Ausgabe 16-11 (20. November 2014)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Neues aus der Buchszene
Schreibkurs
   "Die emotionale Reise der Hauptfigur - Teil 1"
   von Ron Kellerman
Spannung, der Unterleib der Literatur
   "Die Fabrik"
   Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Interview mit Claudia Schmid vom Kriminetz
Frag die ExpertInnen für Marketing und Verlagswesen
   (Maike Frie und Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Sachbuch
   (Gabi Neumayer)

EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

ein besonders wirkungsvolles dramaturgisches Instrument für den
manchmal zähen Mittelteil einer Geschichte stellt Ron Kellermann in
dieser und der nächsten Ausgabe des Tempest im “Schreibkurs” vor: die
emotionale Reise der Hauptfigur. Außerdem analysiert Hans Peter
Roentgen gewohnt treffsicher einen diesmal sehr gelungenen
spannungsreichen Text, Ursula Schmid-Spreer hat Claudia Schmid vom
“Kriminetz” interviewt, und gleich zwei unserer ExpertInnen setzen
sich mit einer Leserfrage auseinander: Maike Frie und Björn Jagnow.

Darüber hinaus gibt es die zweite Ausgabe von “Neues aus der
Buchszene” - diesmal geht es unter anderem um die E-Book-Flatrate -
und natürlich viele neue Ausschreibungen und Tipps.

Der Tipp des Monats November, diesmal von
https://www.facebook.com/Literaturkaninchen:

Der Schluss einer Geschichte muss die zentrale Frage
beantworten. Nicht durch Erklärungen oder Belehrungen,
sondern durch die Taten der Hauptfigur. Die tiefere Bedeutung
(das Thema) erschließt sich dann ganz von selbst.

Wenn ihr den Tempest mit Gewinn lest und das auch gern in Zukunft tun
wollt, dann überweist doch gleich euren freiwilligen Beitrag für 2015.
Wir sind für den Erhalt des Tempest darauf angewiesen. Über unsere
Website geht das ganz einfach per Paypal, aber natürlich könnt ihr
auch den Weg über die klassische Überweisung wählen. Die Kontodaten
findet ihr hier gleich im Anschluss ans Editorial.

Einen guten Schreibherbst wünschen wir euch!

Gabi Neumayer
Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
Konto:

Jürgen Schloßmacher
Kreissparkasse Köln
BIC: COKSDE33XXX
IBAN: DE23370502991142176163
Stichwort: "Beitrag 2014"

Wichtig: Das Konto läuft NICHT mehr auf den Namen “autorenforum”,
sondern nur auf “Jürgen Schloßmacher”!

Neu: Ihr könnt jetzt auch über unsere Website
http://www.autorenforum.de direkt per Paypal überweisen!

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

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ISSN 1439-4669 Copyright 2014 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Neues aus der Buchszene
Schreibkurs
“Die emotionale Reise der Hauptfigur - Teil 1”
von Ron Kellerman
Spannung, der Unterleib der Literatur
“Die Fabrik”
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Interview mit Claudia Schmid vom Kriminetz
Frag die ExpertInnen für Marketing und Verlagswesen
(Maike Frie und Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Sachbuch
(Gabi Neumayer)
Impressum


TEIL 2:

Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum


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HALL OF FAME:
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(mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Die “Hall of Fame” zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: “Titel”, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: “Der Fall der falschen Meldung”, Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff “Hall of Fame” an
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!
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Barbara Schinko: “Kirschkernküsse”, Carlsen Impress 2014, romantischer
Roadtrip-Roman. Hol dir den Sommer zurück!

Boris Koch: “Das Kaninchenrennen”, Heyne fliegt 2014, Kinderbuch.
Leseprobe und Spiel zum Download: www.lesehappen.de

Iris Welker-Sturm: "das unerhörte zwischen. gedichte & mokka kaos",
Verlag auf der Warft im Geheimsprachenverlag 2014, Gedichte.
www.wortstellerin.de Landschreiber-Preis 2014 1. Platz

Jona Mondlicht: “Unverglüht”, elysion books 2014, Erotik -SM.
Webseite: http://www.jonamondlicht.de

Margot S. Baumann: “Lavendelstürme”, Amazon Publishing 2014, Roman.
Ein Abenteuer in der Provence. www.margotsbaumann.com

Karl Plepelits: "Das Fest der Liebe. Drei Erzählungen", Edition
Bärenklau 2014, E-Book. Weihnachtlich, phantastisch.
http://karlplepelits.jimdo.com/

Birgit Hämmerle: “Farid der Träumer”, SCM-Hänssler-Verlag 2014.
Abenteuerroman. Ex-Moslembruder haut ab.


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SCHREIB-KICK:
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Unser Schreib-Kick für den November, diesmal von Marita Bagdahn:


Drabble
.....
Wikipedia schreibt zum Drabble: “Ein Drabble ist eine pointierte
Geschichte, die aus exakt 100 Wörtern besteht. Dabei wird die
Überschrift nicht mitgezählt.”

Also los! Wer schreiben kann, kann auch bis - exakt - einhundert
zählen. Wer zum Zählen keine Lust hat, nimmt halt das Schreibprogramm
zu Hilfe.

Thema: Wie wäre es mit einer Frühstücksszene? (“Szene” darf in beiden
Bedeutungen ausgelegt werden.) Oder ganz außergewöhnlich: Statt des
Partners sitzt am Tisch ein hungriger Gorilla.


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NEUES AUS DER BUCHSZENE:
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(mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Wir leben in turbulenten Zeiten, und die deutschsprachige Buchbranche
ist in Bewegung wie nie zuvor. Ob es nun um den Konditionenstreit mit
Amazon geht, die zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die
neuen Chancen und Möglichkeiten, die sich inzwischen Verlagsautoren
und professionellen Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die
nächste. Damit ihr den Überblick behaltet und nichts Wichtiges
verpasst, fassen wir von nun an alle interessanten Links, die uns
jeden Monat ins Auge fallen, hier zusammen - natürlich ohne Anspruch
auf Vollständigkeit.
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++++++++++
Interviews
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http://www.tz.de/tv/autorin-nele-neuhaus-interview-mordsfreunde-abend-
zdf-tv-4169178.html
Vor neun Jahren hat Nele Neuhaus ihren ersten Taunus-Kriminalroman in
Eigenregie veröffentlicht. Heute ist sie mit rund fünf Millionen
verkauften Büchern Deutschlands erfolgreichste
Kriminalschriftstellerin. Anlässlich des dritten ZDF-Taunuskrimis
sprach die tz mit ihr über ihre Träume und Enttäuschungen.

http://www.ksta.de/kultur/-interview-mit-kerstin-
gier,15189520,28701926.html
Die Erfolgs-Autorin Kerstin Gier aus Bergisch Gladbach spricht über
die Gesetze des Literaturbetriebs.


++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Neue Geschäftsmodelle: Die E-Book-Flatrate
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

http://www.boersenblatt.net/820546/
Warum Verlage nicht an alten Geschäftsmodellen festhalten sollen und
weshalb das Flatrate-Modell Vorteile hat, erläutert Ralf Biesemeier im
Börsenblatt.


http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
014/10/28/die-groesste-gefahr-ist-dass-die-leute-aufhoeren-zu-
lesen.htm?no_cache=1
Andrew Weinstein darüber, warum kein Weg an Flatrate-Modellen
vorbeiführt und dass die größte Gefahr darin liegt, dass die Leute
aufhören zu lesen.


