Ausgabe 6-06 (17. Juni 2004)

Schreib-Kick
Echoservice
Leserbrief
Autorenwissen
    "Book on Demand: Von der Sachbuch-Idee zum
    Erstlingswerk - auch ohne Lektor und Großverlag"
    von Corinna E. A. Schütt
Marketingideen
    "Marketing für Autoren - Teil 5"
    von Harald Schneider
Interview mit Jens Neuling
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
    "Warum sind nicht alle Lektoren Bestseller-Autoren?"
    von Stephan Waldscheidt
Glosse
    "Wer ist hier der Boss?"
    von Tatjana Stern
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Björn Jagnow)
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
    (Ute Hacker)
Frag den Experten für Drehbuch
    (Oliver Pautsch)
Frag die Expertin für Literaturagenturen
    (Petra Hermanns)
Hall of Fame
EDITORIAL: 
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Liebe Autorinnen und Autoren,

als Erstes darf ich euch eine neue Expertin vorstellen: Nikola Hahn, 
1963 bei Marburg geboren, trat nach dem Abitur in die Hessische Poli-
zei ein. Sie war mehrere Jahre im Kommissariat für Kapitaldelikte 
(Mord, Raub, Erpressungen) beim Polizeipräsidium Offenbach tätig und 
wechselte im Mai 2004 als Fachlehrerin für Kriminalistik an die Hessi-
sche Polizeischule nach Wiesbaden. Seit 1985 arbeitet Nikola Hahn ne-
benberuflich als Schriftstellerin. Bekannt wurde sie vor allem durch 
ihre historischen Kriminalromane. Informationen im Internet: 
http://www.nikola-hahn.com. Ab sofort beantwortet sie eure Fragen zum 
Thema "Kriminalistik". (Da wir ihre Mailadresse erst zur nächsten Aus-
gabe einrichten können, schreibt ihr bitte vorerst an mail-
to:redaktion at team pt autorenforum de.)

Was gibt es in diesem Tempest Spannendes? Corinna E. A. Schütt zeigt, 
welche Möglichkeiten BoD vor allem für SachbuchautorInnen bietet. In 
Harald Schneiders fünftem Beitrag zum Marketing geht es darum, wie man 
die Presse auf ein neues Buch aufmerksam machen kann. Die unermüdliche 
Ursula Schmid-Spreer (danke noch einmal, Ursula, für das großartige 
Autorentreffen in Nürnberg! Siehe auch 
http://www.wordart-nuernberg.de/BZ/Autorentreffen04.html) hat 
Jens Neuling interviewt. Und 
Tatjana Stern berichtet von ihrem zähen Ringen mit eigenwilligen 
Romancharakteren. Außerdem gibt es einen Leserbrief zum Artikel "Die 
Kameraeinstellung" (Tempest 6-5) mit einer Antwort von Hans Peter 
Roentgen, nützliche Expertentipps, viele neue Ausschreibungen und 
einiges mehr. Und auch unser Lektor Honeyball beantwortet wieder eine 
Frage. Diesmal hat sich Tempest-Leserin Tatjana Stern getraut, ihn 
anzuschreiben (ihr findet sie in dieser Ausgabe auch als Autorin). Tja, 
dazu kann ich nur sagen: Ich habe euch gewarnt ...

Ähnlich düster wie in Honeyballs Lektorenseele sieht es bei den 
Schreib-Kicks aus - ich habe keine mehr! Schickt mir also bitte eure 
Schreibanregungen und -übungen (möglichst kurz, siehe die Schreib-
Kicks im Tempest). Und wenn ihr schon beim Schicken seid: Wir sind 
auch weiter auf eure finanziellen Beiträge angewiesen, um den Tempest 
in dieser Form aufrecht erhalten zu können. Infos zu unserer Bankver-
bindung stehen gleich unterm Editorial. Einfach abschreiben und ins 
Portemonnaie stecken ...

Der Tipp des Monats Juni, diesmal von Christine Spindler:

    Wenn ich mich in eine erzählerische Sackgasse 
    navigiert habe, stelle ich mir einen Wecker so, 
    dass er nach 10 Minuten klingelt, und versuche, 
    in dieser Zeit so viele Möglichkeiten wie möglich 
    zu finden, wie die Handlung weitergehen könnte, 
    egal wie albern oder unrealistisch sie sind. 
    Dieses Tempo-Brainstorming gibt mir die Freiheit, 
    Unfug zuzulassen, und löst Denkblockaden.

Jetzt wünsche ich euch allen viel Spaß mit dem neuen Tempest. Und wenn 
ihr dabei auf die Idee für einen eigenen Artikel kommt: Wir sind nur 
eine Mail entfernt (redaktion at team pt autorenforum de).

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen 
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen 
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt, 
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser 
Konto:

autorenforum.de
SEB Mainz (früher: BfG)
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00
Stichwort: "Beitrag 2004"

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch 
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte 
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE69550101111424189900
BIC: ESSEDE5F550

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ISSN 1439-4669   Copyright 2004 autorenforum.de. Copyright- und

                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

   INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

      Editorial
      Inserate
      Schreib-Kick
      Echoservice
      Leserbrief
      Autorenwissen
         "Book on Demand: Von der Sachbuch-Idee zum 
         Erstlingswerk - auch ohne Lektor und Großverlag"
         von Corinna E. A. Schütt
      Marketingideen
         "Marketing für Autoren - Teil 5"
         von Harald Schneider
      Interview mit Jens Neuling
      Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
         "Warum sind nicht alle Lektoren Bestseller-Autoren?"
         von Stephan Waldscheidt
      Glosse
         "Wer ist hier der Boss?"
         von Tatjana Stern
      Frag den Experten für Verlagswesen
         (Björn Jagnow)
      Frag die Expertin für Schreibhandwerk
         (Ute Hacker)
      Frag den Experten für Drehbuch
         (Oliver Pautsch)
      Frag die Expertin für Literaturagenturen
         (Petra Hermanns)
      Hall of Fame
      Impressum


TEIL 2 (nur für Abonnenten):

      Veranstaltungen
      Ausschreibungen
      Publikationsmöglichkeiten
           mit Honorar
           ohne Honorar
      Seminare
      Messekalender
      Impressum

~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service 
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard 
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige 
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen 
Jahrgänge zu erstellen. 

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Kleinanzeigen
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(Die Redaktion behält sich vor, Anzeigen zu kürzen oder Anzeigen, die 
gegen Rechte Dritter, das Urheberrecht oder Jugendschutzbestimmungen 
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Aus organisatorischen Gründen liegt der Anzeigenschluss für den Tem-
pest am 12. jedes Monats. Später eingegangene Anzeigen können wir dann 
erst für die nächste Ausgabe berücksichtigen.


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INSERATE:
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                                (mailto:werbung at team pt autorenforum de)


Neu: Angeline Bauer: LIEBESROMANE SCHREIBEN
im Autorenhaus Verlag: www.AUTORENHAUS.DE
__________

Vier Seiten, die entscheiden
Lektoren lesen von den eingesandten Manuskripten oft nicht mehr als 
vier Seiten. Das klingt arrogant? Das ist arrogant. Aber es stimmt und 
hat sich vielfach gezeigt. Die Grundprobleme eines Textes zeigen sich 
tatsächlich auf den ersten vier Seiten.
Und es lässt sich auch sagen, wie der Autor diese Probleme beseitigen 
kann. 
Wir sagen euch, was an euren ersten vier Seiten auffällt. Und wie ihr 
es verbessern könnt. Für 15 Euro.
Näheres findet ihr unter: http://www.textkraft.de/pageID_750340.html 
oder: http://www.textkraft.de.
__________

Vom Manuskript zum Buch: Sie suchen eine fachlich versierte Unterstüt-
zung und Beratung in Bezug auf die Arbeit an und mit Ihrem Manuskript? 
Für das Lektorat Ihres Manuskriptes, die Erstellung eines ansprechen-
den Exposees und/oder Anschreibens an einen Verlag, biete ich Ihnen 
meine kompetente Hilfe und Unterstützung an. Simone Verwied, Tel.: +49 
(0) 21 95 / 68 88 97, mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: 
http://www.libri-vitae.de
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Fachfrau für Texte gesucht? 
Mein Name ist Mechthilde Vahsen, ich bin promovierte Germanistin und 
arbeite seit mehreren Jahren in den Bereichen Lektorat, Betreuung von 
AutorInnen-Projekten und Schreibcoaching. Ich bin selbst als Schrift-
stellerin tätig und kenne daher sowohl die technischen als auch die 
kreativen Seiten des Schreibens.
Ich biete folgende Serviceleistungen an: Lektorat und Begutachtung 
(von Einzelkapiteln / Gedichten bis zu umfassenden Mehrteilern), Pro-
jektbegleitung (z. B. für einen Roman oder das Schreiben der eigenen 
oder Familiengeschichte), Feedback für wissenschaftliche Arbeiten und 
Sachbücher sowie Korrekturlesen. Interesse? Kontaktieren Sie mich: 
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ten Farbcover / Glanzpapier.
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Trotzdem sind Exposé und Manuskript noch nicht druckreif?
Autorin und Lektorin mit langjähriger Branchenerfahrung hilft Ihnen 
dabei, aus einem guten Text einen noch besseren Text zu machen! 
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SCHREIB-KICK:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


Unser Schreib-Kick für den Juni, diesmal von Gabi Neumayer (aus dem 
storial "Die professionelle Überarbeitung", http://www.storials.com):

Nimm eine Geschichte zur Hand, bei der ein Hauptcharakter dir blass 
erscheint. Stelle zu jedem der zentralen Charaktere dieser Geschichte 
eine Datei zusammen: Was weißt du alles über ihn? Welche Widersprüche 
vereint er? Was macht den einen interessant, was dem anderen fehlt? 
Entwickle zwei, drei neue Eigenschaften für den bislang schwachen Cha-
rakter.

