Ausgabe 16-06 (20 Juni 2014)

    Editorial
    Hall of Fame
    Schreib-Kick
    Lesetipp
    Autorenwissen
        "Kinderbücher schreiben"
        von Gitta Edelmann
    Interview mit den Buchbloggerinnen Birthe, Petra Hartmann,
        Susanne Matiaschek und Jasmin Krieger
    Spannung, der Unterleib der Literatur
        "Der Feuerdämon"
        Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
    Frag die Expertin für Marketing
        (Maike Frie)

EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

habt ihr in der letzten Zeit mal auf unserer Website autorenforum.de
vorbeigeschaut? Ein Besuch lohnt sich zurzeit besonders, denn wir
haben die Seite relauncht. Genauer: unser Webmaster, Stefan Schulz,
hat sie modernisiert und noch benutzerfreundlicher gemacht, auch für
diejenigen, die sie von mobilen Geräten aus aufrufen. Also: Seht mal
wieder dort vorbei, schmökert in unserer umfangreichen Datenbank oder
überweist mit wenigen Klicks etwas zum Erhalt des Tempest über Paypal;
der entsprechende Button ist auf jeder Seite rechts zu finden.

Im aktuellen Tempest findet ihr: einen Beitrag über das Schreiben von
Kinderbüchern von Gitta Edelmann; ein Interview mit vier
Buchbloggerinnen, das Ursula Schmid-Spreer geführt hat; ein neues
Spannungslektorat von Hans Peter Roentgen; die erste Expertenantwort
unserer neuen Marketingexpertin Maike Frie; und neue Tipps, Kicks und
Ausschreibungen natürlich auch.

Der Tipp des Monats Juni, diesmal von
http://www.facebook.com/Literaturkaninchen:

    Sei in der Wortwahl möglichst konkret. "Köter", "Schoßhund"
    oder "Bulldogge" sind bildhaftere Begriffe als "Hund".

Bitte denkt auch im Sommer an euren Tempest und daran, dass er auf
eure Unterstützung angewiesen ist: finanziell (Paypal-Zahlung ist nun
ganz einfach über unsere Website möglich) und auch inhaltlich. Ihr
habt interessante Erfahrungen mit Verlagen, mit dem Schreiben, mit
Lesungen oder ... gemacht? Ihr habt Tipps für andere AutorInnen? Dann
schreibt mir einfach an
redaktion at autorenforum pt de

Frohes Schreiben!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
Konto:

Jürgen Schloßmacher
Kreissparkasse Köln
BIC: COKSDE33XXX
IBAN: DE23370502991142176163
Stichwort: "Beitrag 2014"

Wichtig: Das Konto läuft NICHT mehr auf den Namen "autorenforum",
sondern nur auf "Jürgen Schloßmacher"!

Neu:  Ihr könnt jetzt auch über unsere Website
http://www.autorenforum.de direkt per Paypal überweisen!

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

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ISSN 1439-4669  Copyright 2014 autorenforum.de. Copyright- und
               Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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 INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

    Editorial
    Hall of Fame
    Schreib-Kick
    Lesetipp
    Autorenwissen
        "Kinderbücher schreiben"
        von Gitta Edelmann
    Interview mit den Buchbloggerinnen Birthe, Petra Hartmann,
        Susanne Matiaschek und Jasmin Krieger
    Spannung, der Unterleib der Literatur
        "Der Feuerdämon"
        Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
    Frag die Expertin für Marketing
        (Maike Frie)
    Impressum


TEIL 2:

    Veranstaltungen
    Ausschreibungen
    Publikationsmöglichkeiten
         mit Honorar
         ohne Honorar
    Seminare
    Messekalender
    Impressum


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HALL OF FAME:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an

redaktion at team pt autorenforum pt de
.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!
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Monja Schneider: "Rabenschwester", Machandel-Verlag 2014, Fantasy.
http://www.monika-schneider.eu

Wolf Kursch: "Der Kein-Fall-Fall", BS motor Vertriebs und Verlags GmbH
2014, Krimi, Nachdenkliches. 80 Seiten, www.bs-motor.de, www.kursch.w-
portal.de

Karin Kaiser: "Bangalore Masala", Conbook Verlag 2014, Indien Krimi.
http://www.conbook-verlag.de/bangalore_masala.html

Anja Marschall: "London Calling", Goldfinch Verlag 2014, GB-Crime. 2.
Fall für Kate & Luna, http://www.anja-marschall.de

Angela L. Forster: "Schuldlos Tot", ACABUS Verlag 2014. Zwei
abscheulich handelnde Tierärzte erfahren Gerechtigkeit.

Eric Manz: "Der Tod trägt weiß", Verlag Federfrei 2014,
Niederösterreichkrimi. Ein Serienmörder verwirrt Gruppeninspektor
Felber.

Siegfried Langer: "Leide!", LAGO Verlag 2014, Thriller.
http://www.siegfriedlanger.de

Billie Rubin: "Deutschland, kein Sommermärchen", Knaur Verlag 2014, E-
Book-Krimi. Natürlich rund ums Thema Fußball.

Kirsten Wulf: "Tanz der Tarantel", Kiepenheuer & Witsch 2014, Krimi.
Aus Apulien, http://www.kirstenwulf.com


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SCHREIB-KICK:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


Unser Schreib-Kick für den Juni, diesmal von Cord Buch:

Setze dich in ein Café. Unvermeidlich und ohne zu lauschen bekommst du
Gesprächsfetzen von den Nachbartischen mit. Wenige Gesprächsfetzen
reichen.

Stelle dir folgende Frage: Was haben die jeweiligen Personen in ihrem
Leben erlebt, dass sie das von dir Gehörte mit genau diesen Worten
sagen? Dann betrachte ihre Mimik und ihre Gesten. Findest du deine
Vermutung bestätigt? Stimmen die erdachte Vorgeschichte der Personen
und ihre Mimik und Gestik überein? Oder musst du wegen der Mimik und
Gestik die erdachte Vorgeschichte verändern?


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LESETIPP:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


http://www.autorenwelt.de
Sandra Uschtrin, Verlegerin des berühmten "Handbuchs für Autorinnen
und Autoren" und Herausgeberin der "Federwelt", möchte mit der
Autorenwelt nichts weniger schaffen als dies: "Die Plattform soll das
Zuhause der deutschsprachigen AutorInnen im Internet sein und den
Prozess ihrer Emanzipation gegenüber den Verlagen und dem Online-
Händler Amazon maßgeblich vorantreiben." Und wie man Sandra Uschtrin
kennt, wird sie das auch schaffen. Wer sich beteiligen möchte, kann
sich auf der Seite registrieren.

+++++

http://www.heute.de/buchhandel-macht-front-gegen-amazon-33440552.html
Wie der Buchhandel gegen Amazon vorgeht.


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AUTORENWISSEN:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


                      "Kinderbücher schreiben"
                         von Gitta Edelmann


"Ich bin Kinderbuchautorin."
"Oh, schön. Und schreibst du auch richtige Bücher?"
"Ähm, ja? Was verstehst du unter einem richtigen Buch?"
"Na, eins für Erwachsene, eben nicht nur ein Kinderbuch ..."

