serie bin ich auf Fragen und Probleme
eingegangen, die auftauchen können, will man eine Schreibgruppe grün-
den. Ich bin dabei davon ausgegangen, dass es sich um eine Arbeits-
gruppe handelt, die durch gemeinsames Schreiben und gegenseitige Kri-
tik versuchen will, den eigenen Schreibstil zu verbessern, eine
Schreibblockade zu überwinden, endlich den seit Jahren in der Schub-
lade liegenden Roman zu Ende zu schreiben. Das erste Treffen ist ge-
schafft, die weiteren Termine stehen fest, die Frage ist nun:


Wie bringe ich die Gruppe über die ersten Hürden?

Eine offene Gruppe kann sich mehr oder weniger darauf verlassen, dass
eines der Mitglieder eine zündende Idee hat. Diese Gruppen "leben"
hauptsächlich davon, dass bereits vorhandene Texte vorgelesen und an-
schließend kritisiert werden. Das ist natürlich auch ein wichtiger
Bestandteil einer geschlossenen Gruppe, doch viel wichtiger finde ich
das gemeinsame Schreiben. Es ist immer wieder faszinierend, zu sehen,
wie aus einem vorgegebenen Thema, einem vorgegebenen Kapitelanfang
ganz unterschiedliche Geschichten entstehen! Gemeinsame Schreibübun-
gen sind das A und O einer Schreibgruppe.

Die Autorinnengruppe München (AGM), 1997 von mir gegründet mit dem
Ziel, vor allem Frauen zum Schreiben zu ermutigen, musste sich jedoch
im ersten Jahr einem ganz anderen Problem stellen: Einige Frauen
wollten ihre Texte, die zum Teil sehr persönlich waren, nicht vorle-
sen aus Angst vor der Kritik der anderen. Die erste Aufgabe war also,
erst einmal unter den Anwesenden eine Vertrauensbasis zu schaffen.


Wie schaffe ich Vertrauen?

Das geht natürlich am besten, indem man sich gegenseitig besser ken-
nen lernt. Ich persönlich habe bei den Einladungen zum ersten Treffen
der AGM bereits eine gewisse Vorauswahl getroffen, indem ich überleg-
te, ob die Frauen zueinander passen würden. Natürlich hat nicht jeder
den Vorteil, alle InteressentInnen bereits zu kennen, wie das bei mir
der Fall war; doch trotz meiner Überlegungen gab es besonders im ers-
ten Jahr der AGM einen regen Wechsel, bis sich Anfang 1998 die Gruppe
dann stabilisierte. Durch diese Wechsel verbrachten wir auch beinahe
ein Jahr damit, die Treffen mit einer ausführlichen Vorstellungsrunde
zu beginnen.

Doch die investierte Zeit hat sich gelohnt. In der Gruppe herrscht
ein großer Zusammenhalt, und es gibt keine Probleme mehr, auch die
persönlichsten Texte vorzulesen. Was natürlich mit unserer Art zu
kritisieren zusammenhängt.


Wie kritisiere ich und wie gehe ich mit Kritik um?

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Konstruktive Kritik ist das
Geheimnis. Was nützt mir die Aussage: "Dein Text gefällt mir nicht."?
Nichts, absolut nichts. Das muss dann schon heißen: "Dein Text ge-
fällt mir nicht, weil ..."
... die Dialoge unrealistisch sind
... die Figuren kein Profil haben
... die Handlung unstrukturiert ist und der rote Faden fehlt
... XYZ nicht der Mörder sein kann, weil er auf Seite 68 bereits
gestorben ist

Ich weiß, ich weiß, manchmal ist es verdammt schwer, den Finger auf
die Wunde zu legen, einfach deshalb, weil man die Wunde nicht sieht.
Oft weiß ich, mit dem Text stimmt etwas nicht, aber ich kann beim
besten Willen nicht sagen, was. Aber das ist nicht weiter tragisch,
ich bin ja nicht gezwungen, jeden Text zu kritisieren. Es gibt andere
Mitglieder der Gruppe, die mit genau diesem Text mehr anfangen können
bzw. die oben erwähnte Wunde genau kennen. Allerdings gehört schon
etwas Mut dazu zu sagen: "Tut mir leid, ich konnte mit deinem Text
nichts anfangen." Denn natürlich ist auch das Kritik, ganz massive
sogar.

Mich persönlich trifft das im ersten Moment immer sehr hart, denn na-
türlich will ich von allen Leuten hören, dass sie ganz begeistert
sind von meinen Texten und dass es das Beste sei, was sie je gelesen
haben. Ach ja, der Traum aller AutorInnen. Aber mittlerweile weiß
ich, dass in jeder noch so harten Kritik immer mindestens ein Körn-
chen Wahrheit steckt. Also höre ich mir die Meinung der anderen AGM-
Frauen an. In der Regel kann ich bereits nach dem dritten oder vier-
ten Feedback viel klarer sehen, woran es bei dem Text mangelt.

Ein kleiner, aber wirkungsvoller Tipp aus der Welt der Kommunikation:
Kritik - neudeutsch Feedback - immer direkt an die entsprechende Per-
son richten, niemals an der Person vorbei. Die Hemmschwelle, verlet-
zende Worte zu gebrauchen, ist sehr hoch, wenn ich sie meinem Gegen-
über direkt ins Gesicht sagen muss.

Es liegt nun an mir, etwas aus dieser Kritik zu machen. Grundsätzlich
ist es immer die Entscheidung der Autorin, den Text entsprechend zu
überarbeiten oder so zu lassen. Sie muss zu ihren Texten stehen kön-
nen, nicht die Gruppe. Und wenn ich als Autorin 100%ig von einem Text
überzeugt bin, kann es schon vorkommen, dass ich mir die Kritik zwar
anhöre, jedoch anschließend ignoriere. Übrigens schafft die richtige
Art des Kritisierens wiederum Vertrauen. Wenn die Mitglieder einer
Schreibgruppe merken, dass sie und ihre Texte ernst genommen werden,
dass die anderen sich mit den Texten wirklich auseinander setzen und
nicht nur kritisieren um des Kritisierens willen, lassen sie sich
viel eher auf diese Kritik ein. Nur so kann eine gegenseitige Förde-
rung funktionieren.


