Ausgabe 6-05 (20. Mai 2004)

Schreib-Kick
Marketingideen
    "Marketing für Autoren - Teil 4"
    von Harald Schneider
Schreibkurs
    "Die Kameraeinstellung"
    von Hans Peter Roentgen
Buchbesprechung
    "Deutsch fürs Leben"
    besprochen von Ute Hacker
Interview mit Wolfgang Schorlau
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
    "Was muss ich für eine Veröffentlichung tun?"
    von Stephan Waldscheidt
Essay
    "Darf Schreiben Spaß machen?"
    von Ute Hacker
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Björn Jagnow)
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
    (Ute Hacker)
Frag die Expertin für Literaturagenturen
    (Petra Hermanns)
Frag die Expertin für Kinderbuch
    (Gabi Neumayer)
Frag die Expertin für Lyrik
    (Martina Weber)
Hall of Fame
EDITORIAL: 
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Liebe Autorinnen und Autoren,

wer hätte gedacht, dass man im Mai noch mal die Heizung anstellen 
möchte ... Aber wir AutorInnen halten uns ja mit Tippen am PC warm. 
Warm ums Herz (Achtung: Überleitung!) wird euch bestimmt auch, wenn 
ihr lest, was euch im neuen Tempest erwartet:

Hans Peter Roentgen hat endlich wieder einen seiner beliebten Schreib-
kurse für uns verfasst, im vierten Teil der Marketingserie von Harald 
Schneider geht es um Plakate und Infozettel, Ute Hacker stellt uns ei-
nen Klassiker der Schreibbücher vor und fragt "Darf Schreiben Spaß ma-
chen?", der fiese Dr. Honeyball beantwortet eine neue Frage, Adelheid 
Wörner hat den Autor Wolfgang Schorlau interviewt - und unsere Exper-
tInnen stehen euch gewohnt kompetent mit Rat und Tat zur Seite. In der 
Hall of Fame findet ihr außerdem die neuesten Erfolge eurer KollegIn-
nen, und im zweiten Teil des Tempest warten neue Ausschreibungen und 
Publikationsmöglichkeiten auf euch.

Neues von unseren ExpertInnen: Stefanie Bense ist mit ihrem wunderba-
ren Fantasy-Definitionen-Artikel aus dem Tempest in der neuen Fantasy-
Anthologie "Wellensang" vertreten, herausgegeben von Alisha Bionda und 
Michael Borlik, Schreiblust-Verlag Andreas Schröter, ISBN 3-9808278-2-
8. Bestellungen über http://www.schreib-lust.de.

Und hier noch ein Hinweis unserer Mitarbeiterin Ursula Schmid-Spreer: 
Es sind noch Plätze frei beim Autorentreffen am 10. Juni! Gleich drei 
Seminare bietet das von Ursula und der Literaturzeitschrift Federwelt 
veranstaltete Autorentreffen in Nürnberg an:
- Autor sucht Verlag! Verlag sucht Autor? (Birgit Politycki)
- Protagonisten erschaffen: glaubwürdig, lebendig, außergewöhnlich 
(Titus Müller)
- Sciencefiction (Klaus N. Frick)

Kosten: 70 Euro (inklusive Essen und Softgetränke), Anmeldung: mail-
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Näheres unter: 
http://www.autorentreffen.de und im zweiten Teil des Tempest unter 
"Seminare".

Der Tipp des Monats Mai, diesmal von Margit Schwarzer:

     Gary Provost listet in seinem Buch "100 Ways 
     to Improve your Writing" (Signet Book, 1985) 
     100 Tipps für Autoren von Sachbüchern 
     oder Belletristik und Journalisten auf.

Möge der Sommer euch viele neue Ideen, Kontakte (nutzt mal wieder un-
seren Echo-Service!) und Erfolge bringen, außerdem reichlich Wärme und 
Sonne! Und denkt hin und wieder an euren Tempest: Wir freuen uns wie 
immer über Beiträge sowohl textlicher als auch finanzieller Natur :-)

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen 
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen 
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt, 
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser 
Konto:

autorenforum.de
SEB Mainz (früher: BfG)
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00
Stichwort: "Beitrag 2004"

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch 
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte 
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE69550101111424189900
BIC: ESSEDE5F550

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ISSN 1439-4669   Copyright 2004 autorenforum.de. Copyright- und
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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   INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

      Editorial
      Inserate
      Schreib-Kick
      Echo-Service
      Leserbrief
      Marketingideen
         "Marketing für Autoren - Teil 4"
         von Harald Schneider
      Schreibkurs
         "Die Kameraeinstellung"
         von Hans Peter Roentgen
      Buchbesprechung
         "Deutsch fürs Leben"
         besprochen von Ute Hacker
      Interview mit Wolfgang Schorlau
      Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
         "Was muss ich für eine Veröffentlichung tun?"
         von Stephan Waldscheidt
      Essay
         "Darf Schreiben Spaß machen?"
         von Ute Hacker
      Frag den Experten für Verlagswesen
         (Björn Jagnow)
      Frag die Expertin für Schreibhandwerk
         (Ute Hacker)
      Frag die Expertin für Literaturagenturen
         (Petra Hermanns)
      Frag die Expertin für Kinderbuch
         (Gabi Neumayer)
      Frag die Expertin für Lyrik
         (Martina Weber)
      Hall of Fame
      Impressum


TEIL 2 (nur für Abonnenten):

      Veranstaltungen
      Ausschreibungen
      Publikationsmöglichkeiten
           mit Honorar
           ohne Honorar
      Seminare
      Messekalender
      Impressum

~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service 
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard 
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige 
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen 
Jahrgänge zu erstellen. 

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Kleinanzeigen
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(Die Redaktion behält sich vor, Anzeigen zu kürzen oder Anzeigen, die 
gegen Rechte Dritter, das Urheberrecht oder Jugendschutzbestimmungen 
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pest am 12. jedes Monats. Später eingegangene Anzeigen können wir dann 
erst für die nächste Ausgabe berücksichtigen.


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INSERATE:
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vier Seiten. Das klingt arrogant? Das ist arrogant. Aber es stimmt und 
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arbeite seit mehreren Jahren in den Bereichen Lektorat, Betreuung von 
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stellerin tätig und kenne daher sowohl die technischen als auch die 
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(von Einzelkapiteln / Gedichten bis zu umfassenden Mehrteilern), Pro-
jektbegleitung (z. B. für einen Roman oder das Schreiben der eigenen 
oder Familiengeschichte), Feedback für wissenschaftliche Arbeiten und 
Sachbücher sowie Korrekturlesen. Interesse? Kontaktieren Sie mich: 
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SCHREIB-KICK:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


Unser Schreib-Kick für den Mai, diesmal von Petra A. Bauer:

Co-Autorenschaft kann dann sinvoll sein, wenn ihr ein Thema gefunden 
habt und einen Autor, der auf eurer Wellenlänge liegt (das geht bei 
Belletristik ebenso wie beispielsweise bei Sachbüchern). Es wäre eine 
Überlegung wert, ein gemeinsames Buchprojekt in Angriff zu nehmen. Das 
hat mehrere Vorteile:

1. Ihr schreibt viel eher täglich an eurer Story, wenn ein gewisser
Druck da ist. Schließlich erwartet euer Co-Autor, dass er nicht die 
ganze Arbeit alleine macht.
2. Zwei Gehirne haben mehr Einfälle als eines. Durch gemeinsame Brain-
storming-Sitzungen bei einer Tasse Tee (gemeinsam im Wohnzimmer oder 
jeder an seinem Computer, das ist der Vorteil des Internets) werden I-
deen geboren, auf die ihr alleine niemals gekommen wärt.
3. Jeder hat andere Stärken. So könnt ihr euch beim Schreiben und Ü-
berarbeiten hervorragend ergänzen.


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ECHO-SERVICE:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)

Sachbuchautor sucht Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen, die Interesse 
an wechselseitiger professioneller Kritik unserer jeweiligen Produkte 
haben. Bevorzugte Arbeitsgebiete: Geschichte, Politik, Biografie, ak-
tuelle Reportage etc. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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LESERBRIEF:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)

Zu Ursula-Schmid-Spreers Bericht von der Leipziger Buchmesse gab es 
mehrere Leserbriefe. Hier einer davon, der vielleicht viele von euch 
interessiert:

++++++++++

Sehr geehrte Frau Schmid-Spreer,

ich war noch nie auf einer Buchmesse. Lohnt es sich wirklich, dort 
einmal hinzugehen? Kommt man mit den Verlegern ins Gespräch, und kann 
sein Manuskript dort abgeben?

Viele Grüße 
Petra Wimmer

++++++++++

Sehr geehrte Frau Wimmer,

es lohnt sich als schreibbegeisterter Mensch immer, Angebote wahrzu-
nehmen. Sei es nun ein Seminar oder auch die Buchmesse. Allerdings 
würde ich nicht unbedingt mit der Frankfurter Buchmesse beginnen. Mich 
hat das damals einfach erschlagen. Leipzig ist kleiner, überschauba-
rer, intimer.