So oder so ähnlich geht es uns Kinderbuchautoren im Gespräch nicht
allzu selten. Es scheint doch immer noch die Meinung verbreitet zu
sein, dass ein Kinderbuch eben "nur" ein Kinderbuch ist und damit
etwas, was erstens ganz leicht zu schreiben ist und zweitens ein wenig
unter dem Niveau des Sprechenden. Denn Kinder sind ja nur ... na ja,
eben Kinder. Aber soll ich euch mal was verraten? In Wirklichkeit ist
es ganz anders!


         Anspruchsvolles Publikum

James Krüss nannte Kinder "das anspruchsvollste Publikum", und Otfried
Preußler sagte: "Ich habe die Überzeugung gewonnen, dass Kinder das
beste und klügste Publikum sind, das man sich als Geschichtenerzähler
nur wünschen kann. Kinder sind strenge, unbestechliche Kritiker."

Wie wahr! Ein Kind wird nie aus Höflichkeit oder weil "man das so
macht" oder "weil das auf der Bestsellerliste steht" ein langweiliges
Buch lesen. Es wird auch nicht zehn Seiten davon lesen, um zu sehen,
ob es noch besser wird, wenn die erste Seite es nicht gepackt hat,
sondern das Buch beiseite legen und sagen: "Das ist doof!" Nur weil
Kinder noch nicht allzu viel Lebenserfahrung haben, sind sie nicht
dumm. Sie sind dazu unbestechlich in ihrem Geschmack und können ihre
Lieblingsbücher mit Leidenschaft wieder und wieder lesen.

Diese ebenso strengen wie begeisterungsfähigen jungen Leser sind unser
Publikum. Aber - nicht nur sie! Auch zu diesem Thema zitiere ich gerne
Otfried Preußler, dessen Bücher ich seit meiner Kindheit liebe: "Wer
für Kinder schreibt, übt den Beruf des Schriftstellers unter
erschwerten Bedingungen aus, und dies freiwillig [...] Wer für
Erwachsene schreibt, schreibt ausschließlich für Erwachsene. Wer für
Kinder schreibt, schreibt automatisch für Erwachsene mit."

Wie - für Erwachsene mit? Ja, denn es sind die Mütter und Väter,
Tanten und Onkel, Omas und Opas, die die Bücher für die Kinder kaufen
und sie ihnen in den ersten Lebensjahren vorlesen. Zuerst einmal
müssen wir Kinderbuchautoren also die Hürde der Erwachsenen
überwinden, um an unser eigentliches Publikum zu kommen. Und da kann
es schon mal sein, dass ein Verlag sagt: "Tolle Geschichte, die hat
uns ganz besonders gut gefallen. Aber das Mädchen ist zu laut / frech
/ forsch ... Na ja, wir denken, das kaufen Omas und Opas nicht. Wir
müssen das Manuskript leider ablehnen."

Zum Glück gibt es aber auch eine ganze Menge Erwachsener, die ihre
Freude an ausgefallenen Figuren und Geschichten in Kinderbüchern haben
und sie weitergeben. Ich gehöre selbst dazu. Durch das Vorlesen und
gemeinsame Lesen mit meinen vier Kindern bin ich überhaupt erst zum
Schreiben gekommen. Ich wollte meine manchmal verrückten Ideen mit
ihnen und später auch mit anderen Kindern teilen - mein eigenes
inneres Kind ist bis heute sehr präsent.


         Sieben Tipps

Für die Kinderliteratur gibt es besondere Regeln in Bezug auf Themen
und die sprachliche Gestaltung. So wird es z. B. in einem Kinderkrimi
keinen Mord geben, sondern unblutige Verbrechen wie Diebstahl,
Vandalismus oder die Entführung eines Tieres. Fremdwörter sind  meist
ebenso unpassend wie aufgeblähte Bandwurmsätze.

Wenn du die folgenden sieben Punkte beachtest, kann eigentlich nicht
mehr viel schiefgehen:

1. Show, don’t tell. Zeige es, beschreibe es nicht.
Dieses Prinzip gilt beim Schreiben natürlich immer, ganz besonders
aber in der Kinderliteratur, denn Kinder finden Beschreibungen und
Erklärungen langweilig. Ersetze sie also durch Handlung. Wenn eine
Figur nervös ist, schreib nicht "Lea war nervös", sondern besser eine
Miniszene, in der Lea an ihren Fingernägeln knabbert oder mit dem Fuß
wippt.

2. Lass das Kind in dir schreiben.
Gerade in der Kinderliteratur kannst du deine Fantasie, deinen Spaß an
Wortspielen oder verrückten Ideen ausleben. Wenn du dich auf Augenhöhe
mit den Lesern befindest, erreichst du sie am besten.

3. Wähle die passende Sprache.
Die Sprache sollte klar und präzise sein und an die Altersgruppe
angepasst, für die du schreibst. Fremdwörter und komplizierter Satzbau
sind tabu, dennoch darf die Sprache die jungen Leser nicht
unterfordern. Wichtig sind z. B. ausdrucksstarke Verben. Kindersprache
zu imitieren ist höchstens gelegentlich in Dialogen angebracht.

4. Erfinde interessante Figuren.
Die Figuren, mit denen Kinder sich identifizieren, sind oft nicht der
Junge und das Mädchen von nebenan - außer natürlich, wenn sie
heimliche Superkräfte haben oder in eine ganz außergewöhnliche
Situation kommen. Besonders beliebt sind die politisch inkorrekten,
frechen, rebellischen, egozentrischen Figuren wie Pippi Langstrumpf
oder das Sams.

5. Vermeide eine künstliche heile Welt.
Kinder brauchen in ihren Büchern keine heile Welt. Auch schwierige
Themen wie Scheidung oder Tod können kindgerecht und als Teil des
Lebens vermittelt werden. Wichtig ist dabei die innere Haltung - gute
Kinderbuchautoren sind Optimisten!

6. Schreibe mit positiver Grundhaltung und Humor.
Eine positive Grundhaltung ist wichtig, und eine Portion Humor kommt
immer gut an. Ein "schlechtes" oder offenes Ende passt nicht zur
Kinderliteratur. Was Kinder der einzelnen Altersstufen als lustig
empfinden, ist natürlich verschieden, alle jedoch schätzen
Überraschung und Witz. Der darf dann gerne auch mal auf Kosten eines
Erwachsenen gehen.

7. Schreibe nie mit erhobenem Zeigefinder.
Der erhobene Zeigefinger ist der größte Fehler, den man bei einer
Kindergeschichte begehen kann. Wer auf diese Weise Informationen oder
eine Moral vermitteln will, wird gnadenlos scheitern. Ist eine
Botschaft jedoch im Charakter der Figuren oder in der Handlung
versteckt, kommt sie von ganz alleine an.


         Beliebte Genres im Kinderbuch

Und welche Geschichten lesen Kinder nun besonders gerne?