Schreibübungen

Eine wunderbare Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen, sind ge-
meinsame Schreibübungen. Es gibt unendlich viele Varianten dafür, man
muss sie nur alle erst einmal finden bzw. kennen. Leider gibt es im
deutschsprachigen Raum kaum Literatur zum Thema Kreatives Schreiben,
die besten Bücher kommen immer noch aus den USA und sind leider
(noch) nicht übersetzt. Doch sicher kennt ihr noch aus der Schulzeit
den reihum wandernden Zettel, auf den jeder etwas schreibt, ohne das
vorher Geschriebene zu kennen, und am Ende erhält man eine oft sinn-
lose, jedoch meist lustige Geschichte.

Diesen Zettel variieren wir etwas für unsere Zwecke. Eine Figur soll
geschaffen werden, zu der dann jeder eine Geschichte erfindet. Also
schreiben wir auf den Zettel untereinander:

Vorgaben (Beispiel)
Vorname - Nepomuk
Name - Breier
Alter - 38
Beruf - Psychologe
Familienstand - ledig, ein kleiner Sohn
Hobby - Tiefseetauchen
besondere Eigenschaft - sehr dickköpfig
aktueller Anlass - seine Nachbarin will etwas von ihm, ist aber total
nervig - er plant, sie umzubringen

Diese Liste kann beliebig erweitert werden, es sollte auf jeden Fall
jeder die Möglichkeit haben, der Figur etwas "anzudichten". Der Zet-
tel geht reihum, wie oben beschrieben, am Ende erhalten alle die De-
tails und sollen in ca. 30 Minuten eine Geschichte erfinden, in der
diese Details vorkommen müssen.

Eine andere Möglichkeit ist die so genannte Cluster-Methode. Jedes
Mitglied erhält ein großes Blatt Papier (am besten DIN A1 oder vom
Zeichenblock) und einen Buchstaben (Alphabet auf Pappe aufmalen, aus-
schneiden, in eine kleine Tüte geben und jeden einen Buchstaben zie-
hen lassen). Hat jeder einen Buchstaben, schreibt er ihn in die Mitte
seines Papiers und überlegt sich ein Wort dazu. Dieses Wort schreibt
er unter den Buchstaben, und nun gilt es, möglichst viele Assoziatio-
nen zu diesem Wort zu bilden. Dabei wird für jede neue "Richtung" ei-
ne eigener Cluster gebildet. Für das Brainstorming sollten 10 bis 15
Minuten angesetzt werden, danach muss jeder sich für einen Cluster
entscheiden und eine Geschichte schreiben (etwa 30 Minuten). - In dem
Buch von Gabriele L. Rico "Garantiert schreiben lernen" (Rowohlt Ver-
lag, DM 39,80) wird die Cluster-Methode ausführlich beschrieben.

Wichtig bei Schreibübungen ist, dass die unterschiedlichen Tempi der
Mitglieder berücksichtigt werden. Manche AutorInnen haben sofort die
zündende Idee, andere brauchen eine gewisse "Aufwärmzeit". In der Re-
gel ist eine halbe Stunde jedoch ausreichend, um wenigstens ein paar
Sätze aufs Papier zu bringen. Übrigens wird die Kreativität von Tref-
fen zu Treffen besser, weil bei vielen allmählich die Scheu wegfällt,
in der Gruppe zu schreiben.

Genauso wichtig ist, ausreichend Zeit zum Vorlesen zu lassen. Bei
einer halben Stunde Schreiben muss man ca. 5 Minuten pro Mitglied
rechnen. Hier wieder eine eiserne Grundregel: Niemand darf gezwungen
werden vorzulesen!!! Hat sich ein(e) Autor(in) jedoch dazu entschlos-
sen, geschieht das ohne Wenn und Aber. Gerade Mitglieder, die nicht
so von ihrer "Schreibe" überzeugt sind, neigen dazu, erst einmal fünf
Minuten erklärende Worte vorauszuschicken. Dabei sollte doch jedem
klar sein, dass man in 30 Minuten kein Nobelpreiswerk schreiben kann.
Wir haben uns auch angewöhnt, die Ergebnisse der Schreibübung nicht
zu kritisieren.


Im nächsten Tempest:
- das erste gemeinsame Projekt
- noch mehr Schreibübungen
- die Gruppe ändert sich

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt unter mehreren Pseudonymen, darunter Krimis als
Billie Rubin, und hat 1997 die Autorinnengruppe München gegründet,
die sie seither auch leitet. Vor einigen Wochen ist die zweite Antho-
logie der Gruppe - Road Roulette - erschienen und kann bei Ute bezo-
gen werden. Mehr Informationen dazu auf http://www.utehacker.de.


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Wie im letzten Tempest angekündigt, werden wir ab dieser Ausgabe un-
sere Rubrik "Schreibkurs" wieder aufleben lassen. Mit dem Thema "Dia-
log" beginnen wir einen mehrteiligen Beitrag. Gleichzeitig möchten
wir an dieser Stelle unsere Leser dazu aufrufen, eigene Artikel für
die Rubrik "Schreibkurs" oder unsere übrigen Rubriken einzureichen.
Mit autorenforum.de und dem darin monatlich erscheinenden "Tempest"
als Informations- und Artikulationsorgan bietet sich euch nicht nur
die Möglichkeit, euch mit anderen Autoren auszutauschen und für die
Zukunft Kontakte zu knüpfen (Echo-Service, Leserbriefe), sondern auch
die Chance, in punkto Schreiben professionell aktiv zu sein. Die
Einsendeformalien findet ihr am Ende dieser Ausgabe, direkt über dem
Impressum. Lasst diese Möglichkeit nicht ungenutzt verstreichen!


SCHREIBKURS:
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mailto:Ramona.Roth-Berghofer at autorenforum punkt de


Schreibkurs: Dialog (Teil 1)

Ein Roman lebt stark vom Dialog. Der Dialog, wenn er gut geschrieben
ist, sorgt für Tempo, vermittelt Hintergrund und belebt den erzählen-
den Text, indem er den Leser unmittelbar am Vernetzen der Romanfigu-
ren teilhaben lässt und diese durch ihre Art, einen Dialog zu führen
und damit ihre Beziehung aufzubauen, beschreibt. Dabei ist es wich-
tig, die richtige Dialogform zum richtigen Zeitpunkt zu wählen. Die
am häufigsten verwendete Form, um die Figuren für den Leser interes-
sant zu machen, ist sicher die "direkte Rede". Aber auch die "indi-
rekte Rede" und der "innere Monolog" haben - wohldosiert - ihre Be-
rechtigung.

