Ausgabe 6-09 (19. September 2004)

Schreib-Kick
Autorenwissen
    "Berufsbild: Radio-RedakteurIn - Teil 1"
    von Ursula Schmid-Spreer
Vier Seiten für ein Halleluja
    "Der Mord der Athene"
    Text: anonym, Lektor: Hans Peter Roentgen
Interview mit Nikola Hahn
Verlagsportrait
    "Dipl.-Ing. Horst W. Köller, Verlag & Buchhandlung"
Veranstaltungsbericht
    "Erfolg und Profil durch das eigene Buch"
    von Gabi Neumayer
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
    "Wie treibe ich die Auflagenzahlen in die Höhe?"
    von Stephan Waldscheidt
Frag die Expertin für Fantasy
    (Stefanie Bense)
Frag den Experten für Drehbuch
    (Oliver Pautsch)
Frag die Expertin für Sachbücher
    (Gabi Neumayer)
Frag die Expertin für Kriminalistik
    (Nikola Hahn)
Frag den Experten für Lesungen
    (Rüdiger Heins)
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Kinderbücher
    (Gabi Neumayer)
Hall of Fame
EDITORIAL: 
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Liebe Autorinnen und Autoren,

eigentlich war es ja klar: Unser Angebot eines kostenlosen Probelekto-
rats, "Vier Seiten für ein Halleluja", ist von euch extrem gut ange-
nommen worden. So gut, dass wir jetzt schon so viele Texte von euch 
bekommen haben, dass wir erst einmal bis Jahresende keine neuen mehr 
annehmen können. 

Und angesichts des Ansturms ist auch klar: Nur wenige können auser-
wählt sein ... Aber wir hoffen, ihr seht die Sache ebenso wie eine 
Einsenderin, die schrieb: "Genauso interessant dürfte sein, welche 
Fehler andere Schreiberlinge machen und welche Schlüsse man daraus für 
den eigenen Text ziehen kann. Wie ein Sechser im Lotto wäre es natür-
lich, wenn meine eigenen vier Seiten lektoriert werden würden, aber, 
wie gesagt, auch fremde Texte haben ihren Reiz."

Ein wichtiger Hinweis in diesem Zusammenhang von unserem Verlagsexper-
ten Björn Jagnow: Wenn eure vier Seiten hier besprochen werden, gelten 
sie als veröffentlicht. Darunter versteht der Jurist nämlich: was der 
Öffentlichkeit angeboten wurde. Und da jeder den Tempest abonnieren 
kann, zählt eine Veröffentlichung hier auch offiziell als solche. ? 
Allerdings gibt es einen Dreh: Der Auszug gilt zwar als veröffent-
licht, der ganze Text jedoch nicht.

Und nun: Viel Spaß mit dem ersten "Halleluja" in diesem Tempest! Hans 
Peter Roentgen hat sich dafür den Anfang eines Detektivinnenromans 
ausgesucht.

In dieser Ausgabe startet noch eine andere neue Rubrik, die (wieder 
einmal) auf eine Initiative unserer Mitarbeiterin Ursula Schmid-Spreer 
zurückgeht. In der Rubrik "Verlagsportrait" werden ab sofort in loser 
Folge Verlage kurz mit Programm, Philosophie und Konditionen für Auto-
rInnen portraitiert. Ganz wichtig dabei: Wir stellen ausschließlich 
Verlage vor, die reine "Honorar-Verlage" sind, also weder irgendwelche 
Zahlungen von AutorInnen verlangen noch zusätzliche Druckereidienste 
o. Ä. anbieten!

Was erwartet euch noch? Zum Beispiel der erste Teil eines Berichts ü-
ber das "Berufsbild Radio-RedakteurIn", ein Interview mit unserer Kri-
minalistik-Expertin Nikola Hahn, ein Bericht über ein Seminar für 
SachbuchautorInnen, natürlich Honeyballs Lektoren-Hiebe ? und ein wah-
res Füllhorn an Informationen von unseren ExpertInnen. Von den neuen 
Ausschreibungen, dem Schreibkick, der Hall of Fame usw. ganz zu 
schweigen ...

Der Tipp des Monats September, diesmal von Katharina Gerlach:

     Vergleicht das, was ihr geschrieben habt, 
     nie mit dem, was andere geschrieben haben. 
     Das ist, als wolle man Äpfel mit Birnen vergleichen. 
     Prüft lieber, ob ihr das geschrieben habt, 
     was ihr eigentlich schreiben wolltet.

Wir wünschen euch viel Spaß mit dem neuen Tempest ? und freuen uns wie 
immer über euer Feedback, über Vorschläge für Beiträge (ob aktuell ü-
ber die Buchmesse, bestimmte Schreibthemen, Schreibbücher oder was 
euch sonst so einfällt und auf den Nägeln brennt). Und ein Dank an al-
le, die sich entscheiden, unsere Arbeit mit einem freiwilligen Beitrag 
zu unterstützen!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

... die sich auch mal wieder weiterbildet ? im Seminar "Skizze, ein-
sam, sucht ..." im November in Wolfenbüttel (s. Seminarteil). Ein paar 
Plätze sind dort übrigens noch frei.

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen 
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen 
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt, 
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser 
Konto:

autorenforum.de
SEB Mainz (früher: BfG)
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00
Stichwort: "Beitrag 2004"

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch 
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte 
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE69550101111424189900
BIC: ESSEDE5F550

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
ISSN 1439-4669   Copyright 2004 autorenforum.de. Copyright- und
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

   INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

      Editorial
      Inserate
      Schreib-Kick
      Autorenwissen
         "Berufsbild: Radio-RedakteurIn ? Teil 1"
         von Ursula Schmid-Spreer
      Vier Seiten für ein Halleluja
         "Der Mord der Athene"
         Text: anonym, Lektor: Hans Peter Roentgen
      Interview mit Nikola Hahn
      Verlagsportrait
         "Dipl.-Ing. Horst W. Köller, Verlag & Buchhandlung"
      Veranstaltungsbericht
         "Erfolg und Profil durch das eigene Buch"
         von Gabi Neumayer
      Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
         "Wie treibe ich die Auflagenzahlen in die Höhe?"
         von Stephan Waldscheidt
      Frag die Expertin für Fantasy
         (Stefanie Bense)
      Frag den Experten für Drehbuch
         (Oliver Pautsch)
      Frag die Expertin für Sachbücher
         (Gabi Neumayer)
      Frag die Expertin für Kriminalistik
         (Nikola Hahn)
      Frag den Experten für Lesungen
         (Rüdiger Heins)
      Frag den Experten für Verlagswesen
         (Bjørn Jagnow)
      Frag die Expertin für Kinderbücher
         (Gabi Neumayer)
      Hall of Fame
      Impressum


TEIL 2 (nur für Abonnenten):

      Veranstaltungen
      Ausschreibungen
      Publikationsmöglichkeiten
           mit Honorar
           ohne Honorar
      Seminare
      Messekalender
      Impressum

~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service 
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard 
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige 
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen 
Jahrgänge zu erstellen. 

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Kleinanzeigen
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pest am 12. jedes Monats. Später eingegangene Anzeigen können wir dann 
erst für die nächste Ausgabe berücksichtigen.


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INSERATE:
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Schreibreise nach Montecatini vom 1. bis 10. Oktober 2004.
In der wundervollen Landschaft der Toskana beschäftigen römische Ther-
men, mittelalterliche Burgen und Zeugen der frühen Neuzeit unsere 
Phantasie und regen zum Fertigen eigener Texte an. Aber auch wer lie-
ber zu Hause schreibt und einfach nur die Seele baumeln lassen möchte, 
ist hier richtig.
Sie entscheiden selbst, ob Sie die vorbereiteten Aufgaben bearbeiten 
oder lieber an Ihren eigenen Projekten schreiben. Als Lektor und Kri-
tiker stehe ich jederzeit zu Verfügung.
Weitere Informationen und Anmeldung unter 
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Samstag, 02. Oktober in Dresden 10-20 Uhr
Samstag, 23. Oktober in Karlsruhe 10-20 Uhr
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SCHREIB-KICK:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


Unser Schreib-Kick für den September, diesmal von mir (aus dem storial 
"Die professionelle Überarbeitung", http://www.storials.com):

Hier eine Übung, um den Blick für gute Anfänge zu schärfen und selbst 
bessere zu schreiben:

Geh zu deinem Bücherschrank, und schlage nacheinander mindestens zehn 
Bücher auf. Lies jeweils nur den Anfang, maximal eine Seite. Machen 
die Anfänge dich neugierig? Wenn ja: Analysiere, warum das so ist. 
Wenn nein: Was stört oder langweilt dich? Was fehlt, um dich gefangen 
zu nehmen? Schreibe mindestens einen der verbesserungswürdigen Anfänge 
um.


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AUTORENWISSEN:
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                             (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


               "Berufsbild: Radio-RedakteurIn ? Teil 1"
                       von Ursula Schmid-Spreer


Radio ist definitiv das beste aller Medien! Fernsehfilme müssen erst 
gedreht, Zeitungen erst gedruckt werden. In dieser Zeit ist die Neuig-
keit über den Sender schon längst erzählt. Außerdem kommt im Radio 
auch viel gute Musik. 


          Berufsbezeichnungen

Der Radioredakteur ist in fast allen Medienbereichen zu finden. Die 
genaue Berufsbezeichnung und Aufgabe variiert je nach:

- Medium
Fernsehen, Hörfunk

- Position 
Chef-Redakteur, Planungs-Redakteur, Chef vom Dienst, Ressortleiter, 
Text-Redakteur, Schluss-Redakteur 

- Ressort
Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur bzw. Feuilleton, Nachrich-
ten, Sport, Umwelt, Lokales, Reise, Unterhaltung, Spielfilm, Hörspiel, 
Musik, Mode, Wetter etc.

- Arbeitsbereich 
Ablauf-Redakteur, Redakteur in der Pressestelle, Online-, Offline-
Redakteur, Technischer Redakteur, Videotext-Redakteur, Werksredakteur, 
Zuschauer-Redakteur

- Organisationsstruktur
öffentlich-rechtlich oder privat 

Hier kann daher nur ein erster Eindruck vermittelt werden, was man 
sich allgemein unter ?Redakteur" im Hörfunk- und Fernsehbereich vor-
stellen kann. 


          Das Berufsbild

Der Redakteur ist ein ?Journalist, der seinen festen Arbeitsplatz in 
einer Stammredaktion hat" und "meinungsbildend" arbeitet (Kleines 
Journalisten-Lexikon). Eine Redaktion besteht aus fest angestellten 
und freien Journalisten. Auch Reporter und Korrespondenten, die sich 
im Außendienst befinden, zählen dazu. Bei den privaten Sendeanstalten 
gibt es zudem ?freie" Redakteure, die aber die gleiche Tätigkeit wie 
Feste ausüben. Ein Mitarbeiterstab von Redaktionsassistenten, Sekretä-
rinnen, Volontären und Praktikanten unterstützt die Journalisten bei 
ihrer Arbeit. 


Tätigkeit
.........
In so genannten Redaktionskonferenzen treffen sich regelmäßig die Mit-
arbeiter einer Redaktion. Hier werden Themen diskutiert und Manöver-
kritik geübt. Der Redakteur sammelt, filtert und bringt eigene Ideen 
ein. Er bestimmt Mitarbeiter, verteilt Aufgaben und hat das letzte 
Wort, wenn es darum geht, wie die Sendung gestaltet wird. Form und In-
halt liegen in Händen des Redakteurs, der sich wiederum an die Richt-
linien des Senders halten muss. Kurz: Der Redakteur realisiert ein 
Thema von der Idee bis zur mediengerechten Umsetzung.

Dafür müssen Informationen und Datenmaterial gesammelt, recherchiert, 
ausgewählt, bearbeitet und präsentiert werden. Beim Redakteur laufen 
alle Fäden der journalistischen Arbeit zusammen. 


Film
....
In den Bereichen Film und Unterhaltung (Talkshows, Serien, Soaps, 
Gameshows etc.) wählt er geeignete Stoffe aus, überarbeitet sie ge-
meinsam mit den Autoren und betreut die Sendung redaktionell bis zur 
Ausstrahlung. Auch an der Auswahl von Mitarbeitern und Gästen, Aus-
stattung und Produktionsort ist er beteiligt. 


Magazine
........
Bei Hörfunk- und Fernseh-Magazinen vor allem der öffentlich-
rechtlichen Sender (z. B. Titel Thesen Temperamente, Monitor, Explo-
siv, Spiegel-TV) ist der Redakteur für die inhaltliche (Themenauswahl) 
und organisatorische Vorbereitung (z. B. Erstellen eines Sende-
Ablaufplans mit Themen, Autoren, Länge und Reihenfolge von Beiträgen, 
Interviews, Moderationen) und Durchführung einer Sendung verantwort-
lich. Im Idealfall kalkuliert er auch die Kosten. Durch diese umfang-
reiche Tätigkeit wird er häufig so sehr in Anspruch genommen, dass er 
selbst keine Beiträge mehr recherchieren und realisieren kann. 


Privatfernsehen
...............
Die Redakteure der privaten Sender dagegen arbeiten oft noch selbst 
als Reporter vor Ort. In einigen Fällen schreibt der Redakteur Texte 
für Ansagen, Moderationen, Kommentare und Wortmeldungen und präsen-
tiert sie im Hörfunk (teilweise Selbstfahrerstudios, d. h., Mischpult, 
Bandmaschinen und Zusatzgeräte müssen vom Redakteur selbst bedient 
werden) oder auf dem Bildschirm. 


Arbeitsumfeld 
.............
Der Redakteur arbeitet eng zusammen mit anderen Redakteuren, Assisten-
ten, Autoren, Reportern, Moderatoren, künstlerischem und technischem 
Personal wie Regisseuren, Kameraleuten, Tonbearbeitern, Cuttern, Pro-
duktions- und Aufnahmeleitern, Außenredaktionen, freien Mitarbeitern 
und Firmen, die Informationen sowie Text- und Bildmaterial beschaffen. 

Produktionsfirmen erstellen in Zusammenarbeit mit Redakteuren oft gan-
ze Sendungen in Eigenregie.