Je nachdem, wie Sie sich trauen, die Leute anzusprechen, ist es mög-
lich, mit Verlegern oder auch Lektoren ins Gespräch zu kommen. Manu-
skripte würde ich nicht abgeben, die könnten leicht verloren gehen. 
Allerdings ist es sehr wertvoll, einen Ansprechpartner zu haben. Bei 
allgemeinen Anreden kommt man leicht in den großen unverlangten Sta-
pel. Haben Sie einen Namen, können Sie sich auf das Gespräch von der 
Buchmesse beziehen.

Viele Grüße
Ursula Schmid-Spreer


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MARKETINGIDEEN:
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                             (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


                   "Marketing für Autoren - Teil 4"
                         von Harald Schneider

In der heutigen Folge geht es um regionale Buchwerbung mit Infozetteln 
und Plakaten.


          Was gehört auf einen Infozettel / ein Plakat?

Das Manuskript ist korrigiert, die Druckfahnen ebenso, der Tag der 
Erstveröffentlichung rückt immer näher. Spätestens jetzt (besser schon 
früher) sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man sein Buch be-
kannt macht. Eine recht günstige und meist effektive Möglichkeit, die 
aber mit hohem zeitlichen Aufwand einhergeht, sind Infozettel und Pla-
kate.

Bevor ich auf die Verteilmöglichkeiten eingehe, zunächst ein paar Wor-
te zur Herstellung. Zuerst stellt sich natürlich die Frage, was auf 
einem Infozettel / Plakat alles stehen sollte. Klar: die Kenndaten des 
Buches wie Titel, ISB-Nummer, Umfang, Altersgruppe, Preis usw. 
Abraten würde ich von dem Text: „Ab dem 1. Juni 04 im Buchhandel er-
hältlich." Angaben mit Datum sind nämlich schnell veraltet. Diese In-
formationen ein halbes Jahr später zu verteilen kann u. U. peinlich 
werden. Besser ist eine Formulierung wie: „Ab sofort im Buchhandel er-
hältlich."

Ein bisschen Übertreibung schadet auch nicht, zumal wenn man, streng 
genommen, bei der Wahrheit bleibt: „Der neue Roman des hintertupfinger 
Autors ..." Diese Aussage ist auch richtig, wenn es der erste Roman ü-
berhaupt ist. Klingt aber nach mehr.

Ich empfehle, auch ein kleines Bild, z. B. das Buchcover, mit aufzu-
nehmen. Es sollte aber nicht zu groß sein, maximal ein Achtel der Ge-
samtfläche. Kontaktdaten sind ebenfalls wichtig. Die Internetadresse 
der eigenen Autorenhomepage zum Beispiel. Oder die Adresse und Tele-
fonnummer des Verlags, wenn das Buch direkt dort bezogen werden kann. 
Dann könnte da beispielsweise stehen: „Erhältlich im Buchhandel oder 
versandkostenfrei direkt beim Verlag xy."

Zwei oder drei neugierig machende Sätze (Klappentext?) sollten auch 
noch drauf. Nur nicht zu viel davon, sonst wirkt das Ganze schnell ü-
berfrachtet. 


          Die Gestaltung

Jetzt müssen die ganzen Informationen auf dem Infozettel verteilt wer-
den. Das geht am besten mit dem Computer, wobei die Textverarbeitung 
Word vollkommen ausreicht. 

Für Infozettel empfehle ich die Größe DIN A6 für die Plakate zunächst 
DIN A4. Der Text und das Layout können durchaus in beiden Versionen i-
dentisch sein. Am besten ist es, zunächst das Ganze auf einem DIN-A4-
Dokument im Querformat zu entwickeln. 

Ist das Plakat dann fertig und ausgereift, speichert man das Dokument 
unter zwei verschiedenen Namen ab. Die eine Version ist die DIN-A4-
Originalversion, bei der anderen zieht man in Word einen Rahmen um den 
kompletten Text und verkleinert den Rahmeninhalt gleichmäßig auf ca. 
DIN A6. Diese Verkleinerung verschiebt man nun in eine Ecke des immer 
noch DIN-A4-großen Dokuments. Danach markiert man diesen verkleinerten 
Rahmen nebst Text vollständig und kopiert ihn in die anderen drei E-
cken des Dokuments. Im Endeffekt hat man nun vier verkleinerte Abbil-
dungen des Originaltextes auf einem Blatt.


          Einige Tipps zum Ausdruck

Papierstärke: 
Für die Infozettel ist das normale 80-Gramm-Papier völlig in Ordnung. 
Für die Plakate empfehle ich mindestens 120-Gramm-, wenn nicht sogar 
160-Gramm-Papier. Die Vorteile beschreibe ich weiter unten.

Papierfarbe: 
Es lohnt sich auf jeden Fall, wenigstens zum Teil nicht weißes Papier 
zu kaufen. Für einen geringen Aufpreis gibt es schöne kräftige Farben. 
Es sieht einfach klasse aus, wenn der Stapel mit den Infozetteln farb-
lich bunt gemischt ist. Da macht es auch nichts aus, wenn zwei Drittel 
noch weiß sind - der positive Auffall-Effekt ist trotzdem da. Für die 
Plakate habe ich komplett ein knalliges Rot genommen und würde es im-
mer wieder so machen. 

Je nach Geldbeutel kann Mann oder Frau nun einen Copyshop aufsuchen 
und eine gewisse Menge Plakate und Infozettel kopieren lassen. Meis-
tens hat ein Copyshop auch eine Möglichkeit zum Schneiden des Papiers. 
Das geht schnell und kostest fast nie etwas extra. Alternativ muss man 
die Infozettel in Handarbeit auseinander schneiden. Mit der Schere 
funktioniert das nur bei einer überschaubaren Menge. Ansonsten ist die 
Sehnenscheidenentzündung vorprogrammiert. Ein funktionales Schneid-
brett gibt es im Papiergroßhandel oder Fotohandel ab 20 Euro. Das ist 
eine lohnende Investition.


          Die Verteilung der Plakate und Zettel

Mir ist früher nie aufgefallen, wie die Geschäfte mit Zetteln und Pla-
katen aller Formate zugepflastert sind. Vereine, Veranstaltungen, Ver-
käufe, Kurioses: Man findet einfach alles. Das meiste ist allerdings 
absolut unprofessionell und dilettantisch angefertigt.

Wegen der vielen Plakate bin ich anfangs ziemlich mutlos in die Ge-
schäfte gegangen. Meistens hatten die Geschäftsinhaber nichts dagegen, 
ein weiteres Stück Papier an die Fensterscheibe zu kleben. Sollen sie 
doch die Passanten zum Stehenbleiben animieren! Zwei Kommentare hörte 
ich recht häufig bei der Übergabe meiner roten 160-Gramm-Plakate: „Oh, 
ein Plakat reicht eigentlich — ach so, das ist ja nur eins. Das lässt 
sich dann ja auch besser aufhängen." Oder: „Was für ein knalliges Rot. 
Das fällt ja direkt auf!" Und so war es dann auch.

Ich habe so ziemlich alle Geschäfte in unserem Stadtteil dazu bewegen 
können, ein Plakat aufzuhängen. Selbst wenn man nur mit der Straßen-
bahn vorbei gefahren ist, sind einem die vielen roten Plakate aufge-
fallen. Einmal saß mir in der Bahn eine Frau gegenüber mit ihrer Toch-
ter. Auf einmal sagte diese zu ihrer Mutter: „Mama, schau mal, das ist 
schon das siebte rote Bild!"

Auch in den Geschäften wurde ich zum Schluss meiner Verteilaktion im-
mer öfters angesprochen: „Sie sind das also mit den roten Plakaten, 
die man überall sieht!" 

Zwei Nachteile hat das Ganze. Das eine ist der Gewöhnungseffekt. Wenn 
jetzt jeder auf die Idee kommt, rote Plakate aufzuhängen, geht der 
Vorteil verloren. Um es gleich klarzustellen: Ludwigshafen ist mein 
Revier!

Das zweite ist die Dauerhaftigkeit. Leider müssen auch die Geschäfts-
inhaber manchmal ihre Scheiben putzen (lassen). Dann fliegen die meis-
ten Zettel in den Altpapiersack. Die Aktion ist also nichts für die E-
wigkeit, aber zur Erstveröffentlichung des Buches ganz okay. Die 
nächste Aktion werde ich Ende November starten, rechtzeitig zu Weih-
nachten.

Von den Infozettel habe ich 1.000 drucken lassen, also insgesamt 4.000 
Stück. Na ja, ich geb’s zu, vielleicht etwas viel für den Anfang. In 
den Geschäften habe ich oft einen kleinen Packen auf der Theke depo-
nieren dürfen. Bei den Lesungen in den Schulen habe ich die Infos im-
mer großzügig verteilt. Klar, dass ich immer einige dabei habe, wenn 
ich das Haus verlasse.