Fantasy
.......
Fantasy ist DAS Genre der Kinderliteratur. Hier findet man
Märchenfiguren wie Feen und Hexen, Vampire und Werwölfe, Orks und die
Elben von Mittelerde, Wesen mit und ohne magische Kräfte. Das Sams,
die Olchis, die kleine Hexe und andere Fantasy-Figuren erleben
Abenteuer, ganz "normale" Kinder entwickeln übernatürliche Fähigkeiten
und können Freunde oder gar die Welt retten. Besonders beliebt ist
zurzeit die Urban Fantasy, in der eine fremde Welt neben unserer
realen existiert, die durch ein Portal mit ihr verbunden ist.

Kinderkrimis
............
Hier decken Kinder als Detektive Verbrechen wie Diebstahl, Erpressung
oder Sachbeschädigung auf. Beliebt sind auch Ratekrimis, bei denen der
Leser selbst herausfinden muss, wer der Täter ist.

Freundschaftsgeschichten
........................
Freunde und Familie spielen im Leben der Kinder eine zentrale Rolle.
Auch Bücher über Freundschaften mit Tieren werden gerne gelesen.

Historische Geschichten
.......................
Wie haben Kinder früher gelebt, was haben sie gemacht und gedacht?
Viele Kinder interessieren fremde Welten der Vergangenheit. Besonders
viele Ansatzmöglichkeiten zum Staunen und Lachen bieten Zeitreisen,
bei denen ein Kind von heute in einer vergangenen Zeit landet oder
umgekehrt.

Gruselgeschichten
.................
Hier kommen zwar Geister und Monster vor, nicht aber Brutalität oder
Tod.

Zum Schluss noch etwas, was vor allem den Kleineren viel Spaß macht:

Reime und Gedichte
..................
Reime sind eingängig, und Kinder können sie schnell auswendig. Selbst
wenn du keine Gedichte schreiben möchtest, eignen sie sich
hervorragend als Zauberspruch, lustiges Zitat oder geheimnisvolle
Prophezeiung.

Und nun: Viel Spaß beim Schreiben für Kinder!

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gitta Edelmann hat mehrere Kinderbücher und über 150 kurze
Kindergeschichten veröffentlicht. Sie ist Mitautorin des
Schreibratgebers "Kreatives Schreiben - Vom leeren Blatt zum fertigen
Text" (Brockhaus Verlag) und gibt Schreibworkshops für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene. Gelegentlich schreibt sie auch "richtige"
Bücher in Form von Krimis für Erwachsene. http://www.gitta-edelmann.de


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INTERVIEW:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


               "Lesen ist für mich eine Leidenschaft"
                 Interview mit den Buchbloggerinnen
     Petra Hartmann, Birthe, Susanne Matiaschek und Jasmin Krieger

Ursula Schmid-Spreer: Wie kommt man dazu, Buchbloggerin zu werden?

Jasmin Krieger: Das entstand aus einer spontanen Laune heraus, andere
an meinen bzw. unseren (meine Schwester und ich betreiben den Blog
zusammen, auch wenn die meiste "Arbeit" an mir hängen bleibt)
Eindrücken der von uns gelesenen Bücher teilhaben zu lassen.

Susanne Matiaschek: In erster Linie führe ich diesen Blog für mich
selbst. Erst habe ich nur gelesen, irgendwann habe ich angefangen
Bücher zu rezensieren und an Leserunden teilzunehmen. Das hat meinen
Horizont auf jeden Fall erweitert. Da es aber bei vielen Portalen
nicht möglich ist, alle Bücher zu rezensieren. Habe ich einen Blog
gegründet, wo ich dies tun kann. Dieser Blog spiegelt auch etwas meine
Seele wieder. Lesen ist für mich eine Leidenschaft und ich stecke mein
ganzes Herzblut in meinen Blog.

Birthe: Bei mir war es so, dass ich seit nunmehr fast vier Jahren ALLE
Bücher, die ich lese, rezensiere, egal, ob sie mir gefallen oder nicht
gefallen haben. Dabei kommen bei mir jährlich ca. 80 bis100 Bücher
dazu, und so habe ich u. a. nach einer Möglichkeit gesucht, meine
Leseeindrücke übersichtlich zu sortieren. Dafür gibt es natürlich
mehrere Möglichkeiten, doch am Bloggen reizte mich die Vielfältigkeit,
die Verbindung mit anderen Bloggern, mit anderen "Gleichgesinnten",
der Austausch. Und so entschloss ich mich Ende 2013, (m)einen eigenen
Blog ins Leben zu rufen, wo ich meine Leseeindrücke festhalten kann
und mich mit anderen literaturbegeisterten Menschen austauschen kann.
Das Blog kommt mir sehr gelegen, es ist inhaltlich unbegrenzt, und da
es mir meist nicht gelingt, mich kurz zu fassen, kann ich mich im Blog
"ausleben", ohne Rücksicht auf Zeichen-/Wort-/Satzanzahl.

Petra Hartmann: Angefangen hat es bei mir mit Rezensionen in einem
Online-Portal, das inzwischen nicht mehr existiert. Ich habe dort
einige Bücher und Hörbücher vorgestellt, zumeist Science-Fiction,
etwas Fantasy und ein paar Sach-Hörbücher. Als es mit dem Portal zu
Ende ging, hatte ich plötzlich rund zwanzig Rezensionen in der Hand,
für die ich ein neues Zuhause suchte. Ich hätte es sehr schade
gefunden, wenn sie verschwunden wären. So kam ich auf die Idee, damit
ein Blog zu gründen.

Da sehr viele Science-Fiction-Beiträge darunter waren, habe ich mich
für ein Blog innerhalb des SF-Netzwerks (www.scifinet.org)
entschieden. Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe. Die Leser
sind dort sehr tolerant und schauen auch interessiert hin, wenn ich
ihnen mal einen Lyrikband oder einen Indianerroman vorsetze. Im Januar
konnte mein Blog (www.tinyurl.com/petrahartmann) dort schon seinen
vierten Geburtstag feiern. Und man hat dort sehr viel
"Laufkundschaft". Inzwischen habe ich oft 1.000 Zugriffe täglich.

USS: Ein Tag im Leben einer Buchbloggerin ...

PH: Typische Blogger-Tage gibt es vermutlich nicht. Wenn ich
brotjobtechnisch nicht zu eingespannt bin, verbringe ich viel Zeit mit
lesen und schreiben. Außer Blogbeiträgen schreibe ich gerade an einem
Roman. In letzter Zeit gehörten auch wieder viele Besuche auf
Buchmessen und Cons zum Blogger- bzw. Autorenleben (zuletzt Leipziger
und Homburger Buchmesse, im April steht der MarburgCon bevor) und
Lesungen von Autorenkollegen vor Ort. Auch darüber berichte ich in
meinem Blog.

Meist blogge ich abends. Ich bemühe mich, Bücher möglichst zeitnah zu
besprechen, wenn die Leseeindrücke noch frisch sind. Zum Jahresende
gibt es jeweils einen vierteiligen Jahresrückblick, in dem ich meine
gesamten Lesefrüchte Revue passieren lasse. Dann bemühe ich mich, über
jedes in dem Jahr gelesene Buch, das ich noch nicht rezensiert habe,
noch ein paar informative Zeilen zu schreiben. Eine Heidenarbeit, aber
so geht wenigstens nichts verloren.