Anforderungen
.............
Belastbarkeit, schnelle Auffassungsgabe, Teamfähigkeit, Ideenreichtum, 
Objektivität, Kritikfähigkeit, kritisches Denken, die Fähigkeit, Sach-
verhalte rasch zu analysieren und verständlich zu vermitteln, sattel-
fester Umgang mit Sprache und Rechtschreibung, umfassende Allgemein-
bildung, Sprachkenntnisse, audiovisuelles Einfühlungsvermögen


Wege zum Beruf 
..............
- Abitur (wird als Voraussetzung für eine Volontärsausbildung von den 
meisten Unternehmen verlangt)
- Hochschulabschluss, auch Spezialwissen ist gefragt, z. B. Medizin, 
Jura, Biologie, Studium der Publizistik, Kommunikationswissenschaften, 
Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften  
- Journalistenschule oder gleichwertige fachliche Ausbildung (z. B. 
Deutsche Journalistenschule, München; Henri-Nannen-Schule, Hamburg und 
Berlin; Journalistenschule Axel Springer, Hamburg und Berlin; Burda 
Journalistenschule, München). Aufnahmebedingungen und Ausbildungswege 
variieren.
- Volontariat bei einem Sender, einer Zeitung etc.
- Mehrjährige freie Mitarbeit in einer Redaktion. Lokalredaktionen 
sind oft ein gutes Sprungbrett für angehende Redakteure. Hier können 
sie experimentieren, Einblicke in die Arbeitsroutine bekommen und Kon-
takte knüpfen. 


          Der durchdigitalisierte Arbeitsplatz

Am durchdigitalisierten Arbeitsplatz (im Folgenden auch Workstation 
genannt) können fast alle für einen Radioredakteur anfallenden Arbei-
ten direkt durchgeführt werden. Doch darüber hinaus nimmt der Redak-
teur auch Aufgaben wahr, die früher dem Tontechniker vorbehalten wa-
ren. So ist die Workstation so ausgerüstet, dass die Tonbearbeitung 
gleich am Arbeitsplatz durchgeführt werden kann.

Der Audiotext ist auf einer Festplatte gespeichert, die allen Mitar-
beitern zugänglich ist. Er kann vom bearbeitenden Redakteur abgerufen 
und gleich im Computer geschnitten werden. Die dazu benötigten O-Töne 
(Originaltöne) sind schon über eine Audioschnittstelle in das System 
eingespeist worden und können so direkt auf den Bildschirm gebracht 
werden. Das hat den Vorteil, dass die graphisch dargestellten Schall-
wellen gleich mögliche Schnittstellen erkennen lassen. 

Der digitale Schnitt wird mit Hilfe von Maus und Tastatur durchge-
führt. Die gewünschten Teile werden mit der Maus markiert und zusam-
mengeschnitten. Die O-Töne bleiben auf der Festplatte erhalten und 
können so beliebig neu zusammengeschnitten werden. Das zeitraubende 
Kopieren von Tonbändern entfällt.

Da der Redakteur am Arbeitsplatz einen Kopfhörer und ein Mikrofon hat, 
das präzise genug ist, um die Hintergrundgeräusche in der Redaktion 
auszublenden, kann er seinen Text gleich an seinem Schreibtisch ein-
sprechen. Auch hat der Redakteur direkten Zugriff auf Archive (Musik 
und Presse), Nachrichtenagenturmeldungen und eingespielte Korrespon-
dentenberichte. Der Zusammenschnitt dieser Elemente verläuft nach dem 
oben dargestellten Verfahren. 

Nach dem Zusammenbau der verschiedenen Elemente geht der Beitrag per 
Datenleitung ins Studio, wo er dann per Mausklick abgefahren wird.


          Der veränderte Journalistenalltag

Gegenüber früher unterscheidet sich der Arbeitsalltag insofern, als 
dass der Redakteur fast den gesamten Produktionsprozess an seinem Ar-
beitsplatz erledigen kann. Auch wird er, wie schon angesprochen, in 
viel stärkerem Maße in die Technik eingebunden, als das bisher der 
Fall war. Der Tontechniker wird so zunehmend überflüssig. Bislang ar-
beiteten Redakteur und Tontechniker im Tonstudio zusammen; jetzt kann 
der Redakteur viele der Aufgaben, für die früher ein Tonstudio benö-
tigt wurde, an seinem Arbeitsplatz erledigen. 

Zwar werden Tonstudios in absehbarer Zeit nicht völlig überflüssig 
werden, doch sind die Folgen für die Tontechniker kaum zu unterschät-
zen, da ihre Stellen immer stärker Rationalisierungsmaßnahmen zum Op-
fer fallen.

Welche Auswirkungen diese neuen technischen Anforderungen auf die 
journalistische Arbeit haben, hängt auch von der Radioform ab. Bei den 
privaten Sendern, die schon länger mit so genannten "Selbstfahrerstu-
dios" arbeiten (das sind Studios, in denen der Redakteur schon in der 
Vergangenheit verschieden Aufgaben wahrnahm: Moderation, Schnitt etc. 
und die bislang vor allem bei den privaten Sendern eingesetzt wurden), 
ist zu erwarten, dass der Redakteur durch die Vereinfachung der Tech-
nik sich wieder stärker auf seine eigentlichen Aufgaben konzentrieren 
kann. Dagegen besteht angesichts der bei den öffentlich-rechtlichen 
Sendern praktizierten Arbeitsformen die Gefahr, dass dadurch, dass 
Journalisten auch nicht journalistische Aufgaben übernehmen müssen, 
zumindest vorübergehend ein Qualitätsverlust entsteht.

Diese Probleme sind jedoch nur vorübergehender und nicht prinzipieller 
Natur. Die Sender, insbesondere die öffentlich-rechtlichen, müssen 
durch weit reichende Fortbildungs- und Umschulungsmaßnahmen dafür sor-
gen, dass diese durch Umstrukturierung der Arbeitsplätze auftretenden 
Probleme abgefedert werden und dass eine sozial verträgliche Lösung 
für die überflüssig werdenden Arbeitsfelder gefunden wird. 

Doch auch wichtige Kommunikationsprozesse innerhalb des Senders fallen 
der neuen Technik zum Opfer. So wird beispielsweise der Redakteur 
künftig auf den Tontechniker als ersten Zuhörer und Kritiker seiner 
Arbeit verzichten müssen. 

Eine Gefahr besteht auch darin, dass bei digital verwalteten Archiven 
viele Querverweise und damit auch der interdisziplinäre Überblick ver-
loren gehen.


          Folgen der Umstellung

Hier stehen die Veränderungen am Arbeitsmarkt durch die Rationalisie-
rung im Vordergrund. Die Medienanstalten sind gefordert, regulierend 
einzugreifen und durch Fortbildungsmaßnahmen und Umschulungen allzu 
große Einbrüche bei den im technischen Bereich arbeitenden Menschen zu 
verhindern. 

Die technische Entwicklung, die dadurch entstehenden Möglichkeiten und 
die Möglichkeit, mit geringerem finanziellen Aufwand Radio zu machen, 
werden die Gebührendiskussion und die Diskussion um die Zukunft der 
ARD neu anheizen. Die Rundfunkanstalten werden vermutlich noch größere 
Schwierigkeiten haben, Rundfunkgebühren in der bisher üblichen Höhe zu 
rechtfertigen, weil die Technik, die notwendig ist, um Radio zu produ-
zieren, längerfristig billiger werden wird. Es wird vermutlich schwie-
riger werden, die zur Qualitätssicherung der öffentlich-rechtlichen 
Sendeanstalten notwendigen Gelder zu sichern.


          Ein Blick in die Zukunft

In fernerer Zukunft, wenn über DAB (Digital Audio Broadcasting) außer 
den herkömmlichen Rundfunkdiensten auch Zusatzinformationen und Zu-
satzdienste übermittelt werden, können neue Berufe in diesem Bereich 
entstehen. So wird es z. B. einen Datenredakteur geben, dessen Aufgabe 
ganz klassisch die Selektion und Bearbeitung von Nachrichten sein 
wird. Im Unterschied zu heute wird diese Ausarbeitung für das Display 
bestimmt sein, das sich bei dem Empfänger zu Hause oder im Auto befin-
det und auf dem dann z. B. Landkarten mit Verkehrshinweisen erschei-
nen. Der Datenredakteur wird wie der Moderator ein Live-Mitarbeiter 
sein, der Einzelheiten aus dem, was der Moderator sagt, heraushebt und 
verstärkt. 

Ein weiterer neuer Beruf könnte der des Datenproducers sein, dessen 
Aufgabe es sein wird, die vom Datenredakteur selektierten Informatio-
nen graphisch darzustellen. (Diese Prognose entstammt einem Interview 
mit Tom Otto, Chef der Deutschen Datenrundfunk Studien- und Ent-
wicklungs GmbH.)

Kurse (nicht nur) für Datenredakteure bietet die Deutsche Hörfunk-
Akademie an: Nollendorfplatz 2, 44339 Dortmund, Telefon: (02 31) 9 88 
90-0, Telefax: (02 31) 9 88 90-25, http://www.hoerfunkakademie.de, 
Kontakt: Dr. Karl-Martin Obermeier.


          Literaturhinweise und Adressen

Jürgen Bischoff: "Computer Aided Radio ? die Digitalisierung ist voll 
im Gange", in: Medium, Januar/ Februar 1995 

Ruth Blaes, Gregor A. Heussen: ABC des Fernsehens, UVK Verlagsgesell-
schaft 1997

Walther von La Roche: Einführung in den praktischen Journalismus, List 
2003

Heinz Pürer: Praktischer Journalismus,  mit CD-Rom, UVK Verlagsgesell-
schaft 2004

Wolf Schneider Wolf, Paul-Josef Raue: Handbuch des Journalismus, Ro-
wohlt 1998

Gerhard Schult, Axel Buchholz: Fernsehjournalismus. Ein Handbuch für 
Ausbildung und Praxis, List/Journalistische Praxis 2000

Volker Schulze: Die Zeitung. Ein medienkundlicher Leitfaden, Hahner 
Verlag 2001


Fachverbände, Gewerkschaften
............................

IG Medien, Industriegewerkschaft Medien, Bundesfachgruppe Journalis-
mus, Friedrichstraße 15, 70174 Stuttgart

DJV ? Deutscher Journalisten Verband e. V., Bennauerstraße 60, 53115 
Bonn 

(Quellennachweis: Informationsblätter der Bundesagentur für Arbeit, 
ausgiebige Internetrecherche, Befragung des Journalisten Peter Lokk, 
Dozent an der Journalistenschule in München)

[Der zweite Teil dieses Beitrags im nächsten Tempest besteht aus einem 
Interview mit Petra Seel, Programmleiterin des Funkhauses in Nürn-
berg.]

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin). 
Sie schreibt gerne Briefe, Tagebuch und Kurzgeschichten. In Antholo-
gien und Literaturzeitschriften sind Geschichten von ihr publiziert 
worden. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-Verlag, 
Nürnberg, veröffentlicht. Auch organisiert sie Autorentreffen und 
Stammtische und gibt Kurse in kreativem Schreiben.


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VIER SEITEN FÜR EIN HALLELUJA:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

Oft können Profis schon an den ersten Seite sehen, woran ein Text 
krankt. Da wird zu viel erklärt, oder die Personen bleiben blass, oder 
der Text ist mit Adjektiven überladen oder ...

Wenn eins dieser Probleme in eurem Text auftaucht, wird ihn ein Ver-
lagslektor schnell beiseite legen - und ihr erhaltet ziemlich sicher 
einen der beliebten Formbriefe. Denn die Probleme, die auf den ersten 
vier Seiten auftreten, setzen sich in aller Regel im Rest des Manu-
skripts fort. 

Jetzt könnt ihr die Probe aufs Exempel machen. Der Tempest macht euch 
ein Angebot: Verschiedene Profis ? LektorInnen und AutorInnen ? lekto-
rieren kostenlos vier Seiten eines Lesers / einer Leserin (maximal 
7.200 Anschläge inklusive Leerzeichen) und sagen, was ihnen dabei auf-
fällt. In der Regel werdet ihr feststellen, dass ihr unsere Ratschläge 
auch für den Rest eurer Texte verwenden könnt, weil sich bestimmte 
Fehler einfach wiederholen. Wir werden uns auch bemühen, möglichst un-
terschiedliche Profis für diesen neuen Dienst zu gewinnen, um unter-
schiedlichen Meinungen und Methoden Raum zu geben. 

Also: Schickt uns die ersten vier Seiten eures Manuskripts, und viel-
leicht findet ihr schon im nächsten Tempest unseren professionellen 
Kommentar dazu! Bitte schickt uns aber nur Text- oder RTF-Dateien. Das 
könnt ihr einstellen, indem ihr in Word statt "Speichern" "Speichern 
unter" anklickt und dann ganz unten den Dateityp wählt ("nur Text" o-
der "RTF"). Die normalen Word-Dateien sind beliebte Virenträger und 
werden deshalb von uns nicht geöffnet.

Der Text wird anonym im Tempest abgedruckt und besprochen (es sei 
denn, ihr wollt euren Namen dort sehen, bitte extra vermerken!). Au-
ßerdem werden Text und Besprechung auf den Seiten von Hans Peter 
Roentgen (http://www.textkraft.de) veröffentlicht, der dieses neue An-
gebot organisiert und selbst schon viel Erfahrung mit dem Lektorat der 
ersten vier Seiten hat.
Welcher Text besprochen wird, legen wir fest. Die AutorInnen erklären 
sich mit ihrer Einsendung mit der Veröffentlichung einverstanden.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

                         "Der Mord der Athene"
               Text: anonym, Lektor: Hans Peter Roentgen

So, hier kommt das erste der (hoffentlich) zahlreichen vier Seiten für 
ein Halleluja. Doch vorab möchte ich euch allen für die zahlreichen 
Zusendungen danken. Es war nicht leicht, eine auszusuchen, da damit 
natürlich auch einige andere ausgeschlossen wurden. 

Aber leider können wir hier unmöglich alle Texte redigieren. Was wir 
aber können (und getan haben): einen Text auszuwählen, dessen Korrek-
tur auch vielen anderen Autoren weiterhilft, weil dort Probleme be-
sprochen werden, die viele Texte haben.

Noch eines möchte ich vorausschicken: Ein Lektorat findet in der Regel 
mehrfach statt, selten werden alle Fehler auf einmal beseitigt. Denn 
ein Problem in einem Text kann andere "verdecken" oder Folgeprobleme 
hervorrufen, die verschwinden, wenn das Hauptproblem beseitigt ist. 
Nach der ersten Korrektur der wichtigsten Probleme ist also ein erneu-
tes kritisches Lesen angesagt: Was hat sich jetzt verbessert, welche 
Fehler werden jetzt erst sichtbar?

Und natürlich sollte im Zentrum eines Lektorats, einer Überarbeitung 
immer der Text stehen. Schließlich soll ein vorhandener Text verbes-
sert werden ?  der Lektor soll nicht etwa eine andere Geschichte dar-
aus machen.

Daher sind meine Anmerkungen immer nur Vorschläge. Letztendlich ent-
scheidet die Autorin, wie ihr Text überarbeitet werden soll. Nicht al-
le Vorschläge wird sie übernehmen, aber vielleicht bringen sie ihr 
neue Ideen? Das wäre der Idealfall.

So, genug der Vorworte. Hier findet ihr jetzt den Text "Der Mord der 
Athene". Danach stehen meine allgemeinen Bemerkungen dazu und dann die 
Anmerkungen zu einzelnen Textstellen. ? Im Text habe ich Stellen mit 
{1}, {2}, {3} etc. markiert. Auf diese Markierungen beziehe ich mich 
in den Kommentaren.