Da ich wahrscheinlich ein Loch in meiner Jackentasche habe, verliere 
ich die Dinger auch recht häufig in Kneipen, Kinos und so. Soll vor-
kommen, es hat sich noch niemand beschwert.


          Dauer und Erfolg

Bei den Plakaten kann man von einer Hängedauer von drei bis vier Wo-
chen ausgehen. Den „Seherfolg" habe ich in unserem Stadtteil mit 500 
Stück und einer Interessentenquote von 5 % angenommen.

Auf den Seherfolg Stück komme ich so: ein Monat Hängedauer in einem 
Stadtteil (unabhängig von der Menge) entspricht 25 Verkaufstagen, mul-
tipliziert mit durchschnittlich 20 neuen Sichtkontakte je Tag. Sicht-
kontakt ist bei mir, wenn jemand das Plakat wenigstens für ein paar 
Sekunden betrachtet. In den ersten Tagen sind es bestimmt mehr als 20 
Kontakte, im Laufe der Zeit nehmen die Neukontakte ab (Stammkund-
schaft).

Zur 5%-Interessentenquote: Ich habe gelesen, dass 5 % der Bevölkerung 
sich für Kinderbücher interessieren (für sich selbst, für ihre Kinder, 
Enkel usw.). Diese Zahl stimmt natürlich nur für Kinderbücher.

Die Marketingdauer bei den Infozettel sehe ich permanent (sofern sie 
auch durchgeführt wird). Den Seherfolg kann man an den bereits ver-
teilten Infos abschätzen, die Quote würde ich mit 30 % bewerten. Das 
ist ein geschätzter Wert zwischen den Infozetteln, die ich in Lesungen 
verteile (Quote nahezu 100 %), bis hin zu Zetteln, die ich im Kino, 
Imbiss, Kneipe usw. liegen lasse (Quote ca. 5 %).

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Harald Schneider, Jahrgang 62, arbeitet als Betriebswirt in einem Me-
dienkonzern und beschäftigt sich mit Strategieplanung im Verlagswesen. 
Nebenberuflich entstanden mehrere Kinderbuchprojekte (Kinderratekri-
mis/Detektivgeschichten). Vor kurzem ist im Verlag K&C Buchoase das 
Werk "Die wilden Vier und die geheimnisvolle Botschaft" erschienen. 
Kontakt unter: http://www.Harald-Schneider.gmxhome.de. 


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SCHREIBKURS:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


                        "Die Kameraeinstellung"
                        von Hans Peter Roentgen

In jedem Schreibbuch findet ihr die verschiedenen Perspektiven: Ich-
Erzähler, Erzähler dritte Person, auktoriale Erzählung. Vergessen wird 
oft die Kameraeinstellung.


          Von "Totale" bis "ganz nah"

Wie beim Film könnt ihr die Totale wählen, die große Übersicht, die 
Halbtotale, die Nähe und ganz nah. 

Legolas erreicht die Bergkuppe und sieht die lang gesuchte goldene 
Stadt vor sich im Tal. Er sieht den Fluss, die Boote, die darauf fah-
ren, die Felder, die gerade abgeerntet werden, die Ochsenkarren, die 
sich zum Markt durch die Stadttore quetschen, die Kathedrale, deren 
Turm aus dem Häusermeer hervorragt, die Berge im Hintergrund, von de-
nen einige verschneit sind. Kameraeinstellung: Totale.

Legolas steigt von der Bergkuppe hinab ins Tal, glücklich, dass er 
sein Ziel erreicht hat. Der Weg wird zu einem Hohlweg, zu beiden Sei-
ten geht es steil bergauf. Von der goldenen Stadt ist nichts mehr zu 
sehen. Kamera: Halbtotale.

Als Legolas um eine Ecke biegt, steht er einem wilden Stier gegenüber. 
Er sieht die massige Gestalt, das graue Fell, wie der Stier mit den 
Hufen scharrt, und als er auf ihn zustürmt, nur noch die spitzen Hör-
ner. Die Kamera ist jetzt auf nah, Legolas nimmt außer dem Stier 
nichts mehr wahr, und wenn der losstürmt, hat Legolas den Tunnelblick, 
sieht nur noch die spitzen Hörner.

In allen drei Beispielen bleibt die Erzählperspektive gleich: perso-
nal, dritte Person. Die Kameraeinstellung ändert sich aber, von Totale 
über Halbtotale zu Nah. Kameraeinstellungen sind unabhängig von der 
Erzählperspektive. Auch ein Ich-Erzähler kann die Totale nutzen, auch 
ein allwissender Erzähler die Naheinstellung.

Wenn ihr die obigen Beispiele als Ich-Erzählung schreibt, könnt ihr 
trotzdem die gleichen Kameraeinstellungen verwenden. Und auch ein all-
wissender Erzähler kann die Kamera ganz nah auf die Hörner des Stiers 
zoomen lassen.

Probiert das mal aus. Ändert obige Beispiele in eine Ich-Erzählung, 
dann in die eines allwissenden Erzählers.


          Erzählperspektive und Kameraeinstellung

"Unten in der Hütte neben dem Tempel saß Balrog und wartete seit vier 
Wochen auf Legolas Ankunft und die Salbe gegen Arthritis, die er ihm 
bringen würde." Passt das zu den obigen Beispielen? Von der Kameraein-
stellung her geht es. Aber was ist mit der Erzählperspektive? Die Bei-
spiele sind personal, dritte Person, der Leser sieht durch Legolas Au-
gen. Unmöglich kann aber Legolas durch die Wände der Hütte sehen, wis-
sen, was Balrog denkt.

Womit wir bei einem wichtigen Unterschied zwischen Erzähl- und Kamera-
einstellung sind. Die Erzählperspektive sollte sich während eines Ka-
pitels oder gar einer Szene nicht ändern. In der Regel wird ein Roman 
in einer Erzählperspektive geschrieben, eine Erzählhaltung wird durch-
gehalten.

Ganz anders die Kameraeinstellung. Ein Roman, der durchgängig in der 
Totale erzählt, würde den Leser genauso langweilen wie ein Film mit 
nur einer Kameraeinstellung.

Gibt es eine Möglichkeit, Balrog doch noch in den Text zu integrieren, 
ohne die Erzählperspektive zu wechseln? Ja, es gibt sie. Wenn Legolas 
zu Beginn seiner Reise erfahren hätte: "In der Hütte neben dem Tempel 
wartet der alte, arthritische Balrog auf dich. Beeil dich. Er kann 
schon vor Schmerzen nicht mehr schlafen." Dann wäre der Balrog-Absatz 
ein Bild aus Legolas Vorstellung, geistiges Tele sozusagen. 

Oder der ganze Text wird von einem allwissenden Erzähler erzählt, der 
alles weiß und natürlich auch, wie sehr Balrog seine Arthritis 
schmerzt. Schließlich hat der sein ganzes Leben in den Minen von Moria 
verbracht. Das ist alles andere als gesund, wie man weiß.
Nehmt euch doch mal einen Absatz aus euren Texten und schreibt ihn 
erst in Totale, dann in Halbtotale, dann Nah, dann ganz nah. Was än-
dert sich dabei? Wie wirken die verschiedenen Kameraeinstellungen?


          "Virtuelle Kamera"

Bisher haben wir Beispiele gehabt, die so tatsächlich gefilmt werden 
können. Aber die Kameraperspektive lässt sich auch auf Gefühle und Ge-
danken eurer Personen anwenden. Ihr könnt ganz nah an ihren Gefühlen 
erzählen oder mit einem weiten Überblick.

"Hoffentlich kommt Legolas bald. Die Arthritis wird um diese Jahres-
zeit immer schlimmer. Außerdem ist er der Einzige, mit dem ich über 
die alten Zeiten reden kann. Die jungen Balrogs heute, die interessie-
ren sich nur noch für die neuesten Schaufelradbaggermodelle. Wenn ich 
bloß ‘Sauron’ sage, fangen sie schon an zu gähnen."

Gedankentotale. Wenn wir so weitermachen mit dieser Einstellung, wird 
es bald ziemlich langweilig werden. Die üblichen Gedanken eines alten 
Balrogs, schon hundertmal gelesen.

"Immer habe ich Sauron gesagt, die Brücke taugt nichts. Aber hat er 
sie erneuern lassen? Nein! Knicker, der er war! Geschah ihm nur recht, 
dass er den Krieg um den Ring verloren hat. Hätte er nur einmal auf 
mich gehört."

Jetzt sind wir schon etwas näher dran.

"Dieser Gandalf war der Gemeinste von allen. Mit Zaubersprüchen unter 
der Gürtellinie arbeitete der, dieser miese Magier! In der Luft herum-
geschleudert und wo ist oben und unten, Hilfe, dann den Zauberstab in 
meine Eier, Sauron, hilf, ich stürze, ich stürze ..."

Noch näher. 

