Ausgabe 2-7 (14. Juli 2000)

Echoservice
Vorstellung
     "Projekt Kulturative"
Marketingideen
     "Marketing im Internet 2"
Buchbesprechung
     "The Key. How to Write Damn Good Fiction
     Using the Power of Myth"
     besprochen von Ute Hacker
     "Der Heros in tausend Gestalten"
     besprochen von Ute Hacker
     "20 Master Plots"
     besprochen von Gabi Neumayer
     "Klosterführer"
     besprochen von Gabi Neumayer
Erfahrungsbericht
     "’Sehr geehrte Autorin’ - Briefschnipsel"
     ausgewählt und kommentiert von Barbara Slawig
Seminarbericht
     "20 AutorInnen schreiben eine Geschichte - oder:
     Wie man einen Workshop mit James N. Frey er- und überlebt"
     von Ute Hacker
Sprache
     "Gänsefüßchen"
     von Gabi Neumayer
Frag die Expertin fürs Übersetzen
     (Barbara Slawig)
Frag den Experten für Verlagswesen, Buchhandel und Marketing
     (Bjoern Jagnow)
Frag die Expertin für Schreibgruppen
     (Ute Hacker)
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

diesmal erscheint der Tempest wieder etwas früher, weil ich mich aus
dem nassen Köln für eine Weile verabschiede (nein, nicht schon wieder
Urlaub - ich nehme ganz viel Arbeit mit!). Trotzdem ist diese Ausgabe
wieder voller spannender und nützlicher Informationen. Einen besonders
herzlichen Dank an Ute Hacker und Barbara Slawig, die neben ihrer Ex-
pertentätigkeit diesmal auch noch Buchbesprechungen und Artikel gelie-
fert haben. Ohne sie wäre der Tempest nur halb so umfangreich ausge-
fallen ...

Das bringt mich zum Thema: Wir sind weiterhin angewiesen auf die Tipps
und Beiträge von euch! Also: Welche Erfahrungen habt ihr bei der Ver-
lagssuche, mit Verlagen, Agenturen, LektorInnen gemacht? Welche
Schreibtipps und -techniken haben euch für euer Schreiben besonders
viel gebracht? Wie geht ihr mit Kritik um - wie nutzt ihr sie? Wie
schafft ihr euch Freiräume zum Schreiben? All diese Fragen (und natür-
lich noch viel mehr) beschäftigen alle AutorInnen. Gebt euer Wissen
weiter! Ich freue mich über jeden Vorschlag für einen Beitrag (bitte
vorher mit mir abklären: redaktion at autorenforum punkt de).

Unser Marktinfo-Muster findet ihr wieder unter diesem Editorial. Bitte
kopiert es euch und tretet selbst einmal an Zeitschriften heran, bei
denen Honorare für Geschichten gezahlt werden, und bittet sie darum,
es auszufüllen. Einen Redakteur oder eine Redakteurin für die Marktin-
fos suchen wir übrigens immer noch: Meldet euch!

Was gibt es in diesem Tempest? Neben einem umfangreichen Ausschrei-
bungs- und Seminarteil und vielen Expertenantworten findet ihr heute
auch eine Menge Buchbesprechungen und einen spannenden Bericht über
einen Schreibworkshop mit James N. Frey, den viele von euch sicher
durch seine beiden "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt"-
Bücher kennen. Außerdem ... aber das lest ihr besser alles selbst!

Einen schönen Sommer, weniger Regen (über meinem PC tropft’s schon
wieder ...) und mehr Sonne wünsche ich uns allen!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin
__________
Das Marktinfo-Muster:

Publikation: [Titel, Verlag]
Konzept, Zielgruppe: [in wenigen Sätzen]
Erscheinungsweise: [monatlich, halbjährlich etc.]
Sucht vor allem:
Länge der Beiträge:
Inhaltliche Vorgaben/Wünsche:
Formale Vorgaben:
Honorar:
Richtlinien anfordern bei: ... [sofern es welche gibt]
Besonderer Tipp für die AutorInnen:
Kontaktperson: [Anschrift, Telefon, Fax, E-Mail, URL]

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Der "Tempest" kommt mit Courier 10 Punkt am besten zur Geltung!
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ISSN 1439-4669   Copyright 2000 autorenforum.de. Copyright- und
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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   INHALT DIESER AUSGABE:
      Editorial
      Inserate
      Offerte
      Ausschreibungen
      Publikationsmöglichkeiten
      Seminare
      Echoservice
      Vorstellung
           "Projekt Kulturative"
      Marketingideen
           "Marketing im Internet 2"
      Buchbesprechung
           "The Key. How to Write Damn Good Fiction
           Using the Power of Myth"
           besprochen von Ute Hacker
           "Der Heros in tausend Gestalten"
           besprochen von Ute Hacker
           "20 Master Plots"
           besprochen von Gabi Neumayer
           "Klosterführer"
           besprochen von Gabi Neumayer
      Erfahrungsbericht
            "’Sehr geehrte Autorin’ - Briefschnipsel"
            ausgewählt und kommentiert von Barbara Slawig
      Seminarbericht
            "20 AutorInnen schreiben eine Geschichte - oder:
            Wie man einen Workshop mit James N. Frey er- und überlebt"
            von Ute Hacker
      Sprache
            "Gänsefüßchen"
            von Gabi Neumayer
      Frag die Expertin fürs Übersetzen
            (Barbara Slawig)
      Frag den Experten für Verlagswesen, Buchhandel und Marketing
            (Bjoern Jagnow)
      Frag die Expertin für Schreibgruppen
            (Ute Hacker)
      Impressum

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INSERATE:
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Kurs "Phantastische Fernsehserien-Untersuchung eines Phänomens" an der
VHS Rüsselsheim von Robert Vogel

Sciencefiction, Fantasy und Mystery nehmen seit Jahren einen ständig
anwachsenden Platz in der populären Unterhaltung ein. Phantastische
Filme sind die größten Blockbuster an den Kinokassen, und Bücher von
Autoren wie Wolfgang Hohlbein verzeichnen Rekordauflagen. Begriffe wie
STAR TREK und STAR WARS sind jedem geläufig, ebenso wie DER HERR DER
RINGE oder PERRY RHODAN.

Besonders phantastische Serien wie STAR TREK, BABYLON 5, HERCULES/XENA
und RAUMPATROUILLE ORION erfreuen sich größter Beliebtheit. Die Fans
dieser Serien wissen oft mehr darüber als die Leute, die sie produzie-
ren. Woran liegt das? Was haben diese Serien an sich, dass man sich so
intensiv damit beschäftigt?

In dem VHS-Kurs "Phantastische Fernsehserien - Untersuchung eines Phä-
nomens" möchte ich diesen Fragen in lockerer, unterhaltender Form auf
den Grund gehen.  An jedem Abend des Kurses werde ich eine oder mehre-
re beliebte Serien vorstellen und erläutern, wie sie entstanden sind,
einen Blick hinter die Kulissen werfen und darlegen, was sie so be-
liebt macht. Zur Unterstützung meiner Erläuterungen werde ich Videoma-
terial zeigen, das in Deutschland unbekannt ist (z. T. in englischer
Sprache). Bei Interesse werde ich gerne nach Ende der Kurs-Stunde Fra-
gen der Teilnehmer beantworten.

Dauer des Kurses: 10 Abende von 20:00 bis 21:30 Uhr (mittwochs)
Beginn: 18. Oktober
Ort: VHS-Unterrichtsstätte Rüsselsheim, Landrat-Harth-Heim, Raum 14,
Darmstädter Straße 14, Rüsselsheim
Preis: 105 DM
Anmeldungen bei: VHS Rüsselsheim, Am Treff 1, 65424 Rüsselsheim, Tele-
fon: (0 61 42) 3 27 37, Fax: (0 61 42) 1 68 94

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OFFERTE:
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Einführung ins Drehbuchschreiben

autorenforum.de veranstaltet weitere Drehbuchseminare. Christian Lück,
Drehbuchdoktor und Autor verschiedener Spielfilm- und Kurzfilmproduk-
tionen, bietet seine Einführung ins Drehbuchschreiben erneut an.

Termin: 18. bis 20. August in Speyer

Weitere Informationen gibt es unter der Rubrik OFFERTEN auf unserer
Website.


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AUSSCHREIBUNGEN:
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    (siehe http://autorenforum.de/links/termine/index.html)
 (Quellen: Westfälisches Literaturbüro, uschtrin.de, Federwelt u. a.)


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31. Juli 2000
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Open Mike

Zum achten Open Mike, einem internationalen Wettbewerb für junge
deutschsprachige Autoren, laden die "literaturWERKstatt berlin" und
die Stiftung Preußische Seehandlung nach Berlin ein. Vergeben werden
Stipendien für insgesamt 9 000 DM. Die eingeladenen Autoren erhalten
für ihre Lesung in der "literaturWERKstatt berlin" ein Startgeld von
150 DM.

Kontakt: literaturWERKstatt berlin, Kennwort "Open Mike", Majakowski-
ring 46/48, 13156 Berlin, Telefon: (0 30) 48 52 45-0,
Fax -30, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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11. August 2000
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Stadtschreiber von Minden

Die Stadt Minden schreibt eine auf 6 Monate befristete Stadtschreiber-
stelle aus. Die Stelle wird einmal im Jahr besetzt und ist mit einem
Stipendium von monatlich 2 000 DM ausgestattet. Die Autorin/der Autor
wohnt mietfrei in einem Fachwerkhaus der Mindener Altstadt und erhält
außerdem die Reisekosten erstattet. Den größten Teil seiner Stadt-
schreiberzeit soll der Stadtschreiber in Minden verbringen und dort
das kulturelle Leben durch bezahlte Lesungen, Diskussionen und
Workshops bereichern.

Senden Sie Ihre formlose Bewerbung mit einem kurzen Lebenslauf, einer
Publikationsliste und einer Arbeitsprobe von ca. 20 Seiten an: Herrn
Gerd Voswinkel, Königswall 99, 32423 Minden.


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14. August 2000
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Peter-Härtling-Preis für Kinder- und Jugendliteratur

Die Stadt Weinheim schreibt den mit 10 000 DM dotierten Preis für Au-
torinnen und Autoren mit einer noch unveröffentlichten Erzählung für
Kinder oder Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren aus. Mindestumfang
60 und Höchstumfang 200 Schreibmaschinenseiten. Anschrift: Verlag
Beltz & Gelberg, Stichwort: Peter-Härtling-Preis für Kinder- und Ju-
gendliteratur. Postfach 10 01 54, 69441 Weinheim.


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15. August 2000
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Wilhelm-Busch-Preis

Der mit 10 000 DM dotierte Preis für satirische und humoristische
Versdichtung wird zum vierten Mal ausgeschrieben. Thematische oder
stilistische Vorgaben sind nicht zu beachten. Grafische Darstellungen
können mit der Versdichtung verknüpft sein. Zusätzlich wird aus Anlass
der Weltausstellung in Hannover ein Sonderpreis Expo 2000 ausgeschrie-
ben, der unter dem Motto Mensch - Natur - Technik steht. Einsendungen
von nicht mehr als 3 DIN-A4-Seiten unter Angabe von Name, Vorname, Al-
ter, Beruf, Adresse erwartet das Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen,
Kennwort: Wilhelm-Busch-Preis oder Expo, Schachtstraße 53, 31655
Stadthagen.


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15. August 2000
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Textbilder zur Zeitenwende

Gesucht werden Textbilder: Verbindungen von Text und Bild zum Thema
Zeitenwende - Time of Change, z. B. handgemalte Gedichte. Alle Beiträ-
ge werden in der Galerie im Bürgerzentrum in Minden von September bis
November 2000 ausgestellt und in dem handgemachten bibliophilen Farb-
katalogjahrbuch abgebildet. Alle Teilnehmer erhalten davon ein kosten-
loses Belegexemplar, wenn er/sie mit dieser einmaligen Veröffentli-
chung einverstanden ist. Die Technik ist frei gestellt, das Format
muss Größe 70 x 100 cm betragen. Einsendungen an: Wolkenstein, Galerie
im Kulturverein, Seidenbeutel 1, 32423 Minden/ Westfalen.