++++++++++++++++++
Literaturagenturen
++++++++++++++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
014/11/06/agenten-erweitern-ihr-spektrum.htm
Die Literaturagentin Petra Hermanns über die sich veränderten
Rahmenbedingen für Agenturen und Verlage durch die neu hinzugekommenen
Möglichkeiten des Selfpublishings.


+++++++++++++++++++++++++++
Das Leben und das Schreiben
+++++++++++++++++++++++++++

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article133439762/Das-
Millionen-Dollar-Versprechen.html
Der erste Roman der 25-jährigen Emma Cline war mit einer
Millionensumme der ganz große Deal auf der Frankfurter Buchmesse. Über
Erfolg und Erfolgsdruck junger Autoren.

http://ken-follett.com/errata/
Ken Follett über die Fehler, die sich trotz aller Gewissenhaftigkeit
in seine Bestseller eingeschlichen haben.

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article133656801/Wie-
schafft-es-Follett-den-Buchmarkt-zu-rocken.html
Weshalb Ken Follett von Planung mehr hält als von Inspiration.

http://www.wdr3.de /literatur/langemueller111.html
Was treibt Schriftsteller zum Schreiben? Im Mosaik sprechen sechs
Schriftstellerinnen und Schriftsteller über den Stoff, aus dem ihre
Literatur entsteht.

http://www.deutschlandradiokultur.de/tv-serien-autorenkollektive-made-
in-usa.976.de.html?dram:article_id)1951
Autorenkollektive made in USA
Einige von euch haben womöglich schon
davon gehört: Writers' Rooms und die Erfolgsgeschichte der US-
Fernsehserien.

http://www.boersenblatt.net/833081/
Henning Kreke, Vorstandschef von Douglas, hat sich in der
"Westfalenpost" zur Zukunft der Holding geäußert. Sowohl ein baldiger
Börsengang von Douglas als auch ein Verkauf der Buchhandelskette
Thalia könnte auf dem Plan stehen.

http://www.buchreport.de/blog.htm?p929
Mario Sixtus über das Phantom E-Book, den ermäßigten
Mehrwertsteuersatz und die Buchpreisbindung.


++++++++++++++
Selfpublishing
++++++++++++++

http://www.tagesspiegel.de/medien/e-books-die-selfpublishing-branche-
boomt-einige-verdienen-praechtig-die-mehrheit-wenige-euro-im-monat-
/10188470.html
Die Selfpublishing-Branche wächst und gedeiht. Es verdienen jedoch nur
die wenigstens gut.

http://janefriedman.com/2014/10/06/german-market-indie-authors/
Nicht nur für ausländische Verlage ist der deutsche Buchmarkt
interessant. Auch Indies aus dem englischen Sprachraum rüsten sich für
den deutschen Markt: The German Market: A Guide for Indie Authors.

http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum/2014/10/
30/selfpublishing-nur-fuer-inkompetente-
neurotiker.htm?no_cache=1&cHashŽ86d8eb33aaaaa581c6bf5dce85b40c
Wie US-Agent Andrew Wylie - “der Schakal” - auf der 35. Ausgabe des
International Festivals of Authors die Branche provozierte.


++++++
Amazon
++++++

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2014-10/amazon-einigung-
deutschland-verlage
Nach heftigen Autorenprotesten scheint der monatelange Streit zwischen
den Bonnier-Verlagen und Amazon beigelegt: Gemeinsam entwickelt man
nun die E-Book-Handelskonditionen für Deutschland.

http://app.handelsblatt.com/unternehmen/handel-
dienstleister/quartalszahlen-amazon-verfehlt-
geschaeftserwartungen/10883998.html
Auch im dritten Quartal 2014 enttäuscht Amazon die Erwartungen der
Analysten. Trotz 20 % Umsatzwachstum bleibt die Gewinnausschüttung
aufgrund der weiteren Expansionspläne nach wie vor gering.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fruehaufsteher/amazon-geht-
unter-die-stationaeren-einzelhaendler-
13200074.html?google_editors_picks=true
Um die Laufkundschaft in den USA zu erreichen, geht der Online-Riese
nun unter die stationären Einzelhändler.

http://www.boersenblatt.net/832102/#comments
Bisher hat das Nachrichtenmagazin “Spiegel” seine Bestsellerlisten
ausschließlich mit Amazon verlinkt. Doch nun reagierte es auf die
Kritik des Buchhandels: Künftig werden bis zu acht Online-Anbieter mit
der Spiegel-Bestsellerliste verlinkt sein.


+++++++++++++++++
Film und Drehbuch
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http://www.sueddeutsche.de/kultur/filme-als-forschungsobjekt-kino-im-
kopf-1.2196 848
Wie Schnitt- und Plottechnik die Aufmerksamkeit des Zuschauers
steuern.


++++++++
Kurioses
++++++++

Rich Haywood, britischer Selfpublishing-Autor der Horror-Zombie-E-
Book-Serie “The Undead” (30.000 verkaufte Downloads) wollte es nicht
länger hinnehmen, dass die Verlagswelt sein Werk ignorierte. Nach
etlichen Absagen und fruchtlosen Werbeanzeigen entschied er sich für
eine mobile LKW-Plakatwerbung, engagierte drei Schauspieler und bewarb
seine Horrorserie direkt im Büroviertel nahmhafter Literaturagenten.
Drei Agenten zeigten sich interessiert, und so unterzeichnete Haywood
bei “Hardman & Swainson”. Haywood selbst über den Erfolg seiner
Aktion: “It wasn’t just to get me noticed - it was me saying, the
product is here and I am willing to get down to grass roots to promote
it.”


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SCHREIBKURS:
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“Die emotionale Reise der Hauptfigur - Teil 1”
von Ron Kellermann

Die emotionale Reise ist ein wunderbares dramaturgisches Werkzeug, um
den langen und schwer zu entwickelnden Mittelteil einer Geschichte -
die Konfliktaustragung im 2. Akt - aufzubauen. Sie unterscheidet sich
von der kontinuierlichen Konfliktsteigerung, in der die Hauptfigur im
2. Akt mit immer größer werdenden Hindernissen konfrontiert wird,
indem sie den 2. Akt in zwei Teile unterteilt: Hoffnung und
Katastrophe. Der 2. Akt wird dabei so aufgebaut, dass die Hauptfigur
sich in einem Teil in der Hoffnung, im anderen Teil in der Katastrophe
befindet. Der Wechsel zwischen diesen Phasen findet im zentralen Punkt
statt, dem “mid point”, der so heißt, weil er ungefähr in der Mitte
der Geschichte liegt. Ist die Hauptfigur also in der ersten Hälfte in
der Hoffnung, gerät sie nach dem zentralen Punkt in der zweiten Hälfte
in die Katastrophe. Befindet sie sich in der ersten Hälfte in der
Katastrophe, kommt sie in der zweiten Hälfte in die Hoffnung.


Hoffnung und Katastrophe

Hoffnung bedeutet, dass es gut läuft für die Hauptfigur, dass sie sich
ihrem Ziel annähert. An ihrem Ende kommt die Hauptfigur an den
Hochpunkt. Alles scheint erreicht: Der Protagonist schläft zum ersten
Mal mit der Person, die er liebt. Der Ermittler weiß, wer der Mörder
ist. Die Betonung liegt auf “scheint”, denn noch ist das Ziel nicht
endgültig erreicht: Für die geliebte Person war der Sex nur ein One-
Night-Stand, sie will keine feste Beziehung mit dem Protagonisten und
auch sonst keinen Kontakt mehr. Der Mörder ist abgetaucht oder hat
jemanden entführt, um sich den Weg freizupressen.