Ein bekanntes Beispiel solcher "Gedankennahaufnahmen" ist der "Stream 
of Consciousness", in dem der Autor alle Gedanken seiner Person ohne 
jede Ordnung, ohne Zensur, ohne Auswahl wiedergibt.


      Wechsel der Einstellung

Ihr könnt eine ganze Szene in der Totalen erzählen, aber in der Regel 
wird die Szene dann nicht mehr spannend sein. (Ich muss das wissen, es 
ist einer meiner häufigsten Fehler.) Die Folge: Alles klingt distan-
ziert. Zwar kann der Leser alles miterleben, aber es interessiert ihn 
wenig. Er schaut auf die Szene wie ein Wissenschaftler auf einen Amei-
senhaufen. Was kümmert ihn schon die einzelne Ameise? Aber durch diese 
Distanz kann er natürlich auch Gesetzmäßigkeiten erkennen. Doch Ge-
schichten sind keine wissenschaftlichen Abhandlungen, sie handeln ge-
rade von Einzelschicksalen, lassen den Leser mit einer Person mitkämp-
fen, mitlieben, mitschwitzen.

In der Regel ändert sich die Einstellung während einer Szene. Meist 
beginnen Szenen mit Totalen, damit der Leser weiß, wo er ist, gehen in 
die Halbtotale über, um dann, beim Höhepunkt, in der Naheinstellung zu 
enden.

Kontrolliert mal: Welche Kameraeinstellung benutzt ihr am häufigsten? 
Nehmt einen längeren Text von euch und schreibt neben die Absätze "T", 
"H" oder "N", je nachdem, welche Einstellung ihr verwendet.


          Der Spannungsbogen

Was uns auf einen weiteren Punkt bringt. Die Spannung in einem Roman 
wie in einer Szene sollte einen Bogen bilden, sie sollte sich langsam 
aufbauen, den Höhepunkt erreichen und dann auslaufen. Je näher dieser 
Höhepunkt kommt, desto näher kommt auch die Kamera, desto enger wird 
der Winkel, desto mehr wird eure Romanfigur den "Tunnelblick" bekom-
men, nur noch das wahrnehmen, was wichtig ist.

Vielleicht erreicht der Held die Bergkuppe, sieht die lang gesuchte 
goldene Stadt vor sich, betrachtet die Landschaft und die Stadt, geht 
langsam den Weg hinab, nimmt immer noch viel wahr, aber nicht mehr al-
les, da ist ein Hohlweg, der die Sicht einschränkt, und da springt ein 
Räuber hinter einem Baum hervor. Wenn der Autor alles in der Totale 
schildert, wird es vermutlich nicht spannend. - Deshalb sollte man al-
le Möglichkeiten beherrschen. 

Dass die Kameraeinstellung viel mit dem Spannungsbogen zu tun hat, der 
Höhepunkt meist mit einer Nahaufnahme verbunden ist, könnt ihr auch 
nutzen, um den Leser irrezuführen: 

Angeregtes Gespräch am Kamin in der Bibliothek von Schloss Wolfenwei-
ler (Kamera: Totale). Lord Woldemort erzählt Aragorn von seinem Ver-
dacht, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehe (Halbtotale). Lei-
ses Quietschen, die Klinke der Tür senkt sich langsam, ganz langsam 
(Nah). Jeder erwartet, dass jetzt Graf Dracula auftritt. "Wünschen die 
Herrschaften Tee?", klingt die Stimme des alten, treuen Werwolfs, der 
schon dem Großvater Lord Woldemorts treu gedient hat.

Noch etwas könnt ihr mit der Kameraeinstellung erreichen: Ihr zeigt 
nur ein Detail und vermittelt damit dem Leser das ganze Bild. In 
Hitchcocks "Psycho" sieht der Leser nur das Messer und dann die bluti-
ge Hand, die die Fliesen entlang rutscht, und doch ist es eine der 
spannendsten Szenen, die ich kenne. Mit der Nahaufnahme (Tunnelblick!) 
zeigt ihr immer auch nur ein Ausschnitt vom Ganzen und überlasst den 
Rest der Phantasie des Lesers.

PS: Der Unterschied von Kameraeinstellung und Erzählperspektive geht 
auf ein Seminar über Spannung mit Andreas Eschbach zurück. Die Kamera-
einstellung wird manchmal auch Kameraperspektive genannt. Weil dieses 
Wort aber auch für eine spezielle Erzählperspektive benutzt wird, habe 
ich bewusst auf dieses Wort verzichtet.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Hans Peter Roentgen ist einer der Moderatoren der Schreibwerkstatt 
www.Textkrafttraining.de, Mitglied der Phoenix-Schreibgruppe 
(http://www.roentgen-software.de/phoenix/phoenix.html) und schreibt 
Artikel, Rezensionen und Geschichten 
(http://www.textkraft.de/pageID_600054.de.html) sowie Computerpro-
gramme.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


                         "Deutsch fürs Leben"
                       besprochen von Ute Hacker

Wolf Schneider ist für die deutsche Sprache, was Marcel Reich-Ranicki 
für die Literatur ist: der Papst. Einige von Ihnen werden vermutlich 
„Deutsch für Kenner" im Regal stehen haben. Ich habe erst einmal nicht 
weiter darüber nachgedacht, als ich „Deutsch fürs Leben" in der Buch-
handlung sah, aber der Untertitel machte mich dann doch neugierig: Was 
die Schule zu lehren vergaß. Also kaufte ich es – und wurde positiv ü-
berrascht.

Das Buch ist von 1994. Das merkt man nicht nur an der alten Recht-
schreibung, sondern vor allem an den Negativbeispielen, die Schneider 
in der Regel renommierten Tageszeitungen entnommen hat. Das Buch wen-
det sich vor allem an Journalisten; immerhin war Schneider von 1979 
bis 1995 Leiter der Journalistenschule in Hamburg. Aber es ist für je-
den interessant, der sich mit dem Thema Schreiben auseinander setzt. 
Schneider stellt die These auf, dass immer der Schreiber schuld ist, 
wenn sein Text nicht gelesen oder verstanden wird. Folgerichtig for-
dert er von den Schreibern, sich mehr Mühe mit ihren Texten zu geben, 
damit wieder mehr gelesen wird. Dazu gibt er in 50 Regeln kurz und 
knapp Ratschläge, wie man es besser machen kann. Wie bereits erwähnt, 
wurde er vor allem in bekannten Tages- und Wochenzeitungen fündig, was 
schlechtes Schreiben angeht. Dass es besser geht, zeigt er vorwiegend 
mit Hilfe von Klassikern. Hier merkt man, dass Schneider Jahrgang 1925 
ist und sich vermutlich kaum mit aktueller Literatur befasst hat. Ich 
fand es häufig unfair, einen Text der ZEIT einem Text von Schopenhauer 
oder Thomas Mann gegenüber gestellt zu sehen. Aber im Endeffekt kommt 
es ja nur darauf an, den Unterschied zu sehen und zu begreifen.

Lesern von Büchern über Kreatives Schreiben wird manches bekannt vor-
kommen, zum Beispiel Regel Nr. 5: Zwei von drei Adjektiven streichen. 
Ein Klassiker. Oder Regel Nr. 9: Schlichte Wörter wählen. Das klingt 
auf den ersten Blick banal, doch wer sich schon einmal durch einen mit 
Fremdwörtern gespickten Text quälen musste, weiß diese Regel zu schät-
zen. Dieser letzte Satz fiele gleich mehreren Regeln zum Opfer. Ver-
schachtelt, kompliziert, zu lang. Gemäß Schneider sollte er in etwa so 
lauten: Das klingt auf den ersten Blick banal. Zu schätzen weiß diese 
Regel jeder, der sich schon einmal durch einen Text quälen musste, der 
mit Fremdwörtern gespickt war. Nicht optimal, aber besser als vorher. 
Wörter, die sinngemäß zusammengehören, stehen dicht beieinander.

Manches, was Schneider als Regel aufstellt, mag antiquiert erscheinen; 
manches auch als Korinthenkackerei. Dennoch: Bei 50 Regeln findet je-
der die eine oder andere, die für ihn nützlich ist. Das Buch regt auf 
alle Fälle an, sich mit eigenen Texten kritischer auseinander zu set-
zen. Es ist auch empfehlenswert für alle, die sich mit der deutschen 
Sprache befassen und hie und da auch mal ein Aha-Erlebnis haben wol-
len.


Wolf Schneider: "Deutsch fürs Leben", 222 Seiten, 8,90 Euro, rororo

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt für Kinder und Erwachsene. 2002 erschien ihr ers-
ter Kriminalroman „Schwabinger Schatten" beim Vertigo Verlag (als Bil-
lie Rubin). Im Herbst 2004 kommt das erste Kinderbuch auf den Markt. 
Mehr Informationen auf http://www.utehacker.de.


