Ausgabe 7-12 (20. Dezember 2005)

Editorial
Inserate
Schreib-Kick
Leserbriefe
Autorenwissen
    "Das professionelle Exposé: So präsentieren Sie
    Ihr Sachbuchprojekt einem Verlag"
    von Oliver Gorus
Buchbesprechung
    "Über Theater schreiben"
    besprochen von Ben Sonnborn
Interview mit Rainer Wekwerth
Verlagsportrait
    "Storia-Verlag"
    vorgestellt von Ursula Schmid-Spreer
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
    "Wie komme ich an ein Stipendium?"
    von Stephan Waldscheidt
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
    (Ute Hacker)
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Björn Jagnow)
Frag den Experten für Drehbuch
    (Oliver Pautsch)
Frag die Expertin für Fantasy
    (Stefanie Bense)
Frag die Expertin für Kriminalistik
    (Nikola Hahn)
Frag den Experten für Heftromane
    (Arndt Ellmer)
Hall of Fame
EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

es ist so weit: Der Tempest wird zehn Jahre alt! Ganz herzlichen Dank  
für die lieben Mails, die uns bisher schon zum Jubiläum erreicht ha- 
ben. Zu diesem denk- und feierwürdigen Anlass sind wir in die staubi- 
gen Katakomben von autorenforum.de hinuntergestiegen und haben neben  
einigen Skeletten unsensibler Lektoren und raffgieriger Verleger his- 
torische Dokumente von unschätzbarem Wert ausgegraben. Einige davon –  
nämlich drei Exemplare der allerersten Print-Tempest-Ausgaben – verlo- 
sen wir unter denen, die uns bis zum 10. Januar neue Schreibtipps fürs  
Editorial schicken (maximal 5 Zeilen). Und in der nächsten Ausgabe  
gibt es dann die große Enthüllungschronik zu zehn Jahren Tempest. Wir  
brauchen nur noch ein wenig Zeit für die Geschichtsfälsch... äh: Ge- 
schichtsschreibung. 

Eine Änderung gilt ab sofort: autorenforum.de ist nun wieder ein nor- 
maler Club (was man so normal nennt ...). Ein Effekt davon ist, dass  
wir keine kommerziellen Anzeigen mehr annehmen. Für private Aufrufe  
steht euch aber nach wie vor der Echo-Service zur Verfügung. Damit ist  
es auch mal wieder Zeit für meinen wie gewöhnlich recht dringenden  
Aufruf (den 46., den 84.? Chronist, bitte recherchieren!): Wir brau- 
chen eure finanzielle Unterstützung, um den Tempest auch weiterhin am  
Leben zu halten – nach dem Wegfall der Anzeigen nun umso mehr. Bitte  
überweist euren freiwilligen Jahresbeitrag auf unser neues Konto (Da- 
ten dazu unter dem Editorial). 

Und nun zum Inhalt dieser Ausgabe. Endlich ist mal wieder was für die  
SachbuchautorInnen unter euch dabei: Oliver Gorus zeigt, wie man ein  
Sachbuchprojekt erfolgreich präsentiert. Außerdem gibt es ein Inter- 
view mit dem Autor Reiner Wekwerth, eine Buchbesprechung, ein neues  
Verlagsportrait, viele Expertenantworten – und Honeyball meldet sich  
zurück, was uns schon einige unruhige Nächte wegen des ungewissen  
Schicksals seiner vor kurzen noch so lebendigen Nachfolgerin Biggi  
Bäumchen beschert hat ... Wer übrigens nicht genug bekommen kann von  
unserem wunderbaren Haussatiriker Stephan Waldscheidt, sollte jetzt  
schon seinen neuen Antiratgeber vorbestellen (und dabei sparen):  
"Schreib den verd... Roman! Die simple Kunst, einen Bestseller zu ver- 
fassen" gibt es ab 15. Februar 2006 bei Uschtrin. 

Der Tipp des Monats Dezember, diesmal von mir: 

     http://www.buero-philipp.de/Resources/ausgezeichnet.pdf:  
     Hier gibt es "Ausgezeichnet! 2005", eine 80-seitige Broschüre  
     mit Infos zu zahlreichen Literaturpreisen als PDF-Datei.  


     (Für viele davon ist allerdings keine Eigenbewerbung möglich.) 

Feiert mit uns, und helft uns mit euren Beiträgen – Tipps, Artikeln,  
Marketingideen und nicht zuletzt auch freiwilligen Jahresbeiträgen –,  
den Tempest auch in Zukunft lebendig, informativ und nützlich für alle  
AutorInnen zu halten. Wir freuen uns darauf, mit und für euch weiter- 
zumachen! 

  Gabi Neumayer 
  Chefredakteurin 

~~~~~~~~~~~ 
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser   
Konto: 

Sparda Bank Südwest eG 
BLZ 550 905 00 
Kto. 100 724 515 
Stichwort: "Beitrag 2005" 

ACHTUNG: NEUES KONTO!  
Das alte bleibt aber auch noch eine Weile bestehen. 

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei- 
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch  
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest). 

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15 
BIC: GENODEF1S01 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 
ISSN 1439-4669   Copyright 2005 autorenforum.de. Copyright- und 
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 

   INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

      Editorial 
      Inserate 
      Schreib-Kick 
      Leserbriefe 
      Autorenwissen 
         "Das professionelle Exposé: So präsentieren Sie  
         Ihr Sachbuchprojekt einem Verlag" 
         von Oliver Gorus  
      Buchbesprechung 
         "Über Theater schreiben" 
         besprochen von Ben Sonnborn 
      Interview mit Rainer Wekwerth 
      Verlagsportrait 
         "Storia-Verlag" 
         vorgestellt von Ursula Schmid-Spreer 
      Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser 
         "Wie komme ich an ein Stipendium?" 
         von Stephan Waldscheidt 
      Frag die Expertin für Schreibhandwerk 
         (Ute Hacker) 
      Frag den Experten für Verlagswesen 
         (Björn Jagnow) 
      Frag den Experten für Drehbuch 
         (Oliver Pautsch) 
      Frag die Expertin für Fantasy 
         (Stefanie Bense) 
      Frag die Expertin für Kriminalistik 
         (Nikola Hahn) 
      Frag den Experten für Heftromane 
         (Arndt Ellmer) 
      Hall of Fame 
      Impressum 


TEIL 2 (nur für Abonnenten): 

      Veranstaltungen 
      Ausschreibungen 
      Publikationsmöglichkeiten 
           mit Honorar 
           ohne Honorar 
      Seminare 
      Messekalender 
      Impressum 

~~~~~~~~~ 
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service  
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein- 
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard  
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige  
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen  
Jahrgänge zu erstellen.  

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Kleinanzeigen 
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Ab sofort werden keine neuen Kleinanzeigen mehr angenommen. Für priva- 
te Aufrufe steht euch aber weiterhin der Echo-Service zur Verfügung. 


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INSERATE: 
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                                (mailto:werbung at team punkt autorenforum punkt de) 


Coaching / Script-Doctoring 
Ihr Protagonist weiß nicht, was er tun soll? Sie kommen nicht weiter,  
werden nie fertig, wissen nicht, wohin? Dann sind Sie bei uns richtig.  
Für fortgeschrittene Hobby-Autoren, ambitionierte Neu-Autoren und  
Fortgeschrittene, die einfach den Faden verloren haben.  Professionel- 
les Lektorat und Korrektorat von bewährtem Team. Ebenfalls im Angebot:  
Überprüfung / Umgestaltung des Handlungsverlaufs, der Spannungsbögen  
und der Glaubwürdigkeit bzw. Verständlichkeit des Textes. Wir kümmern  
uns ebenfalls um die atmosphärische Dichte, Ausdruck, Satzbau und  
Stimmigkeit der Charaktere, falls notwendig, Neuentwicklung dieser E- 
lemente. Arbeitsziel ist ein verlagsgerechtes, vorlagefähiges Manu- 
skript, unter besonderer Berücksichtigung der wichtigen ersten Seiten.  
Was noch? Wenn gewünscht, Beratung / Ausbildung in Stilfragen, Erstel- 
lung von professionellen Exposees und Treatments, Orientierungshilfen  
(für wen schreibe ich, welches Genre, welcher Verlag kommt in Be- 
tracht?). Honorar nach Vereinbarung. Betreuung telefonisch oder per E- 
Mail, regional (Hamburg) auch persönlich möglich. Tel. 040/2275339,  
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

__________ 

Romanwerkstatt 2006 

Die Romanwerkstatt richtet sich an alle, die ernsthaft schreiben und  
sich an längeren TeXten versuchen möchten. Deshalb ist die Teilnehmer- 
zahl auf 12 begrenzt. Selbstverständlich könnt und sollt ihr mit euren  
eigenen Projekten, Figuren und Plots arbeiten oder diese entwickeln. 

Es wird um Figuren und Plots gehen, um Übergänge, Einstiegssätze, Dia- 
loge, kurz, um alles, was bei einem Romanprojekt wichtig ist. Ihr  
könnt auch bereits vorhandene TeXtteile in der Romanwerkstatt vorstel- 
len und diskutieren. 

Dabei werden nicht nur wir Trainer eure TeXte kommentieren, sondern  
auch die anderen Teilnehmer. So bekommt ihr eine breitere Rückmeldung  
und lernt außerdem, an TeXten zu arbeiten. 