Katastrophe bedeutet, dass es schlecht läuft für die Hauptfigur, sie
entfernt sich von ihrem Ziel. Am Ende der Katastrophe gerät sie in den
für ihre Charakterentwicklung wichtigen Tiefpunkt, der aus zwei
Elementen besteht: dem symbolischen Tod und der symbolischen
Wiedergeburt. Symbolischer Tod bedeutet: Alles scheint verloren - die
Hauptfigur wird mit ihrer größten Angst konfrontiert. Das Schlimmste,
was ihr passieren kann, tritt ein: Sie sitzt gefesselt auf einem Stuhl
mit einer Waffe am Kopf. Oder sie gibt auf, weil sie denkt, ihr Ziel
niemals zu erreichen. Auch hier liegt die Betonung wieder auf
“scheint”, denn natürlich ist noch nicht alles verloren. Vielmehr
erlebt die Hauptfigur ihre symbolische Wiedergeburt: Sie kann sich von
den Fesseln befreien und entkommen. Sie schöpft neuen Mut und gibt
nicht auf, sondern kämpft weiter um ihr Ziel.

Das Erzählmuster der emotionalen Reise lässt sich auf unterschiedliche
Weisen anwenden: Man kann mit ihr den Handlungsverlauf entwickeln wie
in Hard-boiled-Krimis, man kann mit ihr die innere Reise und
Charakterentwicklung entwerfen wie in dem Film “Gegen die Wand”, und
man kann mit ihr die Beziehungsdynamik zwischen zwei Figuren gestalten
wie in “Rita will es endlich wissen”.


Die emotionale Reise in Hard-boiled-Krimis

Hard-boiled-Krimis beispielsweise von Dashiell Hammett, Raymond
Chandler und Mickey Spillane mit ihren berühmten Detektiven Sam Spade,
Philip Marlowe und Mike Hammer funktionieren sehr oft nach der
emotionalen Reise.

Im ersten Akt wird der Detektiv eingeführt: Er sitzt in seinem Büro,
hat kein Geld, die Füße auf dem Tisch und meistens ein Alkoholproblem.
Im auslösenden Ereignis kommt jemand - oft eine Frau, eine femme
fatale - und gibt ihm einen Auftrag. Wie reagiert er? Er weigert sich,
lehnt den Auftrag häufig aus moralischen Gründen ab, obwohl er das
Geld dringend braucht. Im zweiten Erzählabschnitt geschieht
irgendetwas, das ihn dazu bewegt, im ersten Wendepunkt doch mit den
Ermittlungen zu beginnen.

In der ersten Hälfte des 2. Aktes befindet er sich in der Katastrophe.
Er schnüffelt überall herum, findet aber nichts heraus, er sticht in
ein Wespennest, ohne es zu merken, legt sich mit den Mächtigen an,
wird verfolgt, zusammengeschlagen, angeschossen, bis es im zentralen
Punkt nicht mehr weiter zu gehen scheint: Er schwebt in Lebensgefahr,
oder er gibt auf und stellt die Ermittlungen ein. Schlimmer kann es
nicht mehr kommen. Er befindet sich an seinem Tiefpunkt - symbolischer
Tod. Alles scheint verloren.

Doch dann geschieht etwas, das ihn dazu veranlasst, weiterzumachen -
symbolische Wiedergeburt. Jetzt - in der zweiten Hälfte des 2. Aktes -
kommt er in die Hoffnung. Er schnüffelt weiter; findet neue
Informationen, mit denen er nun etwas anfangen kann; gewinnt ein immer
klareres Bild des Ganzen, bis er im zweiten Wendepunkt den Mörder
enttarnt.

Im dritten Akt, dem fünften Erzählabschnitt, verfolgt er den Mörder,
im Höhepunkt verhaftet er ihn. Der sechste Erzählabschnitt, der
Epilog, zeigt, dass die Welt ein bisschen besser geworden ist - bis
zum nächsten Mord.


Die emotionale Reise in “Gegen die Wand”

In typischen Hard-boiled-Krimis befindet sich die Hauptfigur also in
der ersten Hälfte des 2. Aktes in der Katastrophe, in der zweiten
Hälfte in der Hoffnung. Fatih Akins Film “Gegen die Wand”, der u. a.
2004 mit dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnet wurde, ist ein
Beispiel für eine emotionale Reise, in der sich die Hauptfigur zuerst
in der Hoffnung und dann in der Katastrophe befindet.

Erster Erzählabschnitt: Cahit (Birol Ünel), Ende 40, Säufer,
depressiv, Selbstmordversuch. In einer psychiatrischen Klinik lernt er
Sibel (Sibel Kekilli) kennen, 20, ebenfalls Selbstmordversuch. Im
auslösenden Ereignis fragt Sibel Cahit, ob er sie heiraten will. Sie
will eine Scheinehe mit ihm eingehen, um endlich ihrem strengen
Elternhaus zu entkommen und ihr Leben selbstbestimmt zu führen und vor
allem zu genießen. Cahits Reaktion: Warum sollte er sie heiraten, er
hat gerade eben noch versucht, sein Leben zu beenden! Sibel gelingt es
aber doch, ihn zu überreden. Erster Wendepunkt: Sie heiraten und
ziehen zusammen, mit der klaren Absprache: Sie wohnen zusammen, aber
sie leben nicht zusammen, also keine partnerschaftlichen
Verpflichtungen, kein Sex.

In der ersten Hälfte des zweiten Aktes genießt Sibel ihre Freiheit,
sie ist unterwegs, feiert, hat wechselnde Liebhaber. Cahit ist in der
Hoffnung: Durch Sibel bekommt sein Leben wieder Sinn, er entdeckt
Freude am Leben, er verliebt sich in sie. Am Ende der Hoffnung - im
zentralen Punkt - ist er kurz davor, sein Ziel zu erreichen: Hochpunkt
- alles scheint erreicht. Er schläft mit Sibel und wünscht sich eine
Beziehung. Sie will jedoch keine feste Beziehung, sondern so
weiterleben wie bisher. Was sie auch macht. Und wodurch Cahit in die
Katastrophe stürzt: In der zweiten Hälfte des zweiten Aktes kommt er
immer weniger damit zurecht, dass Sibel wechselnde Liebhaber hat, er
wird immer eifersüchtiger, bis er im zweiten Wendepunkt einen ihrer
Liebhaber erschlägt.

Das ist Cahits Tiefpunkt: Alles scheint verloren. Es sieht so aus, als
ob die beiden nie ein Paar werden könnten. Cahit wird verhaftet, die
Scheinehe wird enttarnt, Sibel muss vor ihrer Familie in die Türkei
fliehen, sagt Cahit aber noch, dass sie ihn liebt und auf ihn warten
wird, Cahit wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Im dritten Akt
erzählt die Geschichte weiter von Sibel in der Türkei: Sie nimmt
Drogen, stürzt immer weiter ab, wird vergewaltigt und halb tot
geschlagen, im letzten Moment jedoch von einem Taxifahrer gerettet.
Mit ihm lebt sie die nächsten Jahre bis zu Cahits Entlassung zusammen
und hat eine Tochter mit ihm.

Cahit hat im Gefängnis seine Alkoholsucht überwunden und ist wieder
gläubig geworden. Auf freiem Fuß, macht er sich sofort auf den Weg in
die Türkei. Er trifft sich mit Sibel, und sie stellen fest, dass sie
sich immer noch lieben. Cahit will mit Sibel ein neues Leben anfangen.
Sibel entscheidet sich jedoch für ihren Mann und ihre Tochter. Cahit
verlässt Istanbul. Er hat seine große Liebe verloren. Aber in seinem
Blick wird deutlich, dass er seinen Frieden gefunden hat.