SM: Es mag viele geben, die jede freie Minute an ihrem Blog rumbasteln
oder posten. Ich jedoch tue dies nicht. Ich schaue 2 bis 3 mal am Tag
rein. Wenn ich dran arbeiten muss, tue ich dies überwiegend abends.
Denn man darf auf keinen Fall vergessen, dass man noch ein eigenes
Leben hat. Und den Blog betreibe ich nur als Hobby, das mir jedoch
enorm viel Freude bereitet. Demzufolge sitze ich mal mehr, mal weniger
lang am Blog, um dran zu arbeiten.

B: Profane Dinge wie Arbeiten, Alltag, doch dazu oder nebenbei
möglichst viel "lesen". Außerdem häufig literaturbezogene Gedanken ...
Immer im Bewusstsein, dass diese Gedanken nun nicht verlorengehen
müssen, sondern im Blog festgehalten werden können - für mich selbst,
vielleicht sogar als Anregung für andere. Außerdem häufig, wenn auch
nicht täglich: stöbern in den News der anderen Blogs, oft finde ich
dort Themen, die mich bereits seit einiger Zeit beschäftigen, und
freue mich, dass ich mich darüber austauschen kann.


USS: Nach welchen Kriterien besprechen Sie Bücher?

B: Ich bespreche bzw. rezensiere grundsätzlich alle gelesenen Bücher.
Dabei erlebe ich kaum wirkliche Enttäuschungen. Ich greife zu einem
Buch, wenn mich das Cover, die Beschreibung, der Klappentext anspricht
und ich den Eindruck habe, dass es sich um eine für mich
vielversprechende Geschichte handelt - je nach Laune.

Meine Kriterien sind meine ganz persönlichen Leseeindrücke. Wie hat
mir das Buch - die Geschichte - gefallen? War ich gefesselt,
fasziniert, gebannt? War ich während des Lesens sozusagen "entrückt",
dem Alltag entflohen? Hat mich die Geschichte berührt, bewegt, mich
zum Nachdenken gebracht? Was hat mir das Lesen dieses Buches
"gebracht"? Dabei ist dies natürlich abhängig von meiner jeweils
aktuellen, persönlichen Situation: Was mich heute fesselt, vermag mich
in einer anderen Lebenssituation vielleicht zu langweilen. Ich stelle
jedoch glücklicherweise fest, dass sich mein Anspruch in den letzten
Jahren nicht wesentlich geändert hat, wenn ich auch zwischen den
Genres gerne wechsle.

JK: Wir "besprechen" bzw. beurteilen die Bücher hinsichtlich mehrerer
Gesichtspunkte: Wie konnte mich/uns die Story in ihren Bann ziehen?
Welche sprachlichen Besonderheiten sind aufgefallen? Gab es besonders
schöne Zitate? Waren die Protagonisten glaubhaft? Sind in der
Geschichte Logikfehler? Warum würden wir das Buch weiterempfehlen -
oder auch nicht? Für welche Zielgruppe scheint dieses Buch am besten
geeignet? Das sind nur ein paar Punkte, die wir dabei berücksichtigen,
wobei wir uns nicht strikt an diese Punkte halten.

PH: Sprache, Handlung, Originalität, fachliche Korrektheit, Gänsehaut
.. Es gibt viele Dinge, die ein Buch zu einem guten Buch machen. Meist
ist es einfacher zu erklären, warum ein Buch nicht funktioniert, als
bei einem wirklich großartigen Buch zu sagen, was genau das Großartige
daran war. Bei schlechten Büchern versuche ich zu zeigen, wo und wie
die handwerklichen Fehler gemacht wurden und wie man es hätte besser
machen können.

SM: Für mich ist wichtig: eine kurze Inhaltsangabe, das Cover des
Buches, denn das sagt einiges aus. Alle relevanten Infos kurz ums
Buch, Schreibstil, wie ist das Buch und die Handlung aufgebaut, aus
welcher Sicht wurde es geschrieben? Wie hoch ist der Spannungsbogen
von Anfang bis Ende des Buches, sind es kurze oder eher längere
Kapitel? Kann man eine Bindung zu dem Buch aufbauen? Meine eigene
Meinung und die Begründung.


USS: Haben Sie Lieblingsbücher?

SM: Ja natürlich habe ich auch Bücher, die ich besonders gerne mag,
oder die mich tief beeindruckt haben. Zuletzt waren das "Totenfrau"
von Bernhard Aichner und "Kinder" von Jürgen Seibold.

PH: Ja. Meine "ewige Bestenliste" besteht aus folgenden Titeln:
- Werner Bergengruen: Die drei Falken
- Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen
- Werner Koch: See-Trilogie

JK: Ja und nein. Am wohlsten fühle ich mich in der Krimi-Thriller-
Horror-Ecke. Mein Lieblingsautor ist Stephen King - demzufolge habe
ich auch alle Bücher von ihm gelesen und war auch am 19.11.13 in
München im Circus Krone live dabei, als er sein neues Buch "Doctor
Sleep" vorgestellt hat.

Ein direktes Lieblingsbuch habe ich nicht. Müsste ich aber ein Buch
nennen, das mich besonders geprägt hat, würde ich "Die unendliche
Geschichte" nennen.


USS: Wie sind Sie mit anderen BuchbloggerInnen vernetzt?

PH: Viele kenne ich durch das SF-Netzwerk, durch Twitter, Facebook
oder diverse Rezensionsportale. Ich lese sehr gern bei den Kollegen
mit und lasse mich schon mal zu ausufernden Buchkaufräuschen verführen
... Wobei ich mich meist bemühe, keine Kritiken über Bücher zu lesen,
die ich selbst noch besprechen möchte. Dabei will ich lieber völlig
unbeeinflusst an das Buch herangehen. Aber wenn meine Rezension dann
fertig und veröffentlicht ist, schaue ich neugierig nach, wie die
anderen das Buch beurteilen. Das ist sehr spannend. Und manchmal
völlig gegensätzlich.

JK: Ich folge ein paar Blogs, die mir besonders gut gefallen, u. a."
Horror and more" oder "Drei-Groschen-Poesie". Direkt vernetzt bin ich
aber mit keinem Blog. Ich sehe meinen Blog nicht als Werbeplattform -
aus diesem Grund schalte ich auch keine google adverts. Bloggen ist
und bleibt für mich ein Hobby, wenn auch ein sehr zeitintensives.

SM: Da ich meinen Blog erst seit ca. einem Monat führe, habe ich mich
auch noch nicht wirklich mit anderen Buchbloggern vernetzt. Es kamen
jedoch schon einige Kontakte zustande. Meist hinterlasse ich einen
Kommentar in einem Blog, der mir besonders gut gefällt, und meist
erhält man dann auch Feedback.