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1. September 2000
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"Eberhard"
Kinder- und Jugendliteraturpreis des Landkreises Barnim

Zur Förderung von Kindern und Jugendlichen schreibt der Landkreis Bar-
nim anlässlich des Kinder- und Jugendliteraturtages einen Preis aus.
Er ist mit 5 000 DM dotiert und wird am Tag der Kinder- und Jugendli-
teratur im Landkreis Barnim vergeben. Das Motto der diesjährigen Aus-
schreibung lautet: "2000 - und was morgen geschieht, bestimme auch
ICH".

Kontakt: Landkreis Barnim, Schulverwaltungs- und Kulturamt, Heegermüh-
ler Straße 75, 16225 Eberswalde, Telefon: (0 33 34) 21 42 55,
Fax: (0 33 34) 21 41 92.


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15. September 2000
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Autorenwettbewerb für alle bis 25

Die Regensburger Schriftstelllergruppe International schreibt wieder
ihren zweijährlichen Jugendautorenwettbewerb aus. Bewerben können sich
Autoren bis zu 25 Jahren. Eingeschickt werden können deutschsprachige
Lyrik und Kurzprosa bis zu 5 Minuten Lesezeit (maximal 2,5
Normseiten zu je 1 800 Anschlägen!).

Für den ersten bis fünften Preis werden zwischen 2 000 und 250 DM ver-
geben, außerdem gibt es weitere Geld- und Buchpreise.

Die mit einem Kennwort versehenen Manuskripte müssen  in einem Um-
schlag, der ebenfalls mit einem Kennwort versehen ist, und den ausge-
füllten Anmeldeformularen in einem zweiten Umschlag (mit Namen und Ad-
resse) eingeschickt werden.

Nähere Informationen: Regensburger Schriftstellergruppe International,
15. Jungautorenwettbewerb, Von-der-Tann-Straße 13, 93047 Regensburg.


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15. September 2000
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Wolfgang-Hohlbein-Preis

Wolfgang Hohlbein, einer der bekanntesten Jugendbuchautoren des
deutschsprachigen Raums, wurde 1982 durch einen vom Verlag Carl Ueber-
reuter ausgeschriebenen Preis entdeckt. Sein fantastischer Roman "Mär-
chenmond" wurde unter 1 000 Einsendungen als bestes Manuskript ausge-
wählt.

Um weitere Talente zu fördern, schreibt der Verlag Carl Ueberreuter
den Wolfgang-Hohlbein-Preis 1999 zum zweiten Mal aus. Er ist mit 15
000 DM (100 000 ÖS) dotiert. Das Preisträgermanuskript wird in der von
Wolfgang Hohlbein herausgegebenen Reihe Edition Märchenmond erschei-
nen. Die Jury behält sich vor, den Preis auch aufzuteilen bzw. nicht
zu vergeben.

Autorinnen und Autoren sind eingeladen, ein bislang unveröffentlichtes
Manuskript aus dem Genre "Fantastischer Jugendroman" bis spätestens
15. September 1999 an den Verlag zu senden.

Adresse: Verlag Carl Ueberreuter GmbH, Kennwort "Wolfgang-Hohlbein-
Preis", Alserstraße 24, Postfach 306, A-1091 Wien, Telefon: (00 43/1)
4 04 44-1 71, Fax: (00 43/1) 4 04 44-5.


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15. September 2000
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Literarischer März 2001 - "Leonce-und-Lena-Preis"

Wie in jedem zweiten Jahr schreibt die Stadt Darmstadt für das Jahr
2001 den "Leonce-und-Lena-Preis" (dotiert mit 15 000 DM) und die
"Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise" (dotiert mit insgesamt 15 000 DM) für
deutschsprachige Lyrik aus. Teilnehmen können deutschsprachige Auto-
rinnen und Autoren, die nicht vor 1965 geboren sind, mit jeweils bis
zu zwölf unveröffentlichten Gedichten. Sie müssen in dreifacher Aus-
fertigung zusammen mit der Meldekarte eingesandt werden, die beim Lek-
torat anzufordern ist.

Weitere Informationen und Kontakt: Lektorat des Literarischen März,
Kulturamt, Luisenplatz 5, 64283 Darmstadt,
Telefon: (0 61 51) 13 33 37.


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30. September 2000
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Story-Olympiade 2001

Thema: Traumpfade
Genre: Alle nur erdenklichen Spielarten der Phantastik (SF, Fantasy,
Horror, Crossover ...). Keine Fan-Fiction!

Wie letztes Jahr findet auch dieses Jahr wieder die "Story-Olympiade
für phantastisches Schreiben" im Internet statt. Es handelt sich um
eine nicht kommerzielle Veranstaltung. Jeder Hobbyautor, der einen In-
ternetanschluss besitzt, kann daran teilnehmen. Eine Jury wird darüber
entscheiden, wer auf dem Siegertreppchen steht.

Für die Jury werden noch Juroren gesucht. Wer sich für die Jury bewer-
ben möchte, schickt eine Mail mit dem Kennwort "Juroren Storyolympiade
2001" an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die besten Geschichten sollen in einer abschließenden Anthologie ver-
öffentlicht werden.

Hier die Teilnahmebedingungen in verkürzter Form. Wer sich näher in-
formieren möchte, findet ausführlichere Infos auf der Homepage der
"Story-Olympiade 2001":
http://www.fortunecity.de/lindenpark/karajan/371/wettbewerb/index.html

Die Teilnahmebedingungen:

Teilnehmerkreis
- Hauptberufliche Autoren sind ausgeschlossen.
- Alle Autoren, die noch kein eigenständiges Werk (Roman, Novelle)
veröffentlicht haben, sind teilnahmeberechtigt.
- Autoren, die in Fanzines oder Anthologien veröffentlicht haben, sind
natürlich teilnahmeberechtigt.

Technisches
- Nur ein Beitrag pro Autor!
- Umfang minimal 8, maximal 12 Normseiten
- 30 Zeilen pro Seite, zweizeilig
- 60 Zeichen pro Zeile
- Courier 10 oder 12 Punkt
- Alte und neue Rechtschreibung sind zugelassen.
- Einsendungen als Mail mit dem Text der Geschichte oder als Anhang
(DOC-Formate bis Word 2000, RTF und TXT) an mail-
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
- Der Autor sollte zumindest mit einem Rechtschreibprogramm geprüft
haben, ob sein Text einigermaßen fehlerfrei ist.
- Die Story darf weder irgendwo in gedruckter Form noch im Internet
publiziert werden, bevor die Gewinner feststehen.
- Da die besten Geschichten in einer abschließenden Anthologie veröf-
fentlicht werden sollen, wird eine Erlaubnis der AutorInnen zum Ab-
druck und eine Bestätigung, dass die Geschichten frei von Rechten
Dritter sind, benötigt. Sämtliche Rechte verbleiben beim AutorIn.
- Eine Veröffentlichung bedingt kein Recht auf ein kostenloses Beleg-
exemplar. Da dies ein nicht kommerzielles Projekt mit voraussichtlich
geringer Auflage ist, werden eventuelle Überschüsse für Rezensionsex-
emplare verwendet. Dies dürfte sicherlich im Sinne der Autoren sein,
deren Ziel es ist, ihren Namen bekannt zu machen.


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30. September 2000
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Fragmente 2000

Literatur lebt von Herausforderungen. Immer kürzer wird die Halbzeit
literarischer Produkte, immer mundgerechter und marktschreierischer
müssen sie präsentiert werden, um Abnehmer zu finden. Die Veranstalter
des Wettbewerbs Fragmente 2000 sehen diese Entwicklung kritisch, neh-
men sie aber als kreative Herausforderung an.

Gesucht werden bisher unveröffentlichte, literarische Fragmente, die
bei aller Kürze über eine gewisse Substanz verfügen.Texte, deren über-
raschende Bruchstellen zum Qualitätsmerkmal werden. Inhaltliche Vorga-
ben gibt es nicht, allerdings ist ein Umfang auf 90 Zeilen á durch-
schnittlich 96 Zeichen (Leerzeichen inkl.) festgelegt.

Vier Kopien sind einzureichen, wobei die Fragmente selbst keinen Namen
tragen sollen (nur das beigelegte Anschreiben). Aus allen Einsendungen
werden neun Fragmente gewählt, deren Autoren sich am 9. Dezember zum
Literaturwettstreit in Bamberg treffen. Vor Publikum und Jury verlesen
sie hier ihre Texte und stellen sich danach der Diskussion. Am Ende
des Tages entscheidet die Jury über die Vergabe des Preises (zwischen
3 000 und 10 000 DM).

Einsendungen an: Fragmente 2000, Otto-Friedrich-Universität Bamberg,
Kapuzinerstraße 16, 96045 Bamberg, www.fragmente2000.de.


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1. Oktober 2000
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Arbeitsstipendien in Nordrhein-Westfalen

15 Arbeitsstipendien hat das nordrhein-westfälische Kulturministerium
für Autorinnen, Autoren und Übersetzer ausgeschrieben. Die Stipendien
sollen den Abschluss einer literarischen Arbeit  in den Bereichen Ly-
rik, Prosa und Hörspiel ermöglichen. Die Landesförderung wird für die
Dauer von 3 Monaten in Höhe von monatlich 2 000 DM gewährt.

Bewerben können sich nur Interessierte mit Wohnsitz in NRW, und zwar
beim  Ministerium für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur
und Sport, Referat 515, Breite Straße 31, 40213 Düsseldorf.


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15. Oktober 2000
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Buchpreis "Lesen für die Umwelt"

Die "Deutsche Umweltstiftung" vergibt seit 1989 jährlich den Buchpreis
"Lesen für die Umwelt". Er ist mit 5 000 DM dotiert und wird in diesem
Jahr zum zwölften Mal vergeben. Es werden Autorinnen und Autoren ge-
würdigt, die durch ein literarisches Werk, ein populäres Sachbuch oder
eine wissenschaftliche Arbeit einen besonderen Beitrag zum Schutz der
natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen, der Tier- und Pflanzenwelt
geleistet oder zur Diskussion umweltrelevanter Themen maßgeblich und
innovativ beigetragen haben.  Die Prämierung soll dem Publikum Orien-
tierung im schnelllebigen Buchmarkt geben und die öffentliche Wahrneh-
mung des herausgestellten Titels fördern.

Kontakt: Deutsche Umweltstiftung, Schlachthofstr. 6, 76726 Germers-
heim, Telefon: (0 72 74) 47 67, Fax: (0 72 74) 7 73 02,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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30. November 2000
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Literaturwettbewerb der GEDOK

In diesem Jahr lautet das Motto: "Vieles ist gewaltig, aber nichts ist
gewaltiger als der Mensch." Vergeben werden zwei Preise von je 1 000
DM. Jeder Teilnehmer kann eine Kurzgeschichte von bis zu 2 Seiten Um-
fang oder bis zu 3 Gedichte einsenden. Die Texte sollen eingereicht
werden: in dreifacher Ausfertigung, mit einer sechsstelligen Zahl ano-
nymisiert und mit der Adresse in einem separaten Umschlag.
Kontakt: Gedok e. V., Henkelstraße 3, 65187 Wiesbaden,
Telefon: (06 11) 69 12 16, Fax: (06 11) 69 12 19.


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31. Dezember
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Glauser - Krimipreis der Autoren

Der Preis wird jährlich von einer Jury des SYNDIKATs vergeben und ist
mit 10 000 DM dotiert.  Mit dem Preis sollen Qualitätsmaßstäbe
deutschsprachiger Kriminalliteratur beispielhaft dokumentiert werden.
Die Jury bewertet jeweils die Krimiproduktion deutschsprachiger Auto-
rInnen des laufenden Jahres. Die Preisverleihung findet jeweils im
darauffolgenden Jahr auf der CRIMINALE statt.