Schreibe danach eine kurze Szene, in der dein Charakter mindestens ei-
ne der neuen Eigenschaften zeigen kann.


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ECHOSERVICE:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)

"Privatlektorin" gesucht! Ich suche eine Autorin zum gegenseitigen Le-
sen und Kommentieren von Texten. Ich schreibe Kurzprosa und Gereimtes, 
auch mal Lyrik, feministisch, märchenhaft, bissig-böse, je nach Tages-
form. Im Kommentieren von Lyrik bin ich (leider) nicht so gut. Freue 
mich auf Antworten unter: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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LESERBRIEF:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


++++++++++++++++++++++
Ann-Christin Friedrich
++++++++++++++++++++++

Bei diesem Artikel ["Die Kameraeinstellung" von Hans Peter Roentgen, 
Tempest 6-5] stellt sich mir die Frage, ob ich nicht doch etwas ver-
passt habe. Gut, dermaleinst im Kunstunterricht haben wir uns ein hal-
bes Jahr mit "Die Vögel" von Alfred Hitchcock beschäftigt, mit Kamera-
einstellungen und Spannungsbögen usw., und vielleicht habe ich das so 
verinnerlicht - ganz zu schweigen von den Abertausenden von Filmen, 
die ich in meinem Leben bereits gesehen habe -, dass mir diese Abhand-
lung fremd und vertraut zugleich erscheint.

Als überwiegend Ich-Erzählerin benutze ich meist die subjektive Kame-
ra, sehe also das Geschehen durch die Augen der Hauptperson. Wenn 
"ich" auf einem Berg stehe, dann ist das erst einmal eine Totale. 
Kurzsichtig wie ich bin, ist das dann auch eher schemenhaft und bedarf 
eines Näherkommens. Oder eines guten Freundes, der "mich" auf etwas 
hinweist oder mir ein Fernglas in die Hand drückt, was dann wohl ein 
Zoom ist. Aber über so etwas habe ich mir nie Gedanken gemacht, denn 
ich sehe eine Szene vor mir wie einen Film oder ein Bild und versuche 
mit Worten, das zu beschreiben. Unbewusst und instinktiv.

Eine Frage stellt sich mir beim Lesen [...]: Kann es sein, dass Regeln 
und Bewusstmachen vielleicht dazu führen, dass einem der Blick für das 
Wesentliche verstellt wird? Und wenn nein, ist das, was ich als We-
sentliches betrachte, vielleicht falsch? Mir geht es jedenfalls darum, 
gute Geschichten zu erzählen, die den Leser unterhalten und mich be-
friedigt denken lassen: Ja, es macht Spaß, in eine andere Welt zu tau-
chen und davon zu berichten. In welcher Kameraeinstellung auch immer. 


+++++++++++++++++++++++++++++++
Antwort von Hans Peter Roentgen
++++++++++++++++++++++++++++++++
Der Stürmer steht frei vor dem Tor. Schießt er? Nein, er holt das Fuß-
balllehrbuch aus der Tasche und schlägt nach, was man in einem solchen 
Fall tun soll.

Zweifelos führen hier Regeln und Bewusstmachen dazu, dass der Blick 
für das Wesentliche verstellt wird. Ähnliches passiert einem Autor, 
der während des Schreibens immer nur an Regeln und Theorien denkt. 
Auch wenn er sie alle beherzigt, wird er wohl keinen spannenden Text 
aufs Papier bringen.

Schreiben hat, da hast du völlig recht, viel mit Intuition zu tun. Der 
Autor wird zum Kind, das einfach erzählt, egal, ob es den Schreibre-
geln entspricht, egal, ob es political correct ist, und egal, ob er 
damit wem auf die Füße tritt. So sollte es zumindest sein.

Aber andererseits habe ich unzählige Texte von Anfängern und selbst 
Fortgeschrittenen gelesen, die zwar intuitiv schreiben, was ihnen in 
den Sinn kommt; doch die Texte regen zu nichts als zum Gähnen an. Man-
chem Fußballtrainer dürfte es ähnlich gehen - wie viele Anfänger (und 
selbst Profis!) schießen, frei vor dem Tor stehend, weit daneben?

Regeln sind überflüssig beim Schreiben. Regeln sind notwendig beim Ü-
berarbeiten. Das ist meine persönliche Meinung dazu. Wer sich seine 
Schreibe bewusst macht, die Stärken und Schwächen erkennt, wird es ir-
gendwann intuitiv besser machen. Nur sollte man nicht in den Fehler 
verfallen, beim Schreiben immer an die Regeln zu denken. Da ist die 
Vorstellung "Film ab, Kamera dreht auf ..." sicherlich weit besser.

Und all die Schreibtheorien und Regeln helfen, wenn ein Autor wissen 
möchte, warum ein Text nicht funktioniert. Wie er ihn verbessern, 
spannender machen kann. Irgendwann merkt man dann selbst schon beim 
ersten Lesen: "O Gott, da schreib ich schon wieder viel zu distan-
ziert."

Denn das können Regeln und Theorien durchaus erreichen: sich selbst 
bewusst zu machen, was in den eigenen Texten (noch) nicht stimmt.


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AUTORENWISSEN:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


      "Book on Demand: Von der Sachbuch-Idee zum Erstlingswerk - 
                   auch ohne Lektor und Großverlag"
                       von Corinna E. A. Schütt


Viele Autoren und Autorinnen haben gute Ideen und Manuskripte, finden 
aber keinen Verlag: Das muss nicht immer am Buch liegen, sondern hat 
viele Gründe. Speziell für das Sachbuch gibt es jedoch eine Alternati-
ve: Book on Demand. Wie das geht, zeigen wir in dieser Ausgabe.


          Die Gesetze des Buchmarktes: 
          Angebot und Nachfrage

Der Buchmarkt unterscheidet sich von allen anderen Märkten der freien 
Wirtschaft durch Gesetze, die jenen eigentlich am meisten gleichen, 
doch wiederum am häufigsten missinterpretiert werden: Einerseits gibt 
es da das Buch als ideellen Träger der Weisheit und der Kunst, weshalb 
sich dieser spezielle Markt auch nicht von der Preisbindung lösen will 
- andererseits gilt wie überall sonst das knallharte Gesetz von Ange-
bot und Nachfrage. 

Die Entscheidung, ob und wann ein Buch auf den Markt kommt, trifft ein 
Verlag selten nach der Güte des Inhalts, sondern überwiegend nach den 
Spielregeln des Marketings. Schließlich muss die Auflage stimmen, die 
Umsätze müssen kalkulierbar sein, will man in der Verlagsbranche über-
leben. Kritiker der Buchpreisbindung fordern schon aus diesem Grund 
ihre Abschaffung, wenn Verlage doch offensichtlich ausschließlich nach 
Marketinggesichtspunkten produzieren. Die Preisgestaltung dabei als 
ein wichtiges Instrument ganz aus dem Werkzeugkasten herauszunehmen 
und den Preis unabhängig von der Nachfrage festzuschreiben, kann zwar 
im Sinne der Kunstförderung, nicht aber im Sinne des allseits prakti-
zierten Marketinggedanken sein. Für einen Autor ist die Sicht auf den 
Buchmarkt deshalb insbesondere durch Zwiespältigkeit und Schizophrenie 
gekennzeichnet. Das muss man erst mal verkraften.


          Das gängige Schicksal eines Manuskripts: 
          Absage, Schublade, Papierkorb

Von Abertausenden objektiv guter Manuskripte pro Jahr erblicken des-
halb nur wenige das Licht der Öffentlichkeit, denn auch der Buchmarkt 
orientiert sich am schnelllebigen Zeitgeist: Ist ein Thema gerade in 
Presse, TV und Radio publik, so darf das Buch dazu nicht fehlen. Dass 
bereits bekannte Autoren und Experten oder namhafte Persönlichkeiten 
höhere Absatzzahlen versprechen als "No-Names", liegt ebenso auf der 
Hand wie die Tatsache, dass ein Verlag es sich auf Dauer nicht leisten 
kann, in Schönheit zu sterben und nicht überwiegend für die Masse zu 
produzieren: Das Genre der Rosamunde Pilcher lässt den Euro allemal 
häufiger rollen als das hochspezialisierte Fachbuch oder das kritische 
Sachbuch. Und wenn schon Sachbuch, dann bitte auch mit dauerhaftem 
Nachfragepotential. Also lieber ein weiterer Ratgeber für akute Notla-
gen, der immer wieder nachgefragt wird, als ein Werk, nach dessen Er-
werb weitere Ratgeber im Prinzip nicht mehr nötig sind. Klingt lo-
gisch, ist es auch. Das muss man als Autor auch erst mal verkraften.