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INTERVIEW:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


   "Ich wollte testen, ob ein deutscher Ermittler eine Chance hat"
                   Interview mit Wolfgang Schorlau


Wolfgang Schorlaus Debüt "Die Blaue Liste - Denglers erster Fall" ist 
im Herbst 2003 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen. Der zweite Fall 
ist in Arbeit. Seine Homepage: http://www.schorlau.com.


Adelheid Wörner: Ganz schön mutig, mit Ihrer Hauptfigur Georg Dengler 
ein deutsches, noch dazu ein süddeutsches "private eye" mit Wohnsitz 
Stuttgart zu erfinden!

Wolfgang Schorlau: Ich wurde sogar regelrecht davor gewarnt. Die Deut-
schen mögen es nicht, wenn ein normaler Bürger für gerechte Zustände 
sorgt. Gerechtigkeit schaffen - das sei hierzulande immer noch Staats-
tätigkeit. Und tatsächlich sind nahezu alle medialen Ermittler pensi-
onsberechtigt – also Kommissare. Die obrigkeitsstaatliche Tradition 
wirkt eben auch in dieser Weise. 


AW: Warum haben Sie diese Figur trotzdem geschaffen?

WS: Das hat drei Gründe. Zum einen: Die Deutschen lesen trotzdem Ge-
schichten von privaten Ermittlern, meist allerdings ausländische: Den-
ken Sie an Figuren wie Miss Marple, Poirot und sogar den opiumsüchti-
gen Sherlock Holmes. Auch Raymond Chandler besitzt eine große Fange-
meinde. Da wollte ich testen, ob nicht doch ein deutscher Ermittler 
eine Chance hat. Zweitens halte ich in Zeiten der Ich-AGs eine gebro-
chene Ermittlerexistenz für gut nachvollziehbar. Um die Akzeptanz von 
Georg Dengler zu erleichtern, habe ich ihn so angelegt, dass die be-
rufliche Vergangenheit beim BKA deutlich durchkommt. Drittens: Der 
Stoff verlangt nach einer Figur, die in einem größeren Radius ermit-
telt, als es ein Kommissariat zulassen würde.


AW: Dengler ist eine alte schwäbische Berufsbezeichnung. Der Sensen-
dengler ist ein Sensenschärfer, wobei das Schärfen auf einer besonde-
ren Art von Klopfen und Schlagen des Metalls beruht. Gibt es da einen 
Zusammenhang zu Ihrer Figur? 

WS: Mir gefällt diese Konnotation gut. Damit kommt eine behagliche, 
handwerkliche Atmosphäre in die Geschichte. 


AW: Ihr Buch ist eine Mischung aus Fiktion und Realität mit einer ge-
hörigen Portion politischer Brisanz. Provozieren Sie gern? 

WS: Ich bin ein politischer Mensch. Provozieren? Ich möchte, dass man 
meine Meinung wahrnimmt. Als bloßer Wahlbürger hatte ich nie den Ein-
druck, etwas entscheiden zu können. Das ist zwar noch immer so, aber 
jetzt habe ich zum ersten Mal das Gefühl, eine Stimme zu haben.


AW: Sie schreiben, der Plot hat Sie gefunden. Wie das?

WS: Ein Freund aus Österreich erzählte mir in einer rotweindurchtränk-
ten Nacht die Geschichte über das Gerätewerk Matrei und die Verbindung 
zur Treuhand. Von da an hat mich der Stoff nicht mehr losgelassen. Der 
Mord an Treuhandpräsident Carsten Detlef Rohwedder im April 1991, der 
Absturz einer Boeing der Lauda Air über Thailand sechs Wochen später, 
die Vorgänge in Bad Kleinen – es war fast unheimlich, wie irgendwann 
alles miteinander in Verbindung stand. 


AW: Für den Leser ist die Unterscheidung zwischen Fiktion und  Tatsa-
chen nicht immer einfach.

WS: Auch wenn sich in der "Blauen Liste" Fiktion und Wirklichkeit tief 
verschränken, bleibt es nur eine Geschichte. Vielleicht war es so, 
vielleicht auch anders. 


AW: Benützen Sie "Handwerkszeug" wie Schreibtheorien?

WS: In meinem Bücherregal sind allein zwei Meter mit Büchern über das 
Schreiben belegt. Doch einer bestimmten Schule hänge ich nicht an. Ich 
habe natürlich Vorbilder. Stephen King zählt dazu. Von ihm habe ich 
zum Beispiel gelernt, wie man einen Absatz als kleinste Kompositions-
einheit richtig aufbaut. Besonders schätze ich auch Ludwig Reiners 
Stillehre. 


AW: Im ersten Drittel des Buches gibt es viele Rückblenden, bis die 
eigentliche Geschichte in den Startlöchern steht. Rückblenden gelten 
bei nicht wenigen Literaten als verpönt – warum haben Sie da keine 
Hemmungen? 

WS: Oh, ich hatte Hemmungen – und wie. Genommen hat sie mir dann Phi-
lip Roth. "Der menschliche Makel" ist ein faszinierendes Buch; ohne 
Rückblenden hätte Roth es so nicht schreiben können. Ich habe genau 
studiert, wie er damit umgegangen ist.


AW: Noch einmal zu Ihrer Hauptfigur. Warum erfährt der Leser nicht, 
wie Georg Dengler aussieht?

WS: Für mich war die innere Exposition von Dengler wichtig. Zu zeigen, 
wie er tickt. Was er für Haare hat, oder sonstige Details seines Äuße-
ren, weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht. Das ergibt sich, denke ich, 
mit seiner weiteren literarischen Existenz. Immerhin erfährt der Le-
ser, dass Dengler blaue Anzüge trägt.


AW: Wie sieht Ihr Alltag als Schriftsteller aus?

WS: Ich habe zwar ein Büro in der Innenstadt von Stuttgart, aber zum 
Schreiben gehe ich häufig in den Lesesaal der Landesbibliothek. Ich 
schätze die disziplinierende Atmosphäre dort. Praktisch sieht das so 
aus, dass ich morgens zwischen neun und halb zehn meinen Lieblings-
platz einnehme, mittags eine längere Pause einlege, anschließend ar-
beite ich weiter bis in den Abend.    


AW: Wie fand das Manuskript den Verlag?

WS: Das ist eine lustige Geschichte. Der Schriftsteller Michael 
Schneider, der auch als Dozent an der Filmakademie Ludwigsburg arbei-
tet, fragte mich einmal so nebenbei, an was ich gerade schreibe. Ich 
erzählte ihm den Plot. Er fand die Geschichte interessant und berich-
tete seinem Lektor davon. Kurz darauf bekam ich einen Anruf von Kie-
penheuer & Witsch. 


AW: Es ist eher selten, dass ein neuer Autor gleich mit einer Serie 
loslegen kann. Woher kam das Vertrauen des Verlages? 

WS: Das weiß ich nicht, freut mich aber sehr. Meine Idee war eben die 
einer Serie. Es gab jedoch zu Anfang Überlegungen, eine Taschenbuch-
Reihe daraus zu machen. Eine Hardcover-Serie mit einem Neuling, diese 
Entscheidung fiel dem Verlag schon schwer.


AW: Welchen Rat geben Sie angehenden Autoren, um einen Verlag zu fin-
den?

WS: Hm? Ich bin selbst noch ziemlich neu im Geschäft, empfehle aber 
den Weg über eine Agentur. Ich sah im Verlag die Stapel mit unverlangt 
eingesandten Manuskripten. Sie haben, soweit ich es mitbekommen habe, 
im seltensten Fall eine Chance.


AW: Kaum ist das Buch auf dem Markt, soll es schon verfilmt werden. 
Als Kino- oder als Fernsehfilm?

WS: Als Kinofilm - glücklicherweise! Bei einer Fernsehproduktion hätte 
ich die Befürchtung, dass am Ende außer einer rührseligen Vater-
Tochter-Geschichte nicht viel übrig bleibt. Ich freue mich sehr, dass 
Danny Krausz der Produzent ist und dass er mir das Drehbuch anvertraut 
hat.  


AW: Was macht Ihnen mehr Spaß: Drehbuch- oder Romanschreiben?

WS: Eindeutig das Romanschreiben. Dabei habe ich mehr Freiheiten. Beim 
Drehbuch ist die Dramaturgie viel enger. Jede Szene muss erstens in 
sich und zweitens in die Gesamtstruktur passen. Es ist eine strengere 
Sache. Romanschreiben dagegen bedeutet für mich eine transzendentale 
Erfahrung. Außerdem kann ich da subjektiv interessante Dinge einbauen. 
Wie zum Beispiel die Ausflüge in die Musik des Blues in der "Blauen 
Liste". 


AW: Denglers zweiter Fall ist in Arbeit. Werden wieder reale Ereignis-
se eine tragende Rolle im Plot spielen? 

WS: Ja. Mehr wird nicht verraten. Das Buch erscheint 2005.


AW: Im Roman betreibt Denglers Freund Mario in Stuttgart ein Einzim-
mer-Restaurant. Fiktion oder Realität? 