Weitere Informationen findet Ihr unter: 
http://www.textkraft.de/pageID_597246.html 

__________ 

Bringen Sie Manuskripte und Bücher auf Erfolgskurs 
mit http://www.scriptscreening.com/ für Leser, Verlage und Autoren 
__________ 

Endlich! Wir konnten uns der Nachfrage nicht verschließen: Ab sofort  
gibt es eine Hörbuchfassung von Eine Alte Dame Ging Hering, Rich  
Schwabs zweitem Büb-Klütsch-Roman. 2 CDs mit Ausschnitten, gelesen und  
mit Musik versehen vom Autor selbst. Zu bestellen unter  
www.richschwab.de, Preis 18,– Euro plus 3,– Versandkosten. 
Schöne Feiertage! 
__________ 

Mit dem Schreiben von Biographien professionell Geld verdienen 
Autorenworkshop mit Andreas Mäckler, Stefan Schwidder, Matthias Bröm- 
melhaus 

Das Schreiben privater Autobiographien boomt, immer mehr Autoren und  
Journalisten versuchen, mit professionellen Angeboten das Bedürfnis  
nach Erinnerung zu bedienen. Doch bei den meisten bleibt es beim  
Schreiben weniger Biographien im Auftrag ihrer Kunden, die zumeist aus  
dem Verwandten- und Bekanntenkreis kommen. Dass es aber besser geht  
und man als Ghostwriter privater Autobiographien viel Geld verdienen  
kann, beweisen die Mitglieder des Biographiezentrums, einer Vereini- 
gung biographischer Dienstleister (http://www.biographiezentrum.de).  
Sie bieten ein Professionalisierungsseminar für Autoren an, die im  
Auftrag ihrer Kunden Lebensgeschichten bearbeiten oder erstellen. Ziel  
ist, eine effektive Handlungsgrundlage zu geben, die alle für die Bio- 
graphiearbeit wichtigen Themen abdeckt. Die Teilnehmer erhalten so die  
Möglichkeit, künftig noch professioneller und erfolgreicher zu arbei- 
ten.  

Termine: 
31. März  - 2. April 2006, Dämeritz Seehotel, 12589 Berlin-Köpenick  
(Ostdeutschland) 
16. - 18. Juni 2006, Hotel Krone, 86168 Niederstotzingen (Süddeutsch- 
land) 
23. - 25. Juni 2006, Seminarhotel Georg, 58453 Witten-Annen (West- 
deutschland) 
14. - 16. Juli 2006, SeminarHotel Schulz, 29303 Bergen (Norddeutsch- 
land) 
21. - 23. Juli 2006, Hotel Röse, 36179 Bebra (Deutschland Mitte) 

Zeit:  
Beginn jeweils 14 Uhr, Ende 15 Uhr 

Kosten:  
EUR 450,- für Mitglieder des Biographiezentrums, EUR 520,- für Nicht- 
mitglieder (inkl. Übernachtungen, Vollpension, Tagungsverpflegung) 
Anmeldeschluss jeweils 5 Wochen vor Beginn des Workshops. 

Anmeldung: 
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Tel. 082 43 / 99 38 46  

http://www.biographiezentrum.de 


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SCHREIB-KICK: 
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de) 


Unser Schreib-Kick für den Dezember, diesmal von Jenni Schreiner: 

Gruselgeschichte (für Gruppen) 

A. Jedes Gruppenmitglied bekommt drei Zettel. Auf den ersten werden  
Stichworte über eine normale Situation in der Nacht geschrieben (Aus- 
gangslage), auf den zweiten eine Wahrnehmung, die etwas Gruseliges an- 
deutete (z. B. eine unerwartete Begegnung, Schatten, Geräusche). Auf  
den dritten Zettel schreibt jeder anschauliche Formulierungen darüber,  
wie auf das Unheimliche reagiert wird (Empfindungen, Körperreaktionen,  
Ausrufe ...). 

B. Die Zettel werden verlost. Anschließend verarbeitet jeder die drei  
Bausteine zu einer Gruselgeschichte. 


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LESERBRIEFE: 
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de) 



Liebes Team des Autorenforums, Herausgeber des Tempest! 

Seit längerem schon bin ich treue Leserin Ihres Newsletters, den  ich  
jeden Monat gespannt erwarte. 

Viele wertvolle Tipps und Anregungen hab ich Ihrem Newsletter und   
auch der Internetplattform zu verdanken. 

Für Ihre Mühe, Ihr Wissen und Können mit angehenden und  routinierten  
Autor(inn)en zu teilen; Informationen, News, Termine, Wettbewerbe usw.  
zu recherchieren und weiterzugeben, dafür möcht ich mich mit Weih- 
nachtsgedanken aus eigener Feder bei Ihnen bedanken. 

Besinnliche Festtage und viel Erfolg im kommenden Jahr wünscht Ihnen 

herzlichst  
Gabi Kolaja  

++++++++++ 

Liebes Autorenforum, lieber Tempest! 

Nach meiner Rechnung feiert ihr diesen Monat das 10-jährige  Jubiläum.  
Stimmt’s? Wenn ja, gratuliere ich euch allen ganz herzlich. Eure Bei- 
träge sind für mich ein wichtiger Faktor. Ich freue mich auf jede Aus- 
gabe  und bin immer sehr gespannt darauf, was kommen wird. 

Ich wünsche euch allen eine schöne Advent- und Weihnachtszeit und  al- 
les Gute für das neue Jahr.                      

Mit herzlichen  Grüßen 
Ursula Roffler  


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AUTORENWISSEN:	 
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de) 

                     "Das professionelle Exposé:  
         So präsentieren Sie Ihr Sachbuchprojekt einem Verlag" 
                          von Oliver Gorus  

Viele Sachbuchautoren schreiben im Exposé zu viel über den Inhalt und  
liefern dem Verlag zu wenige Verkaufsargumente. Dabei ist das Exposé  
Ihr Verkaufsprospekt gegenüber dem Verlag. Wenn Sie an Ihr Buch den- 
ken, steht für Sie womöglich Ihr spezielles Thema im Vordergrund – für  
den Verlag steht im Vordergrund, ob es sich um ein gutes Geschäft han- 
delt. Deshalb sollte das Exposé Ihr Projekt als Verlagsprodukt präsen- 
tieren. Je besser Sie sich in die Lage derjenigen versetzen können,  
die über den Zuschlag zu Ihrem Projekt entscheiden, und je mehr Aspek- 
te Sie berücksichtigen, die bei dieser Entscheidung den Ausschlag ge- 
ben, desto größer sind Ihre Chancen.  

Die Entscheidung über neue Bücher trifft im Verlag die Programmkonfe- 
renz. Diese besteht aus Vertretern von Lektorat, Vertrieb, Marketing  
und Presseabteilung sowie Geschäftsleitung und Herstellung. Jeder  
Teilnehmer hat die seiner Rolle im Geschäftsprozess entsprechende  
Sicht auf Ihr Projekt und muss durch passende Argumente überzeugt wer- 
den.  

Die meisten Verlage haben ein spezielles Formular für Projektvorschlä- 
ge, womit der Lektor der Programmkonferenz ein neues Projekt vor- 
stellt. Die Basis dafür bildet Ihr Exposé. Sie stellen es dem Verlag  
am besten als offene Microsoft Word-Datei zur Verfügung, damit der  
Lektor Informationen leicht in das Formular übernehmen kann.  

Welche einzelnen Elemente sollte Ihr Exposé enthalten, damit die Pro- 
grammkonferenz begründet entscheiden kann?  


          Titel, Umfang, Zeitplan und Positionierung 

Platzieren Sie zunächst den Arbeitstitel und den Untertitel Ihres  
Buchprojekts sowie Ihren Namen und ggf. die Namen Ihrer Co-Autoren –   
deutlich hervorgehoben –  auf der ersten Seite des Exposés. Der Verlag  
braucht außerdem für seine Planung einige weitere Daten: Zunächst ge- 
ben Sie an, ob Ihr Manuskript bereits vollständig erstellt ist oder ob  
Sie ein Konzept und einen Probetext haben. Das Letzte ist der Ideal- 
fall, denn die Non-Fiction-Verlage wollen Konzepte, nicht Manuskripte  
angeboten bekommen – anders als z. B. im Feld der Belletristik.  

Der Verlag möchte außerdem wissen, wann Sie das vollständige Manu- 
skript abgeben können, denn daraus errechnet sich unter Berücksichti- 
gung des Vorlaufs für Marketing und Produktion der Erscheinungstermin.  
Da Sie nicht wissen, wie lange es dauern wird, bis Sie einen Vertrag  
erhalten und mit der Manuskriptarbeit beginnen können, geben Sie am  
besten einen relativen Zeitpunkt an, beispielsweise "sechs Monate nach  
Vertragsunterzeichnung".  

Den geplanten Umfang sollten Sie im Exposé in Zeichen inklusive Leer- 
zeichen angeben, das ist eindeutiger als die Seitenzahl. Die Zeichen- 
zahl ermittelt Ihre Textverarbeitung. Haben Sie bereits ein Probekapi- 
tel geschrieben, können Sie den Gesamtumfang Ihres geplanten Buchs  
leicht schätzen. Diese Umfangsschätzung sollte auch für den Verlag mit  
Blick auf den Probetext und das vorläufige Inhaltsverzeichnis stimmig  
und leicht nachvollziehbar sein. Geben Sie zusätzlich auch an, ob Sie  
Abbildungen planen und wie viele es werden sollen.  

Als Nächstes sollte Ihr Exposé Aussagen zur Positionierung beinhalten.  
In welche Abteilung und in welches Regal soll der Buchhändler Ihr Buch  
einsortieren? Oft geht das aus dem Arbeitstitel nicht eindeutig her- 
vor. Verbirgt sich hinter "Alles einfach!" ein Buch für die Wirt- 
schaftsabteilung, oder soll der Titel in das Regal Lebenshilfe? Gehen  
Sie im Zweifel in eine große Buchhandlung und schauen Sie sich die  
Regalbezeichnungen an.  