          Verlagsmarketing und Zeitgeist: 
          Was wenig Umsatz bringt, fliegt raus

So arbeiten große Verlage heute, und mit dieser gängigen Praxis muss 
auch der Sachbuchautor zurechtkommen. Dutzendweise Absagen auch von 
thematisch geeigneten Verlagen müssen deshalb nicht bedeuten, dass das 
Manuskript grundsätzlich für eine Publikation ungeeignet ist. Persön-
liche Sympathien oder Abneigungen eines Lektors oder einer Lektorin 
dem Thema oder dem Exposé gegenüber müssen gegebenenfalls auch schon 
berücksichtigt werden: Eine Manuskripteinreichung ist mit einer Initi-
ativbewerbung zu vergleichen - denn der Verlag hat um Einsendung sel-
ten gebeten. Zumindest dann nicht, wenn der Verfasser noch völlig un-
bekannt ist. Ein Manuskript entsteht oft aus brennender Überzeugung, 
aus hehren Motiven und aus dem Bewusstsein für ein ganz bestimmtes 
Thema. Und hier gilt wie immer im Leben: Das richtige Thema bei der 
falschen Person mit gegensätzlicher Überzeugung vielleicht noch zum 
falschen Zeitpunkt bringt auch keinen Durchbruch. Und hat das Manu-
skript diese Hürde sogar genommen, so macht ihm spätestens die Marke-
tingabteilung des Verlags den Garaus. Weil die Zahlen keinen Profit 
versprechen. Absagen dieser Art und mit beschriebenem Hintergrund muss 
der Autor verkraften. - Muss er das wirklich?


          Eine Chance für ein abgesagtes Manuskript: 
          Book on Demand

Muss er nicht. Denn für ein gutes Manuskript und einen davon völlig ü-
berzeugten Autor gibt es keinen plausiblen Grund, länger an den oben 
beschriebenen Gründen für eine Ablehnung zu kauen als nötig. Denn die-
se Gründe sind ja nicht wirklich gute. Wer sich in Sachen Marketing 
selbst etwas schlauer macht - und das muss man als Autor oder Autorin 
ohnehin -, dem stehen heute mehr Türen offen als noch vor wenigen Jah-
ren: Das "Book on Demand" - kurz "BoD" genannt, bietet ohne das finan-
zielle Risiko eines Selbstverlags alle Möglichkeiten. Bis hin zum 
Bestseller. 

BoD-Verlage gibt es viele, am bekanntesten ist der mit gleichem Namen 
- doch er bietet für die Marketingprofis unter den Autoren schon wie-
der zu viel Eigenwerbung, die nur auf die Produktionskosten und den 
Buchpreis aufgeschlagen wird. Es geht auch günstiger. Ein Beispiel da-
für ist der Münsteraner Verlag Monsenstein und Vannerdat 
(http://www.mv-verlag.de), bei dem eine separate PDF-Datei für Buch-
block und Cover schon genügt, und es kann losgehen. Für weit unter 
1.000 Euro kann so ein Sachbuch-Projekt realisiert werden, das sich 
von einem herkömmlichen Buch in keiner Weise unterscheidet. Bis auf 
den Umstand, dass es im Buchhandel eben nicht in der Auslage vorhanden 
ist, weil es keine kalkulierte Startauflage gibt. Und folglich auch 
keine Freiexemplare für Buchbesprechungen und keine Remittenden. Bis 
auf sein persönliches Exemplar muss man als Autor alle Bücher selbst 
bezahlen, die man rezensieren lässt - doch mit rund 10 Euro pro Auto-
renexemplar hält sich das am Beispiel des MV-Verlages bei einem Sach-
buch mit bis zu 400 Seiten in Grenzen. (Weitere BoD-Verlage findet ihr 
über jede Suchmaschine; macht euch vor einer Entscheidung am besten ü-
ber die verschiedenen Angebote und Konditionen kundig.)

Dafür ist die Gewinnspanne beim Eigenvertrieb auch bis zu dreimal hö-
her als über einen "richtigen" Verlag. Wer schlau ist, hält also viele 
Lesungen oder Seminare zu seinem Thema und verkauft das Buch direkt 
vor Ort an seine Leser. Was sich sonst der Verlag, Libri und der Buch-
handel abzweigen, kann der Autor hier selbst einnehmen. Außerdem kann 
das Buch niemals vergriffen sein, es sei denn, jemand löscht die Datei 
für die Produktionsvorlage.


          Der Autor als Marketingfachmann: 
          Viel besser als Verlagsmarketing

Dass ein Autor sein Fachgebiet viel besser kennt als es ein Marketing-
fachmann eines geeigneten Verlags das jemals könnte, leuchtet ein. 
Trotzdem meinen immer noch viele, ohne Verlagsmarketing ginge es 
nicht. Ein eigenartiger Trugschluss: Man stelle sich nur die Vielzahl 
der unterschiedlichen Zielgruppen unter einem Verlagsdach vor und 
stelle dem gegenüber den einzelnen Autor, der für seine potentielle 
Leserschaft doch weit mehr Energie und Rechercheaufwand übrig hat als 
ein viel beschäftigter Verlags-Marketer. Niemand aus einem Verlag 
kennt eine einzelne Zielgruppe so genau, kann seine Website zum Buch 
stets so aktuell halten und pflegen, kann einen speziellen Pressever-
teiler so planvoll aufbauen und bedienen, kann zu Lesungen und Diskus-
sionsrunden so gezielt einladen wie derjenige, der sich dem einen The-
ma buchstäblich verschrieben hat. 

Man fragt sich, wieso man sich als Autor überhaupt noch an renommierte 
Verlage wendet, um sich eine Absage für sein Manuskript abzuholen. 
Richtig. Wer einmal das BoD entdeckt hat, wird dies auch nicht mehr 
tun. Es sei denn, die Verlage klopfen irgendwann bei ihm selbst an. 
Nicht umgekehrt. Und dann sollte man ohne falsche Bescheidenheit einen 
wirklich lohnenswerten Vertrag aushandeln, denn die höheren Tantiemen 
bietet schließlich das BoD. Ein BoD-Autor, der das selbst schon längst 
erkannt hat und der sein Marketing-Know-how wiederum Gewinn bringend 
an Autorinnen und Autoren verkauft, ist Andreas Mäckler, auf dessen 
Homepage - http://www.maeckler.com - man schon aus den Inhaltsver-
zeichnissen seiner zahlreichen Ratgeber einige Tipps herauslesen kann.


          Das Buch als PR-Instrument: 
          Hurra, ich werde ernst genommen!

Wer hat das nicht schon einmal erlebt: Man kennt sich auf einem be-
stimmten Gebiet besonders gut aus, ist vielleicht sogar brillanter Au-
todidakt aus Leidenschaft, doch fehlt mindestens der Doktor honoris 
causa, die Parteizugehörigkeit oder die steile Management-Karriere als 
Coach und Seminaranbieter, um im Konzert der Wichtigen und Pseudo-
Prominenten gehört zu werden. 

Natürlich ist eine eigene Buchveröffentlichung als BoD dabei besonders 
hilfreich, wenn man aus vorgenannten Gründen bei einem großen Verlag 
zunächst nicht landen konnte. Auch wenn der Erstling viel Durchset-

zungskraft braucht - bei der nächsten Publikation ruft ein Redakteur 
auch schon einmal von selbst an. Dafür ist das Buch immer wieder ein 
Thema für den Autor, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, an ihrem 
persönlichen Lieblingsgebiet anknüpfen zu können, von ihnen gar ernst 
genommen zu werden. Menschen, von denen man es vorher nie geahnt hät-
te. Die einen plötzlich bemerken, einladen, zum Gastbeitrag und zum 
Gespräch bitten, irgendwann auch bis in die TV-Talkshow. Kann man sich 
eine lukrativere und zugleich kostengünstigere Variante vorstellen, 
sein Buch zu verkaufen und dabei den eigenen Namen bekannt zu machen? 
Wohl kaum. Wie es auf der Mäckler-Homepage darum auch so schön heißt: 
Das eigene Buch in Händen zu halten ist schön, es zu verkaufen, bes-
ser.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Corinna E. A. Schütt ist Betriebswirtin und arbeitet als PR-Beraterin 
mit Schwerpunkt Text sowie als Publizistin und Korrektorin. Persönli-
che Interessen sind politische und soziale Themen. Im Jahr 2003 veröf-
fentlichte sie ihr erstes Buch als BoD, "Ausverkauf Familie. Der wahre 
Preis des Wohlstands". http://www.ausverkauf-familie.de, mail-
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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MARKETINGIDEEN:
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                             (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


                   "Marketing für Autoren - Teil 5"
                         von Harald Schneider

Man stelle sich vor: Es gibt ein neues Buch, und keiner weiß es. Bei 
90.000 Neuerscheinungen jährlich kann dies das eine oder andere Mal 
passieren ... Doch wir wollen es besser machen. Wir wollen informie-
ren. Das geht am besten über Multiplikatoren wie die Medien; es gibt 
aber noch weitere Möglichkeiten.