......................................................................

"Der Mord der Athene"

Kapitel 1

Ich saß in meinem Büro und popelte in der Nase, als die Tür aufging. 
Ein großer, schlanker Mann in Anzug trat herein. Ohne anzuklopfen. Die 
Trine am Empfang hatte wieder in ihren Modezeitungen geblättert, statt 
ihn mir oben zu melden. Sie boykottierte mich, wo sie konnte. Der Mann 
kam auf mich zu und knallte ein Stück Papier auf den Schreibtisch. 
"Da, schauen Sie sich das an. Das ist der Gipfel der Unverschämtheit." 
{1} "Bitte nehmen Sie doch Platz. Was kann ich für Sie tun?" Höflich-
keit ist eine Waffe. Während der Mann seinen Körper zusammenfaltete 
und in den Besucherstuhl sank, betrachtete ich das Stück Papier. Es 
war ein Zeitungsausschnitt mit einer Todesanzeige {2}. Heribert Knet-
tenbrech, geboren am 3. November 1949, gestorben am 5. April 2004. In 
tiefer Trauer, seine Kollegen und Mitarbeiter. "Und?" Ich blickte auf. 
"Hat nicht gerade ein biblisches Alter erreicht." Der Mann sprang auf: 
"Ich bin Heribert Knettenbrech, Professor Heribert Knettenbrech. Und 
ich bin quicklebendig, wie Sie sehen!" Gut, es war eine unschöne Sa-
che, seinen eigenen Namen auf einer Todesanzeige zu finden, aber muss-
te er deshalb so schreien? "Bitte, setzen Sie sich doch." Der Besu-
cherstuhl, ein Freischwinger, sank unter dem Gewicht Knettenbrechs in 
die Knie. "Ich lebe noch, und zwar sehr gerne! Aber hier lese ich mei-
ne Todesanzeige, mit meinem Geburtsdatum." Knettenbrech schlug mit der 
Hand auf das Papier. "Das macht mich zum Gespött der Leute. Was glau-
ben Sie, was ich von meinen Kollegen zu hören bekomme." Knettenbrech 
erklärte, er habe die Zeitung angerufen und sich über die Anzeige be-
schwert, doch dort habe man nichts für ihn tun können. Die Anzeige sei 
am Telefon aufgegeben worden, wie viele andere. Auf Knettenbrechs 
Drängen war die Zeitung bereit gewesen, in der kommenden Wochenendaus-
gabe eine Kurzmeldung als Richtigstellung zu drucken. "Eine Kurzmel-
dung", schnaubte Knettenbrech. Dann blickte er mir zum ersten Mal di-
rekt in die Augen. Er hatte himmelblaue Augen, ohne jeden Stich ins 
Grüne oder Braune. Jetzt lag ein Anflug von Angst {3}in diesen Augen. 
"Heute morgen wurde ein Kranz für mich abgegeben. Bei mir zu Hause. 
Meine Frau war an der Tür." 

"Haben Sie eine Vermutung, wer dahinter steckt?" Eine Anzeige und ein 
Kranz, das konnte man als Scherz abtun, aber irgendjemand hatte eine 
Menge Energie aufgewandt, um dem Professor einen Streich zu spielen. 
Knettenbrech vermutete, dass der Täter aus seinem beruflichen Umfeld 
stammte. Genau so drückte er sich aus. Sein berufliches Umfeld, das 
war das Orient-Institut der Uni Frankfurt. Knettenbrech {4} sagte, er 
habe eine Menge Neider, denn er sei einer der bekanntesten Turkologen 
und Orientexperten überhaupt. 

"Ich denke, es ist ein dummer Scherz und Sie finden schnell heraus, 
wer mich lächerlich machen will." Knettenbrech {4} schlug vor, ich 
solle eine Weile als Hilfskraft an seinem Institut arbeiten. Die Bib-
liothekarin würde froh sein, Unterstützung zu bekommen. So könnte ich, 
ohne Aufsehen zu erregen, das berufliche Umfeld des Professor Knet-
tenbrech kennen lernen. Sein Institut war nur wenige Straßen entfernt 
von meinem Büro hier im Westend. Ich nannte Knettenbrech mein Honorar, 
nachdem ich auf den Höchstsatz noch 20 Prozent aufgeschlagen hatte. 
{5} Er akzeptierte die Summe ohne Zögern. "Wie darf ich Sie anreden: 
Gräfin von Klier, ist das richtig?" Knettenbrech schien seine Wut ver-
gessen zu haben. Er hatte eine Aufgabe delegiert, wie er es gewohnt 
war. Die Anzeige, die eine versteckte Todesdrohung enthielt, belastete 
ihn jetzt weniger. {6} Leider musste ich ihn aufklären, dass ich weder 
Gräfin noch Freifrau bin. "Gräfin von Klier führt die Anwaltskanzlei 
unten im Erdgeschoss. Wir sind Partnerinnen. Mein Name ist Sandra I-
solde Zerweck." Knettenbrech schien {7} enttäuscht. Er hatte meine De-
tektei aufgesucht, weil der Adelstitel ihm Respekt einflößte, darauf 
würde ich wetten. {8} Als Freya und ich unsere Büros einrichteten, 
hatten wir genau auf diesen Effekt spekuliert. Ihr Name würde Klienten 
anziehen. Sie vertrat hauptsächlich Frauen in Scheidungsfragen und bei 
Sorgerechtsklagen, wobei ich ihr hin und wieder mit Nachforschungen 

half. Ich unterstützte außerdem einige Personalfirmen bei der Routine-
arbeit. Zeugnisse mussten überprüft werden, manchmal ging es um das 
Image von Bewerbern. Knettenbrechs Auftrag rettete mich in den nächs-
ten Tagen vor der langweiligen Routinearbeit. 

Als er sich verabschiedete und zur Tür ging, wies sein Anzug keine 
einzige Knitterfalte auf. Er musste aus Vollsynthetik sein ? oder maß-
geschneidert. {9} Ich trug wie immer ein kariertes Herrenhemd und eine 
schwarze Jeans, dazu Turnschuhe. Seit meinen Zeiten als Punkerin hatte 
sich mein Geschmack in Sachen Klamotten wenig geändert. Von Geschmack 
konnte eigentlich nicht wirklich die Rede sein, statt des ständigen 
Schwarz und Grau erlaubte ich mir neuerdings etwas Farbe. Die karier-
ten Herrenhemden hatte ich im Dreierpack erstanden, sie waren flau-
schig weich, schön warm und leicht zu waschen. Knettenbrech durfte bei 
einer Privatdetektivin eben nicht zu viel Modisches erwarten. Während 
ich über die Todesanzeige nachdachte, merkte ich, dass mein Finger 
schon wieder seinen Weg in die Nase gefunden hatte. Erst wenn die Nase 
so richtig frei ist, kann man logisch denken. Morgen würde ich Knet-
tenbrechs feine Kollegen kennen lernen, die ihn am liebsten im Grab 
sahen.

Ich raffte mich auf und ging ins Erdgeschoss in Freyas Kanzlei. Am 
Wartezimmer konnte ich sehen, wie es mit Freyas Umsatz bestellt war: 
Im Wartezimmer die bunte Mischung von Klientinnen. Die Fraktion der 
Blaublütigen und die, die das Frauenhaus geschickt hatte, waren nicht 
nur äußerlich leicht zu unterscheiden, sie mieden sich auch im Warte-
raum. Fein säuberlich getrennt, scharten sich die Adligen um die Esp-
ressomaschine, während die mit den müden Dauerwellen in der Nähe der 
Tür auf den Stuhlkanten kauerten, ohne jemand in die Augen zu sehen. 
War die Ecke an der Kaffeemaschine gut besetzt, dann rollte der Rubel. 

Ich ignorierte die Trine am Empfang{10}, die in der Vogue blätterte, 
und ging direkt zu Freyas Arbeitszimmer. "Frau von Klier hat eine Be-
sprechung." Die Trine am Empfang war aus ihrer Versenkung in das Mode-
blatt erwacht. Ich ignorierte sie und steckte meinen Kopf durch den 
Türspalt. "Hi Sandy, in zehn Minuten beim Bäcker?" Freya saß mit einer 
verheulten Frau in grünen Hosen am Besuchertisch, einer reizenden 
Glaskonstruktion. Ich zwinkerte ihr zu, stolzierte wieder an der 
Empfangstrine vorbei und ging zum Bäcker gegenüber. 

Hinter der Glastheke krümmten sich trockene Blätterteigstückchen neben 
Körnerbrötchen, die sich nur durch künstliche Aromastoffe von Plastik-
attrappen aus dem Spielzeugladen unterschieden. "Einen Cappuccino!" 
Das Mädchen hinter der Theke war froh, sich bewegen zu können. "Machen 
Sie gleich zwei, bitte." Freya schwang sich auf den Hocker mir gegen-
über. "Na, neuer Klient?" Sie hatte Knettenbrechs elegante Gestalt 
durchs Treppenhaus gehen sehen. {11} "Ein Prof, der totgesagt wurde 
Man hat seine Todesanzeige in die Zeitung gesetzt.." Freya pfiff durch 
die Zähne. Das hätte ich auch gerne gekonnt, aber bei mir kam nur ein 
Zischen heraus.  

Ich schlürfte am Cappuccino und verbrannte mir die Zunge. "Ich soll an 
der Uni Nachforschungen anstellen." "Du an der Uni!" Freya grinste 
provozierend. " Du kennst doch höchstens die Mensacafete." "Na und? 
Ein fremder Blick entdeckt oft mehr als ein Insider!" "Wahrscheinlich 
hat er seine Sekretärin gefickt ,und die Ehefrau rächt sich." Freya 
hatte einen berufsmäßig etwas verengten Blick auf das Paarungsverhal-
ten. Da sie nur die Trümmer gescheiterter Ehen verwaltete,{12} konnte 
sie sich Ehemänner nicht mehr anders als untreu vorstellen. 
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Kommentar
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Liebe C.,

herzlichen Dank für deinen Text.

Eine Privatdetektivin sitzt in ihrem Büro und reinigt ihre Nase, als 
ein Klient hereingestürzt kommt. Er knallt seine Todesanzeige auf den 
Schreibtisch. Jemand hat ihn für tot erklärt, vermutlich jemand an 
seinem Institut. Diesen Jemand soll die Detektivin finden.

Ein Detektivinnenroman also, erzählt aus der Ich-Perspektive. Damit 
wird in den ersten Absätzen die Erzählstimme festgelegt und auch, was 
erzählt werden kann. Da ich als Leser alles durch die Augen der Detek-
tivin "erlese", kann ich nur erfahren, was diese denkt, sieht, hört. 

Und vor allem muss diese Erzählerstimme konstant bleiben. Es ist eine 
etwas schnoddrige Stimme (aber nicht übertrieben schnoddrig), eine 
Frau, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, eine Frau, die 
sich so leicht nichts vormachen lässt.

Am Anfang habe ich den Text gerne gelesen, aber bald hat er mich "hi-
nausgeworfen". Und zwar etwa ab der Stelle, an der die Detektivin über 
ihre Kleidung räsonniert {9}.

Warum?

Hier erfahre ich als Leser alles über die Kleidungsgewohnheiten der 
Detektivin. Nur: Würde die in diesem Moment ihre Kleidung durchgehen? 
Ist es überhaupt nötig, dem Leser das mitzuteilen? Hier verlierst du 
deine Erzählerstimme und auch an Tempo. Vielleicht statt der ausführ-
lichen Kleidungsliste: "Vermutlich verbrachte er an einem Morgen mehr 
Zeit vor dem Spiegel als ich in einem Jahr." 

Damit würden Perspektive und Stimme beibehalten, und der Leser erführe 
in einem knappen Satz das, was jetzt in einem Absatz steht und mich 
beim Lesen aus dem Text geworfen hat: Sandra legt wenig Wert auf ihre 
Kleidung.

Der Herr Professor weiß auch gleich, was die engagierte Detektivin zu 
tun hat: Sie soll als Hilfskraft eingeschleust werden. ? Und Sandra 
Isolde Zerweck akzeptiert das widerspruchlos? Das glaube ich nicht, 
sie ist nicht die Person, die sich ihre Arbeitsmethode vorschreiben 
ließe. Da ist ein Bruch zu Sandra, wie ich sie als Leser bisher erlebt 
habe. Und selbst mir als Laien fallen da sehr viel effizientere Nach-
forschungsmethoden ein. Die Anzeige wurde per Telefon aufgegeben. Aber 
die Zeitung will Geld sehen, hat also entweder nach einem Konto oder 
einer Kreditkarte gefragt. Auch da ließe sich der Text verbessern. Zu-
mal sich hier gleich am Anfang die Gelegenheit böte, einen durchaus 
realistischen Konflikt zwischen Professor und Detektivin anzulegen.

Auf jeden Fall sollte der Text noch einmal auf Erzählstimme und Per-
spektive kontrolliert werden. Ich jedenfalls habe beim Lesen gemerkt, 
dass im hinteren Teil deutlich Spannung und Tempo verloren gingen, 
meiner Meinung nach aufgrund der Probleme mit der Erzählstimme. 

Ein weiteres Problem sind Klischees. Dass ein Detektiv bei einem unan-
genehmen, aber reichen Klienten das Honorar aufschlägt {5}, kommt in 
Krimis nicht gerade selten vor. Auch das könntest du verbessern. Viel-
leicht: "Ich nannte ihm den Honorarsatz, der seinem Anzug entsprach."

Die Trine im Empfang, die in Modezeitschriften blättert, kommt auf den 
ersten vier Seiten sehr häufig vor. Da würde eine Erwähnung auch genü-
gen, ich würde die restlichen Stellen streichen.

So, nun zu den Anmerkungen im Einzelnen:

{1} Jedes Mal, wenn der Sprecher wechselt, sollte ein Absatz gemacht 
werden, um das Lesen zu erleichtern. Der Text wirkt auch flüssiger, 
wenn du erheblich mehr Absätze einbaust. 

{2} Hier würde ich den Zeitungsausschnitt weglassen, er hemmt den Le-
sefluss; besser: "Es war eine Todesanzeige." Aber das ist meine Mei-
nung, gut möglich, dass mancher das anders sieht. Auch Lektoren haben 
nun mal einen individuellen Geschmack.

{3} Zweimal wiederholen sich in zwei Sätzen die "Augen". Im zweiten 
Satz kann man sie weglassen, was gemeint ist, ist auch so klar: "Jetzt 
lag ein Anflug von Angst darin."

{4} Hier wiederholt sich "Knettenbrech" am Anfang des Satzes. Besser 
den zweiten Satz mit "Er" anfangen, da keine Verwechslung möglich ist. 
Auch das "sagte" kann wegfallen, du kannst hier in der indirekten Rede 
bleiben, mit der du begonnen hast. Und dass er sich als "bekanntester 
Turkologe" benennt, lässt sich eleganter und treffender formulieren: 
"Er habe eine Menge Neider, denn er sei der führende Turkologe und O-
rientexperte Deutschlands."