Kontakt: SYNDIKAT, Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur,
c/o Prof. Dr. Horst Bosetzky ("-ky"), Benediktinerstraße 54, 13465
Berlin.


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PUBLIKATIONSMÖGLICHKEITEN:
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www.literature.de bietet die kostenlose Möglichkeit zur Veröffentli-
chung von Texten auf den Seiten, im Printheft und gesondert in der An-
thologie.

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Die Edition Wendepunkt sucht noch Gedichte für die Lyrikanthologie
"Capriccio". Für das Jahrbuch "Durch Jahr und Tag" sowie die Antholo-
gien "Märchenhafte Geschichten" und "Alltagsgeschichten" wird neben
Lyrik auch noch Kurzprosa aufgenommen.

Einsendungen an: Edition Wendepunkt, Betti Fichtl, Hebbelstraße 6,
92637 Weiden.

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Gesucht werden für Anthologien im Heyne-Verlag München Gedichte und
Kurzgeschichten sowie Märchen. Erscheinen ist geplant für Frühjahr
bzw. Herbst 2001. Ein bestimmtes Thema ist nicht vorgegeben.

Weitere Infos und Einsendungen an: Kristiane Allert-Wybranietz, Zum
Horsthof 6, 31749 Auetal-Rolfshagen.

Einsendeschluss: 31. Juli 2000 (Kurzgeschichten), 30. März 2001 (Ge-
dichte)


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SEMINARE:
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24. bis 27. August 2000
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Elternwerkstatt

Die in der Nähe des thüringischen Pößneck gelegene Burg Ranis soll
nach und nach zu einem literarischen Zentrum ausgebaut werden. Die
nächste Veranstaltung:

Elternwerkstatt zum Erzählen und Spielen mit Märchenerzähler Andreas
Hildebrandt und Spielzeuggestalter Sebastian Schröder. 350 bis 400 DM
pro Wochenende.

Auskünfte: Dr. Martin Straub,  Lese-Zeichen e.V., Kulturpark Rasenmüh-
leninsel 401/5, 07745 Jena, Telefon: (0 36 41) 61 67 63,
Fax: (0 36 41) 44 28 21.


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14. bis 17. September 2000
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Professionalisierung für Autorinnen und Autoren aus den Bereichen Bel-
letristik, Essay, Sachbuch, Lyrik

Themen: Literaturagenturen, Lektorat, Verhandlungen mit Verlagen, Ver-
marktungsstrategien, Werbung und Präsentationsformen - Handbücher,
Hilfsmittel, Adressen, Stipendien, Literaturpreise, Recherche, Inter-
net, weiterführende Fortbildungsmöglichkeiten, Hinweise und Tipps für
den Beruf, Rechts- und Steuerfragen, Normvertrag, Verwertungsgesell-
schaft Wort, Künstlersozialkasse - Schreibtechniken, Textwerkstatt,
Lesungen. Erste Publikationserfahrungen (Zeitschrift/Anthologie) wer-
den vorausgesetzt.

Kosten: 300 DM (150 DM für Mitglieder der IG Medien)
Anmeldung: Institut für Arbeitnehmerbildung (IfAB), Teutobur-
ger-Wald-Str. 105, 32791 Lage-Hörste, Telefon: (0 52 32) 98 34 28,
Fax: (0 52 32) 98 34 62, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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24. bis 26. September 2000
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Vom Bild zum Text. Eine Literaturwerkstatt

Diese Literaturwerkstatt erforscht in Lektüre und eigenem Produzieren
verschiedene Möglichkeiten, zu Bildern zu schreiben. Dabei werden die
Modalitäten der Zeit in Bildern und Texten - z. B. Simultaneität und
Sukzession, Augenblick und Dauer - einen Schwerpunkt der Arbeit bil-
den.

Eingeladen sind Menschen, die ihre Schreibstrategien und ihr Reper-
toire generativer Verfahren intensivieren und erweitern wollen, die
gern experimentieren und über ihre und die Experimente anderer nach-
denken. Grundlegende Voraussetzung für alle TeilnehmerInnen: Lust an
Bildern - an Gemälden, Fotos und was es sonst noch gibt.

Leitung: Prof. Dr. Gundel Mattenklott, Dr. Olaf Kutzmutz
Kursgebühr: 220 DM (inkl. Übernachtung und Verpflegung)
Anmeldeschluss: 24. August 2000
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11,
Fax (0 53 31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
http://www.bundesakademie.de


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29. September bis 1. Oktober 2000
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Autorenarbeit für den TV-Markt: Das Beispiel Sitcom

Ein neues, zudem finanziell sehr lukratives Betätigungsfeld für deut-
sche Autorinnen und Autoren ist die Sitcom. "Die Camper" oder "Das
Amt" heißen zum Beispiel deutsche Ableger des Genres, die sich neben
den amerikanischen Originalen immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Wie können Autorinnen und Autoren jedoch Fuß fassen auf dem attrakti-
ven TV-Markt? Gewiss nicht ohne Kenntnis der einschlägigen Mechanismen
dieses Marktes. Dafür deckt das Seminar die Gesetzmäßigkeiten des
Schreibens für die Sitcom auf, erläutert den Produktionsprozess, ana-
lysiert die einzelnen Untergenres und gibt den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern die Möglichkeit zu praktischen Übungen. Gemeinsam soll in
diesen Praxis-Teilen ein Konzept für eine neue Sitcom erarbeitet wer-
den.

Leitung: Michael Joe Küspert, Ute Woeckner
Kursgebühr: 240 DM (inkl. Übernachtung und Verpflegung)
Teilnahmebedingungen: Fügen Sie Ihren Anmeldungen bitte eine tabella-
rische Aufstellung Ihres einschlägigen beruflichen Werdegangs bei.
Anmeldeschluss: 29. August 2000
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11, Fax (0 53
31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.bundesakademie.de


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20. bis 22. Oktober 2000
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Praxis-Seminar "Schreiben kann man lernen, wenn man es kann"

Man hat eine tolle Idee für eine Hauptfigur in einem Roman. Voller E-
lan wird geschrieben. Auf Seite 30 geht der Hauptfigur langsam die
Puste aus ... Oder: Man hat einen spannenden Stoff, den man unbedingt
in einer Geschichte verarbeiten will. Auf Seite 16 findet man den
Stoff plötzlich furchtbar langweilig ...

"Was braucht eine Schriftstellerin im Medienzeitalter?", fragte sich
Liane Dirks und gab die Antwort: Mut, Begabung, Technik. Um Technik
geht es in diesem Wochenendseminar. Es richtet sich an Schriftstelle-
rinnen, die sich auf dem Sprung in die Professionalität weitere Grund-
lagen für ihr Schreiben erarbeiten wollen. Welche Tipps, Regeln oder
Techniken lassen sich für die jeweilige Schreibabsicht anwenden, um zu
einer individuellen Arbeitsweise zu gelangen?

Referentin: Ulla Diekneite
Gebühr: 180 DM inkl. Übernachtung/Verpflegung
Teilnahmebedingungen: schriftliche Bewerbung mit Biographie, Exposé zu
der Idee (ca. 1 Normseite) und eine Textprobe (5 Normseiten)
Anmeldeschluss: 1. Oktober 2000
Anmeldung: Literaturbüro NRW-Ruhrgebiet e. V., Friedrich-Ebert-Str. 8,
45956 Gladbeck, Telefon: (0 20 43) 99 26 44.


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8. bis 10. Dezember 2000
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Nicht von dieser Welt? Die Sciencefiction-Kurzgeschichte

Sciencefiction hat in Deutschland ihr Publikum - das beweisen erfolg-
reiche Filme wie "Star Wars" oder Serien wie "Star Trek". Deutschspra-
chige Sciencefiction-Literatur fristet hingegen - abgesehen vom Mas-
senphänomen "Perry Rhodan" - ein Schattendasein. Kurzgeschichten die-
ses Genres finden nahezu keinen professionellen Markt.

Anders in den USA: Zahlreiche Zeitschriften publizieren die Kurzform
der Sciencefiction. In den so genannten Clarion Workshops und anderen
Schreibschulen bilden Profi-Autoren den schriftstellerischen Nachwuchs
marktgerecht aus. Der amerikanische Einfluss auf die Sciencefiction
ist dadurch übermächtig - auch in puncto Stil und Inhalt.

Das Seminar orientiert sich an diesen amerikanischen Workshops. Redak-
teur und Autor besprechen kritisch die zuvor eingereichten Texte der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer (max. 5 Seiten), weitere eigene Arbei-
ten entstehen im Seminar und werden auf stilistische und konzeptionel-
le Schwächen überprüft. Die Autorinnen und Autoren finden so schneller
zu einem unverwechselbaren Stil.

Das Seminar richtet sich vor allem an Autorinnen und Autoren, die ih-
ren ersten literarischen Moonwalk im Bereich Sciencefiction versuchen.
Allgemeine Grundlagen des Schreibens sollen ebenso erarbeitet werden
wie Techniken, um Figuren, Handlungen und fantastische Welten zu er-
finden. Der kritische Blick der Teilnehmer für eigene und fremde Werke
wird durch das Seminar geschärft.

Leitung: Klaus Frick, Robert Feldhoff
Kursgebühr: 230 DM (inkl. Übernachtung und Verpflegung)
Anmeldeschluss: 8. November 2000
Anmeldung: Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel, Post-
fach 11 40, 38281 Wolfenbüttel, Telefon (0 53 31) 8 08-4 11,
Fax (0 53 31) 8 08-4 13, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
http://www.bundesakademie.de


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ECHOSERVICE:
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Co-AutorIn gesucht

Wenn wir gemeinsam schreiben, berühren sich unsere Innenwelten, unsere
Träume, unsere Ängste und Wünsche bekommen eine Form, und wir berühren
uns da, wo wir selbst sind. Für diese Reise suche ich eine Co-Autorin
oder einen Co-Autor, die oder der mit mir einen Fantasy-Roman mit pro-
fessionellem Anspruch und Veröffentlichungsabsicht schreiben und die
Konventionen des Genres ebenso wie die Konventionen des eigenen Den-
kens erkunden möchte. Hast du Lust? Schick mir einen Text, und lass
mich dich lesen.

Manfred Kooistra, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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VORSTELLUNG:
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 (In dieser Rubrik stellen sich ausgewählte Literaturzeitschriften,
  Literaturbüros, kulturelle Einrichtungen etc. selbst vor.)

                          Projekt Kulturative
                            von Rami Hamze

Das Projekt Kulturative wurde im Januar 2000 mit dem  Anspruch initi-
iert, kulturelle Kräfte und Köpfe zu bündeln. Gemeinschaftlich zusam-
mengeschlossen, versteht sich die  Kulturative als eine Initiative für
mehr Kultur im WWW. Höchste Konzentration erfahren die Bereiche Lite-
ratur -  darunter fallen Lyrik, Kurzprosa und Texttheorien - sowie
Philosophie in Form von allgemein zugänglichen Essays. Betrachtungen
über die Wagner-Festspiele oder Lobeshymnen  auf die Goethe-
Gesellschaft sind nicht vorgesehen.

Die Kulturative möchte sich als Veröffentlichungsplattform für all
diejenigen AutorInnen präsentieren, die Gefallen am Schreiben haben
und der Internet-Welt etwas Nicht-Triviales mitteilen wollen. Mitma-
chen kann jeder. Ein nicht löchriger, aber auch nicht undurchdringli-
cher Qualitätsfilter garantiert dabei subjektiv selektiertes Niveau.
So finden sich seit neuestem auch professionelle Schriftsteller in der
Kulturative; dominiert wird die inhaltliche Präsenz jedoch von Ama-
teur-Dichtern und Pseudo-Intellektuellen.