WS: Das St. Amour gibt es tatsächlich. Ein Besuch dort ist ein Ereig-
nis.

AW: Warum sind Sie so geizig mit biographischen Angaben? Genau zwei 
Sätze findet man auf dem Klappentext – und auch auf Ihren Internetsei-
ten steht nicht mehr.

WS: Meine Biographie soll bei der Bewertung des Romans keine Rolle 
spielen. Außerdem würde mein Leben ohnehin nicht auf einen Klappentext 
passen.


AW: Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben? 

WS: Lesen oder laufen. Laufen ist wunderbar geeignet zum Nachdenken.  


AW: Vielen Dank für das Gespräch. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Adelheid Wörner, Jahrgang 1960, arbeitet als freie Journalistin für 
Tageszeitungen, Fachzeitschriften und Online-Medien. Seit einiger Zeit 
forciert sie als Mitglied der Autorengruppe WWG (Web Writer’s Group) 
auch ihr literarisches Schreiben.


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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)

Lieber Doktor Honeyball,

ich habe ein Buch über das Fahrwasser von elsässischen Schiffen zur 
Zeit der Philister geschrieben und würde es gerne veröffentlichen. Was 
muss ich dafür tun?

In gespannter Erwartung Ihrer Antwort
Susi

PS: Es ist ein Versepos mit 333.333 Versen zu je 33 Hebungen.

++++++++++

Liebe Susi,

das klingt spannend, was Sie da schildern. Schicken Sie mir ein aussa-
gekräftiges Foto von sich und ein wenig Geld (bitte nur Hunderter), 
und ich sehe, was sich machen lässt.

Herzlichst
Ihr Honeyball

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stephan Waldscheidt, Jahrgang 67. Freier Autor und Texter. Mehr von 
ihm und von seinem Alter Ego Honeyball auf http://www.waldscheidt.de.


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ESSAY:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


                    "Darf Schreiben Spaß machen?"
                            von Ute Hacker

„Macht Schreiben glücklich?", fragt provokant die Axel-Andersen-
Akademie in einer Anzeige, um die Frage gleich selbst mit Hilfe von 
Jean Paul zu beantworten: „Solange ein Mensch ein Buch schreibt, kann 
er nicht unglücklich sein."

Ich gehe noch einen Schritt weiter und frage: Macht Schreiben Spaß? O-
der vielmehr: Darf Schreiben Spaß machen? Im angeblichen Land der 
Dichter und Denker, in dem E und U immer noch voneinander getrennt 
werden, ist das eine Frage, die sich aufdrängt.

Immer wieder lese ich von Schriftstellern, die – ich sage es mal ganz 
böse – damit kokettieren, das Schreiben eigentlich zu hassen, den täg-
lichen Kampf mit den Worten, den Sätzen, den Charakteren. Das sind 
dann meist hoch gelobte AutorInnen, mit Preisen überhäuft, aber oft 
unlesbar. Ehrlich gesagt ist mir die Zeit, die ich fürs Lesen erübri-
gen kann, zu schade, um mich durch langweilige Lektüre zu quälen. Ich 
gestehe: Ich will beim Lesen Spaß haben.

Kaum jemand wird mir widersprechen, wenn ich behaupte, es ist eine 
wahre Freude, einem Schauspieler zuzusehen, der Spaß am Spielen hat. 
Warum sollte das beim Schreiben anders sein? Ich behaupte, ein Buch, 
das mit Freude geschrieben wurde, wird auch mit Freude gelesen. Nicht 
von jedem natürlich, die Geschmäcker sind verschieden. Aber es ist 
doch viel schöner, ein Buch zu lesen, das interessante Charaktere hat, 
dem die Fabulierlust des Autors anzumerken ist, das eine gute Ge-
schichte erzählt. 

Noch einmal: Darf Schreiben Spaß machen?

Bei einer Veranstaltung mit zwei Krimikolleginnen war ich ganz per-
plex, als beide mit bedeutungsschwangerer Stimme behaupteten, Schrei-
ben sei eine einzige Qual. Jedes Wort, jeder Satz müsse umkämpft wer-
den, und oft dauere es Stunden, bis ein Satz zu ihrer Zufriedenheit 
stehe. Ich fragte mich (leider nicht sie), warum sie überhaupt schrei-
ben. Es hat sie ja keiner dazu gezwungen. Ich meine, Schriftstellerei 
ist ja (noch) kein Beruf, den ich lerne, weil meine Eltern mich zu ei-
nem Autor in die Werkstatt gesteckt haben. Immerhin kann man Schrift-
stellerei mittlerweile studieren, und es macht sicher Sinn, endlich 
auch in Deutschland etwas mehr Augenmerk auf das Handwerk zu legen, 
das hinter dem Schreiben steckt.

Aber: Übe ich einen Beruf, den ich eigentlich nur als Qual empfinde, 
weiterhin aus? Wenn irgend möglich, würde ich doch versuchen, meinen 
Beruf zu wechseln, einen zu finden, der mir Spaß macht (noch dazu, 
wenn ich diesen Beruf freiwillig gewählt habe). Wer sagt denn, dass 
Arbeit an sich und / oder Geldverdienen grundsätzlich öde sein muss? 
Warum also bleibt jemand, dem das Schreiben so offensichtlich ein 
Graus ist, Schriftsteller?
Ich sage es ganz offen: Mir macht Schreiben Spaß. Riesigen Spaß. Ich 
schreibe für mein Leben gern, auch wenn ich manchmal vor mich hin flu-
che, weil eine Figur nicht so will, wie ich ihr das vorsage, oder weil 
der Abgabetermin immer näher rückt und der zündende Plot für die Kri-
migeschichte immer noch fehlt. Ich liebe es, Figuren zu entwickeln und 
in ihren Biographien zu versinken (manchmal könnte man schon darüber 
einen Roman schreiben). Ich liebe es, einen Plot auszutüfteln und zu 
versuchen, die Leser auf eine falsche Fährte zu schicken. Ich liebe 
es, Seite um Seite mit Buchstaben und Wörtern zu füllen, meine Fanta-
sie ausleben zu dürfen und Geschichten zu erfinden. 

Ich sehe das Schreiben als meinen Beruf an. Da ich noch lange nicht 
davon leben kann – aber wer kann das schon? –, ist es mein Zweitberuf. 
Es ist aber auch Berufung. Ich wage zu behaupten, ich würde sogar 
schreiben, wenn ich nicht mehr verlegt würde (was ich wirklich nicht 
hoffen will, denn etwas Anerkennung gehört schon auch dazu). Viel zu 
sehr erliege ich immer wieder dieser Faszination, die ich empfinde, 
wenn von zehn AutorInnen zu einem vorgegebenen Thema zehn absolut un-
terschiedliche Beiträge kommen. Oder einfach nur dieser Zufriedenheit, 
wenn ich eine Geschichte oder einen Roman abgeschlossen habe. 

Und die Moral von der Geschicht? Leute, habt den Mut zuzugeben, dass 
Schreiben Spaß machen kann! Das Bild vom leidenden Autor zieht schon 
lange nicht mehr, und man ist allemal glaubwürdiger, wenn man das ver-
körpert, was man mit seinen Büchern erreichen will: die Leser zu un-
terhalten!

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt vorwiegend Kurzgeschichten für Kinder und Erwach-
sene. 2002 erschien ihr erster Kriminalroman  „Schwabinger Schatten" 
beim Vertigo Verlag (als Billie Rubin). Sie ist Mitglied der Autorin-
nengruppe München (1997 von ihr gegründet) und der International Onli-
ne Writing Group. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Kriminalroman. 
Mehr Informationen auf http://www.utehacker.de.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:     
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - 
keine Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Lit-
eraturagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind 
daher zwecklos.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst 
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


  Drehbuch: Oliver Pautsch
                              mailto:drehbuch at experte pt autorenforum de
  Fandom: Thomas Kohlschmidt
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  Fantasy: Stefanie Bense
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  Heftroman: Arndt Ellmer
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  Historischer Roman: Titus Müller
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  Kinderbuch: Gabi Neumayer
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  Lesungen: Rüdiger Heins
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  Literaturagenturen: Petra Hermanns
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  Lyrik: Martina Weber
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  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
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  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
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  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
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  Schreibgruppen: Ute Hacker
                        mailto:schreibgruppen at experte pt autorenforum de
  Schreibhandwerk: Ute Hacker
                       mailto:schreibhandwerk at experte pt autorenforum de
  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                              mailto:sf-autor at experte pt autorenforum de
  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
                               mailto:techlit at experte pt autorenforum de
  Übersetzung: Barbara Slawig 
                         mailto:uebersetzerin at experte pt autorenforum de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                          mailto:verlagswesen at experte pt autorenforum de


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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           Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at experte pt autorenforum de)


Frage:
Ich habe zu einem Wettbewerb mehrere Texte eingereicht, Einsende-
schluss war der 1. Dezember 2003. Trotz mehrmaliger Nachfragen erhielt 
ich bis Anfang März 2004 keine Antwort auf meine Frage, wann denn die 
Gewinner feststehen würden. Im Großen und Ganzen kam mir die ganze Sa-
che sehr unseriös vor, so dass ich per Mail meine Texte zurückzog. 
Nunmehr kam eine Antwort, in der es heißt, das sei nicht möglich. Ist 
das rechtlich okay? Kann ich einmal eingereichte Texte nicht zurück-
nehmen?