- Direkte Rede: "Verdammt. Ich hatte dir doch gesagt, dass das Eis
an dieser Stelle bricht."

- Indirekte Rede: Verdammt. Sie hatte ihm doch gesagt, dass das Eis
an dieser Stelle brechen würde.

- Innerer Monolog/Gedanke (immer kursiv geschrieben!): Verdammt. Ich
hatte ihm doch gesagt, dass das Eis an dieser Stelle bricht.

Die direkte und indirekte Rede sind übrigens nicht zu verwechseln mit
dem direkten und indirekten Dialog, die beide noch in einem späteren
Artikel behandelt werden.

Eine Funktion des Dialogs ist es also, die Handlung voranzutreiben.
Ein Dialog, der keinen Konflikt, keine Spannung zwischen den handeln-
den beziehungsweise sprechenden Figuren aufbaut, verfehlt sein Ziel.
Er sollte dringend noch einmal überarbeitet werden.

Der Dialog vermittelt uns aber auch das unmittelbare Geschehen einer
Szene und informiert uns über Sprachmuster, Vokabular und Rhythmus,
über den Raum und die Zeit, in der eine Geschichte spielt. Ein junger
Mensch aus dem preußischen Berlin zum Beispiel wird eine andere Spra-
che sprechen als ein Jugendlicher aus der heutigen Bundeshauptstadt.

Wichtig ist, dass der Dialog den Eindruck vermittelt, dass tatsäch-
lich Menschen aus Fleisch und Blut miteinander reden. Aber Vorsicht,
der Dialog in einer Geschichte unterscheidet sich sehr von dem norma-
len Gespräch im Alltag auf der Straße, das ja durch seine Spontanität
nicht von A-Z durchdacht ist, viele Sprünge, Füllwörter, Satzabbrü-
che, vielleicht auch Dialekt usw. aufweist. Auch sind die Referenzen
- der Gesprächshintergrund - in einem Alltagsgespräch meist klar,
während sie in einem Dialogtext erst noch ausgearbeitet werden müs-
sen. In einem Roman ist es wichtig, dass der Anschein eines natürli-
chen Gesprächs gewahrt bleibt, dass es spontan, geistreich, leibhaf-
tig wirkt. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Autor mehrere Nächte
darüber gebrütet hat, bis sein Dialog sich wie aus dem Leben gegrif-
fen liest.


Alltagsgespräch:
A: "Hann Se schonn g`hört?"
B: "Wass? - Mensch, wo is dann mein Kuli widder hin?"
A: "Ei de Schmidt, he, der iss jetzt Stellvertreter vom Maier
geworde."
B: "Ah, do isser jo."
A: "De Schmidt?"
B: "Ne, mei Kuli. - Also wenn Se mich frache, de Schmidt hat
die Stell gar nit verdient."
A: "Do sache Se was. De Maier wird sich noch umgucke, wenn ...
Awwer was solls, uf unsereens härt ja doch kenner. Ich sach
Ihne, in nem halbe Johr hat de Schmidt hie alles runnergewirt-
schaftet, und mir kinne das dann widder g`rad bieche."
B: "Ach, iss dass immer e Zeuch mit dem Kuli! - Hann Se eichentlich
schon de neue Waache vom Schmidt gesien? Denne krachneie A8?"
A: "Ach nee, dreht da jetzt vollkumme durch? Der iss doch
mindescht`ns zwee Nummern zu groß für denne."


Dialogfassung:
A: "Wenn ich es nicht schwarz auf weiß gesehen hätte, würde ich es
nicht glauben."
B: "Dass Werner Schmidt die leitende Position eines Bezirksstell-
vertreters eingenommen hat? Das hat nicht nur Sie überrascht."
A: "Ich verstehe nicht, wie die Geschäftsleitung so blind sein
kann."
B: "Oh, die Geschäftsleitung ist noch viel blinder. Haben Sie schon
Schmidts neuen Geschäftswagen gesehen?"
A: "Etwa den neuen Audi A 8?"
B: "Genau den. Unglaublich, nicht wahr?"

Für einen guten Dialog ist es auch wichtig, dass der Leser die Figu-
ren sehen kann. Der beschreibende, unmittelbar mit dem Dialog ver-
knüpfte Hintergrund, sofern er den eigentlichen Dialog nicht er-
drückt, darf nicht vergessen werden. Ein Bild sagt mehr als tausend
Worte. Nicht immer muss die Aussage einer Figur nämlich mit ihrer
Körpersprache übereinstimmen. Der Hintergrund erinnert den Leser au-
ßerdem daran, wo die agierenden Figuren sich gerade befinden und was
sie gerade tun. Dort, wo der Dialog für sich alleine stehen kann,
sollte er das jedoch unbedingt tun.


Der Dialog hat also folgende Funktionen:
- Er beschreibt die Charaktere
- Er entwickelt durch die Vernetzung der Charaktere Konflikt und
treibt damit die Handlung voran
- Er vermittelt das Roman-Geschehen und
- Er vermittelt dem Leser ein Gefühl für den Raum und die Zeit, in
der ein Roman spielt

Im Folgenden werden wir anhand von Beispielen auf diese einzelnen
Funktionen eingehen und sie erläutern. Beginnen wir mit Punkt 1, der
Beschreibung einer Figur alleine durch den Dialog.


1) Der Dialog beschreibt die Charaktere

Allgemein:
Die Art des Dialogs, das Dialogniveau lässt uns wissen, mit welchem
Wesen von Mensch wir es zu tun haben. Ist die Figur zurückhaltend,
schüchtern oder eher großmäulig und agressiv? Ist sie humorvoll oder
nicht? Intelligent? Gebildet? Gutmütig oder eher berechnend? Wie ver-
hält sich der Charakter, während er spricht? Was tut er? Verschränkt
er die Arme? Tritt er von einem Fuß auf den anderen? Bleibt er völlig
ruhig oder cool? Auch "Tun" ist Dialog. Niemand spricht ohne Körper-
sprache. Manchmal ist die Körpersprache sogar die einzige Sprache,
mit der eine Figur spricht. All das muss der Leser aber beim Lesen
sehen können, damit ein rundes Bild in seinem Kopf entsteht.