          Presseverteiler

Zuerst ist Arbeit angesagt. Es gilt, einen möglichst umfangreichen 
Presseverteiler aufzubauen. Am besten fängt man mit den regionalen und 
überregionalen Tageszeitungen an. Eine Liste der deutschsprachigen Ta-
geszeitungen lässt sich mit etwas Geduld im Internet finden bzw. zu-
sammenstellen. Warum nicht auch gleich die Zeitungen in Österreich und 
der Schweiz mit aufnehmen?

In diesem Zusammenhang ist auch bereits im Vorfeld zu klären, wie man 
an die jeweiligen Medienvertreter herantritt. Das ist wichtig für die 
notwendigen Kontaktangaben wie Anschrift, Fax- oder Telefonnummer, E-
Mail. Eine recht günstige Variante ist, die regionalen Zeitungen im 
Umkreis des Wohnorts direkt per Brief anzuschreiben und den Rest per 
Mail zu kontaktieren. Die Textinhalte sollten hier natürlich unter-
schiedlich sein. Dazu weiter unten mehr.

Mit den Tageszeitungen ist es allein nicht getan. Ergänzt werden kann 
der Verteiler mit Printmedien wie den so genannten Wochenblättern. 
Diese kostenlose Werbeblättchen werden rege gelesen. Auch die Frei-
zeitbeilagen so mancher Zeitungen haben eine eigene Redaktion. Grund 
genug, sie in den Verteiler mit aufzunehmen.

Als Nächstes sind Regionalmagazine dran. Das sind vor allem Freizeit- 
und Kulturzeitschriften, die in Ballungsgebieten verkauft oder ver-
schenkt werden. Hiervon gibt es mehr, als man denkt. Besonders gern 
werden sie in Kneipen, an Kassen von Museen u. Ä. ausgelegt. Das er-
leichtert das Finden solcher Publikationen.

"Normale" Publikumszeitschriften kann man dann aufnehmen, wenn ein Be-
zug zum Titel oder Inhalt vorliegt, z. B. ein Golfkrimi und ein Golf-
magazin.

Noch ist der Verteiler nicht vollständig. Warum nicht auch die Biblio-
theken im Umkreis aufnehmen oder andere Multiplikatoren wie der Marke-
tingverein der Stadt, Schulen (bei Kinderbüchern) und den Buchhandel? 
Hier ein bisschen nachzugrübeln kann viel bringen. So mancher Gewerbe-
verein bringt eigene Infobroschüren raus, über einen redaktionellen 
Beitrag zur Auflockerung sind die oft dankbar.


          Das Anschreiben

Presseinfos sollte man erst versenden, wenn der Titel auch lieferbar 
ist. Es gibt nichts Schlimmeres als wenn ein Redakteur nähere Infos o-
der ein Rezensionsexemplar anfordert und er die Mitteilung bekommt, 
dass der Titel leider erst in zwei Monaten erscheint. Das war dann 
vergebliche Liebesmüh, die Aktion verpufft.

Am besten ist es, wenn im Text bereits ein Link zu einer Autorenhome-
page genannt wird. Die Seite darf natürlich keine Baustelle sein. Am 
besten, es gibt einen eigenen Pressebereich mit frei verfügbaren Tex-
ten und Bildern, die der Redakteur direkt verwenden darf, ohne vorher 
das Urheberrecht klären zu müssen.

Zunächst kann man ein allgemeines Anschreiben aufsetzen, das an die 
Masse der Kontakte wie die nicht in der Umgebung befindlichen Tages-
zeitungen geschickt werden kann. Klar, dass die E-Mails nicht mit 
"Hallo Redakteur" beginnen sollten. Da der Ansprechpartner in den 
meisten Fällen nicht bekannt sein dürfte (oder die Recherche danach 
würde jedes zeitliche Limit sprengen), ist immer noch die Ansprache 
"Sehr geehrte Damen und Herren" geboten, so abgedroschen sich das an-
hören mag.

Wer meint, er kann sich durch grafische Elemente, spezielle Schriftart 
oder -größe hervorheben und dazu noch eine flippige Sprache wählen, 
kann sich den Aufwand gleich sparen. Ein Klick oder ein einhändiges 
Zusammenknüllen des Briefes, schon ist der Spaß zu Ende.

Die Anschreiben sollten auch nicht zu viel Text beinhalten, der Redak-
teur muss das Anschreiben in maximal 20 Sekunden mit seinen Augen ab-
gescannt haben. Ein Redakteur hat keine Zeit. Niemals. Sparen Sie auch 
mit Eigenlob, berichten Sie sachlich. Kleine Übertreibungen sind aber 
erlaubt wie z. B. "Das neueste Werk des Autors XY". Das ist auch dann 
richtig, wenn es das erste Werk überhaupt ist. Seien Sie etwas krea-
tiv, aber im Rahmen der Konventionen. Eine Gratwanderung, ich weiß. 
Auch hier gilt das Gleiche wie beim Schreiben: Man lernt mit der Zeit 
und der Übung.


          Mit wenig Text viel sagen

Das geht nur mit der Konzentration aufs Wesentliche. Das Geburtsjahr 
interessiert beispielsweise einen Redakteur erst mal nicht (außer der 
Autor ist bereits 145 Jahre alt und lebt noch bei seinen Eltern). Die 
Verweise sind auch entscheidend. Nicht nur der Link zur Homepage: Ge-
ben Sie sämtliche möglichen Kontaktwege bekannt. Adresse, Telefon, 
Fax, Mail, Verlag. Bieten Sie an, benötigte Informationen schnellstens 
zu liefern. Bieten Sie auf Nachfrage die Lieferung eines Freiexemplars 
an. Bieten Sie die Bereitstellung von 2 -3 Exemplaren für eine Verlo-
sungsaktion an. Für die letzten beiden Aktionen können Sie sich ja mit 
Ihrem Verlag absprechen, meist sponsert der solche Dinge und beliefert 
die Redaktionen direkt mit angeforderten Freiexemplaren. Nur Kleinst-
verlage machen da manchmal nicht mit.

Die regionalen Medien in Ihrem Umkreis sollten Sie individuell anspre-
chen. Die bereits erstellte Vorlage sollte dafür modifiziert werden. 
Textbausteine wie "der regionale X-stadter Autor Y veröffentlicht ..." 
oder "Der neue Roman von Y, der in Z-Stadt spielt ..." können leicht 
eingefügt werden.

Auf solche Stichwörter "fahren" Redakteure ab. Die regionale Bericht-
erstattung ist bei den Zeitungen hoch angesiedelt, da sie sich darin 
von den Wettbewerbern unterscheiden können. Politik und Wirtschaft 
kommt oft genug nur von Presseagenturen und sind fast beliebig aus-
tauschbar.

Die Anschreiben an andere Multiplikatoren wie Bibliotheken unterschei-
den sich ebenfalls im Detail. Bieten Sie den Bibliotheken und den ört-
lichen Buchhändlern gleich noch eine Lesung mit an. Bieten Sie kleine-
ren Magazinen einen fertigen redaktionellen Bericht zum Abdruck an. 
Wie oben bereits gesagt: Hier macht sich Nachdenken bezahlt.


          Dauerhaftigkeit

So toll eine Buchbesprechung in einer 250.000er Auflage ist, so 
schnell gerät sie wieder in Vergessenheit. Klar ist, dass positive Be-
richte auf die Autorenhomepage müssen.

Auch sollte die Presseaktion keine Eintagsfliege sein. Schicken Sie 
ruhig öfter mal eine Erfolgsmeldung durch die Presselandschaft, z. B. 
beim Erreichen einer neuen Auflage. Und im örtlichen Bereich gibt es 
noch mehr Gelegenheiten - Stadtfest, Literaturmesse usw.

Hier wie immer die statistischen Zahlen für unser Marketingkonzept:
- Dauer: je nach Medium und Erscheinungsweise ein paar Tage bis zu ei-
nem Monat
- Menge: siehe Auflage
- Qualität: je nach Medium. Bei einer Tageszeitung vielleicht 5 - 20 % 
(je nach Genre), bei einer Fachzeitschrift wie dem oben genannten 
Golfkrimi vielleicht 50 %.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Harald Schneider, Jahrgang 62, arbeitet als Betriebswirt in einem Me-
dienkonzern und beschäftigt sich mit Strategieplanung im Verlagswesen. 
Nebenberuflich entstanden mehrere Kinderbuchprojekte (Kinderratekri-
mis/Detektivgeschichten). Vor kurzem ist im Verlag K&C Buchoase das 
Werk "Die wilden Vier und die geheimnisvolle Botschaft" erschienen. 
Kontakt unter: http://www.Harald-Schneider.gmxhome.de. 


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INTERVIEW:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


                  "Tiefe ist das, was interessant ist"
                      Interview mit Jens Neuling 

Jens Neuling ist Verleger, Herausgeber vom Maskenball, Satirico, Fen-
ris, souverain-art. Veröffentlicht selbst in Zeitschriften, Antholo-
gien und Einzeltitel, zum Beispiel „Mittendrin ist nicht genug", 
VIRPRIV Verlag.


Ursula Schmid-Spreer: Was bedeuten „Worte" für dich?