B: Neben der Blog-Plattform (Wordpress.com) über Facebook, bloglovin,
Google plus, Twitter.


USS: Inzwischen haben viele Verlage ja erkannt, dass Buchblogger als
Rezensenten wichtig für sie sein können. Wie funktioniert die
Zusammenarbeit mit den Verlagen?

PH: Ich arbeite nicht mit Verlagen zusammen. Rezensionsexemplare
fordere ich allenfalls ausnahmsweise an. Gewöhnlich lese ich nicht, um
zu rezensieren, sondern ich rezensiere Bücher, die ich ohnehin lese
und von denen ich nach dem Lesen denke, dass etwas darüber gesagt
werden müsste.

Ich bespreche meist Bücher aus Kleinverlagen abseits des Mainstreams.
Anfangs bekam ich oft Anfragen von Massenverlagen, die mir
irgendwelche Vampirschmozetten und All-Ager von der Stange andrehen
wollten, einige unverlangt zugeschickte Bücher habe ich zurückgehen
lassen. Das hat sich inzwischen gegeben. Ein paar BoDs von Autoren,
die ich gut kenne und von denen ich auch im Selbstverlag keine großen
Ausfälle erwarte, habe ich in Norderstedt angefordert und jedes Mal
anstandslos bekommen.

B: Die Zusammenarbeit mit den Verlagen ist unterschiedlich. Hin und
wieder gibt es Rezensionsexemplare von Neuerscheinungen, z. B. über
Leserunden. Wenn ich ein Buch lese, rezensiere ich es und verlinke
meist zur Buchseite des Verlages, wo der interessierte Leser weitere,
zusätzliche Informationen über mein gelesenes - und rezensiertes -
Buch erhalten kann.

JK: Bisher arbeite ich mit (noch) keinem Verlag zusammen, und von mir
aus kann es auch gerne so bleiben. Ich unterstütze lieber
unbekannte(re) Autoren wie z. B. Harald Giersche, Astrid Korten oder
Katja Piel. Außerdem möchte ich mir selbst aussuchen, welches Buch ich
wann lese. Noch kann ich mir meinen Lesestoff leisten, und ab und zu
bekomme ich auch Rezensionsexemplare von Indie-Autoren, diese
beschränken sich aber auf wenige Exemplare pro Jahr.

SM: Bisher hab ich mich noch nicht so oft an Verlage gewandt, meist
sind es die Autoren, die auf mich zukommen, und bei beiden ist es ein
reibungsloser Ablauf. Ich sag ja immer meine ehrliche Einschätzung,
und bisher ist das bei jedem gut angekommen.

Aber natürlich macht uns die Erfahrung auch reifer, aber diese muss
ich erst noch erlangen.

USS: Wie sehen Sie die Rolle der BuchbloggerInnen im Geschehen und im
Geschäft rund ums Buch?

JK: Ich bin der Meinung, dass unseren Kindern viel zu wenig vorgelesen
wird und demzufolge das Interesse an Büchern (wenn überhaupt) erst
spät aufflammt. Bücher sind mehr als nur ein Zeitvertreib. Sie öffnen
einem Tore in fremde Welten und lassen uns täglich neue Menschen und
Orte kennenlernen. Bücher bieten im Gegensatz zu Film / Kino / TV
einen längeren Genuss und beflügeln die eigene Fantasie, ohne sich
fertigen Bildern ausliefern zu müssen (Kopfkino). Wobei ich
grundsätzlich kein Gegner von Filmen bin, ich bin nur der Meinung,
dass man von einem Buch langfristig mehr hat.

Mein Sohn ist Legastheniker, und schon allein deswegen finde ich es
wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Ein Buch endet nicht
zwangsläufig mit dem Zuklappen des Buchdeckels. Im Zeitalter von
Facebook, Twitter & Co. lassen sich viele Büchermenschen finden, mit
denen man sich austauschen kann, auch weit über den Inhalt der Bücher
hinaus.

PH: Ich denke, dass Buchbesprechungen in Blogs oft ausschlaggebend
sind für Kaufentscheidungen oder dafür, wenn jemand ein Buch dann doch
nicht kauft. Ein Trend, der sich noch verstärken wird. Der Einfluss
von Blogs ist sicher in einigen Bereichen bereits jetzt höher als der
von Feuilletons großer Zeitungen. Ich selbst lasse mich sehr gern von
Buchblogs inspirieren und bestelle die dort vorgestellten Bücher. Vor
allem, da meine Art von Lesestoff im stationären Buchhandel kaum zu
finden ist.

B: Ich persönlich empfinde die Rolle der Buchblogger als relativ
bedeutend - immerhin wächst die Zahl der Blogger und ihrer Leser
beständig. Das Internet wird immer bedeutender, und immer mehr
potentielle Leser informieren sich vor dem Kauf eines Buches über
Inhalt, Meinungen anderer Leser usw.

SM: Es gibt verschiedene Buchblogger, die einen machen es beruflich,
die anderen betreiben es als Hobby. Und man darf nicht vergessen, es
gibt Buchblogger wie Sand am Meer. Aber dennoch sind sie wichtig. Und
viele Leser, Autoren und sicher auch Verlage ziehen daraus ihren
Nutzen. Man kann sich sicher sein, dass Buchblogger immer ihre wahren
Gedanken widerspiegeln, das macht sie wichtig. Inwiefern sich das auf
die Zukunft auswirken wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt unmöglich
sagen.


USS: Was sind aktuell Ihre Lieblingsbücher?

B: Nachdem ich in letzter Zeit sehr viele Krimis und Thriller gelesen
habe, zieht es mich nun wieder mehr zur zeitgenössischen Literatur,
der ich mich nach meiner aktuellen Lektüre (Charles Dickens: David
Copperfield) wieder verstärkt widmen möchte.

SM: Ich lese auch gern Reihen. Zuletzt die Marina-Esposito-Reihe von
Tania Carver. Die ist unglaublich faszinierend, und es ist schön zu
beobachten, wie sie immer mehr an Reife gewinnt.

PH: Am meisten beeindruckt haben mich in letzter Zeit:
- Pia Biundo: Alle Zeit der Welt
- Fabienne Siegmund: Das zerbrochene Mädchen
- Michael Zoch: Kometen vom Fass

JK: Meine aktuellen Lieblingsbücher sind:
- Doctor Sleep (Stephen King)
- Das letzte Sandkorn (Bernhard Giersche)
- Karl - ausgeliefert (Bernhard Giersche)
- Die Chemie des Todes (Simon Beckett)
- Ghostbound und Soulbound (Claudia M. Singer)
- Katzendämmerung (Arthur Gordon Wolf)
- Fida (Stefanie Maucher)

und noch viele ...