In unserem nachstehenden Beispiel, einem Auszug aus Kirk Mitchells
"Backdraft", der bis auf den reinen, nackten Dialog gekürzt ist,
werden wir sehen, was uns ein Dialog alleine schon über die Figuren
verraten kann.

Stephen: "Du machst das ganz falsch."
Brian: "Halt den Mund!"
Stephen: "Falsch, falsch, falsch. - So geht das nicht."
Brian: "Doch es geht wohl."
Stephen: "Nein, tut es nicht. Ehrlich."
Brian: "Wer hat dich denn gefragt?"
Stephen: "Wenn du es nicht besser machst, geht der Mantel in Feuer
auf."
Brian: "Geht er nicht."
Stephen: "Doch, das wird er, und du wirst dich verbrennen. Du wirst
dann sterben. Genauso wie ... Carey. - Du wirst sterben."
Mann, der zur Tür hereinkommt: "Wer wird hier sterben?"
Stephen: "Dad. Er hat es falsch gemacht, wie immer."

In diesem kurzen Dialogausschnitt sehen wir, welche Wirkung Stephens
Sprache auf Brian hat. Auch können wir aus der Art der Sprache
schließen, dass es sich hier wohl kaum um zwei Erwachsene handelt,
wie am Ende durch Stephen bestätigt wird. Uns wird auch klar, dass
Stephen nicht zum ersten Mal das Brian völlig verhasste Wort Ehrlich
gegenüber gebraucht, was wiederum darauf hindeutet, dass Stephen Bri-
an schon des öfteren hat korrigieren müssen. Stephens Kommentar "Dad.
Er hat es falsch gemacht, wie immer." bestätigt diesen Eindruck.
Wir sehen also in Brian einen Jungen, der es Stephen gleich machen
will, nein besser! - und der versagt, wie immer. Die Feststellung
"wie immer" könnte sogar darauf hindeuten, dass es sich bei Brian und
Stephen um Brüder handelt. In jedem Fall fühlt Brian sich Stephen un-
terlegen, und das schon sein ganzes Leben lang, und dieses Gefühl der
Unzulänglichkeit macht Brian auf gewisse Weise sensibel, aber auch
missmutig, verletzlich, trotzig und aggressiv. Dennoch wird er es
nicht aufgeben, es Stephen irgendwann einmal gleichzutun, auch wenn
Stephen in diesem Fall wieder Recht hat - wie immer.

Aber dieser kurze Dialogauszug erzählt uns nicht nur etwas über die
beiden Figuren Brian und Stephen. Er liefert gleichzeitig auch Kon-
flikt.


2) Der Dialog entwickelt durch die Vernetzung der Charaktere Konflikt
und treibt damit die Handlung voran

Allgemein:
Der Dialog eignet sich hervorragend dafür, um mitten in eine Szene
hineinzuspringen. Er verleiht einer Szene und damit dem gesamten Ro-
man mehr Tempo. Jungautoren neigen meist dazu, ihre Szenen mit einem
ausführlichen erzählerischen Part zu beginnen, was, gerade wenn man
einen spannungsgeladenen Thriller schreiben will, nicht unbedingt der
beste Ansatz ist, um dem Leser das Gefühl mitreißender Action zu ver-
mitteln. Jedoch ist die Methode, direkt mit einem Dialog in einen Ro-
man oder eine Szene zu springen, kein Allheilmittel. Die Dosis macht
auch hier das Gift.

Hier noch einmal (exakt) unser obiges bis auf den Dialog gekürztes
Beispiel, um lästiges Hin- und Herblättern zu umgehen.

Stephen: "Du machst das ganz falsch."
Brian: "Halt den Mund!"
Stephen: "Falsch, falsch, falsch. - So geht das nicht."
Brian: "Doch es geht wohl."
Stephen: "Nein, tut es nicht. Ehrlich."
Brian: "Wer hat dich denn gefragt?"
Stephan: "Wenn du es nicht besser machst, geht der Mantel in Feuer
auf."
Brian: "Geht er nicht."
Stephen: "Doch, das wird er, und du wirst dich verbrennen. Du wirst
dann sterben. Genauso wie Carey. - Du wirst sterben."
Mann, der zur Tür hereinkommt. "Wer wird hier sterben?"
Stephen: "Dad. Er hat es falsch gemacht, wie immer."

Der Leser stellt sich sofort die Frage: "Was ist hier los?" Dieser
Dialogauszug steckt voller unverträglicher Emotionen und damit voller
Konflikt. Zwei Jungen (womöglich Brüder), die in ständiger Konkurrenz
zueinander stehen, von denen der eine das Gefühl hat, dem anderen
niemals ebenbürtig zu sein. Schon der erste Dialogsatz "Du machst das
ganz falsch" und die darauf erfolgende Antwort "Halt den Mund!" zie-
hen den Leser sofort in den Konflikt zwischen den beiden Jungen hin-
ein. "Falsch, falsch, falsch. - So geht das nicht.", das schürt den
Konflikt weiter. Dann von Stephen ein vermittelndes Ehrlich, das auch
fast wirkt. Und schließlich die Frage des Vaters, der unvermittelt
den Raum betritt, und Stephens Antwort: "Dad. Er hat es falsch ge-
macht, wie immer."

Von Anfang an haben wir hier Aktion und damit ein hohes Tempo. Perso-
nen und Konflikt sind über den Dialog und die damit einhergehenden
Emotionen gelungen miteinander verwoben. Dennoch wäre dieser lebendi-
ge Dialog - völlig auf sich alleine gestellt, wie er hier steht -
noch kein ausreichend guter Story-, Kapitel- oder Szenenanfang. Er
ist ein faszinierendes Gerüst, aus dem sich ein guter Einstieg entwi-
ckeln lässt. Im nächsten Tempest werden wir uns deshalb ansehen, wie
die endgültige Textpassage aus Kirk Mitchells "Backdraft" aussieht,
welche weiteren Informationen der Autor seinem Leser durch die Ver-
bindung von Dialog und szenischer Darstellung gibt.