Jens Neuling: Auf jeden Fall bedeuten sie viel für mich. Sie bewegen 
etwas im Kleinen und Großen. Worte können belanglos sein oder die 
Welt, die Menschen verändern. Ich denke, dass es nicht umsonst heißt: 
„Am Anfang war das Wort." Also die Idee – die Ursache, aus der eine 
Wirkung hervorgeht. Vielleicht eine Art Energie. Gesellschaftlich, al-
so für das Miteinander, sind sie eine wichtige soziale Komponente. 

USS: Hast du das Handwerk „schreiben" richtig gelernt, oder bist du 
Autodidakt? 

JN: Anfänglich Autodidakt, dann habe ich mir mit der Zeit angeschaut, 
wie das sog. „richtige" Schreiben aussieht, und mir einiges davon 
(hoffe ich doch) rausgezogen für mich.


USS: Welche Themen interessieren dich am meisten?

JN: Themen, die mit dem Menschsein zu tun haben, sprich Seele, Geist, 
soziales Miteinander, Sinn des Daseins und das riesige Potential, wel-
ches im Menschen steckt.


USS: Welchen „Brotberuf" hast du erlernt? 

JN: Industriekaufmann.


USS: Seit wann gibt es die Literaturzeitschrift „Maskenball"? Welche 
Auflage hat sie?

JN: Seit Anfang 1998, zur Zeit 800 pro Monat, ca. 1.500 Leser.


USS: Du hast auch einen Verlag gegründet. Siehst du dich mehr als Ver-
leger / Herausgeber oder mehr als Schreiber?

JN: 1998 mit Herausgabe des Maskenballs habe ich auch den Verlag ge-
gründet. Aus zeitlichen Gründen bin ich mehr der Verleger / Herausge-
ber. Was sich aber hoffentlich wieder ändern wird.


USS: Welchen Anspruch hast du an eingereichte Texte? Worauf legst du 
Wert?

JN: Themenunabhängig sollte was rüberkommen, sage ich einfach mal so. 
Du kannst eine interessantes Thema z. B. in einer Kurzgeschichte lang-
weilig schreiben oder auch den Leser schon nach dem ersten Abschnitt 
gefesselt haben. Eine Aussage sollte die Geschichte, das Gedicht oder 
Essay natürlich auch haben. Und der Schluss muss gut sein. Wir bekom-
men leider auch viele Geschichten, wo es hier hängt.


USS: Soll bei den Texten ein bisschen die dunkle Seite herausgestri-
chen werden?

JN: Nein, wobei auch Dunkel eine Definitionsfrage ist und nicht objek-
tiv beantwortbar. Tiefe ist vielleicht das, was interessant ist. 


USS: Wann hast du deine literarische Ader entdeckt?

JN: Schon in meiner Jugend habe ich meine Gedanken per Geschichten 
aufs Papier gebracht. Aber systematisch und mit Bewusstsein geschrie-
ben und gedruckt erst so ab 1997.

USS: Würdest du das noch einmal tun, einen Verlag bzw. eine Literatur-
zeitschrift gründen?

JN: Auf jeden Fall!


USS: Hast du Abonnenten oder Kontakt zum Buchhandel, oder wie bringst 
du den Maskenball an die Frau, an den Mann?

JN: Der Großteil läuft über Abonnenten und Einzelverkäufe. Das Format 
Maskenball ist nicht für einen Grossisten geeignet. Auch ist es eine 
Kostenfrage, hier müsste ich die Anzeigenpreise drastisch erhöhen.


USS: Machst du das hauptberuflich?

JN: Ja.


USS: Wie bist du auf den Namen "Maskenball" gekommen?

JN: Lebensspiel, Lebensshow, versteckte und verdeckte Wahrheitsbrin-
gung, Wünsche, Dränge, Sehnsüchte, Darstellungen der Seele usw. ... 
Man kann viel mit Maskenball assoziieren in menschlicher, gesell-
schaftlicher und politischer Hinsicht. Und unser Sein ist (auch) ein 
Maskenball.   


USS: Bedienst du ein bestimmtes Genre?

JN: Nein, das ist unterschiedlich, ich bin hier vielseitig. Gefallen 
muss es.


USS: Du siehst dich als Plattform für Künstler schreibender und il-
lustrativer Natur. Was bevorzugst du: Geschichten oder Illustrationen? 

JN: Das ist egal, aber wir bekommen mehr Texte als Bilder eingesandt. 
Deswegen überwiegt der Textinhalt.  


USS: Wer arbeitet am Maskenball alles mit?

JN: Ich dehne die Frage einmal auf meinen Verlag aus, weil das eine in 
das andere übergeht. Zurzeit: Martina Faber (meine Lebensgefährtin), 
Peter Oefele, Astrid Krüger, H. W. Heinrich, Stephan Klement, Cornelia 
Eichner, Sandra Gatta und Sabine Schafbauer, alle freiberuflich. Hof-
fentlich habe ich keinen vergessen ... Die oben Genannten arbeiten im 
Bereich PR, bei Anthologien, Interviews, Schreibtipps, Korrekturen, 
Radio.


USS: Wie bist du zu Cornelia Eichner gekommen? 

JN: Habe sie angesprochen, weil ich jemand Erfahrenen im Bereich An-
thologien gesucht habe und sie schon gute Themen ganzheitlich und er-
folgreich bearbeitet hat. 


USS: Bearbeitet sie die nächsten Anthologien „Rapunzel" und „(M)eine 
funktionierende Gesellschaftsform"?

JN: Ja, sie fungiert als Herausgeberin.


USS: Du packst ja auch sensible Themen an: Sterbehilfe, Missbrauch. 
Wie reagieren die Autoren darauf und wie die Leserschaft?

JN: Das ist unterschiedlich. Bei Sterbehilfe gibt es geteilte Meinun-
gen, und so sind auch die Reaktionen und Beiträge der Autoren gewesen. 
Genauso bei den Lesern: Wenn du einen extremen Gegner von Sterbehilfe 
hast, z. B. aus bestimmten Glaubensgründen, musst du dir natürlich 
schon einiges anhören.

Missbrauch ist und war ein schweres Thema, wobei ich das damit nicht 
negativ bewerte. Wir haben über 600 Einsendungen gelesen. Da verändert 
sich deine Weltanschauung, und man ist geschockt und deprimiert. Die 
Reaktionen sind sehr gut. Direkte Reaktionen von Tätern bekommen wir 
(noch) nicht.  Wir hoffen, mit dieser Anthologie etwas bewegen zu kön-
nen! 


USS: Mit der Zeitschrift Satirico hast du dich auf eine andere Schiene 
begeben. Was macht mehr Spaß: Satirisches oder Literarisches?

JN: Das ist eigentlich beides für mich spannend. Manchmal überlappt 
sich das ja auch. Wenn man sich die Welt anschaut, ist vieles ja schon 
eine Realsatire.


USS: Und dann hast du ja noch den Fenris. Wie ist diese Zeitschrift 
aufgebaut, welche Geschichten suchst du dafür?

JN: Zur Zeit ist Fenris „nur" online. Hier suchen wir auch noch einen 
Redakteur mit Engagement, um die Printausgabe mit zu realisieren. Fen-
ris geht in die Gothic-, ein wenig in die Fantasy- und Metallecke. 
Hier in der Richtung kann man Texte oder auch Musik einsenden.


USS: Wie wichtig ist Internetpräsenz für dich?

JN: Wichtig! Es entlastet den postalischen Anteil um einiges. Neben 
der Kostenersparnis hat das Netz einen riesigen Vorteil für die 
schnelle Kommunikation und Datentransfers. Eigentlich nicht mehr weg-
zudenken.


USS: Eine wichtige Frage: Wie stehst du zu Druckkostenzuschussverla-
gen?

JN: Welche Form meinst du? 


USS: Die klassische! Viel Geld für das eigene Buch ausgeben, kein Ver-
trieb, und dann darf man seine eigenen Bücher auch noch kaufen.

JN: Hier muss man ja aufpassen, was man sagt, um nicht gleich auf hohe 
Summen verklagt zu werden. Ich persönlich mag und habe den klassischen 
Verlag. Und ich wünsche auch jedem Autor einen Vertrag mit dieser her-
kömmlichen Form des Verlages. Der Verlag druckt auf seine Kosten, und 
der Autor bekommt Honorar. Doch dass alle einen Verlag finden, wird es 
nie geben, und doch möchten viele IHR Buch in den Händen halten und 
gehen hierfür falsche Wege.

Niemals sollte man Tausende von Euros als „kleiner und einfacher" Au-
tor für ein Buch ausgeben. Es ist eine Milchmädchenrechnung und wird 
es immer bleiben. Aber der Markt hat sich ja in den letzten Jahren ge-
wandelt, und das wird er auch weiterhin tun. Zig Autorendienstleister 
oder Verlage mit Abnahmeverpflichtungen des Autors sind heute präsent. 
Dann haben wir noch BoD. 

Jeder Autor, der ein Buch herausbringen möchte, und davon gibt es sehr  
viele, muss sich genau überlegen, was er will, und sich auch genau-
estens informieren!! Es gibt Autoren, die gehen immer wieder zu DKZ-
Verlagen und sind nicht unzufrieden. Die Form DKZ wird häufiger bei 
Doktorarbeiten o. Ä. verwandt. 