Petra Hartmann: http://www.tinyurl.com/petrahartmann
Jasmin Krieger: http://schwesternrezension.blogspot.de
Susanne Matiaschek: http://magischemomentefuermich.blogspot.de
Birthe: http://birtheslesezeit.wordpress.com


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen
hat, kann sie mir schicken.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten!
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                            "Der Feuerdämon"
                 Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen


Prolog

Helmut Winklers Gesicht war schneeweiß vor Aufregung. Ungläubig
starrte er auf den Brief. Seine Haushälterin hatte ihn auf seinen
Frühstückstisch gelegt, nicht ahnend, dass sie ihn damit in die
Vergangenheit zurückführte. Diese Schrift, er kannte sie wie seine
eigene, doch er hatte sie seit 25 Jahren nicht mehr gesehen. Seit sein
bester Freund gestorben war. Nun aber hatte er den Brief vor sich.
Eigentlich sollte er sich nicht wundern. Thomas war auch zu Lebzeiten
immer für Überraschungen gut gewesen. Doch über den Tod konnten sich
selbst Thomas und seine Kräfte nicht hinwegsetzen.
Mit zitternden Händen öffnete Helmut den Brief, beinahe hätte er ihn
zerrissen. Das Papier trug das Datum von Thomas Todestag.
Fasziniert begann Helmut zu lesen.

..
Mein lieber Freund,
ich schreibe dir heute aus traurigem Anlass. Wenn du diese Zeilen
liest, bin ich schon lange tot. Mach dir keine Vorwürfe, weder du noch
ich hatten die Macht, meinen Tod zu verhindern. Trotzdem bin ich dir
dankbar, dass du es versucht hast.
..

Helmut legte das Blatt beiseite, um sich eine Träne aus dem
Augenwinkel zu wischen. Nein, sie hatten es beide nicht verhindern
können. Dass Thomas schon über seinen eigenen Tod Bescheid gewusst
hatte, bevor es so weit war, erschreckt ihn zutiefst. Er schluckte
schwer und las weiter.

..
Nun, mein lieber Freund und Schüler, ich habe leider nicht viel Zeit,
dir das Wichtigste mitzuteilen, was in meinem Leben geschehen ist:
Renate ist schwanger. Sie weiß es selbst noch nicht, doch ich habe es
gerade eben gesehen. Du weißt, dass ich das nicht wollte, denn was
wird der arme Junge schon erben? Meinen Namen erbt er nicht, mein
Vermögen ist bereits verplant und ich habe leider nicht die Zeit, die
Vorkehrungen, die ich getroffen habe, rückgängig zu machen. Allein den
Fluch meiner Gabe werde ich ihm hinterlassen. Auch meiner geliebten
Renate kann ich nichts vermachen, außer einem Kind, das ich nie haben
wollte.
..

Helmut ließ das Papier wieder sinken. Thomas und Renate waren ein
schönes Paar gewesen, aber Thomas hatte sich geweigert, ihr diesen
einen Wunsch, gemeinsam eine Familie zu gründen, zu erfüllen. Sein
Leben hatte er ganz dem Kampf gegen das Böse gewidmet, obwohl er nie
etwas anderes gewollt hatte, als ein normales Leben zu führen.
Helmut hatte oft mit Renate über ihren Kinderwunsch gesprochen. Sie
hatte versucht, Thomas zu verstehen. Wie Helmut konnte auch sie nicht
begreifen, weshalb Thomas seine Kräfte als Fluch sah. Er widmete sich
wieder dem Brief:

..
Ich habe viel darüber nachgedacht, wie es nun weitergehen soll, und
mich dazu entschlossen, dir erst jetzt, wenn mein Sohn erwachsen ist,
von ihm zu erzählen. Ich möchte meinem Sohn die Chance geben, normal
aufzuwachsen, denn ich selbst hatte diese Möglichkeit nicht. Trotzdem
möchte ich ihm einen Mentor zur Seite stellen. Du bist der Einzige,
dem ich das Wohlergehen meines Sohnes anvertrauen kann. Renate wird
ihn zu einem großartigen Menschen erzogen haben, doch wie er mit
seiner Gabe umgehen muss, das kann er nur von jemandem lernen, der sie
selbst besitzt. Daher bitte ich dich, steh meinem Sohn zur Seite und
hilf ihm, seine Kräfte zu kontrollieren. Ich kann nur hoffen, die
richtige Entscheidung getroffen zu haben, dir erst jetzt von meinem
Sohn zu erzählen. Sieh es nicht als Zeichen mangelnden Vertrauens. In
diesem Moment, jetzt gerade, halte ich es für die beste Möglichkeit.

Thomas
..

Helmut legte den Brief beiseite. Das Schicksal war so grausam. Renate
hatte nach Thomas‘ Tod ein neues Leben begonnen und Helmut nicht
wieder kontaktiert. Trotzdem hatte er von ihrem tragischen Ende
gehört. Sie war nur wenige Jahre nach Thomas an Krebs gestorben.
Thomas‘ Sohn war eine Waise. Wie alt mochte der Junge sein? Helmut
erinnerte sich nicht. Er würde Nachforschungen anstellen müssen. Er
konnte nicht davon ausgehen, dass der Junge etwas von seinen geerbten
Kräften wusste.         