In den nächsten Ausgaben des Tempest:
- Die Wechselwirkung von Dialog und beschreibendem Hintergrund
- Der Dialog vermittelt das Roman-Geschehen
- Der Dialog vermittelt dem Leser ein Gefühl für den Raum und die
Zeit, in der ein Roman spielt


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BUCHBESPRECHUNG:
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mailto:Ramona.Roth-Berghofer at autorenforum punkt de

"So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript"
von Sylvia Englert

"Dieses Buch wird Sie vom ersten Schritt an bei allen Phasen der
Buchentstehung begleiten und Ihnen einen Eindruck davon vermitteln,
was hinter den Kulissen der Verlage und in der Literaturszene statt-
findet. Sie erfahren nicht nur alles über die erste Kontaktaufnahme
mit Verlagen oder Veranstaltern, sondern auch, wie Sie Honorar und
Vertrag richtig verhandeln, was Sie nach Vertragsschluss und bei der
Zusammenarbeit mit dem Lektorat beachten sollten und was Sie nach der
Veröffentlichung noch für Ihr Buch tun können."

Dieses Zitat aus der Einleitung von "So finden Sie einen Verlag für
Ihr Manuskript" ist ein Versprechen, das Sylvia Englert hält. Ganz
gleich, ob es sich um Romane oder Kurzgeschichten, Lyrik, Sachbücher
oder Kinder- und Jugendbücher handelt, mit realistischem und kriti-
schem Blick geht die Autorin ausführlich auf jeden einzelnen dieser
Bereiche ein.

Aber nicht nur, dass Sylvia Englert als Lektorin und Autorin aus ih-
rem eigenen reichhaltigen Wissensschatz für den Leser schöpft, nein,
ihr Buch basiert auch noch auf über 60 Interviews mit AutorInnen,
LektorInnen, AgentInnen, KursleiterInnen, ZeitschriftenredakteurIn-
nen, VeranstalterInnen, MitarbeiterInnen von Autorenverbänden und
vielen anderen ExpertInnen. Wie sieht der Verleger den Markt? Was
meint der Buchhändler, der unmittelbar an der Verkaufsfront steht?
Welche Erfahrungen haben Lektoren mit unverlangt eingesandten Manu-
skripten? Und was kann ein guter Agent für einen Autor tun?

Sie möchten mehr über die Möglichkeiten wissen, die Ihnen eine Veröf-
fentlichung in einem Druckkostenzuschussverlag bietet? Auch hier
hilft Sylvia Englerts Ratgeber weiter. Sie denken an die Gründung ei-
nes Selbstverlages und schließen dabei nicht aus, dass aus dem
Selbstverlag einmal ein Kleinverlag werden könnte? Lesen Sie alles
darüber Wissenswerte im Kapitel "Selbstverlag - Chancen und Risiken"
nach.

Angenommen, Ihr Manuskript wurde von einem Verlag angenommen! Was
dann? Kennen Sie Ihre Rechte als Urheber bzw. Urheberin? Wissen Sie,
wie man mit einem Verlag verhandelt? Dass es auch in einem Verlags-
vertrag das sogenannte "Kleingedruckte" gibt und wie man es am besten
handhabt? Und was können Sie nach der Veröffentlichung selbst für Ihr
Werk tun?

Auch wie man sich als Autor oder Autorin selbst fördern kann, wird in
diesem Ratgeber erklärt. Wie wichtig beispielsweise Literaturzeit-
schriften als Sprungbrett sein können, nicht nur als Veröffentli-
chungsmöglichkeit für die eigenen Texte, sondern auch als Chance Kon-
takte mit Lektoren und anderen Autoren zu knüpfen, um sich so in der
Literaturszene einen Namen zu machen. "Ich habe meine kürzeren Texte
einfach an Zeitschriften geschickt und habe so diesen Lektor kennen
gelernt, der beim Kürbiskern arbeitete und gleichzeitig Lektor bei
Piper war. So bietet sich das an, und das ist heute nicht anders",
beschreibt der Autor Uwe Timm, dessen Werke mittlerweile hohe Aufla-
gen erreichen und zum Teil verfilmt wurden ., wie Sylvia Englert in
ihrem Buch zitiert. Eine Adressenliste von Literaturzeitschriften ist
dabei ebenso abgedruckt, wie die Adressenliste guter Agenturen oder
von Verbänden und Institutionen. Sie möchten sich über Wettbewerbe
und Ausschreibungen oder Förderungen und Stipendien informieren? Auch
daran ist gedacht! Und wer sich für Literatur Online interessiert,
auch eigene Texte im Internet veröffentlichen möchte, braucht nur im
Kapitel 15: "Auf der Datenwelle surfen" nachzulesen, was er dort zu
berücksichtigen hat. Adressen von Webzeitschriften wird er dort eben-
falls finden.

Auch weitere Literaturtipps rund ums Schreiben werden von Sylvia Eng-
lert reichlich gegeben, wobei sich die Autorin jedoch nicht nur damit
begnügt, lediglich die AutorIn, den Titel und das Erscheinungsjahr, -
ort zu nennen, sondern auch in einem kurzen Buchtipp über den jewei-
ligen Inhalt informiert.

Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass mit diesem umfangreichen und
äußerst detaillierten Ratgeber eines der besten Bücher zum Thema
Schreiben und Veröffentlichen auf den deutschen Markt gekommen ist.
Ein unverzichtbares Werk für jeden Autor, der sich über die deutsche
Medien- und Literaturszene informieren und sein Buch veröffentlicht
sehen will.

1999, 265 Seiten, 29,80 DM, ISBN: 3-593-36153-1, Campus Verlag.


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BUCHBESPRECHUNG:
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mailto:Gabi.Neumayer at autorenforum punkt de

"Unternehmen Drehbuch.
Drehbücher schreiben, präsentieren, verkaufen"
von Julian Friedmann

Der Titel sagt es schon: Dieses Buch ist nicht eines von denen, durch
die man vor allem das Drehbuchschreiben lernt. Stattdessen konzent-
riert es sich auf das Schreiben, Präsentieren und Verkaufen von Dreh-
büchern unter dem geschäftlichen Aspekt. Denn wer Drehbücher schrei-
ben will, aber vor der geschäftlichen Seite der Angelegenheit die Au-
gen verschließt, wird kaum je ein Drehbuch verkaufen können ...