{5} siehe oben im Kommentar

{6} Nach der Frage bezüglich der Anrede wird in drei Sätzen über Knet-
tenbrechs Delegation philosophiert. Meiner Meinung bremst das den Le-
sefluss; ich würde diese drei Sätze streichen und direkt mit Sandras 
Antwort fortfahren.

{7} "schien" ist ein sehr gefährliches Wort. Es wird gerne von Autoren 
verwendet, wenn etwas nicht absolut sicher ist, aber es hemmt den Le-
sefluss. An dieser Stelle würde ich einfach schreiben: "Knettenbrech 
war enttäuscht".

Jetzt wirst du sagen: Aber ich habe doch als Perspektive die Detekti-
vin gewählt, und die kann unmöglich wissen, ob Knettenbrech wirklich 
enttäuscht war, schließlich kann sie ihm nicht in den Kopf sehen! Ma-
che ich damit keinen Perspektivfehler?

Da muss ich wie Radio Eriwan antworten: Im Prinzip ja, aber ... Natür-
lich hast du die Detektivin als Perspektive. Im Prinzip wäre also ein 
"schien" oder "war offenbar" durchaus angemessen. Aber das hemmt, vor 
allem, wenn du es häufig benutzt, den Lesefluss. Obendrein würde deine 
Detektivin nicht so erzählen ? sie würde ihrem Gegenüber einfach un-
terstellen, dass er enttäuscht war: "Knettenbrech war enttäuscht." 
Deswegen würde ich "schien" und "offenbar" in diesem Text möglichst 
wenig verwenden.

{8} Der Satz ist aufgebläht, besser fände ich: "Der Adelstitel hatte 
ihn hergelockt, darauf würde ich wetten."

{9} Die lange Diskussion von Sandras Kleidung habe ich oben schon kom-
mentiert. Das würde ich streichen.

{10} Die "Trine am Empfang" kommt zu oft in den ersten vier Seiten 
vor. Obendrein frage ich mich, wieso sie überhaupt eingestellt worden 
ist, wenn Sandra sie für so unfähig hält? Immerhin ist Sandra ja eine 
ihrer Arbeitgeberinnen.

{11} Dass Freya den Klienten auf der Treppe gesehen hat, ist eigent-
lich unnötig zu erwähnen. Woher sie das weiß oder schlussfolgert, in-
teressiert hier weniger. Ich würde diesen Satz streichen.

{12} Dass Freya immer nur die Trümmer gescheiterter Ehen verwaltete, 
weiß ich als Leser bereits. Diesen Satzteil würde ich streichen: "Sie 
konnte sich Ehemänner nicht mehr anders als untreu vorstellen" reicht 
aus.

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Hans Peter Roentgen hat zahlreiche Artikel im Tempest über das Schrei-
ben veröffentlicht und lektoriert für www.Textkraft.de die ersten vier 
Seiten von Texten (http://www.textkraft.de/pageID_597246.html). Außer-
dem ist er einer der Coaches bei www.Textkraft.de, einer der Moderato-
ren der Romanwerkstätten und hat eine eigene Kolumne bei 
www.literature.de, für die er auch Rezensionen schreibt.


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INTERVIEW:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


          ?Sich klar werden, welche Ziele man erreichen will"
                       Interview mit Nikola Hahn


Ursula Schmid-Spreer: Zu Anfang gleich die Standardfrage: Wie kamst du 
zum Schreiben?

Nikola Hahn: Ganz ehrlich: Das ist so lange her, dass ich es nicht 
mehr weiß! Erste ?Kurzgeschichten" (fünf bis sieben Sätze pro ?Ge-
schichte") habe ich schon als Kind in meine Erstklässler-Hefte ge-
schrieben, sogar mit Bildern ?garniert". Schreiben war also für mich 
immer ein Bedürfnis, lange Jahre allerdings ohne das Bestreben, dieses 
Schreiben öffentlich zu machen. Diese Überlegungen kamen erst in den 
achtziger Jahren, das heißt, als ich erwachsen war. 


USS: Wie hast du einen Verlag gefunden? Und wie lange dauerte die Su-
che?

NH: Auch ich habe das übliche Absage-Standardbrief-Programm hinter mir 
? ich hätte mit den netten Briefen mein Wohnzimmer tapezieren können. 
Irgendwann merkte ich, dass das alles ziemliche Portoverschwendung 
war, wobei das Frustrierendste für mich nicht die Ablehnung per se 
war, sondern die standardisierte Ablehnung, das heißt das fehlende 
Feedback. Ich wusste einfach nicht, ob es an meinen Texten lag, am 
(verfehlten) Thema oder schlicht an einem schlechten Tag desjenigen, 
der immer diese unaufgeforderten Manuskriptberge abarbeiten muss. Da-
bei hatte ich all die schönen Tipps (Verlagsprogramme studieren, tele-
fonische Voranfrage, formale Kriterien) durchaus beherzigt. Das einzig 
Positive all meiner Bemühungen war, dass der Briefträger mich mit ei-
nem Lächeln grüßte. 

Wie lange das alles dauerte, weiß ich heute nicht mehr, ich habe auch 
immer wieder Frust-Pausen eingelegt, in denen ich geneigt war, meine 
Elaborate im Meer zu versenken. Nun ja, ich habe diese Art der Kommu-
nikationsaufnahme mit Verlagen dann irgendwann abgebrochen und mich 
auf die Suche nach einem Agenten gemacht. Bis ich den richtigen gefun-
den hatte, dauerte es dann auch noch mal ein Weilchen, aber ein halbes 
Jahr nach Vertragsabschluss mit der Agentur hatte ich einen Verlag ? 
allerdings mit einem ganz anderen Projekt, als ich es bis dahin ge-
schrieben hatte. 


USS: Vom ?Brotberuf" her bist du Kriminalbeamtin. War das ausschlagge-
bend dafür, dich mit dem Genre Krimi zu befassen und dementsprechend 
auch einen Krimi zu schreiben?

NH: Jein. Ich hatte, bevor ich ?Die Detektivin" schrieb, zwar schon 
einen Gegenwartskrimi angefangen, aber auch einen ?Roman ohne Mörder" 
fertiggestellt (der dann später als ?Die Wassermühle" erschien). Auch 
die Themen meines allerersten Buches ?Baumgesicht" sind nicht nur (po-
lizei)beruflicher Natur. Andererseits gab mein Beruf in der Tat den 
Anstoß zur Idee meines historischen Krimis ?Die Detektivin". 


USS: Wie kamst du dann auf die Idee, Krimi und Historisches zu verbin-
den?

NH: Die Idee entwickelte sich in einem Telefonat zwischen mir und mei-
nem ? späteren - Agenten, der mich fragte, was ich gern lese. Ich ant-
wortete, mein Lieblingsbuch sei zurzeit ?Der Medicus", und dann sagte 
er: Sie sind Kriminalbeamtin, Sie lesen gern historische Romane, warum 
verbinden Sie als Schriftstellerin nicht mal beides: Polizeiarbeit und 
Historie? Die Idee faszinierte mich, und das Ergebnis war mein Roman-
debüt ?Die Detektivin". 


USS: Was bedeuten Worte für dich? Hat sich deine Einstellung zum 
Schreiben im Laufe der Zeit verändert?

NH: Worte, ja Sprache überhaupt, ist für mich sehr wichtig, denn sie 
ist ja das Handwerkszeug, mit dem Autoren arbeiten. Ich liebe gut ge-
schriebene ?Stilratgeber", zum Beispiel ?Deutsch für Kenner" von Wolf 
Schneider, eine wahre Fundgrube an Wissen! Und so aufbereitet, dass 
man als Autor nicht allzu schamesrot wird, wenn man sich hier und dort 
dann doch in den aufgezeigten Fallstricken verheddert. Dass es Autoren 
gibt, die die Meinung vertreten, für Rechtschreibung und Zeichenset-
zung sei das Lektorat zuständig, ist mir völlig unverständlich. Gerade 
die Kenntnis, wie man mit Sprache spielen kann, welche Möglichkeiten 
sie gibt, andere zum Lachen, Weinen zu bringen oder sie betroffen zu 
machen, wie man es durch die bloße Wortwahl schafft, beim Leser Stim-
mungen zu erzeugen, finde ich faszinierend. 

Meine Einstellung zum Schreiben hat sich während der Jahre, was das 
Handwerkszeug Sprache angeht, nicht geändert, sondern verfestigt. Ich 
bin ein absoluter Vertreter des Handwerklichen, allerdings mit der 
Maßgabe, dass Phantasie und Kreativität ebenso zum Schreiben dazugehö-
ren.  


USS: Was machst du noch alles neben dem Schreiben von Büchern?

NH: Ich war schon immer ein vielseitig interessierter Mensch, und ich 
glaube, dass mich das letztlich auch davor ?gerettet" hat, durch die 
ganzen Absageorgien der Verlage depressiv zu werden. Schreiben war und 
ist nur ein Teil meines Lebens, und zu meinen weiteren Tätigkeiten ge-
hören ? natürlich außer meinem Hauptberuf, den ich sehr gern mache! ? 
das Malen (eine wunderbare Möglichkeit der Entspannung!), die Beschäf-
tigung mit ?Grünzeug" (früher mangels Garten vorrangig auf der Fens-
terbank, heute im eigenen Garten), das Lesen (ich könnte mir ein 
Schriftstellerleben ohne Hang zum Bücherwurm gar nicht denken!) und 
natürlich die International Pen Friends (IPF). 

IPF ist eine weltweit tätige, private Vereinigung (also weder poli-
tisch noch ideologisch beeinflusst), die in den Sechzigern von dem I-
ren Neil O´Donnell gegründet wurde, um ?Internationale Verständigung 
auf unterster Ebene" zu praktizieren. Während sich die Staatsmänner 
diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs verbal die Köpfe ein-
schlugen, strebte Neil ein Miteinander der Völker durchs Briefeschrei-
ben an. Aus seinem Pappschachtelarchiv wurde im Laufe von mehr als 35 
Jahren eine Adressdatei mit rund 400.000 Einträgen aus fast allen Län-
dern der Welt. Vor 19 Jahren wurde ich bei IPF Mitglied, wenig später 
Repräsentantin für die Vermittlung in Deutschland. Nun sollte man mei-
nen, dass die Ära des Briefeschreibens im Zeitalter von PC und Inter-
net im Sterben begriffen ist, aber das Gegenteil ist der Fall! 

Ich freue mich sehr darüber, denn Briefe schreiben ist ja auch eine 
Art ?Literatur", nur eben für Menschen, die nicht für die Öffentlich-
keit schreiben wollen. Ihnen zu helfen, Kontakte in alle Welt zu knüp-
fen, macht sehr viel Spaß. Obwohl ich einen Großteil meiner Korrespon-
denz über E-Mail abwickle, liebe ich es nach wie vor, ?richtige" Brie-
fe zu bekommen und zu schreiben. Der Brief ist ja ein Kulturgut, eben-
so wie das Buch ? meine Arbeit als Schriftstellerin und das Engagement 
für IPF ergänzen sich also. Aber damit will ich es bewenden lassen. 
Wer neugierig auf mehr ist, schaut einfach mal auf eine virtuelle Tas-
se Kaffee auf meiner Website vorbei. 


USS: Gehörst du Organisationen an? Zum Beispiel dem Schriftstellerver-
band, den Freien Autoren oder der IGdA?

NH: Ich war mehrere Jahre Mitglied in der IGdA, der Interessengemein-
schaft deutschsprachiger Autoren. Ich habe ehrenamtlich in der Redak-
tion der vereinseigenen Literaturzeitung mitgearbeitet, u.a . auch In-
terviews mit Leuten aus der Verlags- und Bücherwelt geführt. Leider 
hat man die Zeitschrift dann, ohne die alte Redaktion zu informieren, 
in neue Hände gelegt. Ohne diese Arbeit habe ich für mich in der IGdA 
keine Heimat mehr gesehen. Ich bin dann ins ?Syndikat" eingetreten, 
der Vereinigung für deutschsprachige Kriminalautoren.  


USS: Bringt das etwas, wenn man sich so einer Vereinigung anschließt? 

NH: Es kommt darauf an, welche Erwartungen und Bedürfnisse man hat. 
Wer sich ggfs. auch mal rechtlich beraten lassen will oder hauptberuf-
licher Autor ist, ist sicherlich mit einer ?großen" gewerkschaftlich 
orientierten Schriftstellervereinigung gut bedient (das sage ich jetzt 
theoretisch, ohne die Interna zu kennen). Sucht man vor allem den Aus-
tausch mit schreibenden Kolleginnen und Kollegen, sollte man sich vor 
dem Beitritt erkundigen, ob und wie dem Bedürfnis innerhalb der Verei-
nigung Rechnung getragen wird. 

Bei der IGdA traf man sich eigentlich nur zur Jahreshauptversammlung 
(die dann aber mit Programm gestaltet war und zwei bis drei Tage dau-
erte!). Die Möglichkeit, Regionaltreffen zu veranstalten oder Ähnli-
ches, war zu meiner Zeit dort wenig bis kaum ausgeprägt. Das Kommuni-
kationsorgan zwischen den Mitgliedern war die Zeitschrift, die fast 
ausschließlich Texte von Mitgliedern veröffentlichte ? für viele eine 
erste Publikationsmöglichkeit und daher sehr attraktiv. 

Auch im ?Syndikat" gibt´s ein jährliches Treffen, die ?Criminale", die 
über mehrere Tage geht, eine Unzahl an Lesungen und Veranstaltungen 
bietet und ? im Gegensatz zur IGdA - eine von Jahr zu Jahr wachsende 
Medienöffentlichkeit erzielt. Außerdem bietet das ?Syndikat" den Mit-
gliedern die Möglichkeit, über eine E-Mail-Liste miteinander zu disku-
tieren, Erfahrungen auszutauschen und Ähnliches mehr.

Allerdings gibt es mittlerweile auch übers WWW interessante Newsgroups 
und Foren für Schriftsteller. Man muss also seine Wünsche und Erwar-
tungen festlegen und sich gezielt auf die Suche nach einer Vereinigung 
machen. Ein wesentliches Kriterium für die ?richtige" Vereinigung ist 
sicher auch, ob die Mitglieder primär noch unverlegte oder schon am 
Markt etablierte Autoren sind, die jeweils ganz andere Sorgen und 
Probleme haben, über die sie sich austauschen möchten.   

USS: Was hat dich bewogen, dem Tempest als Expertin zur Verfügung zu 
stehen?