[Im nächsten Tempest könnt ihr den zweiten Teil dieses Artikels
lesen.]

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Ron Kellermann ist seit 2001 Dramaturg und Drehbuchdozent; über 200
Dramaturgie-Seminare und Stoffentwicklungs-Workshops; über 200
dramaturgische Beratungen von Autorinnen und Autoren; Autor des Buches
Fiktionales Schreiben - Geschichten erfinden, Schreiben verbessern,
Kreativität steigern, Emons Verlag. www.ronkellermann.de,
www.filmschreiben.de, http://www.facebook.com/kellermann.ron


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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(mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen
hat, kann sie mir schicken.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten!
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“Die Fabrik”
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen

Als Freddie nach Hause kam, wer es dunkel und der Mond stand tief vor
einer Wand aus schwarz und grün gezackten Wolken. Er lenkte den
silberfarbenen Kombi durch das Loch im Drahtverhau, das ihn
verschluckte wie eine geheimnisvolle Matrix. Tagelanger Regen hatte
den Boden aufgeweicht und in eine Wüste aus toxischem Morast und
Lachen aus Öl und Farben verwandelt, die im Schein der Straßenlaternen
schillerte wie die Oberfläche eines weit entfernten Planeten.
Er stellte den Wagen vor der Rampe auf der Rückseite der ehemaligen
Produktionshalle ab. Noch bevor er den Motor abwürgte, schlug König
Midas an, was sich jedes Mal so anhörte, als fielen Eisennägel durch
ein rostiges Ofenrohr. Freddie angelte die kleine Reisetasche, drei
Dosen Becks und eine tiefgefrorene Lasagne von der Rückbank und stieg
aus. Immer noch lag Brandgeruch in der Luft, und die Reste der
schwarzen Backsteinmauer waren mit einem öligen Rußfilm überzogen wie
mit einer zweiten Haut. Leichter Regen setzte ein. Während er auf das
flache Pförtnerhäuschen zuging, hielt er die Straße im Blick, auf der
um diese Zeit nur noch einige LKWs und die dunkelblauen oder schwarzen
Fahrzeuge diverser Objektschutzfirmen unterwegs waren. Das Gelände der
abgebrannten Farbenfabrik lag mitten im Industriegebiet, nachts war es
hier ruhiger als auf dem Friedhof. Das einzige Mal, als König Midas
Laut gegeben hatte, war der Grund ein streunender Pudel gewesen, der
sich nach einer flüchtigen Inspektion der Umgebung schnell wieder
verzogen hatte.
Die Tür war nicht verschlossen. Er hatte das Schloss aufbrechen
müssen, und da er nichts besaß, das einen Einbruch lohnte, und nicht
vorhatte, länger zu bleiben als nötig, hatte er auch kein neues
eingebaut. Bevor er die kleine Tiffany-Lampe einschaltete, die Vera
ihm letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte (der Anfang vom Ende),
verhängte er die Fenster mit den alten Hundedecken, die er draußen im
Stall gefunden hatte und die im Lauf der Jahre die rotgrüne Farbe von
Fleisch angenommen hatten, das gerade in Verwesung übergeht.
Er kippte den Inhalt der Reisetasche auf den Boden: 2 Hosen, 2
Sweatshirts, Socken, Unterwäsche, eine Aluminium-Espressokanne, sein
Tchibo-Schachcomputer, Bücher, Fotos, CDs, Papiere, 1 Kiste Petit
Corona und ein abgegriffener Playboy aus dem März 2002 mit Vera als
Ausklappseite. Freddie schaltete den portablen Farbfernseher ein und
riss eine Dose Bier auf. Er hatte einen 15-Stunden-Tag hinter sich,
und auch, wenn er die meiste Zeit davon in der Studiokantine rumhing,
bei schlechtem Kaffee, hysterischen Auftritten von
Jungschauspielerinnen (die besser Unterwäschemodels geblieben wären),
endlosen Backgammon-Turnieren mit Beleuchtern und Kameramännern,
hektischen Terminansagen von der Dispo und noch mehr schlechtem
Kaffee, war es doch Arbeit, und wenn er nach Hause kam, fühlte er sich
kalt und schleimig an wie ein alter Schuh, der zwei Tage im Wasser
gelegen hat.
Er blieb bei einem Shoppingkanal hängen. Während eine schlanke
Brünette, die aussah, als würde sie ihre Zähne mit Salzsäure putzen,
ein Solar-Laternen-Set für idyllische Gartenlandschaften anpries,
schob er die Dulano-Lasagne in die Mikrowelle, die Vera ihm erst
überlassen hatte, als er geschworen hatte, sie nie mehr anzurufen
(nicht , dass er das vorgehabt hätte), und stellte die Zeituhr auf 10
Minuten. Dann räumte er seine Sachen in den eisernen Rollschrank, in
dem früher vermutlich Akten oder Karteikarten mit den Fotos der
Angestellten aufbewahrt worden waren.
Bis auf eine winzige Toilette und einen Abstellraum, der nicht viel
größer war als ein Standardsarg, bestand die Hütte aus einem einzigen
Raum mit zwei großen Fenstern nach vorne. In eins der Fenster war eine
mechanische Durchreiche integriert, durch die Lieferscheine,
Personalausweise und andere Dokumente hin und her geschoben werden
konnten, ohne den Schutz der schusssicheren Scheiben zu verlassen. In
der ersten Nacht, die unerträglich schwül gewesen war und in der ihn
die chemischen Dämpfe, die über den Boden der verlassenen
Industriebrache waberten wie fein gesprühter Morgennebel, in einen
rauschähnlichen Zustand versetzt hatten, hatte Freddie sich,
ausgestreckt auf einer Hundedecke, über die Sprechanlage mit seinem
neuen Nachbarn unterhalten, einem melancholischen Rottweiler, den man
nach dem verheerenden Feuer vor 10 Tagen offenbar hier vergessen
hatte. Weil man jetzt andere Sorgen hatte. Oder weil man einen
Sündenbock brauchte, dem man insgeheim die Schuld an der Katastrophe
geben konnte.
Das Handy und die Mikrowelle klingelten fast gleichzeitig. Yvonne, die
Assistent-Producerin mit den coolen Rainbow-Brackets, hatte eben
erfahren, dass einer der Hauptdarsteller mit Blinddarmdurchbruch ins
Krankenhaus eingeliefert worden war. Der Drehplan für morgen wurde
gerade umdisponiert.
“Kannst du Jos abholen?”
Jos führte Regie im aktuellen Block. Er war 28, kam gerade von der
Filmhochschule und ging vermutlich auch mit dem Headset schlafen.
“Wann?”
“Um 5.”
“Scheiße!”
Jos wohnte in Zülpich, das bedeutete eine gute Stunde Fahrt über
verschlafene Zuckerrübendörfer.
“Was ist mit seinem Porsche?”
“In der Werkstatt.”
“Wohnt Bernie nicht in der Gegend?”
Bernie war 20 Jahre jünger als Freddie und ebenfalls
Produktionsfahrer.
“Bernie ist auf Malle. Urlaub.”
Freddie zog die Lasagne aus der Mikrowelle und verbrannte sich prompt
die Finger.
“Sorry, aber ich muss noch ein paar andere Leute anrufen. Adresse
steht in der Stabliste. Drehbeginn ist um halb sieben.”
Sie legte auf, bevor er etwas sagen konnte. Draußen warf ein böiger
Wind den Regen wie aus Eimern gegen die Scheiben. Freddie riss die
nächste Dose Bier auf und machte sich mit dem Gedanken vertraut, dass
er in vier Stunden wieder hinterm Steuer sitzen würde. Er schob die
heiße Aluminiumschachtel auf den Boden und versuchte vergeblich, eine
bequeme Haltung einzunehmen. Die Brünette mit den unglaublich weißen
Zähnen hatte inzwischen Gesellschaft von einer drallen Blondine
bekommen, die ihr wortreich die Vorzüge eine 4-teiligen
Körperpflegesets inklusive Kristalllämpchen erklärte. Freddie dachte
noch drüber nach, welche Funktion eine Kristalllampe im Rahmen der
Körperpflege hatte, als ein lauter Knall die Stille zerriss und
Scheinwerfer das Pförtnerhäuschen in gleißendes Licht tauchten, als
hätte eine Horde ausgeflippter Pyrotechniker gerade den meistgesuchten
Verbrecher der Welt gestellt.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Lektorat von Hans Peter Roentgen