Noch weniger als übers Drehbuchschreiben selbst weiß ein hoffnungs-
voller Drehbuchautor, eine -autorin in Deutschland über das Verkaufen
eines Drehbuchs. Hier finden sie endlich die notwendigen Anregungen
und Informationen dafür, zum Beispiel zu folgenden Fragen:

- Welche Rolle spielt Ihre Haltung für Ihre Karriere?
- Wie soll ein Treatment aussehen?
- Wie knüpft man kreative Kontakte?
- Wie führt man ein erfolgreiches Pitching durch?
- Wie geht man mit Kritik und Änderungen um?
- Wie lernt man sein Publikum kennen, um es in seinen Bann ziehen
zu können?
- Wie verhält man sich in geschäftlichen Besprechungen? Wie
bereitet man sich vor?
- Wie verhandelt man am besten?
- Wie findet man einen Agenten?
- Wie schützt man die eigene Arbeit?

Der Autor, Julian Friedmann, arbeitet seit vielen Jahren als Lektor,
Herausgeber und Agent und kennt den Markt und seine Anforderungen aus
dem Effeff. Da sich der amerikanische Markt jedoch in vielem vom eu-
ropäischen und speziell auch vom deutschen Markt unterscheidet, haben
der Drehbuchautor Oliver Schütte und der Medienanwalt Steffen Weihe
eine Menge zu diesem Buch beigetragen, haben es ergänzt und überar-
beitet. Ihnen ist es zum Beispiel zu verdanken, dass dieses Buch ein
ausführliches und kommentiertes Adressenverzeichnis für den deutsch-
sprachigen Markt enthält - mit Autorenverbänden, Seminarangeboten,
Agenturen, Filmförderung und mehr. Ein Anhang mit verschiedenen Ver-
tragsmustern rundet diesen hilfreichen Ratgeber zum Geschäft des
Drehbuchschreibens ab.

1999, 303 Seiten, 29,90 DM, ISBN: 3-404-94002-4, Bastei-Lübbe.


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INTERVIEW:
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mailto:Ramona.Roth-Berghofer at autorenforum punkt de

"Schreiben wollte ich schon mit zwölf"
Interview mit Linda Budinger

RRB: Im Juni letzten Jahres ist Ihr Fantasy-Roman "Der Geisterwolf"
in der Reihe "Das Schwarze Auge" bei Heyne erschienen? Wie kamen Sie
dazu, einen Roman für diese Serie zu schreiben?

Linda Budinger: Christel Scheja, die ich schon seit etwa zehn Jahren
kenne, hat mich darauf gebracht. Sie hatte bereits früher dort veröf-
fentlicht und auch einen neuen Roman gleich vor mir im Programm ste-
hen. Außerdem beschäftige ich mich ja seit vielen Jahren mit Rollen-
spielen, da lag das einfach nahe.


RRB: Welche Erfahrungen haben Sie während der Zusammenarbeit mit Ih-
rem Lektor gemacht?

Linda Budinger: Gute! Da bei Heyne selber nur noch ein abschließendes
Rechtschreiblektorat erfolgt, wurde von der Spielefirma ein Fachlek-
torat durchgeführt. Ich hatte das Glück, dass das vom Mitentwickler
der entsprechenden Region gemacht wurde, in welcher der Roman spielt.
Wir haben gleich zu Beginn, als der Roman noch in Arbeit war, telefo-
niert und erste Fragen geklärt. Dadurch konnte ich auch noch den ei-
nen oder anderen Hinweis einbauen.

Etwas kniffelig wurde es dadurch, dass mitten im Schreiben neue Re-
geln für die Nordregion herauskamen, die z. B. den Schamanismus di-
rekt betrafen. Das wollte ich natürlich noch berücksichtigen, damit
es keine Unstimmigkeiten gab. Dafür habe ich aber dann auch eine noch
nicht veröffentlichte Version der entsprechenden Sprachen und anderer
Fachbegriffe erhalten ;-)


RRB: Wie lange haben Sie an Ihrem Roman "Der Geisterwolf" gearbeitet?

Linda Budinger: Das ist nicht so leicht einzugrenzen, da die eigent-
liche Idee (Exposé) schon relativ früh stand. Geschrieben habe ich
circa neun Monate, natürlich nicht kontinuierlich, da der Roman ja
nebenher entstand.


RRB: Haben Sie Schreibroutinen oder -rituale?

Linda Budinger: Eigentlich nicht. Ich muss Ruhe haben, keine Gesprä-
che im Hintergrund, oder Musik mit verständlichem Text. Worte lenken
mich immer vom Formulieren ab.

Sehr selten verwende ich Musik als Unterstützung beim Schreiben. Je
nach Stimmung, und wenn, dann instrumental.


RRB: Wie gehen Sie an eine Geschichte heran? Entwickeln sie ein Expo-
sé oder schreiben Sie intuitiv drauflos, weil Sie im Groben wissen,
wohin Ihre Geschichte führen wird?

Linda Budinger: Kommt ganz darauf an. Kurzgeschichten schreibe ich
drauflos, da habe ich den Verlauf/Ende/Pointe auch schon fertig im
Kopf. Bei Novellen oder Romanen entwerfe ich manchmal einen groben
Verlauf, damit die Zeitlinie erhalten bleibt. Je mehr Figuren betei-
ligt sind, desto stärker ist das differenziert.

Beim "Geisterwolf" habe ich mich natürlich mit einem Exposé beworben,
ein Verlag will ja nicht die Katze (oder den Wolf in diesem Fall) im
Sack kaufen. Für den Roman selber habe ich dann eine Storyline für
jedes Kapitel geschrieben, quasi das Exposé auf die 10 von mir ge-
planten Kapitel verteilt. Hat auch ganz gut geklappt! Andere Romane
entstanden so nach und nach.


RRB: Bereits im Alter von 12 Jahren haben Sie angefangen zu schrei-
ben. Wie kamen Sie dazu? Liegt Schreiben in Ihrer Familie? Wurden Sie
durch jemand besonderen dazu angeregt?

Linda Budinger: Schreiben liegt nicht in der Familie. Die Liebe zu
Büchern schon. Wir haben zuhause immer viel gelesen, ich hatte Zugang
zu allen Büchern und habe mich als Kind auch oft genug in die Erwach-
senenabteilung der Stadtbücherei geschlichen. Mit Billigung der Mit-
arbeiterinnen ;-) Dadurch habe ich alles gelesen, bunt durcheinander,
oft in drei Werken gleichzeitig. Etwa Kassandra (C. Wolf), Fantasy
und Storys von E. A. Poe durcheinander...