          Die Zielgruppe 

Machen Sie auch möglichst genaue Angaben zur Zielgruppe. Der Verlag  
will die Zielgruppe kennen, damit das Marketing darauf abgestimmt wer- 
den kann. Die Definition der Zielgruppe und ihre Erreichbarkeit sind  
in der Programmkonferenz oft Anlass zu kontroversen Diskussionen zwi- 
schen Lektorat, Vertrieb und Marketing. Bei Fachbüchern lässt sich die  
Zielgruppe im Exposé meist nach der Berufsbezeichnung oder -rolle ein- 
grenzen. So hat z. B. das Buch "Effektives Projektmanagement" als  
Zielgruppe "Projektleiter, Projektmitarbeiter und verantwortliche Ma- 
nager".  

Beim Ratgeber besteht die Zielgruppe mehr oder weniger aus den Betrof- 
fenen. Das Buch "Leukämie – was nun?" richtet sich dann z. B. an "Be- 
troffene, ihre Angehörigen und Pflegepersonal". Personenkreise, für  
die das Buch sonst noch interessant sein könnte, obwohl es sich nicht  
direkt an sie richtet, lassen Sie besser weg. Beim letztgenannten Bei- 
spiel also etwa "Ärzte". Denn sonst stiften Sie beim Verlag nur Ver- 
wirrung über die exakte Positionierung.  


          Das Thema 

Das Thema und seine aktuelle Relevanz für die Zielgruppe ist der  
nächste Punkt Ihres Exposés. Aber Vorsicht: Der Lektor will hier nicht  
über viele Seiten den Inhalt Ihres Buches erklärt bekommen, sondern  
einen oder vielleicht zwei prägnante Absätze lesen, die er so am bes- 
ten auch an den Vertrieb weiterreichen kann. Wichtiger als inhaltliche  
Ausführlichkeit ist es, den Verlag davon zu überzeugen, dass Ihr Thema  
aktuell und von großem Interesse für die potentiellen Buchkäufer ist.  
Liefern Sie dazu möglichst Beweise oder Belege aus Studien, der Presse  
usw.  

In einem weiteren Absatz beschreiben Sie, wie Ihr Buch das Thema genau  
umsetzen wird und welchen konkreten Nutzen der Leser davon hat. Zeigen  
Sie dem Verlag, dass Sie nicht nur das Thema beherrschen, sondern es  
auch dem Medium Buch gerecht aufbereiten können. Nennen Sie hier auch  
Merkmale, die die Darstellungsweise besonders interessant machen, etwa  
zahlreiche Beispiele oder einzigartiges Bildmaterial.  


          Die Konkurrenz 
Der nächste Punkt, die Konkurrenzanalyse, ist vor allem für den Ver- 
trieb des Verlages sehr wichtig. Konkurrenzwerke sollten Sie mit bib- 
liographischen Angaben (Autor, Titel, Untertitel, Verlag, Erschei- 
nungsjahr) in Ihrem Exposé auflisten. Sinnvoll ist, auch einige Titel  
aus dem erweiterten Wettbewerbsumfeld zu benennen. Sie zeigen damit,  
dass Sie sich mit dem Markt beschäftigt haben. Bücher, deren Erschei- 
nungstermin oder letzte Neuauflage schon länger zurückliegt oder die  
derzeit nicht mehr lieferbar sind, können Sie unberücksichtigt lassen.  

Entscheidend ist die deutliche Abgrenzung Ihres Buchs von Konkurrenz  
und Marktumfeld. Nennen Sie klare, nachvollziehbare und sachliche,  
konzeptionelle Unterscheidungsmerkmale. Auf keinen Fall sollten Sie  
Konkurrenzwerke werten, also etwa als "langweilig" oder "oberfläch- 
lich" bezeichnen, oder behaupten, dass Ihr Buch schlicht besser sei.  
Eine rein qualitative Abgrenzung zur Konkurrenz ist nämlich für den  
Vertrieb schlicht wertlos: Am Markt zählt, welches Buch eine Allein- 
stellung hat oder zuerst da war. 


          Der Autor 

Der Verlag erwartet auch Angaben zu Ihrer Person. Fügen Sie hier nicht  
einfach einen Lebenslauf ein, sondern überlegen Sie, welche Informati- 
onen der Verlag gebrauchen kann. Der Verlag will wissen, was gerade  
Sie befähigt, genau dieses Buch zu schreiben, und inwiefern Sie das  
Thema auch glaubwürdig verkörpern. Die Presseabteilung will vor allem  
eine Story für die Journalisten. 

Wenn Sie beratend tätig sind, können Sie allseits bekannte Vorzeige- 
kunden nennen. Und wenn Sie bereits etwas veröffentlicht haben, soll- 
ten Sie das unbedingt erwähnen. Auch ist es geschickt, schon im Exposé  
darauf hinzuweisen, was Sie selbst zur Vermarktung des Buchs beitragen  
wollen. Vielleicht bieten Sie regelmäßig Seminare an und können dort  
das Buch einsetzen oder bewerben? 


          USPs 

Schließlich empfiehlt es sich, schlagende Verkaufsargumente für Ihr  
Buch in Stichpunkten aufzuzählen. Solche so genannten USPs (Unique  
Selling Propositions) sind das Handwerkszeug der Verlagsvertreter.  
Bringen Sie hier an, was Ihr Buch einzigartig macht. Ein Verkaufsargu- 
ment ist etwa, wenn es sich um das einzige Buch zum Thema handelt. (A- 
ber Vorsicht: Das muss hundertprozentig stimmen, denn spätestens der  
Buchhändler weiß es sonst besser ...) Beim Sachbuch ist häufig der  
Neuigkeitswert oder die Exklusivität der gewährten Einblicke ein Al- 
leinstellungsmerkmal, manchmal die besondere Position oder Kompetenz  
des Autors, manchmal eine besondere Darstellungsweise.  


          Die Gliederung 

Sie ergänzen Ihr Exposé nun noch um die vorläufige Gliederung. Dann  
formatieren Sie das gesamte Exposé klar, übersichtlich und möglichst  
schlicht, in einer auch für geschäftliche Korrespondenz üblichen  
Schriftgröße (beispielsweise Times New Roman 12 Punkt). Schicken Sie  
es gemeinsam mit einem Probetext an den Lektor, mit dem Sie vorher  
persönlich gesprochen haben. Niemals sollten Sie es unverlangt versen- 
den, wenn Sie nicht riskieren möchten, neben dem Schreibtisch des Lek- 
tors auf dem großen Stapel zu landen, der von Praktikanten regelmäßig  
durch das Versenden von Standardabsagen im Wachstum begrenzt wird.  
Wenn Ihr Exposé prägnant und aussagekräftig ist und genügend Verkaufs- 
argumente enthält, wird Ihr Buchprojekt seine gerechte Chance in der  
Programmkonferenz erhalten. 


          Alle Bestandteile auf einen Blick 

Die Bestandteile eines Exposés für Non-Fiction-Bücher hier noch einmal  
auf einen Blick. Die Reihenfolge der einzelnen Punkte ist dabei nicht  
entscheidend. 
– Name des Autors bzw. der Autoren 
– Arbeitstitel inklusive Untertitel 
– Status des Projekts 
– Abgabetermin 
– Umfang, Zahl der Abbildungen 
– Regalplatz im Buchhandel und Genre (Buchgattung) 
– Zielgruppe 
– Buchthema und Relevanz für die Zielgruppe 
– Umsetzung des Themas und Nutzen für den Leser 
– Konkurrenz 
– Über den Autor (die Autoren) 
– USPs (Verkaufsargumente) 
– Gliederung 
– Probetext (separat) 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Oliver Gorus ist Autorenberater und Geschäftsführer der Literaturagen- 
tur Gorus, Engen und Berlin. Sein Buch "Erfolgreich als Sachbuchautor"  
erscheint im Herbst 2006 beim Verlag Gabal. 


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BUCHBESPRECHUNG: 
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de) 


                        "Über Theater schreiben" 
                      besprochen von Ben Sonnborn 

Es gibt viele Textgattungen, die es lohnen, näher betrachtet zu wer- 
den; die Theaterkritik ist eine davon. Was ist eigentlich ein Theater- 
rezensent, und worin besteht seine Aufgabe? Ist er Teil der Inszenie- 
rung, ein Empfänger, der die ihm von der Bühne zugeworfenen Bälle auf- 
fängt, also Erster Repräsentant des gesamten Publikums? Oder gehört er  
nicht zum Theater, darf nicht dazugehören, sondern muss aus größtmög- 
licher Distanz seine Urteile fällen?  

Unter anderem diesen Fragen geht das Buch "Über Theater schreiben" von  
Kai Splittgerber und Stephan Porombka nach, in dem sieben Interviews  
mit Theaterkritikern aufgezeichnet wurden. In den Gesprächen entfalten  
diese Kritiker die Poetiken ihrer individuellen Arbeitsweise. Es geht  
"um die Beobachtung des Theaterbetriebs und um die Möglichkeit, über  
das Theater die Kultur zu beobachten".  