NH: Meine Beweggründe sind die gleichen, aus denen ich auf meiner Web-
site die Rubrik ?Schreibwerkstatt" eingerichtet habe: um anderen Auto-
ren zu helfen. Das Bedürfnis kommt aus der Erfahrung, wie bitter es 
ist, am Anfang der Schriftstellerkarriere (zumeist) nur auf Ablehnung 
oder Nichtbeachtung zu stoßen. Anfangs versuchte ich noch, jedem per-
sönlich zu helfen, aber das ist leider mittlerweile nicht mehr mög-
lich. Ich verbringe schon jetzt einen Gutteil meiner eigentlich einge-
planten Schreibzeit mit Administrativem; da ich es aber extrem unhöf-
lich finde, auf Anfragen gar nicht zu antworten, habe ich mir über-
legt, mein Wissen gebündelt, also nicht nur an einen allein, sondern 
möglichst an mehrere weiterzugeben, zumal ich festgestellt habe, dass 
viele Fragen sich ähneln, also offenbar von allgemeinem Interesse 
sind. Über die Schreibwerkstatt auf meiner Website und als Expertin im 
Tempest kann ich also Fragen quasi ?für die Menge" beantworten. Auch 
für die Autorenzeitschrift ?Textart" habe ich mich zum Beantworten von 
Fragen ? dort allerdings fürs Thema Schreiben allgemein ? zur Verfü-
gung gestellt.


USS: Wenn du an einem Roman arbeitest, entwickelst du ihn, indem du 
dir vorher ein Konzept erstellst? Wie ist die Vorbereitung?

NH: Ohne Konzept geht es bei mir nicht, da meine Romane von der Hand-
lung und den Personen her recht komplex sind. Ohne einen roten Faden 
würde ich mich wohl irgendwann total verheddern. Ich gehe wie folgt 
vor: Erst lasse ich mir den Aufhänger einfallen (z. B. für die ?Detek-
tivin" ein Mordfall in Frankfurt, Ende des 19. Jahrhunderts), dann ü-
berlege ich mir, welche Figuren darin vorkommen sollen. Ich schreibe 
zu den wichtigsten Personen Biographien, mache eine grobe Kapitelglie-
derung (die nur als Anhalt dient und beim Schreiben noch geändert 
wird), recherchiere grob (Zeitumstände, Stadtgeschichte, Entwicklung 
der Kriminalistik in der ausgewählten Zeit) und schreibe ein Exposé, 
in dem ich den Kern der Geschichte erzähle. Erst danach fange ich mit 
dem Schreiben an. 


USS: Woher nimmst du deine Ideen? Hilft dir dabei dein Beruf?

NH: Für meinen zweiten Roman ?Die Wassermühle" war meine berufliche 
Erfahrung, vor allem als Streifenpolizistin, nicht nur Aufhänger, son-
dern auch Quelle und Inspiration. Für meine historischen Romane hole 
ich mir die Ideen durch die Recherche. Es ist unglaublich, was man da-
bei alles entdeckt! 


USS: Kannst du dir vorstellen, einen Roman über einen realen abge-
schlossenen Fall zu schreiben, indem du die Namen und Schauorte verän-
derst? Da hättest du dann schon einmal ein Motiv!

NH: Ich würde es nicht grundsätzlich ablehnen, aber die Behandlung von 
realen Fällen (die NICHT historisch sind), hat immer die Problematik 
des Wiedererkennens, d. h., die Verarbeitung in Romanform stellt be-
sondere Anforderungen an die ?Unkenntlichmachung" des Falles. Da es 
mir andererseits nicht an Ideen mangelt, sehe ich keinen Grund, einen 
realen Fall zum Vorbild zu nehmen. Außerdem kann die Frage nach dem 
Motiv (schriftstellerisch!) viel anregender sein, wenn man es nicht 
kennt und sich selbst erarbeiten muss ? bei der Polizeiarbeit ist na-
türlich ein ?offener", also nicht geklärter Fall frustrierend. 


USS: Wie viel Zeit nimmt das Schreiben bei dir ein? Schließlich hast 
du ja noch einen Brotberuf als Polizeibeamtin und eine Familie! Wie 
bringst du das alles unter einen Hut?

NH: Es gibt Phasen, in denen ich gar nicht schreibe, weil es Hauptbe-
ruf oder Privatleben nicht zulassen. Zurzeit ist meine Schreibphase 
auf ?Sparflamme" gesetzt, weil wir unser Haus umbauen, und fast meine 
gesamte Bibliothek schlummert bereits in Kisten auf dem Dachboden. Nur 
die wichtigsten Recherchebücher habe ich noch griffbereit, in der 
Hoffnung, zwischen Renovieren und Dienstmachen hier und dort ein paar 
Minütchen Zeit zu haben. Mein ?Trick", wenn man davon sprechen mag, 
das alles unter einen Hut zu bekommen, liegt darin, eins nach dem an-
deren zu tun. Wenn ich in der ?Hoch-Schreib-Phase" bin, male und lese 
ich beispielsweise nicht, andererseits muss die Schriftstellerei mal 
Pause machen, wenn ein Mordfall anliegt. Wobei ich inzwischen durch 
den geregelten Dienst an der Polizeischule zumindest dieses Problem 
nicht mehr habe.


USS: Was macht dir mehr Spaß? Das Recherchieren, das Charakterisieren 
der Figuren, einen Plot zu entwickeln?

NH: Alles gleichermaßen: Ich liebe es, in alten Schwarten zu stöbern 
(ich bin so verrückt, mir die meisten davon sogar zu kaufen!), es ist 
eine wunderbare Herausforderung, mir zu überlegen, wie sich meine Fi-
guren entwickeln, und das Drumherum, die ?Geschichte", in der sie sich 
bewegen, ist natürlich das Sahnehäubchen. Da muss ich aufpassen, dass 
ich mich vor Begeisterung nicht in zu vielen Details verliere. Was ich 
nicht so gerne, aber dafür ziemlich ausführlich mache, ist das Korri-
gieren und Überarbeiten des Textes. Aber es ist absolut notwendig! 
Das, was man als ?Erstfassung" zu Papier bringt, mag einen zwar beim 
Schreiben beglücken, aber druckreif ist es im seltensten Fall. 


USS: Du liest also auch gerne. Hast du viele Bücher "über das Schrei-
ben" gelesen?

NH: Ich kann mir gar nicht vorstellen, Schriftstellerin zu sein und 
NICHT zu lesen! Belletristisches, also den ?Guck" in die Werkstatt von 
Kollegen und Kolleginnen, mag ich ebenso wie das reine ?Lustlesen", 
also einfach drauflos zu schmökern und in eine fremde Welt abzutau-
chen. 

Von den Büchern über das Schreiben habe ich ? glaube ich ? mit wenigen 
Ausnahmen fast alle gelesen, die auf dem Markt sind. Falls es irgendwo 
was Neues gibt, kaufe ich es mir sofort. Meistens lerne ich noch ir-
gendwo was dazu. Mein absoluter Favorit in diesem Bereich ist nach wie 
vor Sol Steins ?Über das Schreiben", das ich schon mehrfach gelesen 
habe.  

USS: Als du dein erstes Buch veröffentlicht hast, hast du dich da sel-
ber unter Druck gesetzt, um gleich ein Nachfolgeprojekt zu etablieren? 
Oder wollte der Verlag gleich ein zweites Buch haben?

NH: Als mein erster Roman herauskam, war es mit den Vorbestellzahlen 
im Buchhandel nicht so dolle, und der Verlag tat auch so gut wie 
nichts, das zu ändern. Hinzu kam eine ganze Batterie von Pleiten, Pech 
und Pannen. Z. B. ?vergaß" man, das gesamte Programm ins Verzeichnis 
Lieferbarer Bücher einzutragen, so dass mein Roman über Buchhandlungen 
nicht recherchierbar war. Ich merkte es nur dadurch, dass die Leute 
sich bei mir beschwerten, das Buch gebe es nicht! Ich musste den Ver-
lag mehr oder weniger nötigen, die zweite Auflage zu drucken, selbst 
bei der dritten haben sie sich noch bitten lassen müssen. Zu dieser 
Zeit war von einem Nachfolgeprojekt oder gar Schreibdruck nicht die 
Rede. 

Allerdings fing sich das Blatt dann langsam an zu wenden, was vor al-
lem (und das weiß der Verlag auch!) auf meine erhebliche Eigeninitia-
tive zurückzuführen war. Ich reaktivierte damals auf regionaler Ebene 
bereits bestehende Kontakte zu Bibliotheken und örtlicher Presse, die 
ich im Zusammenhang mit meinem Gedichtband ?Baumgesicht" geschaffen 
hatte (bei dem ich ohnehin alles selbst machen musste); bei der Pres-
searbeit half mir allerdings der Hinweis auf meinen Beruf (?Kriminal-
beamtin schreibt historischen Krimi"). 

Das Verlagsinteresse wuchs dann langsam, es kamen mehr Rezensionen, 
ich wurde vom Hörfunk und sogar ins Fernsehen eingeladen. Da wollte 
der Verlag natürlich einen Folgevertrag machen, am liebsten über ?Die 
Detektivin" in Grün, und das möglichst schnell. Das wollte ich aber 
nicht. Ich habe stattdessen gesagt, dass ich als Nächstes einen ganz 
anderen Roman machen will, und habe ein halbes Jahr lang mein schon 
vorliegendes Manuskript überarbeitet, das ich vorher vergeblich an 
Verlage geschickt hatte. ?Die Wassermühle" wurde dann, obwohl genre-
fremd, vom Verlag akzeptiert, allerdings nur als Originalausgabe Ta-
schenbuch. 

Beim Folgeband zur ?Detektivin", den ich dann danach schrieb, habe ich 
bewusst eine andere Zeit gewählt, die Figuren also erheblich altern 
lassen. Auch vom Stil her unterscheidet sich ?Die Farbe von Kristall" 
von meinem Debüt. Es gab auch Diskussionen mit dem Verlag wegen der 
Länge des Manuskriptes ? man wollte es einfach um 300 Seiten kürzen, 
aber nicht, weil man es schlecht fand (das hätte ich ja noch nachvoll-
ziehen können), sondern weil es ihnen einfach zu dick war für den all-
gemeinen Lesergeschmack. Darin haben sich die Verlagsleute allerdings 
getäuscht, und ich bin froh, stur geblieben zu sein. Was den Zeitrah-
men zur Fertigstellung des Buches angeht, habe ich von Anfang an ge-
sagt, dass ich einen Hauptberuf habe, der mir nicht immer die Zeit 
lässt, die ich vielleicht brauche. Mein zweiter historischer Roman er-
schien dann vier Jahre nach dem ersten. 


USS: Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Hast du schon Ideen für neue 
Bücher, für neue Projekte?

NH: Mein nächster Roman ist in der Anfangsphase. Er knüpft in ?loser 
Folge" an ?Die Farbe von Kristall" an, spielt in Frankfurt in den 
zwanziger Jahren, und einen Mord gibt´s natürlich auch! Wann ich mit 
dem Roman fertig sein werde, bestimmt sich sicher ? auch ? nach dem 
Fortschritt unseres Hausumbaus ... Und was die Ideen angeht, da habe 
ich mehr, als ich umsetzen kann. Beispielsweise könnte ich mir auch 
vorstellen, mal ein Buch mit Bildern und Gedichten zu machen, sozusa-
gen als Non-profit-Projekt, oder aber ?Die Detektivin" mit einem ähn-
lichen Anhang wie ?Kristall" zu versehen und als Hartcover neu aufle-
gen zu lassen. Die Rechte habe ich ja vom Verlag zurück. 


USS: Was rätst du angehenden Autoren? Soll man an Wettbewerben teil-
nehmen?

NH: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass meine Erfahrungen mit Wettbewer-
ben eher schlecht sind. Irgendwie falle ich da immer durchs Raster. 
Jedenfalls habe ich noch nie irgendwas gewonnen, bin bestenfalls mal 
in die Endrunde gekommen. Meine Konsequenz daraus: Ich nehme schon 
lange an keinen Wettbewerben mehr teil ? der Aufwand ist mir zu groß, 
und Erfolgsaussicht sehe ich für mich kaum bis keine. Das ist aber 
meine ganz persönliche Erfahrung, und sie sollte nicht verallgemeinert 
werden! Es gibt Schriftsteller, die sehr gute Erfahrungen mit Wettbe-
werben machen, und sei es als Inspiration, zu einem bestimmten Thema 
eine Geschichte zu schreiben. 

Meine Erfahrung als Jurorin bei Wettbewerben ist übrigens sehr viel 
positiver; ich war schon in diversen Jurys tätig ? und es macht Spaß, 
für einen wirklich guten Text zu kämpfen. (Manchmal werden da von Mit-
Juroren schon merkwürdige Kriterien ins Feld geführt wie: Das ist von 
einer Frau, das passt gut, und Ähnliches! Als ob ein Text nicht für 
sich selbst stehen könnte!) 


USS: Und zum Schluss: Welche Tipps kannst du unseren Lesern mitgeben? 

NH: Sich klar werden, welche Ziele man schreibend erreichen will: Wer 
unterhalten will (und das meine ich völlig jenseits der unsäglichen U- 
und E-Debatte), kommt nicht umhin, sich mit dem Handwerklichen ausein-
ander zu setzen. "Handwerk" ist kein Synonym für ?Schema F", und kann 
deshalb auch nicht als Entschuldigung dienen, wenn man keine Lust oder 
? angeblich ? keine Zeit hat, Schreibhandbücher zu lesen oder sich 
sonst weiterzubilden. 

Lesen, lesen, lesen! Wenn nicht mal Schriftsteller Bücher lesen, wer 
denn sonst? 

Offen sein für Kritik, aber sich nicht davon unterkriegen lassen. Ent-
wickeln eines gesunden Misstrauens gegen überschwängliches Lob und be-
dingungslose ?Niedermache". Hinter ersterem steckt zuweilen Unkenntnis 
oder aber schlicht die Angst, es sich mit dem Autor zu verderben, hin-
ter zweitem oft Missgunst und Neid. 

Nicht auf einem bestimmten Buch/Projekt beharren! Der Erfolg (= Ver-
tragsabschluss) kommt manchmal mit einem ganz anderen Projekt, als man 
es sich träumen lässt (so war´s bei mir auch!). 

Nicht aufgeben! 

Ich wünsche allen Lesern des Tempest weiterhin viel Spaß beim Schrei-
ben ? und natürlich ein Schäufelchen Glück bei der Verlagssuche! 


USS: Ich danke dir für das ausführliche Gespräch.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin). 
Sie schreibt gerne Briefe, Tagebuch und Kurzgeschichten. In Antholo-
gien und Literaturzeitschriften sind Geschichten von ihr publiziert 
worden. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-Verlag, 
Nürnberg, veröffentlicht. Auch organisiert sie Autorentreffen und 
Stammtische und gibt Kurse in kreativem Schreiben.