Schreiben wollte ich immer nur das, was ich selber gerne lesen moch-
te. Ich habe schmerzlich starke Frauencharaktere in der phantasti-
schen Jugendliteratur vermisst. Gerade in der Fantasy gab es damals
eine Lücke, die ich eben mit eigenen Geschichten gefüllt habe.


RRB: Woher kommen die Ideen für Ihre Texte? Welche Außenimpulse flie-
ßen ein?

Linda Budinger: Darauf weiß ich keine richtige Antwort. Die Geschich-
ten sind einfach da und möchten gerne raus, aufgeschrieben werden.
Manchmal wird man durch ein bestehendes Werk angeregt. Wenn mir etwa
nicht gefällt, was ein anderer aus einer Idee gemacht hat. Wenn ich
durch einen Film in eine bestimmte Stimmung versetzt worden bin und
gerne etwas in der Art schreiben möchte.

Meistens jedoch habe ich hier eine Idee und da einen Gedanken, und
irgendwann setze ich mich hin und lege los.


RRB: Haben Sie Vorbilder für Ihre erzählerische Arbeit?

Linda Budinger: Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, fällt mir spon-
tan Astrid Lindgren ein. Ich mochte ihre Bücher und auch wenn ich
selber etwas total anderes schreibe, ist sie vermutlich die Gestalt,
die mich am stärksten beeinflusst hat, selber zu schreiben. Aber an-
sonsten gibt es unzählige Menschen, deren Werke mich angeregt (oder
aufgeregt!) haben, da einzelne herauszugreifen wäre nicht recht.


RRB: Kennen Sie Schreibblockaden?

Linda Budinger: Nein. Ich habe allerdings manchmal aus praktischen
Gründen nicht die Möglichkeit zum Schreiben. Das nervt mich dann
sehr, und ich werde kribbelig und unzufrieden.


RRB: Haben Sie Kritikerinnen oder Kritiker, deren Meinung Sie vor ei-
ner Überarbeitung einholen? Wenn ja, was schätzen Sie an Ihren Test-
lesern besonders?

Linda Budinger: Ich gebe die Sachen meinem Freund, der als Schlussre-
dakteur bei einem Redaktionsbüro verschiedene Zeitschriften betreut
und auch als freier Gutachter und Korrektor für Bastei tätig ist. Er
hat ein abgeschlossenes Hochschulstudium im Bereich Sprachwissen-
schaft. Ich bekomme damit ein objektives Lektorat und zusätzlich eine
persönliche Meinung. Wichtig ist es, beides fein säuberlich zu tren-
nen. Die wenigsten unprofessionellen Kritiker können ihre subjektive
Meinung aus der sachlichen Bewertung einer Story raushalten. Das
merkt man leider auch immer wieder an Fandomkritik (Wenn die Inhalte
gefallen, ist die Story für die meisten gut, ansonsten halt
schlecht...).

Wenn ich eine zweite Meinung möchte, gebe ich die Sachen an Freunde,
die auch schreiben. Bei Romanen (dem Geisterwolf und jetzt der Nebel-
burg) habe ich mir Testleser gesucht, die mich kaum persönlich ken-
nen, um den ’Freundschaftsbonus’ rauszuhalten. Man bewertet Texte
einfach anders, wenn man den Autor nicht kennt, als die eines Freun-
des, dessen Ansichten und Vorlieben einem schon vertraut sind. Schwä-
chen fallen u. U. nicht so auf und werden eher als ’persönliche Ei-
genart’ gedeutet.


RRB: Haben Sie Erfahrungen mit Schreibworkshops oder - zirkeln?

Linda Budinger: Kaum. Vor Ewigkeiten war ich mal in einer Literatur-
werkstatt, aber die anderen Mitglieder waren alle jenseits der 50 und
konnten mit dem phantastischen Genre wenig anfangen. Noch viel weni-
ger mit einem jungen Mädchen, dass sich in diesem Bereich tummelte.
Da ist es schwierig Kritik zu üben, die nützlich ist.


RRB: Sie sind auch Herausgeberin des Fanzines "Menhir". Welche Erfah-
rungen haben Sie als Fanzine-Herausgeberin gemacht?

Linda Budinger: Viele nette Leute kennen gelernt, einige nervige, ar-
rogante Künstler und Rezensenten schnell wieder zu vergessen ver-
sucht. Trends, Talente und Fanzines entstehen und vergehen gesehen.

Trotzdem eignen diese Hefte sich gut um erste Meriten zu erringen,
Kritik verdauen zu lernen, zu erfahren, dass man es NIE ALLEN recht
machen kann und Kontakte zu knüpfen.


RRB: Welche Schreibpläne möchten Sie unbedingt noch verwirklichen?
Gerade ist auch eine Kurzgeschichte von Ihnen in der Heyne-Anthologie
"Nur ein paar Schritte zum Glück" (Hrsg. Kristiane Allert-Wybranietz)
erschienen.

Linda Budinger: (lacht) Ich habe noch einiges auf Lager...

Ein Jugendroman im märchenhaften Ambiente einer Fantasy-Welt ist in
der Bugwelle des "Geisterwolfes" fertiggestellt worden. "Die Nebel-
burg" sucht derzeit einen Verleger. Ein phantastischer Episodenroman
in einem Pseudoasien ist gerade in Arbeit.

Unbedingt will ich einmal ein Kinderbuch um einen Frosch texten. Dann
steht noch der Fantasy-Roman an, den ich als Jugendliche begonnen ha-
be. Ein ziemlich ehrgeiziges Projekt mit fünf Hauptfiguren und einer
Reihe von wichtigen Nebenfiguren. Außerdem wäre es natürlich schön,
wenn ich mal eine eigene Anthologie bekäme - denn Kurzgeschichten
schreibe ich besonders gern und viel.

RRB: Welche Erfahrungen haben Sie im Umgang mit Verlagen, und welche
Tipps würden Sie angehenden Autorinnen und Autoren dafür geben?

Linda Budinger: Hartnäckig sein, flexibel bleiben. Manchmal kann es
Jahre dauern, bis sich Erfolge zeigen. Kritikfähig werden und merken,
wann man einen Text zwar noch ändern und anders ausdrücken, aber
nicht mehr irgendwie verbessern kann. Auch sagen können: Hier ist
Schluss!