Eva Behrend, Redakteurin bei "Theater heute", gibt über ihre Vorstel- 
lung einer Kritik zu Protokoll: "Darüber schreibe ich: meine subjekti- 
ve Wahrnehmung möglichst präzise beschreibend, mit einer gewissen Se- 
herfahrung, mit einem gewissen rhetorischen Aufwand."  
Sie empfiehlt das intensive Studium von Kritiken, nicht nur des In- 
halts, sondern auch der Form wegen, und daran anschließend die Nachah- 
mung, damit man verinnerlicht, auf welche Weise Texte funktionieren.  
Das klingt für Literaten vertraut, und einige werden auch schon den  
Trick von Robin Detje kennen, der im Café schreibt, damit er sich sel- 
ber überzeugen kann, dass er nicht arbeitet, sondern bloß Kaffee  
trinkt und ein bisschen herumtippt.  

"Über Theater schreiben" enthält für alle Kritiker, egal ob sie Thea- 
ter, Film oder Literatur unter die Lupe nehmen, wichtige Anregungen,  
damit sie sich über die Kriterien ihrer Beurteilung bewusst werden  
können und über ihre Rolle und Verantwortung auf dem Markt der Kunst- 
produktionen. Und nicht zuletzt lädt es dazu ein, den eigenen Schreib- 
prozess zu hinterfragen und experimentell zu erweitern.   

Kai Splittgerber, Stephan Porombka: "Über Theater schreiben. Werk- 
stattgespräche mit Theaterkritikern", 2005, 243 Seiten, 15,40 Euro,  
Verlag Glück & Schiller 


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INTERVIEW: 
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de) 


  "Nur stimmige Details geben einem Roman die Tiefe, die er braucht" 
                     Interview mit Rainer Wekwerth 

Rainer Wekwerth gehört zu jenen beneidenswerten Autoren, die schon als  
Kind wussten, dass sie einmal Schriftsteller werden wollten. Mit sie- 
ben Jahren brachte er seine erste Kurzgeschichte zu Papier, "Der I- 
gel", fünf Sätze, die er noch heute aufbewahrt. 1996 erschien sein  
Kinderbuch "Emilys wundersame Reise ins Land der Träume"und wurde für  
mehrere Buchpreise nominiert. Seither sind 16 Bücher von ihm erschie- 
nen, in Publikumsverlagen wie Heyne, Scherz oder Fischer, darunter   
auch sein dritter Thriller: "Das Hades-Labyrinth". Doch damit ist bei  
Rainer Wekwerth noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.  
Er veranstaltet Schreibkurse und ist auch Literaturagent. 


Ramona Roth-Berghofer: In diesem Jahr ist Ihr Roman "Das Hades- 
Labyrinth" im Fischer-Verlag erschienen, ein Psychothriller, der in  
den unterirdischen Tunneln und Höhlen der Stadt Lichtenfels angesie- 
delt ist und in dem es um die Rache eines Mannes geht, der Unfassbares  
hat erleiden müssen. Ihre historischen Bezüge, Ihre Recherchen reichen  
dabei zurück bis ins 15. Jahrhundert. Wie kamen Sie auf die Idee zu  
diesem Roman? Wie sind Sie beim Recherchieren und Schreiben, beim Ver- 
weben der Fakten und der Ihnen vorschwebenden Fiktion vorgegangen?  
Sind Sie mehr ein intuitiver Autor, oder planen Sie jedes Detail im  
Voraus? 

Rainer Wekwerth: Es ging mir in diesem Buch darum, einen Menschen zu  
zeigen, der alles verloren hat, was das Leben lebenswert macht. Ich  
wollte eine Figur erschaffen, die außerhalb unserer Gesellschaft exis- 
tiert, die ein Dasein führt, das uns unbegreiflich ist. Besonders in- 
teressant war für mich dabei, wie meine Hauptfigur Daniel Fischer ver- 
sucht, sich zurück ins Leben zu tasten, nur um festzustellen, es gibt  
für ihn kein Leben mehr. Adam, ein wahnsinniger Mörder, hat ihm sein  
Leben genommen, und nur Adam kann es ihm wiedergeben. Daniel Fischer  
muss sich seinen Ängsten und einem übermächtigen Gegner stellen, wenn  
er eine Zukunft haben will. Er muss dahin zurückkehren, wo ihm alles  
angetan wurde und wo die Schrecken der Vergangenheit auf ihn warten.  

Die Idee zu diesem Roman war die Figur Daniel Fischer, deren Schicksal  
ich mit dem Schicksal eines Wahnsinnigen verknüpfte. Die historischen  
Bezüge ergaben sich, als ich den Schauplatz der Story festlegte. Ich  
wollte einen exotischen Ort, nah und doch vollkommen fremd, also ver- 
lagerte ich den Beginn und das Ende der Geschichte unter die Erde, in  
Höhlen, Schächte und natürliche Tunnel. Daraus ergab sich allerdings  
die Problematik, dass ich erklären musste, warum sich Fischers Gegen- 
spieler in eine Welt ohne Licht zurückgezogen hat. Die historischen  
Bezüge zu Vlad Dracul ergaben sich dann wie von selbst. 

Normalerweise plane ich alle Details und den kompletten Handlungsab- 
lauf, aber bei diesem Roman habe ich mich auf die Geschichte eingelas- 
sen. Ich kannte nur den Anfang und hatte eine vage Ahnung vom Ende.  


RRB: Wie umfangreich gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Lekto- 
rat des Fischer-Verlags? 

RW: Der Fischer-Verlag bekam den fertigen Text und machte Verbesse- 
rungsvorschläge, die aber die Geschichte nur unwesentlich verändert  
haben.  


RRB: Hatten Sie Einfluss auf die Titelwahl, die Wahl des Buchcovers  
oder den Klappentext? 

RW: Ein klares "Nein". Ich hatte verschiedene Titel vorgeschlagen, a- 
ber der Verlag entschied sich für "Das Hades-Labyrinth", ein Titel,  
der für mich nicht ausdrückt, was ich wollte. Da ich Grafik-Designer  
von Beruf bin, habe ich natürlich ein Cover gestaltet, aber auch hier  
ging der Verlag, ebenso wie im Klappentext, eigene Wege.  


RRB: Wie kamen Sie zum Schreiben? Gab es ein bestimmtes Schlüsseler- 
lebnis? 

RW: Ich wusste schon mit sieben Jahren, dass ich Schriftsteller werden  
will. Kaum konnte ich schreiben, habe ich auch schon die erste Ge- 
schichte zu Papier gebracht. Ich behaupte immer, dass man sich seine  
Leidenschaft nicht aussuchen kann, sondern dass die Leidenschaft sich  
den Menschen aussucht. Wäre es anders, würde heutzutage niemand mehr  
Kunst, sondern Wirtschaftinformatik studieren.  


RRB:  Wie lange arbeiten Sie im Durchschnitt an einem Roman? 

RW: Ungefähr ein Jahr lang. Viel Zeit verwende ich dabei auf Recher- 
che, denn ich bin der Ansicht, nur stimmige Details geben einem Roman  
die Tiefe, die er braucht, um glaubhaft zu sein.  


RRB: Wie sieht der Alltag Ihres Autorenlebens aus? 

RW: Da ich vom Schreiben nicht leben kann, arbeite ich hauptberuflich  
als Grafik-Designer. Das bedeutet, neben meinem Beruf und meinen Auf- 
gaben als Ehemann und Vater bleibt mir nur nachts die Zeit, zu schrei- 
ben. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist es manchmal hart, sich an  
den Computer zu setzen und nicht die Flucht an die Glotze anzutreten.  


RRB: Sie schreiben unter dem Pseudonym Jonathan Abendrot Kinderbücher  
und unter dem Pseudonym David Kenlock u. a. Ihre Thriller. Was hat Sie  
bewogen, Ihr letztes Pseudonym aufzugeben? 


RW: Als ich begann, internationale Thriller zu schreiben, dominierten  
die amerikanischen und englischen Autoren den Buchmarkt. Man hätte es  
einem deutschen Autor schlichtweg nicht abgenommen, dass er auf diesem  
Niveau mithalten kann. Ein deutscher Autor, der seine Handlung in den  
USA spielen, amerikanische und chinesische Geheimdienste agieren lässt  
und dabei eine Story schreibt, die düstere Visionen einer möglichen  
Zukunft für die gesamte Menschheit aufzeigt, das wäre so, als versuche  
ein amerikanischer Koch einen rheinischen Sauerbraten zu kochen. Die  
Zutaten mögen stimmen, aber ein deutscher Koch könnte es bestimmt bes- 
ser. 

Durch die Erfolge meiner deutschen Kollegen Andreas Eschbach und Frank  
Schätzing haben das Lesepublikum und die deutschen Verlage begriffen,  
dass es auch hierzulande Autoren gibt, die sich keineswegs vor der in- 
ternationalen Übermacht verstecken müssen.  


RRB:  Warum geben Sie Schreibkurse? 

RW: Im Gegensatz zu den USA, wo man an jeder Highschool, jedem College  
und jeder Universität Kurse im kreativen Schreiben belegen kann, ist  
Deutschland in dieser Hinsicht Entwicklungsland. Amerikanische Autoren  
sind schon am Beginn ihrer Karriere wesentlich professioneller und  
handwerklich besser ausgebildet als ihre deutschen Kollegen, die sich  
alles mühsam selbst beibringen müssen. Da verwundert es nicht, dass  
die Bestsellerlisten von amerikanischen Autoren belegt werden. 

In Deutschland zählt nur die "hohe" Literatur, und diese Autoren wer- 
den in den Augen der Öffentlichkeit bereits als Genies geboren. Dass  
es ebenso eine Kunst ist, spannende und anspruchsvolle Unterhaltungs- 
literatur zu schreiben, hat man hierzulande noch nicht begriffen. Aber  
bei allem Talent, auch das Handwerk will gelernt sein. Oder würden sie  
sich von einem Chirurgen operieren lassen, der zwar talentiert ist,  
aber keine medizinische Ausbildung hat?  