Ein Mann namens Freddie kommt in seinem Zuhause an, in einer ziemlich
abgefuckten Umgebung. Im Laufe der Geschichte wird uns nicht nur die
Umgebung vorgestellt, sondern auch erzählt, dass Freddie von seiner
Freundin an die Luft gesetzt wurde, dass er einen stressigen Job in
einer Filmfirma hat - und zum Schluss zerreißt eine Explosion die
Stille.

Ist das spannend? Ich finde ja. Und warum? Denn eigentlich passiert ja
nicht viel, sieht man von der Explosion ganz am Ende ab.

Spannend ist es, weil die Geschichte vorangeht. Mit jedem Satz
erfahren wir mehr über den Helden, über die Umgebung und die
Vorgeschichte. Dabei ist das längst nicht so spektakulär, wie uns die
Szenerie am Anfang vermuten lässt. Sicher nicht für jeden spannend;
warum nicht für jeden, darauf möchte ich zum Schluss eingehen.


Rückblenden und Beschreibungen

Fangen wir mit den Rückblenden und Beschreibungen an. Habe ich nicht
immer gepredigt, dass das zu Beginn eines Textes keine gute Idee ist?

Sehen Sie sich den Text nochmals an. Markieren Sie mit einem Farbstift
die Stellen, die etwas über die Vorgeschichte erzählen. Dann markieren
Sie (mit anderer Farbe) die Stellen, die das Umfeld beschreiben (die
Fabrik, den Hof, das Zimmer). Was fällt Ihnen auf?

Es gibt viele Beschreibungen und Rückblenden. Aber sie wechseln
schnell und oft mit der Handlung. Dadurch erweckt der Text den
Eindruck, dass es vorangeht, dass der Autor sich nicht mit endlosen
Erklärungen aufhält. Obwohl uns sehr viel aus der Vergangenheit
erzählt wird und auch viel beschrieben wird. Da das jedoch immer nur
kurz, oft in Halbsätzen, geschieht und sich mit der Handlung
abwechselt, werden wir dennoch nie aus der aktuellen Geschichte
herausgerissen.

Außerdem schildert der Autor nur die Dinge, die Neugier wecken und die
der Leser so nicht erwartet hat. Erst erfahren wir:

.....
“Tagelanger Regen hatte den Boden aufgeweicht und in eine Wüste aus
toxischem Morast und Lachen aus Öl und Farben verwandelt.”
.....

Wo befinden wir uns? Der Autor widersteht der Versuchung, es uns zu
sagen. Der Leser muss weiterlesen, will er mehr über die ungewöhnliche
Szenerie wissen. Dann, nachdem die Handlung sich weiterentwickelt hat,
schreibt er:

.....
“Das Gelände der abgebrannten Farbenfabrik lag mitten im
Industriegebiet, nachts war es hier ruhiger als auf dem Friedhof. Das
einzige Mal, als König Midas Laut gegeben hatte, war der Grund ein
streunender Pudel gewesen, der sich nach einer flüchtigen Inspektion
der Umgebung schnell wieder verzogen hatte.”
.....

Jetzt wissen wir: Das Gelände gehört zu einer abgebrannten
Farbenfabrik, deshalb die Lachen aus Öl und Farben. Und noch etwas
erfahren wir, was der erste Absatz nicht erwarten ließ. Die abgefuckte
Umgebung weckt die Erwartung, dass wir jetzt ein kriminelles Milieu
erleben. Vielleicht einen hardboiled Detektiv, der einer
Verbrecherbande nachstellt, die sich hier in der Umgebung herumtreibt?


Entspannung und Humor

Nichts da. Das einzig Gefährliche war ein herumstreunender Pudel.
Entspannung und leichtes Lachen, darauf wären wir nicht gekommen.
Klingt aber glaubhaft. Freddie ist also nicht Marlowe in den Straßen
von Los Angeles. Mit dem ersten Absatz wurde Spannung aufgebaut, jetzt
entspannt sich die Lage. Durch den Humor (König Midas, der Rottweiler,
und der streunende Pudel) und die unerwartete Wendung verliert der
Leser aber nicht die Lust, weiterzulesen. Ganz im Gegenteil, jetzt
will er erst recht wissen, was hier vorgeht. Humor ist ein gutes
Mittel, um Entspannung herbeizuführen, ohne dass der Spannungsbogen
ganz abflacht und der Leser das Buch zuklappt.

Dann verrät uns der Autor wieder ein bisschen mehr. Freddie hat das
Türschloss aufgebrochen. Doch nicht so harmlos, wie der Pudel vermuten
ließ. Und schaltet eine Tiffany-Lampe ein, die ihm Vera geschenkt hat.
Letzteres wieder eine Rückblende, eigentlich unwichtig und
uninteressant, wenn da nicht die lakonische Bemerkung folgen würde:
“Der Anfang vom Ende.” Jetzt wissen wir, dass die Beziehung zu Ende
ist - und vermuten, dass Freddie ebenfalls ziemlich am Ende ist und
deshalb hier kampiert. Was es damit auf sich hat, was damals nach der
Tiffany-Lampe passierte, das würden wir jetzt gerne wissen, doch
stattdessen erfahren wir, dass Freddie die Fenster mit Hundedecken
verhängt. Er möchte nicht, dass das Licht nach draußen dringt. Auch
spannend, der Held fühlt sich - Pudel hin oder her - doch irgendwie
bedroht.

Jetzt erfahren wir, dass er eine Reisetasche auf den Boden kippt, und
der Autor zählt penibel auf, was sich alles in der Tasche befindet.
Das weckt den Eindruck, dass er die Geschichte genauestens kennt und
Freddie, seinen Helden, auch. Dennoch wäre diese penible Aufzählung
langweilig. Wenn, ja wenn da nicht das letzte Detail aus der Tasche
fallen würde. Der abgegriffene Playboy mit Vera als Ausklappseite.
Wieder etwas Unerwartetes. Das uns einiges verrät: Freddie hat
offenbar noch längst nicht mit Vera abgeschlossen, und Vera hat sich
für den Playboy ausgezogen. Das weckt Fragen: Wie geht es mit Freddie
und Vera weiter?

Doch Pustekuchen, der Autor verrät es uns wieder nicht. Stattdessen
erzählt er über den vergangenen Arbeitstag. Schlechter Kaffee,
hektische Terminansagen, hysterische Jungschauspielerinnen. Freddie
arbeitet beim Film, und wir haben gleich ein gutes Bild von seinem
Arbeitsalltag. Der coole Detektiv in der Nachfolge von Marlowe ist er
wohl doch nicht.


Metaphern und Bildern

Dann geht die aktuelle Handlung weiter. Freddie schaut Fernsehen. Auch
nicht gerade etwas Außergewöhnliches, aber die Schilderung des
Shoppingkanals wird durch das Bild einprägsam: eine Brünette, die
aussieht, als würde sie sich die Zähne mit Salzsäure putzen.