Der Markt verändert sich zu einem Dienstleistungsmarkt. Layout, Lekto-
rat, VLB-Meldungen etc., alles aus einer Hand, gekoppelt mit BoD zum 
Beispiel, oder auch günstige Drucker aus Tschechien, sogar aus den USA 
melden sich marktbereit. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe 
und Abzocker, aber auch das liegt mit an den Autoren, die diesen Un-
ternehmungen Aufträge erteilen. Für dieses Thema müsste man aber die 
gesamte Bandbreite des „Autorenmarktes" mit Agenturen, Seminarveran-
staltern, Lektoraten, Trainern usw. untersuchen und beurteilen.

Deswegen noch mal: Man muss sich informieren, wenn man nicht über ei-
nen „klassischen" Verlag verlegt werden will oder kann. 


USS: Du selbst verlegst ja auf eigene Rechnung, d. h., du trägst das 
Risiko. Nach welchen Kriterien wählst du deine Autoren aus? Wie wird 
man Autor beim Jens-Neuling-Verlag?

JN: Die Autorin, der Autor und das Geschriebene müssen mir erst einmal 
gefallen, und die Chemie sollte stimmen! Dann schauen wir uns an, ob 
und wie das Buch (Thema) und natürlich die Autorin, der Autor „ver-
käuflich" ist, sprich Marktanalyse. Dann sollte sich die Autorin, der 
Autor auch selber gut vermarkten können.


USS: Auf deiner Internet-Seite kann man auch Textanzeigen aufgeben. Da 
habe ich zum Beispiel eine Anzeige von einem Verlag gelesen, der bei 
der Herstellung eines Buches hilft. Ist das eine galante Umschreibung 
von Druckkosten? 

JN: Ein Dienstleister, der sich natürlich auch die Zeit und den Auf-
wand für seine Leistung bezahlen lässt. Wie gesagt, es gibt viele Au-
toren, die ein Buch herausbringen wollen, keinen klassischen Verlag 
finden und sich entscheiden, diese Wege zu gehen, bevor sie gar kein 
Buch herausbringen. 

Es gibt einige Verlage, die nicht bei mir inserieren dürfen, obwohl 
sie wollen und ich dadurch sehr viel Geld verschenke. Ich unterschei-
de, soweit ich es kann, schon zwischen Abzocke und gerechter Leistung 
gegen Geld. 


USS: Arbeitest du mit Sponsoren / Partnern zusammen? Des Themas "Miss-
brauch" haben sich ja einige Institutionen angenommen.

JN: Ich bin auf eine Initiative zugegangen: www.missbraucht.de, diese 
kann kostenlos in unseren Publikationen und im Netz werben und erhält 
0,50 Euro pro verkaufter Missbrauch-Anthologie. Die Initiative macht 
hier gute Arbeit und weiß auch selber genau, wovon sie redet.
Für den Award 2004 und andere Projekte gehen wir Sponsoren an, die zu 
uns passen. Diese werden aber auch gut in Szene gesetzt.


USS: Du bezeichnest dich selber als provozierend, kreativ, größen-
wahnsinnig, visionär, philosophisch – sind das Attribute, die dir ge-
geben wurden, oder siehst du dich selbst so? 

JN: Beides, obwohl das größenwahnsinnig von mir stammt und nicht wört-
lich genommen werden sollte.


USS: Du lebst - neben anderem natürlich (Lebensgefährtin, Tochter und 
Hunde) - mit einer Schlange. Inspiration oder Provokation für dich?

JN: Eher Inspiration, mit einer Königpython kann man nicht wirklich 
provozieren, sie ist eine Würgeschlange, nicht giftig und nur 1,30 m 
lang. Schlangen sind sehr interessante Wesen!


USS: Was reizt dich am schwarzen Humor?

JN: Das Absurde, das Untypische, der Überraschungsmoment, das bis dato 
nicht Vorstellbare, die bildhafte Situationskomik. Ich glaube, (viele) 
Menschen sind so veranlagt. Mal mehr, mal weniger. Wenn jemand hin-
fällt und sein Gesicht dann im Hundehaufen liegt 
 Ich würde wahr-
scheinlich lachen, wenn ich es nicht selber bin.


USS: Du bezeichnest dich als faul und trotzdem als einen Macher. 

JN: Für einige administrative Tätigkeiten bin ich nicht geboren wor-
den. Wenn mir etwas keinen Spaß macht 
 - eine negative Angewohnheit 
oder Struktur. Trotzdem bin ich ein Macher, der gerne etwas gestaltet 
und aufbaut.


USS: Welchen Tipp möchtest du unseren Lesern, den Autoren oder sol-
chen, die es werden wollen, geben?

JN: Einheitliche Tipps und Erfolgsgarantien gibt es eigentlich nicht. 
Es gibt für jeden Typ Mensch speziell etwas. Der Schreiber sollte mit 
sich und dem, was er schreibt, stimmig sein, seinen Stil wahren, nicht 
kopieren und eine Menge Spaß und Befriedigung am Schreiben haben. Wenn 
er veröffentlichen möchte: Seine Werke viel herumreichen, vor allem 
auch an Nichtschreiber, den diese sollen ja Konsumenten werden.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin). 
Als Ausgleich für den nicht immer ganz leichten Job schreibt sie gerne 
- Briefe, Tagebuch und kleine Storys für ihre Tochter. Im Geestverlag 
sind in einer Anthologie zwei Geschichten zum Thema Hoffnung von ihr 
erschienen. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-
Verlag veröffentlicht.


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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)

Verehrter Lektor Honeyball,

wenn Lektoren besser wissen als Autoren, wie ein gutes Buch geschrie-
ben sein soll, weshalb bleiben sie dann noch Lektoren und werden nicht 
allesamt Bestseller-Autoren?

Mit freundlichem Gruß
Tatjana Stern

++++++++++

Verehrte Frau Stern,

Sie sprechen das so genannte "Börsenmakler-Paradoxon" an: Warum sind 
Anlageberater, die anderen empfehlen, worin sie ihr Geld investieren 
sollen, selbst nicht längst Millionäre? Das liegt weniger daran, dass 
Anlageberater alles Idioten wären, als vielmehr, dass ihre Kunden Idi-
oten sind. Im Fall der Schriftsteller und Lektoren sind die Idioten 
die ... Leser. Aber ich schweife ab.

Sie möchten wissen, warum wir Lektoren keine Bestseller schreiben, ob-
wohl wir doch so tun, als ob wir genau wüssten, wie einer aussieht. 
Wie Sie sich denken werden, wissen die meisten Lektoren es nicht. Und 
wenn sie es wüssten, könnten sie es nicht umsetzen, weil sie eben kei-
ne Schriftsteller sind (vergleiche Fußballspieler und Fußballtrainer). 
Sie tun wissend, um vor den Autoren gut dazustehen und ihre Macht zu 
demonstrieren; vor allem jedoch wollen sie ihre Chefs, die Verleger, 
überzeugen – scheinbar von ihrem Produkt, tatsächlich von sich selbst. 
Eine klassische Konstellation in Management und Politik: Um etwas 
durchzusetzen, muss man so tun, als ob man vom Erfolg der Ware 100%ig 
überzeugt wäre. Jeder Schäfer wird nicht an seiner eigenen Wolle ge-
messen, sondern an der Wolle seiner Schafe.

Dann gibt es die Lektoren, die wissen, wie man einen Bestseller 
schreibt, und diesen auch schreiben können, es aber dennoch nicht tun. 
Ich bin einer von ihnen. Sie als Autorin, die Sie als Höchstes in Ih-
rem kleinen Leben das Ziel "Bestseller" vor Augen haben, können meine 
Motive natürlich nicht verstehen. Da ich mich aber selbst gerne reden 
höre und schreiben sehe, werde ich sie dennoch zu erklären suchen.

Geld ist nicht das Wichtigste in meinem Leben. Ein gutes Essen oder 
die Zerstörung eines Autorentraums verschaffen mir größere Befriedi-
gung. Zudem will ich mich nicht gemein machen mit dem Schriftsteller-
pack, indem ich mich zu ihnen hinablasse und ihre Arbeit tue. Ich las-
se den Autoren einen Rest Selbstvertrauen, gebe ihnen die Gewissheit, 
niemand schriebe besser als sie. Allein diese vermeintliche Gewissheit 
hält sie am Leben und frisch für meine Tafel und sorgt für nie versie-
genden Nachschub. Der Schäfer, der vor den Schafen besser blökt als 
sie, wird bald nur noch betretene Stille um sich haben und Tiere, die 
ihr Fell verlieren und, ohne Laut zu geben, in Depressionen versinken. 
Ich blöke, wenn die Schafe schlafen, oder schweige selbstzufrieden, 
wissend, dass keins von ihnen mir und meiner Stimme nahe kommt.

Tatsächlich ist das von Ihnen angesprochene Problem weit trivialer: 
Wenn alle Lektoren Romane schreiben würden, könnte dennoch nicht jeder 
von ihnen einen Bestseller produzieren, da die sich gegenseitig die 
Leser und die vorderen Plätze in den Bestsellerlisten wegnähmen. Wir 
Lektoren wissen das, Sie als Autorin jedoch nicht, wie Ihre Frage 
zeigt. Und weil wir offenbar klüger sind als Sie, sind wir es, die Ih-
nen sagen, was Sie wie zu schreiben haben.