RRB: Was bewog Sie, seit diesem Jahr auch als Literaturagent tätig zu  
werden? 

RW: Seit ich als Schriftsteller bekannt wurde und mit meinen Lesern in  
Kontakt kam, gab es immer wieder die hoffnungsvolle Frage: "Ich  
schreibe auch, und die Meinung eines professionellen Schriftstellers  
wäre sehr hilfreich für mich. Könnten Sie mal meinen Text lesen?" Und  
da ich schlecht "Nein" sagen kann, tat ich das in den meisten Fällen  
auch. Überraschenderweise waren einige der Texte sehr gut, die Autoren  
oder Autorinnen hoch begabt. Also habe ich Kontakte zu Verlagen und  
Agenten hergestellt. Irgendwann kam mir dann der Gedanke, das Potenti- 
al der an mich herantretenden Autoren und mein eigenes Potential, Ta- 
lent zu erkennen, zu nutzen. 

Einen weiteren Grund lieferten meine Schreibkurse, die ich schon seit  
Jahren gebe. Auch hier stoße ich immer wieder auf herausragende Talen- 
te. Da ich den harten und mühsamen Weg bis zu einer Veröffentlichung  
kenne, war mir klar, dass es viele der Autoren nicht schaffen würden,  
selbst bei einem Verlag unterzukommen oder einen Agenten zu finden.  
Irgendwann, nach unzähligen Absagen, würden sie frustriert aufgeben,  
und so sollte es nicht sein. Ich kenne die Verlagswelt und die Proble- 
me der Autoren, es lag also nahe, meinen Service für Nachwuchsautoren  
um die Agenturtätigkeit zu erweitern. 

Allerdings halte ich beides streng getrennt. Ich versuche eindeutig  
klarzustellen, dass die Agentur nicht dazu da ist, meine Schreibkurse  
mit Teilnehmern zu versorgen. Autoren, die sich direkt an die Agentur  
wenden (und das ist der Großteil), werden im Fall einer Absage nicht  
zu meinem Schreibkurs eingeladen.  Autoren, die von mir eine Absage  
erhalten, können und sollen nicht an meinen Schreibkursen teilnehmen.  
Andersherum arbeite ich mit Autoren, die von mir einen Agenturvertrag  
erhalten, intensiv, kostenlos und außerhalb der Schreibkurse weiter,  
bis sie einen Stand erreicht haben, bei dem ich mit ruhigen Gewissen  
und Zuversicht an die Verlage herantreten kann. 


RRB: Gibt es noch irgendein Genre, das Sie als Autor sonst noch reizen  
würde? Wie sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus? 

RW: Ich möchte gern noch einen historischen Roman schreiben und mich  
danach auf Geschichten konzentrieren, die nur aufgrund ungewöhnlicher  
Figuren leben. Also weniger "Action", dafür mehr "Menschlichkeit".  


RRB: Welchen Roman (welche Zeitschrift, Kurzgeschichte ...) lesen Sie  
gerade? Was hat Sie am stärksten beeindruckt? 

RW: Ich lese gerade James Meek, "Die einsamen Schrecken der Liebe".  
Beeindruckt hat mich in letzter Zeit C. C. Humphreys "Die Hand der An- 
na Boleyn", ein großartiger Abenteuerroman voller Leben.  


RRB: Hätten Sie sonst noch einen Rat für angehende Autoren? 

RW: Schreiben. Schreiben. Schreiben. Und niemals aufgeben. 


RRB: Vielen Dank für das Interview. 


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VERLAGSPORTRAIT: 
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de) 


Storia-Verlag 
Struck & Hartmann GbR 
Gerlosstraße 10 
81671 München 
Telefon: (0 89) 62 42 29-18 
Fax: -19 
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
http:/www.storia-verlag.de 


Gründer des Verlags sind Sarah Ines Struck und Frank H. Hartmann. Der- 
zeit gibt es keine weiteren Mitarbeiter/innen. 

Beide Verleger üben derzeit neben der Verlagsarbeit und ihren kreati- 
ven Tätigkeiten als Autorin und Fotograf noch einen Brotjob aus: Sarah  
Ines Struck als PR-Redakteurin, Frank H. Hartmann als Gastronom. 


          Anlass für die Verlagsgründung 

Die Idee, einen Verlag zu gründen, hatte jeder der beiden Verleger  
schon seit mehreren Jahren. Im Jahr 2000, als sie sich kennen lernten,  
sprachen sie das erste Mal darüber. Im Frühjahr 2004 war dann der  
richtige Zeitpunkt – vom Instinkt her und natürlich auch finanziell. 

Der Verlag wurde offiziell im Frühjahr 2004 gegründet und brachte sei- 
ne erste Veröffentlichung im Oktober 2004 heraus. Im Jahr 2005 stellte  
er sein erstes richtiges Programm vor – mit drei ganz unterschiedli- 
chen Neuerscheinungen, die für die drei zukünftigen Felder des Ver- 
lagsprogramms stehen. 


          Programm, Philosophie, Schwerpunkte 

Das Programm des Verlages steht unter dem Motto der Lust (nicht nur,  
aber auch der erotischen) und des Genießens (geistig, körperlich, emo- 
tional, kulinarisch etc.). 

Inspiriert wurden Frau Struck und Herr Hartmann zum Beispiel von Clau- 
dia Gehrkes Konkursbuchverlag und Benedikt Taschens Taschen-Verlag, um  
nur zwei zu nennen. 

Die drei Schwerpunkte sind zurzeit: erstens Belletristik mit eroti- 
schem Touch und Erotika mit Niveau, zweitens Sachbücher und Ratgeber  
über Genießerthemen und drittens Fotobände. Später kommen eventuell  
als vierter Schwerpunkt noch Reisebücher hinzu. 


          AutorInnen 

Bisher haben die beiden Verleger zwei erotische Anthologien herausge- 
geben, die erste mit 44 AutorInnen (Amour fou, Lyrik & Prosa, 2004),  
die zweite mit 31 (Mordlust, Erotic Crime Stories, 2005), die der Sto- 
ria-Verlag über Ausschreibungen gefunden hat. 

Außerdem hat der Verlag dieses Jahr ein erotisches Kochbuch mit der  
Autorin Rose Marie Donhauser gemacht (Fingerfood for Lovers, Kulinari- 
sches für davor, danach und mittendrin, 2005). Von diesem Buch erhofft  
sich der Storia-Verlag sehr viel, denn die beiden Verleger glauben,  
dass die Zeit und das Publikum (wieder?) reif sind für eine neue Sinn- 
lichkeit. Gerade in einer Zeit, in der zu viel über Nützlichkeit gere- 
det wird. 

Frau Struck und Herr Hartmann sind sehr glücklich, dass Frau Donhau- 
ser, die als Kochbuchautorin schon recht arriviert ist, mit ihrem  
Liebhaberprojekt (und das ist es im wahrsten Sinne des Wortes) zum  
Storia-Verlag gekommen ist. Damals war der Verlag noch ein Ein-Buch- 
Verlag mit nicht viel mehr als einer Vision. Die Autorin hatte in dem  
Buchhändlermagazin BuchMarkt einen Artikel über die Verlagsgründung  
gelesen und dem Verlag vertraut. 

Außerdem wurde eine Fotoreihe mit dem Fotoband über Landschafts- und  
Naturfotografien von Frank H. Hartmann begonnen (Soier Momente, Bilder  
aus dem Pfaffenwinkel, 2005). 


          AutorInnen gesucht? 

Ja, der Verlag sucht noch AutorInnen: Es wird voraussichtlich auch  
nächstes Jahr wieder eine Anthologie-Ausschreibung geben (Arbeitsti- 
tel: ReiseLust, Genre: Prosa, Thema: erotische Reiseerlebnisse, Ein- 
sendeschluss und Erscheinungsdatum stehen noch nicht fest; weitere  
Einzelheiten zur Ausschreibung werden demnächst auf der Webseite ver- 
öffentlicht. Interessierte Autoren können sich gerne in den Autoren- 
verteiler eintragen: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sie  
werden dann informiert). 

Im nächsten Jahr möchte der Verlag im Bereich Belletristik / Erotika  
einen Roman herausbringen – gerne auch von einer/m Jungautor/in. (Ma- 
nuskripteinsendungen bitte nicht unaufgefordert per Post, sondern als  
E-Mail – mit Exposé und einer Leseprobe vom Anfang des Manuskriptes –  
an: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). 

Im Bereich Genuss / Ratgeber und Fotoband steht das Programm für 2006  
schon ziemlich fest. Frau Struck und Herr Hartmann sind aber für gute  
Ideen, die in das Konzept passen, jederzeit offen. 

An Lyrik sind die beiden zwar prinzipiell interessiert, planen aber  
aktuell keinen Lyrikband. 



Nicht interessiert ist der Verlag an Fantastik, Horror, Märchen, Me- 
moiren u. Ä. 


          Konditionen 

Anthologie-AutorInnen erhalten ein Freiexemplar und die (freiwillige)  
Möglichkeit, ermäßigte Subskriptionsexemplare zu bestellen. 

Bei Einzelveröffentlichungen orientiert sich der Verlag am Normvertrag  
des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Vorschüsse können derzeit  
aber leider nicht bezahlt werden. Der Storia-Verlag nimmt selbstver- 
ständlich keine Druckkostenzuschüsse. 

Die Manuskripte sollten möglichst als Normseiten formatiert werden;  
eine Beispielvorlage dazu findet sich auf der Verlags-Webseite unter  
den Autoren-Infos. 