Antwort:
Zunächst einmal gibt es zwei Arten von Wettbewerben: reine Beurteilung 
der Texte oder verknüpft mit einer Veröffentlichung oder anderen Nut-
zung des Textes.

Bei der reinen Beurteilung bedeutet ein Rücktritt von der Teilnahme 
bloß, dass die Jury sich keine Arbeit mehr mit dem Text machen muss. 
Das kann dem Veranstalter eigentlich nur recht sein.

Bei der Kombination aus Beurteilung und Nutzung des Textes bedeutet 
der Rücktritt von der Teilnahme eben auch, dass der Text nicht mehr 
gedruckt, vorgetragen etc. werden kann. Das kann den Veranstalter 
durchaus ärgern, und vielleicht behauptet er dann, dass ein Rücktritt 
nicht möglich sei.

Angenommen, in der Ausschreibung für den Wettbewerb stand sinngemäß 
drin, dass mit der Einreichung von Texten die Teilnahmebedingungen 
(also z. B. auch die Veröffentlichung) akzeptiert werden, so ist hier 
erst mal ein Vertrag zustande gekommen, der für beide Seiten verbind-
lich ist. Wenn der Veranstalter sich auf diesen verbindlichen Vertrag 
berufen will, muss er aber nachweisen, dass Ihnen die Teilnahmebedin-
gungen bei Einreichung bereits bekannt waren. Das wird ihm in aller 
Regel schwer fallen, wenn er sie Ihnen nicht nochmals zugestellt und 
den Empfang quittiert hat. Deswegen können Sie auch in dieser Konstel-
lation die Texte zurückziehen.

Weisen Sie den Veranstalter bei Bedarf einfach darauf hin, dass Sie 
ihm ohnehin keine Nutzungsrechte eingeräumt hätten und dass Sie jede 
Nutzung Ihrer Texte untersagen. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, 
teilen Sie das per Einwurfeinschreiben mit.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Bjørn Jagnow, Jahrgang 72, ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Ver-
lagskaufmann, Buchhändler und freier Lektor. 
http://www.bjoernjagnow.de/. Seit Jahresbeginn 2003 ist er leitender 
Redakteur der Federwelt, Zeitschrift für Autorinnen und Autoren: 
http://www.federwelt.de/.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SCHREIBHANDWERK:
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         Ute Hacker (mailto:schreibhandwerk at experte pt autorenforum de)


Frage:
Ich habe mein erstes Buch fertig gestellt und bin momentan in der Ü-
berarbeitungsphase. Dabei fiel mir auf, dass ich keine Ahnung habe, ob 
mein Manuskript notwendigen Formalien entspricht (z. B. Schriftgröße 
oder Zeilenabstand). Können Sie mir sagen, welche Schriftgröße, Zei-
lenabstand und / oder andere Formalien zu beachten sind?

Ferner ist es mir immer noch ein Rätsel, wie lang ein Original-
Manuskript sein muss. Ist die Länge eines Roman-Manuskriptes festge-
legt? Und wenn ja, wie lang muss ein Roman-Manuskript dann sein?


Antwort:
Bezüglich des Formats etc. hier noch einmal meine eigenen Einstellun-
gen. Dieses Format wende ich selbst an, und es hat sich bisher noch 
kein Verlag beschwert. 
- Ränder: oben 2,7 cm, unten 2,5 cm, links 3,0 cm, rechts 2,75 cm; 
Bundsteg 0 cm; Kopfzeile 1,25 cm, Fußzeile 2,0 cm
- Schrift: Arial, 13 Punkt; Zeilenabstand 1,5
- Einzug 1. Zeile: 1 cm (Ausnahme bei neuem Absatz, also nach einer 
Leerzeile)
- Flattersatz; mit Silbentrennung, wenn ich den Text selbst ausdrucke, 
ohne Silbentrennung per E-Mail

Grundsätzlich gibt es keine Vorschriften, wie lang ein Manuskript sein 
muss. Das hängt aber sehr vom Genre ab. Wenn Sie z. B. einen histori-
schen Roman schreiben, dürfen es ruhig ein paar Seiten mehr sein (das 
ergibt dann die schönen "Schinken"). Krimis sollten in der Regel um 
die 300 Seiten haben; aber diese Faustregel ist nur dazu da, um gebro-
chen zu werden. 

Grundsätzlich gilt: Ein Roman ist fertig, wenn er rund und schlüssig 
ist und keine Fragen mehr offen bleiben. Und wenn Sie 600 Seiten brau-
chen, um Ihre Geschichte zu erzählen, dann sind es halt 600 Seiten. 
Sie können aber davon ausgehen, dass Erstlingswerke in der Regel dün-
ner sind (ca. 200 Seiten, entspricht ca. 300 Manuskriptseiten). Aber 
auch hier gibt’s natürlich Ausnahmen.

Hier noch ein paar Tipps:

Suchen Sie in Buchhandlungen gezielt nach Verlagen, die Ihr Buch inte-
ressieren könnte. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man einem Sach-
buchverlag ein Romanmanuskript schickt. Bei der heutigen Fluktuation 
muss man davon ausgehen, dass man mindestens zweimal auf einen Lektor 
trifft.

Nehmen Sie mit den in Frage kommenden Verlagen VOR Versenden Ihres Ma-
nuskripts Kontakt auf. Manchmal hat man kein Glück und wird in der 
Zentrale schon abgewimmelt, aber oftmals erwischt man einen Lektor und 
kann ihn gleich fragen, ob er Interesse hat. Wenn er Ihren Namen schon 
mal kennt, landet Ihr Manuskript vielleicht nicht ganz unten im Sta-
pel. 

Anderer Weg: Suchen Sie sich einen Agenten (es gibt mittlerweile viele 
in Deutschland, Tendenz steigend).

Erstellen Sie ein Konzept. Dieses sollte enthalten:
- kurze Inhaltsangabe (ein bis zwei Sätze)
- längere Inhaltsangabe (ca. halbe Seite, je nach Länge des Romans)
- Hauptcharaktere
- Genre
- Zielgruppe
- Länge des Manuskripts
- Angaben zum Autor
Gesamtumfang ca. 5 - 10 Seiten (wieder je nach Länge des Romans)

Erstellen Sie zusätzlich ein Exposé (nach Möglichkeit nur eine DIN-A4-
Seite).

Fragen Sie Lektor / Agent, was er haben möchte: 
- Konzept und gesamtes Manuskript 
- nur Konzept / Exposé 
- Konzept und die ersten 50 Seiten des Romans 

Es gibt ziemlich viele Varianten. Wenn der Lektor sieht, dass Sie gut 
vorbereitet sind, macht das schon mal einen professionellen Eindruck. 
Beziehen Sie sich beim Anschreiben auf das Telefonat; bleiben Sie 
sachlich, und unterlassen Sie Bemerkungen, die Sie vielleicht super-
witzig finden, die einen Lektor aber eventuell nerven (was ihn gegen 
Sie einnimmt). 

Wichtigster Rat: Haben Sie Geduld! Gerade bei einem Neuling kann es 
mehrere Monate dauern. Fragen Sie am besten gleich, wenn Sie Kontakt 
zu dem Lektor / Agenten haben, wie lange es dauern kann. Schlagen Sie 
dann mindestens zwei bis vier Wochen drauf, bevor Sie das erste Mal 
anfragen. Selbst Autoren, die bekannt sind und bereits ein Angebot in 
der Tasche haben, müssen derzeit lange warten. Das liegt daran, dass 
auch die Verlage Stellen abbauen und die Lektoren chronisch überlastet 
sind. Und Hausautoren gehen immer vor.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt vorwiegend Kurzgeschichten für Kinder und Erwach-
sene. 2002 erschien ihr erster Kriminalroman  „Schwabinger Schatten" 
beim Vertigo Verlag (als Billie Rubin). Sie ist Mitglied der Autorin-
nengruppe München (1997 von ihr gegründet) und der International Onli-
ne Writing Group. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Kriminalroman. 
Mehr Informationen auf http://www.utehacker.de.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR LITERATURAGENTUREN:
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             Petra Hermanns (mailto:agentin at experte pt autorenforum de)


Frage:
Ein Freund und ich arbeiten jeder an einem Romanmanuskript. Jetzt ist 
zwischen uns eine Diskussion entbrannt, und zwar darüber, wie ein Mail 
zur ersten Kontaktaufnahme an eine/n Literaturagent/in eigentlich aus-
sehen sollte. Eher unpersönlich, mit dürren Stichpunkten zum Genre, 
der Länge, Zielgruppe etc.? Oder ruhig mit ein paar Worten zum Inhalt 
oder zur Person, die einen Eindruck vom Schreibstil des Autors vermit-
teln?