Herzlichst
Ihr Honeyball

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stephan Waldscheidt, Jahrgang 67. Freier Autor und Texter. Mehr von 
ihm und von seinem Alter Ego Honeyball auf http://www.waldscheidt.de.


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GLOSSE:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)


         "Wer ist hier der Boss? - Ein Monolog über Hierarchie"
                          von Tatjana Stern


Es ist ja nicht so, als würde ich mich hier als der Oberboss aufspie-
len oder meine Macht demonstrieren wollen. Es ist ja nicht so, als wä-
re ich nicht offen für Neues und kompromissbereit. Ich bin ein aufge-
schlossener Autor. Ich bin nicht unbedingt so verstockt, dass ich an-
deren nicht ihren freien Willen ließe oder jedem meine Meinung auf-
zwingen wollte. Aber ich finde es einfach nicht gut, nein, ich finde 
es einfach irgendwie unpassend, wenn meine Romanfiguren tun, was sie 
wollen.

Immerhin habe ich eine Story. Eine Geschichte. Was wäre denn, wenn Ro-
binson Crusoe mitten im Buch einfach gesagt hätte: "Weißt du was, Da-
niel? Mir langt’s! Ich finde jetzt in einer Grotte ein altes Piraten-
schiff und verschwinde von hier!"

Oder was hätte Tolkien gesagt, wenn sein Frodo plötzlich verkündet 
hätte: "So ein Unfug! Ich renn doch nicht in mein Verderben! Soll die-
sen beschissenen Ring doch sonst wer nach Mordor bringen – ich jeden-
falls nicht!" Und wäre dann heimgegangen.

Stellen wir uns nur vor, wie es geworden wäre, hätte Kapitän Ahab 
schlicht und ergreifend aufgegeben, als er Moby Dick nicht fangen 
konnte: "Ach, was soll’s? Dann lasse ich ihn eben in Ruhe."

Ich meine, Protagonisten können eben nicht einfach tun, wozu sie gera-
de Lust haben! Sie sind schließlich auf einer Mission! Sie haben einen 
Auftrag! Es gäbe doch vollkommene Anarchie in den Romanen, wenn jede 
Figur nur nach ihren eigenen Wünschen handeln würde. Dabei bin ich 
durchaus bereit, ihnen Freiraum zu geben. Ihnen eine Art kreative Ni-
sche zu geben, in der sie sich ausleben können. Aber der Vampir soll 
gefälligst beißen, wenn ich ihm sage, dass er beißen soll! Da gibt es 
nix von wegen: "Ich mag aber nicht ...", "Das schmeckt so metal-
lisch.", "Ich hab gar keinen Durst!". Nein! Hier wird gesaugt, wann 
ich es befehle!

Und wer hier wen umbringt bestimme auch immer noch ich! Mittendrin er-
sticht doch glatt mein Antagonist meinen Protagonisten. Was soll ich 
denn jetzt den Rest des Buches machen? Die Beerdigung in allen Einzel-
heiten beschreiben? Zehn Kapitel lang nur Rückblicke? So geht es wirk-
lich nicht.

Außerdem könnte man auch irgendwie Angst bekommen. Irgendwann geben 
die sich vielleicht nicht mehr mit dem Roman zufrieden und wollen mir 
sagen, was ich beim Schreiben anziehen soll. Oder verbieten mir, beim 
Tippen Kaugummi zu kauen. Und dann kommen sie vielleicht aus dem Buch 
geklettert und räumen meinen Schreibtisch um! Gehen raus in die reale 
Welt, kaufen sich moderne Klamotten und suchen sich einen Job! Und was 
mache ich dann? Ohne Romanfiguren? Dann bleibt mir nur noch, über mich 
selbst zu schreiben. Na, das kann ja langweilig werden ...

Und am Ende stiften sie vielleicht auch noch alle anderen Romanfiguren 
an, und wir Autoren können nur mehr über Sachthemen schreiben. Die 
Belletristik stirbt aus, und wer sich gruseln will, liest dann in Er-
mangelung eines Horrorwälzers das Buch "Anatomie der Spinne". Fantasy-
Fans lesen verzweifelt "Paarungsrituale der Narwale" oder "Wie lerne 
ich Schwertkampf?". Und das alles, während es sich Frodo, Robinson, 
Kapitän Ahab und mein Protag nach einem Arbeitstag bei Siemens, Hertie 
oder McDonald’s im Café um die Ecke gut gehen lassen.

Und deshalb ist es jetzt aus mit dem Eigenwillen! Ihr tut, was ich sa-
ge! Und wenn einer was zu mosern hat, gibt’s Ärger! Mein Schreibtisch 
gefällt mir, wie er ist. Und außerdem steht ihnen keine Skaterhose, 
Käpt’n Ahab!

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Tatjana Stern ist Autorin aus Leidenschaft und schreibt unter Pseudo-
nymen in verschiedenen Genres. Sie nimmt sich selbst als Schrift-
stellerin nicht immer so ernst und verfasst deshalb gerne satirische 
Essays über das bewegte und bewegende Autorendasein. Kontakt unter: 
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:     
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - 
keine Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Lit-
eraturagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind 
daher zwecklos.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst 
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  Drehbuch: Oliver Pautsch
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  Fandom: Thomas Kohlschmidt
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  Fantasy: Stefanie Bense
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  Heftroman: Arndt Ellmer
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  Historischer Roman: Titus Müller
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  Kinderbuch: Gabi Neumayer
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  Kriminalistik: Nikola Hahn
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  Lesungen: Rüdiger Heins
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  Literaturagenturen: Petra Hermanns
                               mailto:agentin at experte pt autorenforum de
  Lyrik: Martina Weber
                                 mailto:lyrik at experte pt autorenforum de
  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
                              mailto:sachbuch at experte pt autorenforum de
  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
                             mailto:med.psych at experte pt autorenforum de
  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
                           mailto:fortbildung at experte pt autorenforum de
  Schreibgruppen: Ute Hacker
                        mailto:schreibgruppen at experte pt autorenforum de
  Schreibhandwerk: Ute Hacker
                       mailto:schreibhandwerk at experte pt autorenforum de
  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                              mailto:sf-autor at experte pt autorenforum de
  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
                               mailto:techlit at experte pt autorenforum de
  Übersetzung: Barbara Slawig 
                         mailto:uebersetzerin at experte pt autorenforum de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                          mailto:verlagswesen at experte pt autorenforum de


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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           Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at experte pt autorenforum de)


Frage:
Der Umstand, dass ich unter Pseudonym veröffentliche, bedeutet gleich-
zeitig eine Beschneidung der Möglichkeiten innerhalb der Marketing-
Strategien. Da ich als Person in der Öffentlichkeit nicht in Erschei-
nung treten möchte, an einem Verkauf meines Buches aber natürlich den-
noch interessiert bin, fehlen mir noch Ideen für das Marketing. Habt 
ihr eine tolle Idee, wie ich das "Problem Pseudonym" in die "Chance 
Pseudonym" verwandeln kann?


Antwort:
Eigentlich macht die Verwendung eines Pseudonyms keinen großen Unter-
schied. Wenn man unerkannt bleiben will, darf man bloß in der räumli-
chen Umgebung zum Heimatort (oder wo man sonst erkannt werden könnte) 
und im Fernsehen nicht auftreten. Ansonsten kann man überall auch mit 
dem Pseudonym auftreten. Besonders leicht geht das im Radio.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Bjørn Jagnow, Jahrgang 72, ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Ver-
lagskaufmann, Buchhändler und freier Lektor. 
http://www.bjoernjagnow.de/. Seit Jahresbeginn 2003 ist er leitender 
Redakteur der Federwelt, Zeitschrift für Autorinnen und Autoren: 
http://www.federwelt.de/.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SCHREIBHANDWERK:
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         Ute Hacker (mailto:schreibhandwerk at experte pt autorenforum de)

Frage:
Nachdem ich jetzt seit April 2003 eine Idee ausbrüte, seit Oktober in-
tensiv recherchiert habe und jetzt endlich mit dem Schreiben begonnen 
habe, stellt sich mir eine neue Frage:

Mein Roman spielt zur Zeit des 2. Weltkrieges. Zu Beginn lernt man ei-
nen der Protagonisten in der Gegenwart kennen, der die Geschehnisse 
des Romans als Kind erlebt und sich schließlich erinnert. Da die  bei-
den anderen Protagonisten im Laufe des Krieges den Tod finden, können 
sich diese schlecht erinnern und aus alten Tagen erzählen. Wenn ich 
jedoch nur aus der Person des überlebenden Protagonisten schreibe, ha-
be ich Probleme, alle wichtigen Informationen einzuarbeiten. Ist es 
möglich, alles, also das heutige Leben des Protagonisten und die Erin-
nerung, aus der Sicht eines allwissenden Erzählers zu schreiben? Ist 
diese Art zu schreiben ein Stilbruch oder üblich, also auch von Lekto-
ren anerkannt?