Donnerstag, 17. April

..
Feuer, überall! Meine Welt war ein prasselnder, glühend heißer
Höllenpfuhl. Eine Welle unkontrollierbarer Panik spülte jeden
rationalen Gedanken davon. Wie verrückt wollte ich laufen, dem Feuer
entkommen, doch ich konnte nicht, konnte mich kaum einen Millimeter
bewegen. Wie wild versuchte ich, mich zu befreien. Vor lauter Panik
begriff ich erst, dass ich gefesselt war, als die Stricke so tief in
meine Haut schnitten. Der Schmerz ließ mich zur Vernunft kommen.
Wehrlos stand ich da, angebunden wie ein Tier. Ich versuchte, Rauch
und Feuer mit meinen Blicken zu durchdringen, um irgendetwas zu sehen.
Doch Tränen löschten aus, was sich vielleicht hinter den Flammen
verbarg.
Hustend versuchte ich noch einmal, mich zu bewegen, vorsichtiger
diesmal. Vor Schmerzen stöhnte ich auf. Jede Bewegung tat so weh, als
wären mir alle Kochen gebrochen. Mühsam gelang es mir, den Kopf zu
heben. Über mir gab es keine Flammen, nur Stein und Rauch. Der Anblick
half mir, endlich wieder klare Gedanken zu fassen. Warum verbrannte
ich nicht? Vorsichtig senkte ich den Kopf, blickte an mir herab. Das
Feuer war da, gierige Flämmchen leckten an meinen bloßen Füßen, doch
sie schienen mir nichts anhaben zu können.
Ich fühlte, wie ich langsam loskam, wie durch ein Wunder. Ich sank
kraftlos zu Boden, als meine schmerzenden Beine unter dem Gewicht
meines Körpers nachgaben. Endlich waren auch meine Arme frei. Die
Stricke waren einfach verkohlt.
Noch immer brannte ich nicht, nicht einmal Brandblasen zeigten sich.
Mit wild hämmerndem Herzen griff ich in eine Flamme. Ich fühlte die
Hitze, doch meine Haut war frisch und rosig, löste sich nicht schwarz
und verkohlt von den Knochen.
Wieder versuchte ich, mit Blicken die Flammen zu durchdringen,
zwinkerte die Tränen weg. Ich sah eine menschliche Gestalt, verzerrt
von Hitze und Rauch stand sie, mit beschwörend erhobenen Armen, vor
dem Feuer. Schon wollte ich auf sie zu kriechen, als mein Blick an
etwas anderem, etwas Neuem hängen blieb. Zwischen mir und der Gestalt
begannen die Flammen sich zu verdichten.
Von dem Phänomen ging ein Grauen aus, das mich wieder in Panik
versetzen wollte. Zugleich berührte es etwas, tief in mir. Etwas, das
aus langem Schlaf geweckt wurde, viel zu fasziniert, viel zu gebannt
war, um davon zu laufen. So starrte ich paralysiert in Flammen und
Rauch, die etwas gebaren, das meinem menschlichen Bewusstsein
unendlich fremd war.
Es gewann zunehmend an Substanz, die Flammen wuchsen zusammen,
drifteten auseinander und vereinigten sich schließlich doch zu einer
Gestalt. Noch hatte sie keine klaren Grenzen, schien nicht sicher zu
sein, als was sie Teil der Wirklichkeit werden sollte. Mal meinte ich,
zwei Beine zu erkennen, dann wieder einen formlosen Balg oder eine
vielgliedrige Erscheinung. Doch im oberen Teil erkannte ich deutlich
Augen, flammende Punkte. Als sie mich fixierten, schienen sie sich
direkt in meine Seele zu fressen. Ich wurde überschwemmt von einer
Woge animalischer Fremdheit, die meine Seele erzittern ließ, und jenes
gerade erst entdeckte Fremde in mir zu unheimlichem Leben erweckte. Es
war ein Teil von mir, doch so mächtig und furchteinflößend, so
unkontrollierbar, dass ich fühlte, wie es mich zurückdrängte,
versuchte, aus mir herauszubrechen. Mein Innerstes wurde brutal
zerfetzt, sowohl von dem Feuerdämon als auch von dem unbekannten Teil
meines Selbst.
Ich schrie wie nie zuvor in meinem Leben. Die Pein war
unbeschreiblich, ich wurde buchstäblich in meine Atome zerrissen. Ich
wünschte mir, dass ich endlich verbrennen durfte. Der Tod konnte nur
Erlösung bringen.
Der Blick des Feuerdämons schien sich tiefer in mich zu bohren,
durchdrang mühelos die Reste meines gequälten Ich. Und dort fand er,
was er suchte. Gierig sog er meine Lebenskraft in sich auf. Ich schrie
noch immer, schrie und schrie und schrie ...
..

... und schrie, und riss die Augen auf, konnte endlich aufhören zu
schreien. Schweißgebadet lag ich in meinem Bett.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

                   Lektorat von Hans Peter Roentgen


Ein seltsamer Brief von einem Toten, der dem Empfänger seinen Sohn
anvertraut. Doch der Empfänger hat keinen Kontakt mehr zu der Familie.

Sehen Sie sich den Anfang des Prologs einmal genauer an. Was kommt als
Erstes, was folgt? Als Erstes wird beschrieben, dass ein Brief
eingetroffen ist, dass er den Empfänger in Aufregung versetzt, dass
die Haushälterin ihn auf den Frühstückstisch gelegt hat, dass er von
dem besten Freund kommt, den er seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat,
und dass der Empfänger ihn öffnet. Ist das spannend? Nein.


         Erst die Handlung, dann die Erklärung

Wir kennen weder den Grund für die Aufregung noch den Erzähler Helmut
Winkler noch wissen wir, was passiert ist. Deshalb klingt das sehr
melodramatisch, der Text behauptet Gefühle, der Leser erfährt aber
nicht den Grund dafür. Schreiben Sie immer erst die Ereignisse, dann
kommentieren Sie sie, ist eine gute, alte Schreibregel. Denn dann kann
ihnen der Leser folgen, und oft müssen Sie die Ereignisse gar nicht
mehr kommentieren.

In unserem Fall würde ich mit dem Brief beginnen. Denn das ist der
Auslöser, das Ereignis, das wichtig ist.

Und die Kommentare am Anfang? Soll man diese später einfügen? Ich
finde: nein. Denn nach den ersten vier Sätzen des Briefs wird die
Wirkung auf den Empfänger geschildert:

.....
"Helmut legte das Blatt beiseite, um sich eine Träne aus dem
Augenwinkel zu wischen. Nein, sie hatten es beide nicht verhindern
können. Dass Thomas schon über seinen eigenen Tod Bescheid gewusst
hatte, bevor es so weit war, erschreckt ihn zutiefst. Er schluckte
schwer und las weiter."
.....

Die anderen Details, dass seine Haushälterin ihm den Brief hingelegt
hat, dass er ihn am Frühstückstisch liest, all das ist für den Beginn
erst einmal unwichtig. Sie wollen den Leser packen, er soll
weiterlesen.

In diesem Absatz würde ich die Träne aus den Augenwinkeln streichen.
Warum? Gerne werden Tränen von Nachwuchsautoren benutzt, um Gefühle
auszudrücken. Meist funktioniert das nicht. Einmal, weil es
abgedroschen wirkt, zum anderen, weil viele Leser den Zweck erkennen:
Der Autor will auf die Tränendrüsen drücken. Und sie sind verstimmt.
Den zweiten Satz würde ich auch streichen. Lassen Sie die Geschichte
vorangehen, das wird ein Spannungsroman, keine poetische Geschichte!

.....
Helmut legte das Blatt beiseite. Dass Thomas schon über seinen eigenen
Tod Bescheid gewusst hatte, bevor es so weit war, erschreckt ihn
zutiefst. Er schluckte schwer und las weiter.
.....
Im übernächsten Absatz lässt Helmut wieder das Papier sinken und
erinnert sich an seinen Freund und dessen Frau. Da das aber schon bei
der ersten Unterbrechung des Lesens festgestellt wurde, muss das nicht
mehr extra betont werden; der Text kann direkt in die Erinnerung an
den Freund springen:

.....
Thomas und Renate waren ein schönes Paar gewesen, aber Thomas hatte
sich geweigert, ihr diesen einen Wunsch, gemeinsam eine Familie zu
gründen, zu erfüllen. Obwohl er nie etwas anderes gewollt hatte, als
ein normales Leben zu führen.
Helmut hatte oft mit Renate über ihren Kinderwunsch gesprochen. Sie
konnte nie begreifen, weshalb Thomas seine Kräfte als Fluch sah.
Helmut widmete sich wieder dem Brief:
.....

Ich habe hier ein wenig gestrafft. Und den "Kampf gegen das Böse"
gestrichen. Der bleibt nämlich sehr abstrakt und erhöht deswegen die
Spannung nicht. Obendrein wird später gesagt, dass Thomas "seine
Kräfte als Fluch sah". Damit erfahren wir, dass er offenbar
ungewöhnliche Kräfte besaß. Das ist zwar auch allgemein, aber weckt
viel mehr Interesse als "das Böse".

Danach lesen wir den Rest des Briefes. Und Thomas "legte den Brief
beiseite". Das wäre das dritte Mal, das uns das erklärt wird, ich
würde es deshalb streichen.