Inhaltlich soll das Buch gut und spannend erzählt und sauber recher- 
chiert sein (ob Belletristik oder Ratgeber), den Leser verführen und  
in eine unbekannte Welt entführen. Der Leser soll an und über Grenzen  
getrieben, aber nie belehrt werden. "Das Amt des Dichters ist nicht  
das Zeigen der Wege, sondern vor allem das Wecken der Sehnsucht."  
(Hermann Hesse) 


          Zukunftspläne, Perspektiven 

Kurzfristig: Das aktuelle Programm soll gut promotet werden. Mittel- 
fristig: Nächstes Jahr will der Storia-Verlag mindestens vier neue Bü- 
cher machen. Langfristig: Frau Struck und Herr Hartmann wollen ideel- 
len und finanziellen Erfolg für sich und die Autoren erwirtschaften. 


          Das Besondere des Verlags 

Klein, wendig, unabhängig, professionell, leidenschaftlich ... Ansons- 
ten, urteilen Sie selbst! 


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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER: 
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de) 


Sehr geehrter Herr Honeyball, 

nachdem ich mit Hilfe Ihres Ratschlages beachtliche Erfolge bei Lite- 
raturwettbewerben erzielt habe (Sie gestatten, dass ich ein wenig an- 
gebe: die bronzene Ehrennadel in Plastik beim Taxöldern-Bodenwöhrer  
Wettbewerb für transsexuelle Nachwuchslyriker, Rubrik Sonett), bin ich  
jetzt neugierig darauf, ob Sie mir auch zu einem zweiten finanziell  
lukrativen Standbein verhelfen können. Kurzum: Wie komme ich an ein  
Stipendium? 
Im Voraus vielen Dank für Ihre Hilfe 
Kim E. Ragnarökk 

++++++++++ 

Sehr geehrter Herr, werte Frau Ragnarökk, 

ach, Taxöldern-Bodenwöhr! Da kommen alte Gefühle hoch. Herrliche Ober- 
pfalz! Eiskalte Winternächte am Kamin zusammen mit den Mädels vom ka- 
tholischen Frauenbund Taxöldern. Oder die Fackelwanderung mit der  
Freiwilligen Feuerwehr! Mein überwältigender Sieg beim Preisschafskopf  
im Gasthof Schiessl in Bodenwöhr, die Treffen des Kalligraphiezirkels,  
die Sommernächte am See. Das waren noch Zeiten. Da musste ich mich  
noch nicht mit unfähigen Autoren herumärgern, musste nicht jeden Monat  
saudumme Fragen ... aber ich schweife ab. Die Adventszeit und das her- 
annahende Fest machen mich immer nostalgisch. 

Zu Ihrer Frage. Tatsächlich bereitet es vielen guten Autoren große  
Probleme, ein Stipendium zu erhalten. Egal ob von Bund, Land oder ei- 
nem anderen Träger finanziert, stets scheinen die Kriterien undurch- 
sichtig, die Vergabemethoden zufällig, die Jurymitglieder Analphabe- 
ten. Viele der Begünstigten sind zu offenkundig Stümper. Das alles ist  
richtig. Dennoch geben nicht wenige Autoren sich große Mühe, beweisen  
Zähigkeit, in der Hoffnung, mit jedem Male, mit jedem Werk, das besser  
ist als sein Vorgänger, erhöhten sich ihre Chancen. 

Das Gegenteil ist der Fall. Je besser ein Autor schreibt, desto gerin- 
ger sind seine Chancen auf ein Stipendium. Was seine Berechtigung hat.  
Ein guter Autor braucht kein Stipendium, weil er irgendwann von allei- 
ne einen Verlag findet und es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch er  
vom Erfolg gefunden wird. Bedürftig sind die im Schreiben Schwachen.  
Den Schwächsten der Schwachen, ihnen, denen selbst ein Druckkostenzu- 
schussverlag seine mit Goldintarsien verzierte Tür aus illegal be- 
schafften Tropenhölzern (!) vor der Nase zuschlägt, soll ein Stipendi- 
um helfen, sich wenigstens kuschelig dicke Zeitungen für die Parkbänke  
leisten zu können, auf denen sie überwintern müssen. 

Doch einfach einen schlechten Text einzusenden wird Ihnen nicht hel- 
fen. Die Kommissionsmitglieder, die über die Geldvergabe entscheiden,  
sind nämlich so trainiert, dass sie den miserablen Text eines miserab- 
len Autors vom miserablen Text eines guten Autors unterscheiden kön- 
nen. Hermann Hesse etwa bekam vor allem deshalb kein Stipendium für  
seinen Roman "Das Glasperlenspiel", weil er sich zuvor schon einige  
Male als recht passabler Schreiber er- und bewiesen hatte. 

Demzufolge: Verschweigen Sie sämtliche Veröffentlichungen und Preise,  
damit gar nicht erst der Verdacht aufkommt, Sie könnten schreiben. Ih- 
re Vita sollte keinerlei Affinität zum Berufsstand des Schriftstellers  
erkennen lassen. Behaupten Sie frech, einer Dynastie von mittellosen  
Analphabeten zu entstammen. Fragt man nach Ihrer Haupteinnahmequelle,  
schreiben Sie: "je nachdem, was abends im Hut ist". Bedenken Sie: Sti- 
pendien werden nicht vergeben, um Autoren zu helfen, sondern um das  
Image der vergebenden Institution aufzupolieren. Und was verhilft dem  
Image zu schönerem Glanz als die Rettung eines schreib- und lebensun- 
fähigen Idioten vor Hungertuch und -tod? 

Unabhängig von Ihren Fähigkeiten helfen natürlich auch bei der Stipen- 
dienvergabe Beziehungen (nur eine Rabenmutter wird dem eigenen Sohn  
ein Stipendium abschlagen können!), Hartnäckigkeit (viele Stipendien  
werden nur deshalb gewährt, weil die Kommission nach dem dreiundsieb- 
zigsten Antrag desselben Autors innerhalb von zwei Wochen klein bei- 
gibt) sowie die handelsüblichen Mafia-Methoden wie Bestechung, Ein- 
schüchterung, Erpressung, trockene Pizza usw., die Sie bitte bei Ihrem  
Italiener um die Ecke erfragen. 

In Bodenwöhr bin ich übrigens immer gerne ins "Latino Bambino" gegan- 
gen. Sicher, das ist nichts Aufregendes, aber solide italienische Kost  
finden Sie dort allemal. Und den Honiglikör, den es im Dorfladen von  
Taxöldern gibt: ein Gedicht! Ach, wenn ich doch noch in Boden wöhr /  
Geld und Ruhm gäb dafür gern ich her. 

Ihnen, den Abonnenten des Tempest, sämtlichen Taxöldenern und Boden- 
wöhrern und allen anderen, die noch an den Weihnachtsmann glauben, ein  
frohes Fest und an guad’n Rutsch wünscht 

Ihr Honeyball 

PS: Grüße auch von Biggi (Weihnachts-)Bäumchen 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Stephan Waldscheidt, freier Autor. Aktuell: "DIE HARTZ-KRIEGER – Das  
finale Rettungsbuch für Deutschland und seine Arbeitslosen". Satire.  
Gryphon, ISBN 3-937800-30-1. Vorschau: "Schreib den verd... Roman!".  
Die simple Kunst, einen Bestseller zu verfassen. Ein Anti-Ratgeber. Ab  
15. Februar 2006 bei Uschtrin. Schon jetzt vorbestellen und sparen!  
Mehr auf http://www.waldscheidt.de. 


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - kei- 
ne Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Litera- 
turagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind daher  
zwecklos. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


  Drehbuch: Oliver Pautsch 
                              mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
  Fandom: Thomas Kohlschmidt 
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  Fantasy: Stefanie Bense 
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  Heftroman: Arndt Ellmer 
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  Historischer Roman: Titus Müller 
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  Kinderbuch: Gabi Neumayer 
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  Kriminalistik: Nikola Hahn 
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  Lesungen: Rüdiger Heins 
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  Lyrik: Martina Weber 
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  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer 
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  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff 
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  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss 
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  Schreibgruppen: Ute Hacker 
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  Schreibhandwerk: Ute Hacker 
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  Sciencefiction: Andreas Eschbach 
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  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi 
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  Übersetzung: Barbara Slawig  
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  Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SCHREIBHANDWERK: 
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          Ute Hacker (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) 

Frage: 
Seit inzwischen zwei Monaten schreibe ich an einer Fantasygeschichte  
[...] Ich denke, dass sie, wenn sie fertig ist, irgendwo so um die 200  
Seiten lang sein wird. [...]  Da ich ohne Feedback nicht schreiben  
kann, habe ich mich entschlossen, die Geschichte immer kapitelweise in  
einem Forum zum Lesen freizugeben – unter der Bedingung, dass jeder  
Lesende mir sagt, wie er die Kapitel findet. [...] Von einer meiner  
Leserinnen habe ich nach den ersten 10 Kapiteln die Nachricht bekom- 
men, dass in der Geschichte sehr viele Dialoge sind [...] Darf es nur  
eine bestimmte "Menge" an Dialogen in einem Buch geben?  


Antwort: 
Es gibt keine Regel, wie viel Dialog in einem Roman sein darf! Da ha- 
ben Sie völlig freie Hand. Allerdings: Wenn Sie viele Kritiken dieser  
Art bekommen, sollten Sie darauf eingehen und Ihren Text überprüfen.  
Denn oftmals wirkt etwas, was Sie ganz toll finden, auf den Leser  
furchtbar. Wenn es nur eine oder zwei Stimmen sind, kann und muss man  
damit leben. Sind es aber mehr, dann hat man etwas falsch gemacht und  
sollte es ändern.  