Metaphern und Bildern können die Spannung steigern, das zeigt sich in
diesem Text. Sie sollten ungewöhnlich sein, einen anderen Blick auf
bekannte Dinge ermöglichen. Aber sie sollten auch nicht so
ungewöhnlich sein, dass sie den Leser stören, dass er über die
Metapher nachdenkt, statt der Geschichte zu folgen. Die Lachen im Hof
schillern “wie die Oberfläche eines weit entfernten Planeten”, Freddie
fühlte sich nach der Arbeit “kalt und schleimig an wie ein alter
Schuh, der zwei Tage im Wasser gelegen hat”.

Markieren Sie jetzt einmal die Metaphern im Text. Was fällt Ihnen
dabei auf?

Sie sind übertrieben. Wie sieht die Oberfläche eines weit entfernten
Planeten aus? Der Leser weiß es nicht, aber das Bild wirkt dennoch.
Warum? Weil es auf SF-Filme und Bilder von Mond und Mars, auf
lebensfeindliche Umwelten hinweist, und schon übertragen wir das auf
den Fabrikhof: Er ist lebensfeindlich.

Die Bilder und Metaphern werfen uns außerdem direkt in die Ereignisse,
geben uns in wenigen Worten eine Vorstellung. Da ist Jos: “Er war 28,
kam gerade von der Filmhochschule und ging vermutlich auch mit dem
Headset schlafen.” Müssen wir mehr wissen? Nein. Was wissen wir jetzt
über Jos? Eine ganze Menge. Er ist eifrig, technikverliebt, vermutlich
karrierebesessen, vermutlich glaubt er auch, alles besser zu wissen
als die anderen. Diese Vorstellung weckt der kurze Halbsatz mit dem
Headset im Bett. Ob das alles stimmt? Das werden wir später erfahren.

Und was erfahren wir nicht über Jos? Wie er aussieht. Ob er blondes,
braunes oder schwarzes Haar hat, ob er groß oder klein ist, dick oder
dünn und ob er Bart trägt. Dennoch glaubt der Leser, dass Jos direkt
vor ihm stünde.

Metaphern und Bilder sind überzeugend, wenn sie passen. Sie sind auch
gefährlich, wenn sie nicht passen. Dann wecken sie den Eindruck, dass
der Autor sie eingefügt hat, um sich wichtig zu machen, seine
Originalität zu beweisen. Wie vieles im Schreiben ist es eine
Gratwanderung.

Finden Sie Metaphern im Text, die ihrer Meinung nach nicht passen?

Ich finde, dass das Loch im Drahtverhau, “das ihn verschluckte wie
eine geheimnisvolle Matrix”, nicht richtig passt. Was soll man sich
unter einer Matrix vorstellen? Vielleicht ist es eine Anspielung auf
den Film “Matrix”, den ich nicht gesehen habe? Vielleicht würde das
Bild passen, wenn mir dieser Film sofort erinnerlich wäre? Ob
Metaphern passen, hängt oft von der Zielgruppe ab. Schreiben Sie für
Mathematiker, ist das Bild “so groß wie die Epsilon-Umgebung von Null”
sofort verständlich: etwas sehr, sehr kleines. Wer um Mathematik immer
einen Bogen gemacht hat, der wird es nicht goutieren können.


Dialoge

Dann kommt der Anruf und der Dialog. Achten Sie auf den Ausdruck
“Stabliste”. Aus dem Zusammenhang ist klar, was mit “Stabliste”
gemeint ist, es ist eine Adressliste. Dennoch klingt es nach
“Fachsprache” der Filmleute. Immer gut, durch geschickt gewählte
Fachausdrücke Authentizität zu vermitteln. Nicht zu viele, nur einige
wenige, und die so verwenden, dass aus dem Zusammenhang die Bedeutung
klar wird. Ein kleines Detail, das dazu beiträgt, dass der Leser dem
Autor vertraut und bereit ist, sich seiner Geschichte anzuvertrauen.
Denn er folgt einem Erzähler, der weiß, wovon er spricht.


Spannungsbogen

Der Dialog verschärft den Konflikt. Freddie lebt in völlig
heruntergekommener Umgebung, seine Beziehung ist im Eimer, sein Job
ein Horror. Und jetzt hat er nur noch vier Stunden Schlaf, dann muss
er wieder raus. Der Autor hat nach und nach die Schlinge zugezogen.
Den Konflikt verschärft. Aber noch ist gar nichts passiert. Männer mit
kaputten Beziehungen, beschissenem Job und abbruchreifen Behausungen
gibt es viele. Jeder Leser kann sich das vorstellen und fühlt mit
Freddie mit. Dazu ist es nicht nötig, dass Freddie sympathisch ist.
Möglicherweise ist er ein Arsch und hat seine Ex betrogen, ist also
nicht ganz unschuldig daran, dass er nun auf der Straße sitzt? Egal,
wir können mit ihm mitfühlen, nur das zählt.

Dann wieder Entspannung durch Humor. Eine Blondine bietet
“Körperpflegesets inklusive Kristalllämpchen” an. Nicht gefährlich,
aber witzig. Die Ruhe vor dem Sturm. Denn dann zieht der
Spannungsbogen an, ein lauter Knall, Licht flammt auf - jetzt wird es
ernst. Und das Kapitel ist zu Ende. Wollen wir wissen, wie es mit
Freddie weitergeht, müssen wir weiterlesen. Und da der Autor im
nächsten Kapitel zu einer anderen Figur umschaltet, müssen wir etliche
Seiten weiterlesen. Cliffhanger nennt man so was. Eigentlich eine ganz
altbackene Methode, jeder kennt sie. Aber gut gemacht, wirkt sie immer
noch.


Geschmack

Ist das für jeden Leser spannend? Das hatte ich am Anfang gefragt. Ich
glaube nicht. Wer literarische Texte liebt und den abgefuckten
Geschichten in der Tradition des amerikanischen Roman Noir nichts
abgewinnen kann, der wird den Text beiseite legen. Es ist immer eine
schwierige Aufgabe, zu unterscheiden, welche Texte man ablehnt, weil
sie einfach nicht den eigenen Geschmack treffen, und welche, weil sie
schlichtweg nicht gut erzählt sind.

Achten Sie einmal darauf. Welche Texte mögen Sie nicht, die aber viele
andere Leser gut finden? Und welche Texte reißen niemanden vom Hocker?
Richtig gute Texte polarisieren oft. Erfolgreiche Geschichten haben
immer viele begeisterte Leser. Aber auch etliche, die nicht verstehen
können, warum irgendjemand das lesen will. Fünf-Sterne-Rezensionen und
Verrisse mit einem Stern. Der persönliche Geschmack spielt immer eine
Rolle bei der Beurteilung einer Geschichte.

Nur vor einem möchte ich warnen: Geschichten abzuqualifizieren, weil
man das entsprechende Genre nicht mag. Wer einem Familienkombi
vorwirft, dass er kein Rennwagen ist, liegt genauso falsch wie der,
der einem Rennwagen ankreidet, dass er keinen Kofferraum für den
Kinderwagen hat. Ein Thriller ist kein literarisches Werk und keine
Liebesgeschichte. Hochliterarische Werke sind keine Romantasy. Was
nichts daran ändert, dass es ohne Zweifel schlechte, mittelmäßige und
gute Thriller gibt, wie es auch schlechte, mittelmäßige und gute
Hochliteratur gibt.