Geplant sind in Zukunft Kooperationen mit anderen Projekten im Inter-
net, so dass die Kulturative ihrem Anspruch, eine Kultur-Kooperative
darzustellen, immer näher kommt und somit ihr eigentliches Ziel, ver-
schiedene Gedanken, Worte und  Experimente zu verbinden, hoffentlich
realisieren kann.

Adresse: http://www.kulturative.de
Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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MARKETINGIDEEN:
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                             (mailto:marketing.ideen at autorenforum punkt de)


                       "Marketing im Internet 2"

Wie man sich als AutorIn oder auch die eigenen Bücher übers Internet
bekannter machen kann, dafür hatten wir in der letzten Ausgabe einige
Anregungen gegeben. Wie immer waren sie lediglich als genau das ge-
dacht: Anregungen, die Ausgangspunkte für eure eigenen Ideen sein sol-
len, von denen ihr uns im Idealfall dann wiederum berichtet.

Dass man über manche Tipps verschiedener Ansicht sein kann, versteht
sich von selbst. So war ein wichtiger Hinweis von Bjoern Jagnow nach
dem letzten Tempest, dass jede Grafik die Ladezeit einer Seite erhöht.
Coverabbildungen bringen sicher mehr Nutzen, als ihre höhere Ladezeit
schadet; schließlich bieten sie im Netz, wo man ein Buch weder anfas-
sen  noch darin blättern kann, den einzigen visuellen Zugang. Was ein-
gescannte Leseproben angeht, ist Bjoern beispielsweise strikt dagegen
- ich finde es zumindest überlegensweit, weil ich weiß, wie wichtig
mir ein möglichst sinnlicher Eindruck beim Buchkauf ist.

Wie auch immer: Unsere Marketingtipps sollen nicht mehr und nicht we-
niger als Anregungen sein. Sie zeigen, was man machen kann, was andere
bereits machen - und worauf man achten sollte. Was ihr euch im Endef-
fekt für eure eigenen Bemühungen aussucht, das entscheidet ihr ja so-
wieso selbst. Und wenn jemand - wie Bjoern diesmal - aus seiner Erfah-
rung und seinem Fachwissen heraus etwas zurechtrücken oder Details er-
gänzen kann, sind wir natürlich immer dankbar.

Heute findet ihr hier Tipps einer Leserin, die ihre Erfahrungen mit
Aktionen auf ihrer Internetseite schildert; außerdem einige Ergänzun-
gen von Bjoern Jagnow zum Thema "Internetmarketing".


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Sylvia Görnert-Stuckmann
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Da wir gezwungen waren, das Buch "Die Welt hat ein Gesicht" selbst un-
ters Volk zu bringen (denn nur, wenn jemand die Chance hat, von einem
Buch zu hören, kann er sich auch entscheiden, ob er es sich vielleicht
besorgen möchte ...), hat mein Mann eine Reihe guter Ideen entwickelt.
So haben wir zum Beispiel eine eigene Internetseite entworfen
(www.goernert-stuckmann.de) und sie - ähnlich wie im Tempest beschrie-
ben - jedem mitgeteilt, der sich nicht wehren konnte: Mein Briefkopf
wurde damit bestückt, Visitenkarten wurden gemacht, und einige Freunde
fahren seitdem sogar mit der Internet-Adresse auf ihrem Auto spazie-
ren.

Leider war die Frequenz nicht besonders toll, was uns veranlasste, ein
Gewinnspiel auf eben jener Seite zu veranstalten. Der Verlag ließ ei-
nige Kinderbücher springen, und schon hatten wir ein Gewinnspiel, das
uns außer einem Tag Arbeit nicht viel kostete. Die Teilnehmer mussten
sich kreuz und quer durch meine Seite arbeiten und insgesamt 17 Fragen
beantworten - was sich als etwas zu schwer erwies, denn die Zahl der
Teilnehmer war nicht eben sehr lang.

Im nächsten Jahr waren wir dann etwas vorsichtiger: Lediglich drei
Fragen waren noch zu beantworten, und man brauchte wirklich nicht viel
Zeit dazu. Weit über 200 Teilnehmer haben diesmal mitgemacht - wie
viele von ihnen sich aber letztendlich das Buch einmal live angesehen
haben, weiß ich nicht. Trotzdem hat es sicherlich etwas gebracht.


+++++++++++++
Bjoern Jagnow
+++++++++++++
[zu den Marketing-Möglichkeiten bei Online-Buchhandlungen]
Details, die weit über Autorenkommentar und Rezensionen hinausgehen,
findet man beispielsweise unter http://www.amazon.de/autoren/. Verlage
"vergessen" mitunter, Titelbilder und Infos zum Inhalt im Katalog ab-
zulegen. Der Autor kann dies nachholen. (Leseproben ins Netz zu stel-
len ist allerdings nur dann erlaubt, wenn man noch über die entspre-
chenden Nebenrechte verfügt. Andernfalls muss man den Verlag um Er-
laubnis fragen.) Unter dem genannten Link kann man seine Bücher auch
anmelden, falls der Verlag das nicht getan hat. Voraussetzung ist le-
diglich eine ISBN.

[zur Anmeldung eurer Webseiten bei Suchmaschinen]
Die Website muss auch entsprechend programmiert sein, d. h.: sinnvolle
Verschlagwortung der Meta-Tags im Quellcode, korrekte Verlinkung. Wenn
Frames benutzt werden, muss im Frameset unter noframes ein Link auf
die nächste Content-tragende Seite gelegt werden - sonst hört die
Suchmaschine bereits vor den eigentlichen Inhalten auf.



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BUCHBESPRECHUNG:
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  "The Key. How to Write Damn Good Fiction Using the Power of Myth"
                      besprochen von Ute Hacker

(Diese Kritik basiert auf der amerikanischen Originalausgabe. Ich
möchte dem Übersetzer nicht ins Handwerk pfuschen, verwende aber
zwecks der Lesbarkeit des Textes meine Übersetzung der verwendeten
Begriffe. Bei der ersten Erwähnung schreibe ich den Originalbegriff in
Klammern. Der Einfachheit halber verwende ich vorwiegend die männli-
chen Formen der Figuren, auch wenn ein Held selbstredend weiblich sein
kann.)

Wer die ersten beiden Bücher von James N. Frey - "Wie man einen ver-
dammt guten Roman schreibt", Band 1 + 2 - kennt, wird sich auch in dem
neuen Buch von ihm schnell zurecht finden. Alle drei Bücher sind ähn-
lich logisch aufgebaut, anhand eines - sehr ausführlichen - Beispiels
wird die Theorie erklärt und anschaulich dargestellt.

Freys neues Buch basiert auf der These einiger Mythologen, besonders
Joseph Campbell (Autor des Buches: "The Hero with a Thousand Faces" -
"Der Heros in tausend Gestalten"; Kurzkritik siehe unten) und Christo-
pher Vogler (Autor von "The Author’s Journey: Mythic Structure for
Writers"). Diese These besagt, dass alle Mythologien dieser Welt, egal
auf welchem Erdteil, egal in welchem Land, egal aus welcher Zeit, im-
mer die gleiche Struktur aufzeigen: Es gibt einen Helden, der zu einem
Abenteuer gerufen wird; er begegnet dem Bösen, überwältigt es und
kehrt mit einem Preis - meist die Prinzessin - als gefeierter Held in
seine Heimat, sein Dorf zurück.

Das ist die Minimalfassung der These, doch Frey beweist sehr schnell
und einleuchtend, dass alle amerikanischen Fernseh-Erfolgsserien auf
dieser Struktur basieren, egal ob es sich um Jessica Fletcher in "Mord
ist ihr Hobby" oder die Cops aus "NYPD Blue", um "Inspector Columbo"
oder die Rettungsschwimmer aus "Baywatch" handelt. Frey sagt, was für
Filme gilt, gilt natürlich auch für Bücher, denn eines haben Bücher
und Filme gemeinsam: Sie erzählen eine Geschichte. Und "The Key" ist
eine Anleitung, wie ich eine Geschichte so entwickle, dass die Leser
sie interessant finden.

Mythen und Märchen werden seit Menschengedenken erzählt, und wenn ih-
nen tatsächlich immer und immer wieder die gleiche Geschichte zugrunde
liegt, muss an dieser Geschichte etwas dran sein. Das A und O einer
Geschichte - egal ob als Kurzgeschichte oder Roman - sind die Figuren.
Da gibt es zum einen die Hauptfigur: den Helden (The Hero). Natürlich
hat der Held mindestens einen Gegenspieler: den Bösen (The Evil One).
Der Böse hat im Prinzip die gleichen Eigenschaften wie der Held, nur
dass bei ihm verständlicherweise die negativen Eigenschaften sehr viel
ausgeprägter sind. Je nach geplantem Ausgang wird entweder der Held
stärker angelegt oder der Böse, denn nicht notwendigerweise muss der
Held am Ende der Geschichte der Sieger sein.

Sowohl der Held als auch sein Gegenspieler haben in der Regel Helfer.
Daneben gibt es noch jede Menge Figuren, die auftauchen können, aber
nicht auftauchen müssen. Überhaupt ist das Gute an dieser Methode, ei-
ne Geschichte zu entwickeln, dass man sich aus all den mythologischen
Zutaten diejenigen herausnimmt, die man für seine Geschichte benötigt;
den Rest lässt man einfach weg.
Die Freiheit, sich die Elemente der Mythologie zusammenzustellen, wie
man es für richtig hält, gilt auch für den Ablauf der Geschichte. Nor-
malerweise beginnt eine Geschichte im Alltag des Helden, wo Probleme
erkennbar sind, die jedoch schon länger bestehen. Der Held erhält dann
den Ruf, sich in ein Abenteuer zu begeben. Hier ein kleiner Einwurf,
damit nicht vollkommen falsche Vorstellungen entstehen: Wir reden hier
nicht nur von Thrillern, Actionromanen, Krimis oder ähnlich gelagerten
Geschichten. Die Mythologie eignet sich hervorragend als Vorlage für
Liebesgeschichten oder auch einfach die Geschichte eines Menschen, der
etwas Ungewöhnliches erlebt und durch dieses Erlebnis reift.

Freys Buch würde mehr verwirren als aufklären, wäre da nicht seine
Mustergeschichte "The Blue Light".  Wie schon aus den ersten beiden
Büchern bekannt, entwickelt er - sozusagen unter den Augen der Leser -
die Charaktere des Helden, des Bösen und ihrer Nebenfiguren, schreibt
das sog. "Step Sheet" und sogar ganze Kapitel. Eben weil man bei der
Anwendung der mythologischen Figuren alle Freiheiten hat, ist die Me-
thode zu Beginn möglicherweise eher hinderlich als förderlich. Doch
befasst man sich ausführlicher damit (ich habe das während des Semi-
nars bei James N. Frey getan, siehe dazu den Seminarbericht), wird ei-
nem sehr schnell bewusst, welch unglaubliches Hilfsmittel man hier in
die Hand bekommen hat. Zwar gibt Frey nicht, wie im zweiten Band von
"Wie man einen verdammt guten Roman schreibt", eine Garantie, dass man
einen Bestseller schreibt, aber die vielen Beispiele aus der Literatur
zeigen, dass die Methode auf keinen Fall falsch sein kann.

Das Buch selbst ist in bekannter Frey-Manier locker und amüsant ge-
schrieben, vieles ist aus den beiden ersten Büchern bekannt, was aber
nicht schadet, sondern eher nutzt. Schließlich soll es auch möglich
sein, "The Key" unabhängig von den Vorgängern zu lesen. Gegen Ende
wird man etwas atemlos, und auf dieses Phänomen angesprochen, erzählte
Frey mir, dass er versucht habe, möglichst alle mythologischen Figuren
unterzubringen. So praktisch es auf der einen Seite ist, kann es eben
auch sehr verwirrend sein, aus einer Vielzahl von möglichen Figuren
die richtigen auswählen zu müssen.