Grundsätzlich soll in einen Text nur, was für die Handlung wichtig  
ist. Wenn Sie Ihre Figuren also seitenweise über etwas reden lassen,  
was nicht relevant ist, ist das tatsächlich zu viel Dialog. 

++++++++++ 

Frage (Fortsetzung): 
Ich weiß nicht, was ich außer Monologen und Dialogen schreiben soll,  
denn ich kann ja nicht einfach in die Köpfe meiner anderen Charaktere  
schauen. Sicher mache ich auch die Beschreibungen für die Umgebungen,  
ich gebe Informationen über die Leute, die mit ihr zu tun haben, nur  
halt alles aus ihrer Sicht – und so was nenn ich eigentlich Monolog. 


Antwort: 
Grundsätzlich unterscheidet man bei einem Roman zwischen Erzählpassa- 
gen und Dialogen. Einen Monolog gibt es nur, wenn jemand über Seiten  
hinweg alleine redet, oder den sog. inneren Monolog, d. h., jemand  
führt ein Selbstgespräch im Kopf. Was Sie Monolog nennen, ist meines  
Erachtens eine normale Erzählpassage, die Sie aus der Sicht der jewei- 
ligen Figur erzählen. Das ist aber kein Monolog. 

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Perspektive. Sie können als Autorin  
durchaus in die Köpfe Ihrer Figuren schauen und dies dem Leser mittei- 
len. Das ist die sog. auktoriale Perspektive. Sie war früher sehr ge- 
bräuchlich, gilt heute als veraltet, wird aber wieder zunehmend ver- 
wendet. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Ute Hacker schreibt Kurzgeschichten und Romane für Kinder und Erwach- 
sene. Sie ist Mitglied der International Online Writing Group. Derzeit  
arbeitet sie an einer Anthologie mit ihren Krimikurzgeschichten, im  
Frühjahr erscheint  der dritte Band ihrer zweisprachigen Kinderkrimi- 
serie für Langenscheidt. Mehr Informationen auf  
http://www.utehacker.de. 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN: 
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         Bjørn Jagnow (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) 


Frage: 
Erst einmal: großes Lob an die Webseite und die Antworten der Exper- 
ten, denen man wirklich das Fachwissen und die gute Motivation an- 
merkt. 

Ich habe gerade mein erstes Manuskript – eine, wie ich finde, wirklich  
gute Fantasy-Kurzgeschichte – in einen Wettbewerb eingereicht und da- 
bei ein Pseudonym verwendet. Das habe ich mir einfach ausgedacht und  
mal im Internetbuchhandel recherchiert, ob der Name nicht bereits ver- 
wendet wird. Meine Fragen: Muss ich den Name irgendwie schüt- 
zen/eintragen lassen o. Ä.? Meine Adresse liegt dem Verlag zwar vor,  
aber könnte nicht jemand Dritten gegenüber behaupten, er habe das Ma- 
nuskript geschrieben? Ist es wirklich so einfach: überlegen, ob sich  
das Pseudonym gut anhört und ob es noch frei ist?  


Antwort: 
Das Pseudonym muss nicht separat geschützt werden – Näheres siehe mei- 
ne Ausführungen unter http://www.bjoernjagnow.de/pseudonyme.php. 

Jemand anderes kann sich dem Verlag gegenüber nicht einfach als Ver- 
fasser ausgeben, denn der Verlag kennt ja Originalautor und Original- 
adresse. Es besteht also kein Unterschied zu der Situation ohne Pseu- 
donym. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Bjørn Jagnow, Jahrgang 72, ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Ver- 
lagskaufmann, Buchhändler und freier Lektor.  
http://www.bjoernjagnow.de/. Er leitet zudem die Redaktion der Feder- 
welt, Zeitschrift für Autorinnen und Autoren:  
http://www.federwelt.de/. 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH: 
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          Oliver Pautsch (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) 


Frage: 
[...] Ich habe bereits zwei fertige Drehbücher zu Hause rumliegen.  
Eins für Film und ein Theaterstück. [...] Aber mein größtes Problem  
ist das Patent. Eine Bekannte, die ebenfalls Drehbücher schreibt, hat  
gesagt, ich muss die Geschichten unbedingt patentieren lassen, bevor  
da irgendwas mit gemacht wird. Klar, versteh ich auch, denn ich will  
ja nicht, dass jemand meine Ideen klaut! 

Aber meine Frage ist jetzt, wie mach ich das denn mit dem Patent?  
[...] 


Antwort: 
Glauben Sie mir, es gibt kein Patent auf Drehbücher. Denn wenn es eins  
gäbe, ich hätte es mir bereits patentieren lassen ;-) 

Doch ich glaube zu wissen, was Ihre Bekannte meint. Immer wieder  
taucht das Thema "Ideenklau" in der Autorenschaft und Netzwelt auf. 

Auf der Homepage des Verbands Deutscher Drehbuchautoren  
http://www.drehbuchautoren.de finden Sie in der Kategorie FORUM unter  
FRAGEN & ANTWORTEN eine sehr ausführliche Stellungnahme auf die Frage:  
"Kann ich ein Drehbuch / Treatment / Exposé ohne Gefahr aus der Hand  
geben?" 

Dort werden auch Ihre Fragen zum Thema Ideenklau und zum Schutz eines  
Drehbuchs sehr gut beantwortet. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,  
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä- 
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber di- 
rekt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurzfil- 
me, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.  
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY: 
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             Stefanie Bense (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) 

Frage: 
Seid 2002 arbeite ich nun schon mit einer Gruppe an einem Online- 
Rollenspiel [...]. Für diesen Zweck haben wir eine riesige Hinter- 
grundwelt mit Göttern, Chroniken, Städten, Karten, Ländern, Kriegen,  
Naturkatastrophen und und und kreiert. Das Ganze bietet also einen gu- 
ten und kompletten Hintergrund für einen Roman. Nun habe ich mich mit  
einem anderen Mitarbeiter unseres Projekts und weiteren [...] darüber  
gesprochen, vielleicht einen Roman zu schreiben, der auf der Hinter- 
grundwelt basiert. [...] Meine Frage ist nun: 

Glauben Sie, dass ein Roman, der sich auf ein Spiel bezieht, eine  
Chance auf dem Markt hat? Man muss das Spiel im Grunde nicht kennen  
und es ist alles wie im Genre üblich gehalten, allerdings mache ich  
mir Sorgen darum, dass die Verlage, sobald sie sehen, dass sich das  
Ganze auf eine virtuell entwickelte Hintergrundwelt bezieht, dankend  
ablehnen werden. 

Und: Kann man einen Roman mit mehreren Personen schreiben, ohne den  
Leser zu verwirren, und das Ganze dann auch noch nur über das Inter- 
net? 


Antwort: 
Rollenspiele, ob online oder per Brett, sind mir zwar nicht unbekannt,  
aber sie faszinieren mich bei weitem nicht so wie ein gut geschriebe- 
ner Roman. Die Arbeit, die ihr euch mit dem Aufbau einer Welt macht,  
finde ich bewundernswert. Trotzdem kann man eine Rollenspiel-Welt  
nicht in einen Roman "übersetzen". (Ich arbeite gerade mit jemandem  
zusammen, der das ebenfalls schmerzhaft erfahren musste.) 

Romanwelten funktionieren anders als Rollenspiel-Welten. Je besser ei- 
ne Rollenspiel-Welt ausgearbeitet ist, desto schwieriger wird es, sie  
in einen Roman zu bringen (s. dazu auch Anfrage an mich und Antwort im  
Tempest 7-9), denn sie ist zu detailliert. Oft wollen die Autoren –  
verständlicherweise – all die schönen erfundenen Dinge, Landschaften,  
Völker, Karten, Städte etc., unterbringen – und das liest sich dann  
wie ein gehetzter Reiseroman. Zugunsten des Globalen werden die De- 
tails vernachlässigt. Die sinnlich-konkreten Details aber sind genau  
das, was eine Welt im Roman lebendig werden lässt. 

Versuchen die AutorInnen dann, die Details einzufügen, nachzutragen  
oder dazu zu erfinden, endet das entweder in einem unüberschaubaren  
Katalog von Einzelheiten, die man für die Welt anlegen muss, damit al- 
le sich daraus bedienen können, oder in einem heillosen Durcheinander:  
Der eine schreibt von blauen Ternia, die süß duften und sich für Tee  
eignen, der andere schreibt von derselben Blüte, dass sie giftig ist.  
Hinterher hat man dann Romane, in denen sich die Details widerspre- 
chen, was den Leser meist irritiert oder wütend macht, denn er möchte  
ja eine konsequente Welt, in die er eintauchen kann. (Wenn ihr mit  
mehreren Autoren arbeitet, potenziert sich dieses Problem!) 

Rollenspieler entwickeln ihre Welt, um darin mit ihren Figuren Aben- 
teuer zu erleben. Romanautoren entwickeln ihre Welt, weil die Ge- 
schichte (!) diese Welt benötigt. Das heißt: Für Autoren richtet sich  
das Setting, die Bühne, die Welt nach der Geschichte, die erzählt wer- 
den soll. Die Welt ordnet sich der Geschichte unter. Beim Rollenspiel  
ist das umgekehrt. 