Am Schluss erfahren wir, dass Helmut gar keinen Kontakt mehr zu Renate
hatte, die bald darauf starb, und dass der Sohn von Thomas als Waise
aufwuchs, über dessen Schicksal Helmut gar nichts weiß. Er vermutet,
dass der Junge nichts von seinen geerbten Kräften weiß. Womit wieder
die Kräfte angesprochen werden, ein Cliffhanger am Ende. Denn um
welche Kräfte geht es? Der Titel "Der Feuerdämon" lässt einiges
vermuten, doch um das zu erfahren, müssen wir weiterlesen.


         Detailkritik

Dann kommt der Traum. Im Original ist er - wie auch der Inhalt des
Briefs - kursiv gesetzt (bei uns stehen am Anfang und am Ende je zwei
Pünktchen) - eine gute Idee, um den Unterschied zur Realität zu
kennzeichnen. Einfach mit einer Erzählung zu beginnen und irgendwann
zu sagen: "Ätsch, das war jetzt ein Traum", das ist keine gute Idee.
Die meisten Leser fühlen sich dann veräppelt.

Am Traum selbst habe ich nur Details zu kritisieren. "Eine Welle
unkontrollierbarer Panik spülte jeden rationalen Gedanken davon", das
klingt sehr melodramatisch, da reicht: "Panik spülte jeden rationalen
Gedanken davon."

Die Panik kommt noch mal vor: "Vor lauter Panik begriff ich erst, dass
ich gefesselt war, als die Stricke so tief in meine Haut schnitten".
Das könnte man besser ohne Panik ausdrücken: "Dass ich gefesselt war,
begriff ich erst, als die Stricke so tief in meine Haut schnitten."

"Das Feuer war da, gierige Flämmchen leckten an meinen bloßen Füßen."
"Flämmchen" klingt hier sehr harmlos und "das Feuer war da" etwas
unbeholfen, außerdem wissen wir bereits, dass das Feuer anwesend ist.
Wie wäre es mit: "Gierige Flammen leckten an meinen bloßen Füßen"?

"Ich fühlte, wie ich langsam loskam, wie durch ein Wunder." Da reicht
es, einfach zu schildern, wie die Fesseln sich lockern. Dass er das
fühlt, dürfte dem Leser klar sein: "Dann lockerten sich die Fesseln."

"Zwischen mir und der Gestalt begannen die Flammen sich zu
verdichten." Seien Sie vorsichtig mit dem Hilfsverb "beginnen", damit
beginnen Sie Ihren Text auszubremsen. "Verdichten" ist ein viel
stärkeres Verb, stellen Sie das in den Mittelpunkt: "Zwischen mir und
der Gestalt verdichteten sich die Flammen."

"Ich wurde überschwemmt von einer Woge animalischer Fremdheit, die
meine Seele erzittern ließ und jenes gerade erst entdeckte Fremde in
mir zu unheimlichem Leben erweckte." Auch dieser Satz lässt sich
verbessern: "Eine Woge animalischer Fremdheit ließ meine Seele
erzittern und weckte jenes gerade erst entdeckte Fremde in mir zu
unheimlichem Leben." Aktive Verben sind meist besser als das Passiv.

"Mein Innerstes wurde brutal zerfetzt" und "ich wurde buchstäblich in
meine Atome zerrissen", das klingt sehr melodramatisch und so, als ob
der Autor nicht genau weiß, wie sich der Ich-Erzähler fühlt. Ich würde
das streichen.


         Der Erzähler

Welches "Ich" erzählt überhaupt diesen Traum? Muss das dem Leser nicht
am Anfang gesagt werden?

Ich finde nicht. Denn durch die Wahl des Ich-Erzählers stellt der
Autor klar, dass es ein anderer Erzähler ist als im Prolog. Vermutlich
der Sohn, aber das werden wir noch erfahren. Ich halte das als
Spannungselement für durchaus gerechtfertigt.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge und "Drei Seiten für ein Exposé".
Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert. Gerade ist sein neuer
Ratgeber "Schreiben ist nichts für Feiglinge" erschienen.


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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow hat seine Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt
- thematisch sortiert und aktualisiert:

"Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung für Autoren 2012", E-Book,
2,99 Euro, http://www.amazon.de/gp/product/B007VD3OL6/


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR MARKETING:
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           Maike Frie (marketing at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Mein aktueller Roman erscheint bald als Taschenbuch. Jetzt habe ich
festgestellt, dass ein ehemaliger Spiegel-Bestseller sich mit einem
sehr ähnlichen Thema beschäftigt. Kann ich das für meine eigenen
Marketing-Maßnahmen nutzen? Und wenn ja, wie?


Antwort:
Nutzen kann man fast alles! In diesem Fall finde ich es wichtig, eine
"neutrale Instanz" zu gewinnen, die eine Verbindung zwischen den
beiden Büchern herstellt. Denn wenn du nur selbst behauptest "Mein
Buch ist wie XY von ABC, nur viel besser", klingt das nicht sehr
überzeugend. Außerdem könnte das Probleme nach sich ziehen, wenn ABC
davon erfährt und von dem Vergleich nicht so begeistert ist ...

Aber warum nicht den Autor des Bestsellers selbst kontaktieren?
Vielleicht kannst du ihn / sie ja davon überzeugen, dein Buch zu lesen
und dir ein Zitat dazu zu schicken? Dann kannst du ihn / sie als
Testimonial nutzen (für deine aktuellen Werbematerialien, im Internet
und bei der nächsten gedruckten Ausgabe). Ein Vorschlag: gemeinsame
Werbung für eure Bücher. Zum Beispiel lassen sich Thementische in
Buchhandlungen organisieren, oder ihr nehmt gegenseitig
Werbepostkarten zu euren Lesungen mit.

Ansonsten gibt es bestimmt andere Bücherexperten, die für dich die
Verbindung zwischen den beiden Titeln ziehen. Wenn ein unabhängiger
Rezensent schreibt, dass beide Bücher ein ähnliches Thema behandeln
oder ähnlich geschrieben sind, hilft das deinem Titel ins Fahrwasser
des Bestsellers.

Und wo sind die Leser des Bestsellers? Wenn du sie findest, findest du
auch neue Leser für dein Buch. Gibt es spezielle Portale, Foren,
Zeitschriften, Regionen, Fangemeinden, Leserunden oder Vereine, wo die
Bestseller-Käufer sitzen? Dann schickst du denen Rezensionsexemplare
und hoffst, dass sie für dich aktiv werden.

Auf jeden Fall: Probieren geht über Studieren! Viel Erfolg!

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Maike Frie, Münsteranerin von 1976 mit Skandinavien-Begeisterung; nach
Stationen in Oslo und Hamburg heimgekehrt; tätig als Dozentin,
Texterin, Lektorin und Mutter; bietet für Autoren Korrektorat,
Lektorat und Manuskriptberatung sowie ein Seminarprogramm zum
Kreativen Schreiben - mehr unter http://www.skriving.de


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
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