Fazit: Wer die beiden ersten Bücher gerne gelesen und etwas daraus ge-
lernt hat, wird auch dieses Buch lieben und davon profitieren. Wer
Frey noch nicht begegnet ist, dem würde ich empfehlen, mit den beiden
ersten Bänden anzufangen. Die deutsche Ausgabe kommt leider erst im
Sommer oder gar Herbst 2001 heraus (wieder beim Emons Verlag), doch
Freys Sprache ist sehr klar und verständlich und kann von jedem, der
einigermaßen Englisch kann, gelesen und verstanden werden. Auf jeden
Fall würde ich alle Bücher von Frey empfehlen, denn sie stellen für
mich die klarste Anleitung dar, wie man einen spannenden Roman
schreibt.

James N. Frey: The Key. How To Write Damn Good Fiction Using The Power
Of Myth, 2000, 260 Seiten, US $ 23.95, St. Martin’s Press, New York,
ISBN 0-312-24197-6 (über Amazon.de ca. 50 DM, Lieferzeit ca. 10 Tage)

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt u. a. als Billie Rubin und Ann E. Hacker. Im Sep-
tember kommt eine weitere Krimikurzgeschichte in der ostfriesischen
Anthologie "Mordkompott. Kriminelles zwischen Klütje und Kluntje" auf
den Markt. Eine ihrer englischen Kurzgeschichten kann derzeit kosten-
los im Internet unter http://acorn.dublinwriters.org/EA7/index.html
(als Ann E. Hacker) gelesen werden.

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BUCHBESPRECHUNG:
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                    "Der Heros in tausend Gestalten"
                      besprochen von Ute Hacker

Wer noch tiefer in die Geheimnisse der Mythologie einsteigen will, dem
sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Nicht nur bietet Campbell zahllo-
se Beispiele an, die seine These (s. Frey-Besprechung) untermauern, er
geht auch sehr viel detaillierter als Frey auf die einzelnen Gestalten
ein. AutorInnen, die daran denken, ein Märchen zu schreiben, würde ich
die Lektüre sehr ans Herz legen. Man darf allerdings während des Le-
sens nicht vergessen, dass das Buch bereits im Jahre 1949 entstand und
dies die Hochzeit der C. G. Jung’schen Psychoanalyse war. Campbell be-
kennt sich als Jungianer, geht zu Beginn des Buches auch sehr intensiv
auf die Jung’schen Theorien ein, findet dann jedoch sehr schnell sei-
nen eigenen Weg und konzentriert sich auf seine eigenen Interpretatio-
nen.

Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten, 1999, 450 Seiten,
24,80 DM, Insel Verlag, ISBN 3-458-34256-7.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt u. a. als Billie Rubin und Ann E. Hacker. Im Sep-
tember kommt eine weitere Krimikurzgeschichte in der ostfriesischen
Anthologie "Mordkompott. Kriminelles zwischen Klütje und Kluntje" auf
den Markt. Eine ihrer englischen Kurzgeschichten kann derzeit kosten-
los im Internet unter http://acorn.dublinwriters.org/EA7/index.html
(als Ann E. Hacker) gelesen werden.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                           "20 Master Plots"
                     besprochen von Gabi Neumayer

Dieses berühmte und nun auch ins Deutsche übersetzte Buch von Ronald
B. Tobias kann vor allem SchreibanfängerInnen zu einer Menge Aha-
Erlebnisse verhelfen - und ihnen viel Arbeit ersparen. Allerdings
nicht in dem Sinne, dass man sich einfach eines der vorgestellten
Plotmuster nehmen, es etwas ausfüllen und das Ganze dann als Geschich-
te präsentieren könnte. Denn - so macht Tobias klar - ein Plot ist we-
der ein Skelett noch ein Gerüst, wie man es oft liest; der Plot ist
ein Prozess, und er durchdringt eine Geschichte überall.

Anhand von bekannten oder hier abgedruckten Geschichten zeigt Tobias,
was Plot bedeutet, wie er sich in einer Geschichte zeigt, wie er mit
den Figuren zusammenspielt. Der Figurenkonstellation ist ein eigenes
kleines Kapitel gewidmet - das besonders denen nützen kann, die immer
zu viel Personal in ihren Geschichten haben und dabei den Überblick
verlieren. Und auch, dass man mit nur einer oder zwei Figuren (wir
sprechen jetzt vom Roman) nicht so gut Spannungen aufbauen und vor al-
lem halten kann wie mit drei oder vier Charakteren, wird deutlich und
einsichtig.

In diesem Kapitel zu den Figuren findet sich einer der unzähligen Hin-
weise, die auf typische Anfängerfehler abzielen: "Eine Figur wird le-
bendig durch das, was sie tut, nicht dadurch, dass sie herumsitzt und
uns erzählt, wie sie sich fühlt und was sie von ihrem Leben im Allge-
meinen und der derzeitigen Krise im Besonderen hält. Auf das Tun kommt
es an, nicht auf das Reden." Wer erkennt darin nicht etwas unsäglich
Langweiliges, was man schon einmal lesen musste oder - grusel! - sogar
selbst geschrieben hat? Glücklicherweise zeigt Tobias direkt nach die-
sem Hinweis an einer Filmszene aus "Lawrence von Arabien", wie man es
richtig machen kann.

Der Großteil des Buches enthält die Vorstellung der 20 Plotmuster (von
Suche oder Rätsel bis zu Versuchung oder Entdeckung): Wie eine Ge-
schichte nach diesem Muster typischerweise aufgebaut ist, welche Cha-
raktere darin unbedingt vorkommen müssen, welche Romane, Filme, Mär-
chen etc. nach dem jeweiligen Muster gebaut sind. Am Ende gibt es im-
mer auch eine Checkliste mit Hinweisen, worauf man besonders achten
sollte.

Dabei macht Tobias immer auch klar, dass diese Muster nicht wie ein
Evangelium zu verstehen sind: Wir sollen sie einfach als Arbeitshilfen
für unsere eigenen Geschichten sehen, die uns zeigen können, warum und
wo unsere Geschichte vielleicht nicht funktioniert. Und wir sollen die
Muster nach unserem Belieben und unseren Bedürfnissen jederzeit abwan-
deln.

Eine allerletzte Checkliste am Ende des Buches gibt den Lesenden
schließlich Fragen an die Hand, mit denen sie ihren eigenen Plot ent-
wickeln oder auch überprüfen können.

Wer dieses Buch nicht als Gebrauchsanleitung für die schnell hinge-
kritzelte Geschichte ansieht, sondern mit seiner Hilfe verstehen will,
was ein Plot wirklich ist, was er für eine Geschichte bedeutet und wie
er aufgebaut sein kann, wird enorm von Tobias kluger, witziger und an-
schaulicher Darstellung mit vielen Verweisen auf Romane und Filme pro-
fitieren.

Ronald B. Tobias: 20 Master Plots. Woraus Geschichten gemacht sind,
1999, 344 Seiten, 27 DM, Zweitausendeins.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                            "Klosterführer"
                     besprochen von Gabi Neumayer

Was sollen AutorInnen mit einem Klosterführer anfangen? Kurze Frage,
lange Antwort:

Die wenigsten Autorinnen und Autoren leben vom Schreiben - und das
gilt keineswegs nur für Anfänger. Das bedeutet: Man schreibt neben der
Arbeit, die man sonst noch so zu erledigen hat (sei das nun der Haus-
halt mit oder ohne Kinder oder der Verkauf von Versicherungen). Vielen
fällt es dabei nicht leicht, Zeit und Platz und vor allem die Ruhe zum
Schreiben zu finden. Da bieten sich natürlich Schreibseminare,
Schreibwochenenden, Schreibferien an - doch die sind im deutschspra-
chigen Raum noch recht selten, und noch seltener können AutorInnen sie
sich leisten.

Und damit zurück zum Klosterführer: Der Aufenthalt in einem Kloster
ist eine preiswerte Möglichkeit, auch in der näheren Umgebung einmal
aus dem Alltag herauszukommen und Ruhe zu finden - zum Beispiel zum
Schreiben.

Das hier besprochene Buch stellt rund 200 Klöster im deutschsprachigen
Raum vor. Auf einer beigelegten Landkarte kann man sie sofort lokali-
sieren. Jedes Kloster wird auf einer halben bis maximal zwei Seiten
nach demselben Muster vorgestellt: Adresse, Anfahrt, Geschichte, Se-
henswürdigkeiten, Unterkunft, Gottesdienste, Mitglieder, Tätigkeiten,
Angebote, Literatur. Wer mehr erfahren möchte, kann sich an die Klös-
ter direkt wenden; die meisten verfügen heute über eine Website oder
doch zumindest über eine E-Mail-Adresse. Ein kleines Glossar zum klös-
terlichen Leben, in dem unter anderem die verschiedenen Orden und Ge-
meinschaften vorgestellt werden, rundet das Buch ab.

Wer ungestört einige Tage oder auch länger an einem ruhigen (meist
auch landschaftlich schön gelegenen) Ort schreiben will, sollte einmal
zum Klosterführer greifen, den es übrigens auch im Internet gibt:
http://www.kath.de/gruenewald/kloster/.

Campino von den Toten Hosen hat in einem Kloster die Songtexte für ein
ganzes Album geschrieben. Vielleicht berichtet jemand von euch dem-
nächst von einem Roman, der im Kloster entstanden ist? Gebt uns Be-
scheid!

Klosterführer. Christliche Stätten der Besinnung im deutschsprachigen
Raum, aktualisierte und erweiterte Auflage 2000, 240 Seiten und eine
Landkarte, 29,80 DM, Internet: http://www.kath.de/gruenewald/kloster/.


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ERFAHRUNGSBERICHT:
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                               (mailto:Barbara.Slawig at autorenforum punkt de)

               "’Sehr geehrte Autorin’ - Briefschnipsel"
            ausgewählt und kommentiert von Barbara Slawig

Der Beginn dieser Verlagssuche ist nicht dokumentiert; die Autorin
scheint sämtliche Kopien ihrer Anschreiben aus ihren Computerspeichern
und Aktenordnern entfernt zu haben. Wir dürfen aber als gesichert an-
nehmen, dass der Inhalt ungefähr dem entsprach, was in Ratgebern für
angehende Autoren empfohlen wird. Die Antworten auf diese Briefe hat
die Autorin dagegen mit verblüffendem Fleiß - um nicht zu sagen: mit
Sturheit - gesammelt. Da lesen wir:

"Sehr geehrte Autorin ... wir haben uns Ihr Manuskript gern ange-
schaut. Leider passt es aber nicht ins Programm unserer Verlagsgruppe.
Wir ... wünschen viel Erfolg bei der Suche nach einem geeigneten Ver-
lag."

Oder:
"Wir haben Ihren Roman geprüft und sind leider zu der Meinung gelangt,
dass unser Verlagsprogramm nicht das geeignete Umfeld für dieses Werk
bietet."

Oder auch:
"Haben Sie vielen Dank für die Zusendung Ihres Exposes. Leider müssen
wir von einer Prüfung absehen ..."

Geradezu herzerwärmend klingt da:
"Wir haben Ihr Projekt genau geprüft, da wir darin eine sehr souverän
durchgeführte Erzählweise erkennen, sind aber dennoch zu dem Schluss
gekommen, dass unser Verlagsprogramm keine Möglichkeit der Veröffent-
lichung zulässt."

Oder:
"Natürlich habe ich einen neugierigen Blick in Ihr Manuskript gewor-
fen. ... Ich möchte Sie durchaus ermuntern, es bei einem der ausgewie-
senen großen SF-Verlage zu versuchen."

Zu dumm nur, dass die großen SF-Verlage zu diesem Zeitpunkt bereits
dankend abgelehnt haben. Der eine bemängelt die "große Ähnlichkeit mit
anderer Sciencefiction", der andere, dass es in dem Roman für SF viel
zu unexotisch und unspektakulär zugehe. Kleine Verlage empfehlen große
Verlage; große Verlage klagen über die vielen unverlangt eingesandten
Manuskripte. Und auch dieser Brief wirkt nur auf den ersten Blick wie
ein Durchbruch:

"Wir wären daran interessiert, Ihre Arbeit unserem belletristischen
Verlagsprogramm anzugliedern ... Wenn wir Ihr Werk in einer Startauf-
lage von 2000 Exemplaren publizieren, beträgt Ihr Zuschuss DM [es
folgt eine fünfstellige Summe] zuzüglich MwSt. ..."