Eine Geschichte ergibt sich dadurch, dass Figuren handeln, weil sie  
etwas wollen, nicht wollen, vermissen, brauchen, abwehren ... Sowohl  
im Rollenspiel als auch im Roman gibt es die Handlungsmuster Reise,  
Suche und Abenteuer; selbst die sind jedoch im Roman nicht so ein- 
schichtig wie im Rollenspiel (sondern mit mehr Charakterentwicklung,  
Nebenhandlung und thematischer Tiefe verbunden). 

Ein Roman wird eine Geschichte erst, wenn sie logisch und konsequent  
einem Spannungsbogen folgt, Wendepunkte setzt, Verwicklungen einfügt,  
Konflikte benutzt, um die Figuren ins Handeln zu bringen, eine nach- 
vollziehbare Szenenfolge hat, die Figuren glaubwürdig entwickelt und  
darin das Setting integriert. Rollenspiele dagegen arbeiten viel mit  
Unvorhersagbarkeiten (Würfel, überraschende Entscheidungen der Mit- 
spieler, ausgelassene Hinweise etc.). 

Auch sollte ein Roman, der sich verkaufen lässt, eine konsequente Er- 
zählerstimme haben (was bei mehreren Autoren ebenfalls ein Problem  
darstellt, schreiben sie an einem Stück). Machbar ist, dass Autoren  
jeweils eigene Romane in einer Reihe veröffentlichen, die alle auf ei- 
ner Welt spielen. Oder dass jeder eine Perspektivfigur hat, die einen  
Teil der Geschichte bestreitet. Die Story wird so portioniert. Zur  
letzten Möglichkeit benötigt die Gruppe dann aber einen starken Orga- 
nisator/Lektor, der die Übergänge glättet, die Details vereinheit- 
licht, den Zeitrahmen im Auge behält, das Tempo der Szenen beachtet,  
kurz – das Ganze zu einem Guss fügt. 

Ich habe bereits an vier Projekten selbst mitgearbeitet, wo mehrere  
Autoren zusammen einen Roman verfassen wollten. Drei Projekte sind ge- 
scheitert. Eines war von Andreas Eschbach, Klaus Frick und Olaf Kutz- 
mutz derart gut organisiert, dass es tatsächlich funktioniert hat. Wir  
haben eine Handlung für einen SF-Roman entwickelt, sehr lange an den  
Szenen und ihrer Abfolge gebastelt, mehrere Perspektivfiguren ausgear- 
beitet, die Raumstation und das Raumschiff recht grob skizziert, 384  
Seiten geschrieben – und das mit fünfzehn Schreibenden und alles an  
einem Wochenende. Verrückt, anstrengend – aber es hat geklappt, und  
das Ergebnis ist nicht übel. Jedoch waren die Leute alle erfahrene Au- 
torinnen und Autoren, die selbst schon Romane geschrieben haben oder  
gerade dabei sind. 

Was häufiger funktioniert, sind Romane, die von nur zwei Autoren ge- 
meinsam verfasst werden. Und das auch nur, wenn beide auf einer Wel- 
lenlänge liegen oder sich ergänzen. 

Welche Marktchancen ein Roman hat, der auf einem Rollenspiel basiert,  
kann ich nicht beurteilen. Ich weiß, dass selbst DSA-Romane hart um  
ihre Existenz kämpfen müssen. Und das ist ein weit verbreitetes Set- 
ting. Dazu sind mehrere Projekte anderer Welten-Romane auf der Kippe,  
z. B. Gezeitenwelt. Wenn ihr mit einem "unbekannten" Setting kommt,  
werden Verlage die Verkaufbarkeit sicherlich nicht sehr hoch einschät- 
zen. 

Anders dürfte das aussehen, wenn ihr im Internet veröffentlichen  
wollt. BOD würde sich da anbieten, mit wechselseitigen Links und Lese- 
proben auf der Rollenspiel-Seite. Dann kann das Buch je nach Bestel- 
lung gedruckt werden. Das wird euch allerdings viel Arbeit kosten,  
denn ihr müsst ein reprofähiges Manuskript erarbeiten, und ein wenig  
Geld, denn der Betreiber will Gebühren für seinen Service. Die Chance,  
dort zu veröffentlichen, ist aber ungleich größer, als wenn ihr das  
Projekt einem Verlag anbietet. 

Fazit: Vergesst, ob euer Roman später zu veröffentlichen ist! Schreibt  
ihn einfach, nehmt das als Spaß-Projekt, als Hobby, als Erweiterung  
eurer Domain. So könnt ihr lockerer, mit weniger Druck die Sache ange- 
hen und schauen, was dabei herauskommt. Denn der Schreibspaß darf  
nicht zu kurz kommen! :-) 

Mein Rat: Fangt mit Geschichten an, die jede/r erst einmal für sich  
schreibt. Tauscht die Stories untereinander aus, so dass ihr abschät- 
zen könnt, ob ihr zusammen einen Roman zustande bringen werdet. Dabei  
lassen sich auch noch jene Lücken der Welt füllen oder Uneinheitlich- 
keiten ausbügeln, die für einen Roman tödlich wären. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib- 
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem  
ersten Roman. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK: 
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          Nikola Hahn (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)   

Frage: 
Trägt ein Polizist, der beispielsweise einer Vermisstenanzeige vor Ort  
nachgeht, eine Waffe? Wenn ja: was für eine? Und könnte er allein un- 
terwegs sein, oder ist üblicherweise noch jemand dabei? 


Antwort: 
Ja. Wenn ich Ermittlungen vor Ort mache, gehört die Waffe dazu! Es  
gibt allerdings Kollegen, die nicht immer eine Waffe mitnehmen, wenn  
sie rausfahren, aber das ist nicht okay! 

Zur Waffe: Pistole, Sig Sauer, 9 mm, in Sonderkommissariaten (z. B.  
Organisierte Kriminalität) auch Revolver. 

Üblicherweise werden Ermittlungen zu zweit gemacht; leider ist es de  
facto auch manchmal so, dass man allein raus muss (insbesondere bei  
Leichensachen, aber auch bei Vermissten durchaus nicht unüblich!).  

Aber auch das wird von Dienststelle zu Dienststelle (und sicherlich  
auch in den Bundesländern) unterschiedlich gehandhabt. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes- 
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als  
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen  
im Internet: http://www.nikola-hahn.com.  


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HEFTROMANE: 
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             Arndt Ellmer (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) 


Frage: 
Ich möchte einen Heftroman veröffentlichen. Was muss ich tun, damit  
mein Roman (Genre: Liebe) auch veröffentlicht wird? Soll ich das ganze  
Manuskript an den Verlag schicken oder nur ein Expose ? Was würde ich  
für so einen Roman als Honorar bekommen? 


Antwort: 
Ich würde erst bei den Redaktionen anfragen, in welchen Genres über- 
haupt Autoren gesucht werden. Sollten Sie die Technik des Exposé- 
schreibens schon erlernt haben, verfassen Sie ein Exposé, und schrei- 
ben Sie 20 bis 30 Seiten des Romananfangs im üblichen Seitenspiegel.  
Schicken Sie beides ein. 

Die Honorare sind je nach Genres unterschiedlich. Die Anfängerhonorare  
beginnen im Bereich Frauenroman ca. bei 400 Euro pro Manuskript. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Jahrgang 1954. Autor seit 1980. Seit 1981 ATLAN-Serie, seit 1983 PERRY  
RHODAN. Über 300 Hefte, 150 für PERRY RHODAN, 20 Taschenbücher, ein  
Dutzend Hardcover, u. a. "Im Netz der Nonggo". CD-ROM über die  
"Blues". Arbeiten für Serien wie "Der Hexer", "Die Ufo-Akten", "Vampi- 
ra", "Dämonenland", Krimis, Frauenromane sowie Hörspiele. Treatment  
für einen Fernseh-Thriller. 


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HALL OF FAME: 
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de) 

Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man,  
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere  
schaffen es ja auch! 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen  
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal  
vorstellen können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi- 
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin- 
gen. 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei- 
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte  
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail- 
to:redaktion at team punkt autorenforum punkt de. Wir berücksichtigen ausschließlich  
Meldungen, die nach dem obigen Schema gemacht werden! 

++++++++++ 

Andrea Tillmanns: "Der dritte Armreif", Crago Verlag 2005, phantasti- 
sche Erzählungen. ISBN 3-937440-26-7, weitere Infos auf  
www.pixiworld.de 

Helmut Hansen: "Von der Entdeckung Gottes am Rande des Universums",  
Verlag Via Nova 2005, Sachbuch. Thema Gottesbeweis, Infos:  
www.moderne-metaphysik.de 

Luisa Hartmann: "Schwarz-Rot-Gold", Panini Verlag 2005. Kinderkrimi.  
Zur TV-Serie KiKa-Krimi.de. Ab 12, Thema Rechtsextremismus 


+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ 
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen  
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn- 
ter Mail kommt! 
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ 

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Einsendeformalien: 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht.  
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber- 
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.  

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: mail- 
to:beitrag at team punkt autorenforum punkt de. 

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet  
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse  
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html. 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 
                        I M P R E S S U M 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 
Herausgeber:  
   Ramona Roth-Berghofer mailto:public.relations at team punkt autorenforum punkt de  
   Gabi Neumayer                mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de 
   Stefan Schulz                     mailto:webmaster at autorenforum punkt de 
   Thomas Roth-Berghofer  
                    mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team punkt autorenforum punkt de 
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ren. Abonnenten sind herzlich aufgefordert, den Newsletter weiter- 
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(Näheres s. http://www.autorenforum.de/?UeberUns/Impressum) und der  
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um, mit der Redaktion Kontakt aufzunehmen.  

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der Redaktion wieder. Zugesandte Artikel können von der Redaktion be- 
arbeitet und gekürzt werden. 

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