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VERLAGSPORTRAIT:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

In dieser Rubrik werden ausschließlich Verlage portraitiert, die reine 
"Honorar-Verlage" sind, also weder irgendwelche Zahlungen von AutorIn-
nen verlangen noch zusätzliche Druckereidienste o. Ä. anbieten.
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Dipl.-Ing. Horst W. Köller,  
Verlag & Buchhandlung, Drucksachen, Multimedia, Training, Film 
Dresdner Straße 7 
24790 Schacht-Audorf 
Telefon: (0 43 31) 9 14 51 
Fax: (0 43 31) 9 12 23 
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http://www.koeller.de 


          Der Anlass

Eine kleine Geschichte und zwölf Aquarelle, entdeckt in einer Ausstel-
lung, waren der Anlass für die Verlagsgründung. Zeitweise beschäftigt 
Horst Köller zwischen zwei und fünf Mitarbeiter. 


          Philosophie

Seine Philosophie ist es, gute Romane (im Bereich Erinnerungen, Rei-
sen, Erzählungen) und (Sach-)Geschichten mit interessanten Fakten zu 
verlegen. Gerne illustriert er seine Bücher mit Zeichnungen und Fotos. 
Besonders wichtig sind ihm Originalität und gute Ideen.

Das Besondere in seinem Verlag ist, dass er seine Bücher verfilmt. Das 
konnte er bereits mit dem Titel ?Mit den Bäumen ist das so" (Autoren: 
Friedrich Recknagel, Martin Lutz) in die Tat umsetzen. In der Pla-
nungsphase sind ?Speckseites Ostseefahrt ? Männer und Schiffe" von 
Knud H. Thomsen und ?Atem Land", ein Küstenkrimi von Sven Wiegmann. 
Deshalb wünscht er sich Aquarelle, Zeichnungen, Illustrationen oder 
Fotos zu den Geschichten.

          Programm 

Das Programm ist breit gefächert. Neben Erzählungen, Romanen, regiona-
len Geschichten, Erinnerungen und Reisegeschichten hat er bereits Bü-
cher zu über 40 Themen zu Küche und Gesundheit herausgegeben. Er ver-
legt Hörbücher und Musik, wobei ihn Klassik und Jazz besonders anspre-
chen. Auch an Schulungs-, Dokumentar- und Kurzfilme hat er sich schon 
herangewagt.


          AutorInnen gesucht!

Er sucht AutorInnen zu verschiedenen Genres und für verschiedene Me-
dien, zum Beispiel: Musik / Medien, Erinnerungen / Reisen, Erzählungen 
/ Romane, Regionales, CDs, DVDs, Küche und Gesundheit und auch für 
Sachbücher. Besonders interessiert ist er an Drehbüchern.


          Konditionen

Die Konditionen für die AutorInnen sind unterschiedlich. Er legt den 
Vertrag des Börsenhandels zugrunde. Die AutorInnen erhalten zwischen 3 
und 10 % vom Ladenpreis.


          So reichst du ein Skript ein

Bei einem Manuskript legt er Wert darauf, dass es auf Papier ausge-
druckt (nicht als Datei) ist. Ideal wäre eine kurze Einführung, ein 
Exposé oder eine Inhaltsangabe vorweg. Er möchte keinen Abklatsch von 
anderen Geschichten lesen. Am liebsten ist ihm natürlich, wenn er nach 
einigen Seiten das Manuskript nicht mehr aus der Hand legen kann. Er 
bittet, einen frankierten Umschlag für die Rücksendung beizulegen. 


          Zukunftspläne

Als Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft ?Verlage zwischen den 
Meeren" wünscht er sich weitere Mitglieder, damit er mit ihnen gemein-
sam ? und damit ?lauter" ? mehr für die Autoren tun kann. Er ist Mit-
organisator der Norddeutschen Büchertage. Er hofft, dass dadurch eine 
Plattform im Norden für Bücher und Medien entsteht. Er arbeitet daran, 
dass sie ein Erfolg wird, jährlich stattfinden kann und den Kontakt zu 
alten und neuen Lesern herstellt. Außerdem möchte er gerne zwei ange-
fangene Drehbücher fortsetzen bzw. den Feinschnitt eines neuen Kurz-
films fertig stellen. Nach und nach sollen weitere Bücher als Hörbü-
cher umgesetzt und angeboten werden. Er hat auch schon wieder eine 
neue Idee: Das Warten auf das nächste neue Buch möchte er mit einem 
Comic-Band überbrücken, da hätte er jetzt Lust drauf ? wer zeichnet?

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Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin). 
Sie schreibt gerne Briefe, Tagebuch und Kurzgeschichten. In Antholo-
gien und Literaturzeitschriften sind Geschichten von ihr publiziert 
worden. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-Verlag, 
Nürnberg, veröffentlicht. Auch organisiert sie Autorentreffen und 
Stammtische und gibt Kurse in kreativem Schreiben.


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VERANSTALTUNGSBERICHT:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


	"Erfolg und Profil durch das eigene Buch"
                           von Gabi Neumayer

Am 19. August 2004 trafen sich sieben PR-Beraterinnen, Journalistinnen 
und Trainerinnen in Köln. Von Karina Matejcek wollten sie erfahren, 
wie sie ihr eigenes Sachbuch planen, realisieren und zur Förderung ih-
rer beruflichen Karriere einsetzen können. (Aus einem Seminar in Wien 
im Juni ging übrigens schon ein Sachbuch hervor, das im Frühjahr 2005 
bei Redline, Frankfurt und Wien, erscheinen wird.)

Der Untertitel des Seminars lautete: "Publizieren als Instrument der 
Selbstvermarktung." Dieser spezielle Ansatz ermöglicht auch hauptbe-
ruflichen AutorInnen einen ungewohnten Blick aufs Bücherschreiben, der 
neue Ideen bringen kann. So ging es zumindest mir im Seminar: Als 
langjähriger Sachbuchautorin waren mir die meisten Themen des Seminars 
vertraut ? aber ich kam ins Nachdenken über das, was ich beruflich ei-
gentlich will (Stichworte: Spezialisierung, das Buch nur als einen 
Baustein des Geschäfts sehen, der Autor als Marke).

Das Programm war pickepackevoll. Von 9:30 bis 17 Uhr brachte Karina 
Matejcek detailliert und anschaulich alles auf den Tisch, was man wis-
sen sollte, bevor man sich an ein Sachbuchprojekt macht. Dabei kam den 
TeilnehmerInnen zugute, dass Karina Matejcek als langjährige freie 
Lektorin, Buchprojektbetreuerin und Programmplanerin für einen Wirt-
schaftsverlag den gesamten Prozess der Buchentwicklung genau kennt und 
ihre Erläuterungen mit einer Menge Insiderwissen unterfüttern konnte. 
Außerdem hat sie selbst einige Bücher veröffentlicht (zum Beispiel 
"Newsletter und Mailinglisten", das wir in den Anfangszeiten des Tem-
pest verschlungen haben!) und betätigt sich als Ghostwriterin. Dadurch 
sind ihr auch die Fragen und die Perspektive von AutorInnen vertraut.

Hier die Themen des Seminars, zu denen es jede Menge Details, Tipps 
und Recherchehilfen gab:
- Welche Vorteile bringt ein Buch für mein Geschäft? (Image, Baustein 
für PR und Akquisition etc.)
- Wie findet man eine schlagkräftige Buchidee? (eigene Stärken, Ziel-
gruppe, Martlücke finden, Spezialisierung)
- Verlagssuche (Recherchetipps, Checkliste für Verlagsrecherche, Al-
ternativen zum klassischen Verlag)
- Exposé (worauf es dabei ankommt, Musterexposé)
- Autorenfragebogen (mit Muster und vielen Tipps zum Ausfüllen)
- Verlagsvertrag (Honorarmodelle, Fallen, Mustervertrag)
- Wie funktioniert ein Verlag? (Wer macht was wie wann? Was kostet 
was?)
- Zeitplanung eines Buchprojekts (mit Tipps zum Selbstmanagement)
- Buch-PR (die fünf PR-Grundregeln, Website zum Buch etc.)
Das Programm war so umfangreich, dass wir alle nur mit Mitschreiben 
beschäftigt gewesen wären ? wenn Karina Matejcek nicht vorgesorgt hät-
te: Fast 50 Seiten voll geballter Information, Checklisten, Adressen 
und Musterbeispielen bekamen die Teilnehmerinnen als Reader gleich zu 
Beginn ausgeteilt. Den konnten sie nicht nur mit nach Hause nehmen, 
sondern schon während des Seminars vor sich auf den Tisch legen ? kei-
ne musste also hektisch mitschreiben.

Der Reader entpuppte sich als Fundgrube für angehende SachbuchautorIn-
nen, aber auch für alle anderen, die schreiben und veröffentlichen 
wollen. Da musste ich Karina Matejcek natürlich fragen, ob sie ihn 
nicht als Buch herausbringen möchte. Und wie sollte es anders sein: 
Tatsächlich plant sie ein Buch zu diesem Thema. ? Sobald es erschienen 
ist, werden wir es euch natürlich hier im Tempest vorstellen.

Wer an einem Seminar oder anderen Dienstleistungen rund ums Buch von 
Karina Matejcek interessiert ist, findet Informationen auf ihrer Web-
site http://www.kamaco.at.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayer letzte Sachbuch-Veröffentlichungen sind der Downloadkurs 
"Die professionelle Überarbeitung", erhältlich bei 
http://www.storials.com, und der Ratgeber für Business-Englisch "Eng-
lish at work", Eichborn. Demnächst erscheint "Geschäftsbriefe schrei-
ben von A bis Z" bei Eichborn. Weitere Infos: 
http://www.gabineumayer.de. 


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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


Sehr geehrter Herr Dr. Honeyball,

glauben Sie, dass es die Auflagenzahlen in die Höhe triebe, wenn ich 
in meinem nächsten Buch endlich die Spender nennen würde?

Dr. Helmut K.

++++++++++

Sehr geehrter Herr Dr. K.,

Spender, welche Spender? Ihr Name kommt mir so bekannt vor ? kenne ich 
Sie nicht aus dem Geschichtsbuch (sic!)? Ja, natürlich, jetzt fällt es 
mir wieder ein, Sie waren der, der nach dem Zweiten Weltkrieg das 
Wirtschaftswunder ... Nein, Sie waren der, der 1870 gegen die Franzo-
sen ... Nein, auch nicht. Jedenfalls: Sie schreiben also einen histo-
rischen Roman. Warum nicht? Die gehen gut derzeit. Vielleicht sollten 
Sie ihn so kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg in der Vorderpfalz an-
siedeln, da ist noch Platz auf dem Markt. Und das mit den Spendern 
lassen Sie einfach weg, Romane mit einer Botschaft sind den Lesern ein 
Gräuel.
Zu Ihrer Frage: Wenn Sie es Ihre Figuren in Ihrem Roman in der Höhe 
(etwa in einem romantischen Bergdorf) treiben lassen, dann ist das 
auch gut für die Höhe der Auflagenzahlen. So was geht immer.

Herzlichst
Ihr Honeyball

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stephan Waldscheidt, Jahrgang 67. Freier Autor und Texter. Mehr von 
ihm und von seinem Alter Ego Honeyball auf http://www.waldscheidt.de.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:     
---------------------------------------------------------------------
Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - 
keine Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Lit-
eraturagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind 
daher zwecklos.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst 
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


  Drehbuch: Oliver Pautsch
                              mailto:drehbuch at experte punkt autorenforum punkt de
  Fandom: Thomas Kohlschmidt
                                mailto:fandom at experte punkt autorenforum punkt de
  Fantasy: Stefanie Bense
                               mailto:fantasy at experte punkt autorenforum punkt de
  Heftroman: Arndt Ellmer
                             mailto:heftroman at experte punkt autorenforum punkt de
  Historischer Roman: Titus Müller
                    mailto:historischer.roman at experte punkt autorenforum punkt de
  Kinderbuch: Gabi Neumayer
                            mailto:kinderbuch at experte punkt autorenforum punkt de
  Kriminalistik: Nikola Hahn
                         mailto:kriminalistik at experte punkt autorenforum punkt de
  Lesungen: Rüdiger Heins
                              mailto:lesungen at experte punkt autorenforum punkt de
  Literaturagenturen: Petra Hermanns
                               mailto:agentin at experte punkt autorenforum punkt de
  Lyrik: Martina Weber
                                 mailto:lyrik at experte punkt autorenforum punkt de
  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
                              mailto:sachbuch at experte punkt autorenforum punkt de
  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
                             mailto:med.psych at experte punkt autorenforum punkt de
  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
                           mailto:fortbildung at experte punkt autorenforum punkt de
  Schreibgruppen: Ute Hacker
                        mailto:schreibgruppen at experte punkt autorenforum punkt de
  Schreibhandwerk: Ute Hacker
                       mailto:schreibhandwerk at experte punkt autorenforum punkt de
  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                              mailto:sf-autor at experte punkt autorenforum punkt de
  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
                               mailto:techlit at experte punkt autorenforum punkt de
  Übersetzung: Barbara Slawig 
                         mailto:uebersetzerin at experte punkt autorenforum punkt de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                          mailto:verlagswesen at experte punkt autorenforum punkt de



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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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             Stefanie Bense (mailto:fantasy at experte punkt autorenforum punkt de)


Frage:
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe mittlerweile zwei Fantasy-
Geschichten geschrieben und mir vorgenommen, an einem Schreibwettbe-
werb eines durchaus renommierten Verlages (Ueberreuter) teilzunehmen.

1. Ich habe ein (fast) fertiges Manuskript mit ca. 380.000 Anschlägen, 
jedoch bin ich mir im Unklaren, wie ich es formatieren muss, da dar-
über keine Angaben gemacht wurden, ich jedoch hörte, dass es einige 
Richtlinien (30 Zeilen a 60 Anschläge) gibt. Welche Einstellungen 
(Zeilenabstand, Schriftgröße, Schriftart usw.) sollte man also wählen?

2. Außerdem habe ich nur eine vage Vorstellung von einem Exposé,  wel-
ches ja einen kurzen Abriss meiner Geschichte darstellt, oder? Welche 
Informationen  müssen darin enthalten sein, und wie lang sollte es 
sein?

3. Als Letztes bleibt mir noch die Frage, was ich bei einer Einsendung 
sonst noch  beachten muss und ob es sich lohnt, sich die Geschichten 
vielleicht noch einem Internet-Lektor überprüfen zu lassen?


Antwort:
Gleich die erste "Lektion" ;-): Mein Name ist Stefanie Bense, was bei 
autorenforum.de bzw. im Tempest auch zu ermitteln ist, also hättest du 
deine Anfrage mit "Sehr geehrte Frau Bense" anfangen müssen. 