Nach einem Jahr endlich wird die erdrückende Monotonie dieser Korres-
pondenz ein wenig durchbrochen. Andere Töne kommen hinzu: Offenbar hat
die Autorin begonnen, ihr Werk auch Menschen zu lesen zu geben, die
sich für SF interessieren, ohne in Verlagen zu arbeiten. Sie erhält
Zuschriften von Leuten, die ihr genau erklären, was ihnen an dem Roman
gefallen hat und was nicht. Irgendwann erfährt sie auch, dass ihr Werk
nunmehr im "Selbstverlag" erschienen sei. Das verblüfft sie zwar, hat
aber den Vorteil, dass der Roman in "Alien Contact" besprochen wird.
Außerdem erscheint im "Tempest" eine sehr schöne und ausführliche Re-
zension von Hans Peter Röntgen.

Und auch im Umgang mit den Verlagen hat sich etwas geändert. Die Auto-
rin verschickt nun auch kürzere Texte, gezielt an Verlage, die entwe-
der Literaturzeitungen herausgeben oder Texte für Anthologien suchen.
Auch hier fallen die Antworten nicht immer ermutigend aus; ein Verlag
schickt die Manuskripte sogar ohne jeden Begleitbrief zurück, was zu
einer erbosten Reaktion der Autorin führt. Und eines Tages kommt die-
ser Brief:

"Ich habe Ihre Erzählung gern gelesen und möchte den Text, wenn ich
darf, hierbehalten. ... Haben Sie auch noch längere Texte in Ihrer
Schublade?"

Das klingt vielversprechend, doch die Hoffnung scheint verfrüht. Lange
Zeit passiert nämlich gar nichts. Dann, als die Autorin längst nicht
mehr mit einer Antwort rechnet, trifft wieder ein Brief des gleichen
Verlags ein. Der Absender berichtet, sein Vorgänger im Lektorat habe
ihm die Texte der Autorin ans Herz gelegt; jetzt endlich habe er we-
nigstens die Erzählung lesen können und sei begeistert, und ob der Ro-
man denn inzwischen bei einem anderen Verlag unter Vertrag sei?

Sechs Wochen später ist der Buchvertrag unterschrieben. Ein halbes
Jahr später erscheint die erste kurze Erzählung in der Literaturzeit-
schrift "Der Rabe", weitere folgen, im Briefwechsel mit dem Verlag
geht es jetzt um einen neuen Titel für den Roman und um die Gestaltung
des Covers, und andere Verlage erhalten Briefe wie diesen von der Au-
torin:

"Sehr geehrter Herr Verleger, vielen Dank für Ihren Brief, in dem Sie
anbieten, meine Erzählung in Ihre Anthologie aufzunehmen. Ich muss
dieses Angebot jedoch leider ablehnen, da ich mich inzwischen mit ei-
nem anderen Verlag über die Veröffentlichung geeinigt habe."

Manche Träume gehen eben doch in Erfüllung.

                   **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Der Roman: "Die Lebenden Steine von Jargus", 416 Seiten, gebunden,
ISBN 3-251-00488-3, 44 DM, erscheint im August im Haffmans Verlag, Zü-
rich (Buchpremiere: am 14. September um 20 Uhr in der Kulturbrauerei,
Knaackstr. 97, Berlin - Prenzlauer Berg)
Die Autorin: Barbara Slawig, Jahrgang 1956, freie Schriftstellerin und
Übersetzerin, lebt in Berlin


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SEMINARBERICHT:
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              "20 AutorInnen schreiben eine Geschichte -
   oder: Wie man einen Workshop mit James N. Frey er- und überlebt"
                            von Ute Hacker

"Felix war glücklich. Nie hätte er zu hoffen gewagt, dass Isabella
seine Liebe erwidern würde. Vorsichtig legte er die Bombe in den Kof-
ferraum  zurück. Um sein Baby würde er sich später kümmern, Isabella
war jetzt wichtiger. Er stieg ins Auto, drückte kurz Isabellas Hand
und startete den Motor. Als er losfuhr, ging gerade die Sonne auf und
überflutete die Welt mit einem orange-goldenen Leuchten."

Ein Happy End à la Hollywood? Wir werden sehen. Zumindest ist das ein
mögliches Ende der Geschichte, die während des Workshops "Designing a
Dramatic Story" mit James N. Frey entstand. Am 16. Juni um 18 Uhr tra-
fen sich ca. 20 lernbegierige AutorInnen, viele von ihnen seit Jahren
erfolgreich als DrehbuchautorInnen bei Film und Fernsehen. Ich war vor
allem neugierig auf James N. Frey, dessen Bücher "Wie man einen ver-
dammt guten Roman schreibt" (Band 1+2) ich verschlungen hatte, ohne
sie jedoch zu verinnerlichen. Ich war gerade aus dem Urlaub zurückge-
kehrt, wo ich ein Kinderbuch hatte schreiben wollen, doch es hatte
nicht geklappt, und entsprechend frustriert war ich.

Der Freitagabend konzentrierte sich vor allem auf die beiden oben er-
wähnten Bände, und einige von uns wurden ziemlich ungeduldig, denn
Frey redete und redete und redete. Ich muss gleich dazu sagen, dass er
ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, wie geschaffen für ein roman-
tisches Lagerfeuer, und ich fand mich mehr als einmal mit offenem Mund
und großen Augen, seinen Worten lauschend. Dennoch hatten die meisten
von uns natürlich erwartet, selbst aktiv, also kreativ zu werden.

Am Samstagmorgen war es dann doch so weit. Es gab noch eine kurze Ein-
führung in die Gestaltung des Helden (aus Gründen der Einfachheit hier
nur männlich, obwohl es natürlich auch Heldinnen gibt), seiner Wegge-
fährten und Gegenspieler, dann durften wir loslegen. Unter Freys An-
leitung entstand Isabella Storm, verbitterte 35-Jährige aus dem hohen
Norden; der Vater stammte aus einer reichen Bremer Schiffsbauerfamilie
und stand auf Kriegsfuß mit seinem Vater; die Mutter war eine lebens-
lustige Neapolitanerin, sehr viel jünger als ihr Mann. Während Isabel-
la ein Gemeinschaftsprodukt der gesamten Gruppe war, wurde ihr Gegen-
part (zu diesem Zeitpunkt noch ohne Funktion, wie auch Isabella) in
kleineren Gruppen erarbeitet. In meiner Gruppe entstand Felix Erdmann,
Anfang 40, glückloser Erfinder, Sohn einer kinderreichen Familie, die
sich ihren Lebensunterhalt mit Modeschmuck in dem dafür bekannten Ort
Neugablonz verdiente. Felix machte auch das Rennen gegen die anderen
vier Kandidaten um die Rolle an der Seite Isabellas.

Normalerweise ist da zuerst die Idee einer Geschichte, daraus ergeben
sich die Figuren. Wir kreierten zuerst die Figuren, ohne eine Ge-
schichte zu haben. Frey wollte uns zeigen, wie sich zum Beispiel die
Änderung des Namens auf eine Figur auswirkt. Um zu vermeiden, dass ei-
nem die Hauptfiguren einer Geschichte oder eines Romans nach einer
Weile auf der Nase herumtanzen, sollte man sich mit ihnen vertraut ma-
chen, bevor man mit dem Schreiben beginnt. Frey hat dazu das Tagebuch
eingeführt. Man versetzt sich in die Lage des jeweiligen Charakters
und beschreibt auf mehreren Seiten die Gedanken der Figur. In der Re-
gel reflektiert man die Vergangenheit, das Verhältnis zu den Eltern
und Geschwistern, falls vorhanden, und besondere Vorkommnisse, z. B.
ein schwerer Unfall, der das Leben unseres Helden dramatisch veränder-
te. Hat man das mit allen wichtigen Personen gemacht, beginnt man mit
dem sog. "Step Sheet", in dem man die Geschichte bzw. den Roman
Schritt für Schritt entwickelt.

Wir hatten noch keine Geschichte, weshalb dieser Schritt noch dazwi-
schen kam: Isabella, voller Hass auf die väterliche Familie, will den
Launch einer neuen Superyacht sabotieren. Sie beauftragt Felix, ihr
eine Bombe zu bauen. Gemeinsam platzieren sie im Morgengrauen die Bom-
be auf dem Boot (hier beginnt unsere Geschichte). Isabella hat Selbst-
mordabsichten und will sich mit dem Boot in die Luft sprengen, doch
Felix, vom ersten Treffen an in sie verliebt, kann sie retten. Die
Bombe geht jedoch nicht hoch, Felix hat wieder einmal versagt. Isabel-
la entdeckt ihre Gefühle für Felix, sie holen die Bombe vom Schiff und
fahren weg.

Da war für eine Hälfte der Gruppe Schluss. Die andere Hälfte fand die-
ses Ende unerträglich kitschig und hollywoodlike und ließ die beiden
im Auto in die Luft fliegen. Felix hatte nur den Zeitzünder falsch ge-
stellt. Wer Freys Bücher kennt, kennt auch die Prämisse. Die Prämisse
für diese Geschichte war: Erfolg zerstört soeben entdeckte Liebe.

Was hier in wenigen Zeilen steht, hat den ganzen Samstag gedauert, im-
merhin von 9 bis 22 Uhr, und war mit Abstand der beste Teil des Kur-
ses. Zum einen, weil wir selbst schreiben durften, zum anderen, weil
die zum Teil lebhaften Diskussionen in der großen und in den kleinen
Gruppen uns Gelegenheit gaben, die anderen Teilnehmer kennen zu ler-
nen. Mir wurde vor allem bewusst, weshalb ich das Kinderbuch nicht
hatte schreiben können: Ich hatte mich nicht mit meinen Figuren aus-
einander gesetzt. Eine vage Vorstellung der Hauptperson, der Plot grob
umrissen, das reicht nicht aus, um eine spannende Geschichte zu erzäh-
len. Ich war bisher Spontanschreiberin gewesen, so richtig aus dem
Bauch heraus - dachte ich. Doch während des Workshops wurde mir klar,
dass ich so spontan gar nicht war. Während Frey alles aufschrieb, trug
ich meine Ideen tage-, ja wochenlang im Kopf herum. Man kann sich’s
auch schwer machen!

Frey hatte ein neues Buch geschrieben: "The Key. How To Write Damn
Good Fiction Using The Power Of Myth". Der These, dass alle Mytholo-
gien dieser Welt auf ein und derselben Grundlage basieren, war der
Sonntag gewidmet (Details siehe Buchbesprechung). Leider war der theo-
retische Teil wieder sehr lang, wir gierten alle danach, die positiven
Erfahrungen des Vortags zu wiederholen. Doch es blieb nur wenig Zeit
zum Schreiben. Unter hohem Druck entwickelten wir Charaktere, Plot und
Step Sheet für einen ganzen Roman in der Gruppe, was zur Folge hatte,
dass einige von uns gedanklich einfach ausstiegen, weil sie mit den
Figuren oder dem Plot nichts mehr anfangen konnten. Es blieb kaum Zeit
zum Diskutieren, Frey traf die Entscheidungen. Die Geschichte hat
durchaus ihren Reiz, und die Arbeit daran machte vor allem eines klar:
Man muss seine Figuren nicht unbedingt mögen, aber man muss sich sehr
intensiv mit ihnen auseinander setzen, um mit ihnen arbeiten zu kön-
nen.

Was wir an einem Tag schafften, entwickelt der einzelne Autor alleine
über Wochen. Das mag einem sehr lang vorkommen, vor allem, wenn man
noch nie nach dieser Methode gearbeitet hat. Aber die Gefahr, mitten
in der Geschichte den roten Faden zu verlieren, ist sehr gering, hat
man ein sorgfältig ausgearbeitetes Step Sheet. Es ist wie der Rohbau
eines Gebäudes, den man nun Schritt für Schritt fertig stellt.