Antwort:
Eine Bewerbung bei einer Agentur / einem Verlag sollten Sie so ernst 
nehmen wie eine Bewerbung um eine neuen Arbeitsstelle. D. h, Sie müs-
sen zunächst genau recherchieren, bei wem Sie sich denn bewerben wol-
len, und Informationen über die Agenturen und deren Schwerpunkte he-
rausfinden. Gute Möglichkeiten sind www.uschtrin.de oder 
www.autorinnen.de und dann die jeweiligen Homepages der Agenturen. Es 
macht ja z. B. keinen Sinn, ein Kinderbuchprojekt einer Agentur anzu-
bieten, die nur Erwachsenenbelletristik macht. Wir haben z. B. bei uns 
eine Rubrik "Infos für Bewerber" und sind immer wieder erschrocken, 
dass wir trotzdem viele Bewerbungen bekommen für Genres, die wir gar 
nicht vertreten. Recherche ist hier also oberste Pflicht!

Zu jeder Bewerbung gehört ein Anschreiben, in dem Sie kurz sich und 
das Projekt vorstellen, ein Exposé, eine Kurzvita und dann eine Lese-
probe oder das ganze Manuskript (und Rückporto, falls Sie die Unterla-
gen wieder zurückhaben wollen). Am besten, Sie finden im Vorfeld tele-
fonisch oder via Homepages heraus, welche Unterlagen die Agenturen von 
Bewerbern wünschen.

Da Agenturen oft fünf bis sechs Bewerbungen pro Tag bekommen, müssen 
die Unterlagen professionell aufbereitet sein -  mit ein paar "dürren 
Stichworten" ist es nicht getan. Sie möchten ja jemanden für das Pro-
jekt begeistern, und derjenige möchte dann damit auch Geld verdienen, 
Sie natürlich auch. Also, nehmen Sie diese Bewerbung bei einer Agentur 
oder bei einem Verlag wirklich so ernst, als ob es um eine neue Stelle 
ginge, denn die freien Plätze im Kundenstamm einer guten Agentur oder 
die freien Programmplätze bei einem Verlag sind hart umkämpft!

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Petra Hermanns begann 1996 als freie Mitarbeiterin bei der Literari-
schen Agentur Brigitte Axster mit dem Handel mit Rechten und Lizenzen. 
Seit 1998 betreibt sie die Literaturagentur Scripts for sale in Frank-
furt und hat sich auf deutschsprachige Projekte spezialisiert.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KINDERBUCH:
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           Gabi Neumayer (mailto:kinderbuch at experte pt autorenforum de)

Frage:
In einem Handbuch wird ausdrücklich empfohlen, ein Manuskript gebunden 
an Verlage zu schicken. An anderen Stellen lese ich ungebunden. Was 
empfehlen Sie? Und falls ungebunden: Einfach nur die Blätter in den 
Umschlag stecken ist wohl unpraktisch, oder? 


Anwort:
Es mag Ausnahmen geben, aber ich habe bisher noch von keinem Verlag 
etwas anderes gehört als "unbedingt ungebunden!". Damit sind keine lo-
sen Blätter gemeint - Sie haben Recht, das wäre bei längeren Manu-
skripten recht unpraktisch. Einige Möglichkeiten:
- Blätter in eine Klarsichthülle stecken
- Blätter lochen und in einem Ordner verschicken
- Blätter in eine Klemmschiene stecken (geht nur bis zu einer bestimm-
ten Menge)

Die Hauptsache ist, dass die Lektoren die Blätter einzeln entnehmen 
können.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayer hat (als "Bato") in diesem Jahr Geschichten in den 
"Schmökerbären"-Bänden "Ritterburg-", "Freundschafts-", "Schulhof-" 
und "Mädchengeschichten" veröffentlicht, außerdem im Pappbilderbuch 
"Abends, wenn ich träumen geh" (alle Gondolino). Im Sommer erscheinen 
Zeitreise- und Nikolausgeschichten, im Herbst ein neues Bilderbuch bei 
Lappan. Weitere Infos: http://www.bato-schreibt.de.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR LYRIK:
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                Martina Weber (mailto:lyrik at experte pt autorenforum de)


Frage:
Ist es guter Stil, in Lyrikveröffentlichungen Gedichte lebender und 
mehr oder weniger bis unbekannter Autoren zusammen mit Gedichten "to-
ter Dichter" zu veröffentlichen? Meine Meinung dazu ist, dass die un-
bekannten Autoren damit von den "Lorbeeren" der alten Meister mit pro-
fitieren wollen; das gilt auch für Herausgeber, die solche Werke zu-
sammenstellen. Hier erhofft man sich einen höheren Buchverkauf (soweit 
von Buchverkauf im Lyrikbereich überhaupt noch gesprochen werden 
kann).


Antwort:
Es ist ein durchaus übliches Verfahren, in Anthologien Gedichte von 
Klassikern mit denen von Zeitgenossen gemeinsam zu veröffentlichen. 
Abgesehen von dem über 1.300-seitigen „Der neue Conrady", in dem Karl 
Otto Conrady Gedichte von den Anfängen bis zur Gegenwart herausgibt, 
handelt es sich bei den Anthologien meist um themengebundene Bücher, 
wobei die Themen von der Liebe (zum Beispiel: „Ich sah dich ja im 
Traum", ausgewählt von Monika Heinker und Ingetraud Rogalla, Reclam 
Leipzig) über Gedichte von Frauen (zum Beispiel „Frauen dichten an-
ders", 181 Gedichte mit Interpretationen, herausgegeben von Marcel 
Reich-Ranicki, Insel Verlag) bis zu etwas skurrileren Themen wie Tiere 
(zum Beispiel „Das ABC der Tiere", herausgegeben von Evelyne Polt-
Heinzl und Christine Schmidjell, Reclam Stuttgart) und die Farbe Blau 
reichen (zum Beispiel „Blaue Gedichte", herausgegeben von Gabriele 
Sander, Reclam Stuttgart). 

Ziel der genannten Anthologien ist es, das Thema möglichst umfassend 
quer durch die deutschsprachige oder teilweise auch darüber hinausge-
hende Lyrikgeschichte zu erfassen. In diesen Bänden sind die Vertrete-
rInnen der jüngeren Generation jedoch durchweg bekannte AutorInnen. Es 
gibt aber durchaus auch seriöse Anthologien, die neben alten Meiste-
rInnen und bekannten GegenwartslyrikerInnen unbekannte Talente aufneh-
men, zum Beispiel der von Anton G. Leitner und Anja Utler bei dtv he-
rausgegebene Band „Heiß auf dich", 100 Lock- und Liebesgedichte.

Ob das konkrete Projekt, an dem Sie sich beteiligen möchten, seriös 
ist, hängt natürlich noch von weiteren Faktoren ab, aber die Tatsache, 
dass Texte sehr unterschiedlicher Entstehungszeiten darin versammelt 
sind, ist kein Makel.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Martina Weber ist Herausgeberin des Anfang Oktober erscheinenden Ban-
des "Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik schreiben und veröffent-
lichen". Mit Beiträgen von Inger Christensen, Kurt Drawert, Norbert 
Hummelt, Kerstin Hensel und Anton G. Leitner, Federweltverlag, ca. 200 
Seiten, 14,80 Euro. Näheres siehe http://www.federwelt.de.


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HALL OF FAME:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)

Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man, 
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere 
schaffen es ja auch!

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest. 
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen 
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal 
vorstellen können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende 
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie 
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte 
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail-
to:redaktion at team pt autorenforum de. Wir können ausschließlich Meldungen 
berücksichtigen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!

++++++++++

Michelle Raven: "Riskante Nähe", Bertelsmann 2003, Romantic Suspense - 
Romantik-Thriller. Handlungsort Yellowstone National Park, USA

Michelle Raven: "Eine unheilvolle Begegnung", hdh-Verlag 2004, Roman-
tic Suspense - Romantik-Thriller. Handlungsort Südwesten USA

Britta Schwarz: "Golo und der Ohrflüsterspuk" und  "Golo in Gefahr" 
(aus der Reihe: Golo, das grüne Gespenst), Ueberreuter 2003, Kinder-
buch ab 8 Jahre

Nicole Rensmann: "Anam Cara - Seelenfreund", Atlantis-Verlag 2003, 
phantastischer Roman


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen 
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit 
getrennter Mail kommt!
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~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht. 
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber-
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor. 

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: 
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Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet 
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse 
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.

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                        I M P R E S S U M
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Herausgeber: 
   Ramona Roth-Berghofer mailto:public.relations at team pt autorenforum de 
   Gabi Neumayer                mailto:redaktion at team pt autorenforum de
   Stefan Schulz                     mailto:webmaster at autorenforum de
   Thomas Roth-Berghofer 
                    mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum de
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
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