RRB: Wie schätzen Sie die Veröffentlichungsmöglichkeiten für unbe-
kannte Autorinnen und Autoren ein?

Linda Budinger: Kommt ganz auf das Genre an. Kriminalromane laufen
derzeit gut, früher waren sie als Trivialliteratur verschrien. Ich
hoffe, dass sich bei der Phantastik eine ähnliche Entwicklung zeigt.
Wie schlecht die Chancen stehen, weiß jeder, der mal eine Runde auf
der ’Verlagstour’ mitgemacht hat.

Mein konkreter Rat: Trotzdem weitermachen oder wenigstens weiter-
schreiben. Erfolg in diesem Metier nicht an Äußerlichkeiten, sondern
nur an der eigenen Verbesserung und der Freude am Schreiben festma-
chen.


RRB: Welches Buch/Magazine etc. lesen Sie zur Zeit? Und was hat Sie
davon besonders beeindruckt und warum?

Linda Budinger: Gerade habe ich "Better Angels" vom amerikanischen
Autor Howard V. Hendrix gelesen, dann stecke ich in einigen englisch-
sprachigen Fanzines mittendrin. Als nächstes möchte ich mir "Into the
Green" von Charles de Lint vornehmen. Im Moment ist daher alles zu-
fällig etwas englisch gefärbt. Ich mag die Eigenart dieser Sprache,
Dinge sehr genau auf den Punkt zu bringen.

Aber ich schreibe nur in meiner Muttersprache, außer ab und an Lie-
dertexte oder Lyrik.


RRB: Gibt es irgend etwas, das Sie angehenden Autorinnen und Autoren
besonders ans Herz legen wollen?

Linda Budinger: Man sollte nicht Schriftsteller werden wollen, um
reich oder berühmt zu werden. Dieses Ziel sollte man sich dann set-
zen, wenn man für sein Leben gerne schreibt oder sich mit Texten be-
schäftigt. Und man in erster Linie für sich allein (oder ein kleines
Publikum) schreiben kann und damit auch eine ganze Weile oder viel-
leicht ein Leben lang zufrieden ist.

Außerdem nie versuchen zu schreiben wie das große Vorbild "XX" oder
"YY"! Eigene Ideen, Herangehensweisen, der eigene Stil sind eine Be-
reicherung der Leselandschaft, und das gilt es zu fördern und zu kul-
tivieren. Und - Stil ist nur ein Werkzeug um die Geschichte gut zu
erzählen, und sollte daher nicht zum selbstverliebten Geplänkel aus-
ufern.

RRB: Danke für dieses Interview.


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FRAG DIE SACHBUCHEXPERTIN:
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mailto:Gabi.Neumayer at autorenforum punkt de

Frage: Ich war zunächst davon ausgegangen, mein Buch in einer ersten
Fassung zu schreiben und dann über eine Literaturagentur einen Verlag
zu suchen. Nun rätst du mir ja, mich bereits im Vorfeld nach einem
Verlag umzuschauen. Wie kann ich das sinnvoll angehen? Ich habe ja
nur einige Entwürfe und Textproben vorzuweisen? [...] Was soll ich
beifügen?

Antwort: Sachbücher werden fast nie als fertiges Manuskript gekauft.
Üblich ist, dass man ein Exposé mit vorläufiger Gliederung, ein aus-
sagekräftiges Probekapitel und Informationen über sich selbst ver-
schickt (warum man so besonders geeignet ist, dieses Buch zu schrei-
ben, dieses Thema zu behandeln). Auch eine Kenntnis des Marktes ist
sinnvoll, so dass man sein Buch schon gegen Konkurrenz abgrenzen kann
(s. mein Expertentipp im ersten Tempest vom 15. November 99).

Dass Sachbücher fast immer über Konzepte verkauft werden, hat mehrere
Gründe. Ein besonders wichtiger: Sachbücher erscheinen meist in Rei-
hen, weniger als isolierte Einzeltitel. Und für jede Reihe in jedem
Verlag gibt es ein bestimmtes Layout, Längenvorgaben, bestimmte Text-
elemente, die vorgegeben sind, eventuell eine bestimmte Form etc. Ein
fertiges Manuskript anzupassen, das ist einfach zu viel Arbeit - für
AutorIn und Verlag! Daher noch einmal meine dringende Empfehlung: Ab-
gesehen vom Probekapitel nichts fertig schreiben - erst einen Verlag
suchen!!

Zur Agenturfrage: Ich würde erst einmal empfehlen, es direkt bei pas-
senden Verlagen zu versuchen. Allerdings solltest du (aber das gilt
auch, wenn du eine Agentur beauftragst!) den jeweiligen Verlag mit
seinen Themen und Reihen gut kennen (Verlagsprogramme zuschicken las-
sen!) und genau sagen können, wie dein Buch ins Konzept hineinpasst.
(Zur Verlagssuche s. meine Checkliste auf der Website von Autorenfo-
rum.de; Agenturen mit ausführlichen Porträts findest du im "Handbuch
für Autorinnen und Autoren" von Sandra Uschtrin - online ist dazu
auch einiges auf ihrer Homepage http://www.uschtrin.de nachzulesen.)

Vielleicht möchtest du dir aber doch vorab noch ein Buch zum Thema
kaufen, das sehr viel ausführlicher ist, als ich es hier sein kann.
Zwei Tipps:
- "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript" von S. Englert,
Campus Verlag
- "Von der Buchidee zum Bestseller" von D. R. Meynecke, Ullstein Ver-
lag (eventuell in neuerer Ausgabe auch bei einem anderen Verlag -
frag mal nach!)

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Gabi Neumayer verfasste bisher einige hundert Artikel zu sprachlichen
Themen, außerdem (meist zusammen mit ihrer Co-Autorin Ulrike Rudolph)
mehrere Sachbücher. Zu ihren Veröffentlichungen gehören u. a. "Die
neue Rechtschreibung", erschienen im Haufe Verlag, "Das Bewerbungs-
schreiben", Humboldt, und "Geschäftskorrespondenz von A bis Z", das
im Februar 2000 im Humboldt-Taschenbuchverlag erscheinen wird.
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