Und wenn Sie verzweifeln, wie Sie jemals so etwas vollbringen können,
dann gibt es hier ein Trostpflaster: Der Autor ist Profi, hat schon
zahlreiche Romane veröffentlicht, möchte aber anonym bleiben. Das
merkt man auch dem Text an: Derart gekonnt schreibt niemand seine
erste Geschichte.

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Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge und "Drei Seiten für ein Exposé".
Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert. Gerade ist sein neuer
Ratgeber “Schreiben ist nichts für Feiglinge” erschienen.


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INTERVIEW:
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(mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


“Wir wollten ein Portal anbieten,
zu dem jeder etwas beitragen kann”
Interview mit Claudia Schmid vom Kriminetz

Kriminetz möchte alle an Krimis und Thrillern Interessierten
zusammenbringen. Dazu gehören natürlich die Leser, aber auch die
Verlage und Autoren sowie die Filmschaffenden. Neben redaktionellen
Beiträgen bietet Kriminetz daher auch allen Kriminetz-Nutzern die
Möglichkeit, selbst aktiv mitzumachen und über ihre (Lese-)Erlebnisse
oder ihre Arbeit zu berichten. Und natürlich kann auch jeder seine
Lieblingskrimis und -thriller vorstellen und / oder rezensieren. Dazu
ist nur eine kostenlose Anmeldung erforderlich.

Das macht den Reiz des Portals aus: Einerseits redaktionelle
Meldungen, andererseits eben auch News und Buch- oder
Filmvorstellungen von registrierten Lesern. Die “7 Fragen an ...”
wurden schon von so prominenten Autoren beantwortet wie Ingrid Noll,
Friedrich Ani und Jussi Adler Olsen. Aber auch Regisseure wie Martin
Weinhart und Verlagsleute wie Angelika Schulz-Parthu waren schon mit
dabei.

Daneben gibt es auch die Möglichkeit, selbst Bücher vorzustellen oder
zu rezensieren. Und dann gibt es noch diverse Möglichkeiten, die
Inhalte nach Handlungsorten, Autoren, Verlagen oder Schlagworten
auflisten zu lassen.

Kriminetz will Leser von Krimis und Thrillern ansprechen (wobei das
Alter keine Rolle spielt), aber auch Film- und Fernsehfans. Inzwischen
findet man dort an die 800 Rezensionen, News, Buchvorstellungen,
Filmvorstellungen und mehr.


Ursula Schmid-Spreer: Du hast Germanistik (Neue Deutsche
Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft) und BWL studiert, wann
hast du dich für das Schreiben von Büchern interessiert? Was war die
Initialzündung?

Claudia Schmid: Der Wunsch zu Schreiben hat sich so nach und nach mit
der Zunahme meiner Lebensjahre entwickelt. Und irgendwann war dann der
Zeitpunkt in meinem Leben genau der passende. Irgendwie hat es sich
aber bereits in der Wahl meiner Studienfächer bemerkbar gemacht.


USS: Wie viel Autobiografisches ist in deinen Romanen?

CS: Alle beschriebenen Morde und Verbrechen wurden getestet! Ups.
Liest die Polizei hier mit? Natürlich nur in der Fantasie ...


USS: Was liegt dir mehr am Herzen: Krimis, historische Romane oder
lieber doch Kurzgeschichten aus diesen Genres?

CS: Wenn ich ganz ehrlich bin: alles drei. Ein historischer Text
erfordert sehr viel Recherche. Es macht mir wahnsinnig viel Spaß, wie
eine Detektivin in Bibliotheken, Archiven etc. zu forschen und mich so
richtig durch die Informationen zu wühlen, aber es ist auch SEHR
zeitaufwendig. Da ist ein Text, der in der Gegenwart handelt, eine
frische Abwechslung, bei dem der Rechercheaufwand in der Regel
vergleichsweise geringer ist.

Kurzgeschichten finde ich richtig klasse! Sie sind so eine Art
“Blitzlicht”. Man formuliert eine Idee und kann knackig auf den Punkt
gebracht etwas vorstellen. Außerdem sind sie perfekt zum Vortragen
geeignet.


USS: Wie kamst du auf die Idee, das Kriminetz zu gründen?

CS: Die Idee war plötzlich da! Wir wollten ein Portal anbieten, zu dem
jeder Krimi- und Thrillerfan etwas beitragen kann. Und das Lesern,
Autoren, Verlagen sowie Filmschaffenden die Möglichkeit gibt, sich mit
ihren Fans zu treffen. Und das gilt natürlich auch weiterhin: Alle,
die sich für Krimis und Thriller interessieren, sind herzlich zum
Mitmachen eingeladen! Wir freuen uns über Berichte und Rezensionen.


USS: Ist es nicht sehr viel Arbeit, die da drin steckt? Wie viel Zeit
investierst du?

CS: Es sind ja viele Nutzer angemeldet, die auf Kriminetz schreiben.
Bei weitem nicht alle Beiträge sind von mir, vor allem nur ein
Bruchteil der Rezensionen. Einen Hauptteil der Arbeit macht die
technische Seite aus, die man als Nutzer vermutlich nicht wahrnimmt.
Da steckt eine Menge Programmierarbeit und sehr viel Aufwand dahinter.
Darum kümmert sich mein Mann, der eine lange Berufserfahrung, auch im
Verlagswesen, hat.


USS: Wo bekommst du die ganzen Informationen her, die dort gepostet
werden?

CS: Ich selbst bin sehr gut vernetzt. Und natürlich kommen vielen
Informationen von den angemeldeten Nutzern, die auf Kriminetz aktiv
sind. Da ich neben meiner schriftstellerischen Tätigkeit hin und
wieder als Komparsin und Kleindarstellerin in Krimis wie dem “Tatort”
mitwirke, ergeben sich auch dort Kontakte, etwa, um über Dreharbeiten
zu berichten oder interessante Interviewpartner zu gewinnen.

USS: Herzlichen Dank, liebe Claudia!


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


Drehbuch: Oliver Pautsch
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Fandom: Thomas Kohlschmidt
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Fantasy: Stefanie Bense
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Heftroman: Arndt Ellmer
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Historischer Roman: Titus Müller
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Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik
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Kriminalistik: Kajo Lang
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Lyrik: Martina Weber
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Marketing: Maike Frie
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Recherche: Barbara Ellermeier
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Plotten: Kathrin Lange
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Sachbuch: Gabi Neumayer
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Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss
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Schreibgruppen: Ute Hacker
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Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Science-Fiction: Andreas Eschbach
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Verlagswesen: Bjørn Jagnow
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.................
Experten-Special:
.................

Bjørn Jagnow hat seine Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt
- thematisch sortiert und aktualisiert:

"Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung für Autoren 2012", E-Book,
2,99 Euro, http://www.amazon.de/gp/product/B007VD3OL6/


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FRAG DIE EXPERTEN FÜR MARKETING UND VERLAGSWESEN:
---------------------------------------------------------------------
Maike Frie (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Bjørn Jagnow (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Frage:
Ich möchte in meinem Buch über Ostpreußen das sogenannte
Ostpreußenlied verwenden von Erich Hannighofer (nur den Text). Laut
Wikipedia ist bis 2016 ein Urheberrecht zu beachten. Wie kann ich
herausfinden, wer die Rechte an diesem Lied hat, um eine Genehmigung
zu erhalten?


Antwort von Maike Frie:
Eigentlich müsste hier eine Zeile Antwort reichen. Schreiben Sie Ihrem
Lektor eine ausführliche Liste à la “Auf S. 15 zitiere ich den Text
des Ostpreußenliedes von Erich Hannighofer (Textdichter, gestorben
1945) etc.”. Damit haben Sie als Autorin Ihre Pflicht getan. Die
Rechte-Abteilung Ihres Verlages sollte dann alles Nötige in die Wege
leiten.