Zwar bin ich nicht so förmlich und lege auch nicht unbedingt Wert dar-
auf, mit meinem Namen angesprochen zu werden, aber ein/e Lektor/in 
beim Verlag sieht das anders. Wenn du da mit "Sehr geehrte Damen und 
Herren" anfängst, wird deine Einsendung oft gleich aussortiert. Es ist 
unprofessionell und zeigt, dass du dir nicht die Mühe gemacht hast, 
herauszufinden, wer für dein Genre, dein Manuskript oder deine Anfrage 
denn nun zuständig ist. Und wer schon bei solchen Formalitäten ver-
sagt, dem traut man auch kein professionelles Verhalten beim Roman-
schreiben zu. Diese Haltung mag man beklagen, für arrogant halten oder 
verachtenswert finden, doch das ändert nichts daran, dass man sich 
besser danach richtet. 

Für einen Wettbewerb gilt: herausfinden, wer die Manuskripte annimmt 
und ggf. Fragen stellen (natürlich nicht nach Manuskriptseiten oder 
wie man ein Exposé schreibt, sondern nur zum Procedere des Verlags). 
Wie findest du das heraus? Auf der Website von Ueberreuter 
(www.ueberreuter.at) gibt es einen Kontakt-Link, da wird Frau Breuer 
für die Manuskript-Annahme genannt und auch ihre telefonische Durch-
wahl.

Den einzigen Wettbewerb von Ueberreuter, den ich kenne, ist der Wolf-
gang-Hohlbein-Preis. Falls der Roman nicht schon mindestens drei-, 
viermal durch die Überarbeitung gegangen ist, wirst du ihn kaum recht-
zeitig fertigstellen können. Ich rate dir: Nichts überstürzen, lieber 
beim nächsten Mal teilnehmen, als mit einem nicht optimalen Manu-
skript. Denn erstens wird (durch den Hype von Harry Potter und Herr 
der Ringe) die Konkurrenz ziemlich groß sein, zweitens möchtest du 
doch wohl den besten Eindruck hinterlassen!? Falls man erst mal ein 
mangelhaftes Manuskript abliefert, wird man es sehr schwer haben, spä-
ter mit einem anderen Werk Beachtung zu finden.

Zu 1:
Zunächst einmal: 380.000 Anschläge sind ca. 210 Normseiten (à 1.800 
Anschläge). Es werden mehr sein, denn wenn man Dialog schreibt, dann 
füllt man die Zeilen nicht aus und hat eventuell nur 1.000 Anschläge 
pro Seite. 210 Normseiten sind für einen Roman recht wenig, aber mach-
bar.

Dann: Sollte dein Roman noch nicht fertig geschrieben und mindestens 
drei-, viermal (eventuell noch mehrere Male) überarbeitet sein, noch 
nicht von "Testlesern" gegengelesen - dann vergiss diesen Wettbewerb. 
Es ist vom Termin her nicht zu schaffen! Und begeh bitte nicht den 
Fehler, nach dem Wörtchen ENDE unter dem Text zu denken, der Roman sei 
fertig und versendbar! Ein nicht oder zu wenig überarbeitetes Manu-
skript landet sofort im Papierkorb, das erreicht nicht mal den Lektor. 
Schon die Sekretärin sortiert so was aus, denn keinem Lektor ist es 
zuzumuten, ein von Fehlern und Unklarheiten, logischen Brüchen und 
Stilmängeln wimmelndes Manuskript zu lesen. Ein Roman muss sehr sorg-
fältig überarbeitet werden. 

Nun zu dem Format: Wenn in den Wettbewerbsbedingungen keine Angaben 
zur Formatierung gemacht werden, dann gilt: Manuskriptformat, d. h. 30 
Zeilen mit maximal 60 Anschlägen pro Zeile, am besten 1 1/2- bis 2-
facher Zeilenabstand, Schriftart Courier (sieht aus wie die alten me-
chanischen Schreibmaschinentypen), Schriftgröße 11-12 Punkt. Damit er-
hältst du bei einem linken Seitenrand von 3 cm einen rechten Seiten-
rand von etwa 5 cm, den die Lektoren gern nutzen, um darauf Notizen zu 
machen. Dazu würde ich eine Fuß- oder Kopfzeile einrichten, die Ti-
tel/Autorenname und Seitenzahl enthält. Das Ganze mit einem Deckblatt 
versehen: Titel, Genre, wie viele Seiten, vollständiger Verfassername, 
unten: Adresse, Telefonnummer, Mailadresse. Das Manuskript nicht hef-
ten, binden oder spiralbinden! In einen Karton legen (Fotopapierkar-
tons eignen sich gut und sind nicht so teuer) und ordentlich verpa-
cken, adressieren, ausreichend frankieren und absenden. Falls der Ver-
lag Manuskripte zurücksendet: Rückporto beilegen. (Ueberreuter sendet 
Manuskripte nicht zurück! Steht auch auf der Website.)


Zu 2:
Es gibt verschiedene Arten von Exposés. Und leider keine Rezepte, wie 
man eines richtig schreibt. In der Regel braucht es dafür jede Menge 
Übung. Für den Hohlbein-Preis ist meines Wissens kein Exposé gefor-
dert, aber wenn du eines schreiben willst, dann würde ich es an ein 
Verkaufsexposé anlehnen, das man einreicht, wenn man Verlagen das Ro-
man-Manuskript zum Verkauf anbietet. 

Ein Exposé zu schreiben ist ganz anders, als einen Roman zu schreiben. 
Oft haben Autoren damit Probleme. Denn hier gilt es nicht nur, knapp 
und aussagekräftig die Handlung zusammenzufassen, sondern auch, das 
Besondere des Romans, seine Hauptgeschichte und Figuren herauszustel-
len und das als Verkaufsargumente zu nutzen. Es reicht nicht, (im Prä-
sens) zu schreiben: Er geht in die Fremde und nimmt am Hof von Fürst X 
eine Stelle als Wache an. Man muss die Motive der Figuren einbinden 
(warum tut er das?) und darf nur Dinge erwähnen, die für den Haupt-
handlungsstrang relevant sind. Ist der Wachdienst eine unwesentliche 
Episode, wird er im Exposé nicht erwähnt. 

Dazu muss man seinen Roman sehr gut kennen. Eine gute Übung ist: Fasse 
deinen Roman in maximal 60 Wörtern zusammen. (Da muss man ganz heftig 
auf das Wesentliche reduzieren.) Außerdem musst du wissen, welche Sto-
rykategorie du schreibst (MICE nach Orson Scott Card, s. Tempest 2-11 
und 2-12: "Fantasy ? Möglichkeiten und Handwerk"), damit du dein Expo-
sé anfangs nicht nach einer Ideengeschichte ausrichtest und das Ende 
nach einer Figurengeschichte.

Zu 3:
Ob es sich lohnt, kann ich nicht abschätzen. Zum einen kommt das ganz 
auf die Vorarbeit an, die du schon in den Roman und seine Überarbei-
tung gesteckt hast, sozusagen, in welchem "Zustand" der Roman vor-
liegt. Zum anderen kommt es darauf an, wie viel du dafür ausgeben 
willst bzw. wie umfangreich die Dienstleistung ist, die du einkaufst. 
Auf jeden Fall sollte es dir dein Roman wert sein, dass du selbst ei-
nige Male überarbeitest (Logikfehler, Plotaufbau, Figurenkonzeption, 
Spannungsbogen, Szenenabfolge, Kapiteleinteilung, Detailkonsequenz, 
Stil, Wortwahl, Orthographie-/Interpunktionsfehler ...), dann ein oder 
zwei Leute (eventuell mit verteilten Aufgaben) zum Test lesen lässt. 

Aber bitte darum nicht deine Freunde, Verwandten und Bekannten, son-
dern vielleicht Leute aus einer Schreibwerkstatt oder Bekannte, die 
gern und viel lesen. Nimm die Kommentare deiner Test-Leser ernst, auch 
wenn sie dir zunächst nicht einleuchten. Und fange keine Diskussionen 
über deren Kritik an! Alles, was einem Leser auffällt, ist ihm aufge-
fallen ? das heißt, da funktioniert meist etwas am Roman nicht rich-
tig. Auch wenn du der Meinung bist, das sei doch alles sonnenklar ...

Nicht umsonst gehen die meisten Autoren davon aus, dass man genauso 
lang zum Überarbeiten wie zum Schreiben eines Romanes braucht! Manche 
sagen sogar, dass man zwei Drittel der Zeit zum Überarbeiten und ein 
Drittel zum Schreiben benötigt. Ich hoffe, du sendest nichts an Verla-
ge, das nicht gründlichst überarbeitet wurde.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib-
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem 
ersten Roman. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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             Oliver Pautsch (mailto:drehbuch at experte punkt autorenforum punkt de)


Frage:
Irgendwie finde ich immer wieder andere Vorlagen, wie denn ein richti-
ges Treatment zu schreiben sei ... Die "Überschrift" der einzelnen 
Szenen: So wie im Drehbuch, mit Ort + innen/außen oder wie z. B. im 
Beispiel-Treatment der Drehbuchwerkstatt  München "... geht nach Hol-
lywood", also mehr oder weniger eine  Kurzinhaltsangabe der Szene, o-
der ist das alles eh gar nicht so wichtig?


Antwort:
Wenn Sie ein Treatment verfassen, möchte der Leser wissen, worum es in 
Ihrer Geschichte GENAU geht. Für erste Neugier genügte vielleicht ein 
Exposé. Im Treatment muss ALLES auf den Tisch! Ohne Sätze mit "..." 
enden zu lassen. So knapp und ausführlich, wie es Ihnen möglich ist. 
Das ist kein Widerspruch.

Unter einem "Treatment" versteht man generell die Beschreibung der 
Handlung eines Filmstoffs. Inhaltlich komplett ? jedoch "verdichtet".

Meistens kennzeichnen Leerzeilen dramaturgische Abschnitte der Hand-
lung. Dabei dürfen in einem kurzen Treatment (ab ca. 5-10 Seiten, nach 
oben offen) die Abschnitte erzählte Handlung raffen oder zusammenfas-
sen. Wichtig ist, dass für Leser ein dramaturgisches Gesamtbild aus 
den Sequenzen entsteht. Wenn Sie dafür eine Form finden, die ? mir 
fällt kein anderes Wort ein ? ’"sexy" ist: Dann haben Sie vielleicht 
gewonnen!

Sie können allerdings auch ein episch breites Werk verfassen. Mit An-
merkungen und Beschreibungen (und Fotos?? Nein!) kommen Treatments auf 
stattliche Seitenzahlen, manchmal bis zur Stärke eines Drehbuchs. Die 
Frage, ob so etwas Leser überfordert? Meine Erfahrung sagt: ja.

Ein "Bildertreatment" ist eine weiterer Schritt in der Stoffentwick-
lung und enthält Szenenüberschriften, die das Ganze in Bildern "aufge-
löst" beschreiben soll. Ähnlich wie in Drehbüchern. Darunter folgen 
Handlung und teilweise auch Dialoge ? beides in epischer Form, also 
nicht wie im Drehbuch formatiert. 

Manchmal folgt nach dem Exposé direkt die Frage nach einem Bil-
dertreatment. Allerdings eher selten. Kommt auf Format und Produzenten 
an.

Da in Deutschland keine einheitlichen Standards für Exposé / Treatment 
/ Bildertreatment existieren, steht es Ihnen frei, sich vorher zu er-
kundigen, was genau erwartet wird ? oder Ihre Geschichte so spannend 
und verständlich wie möglich zu erzählen. Wobei ein Bildertreatment in 
der Stoffentwicklung eher später zum Tragen kommt. Manchmal verzichtet 
Produzent darauf, weil er / sie lieber sofort ein Drehbuch lesen möch-
te.
Fazit ist: Verbindliche Regeln? Fragen Sie Ihre Zielperson oder ...

Wichtig ist: 
- Im Treatment ALLES erzählen! Sätze enden nie mit "..."
- So kurz und spannend wie möglich.
- Immer Präsens.

Was noch? Ach ja: Tell your story SEXY! (for readers ;-))

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer, 
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber di-
rekt für die Brange schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurzfilme, 
Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film. 
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SACHBUCH:
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             Gabi Neumayer (mailto:sachbuch at experte punkt autorenforum punkt de)


Frage:
Ich habe ein Manuskript fertig, das im Grunde in die Sparte Sachbuch 
gehört. [...]

a) Wie bietet man am besten so ein Werk an: Exposé und Textauszug oder 
gleich das ganze Manuskript versenden?

b) Direkt alle in Frage kommenden Verlage anrufen oder anschreiben 
bzw. nur über eine Agentur versuchen?

c) Gibt es Empfehlungen zur Findung eines geeigneten Titels?


Antwort:
Zu a:
Exposé und Textauszug (am besten vom Anfang).

Zu b:
Das ist Geschmackssache. Wenn Sie keine Scheu vor einer direkten Kon-
taktaufnahme mit Verlagen haben, ist das vermutlich der richtige Weg 
für Sie. Wenn doch (und wenn Sie sich keine Vertragsverhandlung zu-
trauen), können Sie auch erst eine Agentur suchen. Allerdings kann man 
auch als Laie heute Verträge verstehen, es gibt ja jede Menge kommen-
tierter Verträge im Netz und in Büchern übers Schreiben.

Zu c:
Darüber sind schon ganze Bücher geschrieben worden ;-) Wenn ich nur 
einen Tipp abgeben sollte, würde ich sagen: Testen Sie Ihre Ideen an 
Leuten, die nichts über Ihr Buch wissen. Haben sie eine Ahnung davon, 
worum es gehen könnte? Wie beurteilen sie den Klang des Titels? Welche 
Vorstellungen kommen ihnen in den Sinn?

Grundsätzlich sollten Sie nicht zu viel Zeit auf die Titelsuche ver-
wenden - Titel werden von Verlagen meist sowieso noch geändert ...

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayer letzte Sachbuch-Veröffentlichungen sind der Downloadkurs 
"Die professionelle Überarbeitung", erhältlich bei 
http://www.storials.com, und der Ratgeber für Business-Englisch "Eng-
lish at work", Eichborn. Demnächst erscheint "Geschäftsbriefe schrei-
ben von A bis Z" bei Eichborn. Weitere Infos: 
http://www.gabineumayer.de. 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK:
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          Nikola Hahn (mailto:kriminalistik at experte punkt autorenforum punkt de)  

Frage: 
Kann ein Kriminalbeamter bei der Kripo eines anderen Bezirks "Amtshil-
fe" leisten, und wenn ja, in welchem Umfang kann er dies dann tun?

Antwort:
Da deine Frage sehr allgemein gestellt ist, will ich dir einige Bei-
spiele geben und hoffe, dass das von dir Gemeinte dabei ist.