Fazit: Obwohl mich der Workshop einen halben neuen PC gekostet hat (DM
870 bei mindestens 14-tägiger vorheriger Anmeldung), sehr viel Energie
- ich war am Sonntagabend nicht mehr in der Lage, einen normalen Satz
zu sagen - und natürlich auch Zeit, hat sich der Workshop auf jeden
Fall rentiert. Nicht nur habe ich wertvolle Kontakte geschlossen, ei-
nen faszinierenden James N. Frey kennen gelernt, der lebt, was er
sagt, sondern auch sehr viele Anregungen und Motivation erhalten. Ein
dickes Lob geht an den Organisator der Workshops (in Köln und Mün-
chen), Uwe Walter, der das Drumherum so angenehm gestaltet hat. Das
Ambiente war mit einem Filmcafé perfekt geeignet, auch wenn es zu Be-
ginn akustische Probleme gab. Die Vorstellung der einzelnen Teilnehmer
kam erst im Laufe des zweiten Tages und damit sehr spät. Auch fehlte
dem Workshop an sich eine feste Struktur, wobei man nicht vergessen
darf, dass in den USA normalerweise eine Woche dafür veranschlagt
wird. Es wäre vielleicht besser gewesen, sich nur auf die beiden ers-
ten Bände oder auf das neue Buch zu konzentrieren. Beides war im End-
effekt ein bisschen viel, auch wenn die Thematik prinzipiell die glei-
che ist. Aber das Schreiben kam eindeutig zu kurz.

Für Oktober ist eine ganze Woche mit James N. Frey geplant. Informati-
onen dazu erhält man unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder
www.the-magic-thing.de.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt u. a. als Billie Rubin und Ann E. Hacker. Im Sep-
tember kommt eine weitere Krimikurzgeschichte in der ostfriesischen
Anthologie "Mordkompott. Kriminelles zwischen Klütje und Kluntje" auf
den Markt. Eine ihrer englischen Kurzgeschichten kann derzeit kosten-
los im Internet unter http://acorn.dublinwriters.org/EA7/index.html
(als Ann E. Hacker) gelesen werden.


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SPRACHE:
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                     Gabi Neumayer (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

                            "Gänsefüßchen"

a) Sie hatten sich einen ’Kick’ davon versprochen.
b) "Haben Sie schon "MIB" gesehen?", fragte er.
c) Das "Dritte Reich" ist sein Thema.
d) Sie sagte: "Ich kann mich an ’Alien’ nicht mehr erinnern."
e) Er fragte: "Haben Sie das Killerkaninchen gesehen?".
f) Hat er wirklich gefragt: "Haben Sie das Killerkaninchen gesehen?"?
g) "Das kann ich mir kaum vorstellen", sagte Adalbert, "dass Sie mich
mit diesem rostigen Kirschentkerner erstechen wollen."
h) Karins "beste" Freundin hatte in ihrem "Rinderwahn" einen Stier so
lange gereizt, bis er Karin angriff.


Im letzten Tempest ging es um einen beliebten Rechtschreibfehler, der
Lektorinnen und Redakteuren viel Mühe macht: der fehlende Leerschritt
zwischen abgekürzten Wörtern. Heute führe ich die Reihe der beliebtes-
ten Fehler aus purem Egoismus mit Freuden weiter ;-)


          Die einfachen Anführungszeichen

Die allererste Regel (weil das am häufigsten falsch gemacht wird):

Einfache Anführungszeichen sind ausschließlich dazu da, um innerhalb
eines Zitates eine weitere Anführung zu kennzeichnen!

Beispiel a ist also falsch - Beispiele c und d sind richtig. In Bei-
spiel b muss MIB in einfachen Anführungszeichen stehen. Ganz einfach,
oder?


          Anführungs- und andere Zeichen

Nach der Rechtschreibreform gibt es eine Neuerung beim Zusammentreffen
von Anführungszeichen und Kommas: Wenn der direkten Rede ein Kommen-
tarsatz folgt oder wenn er danach weitergeht (so was wie "sagte sie"
oder "er schrie"), soll nun grundsätzlich ein Komma stehen (auch nach
Ausrufe- und Fragezeichen) - wie es Beispiel b oben zeigt. Nach alter
Rechtschreibung darf dort jedoch kein Komma stehen.

Ein verbreiteter Fehler betrifft das Zusammentreffen von Anführungs-
zeichen und Ausrufe-, Fragezeichen oder Punkt. Denn wenn eine Anfüh-
rung selbst ein Satzzeichen enthält, wird dahinter auf keinen Fall
mehr ein Punkt gesetzt! Beispiel e ist demnach falsch. Beispiel f je-
doch stimmt so - weil Frage- und Ausrufezeichen, die nicht zur Anfüh-
rung gehören, sehr wohl zu setzen sind.

Auch Sätze wie Beispiel g sind davon betroffen: Viele setzen da den
Punkt hinter die letzten Anführungszeichen. Er muss jedoch davor ste-
hen - weil ... siehe den vorigen Absatz!


          Anführungszeichen mit Stil

Verlassen wir nun das Gebiet der Rechtschreibung und kommen zur sti-
listischen Seite von Anführungszeichen.

In manchen Texten wimmelt es geradezu von ihnen, obwohl darin keine
Zitate zu finden sind. Dann will uns der Autor, die Autorin etwas sa-
gen: entweder, dass wir das Angeführte bitte ironisch verstehen mögen,
oder auch, dass wir auf das brillante Wortspiel achten sollen, dass
er/sie uns gerade vorführt.

Nichts gegen ironische Distanzierung und Wortspiele - ganz im Gegen-
teil! Aber nur in wenigen Fällen ist die Hervorhebung durch Anfüh-
rungszeichen ein geeignetes Hilfsmittel zur Verdeutlichung. Viele Au-
torInnen offenbaren dadurch ihre Hilflosigkeit oder auch mangelndes
Vertrauen in ihren Text. Und das sind durchaus zwei Paar Schuhe:

Hilflosigkeit bedeutet in diesem Fall, dass der Autor, die Autorin
nicht in der Lage ist, wirklich ironisch zu schreiben oder ein gelun-
genes und erkennbares Wortspiel zu fabrizieren. Mangelndes Vertrauen
bedeutet hingegen, dass jemand, der/die die sprachlichen und handwerk-
lichen Fähigkeiten dazu hat, ihnen nicht über den Weg traut - und des-
halb Anführungszeichen als winkende Zaunpfähle einbaut.

Oft reicht es schon, die Strichlein einfach zu löschen, um die markt-
schreierische Autoreneinmischung in einem Text zu entfernen. Und wo
das nicht so geht, eröffnen sich Möglichkeiten, nach neuen Ausdrucks-
formen zu suchen und sie auszuprobieren. Konkret: In Beispiel h kann
man die erste Anführung stehen lassen - das Wortspiel mit dem Rinder-
wahn würde aber ohne Anführungsstriche besser wirken. (Ob man es gene-
rell witzig findet oder nicht, ist Ansichtssache - darum geht es hier
aber auch nicht.)

Damit keine Missverständnisse entstehen: Manchmal sind Anführungszei-
chen tatsächlich die beste Idee, um eine Wendung beispielsweise als
ironisch zu kennzeichnen, weil alle anderen Wege zu umständlich für
einen kleinen Gag wären. Aber wer in den eigenen Texten immer wieder
größere Mengen von Anführungszeichen entdeckt, ohne etwas zu zitieren,
sollte immer mal wieder kritisch überprüfen, wozu sie/er sie braucht -
und ob es nicht von Fall zu Fall bessere Wege gibt, um den gewünschten
Effekt zu erzielen.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayer verfasste bisher einige hundert Artikel zu sprachlichen
Themen, außerdem einige Kinderbücher und mehrere Sachbücher, u. a.
"Die neue Rechtschreibung", Haufe Verlag, "Das Bewerbungsschreiben",
Humboldt, "Geschäftskorrespondenz von A bis Z", Humboldt, "Fred und
Marie" (Bilderbuch), Lappan, "Im Gemüsedschungel", LeiV.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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  Dark Fantasy: Martin Knöpper
                                   mailto:darkfantasy at autorenforum punkt de
  Drehbuch: Christian Lück
                                mailto:drehbuchdoktor at autorenforum punkt de
  Historischer Roman: Titus Müller
                            mailto:historischer.roman at autorenforum punkt de
  Kinderbuch: Gabi Neumayer
                                    mailto:kinderbuch at autorenforum punkt de
  Lyrik: Titus Müller
                                         mailto:lyrik at autorenforum punkt de
  Krimi: Monika Niehaus-Osterloh
                                 mailto:krimiexpertin at autorenforum punkt de
  Sachbuch: Gabi Neumayer
                                      mailto:sachbuch at autorenforum punkt de
  Schreibgruppen: Ute Hacker
                                mailto:schreibgruppen at autorenforum punkt de
  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                                      mailto:sf-autor at autorenforum punkt de
  Übersetzung: Barbara Slawig
                                 mailto:uebersetzerin at autorenforum punkt de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                                  mailto:verlagswesen at autorenforum punkt de



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FRAG DIE EXPERTIN FÜRS ÜBERSETZEN:
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                                 mailto:Barbara.Slawig at autorenforum punkt de

Frage:
- Die Arbeit wird zeilenweise bezahlt - gilt das für jede angefangene
Zeile (bei kurzen Sätzen, bei Blankoformularen ...), oder muss sie
voll geschrieben sein?
- Wie viele Zeichen pro Zeile rechnet man?
- Wie hoch ist in Deutschland das Zeilenhonorar?
- Ich habe nicht das Dolmetschstudium, sondern das Diplomstudium (Ita-
lienisch) abgeschlossen - gibt es  Anlaufstellen/Tipps für Bewerbun-
gen/Eigenwerbung?

Antwort:
Meine Antworten beziehen sich nur auf das "literarische" Übersetzen
(Belletristik, Sachbücher, Comics ...), denn nur dort kenne ich mich
wirklich aus. Die Unterschiede zum "Fachübersetzen" (Verträge, Korres-
pondenz, Gebrauchsanweisungen etc.) sind z. T. erheblich.

Bei Prosatexten (Romane, Kurzprosa, Sachbücher) ist in Deutschland
nach wie vor die Abrechnung nach "Normseite" üblich. Eine Normseite
umfasst 30 Zeilen à 60 Anschläge. Mit anderen Worten, man formatiert
den übersetzten Text so, dass in eine Zeile 60 Anschläge passen und
nach 30 Zeilen ein Seitenumbruch erfolgt, sieht nach, wie viele Seiten
es geworden sind, multipliziert mit dem vereinbarten Seitenhonorar und
schreibt diesen Betrag in die Rechnung. Halbe Zeilen werden also eben-
so mitgerechnet wie Leerzeilen oder die halbvollen Seiten, die entste-
hen, wenn man wie im Original jedes Kapitel auf einer neuen Seite an-
fängen lässt. Diese Abrechnungsart ist auch in dem Normvertrag vorge-
sehen, den die IG Medien mit dem Börsenverein des dt. Buchhandels aus-
gehandelt hat.

Von Verlagsseite wurde und wird gegen die Abrechnung nach Normseite
oft eingewandt, dass sie erstens nicht mehr zeitgemäß sei und dass
zweitens nicht einzusehen sei, wieso Übersetzer auch für den leeren
Raum auf dem Papier bezahlt werden sollen. Stattdessen versucht man
eine (angeblich gerechtere) Abrechnung nach "Zeichen" durchzusetzen.
Ich möchte auf diesen Streit hier nicht weiter eingehen, sondern nur
darauf hinweisen, dass die Abrechnung nach Zeichen für die Übersetze-
rin einige Tücken birgt. Eine Normseite ist nämlich keineswegs das
gleiche wie 30 x 60 = 1 800 Anschläge oder gar wie 1 800 Zeichen (vie-
le Textprogramme zählen die Leerzeichen nicht mit!), sondern enthält
je nach Texttyp etwa zwischen 1 300 und 1 600 Anschläge. Wenn sich
dieser Unterschied nicht in der Honorarhöhe widerspiegelt, ist die Ü-
bersetzerin die Dumme. Auf jeden Fall solltest du bei Vertragsab-
schluss völlig geklärt haben, welche Abrechnungsart gelten soll. Das
erspart zeitraubende und unerfreuliche Auseinandersetzungen um die
Rechnung.