Aber die Suche nach Rechteinhabern - oder deren Nachfahren - gestaltet
sich oftmals schwierig. Und immer wieder wenden sich die Verlage an
den Autor/die Autorin, die ja gerade bestens in die Materie
eingearbeitet ist. Zwei Hinweise habe ich für Sie:

1. Einen Literaturagenten habe ich grundsätzlich nach solchen Fällen
gefragt, und er meinte: Kann die Autorin nicht bis 2016 warten? Dann
ist es problemlos. Aber das wollen Sie sicherlich nicht. (Der Agent
betonte übrigens: das Urheberrecht gilt dann noch das ganze Jahr, d.
h. bis zum 31.12.2016! Erst dann läuft es aus.)

Ich würde Ihnen raten: Besorgen Sie sich die Musiknoten. Auf diesen
müssten Komponist und Texter genannt sein. In einem zweiten Schritt
könnten Sie dann den Verlag anschreiben. Dieser kann Ihnen den Kontakt
zu den Erben/Rechtenachfolgern von Erich Hannighofer herstellen.
Kommen Sie da nicht weiter? Dann legen Sie die Suche breiter an.

2. Fragen Sie bei den kulturellen Institutionen an, die sich mit
Ostpreußen beschäftigen. Oftmals sitzen dort Bibliothekare oder
Fachreferenten, die gut vernetzt sind und Ihnen weiterhelfen können.
Hier ein paar Institute, wo Sie ansetzen könnten:

- das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im
östlichen Europa (BKGE): http://www.bkge.de/BKGE/Bibliothek/
- das Geisteswissenschaftliche Zentrum Geschichte und Kultur
Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig: http://www.uni-
leipzig.de/gwzo/
- das Ostpreußische Landesmuseum in Lünebürg:
http://www.ostpreussisches-landesmuseum.de/startseite.html
- das Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen/Bayern:
http://www.kulturzentrum-ostpreussen.de/
- das WEstpreußische Landesmuseum: http://www.westpreussisches-
landesmuseum.de/


Ergänzende Antwort von Björn Jagnow:
Ihre Anfrage wurde an mich weitergeleitet, damit ich vielleicht noch
etwas allgemeiner zum Zitatrecht antworte.

Zum Zitieren gibt es viele Leitlinien. Die meisten kommen aus der
Wissenschaft und haben eher mit akademischer Qualitätssicherung als
mit juristischen Grenzen zu tun. Das Urheberrechtsgesetz selbst ist
sehr sparsam formuliert und gibt nur grobe Beschreibungen dessen, was
erlaubt ist und was nicht. Im Zweifel entscheidet ein Richter im
Einzelfall.

Zunächst einmal macht es einen Unterschied, ob man ein Werk komplett
zitieren will (Großzitat) oder nur Auszüge davon zitieren will
(Kleinzitat). An das Großzitat werden sehr strenge Maßstäbe gesetzt.
Das Gesetz nennt insbesondere selbständige wissenschaftliche Werke zur
Erläuterung des Inhalts. Gemeint ist, dass auf wissenschaftlichem
Niveau ein Text in seinen Einzelteilen analysiert wird und eigene
Erkenntnisse daraus gewonnen werden. Theoretisch kann es auch andere
Fälle des Großzitats geben, die legal sind - das sind aber eher
rechtliche Grauzonen, die schnell zu gerichtlichen
Auseinandersetzungen führen können.

Das Kleinzitat ist auch außerhalb der Wissenschaft möglich, wenn man
das Werk nicht einfach nur als Dekoration zitiert, sondern eine eigene
Auseinandersetzung mit dem zitierten Text erfolgt. Das ist durchaus
innerhalb von Romanen, Biographien und anderen nicht
wissenschaftlichen Texten möglich. Das beliebte Eröffnungszitat für
ein Kapitel oder das ganze Buch, auf das dann nicht weiter eingegangen
wird, ist damit aber nicht erlaubt.

Sollten Sie in Ihrem Text also einen Teil des Ostpreußenlieds
zitieren, um dann damit weiterzuarbeiten, darüber zu reflektieren oder
sich in anderer Form schöpferisch auseinanderzusetzen, dann dürfte das
wahrscheinlich ohne Zustimmung des Verfassers erlaubt sein. Wollen Sie
das Ostpreußenlied nur einbauen, weil es generell zum Thema Ihres
Buches passt, aber keine eigentliche Notwendigkeit in Ihrem Text hat,
dann brauchen Sie die Zustimmung der Rechteinhaber.

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Maike Frie, Münsteranerin von 1976 mit Skandinavien-Begeisterung; nach
Stationen in Oslo und Hamburg heimgekehrt; tätig als Dozentin,
Texterin, Lektorin und Mutter; bietet für Autoren Korrektorat,
Lektorat und Manuskriptberatung sowie ein Seminarprogramm zum
Kreativen Schreiben - mehr unter http://www.skriving.de

Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler. Unter http://bjoernjagnow.blogspot.com/ bloggt er über
die Zukunft der Medien, über Rollenspiele und andere Themen.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SACHBUCH:
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Gabi Neumayer (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Frage:
[Ich] schreibe an einem Sachbuch im Sportbereich. Da ich mit einer
Profisportlerin befreundet bin [...], erwuchs die Idee, gemeinsam ein
Sachbuch zu verfassen mit ihr.

Die Zusammenarbeit lief hervorragend, viele Infos habe ich von ihr
bekommen - auch von ihrem Sport- und Lebenspartner. Die Abmachung war,
wir schreiben das zusammen (wir zwei) und machen halbe, halbe, auch,
was die Autorenschaft angeht. Ihr Partner möchte aber nun, da er auch
einiges Wissen zum Thema geliefert hat und weiterhin liefern will,
auch als dritter Autor auf dem Titel genannt werden. [...]

[...] Ich habe immerhin alles geschrieben, ausformuliert,
zusammengefügt, Exposé geschrieben, Klappentext formuliert etc. Er ist
nun aber der Meinung, dass er auch als Autor genannt werden muss - was
meine Arbeit wiederum nicht genügend würdigt, wie ich finde. Ich
schlug ihm vor, ihn mit einer quasi Danksagung zu erwähnen. Doch das
ist ihm nicht genug. Mein Vorschlag war, mich und meine Coautorin als
Autoren zu nennen, "unter Mitarbeit von XXX", aber ihn auf dem Titel
zu erwähnen. Nun steht ein klärendes Gespräch an, und ich hoffe, dass
Sie mir weiterhelfen können.

Wie ist das Usus in der Sachbuchbranche: Ab wann muss jemand, der mir
einige wertvolle Tipps gegeben hat, auch als Autor erscheinen?


Antwort:
Meiner Erfahrung nach ist es absolut unüblich, einen Informationsgeber
überhaupt auf den Titel zu nennen - ich kenne keinen einzigen Fall.
Wenn er im Buch bei "unter Mitarbeit von" steht, ist das schon sehr
viel, üblich wäre der Platz in der Danksagung oder Widmung, wenn es
eine gibt. Schon dass Sie die Sportlerin als Mitautorin nennen, ist
nett, aber nicht selbstverständlich - da wäre "unter Mitarbeit von"
durchaus auch schon das, was man üblicherweise macht.

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayer schreibt inzwischen vor allem Kinderbücher, darunter
aber auch Kinder-Sachbücher. Ihr letztes ist: "Frag doch mal die Maus:
Berühmte Entdecker" (cbj). Weitere Infos: http://www.gabineumayer.de.


+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
getrennter Mail kommt
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