Grundsätzlich gilt bei der Polizei die Tatortzuständigkeit, das heißt, 
egal, ob Ladendiebstahl oder Mord: Wo die Tat geschieht, wird die Er-
mittlungsakte geführt. Wohnen Beschuldigte oder Zeugen außerhalb des 
Dienstbereichs oder sind sonstige Ermittlungen außerhalb zu machen, so 
richtet der sachbearbeitende Beamte ein so genanntes Ermittlungsersu-
chen an die betreffende Dienststelle. (Es gibt Vernehmungsersuchen, 
Ersuchen auf bestimmte Ermittlungen  ? Wohnsitzüberprüfung, Abklärung 
einer Person ?, Ersuchen auf Wohnungsdurchsuchungen, erkennungsdienst-
liche Behandlungen bis hin zu Festnahmeersuchen.) Ein Ersuchen an eine 
andere Dienststelle zu richten heißt, dass diese Dienststelle die er-
suchte Tätigkeit mit ihren Beamten durchführt. Die Dienststelle muss 
dieses Ermittlungsersuchen ausführen, auch wenn im Extremfall nur drei 
Straßen zwischen ersuchender und ersuchter Dienststelle liegen. 

In der Praxis wird das natürlich nicht so strikt gehandhabt. Es gibt 
nämlich durchaus die Möglichkeit, die Tätigkeit selbst im fremden 
Dienstbezirk durchzuführen. In diesen Fällen sagt man der betroffenen 
Dienststelle natürlich Bescheid, dass man in ihrem Dienstbezirk tätig 
wird. Meistens läuft das telefonisch oder per E-Mail oder Fernschrei-
ben. 

Durchaus üblich ist aber auch eine Kombination, d. h., es werden beide 
Dienststellen aktiv. So könnte Dienststelle A Dienststelle B benach-
richtigen, dass die Durchsuchung einer Wohnung in deren Dienstbezirk 
beabsichtigt ist, dass die Durchsuchung von Dienststelle A selbst 
durchgeführt wird, aber zusätzlich Beamte der Dienststelle B zur Un-
terstützung benötigt werden.

In Fällen, in denen es sich um überörtliche Täter handelt oder in de-
nen mehrere Maßnahmen parallel durchgeführt werden, ist es üblich, 
dass die tangierten Dienstellen sich gegenseitig unterstützen. 

Damit das Ganze nicht so theoretisch daherkommt, zum Schluss zwei Bei-
spiele aus meiner Praxis:

Fall 1
Unbekannte erpressten einen rumänischen Reisebusunternehmer aus Offen-
bach. Erste Ermittlungen ergaben, dass die Täter von Frankfurt aus o-
perierten. In der Folge wurden u. a. überörtliche Observationseinhei-
ten eingesetzt; Frankfurt wurde über den Fall informiert; die Ermitt-
lungen erfolgten jedoch weiter von Offenbach aus. Auch die ? nach ei-
ner Woche Observation, gescheiterten Geldübergaben und Telefonüberwa-
chungen ? erfolgte Festnahme der drei Täter und die Durchsuchung ihrer 
Wohnungen wurde durch Offenbach erledigt, teilweise mit Unterstützung 
der örtlich zuständigen Polizeireviere Frankfurt. Für die Durchsuchung 
einer weiteren Beschuldigtenwohnung im Taunus wurden Kräfte der zu-
ständigen Dienststelle angefordert. 

Fall 2
Nach einem Raubüberfall mit Todesfolge in Berlin gab es eine Spur nach 
Offenbach. Aufgrund eines Phantombildes kamen mehrere Personen als 
"Verdächtige Zeugen" in Betracht, die zu vernehmen waren. Berlin er-
suchte uns, die Vernehmung einer dieser Personen durchzuführen und di-
verse Ermittlungen vorzunehmen. Sollte sich der Verdacht gegen die 
Person konkretisieren (z. B. tatsächlicher Aufenthalt in Berlin zur 
Tatzeit, kein Alibi), sollte die Person vorläufig festgenommen und ih-
re Wohnung durchsucht werden. Alle diese Maßnahmen sollten wir durch-
führen; zur weiteren Vernehmung wollten dann die Berliner Kollegen 
selbst kommen. Auch die Vorführung beim Richter wollten die Kollegen 
selbst machen. 

Die Absprachen über das Vorgehen fanden zwischen mir und meinem Kolle-
gen (als zuständige Sachbearbeiter in Offenbach) einerseits und den 
Berliner Kollegen (als örtlich zuständige Dienststelle) andererseits 
statt. Zu welchen konkreten "Einzelfallentscheidungen" wir dabei ka-
men, war also fallabhängig und natürlich auch "good will" auf beiden 
Seiten. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes-
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als 
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen 
im Internet: http://www.nikola-hahn.com. 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR LESUNGEN:
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             Rüdiger Heins (mailto:lesungen at experte punkt autorenforum punkt de)


Frage:
Wer bezahlt das Honorar für die Lesungen?
Antwort:
In der Regel sind es die Veranstalter (Buchhandlung, Bibliothek, Bür-
gerinitiative, Schulen), die das Honorar für die Lesung bezahlen. Das 
durchschnittliche Lesehonorar liegt nach einer Empfehlung des VS (Ver-
band deutscher Schriftsteller) bei etwa 250 Euro zuzüglich der Fahrt-
kosten und gegebenenfalls einer Übernachtung. 

++++++++++

Frage:
Ist es sinnvoll, sich selber um solche Modalitäten zu kümmern, oder 
ist es ein Affront gegenüber dem Verlag?


Antwort:
Es ist wohl besser, wenn Sie ihre Lesungen selbst organisieren. Daran 
sollten Sie sich als Autorin jetzt schon gewöhnen, dass ein großer 
Teil, auch der PR-Arbeit, bei Ihnen liegt. So ist das auch mit den Au-
torenlesungen. Klar kann es sein, dass Ihr Verlag Ihnen die eine oder 
andere Lesung besorgt. Aber ein Verlag  sieht nicht unbedingt seinen 
Schwerpunkt in der Organisation von Autorenlesungen. Er wird es ver-
mutlich sogar gerne sehen, wenn Sie sich in Form von Lesungen für Ihr 
Buch engagieren.

++++++++++

Frage:
Falls der Verlag die Modalitäten regelt, bekommt er dann auch Anteile 
an meinem Lesehonorar?


Antwort: 
Es ist üblich, dass ein Verlag für die Verwertung Ihrer Texte (auch in 
Zeitschriften) zwischen 30 und 50 % verlangen kann. Bei Lesungen ver-
hält sich das ähnlich, ist aber ? wie bereits erwähnt ? von den ver-
traglichen Vereinbarungen abhängig.

Honorare für Autorenlesungen, die Sie organisiert haben, müssen Sie 
nicht mit dem Verlag abrechnen.  

++++++++++

Frage:
Was ist z. B., wenn ich selber um eine Lesung angefragt würde, eventu-
ell. im kleineren oder halb öffentlichen Rahmen? Muss ich das mit dem 
Verlag abstimmen, oder ist das mein Privatvergnügen?


Antwort: 
Im Grunde genommen müssen Sie das nicht tun. Aber es wäre schon bes-
ser, wenn Sie diesen Termin mit Ihrem Verlag abstimmen würden. Der 
Verlag könnte dann für Sie die Pressearbeit übernehmen, mit den Buch-
handlungen Kontakt aufnehmen und auch Plakate zur Ankündigung Ihre Le-
sung zur Verfügung stellen. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Rüdiger Heins lebt in Bingen und ist Gründer und Studienleiter des IN-
KAS Instituts für Kreatives Schreiben mit Sitz in Bad Kreuznach. Für 
seine literarische Arbeit erhielt er Preise und Stipendien, zuletzt 
den Mannheimer Literaturpreis und 2004 ein Auslandsstipendium der Gun-
nar Gunnarson Stiftung in Island. Mehr erfahrt ihr auf den Websites 
www.ruedigerheins.de und www.inkas-id.de.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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          Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at experte punkt autorenforum punkt de)

Frage:
Ich betreibe ein Weblog mit eigenen Bildern, Texten, Gedichten usw. 
Seit einiger Zeit werden meine Beiträge auf einer anderen Seite ko-
piert, auf ziemlich rüde Weise entstellt und zum Teil dort auch als 
eigene Texte ausgegeben. Die jeweiligen Daten der einzelnen Beiträge 
lassen jedoch ohne Zweifel erkennen, dass die ursprünglichen Texte von 
mir sind.

Handelt es sich hier bereits um eine Urheberrechtsverletzung, oder 
gibt es da noch Unterschiede, weil es sich um einen rein privaten 
Weblog handelt?


Antwort:
Das Urheberrecht hat zwei Teile: die Persönlichkeits- und die Verwer-
tungsrechte.

Die Persönlichkeitsrechte schützen jeden Ausdruck der eigenen Indivi-
dualität ? egal, ob akustisch, mit Buchstaben oder Bildern ? vor unge-
wünschter Veröffentlichung, vor Änderungen oder vor Plagiat, d. h. da-
vor, dass ein anderer diesen Ausdruck als seinen eigenen ausgibt.

Die Verwertungsrechte erlauben dem Urheber, falls er veröffentlicht, 
über Art, Umfang und Veröffentlichungspartner selbst zu entscheiden. 
Dadurch wird eine geldwerte Nutzung des persönlichen Ausdrucks erst 
möglich.

Das Urheberrecht unterscheidet gerade nicht zwischen privatem und kom-
merziellem Ausdruck, weil es a) die geistige Persönlichkeit schützt 
und b) die kommerzielle Nutzung privaten Ausdrucks erst möglich macht.

Auf die konkrete Frage bezogen: Das Weblog ist in allen Teilen und als 
Gesamtwerk urhheberrechtlich geschützt. Ohne Zustimmung der Urheberin 
(also dir) dürfen das Weblog und seine Teile nicht an anderer Stelle 
verwendet, entstellt bzw. unter anderem Verfassernamen veröffentlicht 
werden.

Soweit zur Theorie. Wie man nun konkret vorgeht, um deine Urheberper-
sönlichkeitsrechte durchzusetzen, darf ich dir nicht sagen. Rechtsbe-
ratung dürfen nur Anwälte und Verbände vornehmen. Solltest du Mitglied 
bei der Gewerkschaft ver.di sein, kannst du deren kostenlose Rechtsbe-
ratung und -beihilfe in Anspruch nehmen. Erstberatung geht vermutlich 
auch ohne Mitgliedschaft über www.mediafon.net.

Ansonsten hilft nur ein Anwalt, der sich mit Medienrecht auskennt. 
Dessen Kosten werden aber nicht von der Rechtsschutzversicherung über-
nommen, selbst wenn man eine hat. Andererseits trägt der Gegner in der 
Regel die Anwaltshonorare ? falls man sich (außer)gerichtlich durch-
setzt.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Bjørn Jagnow, Jahrgang 72, ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Ver-
lagskaufmann, Buchhändler und freier Lektor. 
http://www.bjoernjagnow.de/. Er leitet zudem die Redaktion der Feder-
welt, Zeitschrift für Autorinnen und Autoren: 
http://www.federwelt.de/.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KINDERBUCH:
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           Gabi Neumayer (mailto:kinderbuch at experte punkt autorenforum punkt de)


Frage:
Für mein Leben gerne schreibe ich Kindergeschichten. Nun habe ich mir 
in den Kopf gesetzt, ein Bilderbuch zu veröffentlichen. Den Text dazu 
habe ich nun eingeteilt in 16 Sequenzen, was einer Seitenzahl von 32 
gleichkäme, was wohl der gängige Umfang für Bilderbücher ist. Ist das 
so in Ordnung, und halten Sie es für sinnvoll, ein Exposé beizufügen, 
oder genügt eine kurze Inhaltsangabe im Anschreiben? Habe ich als un-
bekannte Autorin überhaupt eine Chance, wo doch der Kinderbuchmarkt, 
wie ich gehört habe, zurzeit mit schweren Einbußen kämpfen muss?

Antwort:
Dass Sie Ihren Text selbst schon nach Seiten aufteilen, ist nur dann 
in Ordnung, wenn der Text (beispielsweise durch Reimzeilen) eine be-
stimmte Aufteilung zwingend nahe legt. Ansonsten sollten Sie das lie-
ber lassen, da der Verlag das in der Regel macht, zumal der Text ja 
mit den Illustrationen abgestimmt werden muss. Und von den 32 Seiten 
(manchmal sind es auch 24 oder 40, das liegt auch am Verlag) geht 
manchmal ja auch noch etwas ab für die Titelei etc. Also: Am besten 
einen durchgehenden Text ohne Einteilung schicken!

Da Bilderbuchtexte so kurz sind, ist ein Exposé überflüssig. Im An-
schreiben können Sie kurz den Inhalt umreißen - am besten nicht mehr 
als einen Satz schreiben.

Chancen gibt es immer, gerade im Bilderbuchbereich! Wie überall 
braucht man viel Glück, muss auf den richtigen Lektor treffen, natür-
lich für die Altersgruppe angemessen schreiben und den Umfang gering 
halten (viele Verlage lesen Manuskripte über 4.500 Zeichen nicht ein-
mal). Aber wenn Sie gut erzählen können, das bisher Gesagte beachten 
und im Zweifel auch mal telefonisch nachfragen, wenn Sie lange nichts 
hören, haben Sie durchaus Chancen.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayer hat gerade das Bilderbuch "Und wann schläfst du?" bei 
Lappan veröffentlicht, außerdem als "Bato" zusammen mit Michael Borlik 
"Fantasygeschichten" (allesamt Zeitreisegeschichten) für Kids ab 10 
(eigene Website zum Buch mit Gewinnspiel: http://www.bato.borlik.de) 
und "Nikolausgeschichten" für LeseanfängerInnen - beide bei Gondolino. 
Weitere Infos: http://www.bato-schreibt.de.


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HALL OF FAME:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man, 
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere 
schaffen es ja auch!

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest. 
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen 
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal 
vorstellen können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende 
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie 
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte 
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail-
to:redaktion at team punkt autorenforum punkt de. Wir können ausschließlich Meldungen 
berücksichtigen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!

++++++++++

Alex Wichert, Heike Wolf, Anjä Jäcke: "Rabengeflüster", Fantasy Pro-
ductions 2004, ISBN: 3890645151

Verena Rabe: "Thereses Geheimnis", Knaur 2004, Roman, ISBN: 3-426-
62575-x

André Wiesler: "Shadowrun: Im Namen des Herrn", Fanpro 2004, Science-
Fiction. Befasst sich u. a. mit christlichem Glauben in der 6. Welt

Michael Romahn: "Rückkehr nach Campbell River", Knaur 2004, Unterhal-
tungsroman. Eine Leseprobe findet ihr unter: www.michael-romahn.de


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen 
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit 
getrennter Mail kommt!
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht. 
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber-
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor. 

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: 
mailto:beitrag at team punkt autorenforum punkt de.

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet 
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse 
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.

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                        I M P R E S S U M
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Herausgeber: 
   Ramona Roth-Berghofer mailto:public.relations at team punkt autorenforum punkt de 
   Gabi Neumayer                mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de
   Stefan Schulz                     mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
   Thomas Roth-Berghofer 
                    mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team punkt autorenforum punkt de
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