Natürlich ist bei vielen Textarten eine Abrechnung nach Normseite von
vornherein wenig sinnvoll: bei Comics etwa, bei Bildbänden, Filmunter-
titeln, Gedichten ... Hier können dir die unterschiedlichsten Abre-
chungsarten begegnen: Zeilenhonorar, Stückpreis (fester Betrag pro Ge-
dicht z. B.), Abrechnung nach Zeichen, Pauschalhonorar für den gesam-
ten Auftrag, sogar Bezahlung nach Stundensatz.

Die "Mittelstandsgemeinschaft Lit. Übersetzerinnen und Übersetzer in
der IG Medien und im VdÜ" empfiehlt Honorarsätze von 25 DM pro Norm-
seite (bei ganz einfachen Prosatexten) bis 38 DM pro Normseite (bei
schwierigen Texten oder solchen mit hohem Rechercheaufwand); bei Ge-
dichten mindestens 5 DM pro Verszeile. Viele Taschenbuchverlage bieten
ihren Übersetzern jedoch deutlich niedrigere Honorare (20 DM oder noch
darunter). In der Praxis hängt das Honorar sehr stark davon ab, wie
gut du verhandeln kannst und wie gut der Verlag dich bereits kennt/wie
gern er weiter mit dir zusammenarbeiten möchte - und natürlich davon,
wie sehr du auf den Auftrag angewiesen bist, ob du es dir leisten
kannst, abzulehnen und dir etwas Besseres zu suchen. Außerdem ist für
die eigene Kalkulation vor allem wichtig, wie viel Zeit du voraus-
sichtlich auf den Auftrag verwenden musst, auf welchen Tagessatz du
also kommen wirst. Um das einschätzen zu können, braucht man Erfah-
rung. Auf jeden Fall kannst du mit 33 DM für einen literarisch komple-
xen Text schlechter dran sein als mit 23 DM für einen schlicht ge-
schriebenen Krimi. Auf die Dauer empfehle ich dir dringend, unserem
Berufsverband beizutreten. Er betreibt u. a. eine Mailingliste, in der
wir uns gegenseitig über Honorarsätze und andere Vertragsbedingungen
informieren.

Zu deiner letzten Frage: Übersetzen lernt man letztlich erst beim Ü-
bersetzen. Mit deinem Sprachstudium bringst du bereits ausgezeichnete
Voraussetzungen mit. Du könntest also einfach anfangen, dich z. B. bei
Verlagen um Aufträge zu bemühen. Damit deine Bewerbung nicht untergeht
oder gleich im Papierkorb landet, ist es wichtig, dass du deine Stär-
ken nutzt. Also:
- Hast du bereits Erfahrung im Übersetzen? Unbedingt angeben!
- Lässt sich an diese Erfahrungen irgendwie anknüpfen? Wenn du z. B.
schon für Freunde übersetzt hast, können sie dich evtl. an andere Be-
kannte "weiterreichen", die dann Honorare zahlen würden.
- Hast du irgendwelche Kontakte zur Literatur- oder Verlagswelt? Könn-
te dich jemand empfehlen?
- Gibt es einen Bereich der italienischen Literatur, den du besonders
gut kennst? Dann könntest du dich gleich mit einer Buchempfehlung bei
den deutschen Verlagen bewerben, d. h., du schlägst ihnen ein Buch zur
Veröffentlichung vor. Dieses Buch muss natürlich zum Verlagsprogramm
passen und darf noch nicht auf Deutsch erschienen sein; evtl. fragst
du vorher beim Originalverlag an, ob die Übersetzungsrechte noch zu
haben sind. Auch wenn man deinen Vorschlag im Verlag nicht aufgreift,
besteht die Chance, dass man dich nach weiteren Vorschlägen fragt,
dich Gutachten schreiben lässt oder dir sogar gleich eine andere Über-
setzung anbietet. Es ist immer auch ein Glücksspiel: Herrscht gerade
Übersetzermangel, bist du drin, sonst musst du weitersuchen.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Der Roman: "Die Lebenden Steine von Jargus", 416 Seiten, gebunden,
ISBN 3-251-00488-3, 44 DM, erscheint im August im Haffmans Verlag, Zü-
rich (Buchpremiere: am 14. September um 20 Uhr in der Kulturbrauerei,
Knaackstr. 97, Berlin - Prenzlauer Berg)
Die Autorin: Barbara Slawig, Jahrgang 1956, freie Schriftstellerin und
Übersetzerin, lebt in Berlin


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN, BUCHHANDEL & MARKETING:
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                    Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at autorenforum punkt de)

Frage:
Ich habe eine dringende Frage. In nächster Zeit möchte ich eine Web-
seite mit meinen Texten veröffentlichen. Wie kann ich meine Texte
schützen? Meine Befürchtung ist, dass meine Texte nicht nur kopiert,
sondern auch abgeändert werden und so einen von mir nicht mehr ver-
tretbaren Inhalt darstellen. Wie erhalte ich ein wirksames Copyright?

Antwort:
Rechtlich gesehen sind die Texte im Internet ebenso geschützt wie auf
Papier. Allerdings sieht die technische Realität anders aus. Jeder
kann Texte von Webseiten kopieren und auf seinem Rechner speichern.
Wer möchte, kann sie auch ändern und wieder ins Netz laden. Allerdings
wird dadurch nicht die ursprüngliche Webseite verändert (diese ist
weitgehend geschützt), sondern der Text taucht an neuer Position im
Internet auf. Womöglich sogar unter anderem Autorennamen!

Einen wirksamen Schutz dagegen gibt es nicht!

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Jahrgang 1972, gelernter Verlagskaufmann, Buchhändler und Verlagsfach-
wirt (Marketing). Als Autor im Bereich Belletristik (Fantasy, Science-
fiction, Horror) und Verlagswesen, Buchhandel, Marketing hat er unter
anderem bei Heyne, Bastei-Lübbe und in "c’t magazin für computertech-
nik" veröffentlicht.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SCHREIBGRUPPEN:
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                    Ute Hacker (mailto:schreibgruppen at autorenforum punkt de)

Frage:
Lassen sich massive Unterschiede im "Können" in einer Gruppe auffangen
- oder ist in etwa ein gleicher Stand der Mitglieder notwendig?

Antwort:
Ich muss gestehen, dass ich darauf keine Antwort weiß. Spontan würde
ich antworten: Massive Unterschiede sollten auf jeden Fall vermieden
werden. Doch wenn ich mir die AGM anschaue, sehe ich durchaus Unter-
schiede. Ob diese Unterschiede aber massiv sind, kann ich nicht sagen.
Ich denke eher nicht.

Beinahe alle Mitglieder der AGM wurden von mir "handverlesen", das
heißt, ich habe von vornherein darauf geachtet, dass der Unterschied
nicht zu groß ist. Ein wichtiger Punkt war eine gewisse Begabung zum
Schreiben. Auch wenn sich mittlerweile in Deutschland herumgesprochen
hat, dass Schreiben durchaus ein Handwerk ist, gehört doch eine Porti-
on Begabung dazu. Ein weiteres Kriterium war die Freude am Schreiben
und der Wille, Zeit zu investieren. Das ist unsere gemeinsame Basis.

Die Unterschiede beginnen beim Genre. Während meine Schreibübungen in
der Regel auf eine Leiche hinauslaufen, kann man darauf wetten, dass
eine Kollegin aus dem vorgegebenen Thema eine Romanze macht, eine an-
dere eine Satire, die dritte eine meditative Abhandlung. Dann hat na-
türlich jede Kollegin ihren Schwachpunkt. Ich bin zum Beispiel nicht
in der Lage, eine Landschaft zu beschreiben. Mir fehlen da im wahrsten
Sinne die Worte. Eine Landschaftsbeschreibung klingt bei mir banal und
langweilig. Eine meiner Stärken sind Dialoge. Ich könnte ganze Romane
nur aus Dialogen bestehend schreiben. Macht keinen Sinn, ist mir schon
klar, dennoch könnte ich’s tun. Eine Kollegin der AGM ist zum Beispiel
immer wieder verzweifelt, weil sie keine Geschichten erfinden kann.
Sie schreibt wunderbare Texte, die zum Nachdenken oder auch zum
Schmunzeln anregen. Man gebe ihr ein Wort und sie entwickelt seiten-
lange Gedankengänge daraus, und das so witzig und perfekt, dass wir
anderen immer vollkommen sprachlos dasitzen. Aber nein, sie will auch
Geschichten schreiben können.

Obwohl wir uns und unsere Schreibstile mittlerweile recht gut kennen,
sind wir immer wieder überrascht über die Ideen der anderen. Sicher
hat man zu einem Thema mehr als eine Assoziation, aber man geht in der
Regel immer wieder in die vertrauteste Richtung (bei mir meist Kri-
mis), vor allem, wenn man relativ wenig Zeit zum Überlegen hat. Und
beim Vorlesen taucht dann regelmäßig die Frage auf: Wie kommst du bloß
darauf?

Ich würde einer Schreibgruppe raten, auf gewisse Gemeinsamkeiten zu
achten, je nach Ziel und Zweck der Gruppe. Tun sich zum Beispiel meh-
rere Krimiautorinnen zusammen, kann es durchaus Sinn machen, "alte Hä-
sinnen" und Anfängerinnen in eine Gruppe zu integrieren. Die Anfänge-
rinnen profitieren dann vom Wissen und der Erfahrung der anderen. An-
dererseits schadet es auch erfahrenen Autorinnen nicht, sich an ihre
Anfängerzeiten zu erinnern und sich Gedanken zu technischen Grundlagen
des Schreibens zu machen. Doch auch hier sollte die Gruppe ausgewogen
sein. Eine einzelne Anfängerin unter lauter Profis würde sicher eher
frustriert als motiviert.

Noch in der Anfangsphase hatte eine sehr bekannte Bestsellerautorin
Interesse an der AGM. Es gab mehrere Gründe für einen negativen Be-
scheid, aber ein Grund war, dass wir fürchteten, von ihrem bereits be-
stehenden Erfolg erschlagen zu werden und eine Schreibblockade zu ris-
kieren. Andererseits konnten wir uns nicht vorstellen, wie eine Auto-
rin, die gerade ihren vierten oder fünften Bestseller in Folge ge-
schrieben hatte, von einer Gruppe wie der unsrigen profitieren könnte.
Heute wäre das sicher anders. Wir sind heute alle sehr viel selbstbe-
wusster als noch vor drei Jahren und könnten eine bekannte Autorin si-
cher besser integrieren. Auch unsere eigenen Schreibkarrieren laufen
vollkommen unterschiedlich - zum Teil gewünscht, zum Teil beruflich
bedingt -, doch da wir das alles sozusagen hautnah miterleben, sehen
wir keinen großen Unterschied.

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Ute Hacker schreibt u. a. als Billie Rubin und Ann E. Hacker und hat
bisher zwei Krimikurzgeschichten veröffentlicht. Für 2000 sind mehrere
Kurzgeschichten zu diversen Anthologien geplant, der erste Krimi ist
zum x-ten Male überarbeitet und liegt wieder bei der Lektorin. Eine
ihrer (englischen) Kurzgeschichten aus "Road Roulette" kann derzeit im
Internet unter http://acorn.dublinwriters.org/EA7/index.html (als Ann
E. Hacker) kostenlos gelesen werden.
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