In keinem der Bücher, die ich bisher gelesen habe, konnte ich eine 
solche Erzählperspektive finden. In dem Buch zum Film "Der Soldat Ja-
mes Ryan" sollte diese Form ja auch vorkommen (wenn Buch und Film i-
dentisch sind).


Antwort:
Das, was Sie meinen, ist die so genannte auktoriale Perspektive, d. 
h., der Autor schaut sozusagen in die Köpfe seiner Protagonisten und 
erzählt dem Leser, was er dort vorfindet. Diese Perspektive ist heute 
nicht mehr sehr weit verbreitet. Ich lese aber zum Beispiel gerade 
"Die Entdeckung des Himmels" von Harry Mulisch, in dem genau diese 
Form vorkommt. Mulisch hat zu einem Trick gegriffen: Er lässt jemanden 
den ganzen Roman erzählen. Das heißt, es gibt eine Rahmenhandlung, die 
im Himmel spielt, und ein Himmelswesen erzählt dem anderen die Ge-
schichte.

Die auktoriale Erzählweise ist heute deshalb vielfach verpönt, weil es 
einen permanenten Perspektivenwechsel gibt, denn der Erzähler springt 
sozusagen von Gehirn zu Gehirn. Heute steht die Erzählweise aus EINER 
Sicht (im Extrem aus der Sicht des Erzählers in der ersten Person) 
deutlich im Vordergrund. Ausnahmen sind z. B. Krimis, wo es in der Re-
gel mehrere Perspektiven gibt; sie wechseln jedoch normalerweise kapi-
telweise, so dass der Leser nicht ständig zwischen den Protagonisten 
hin- und herspringen muss, sondern zumindest einen formellen Bruch als 
Unterstützung erhält.

Für Ihren Roman haben Sie mehrere Möglichkeiten:

- Sie lassen Ihren Überlebenden erzählen (dritte Person oder Ich-
Perspektive). Das hat den Vorteil, dass er alles aus der Erinnerung 
heraus erwähnen kann; es hat aber zwei entscheidende Nachteile: Die 
Ich-Perspektive ist die schwerste, und man kann viel falsch machen da-
mit. Zum zweiten muss der Protagonist natürlich alles irgendwo selbst 
erlebt haben, damit er es erzählen kann.

- Sie fügen Briefe der Verstorbenen ein, in denen sie selbst aus der 
aktuellen Sicht erzählen. Das ist etwas knifflig, weil man ja die 
richtigen Stellen finden muss, kann aber ein ausgezeichnetes Stilmit-
tel sein, wenn Sie es regelmäßig machen.

- Sie wechseln die Erzählebenen. Das heißt, Sie lassen erst den Über-
lebenden erzählen, wechseln dann in die Zeit des 2. Weltkriegs und 
lassen die anderen beiden oder alle drei Personen die Zeit aktuell er-
leben. Hier können Sie die oberen Vorschläge auch kombinieren, also z. 
B.: Der Überlebende erzählt in der Ich-Form, der 2. Weltkrieg wird in 
3. Person erlebt, immer mal wieder aus einer anderen Sicht.

Sie sehen, es gibt eigentlich ziemlich viele Möglichkeiten, dieses 
Problem zu lösen. Sie sollten sich VOR dem Schreiben überlegen, was 
Sie machen möchten, und es dann auch kurz skizzieren, damit Sie sich 
nicht verfransen. Leider passiert es schon mal, dass man beim Schrei-
ben merkt, es funktioniert so nicht. Deshalb sollten Sie vielleicht 
jeweils mindestens ein Kapitel zur Probe schreiben, um zu sehen, ob 
Ihnen das liegt oder nicht.

Lektoren sind immer offen für das Ungewöhnliche. Das heißt, sie lassen 
sich gerne überzeugen, wenn Sprache und Stil (und der Inhalt) stimmen. 
Und wenn Sie Stilmittel pointiert einsetzen, um die Handlung des Ro-
mans voranzutreiben, ist ein Lektor der Letzte, der Ihnen Steine in 
den Weg legen würde. Es darf halt nicht mal so, mal so sein, sondern 
es muss eine klare Linie erkennbar sein.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt vorwiegend Kurzgeschichten für Kinder und Erwach-
sene. 2002 erschien ihr erster Kriminalroman  „Schwabinger Schatten" 
beim Vertigo Verlag (als Billie Rubin). Sie ist Mitglied der Autorin-
nengruppe München (1997 von ihr gegründet) und der International Onli-
ne Writing Group. Derzeit arbeitet sie an ihrem zweiten Kriminalroman. 
Mehr Informationen auf http://www.utehacker.de.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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             Oliver Pautsch (mailto:drehbuch at experte pt autorenforum de)

Frage:
Was erwarten Producer, wenn sie ein 10-Seiten-Exposé anfordern? Länger 
ausformuliertes Expose inklusive aller Nebenstränge oder normales Ex-
pose von in etwa 3 - 5 Seiten PLUS Langversionen der Charakterisierun-
gen, Setting und Ähnliches mehr?


Antwort:
Ich gehe davon aus, dass die Nennung der Seitenzahl eine Art Höchst-
grenze darstellen soll. Innerhalb dieses Umfangs steht es Ihnen frei, 
das Projekt bestmöglich zu präsentieren. Exposé, Charakterisierung und 
Setting sollten sich auf diesen zehn Seiten unterbringen lassen.

Ganz genau wissen das allerdings nur die anfordernden Producer. Also 
im Zweifelsfall direkt dort nachfragen, was genau gewünscht wird. 
Durch ein persönliches Gespräch klären sich diese Fragen am besten.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer, 
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber di-
rekt für die Brange schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurzfilme, 
Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film. 
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR LITERATURAGENTUREN:
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             Petra Hermanns (mailto:agentin at experte pt autorenforum de)

Frage:
Schon lange weiß ich, dass man über Einsendungen an Verlage wohl weit-
gehend das Porto verschwendet. Ich habe auch schon einige Stunden da-
mit zugebracht, im Netz nach Agenturen zu suchen.  Nur: Wie finde ich 
die, die zu mir passt? Gibt es verlässliche Auswahlkriterien?


Antwort:
Ich konzentriere mich jetzt einfach einmal auf einen Teil Ihrer Frage: 
Wie findet man die richtige Agentur?

Am einfachsten ist es, sich zunächst umzuschauen, ob Agenturen eine 
Homepage haben. Dort können Sie meist schnell das Profil erkennen und 
erfahren konkret, was diese Agentur sich für Kunden / Werke zu Vertre-
tung wünscht. Dann gibt es ja - das haben Sie ja schon gemacht - viele 
Adressen im Netz. Da ist es am einfachsten, telefonisch vorzufühlen, 
ob die Agenturen noch Kapazitäten haben und auf was sie so speziali-
siert sind. In der Regel werden Sie rasch und detailliert Auskunft am 
Telefon erhalten und sehen, dass dann gar nicht mehr so viele Agentu-
ren für Ihre Bewerbung in Frage kommen!

Wenn sich zwei (oder mehrere) Agenturen interessieren (bei der Bewer-
bung immer gleich sagen, dass man nicht exklusiv anbietet), dann ent-
scheiden Bedingungen und Sympathien. Im Zweifel ein Kennenlernen orga-
nisieren!

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Petra Hermanns begann 1996 als freie Mitarbeiterin bei der Literari-
schen Agentur Brigitte Axster mit dem Handel mit Rechten und Lizenzen. 
Seit 1998 betreibt sie die Literaturagentur Scripts for sale in Frank-
furt und hat sich auf deutschsprachige Projekte spezialisiert.


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HALL OF FAME:
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                              (mailto:redaktion at team pt autorenforum de)

Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man, 
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere 
schaffen es ja auch!

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest. 
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen 
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal 
vorstellen können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende 
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie 
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte 
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail-
to:redaktion at team pt autorenforum de. Wir können ausschließlich Meldungen 
berücksichtigen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!

++++++++++

Hilke Rosenboom: "Der Sommer der dunklen Schatten", Carlsen 2004, Kin-
derbuch ab 11 Jahren. Gruseliges Abenteuer im Schloss der Fledermäuse

Herbert Hindringer: "biete bluterguss & suche das weite", yedermann 
2003, Lyrik, Katalog der Liebesmöbel

Alexander Peer: "Ostseeatem", Edition Innsalz 2004, Prosa. Vorwiegend 
Erzählungen (Genrezuordnung nicht möglich), Ostseeraum

Petra Steckelmann: „Julie und die Pferde vom Moorhof", albarello Ver-
lag 2004, Kinderbuch ab 8 Jahren. Eine Geschichte über die Erfüllung 
eines Traums über Umwege


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen 
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit 
getrennter Mail kommt!
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht. 
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber-
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor. 

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: 
mailto:beitrag at team pt autorenforum de.

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet 
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse 
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.

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                        I M P R E S S U M
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Herausgeber: 
   Ramona Roth-Berghofer mailto:public.relations at team pt autorenforum de 
   Gabi Neumayer                mailto:redaktion at team pt autorenforum de
   Stefan Schulz                     mailto:webmaster at autorenforum de
   Thomas Roth-Berghofer 
                    mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum de
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