Ausgabe 7-02 (20. Februar 2005)

Schreib-Kick
Autorenwissen
    "Was lange währt ..."
    von Ute Hacker
Vier Seiten für ein Halleluja
    "Dimensionssprünge"
    Text: anonym, Lektor: Klaus N. Frick
Buchbesprechung
    "Zwischen Handwerk und Inspiration"
    besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Ines Thorn
Verlagsportrait
    "rga. Buchverlag"
Seminarbericht
    "Wir hatten 44 Stunden"
    von Hans Peter Roentgen
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
    "Was für Lämmer?"
    von Stephan Waldscheidt
Frag den Experten für historische Romane
    (Titus Müller)
Frag die Expertin für Fantasy
    (Stefanie Bense)
Frag den Experten für Heftromane
    (Arndt Ellmer)
Frag den Experten für Drehbücher
    (Oliver Pautsch)
Frag die Expertin für Sachbücher
    (Gabi Neumayer)
Frag die Expertin für Kriminalistik
    (Nikola Hahn)
Frag die Expertin für Kinderbücher
    (Gabi Neumayer)
Hall of Fame
EDITORIAL: 
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Liebe Autorinnen und Autoren,

endlich: In dieser Ausgabe findet ihr ein neues "Vier Seiten für ein 
Halleluja", diesmal mit Klaus N. Frick als Lektor. Ab sofort könnt ihr 
uns auch gern wieder die ersten vier Seiten eurer Manuskripte schicken 
(maximal 7.200 Anschläge inklusive Leerzeichen). Hier noch einmal die 
Einsendebedingungen: 

Bitte schickt uns nur Text- oder RTF-Dateien. Das könnt ihr einstel-
len, indem ihr in Word statt "Speichern" "Speichern unter" anklickt 
und dann ganz unten den Dateityp wählt ("nur Text" oder "RTF"). Die 
normalen Word-Dateien sind beliebte Virenträger und werden deshalb von 
uns nicht geöffnet. Der ausgewählte Text wird anonym im Tempest abge-
druckt und besprochen (es sei denn, ihr wollt euren Namen dort sehen, 
bitte extra vermerken!). Außerdem werden Text und Besprechung auf den 
Seiten von Hans Peter Roentgen (http://www.textkraft.de) veröffent-
licht. Welcher Text besprochen wird, legen wir fest. Die AutorInnen 
erklären sich mit ihrer Einsendung mit der Veröffentlichung einver-
standen (und die Texte gelten dann auch offiziell als veröffentlicht). 

Auf Ute Hackers Artikel "Schafft endlich die Normseite ab!" gab es 
einige Reaktionen von euch. Da der Tempest aber diesmal mit aktuellen 
Beiträgen schon so voll ist, verschieben wir dieses etwas zeitlosere 
Thema auf die nächste Ausgabe. Wer dazu noch etwas anmerken möchte, 
schreibt bitte einfach an die Redaktion.

Da der Tempest diesmal besonders üppig ausfällt, jetzt nur noch ein 
paar kurze Hinweise darauf, was euch außer den "Vier Seiten für ein 
Halleluja" erwartet: Ute Hacker analysiert die Auflösung einer 
Schreibgruppe. Hans Peter Roentgen berichtet über ein aufregendes 
Schreibexperiment. Manuela Tengler hat die Autorin Ines Thorn inter-
viewt, Ursula Schmid-Spreer steuert ein neues Verlagsportrait bei ? 
und Honeyball schlägt sich mit einer Fragerin herum, die ebenso irre 
... irre interessant zu sein scheint wie er selbst. Jede Menge Tipps 
aus der Praxis halten unsere ExpertInnen bereit, und im zweiten Teil 
des Tempest findet ihr zahlreiche neue Ausschreibungen und Publikati-
onsmöglichkeiten.

Der Tipp des Monats Februar, diesmal von mir:

     Unter http://www.literaturprojekte.de können Autoren 
     kostenlos ihre Homepages und Projekte vorstellen: 
     Romane, Anthologien, Lyrik ... Alles, was Verlag 
     und Verleger sucht, ist willkommen.

Die kurzen Tipps fürs Editorial sind mal wieder aus ? schickt mir bit-
te neue! Und noch ein Wort zur Finanzierung des Tempest: Wir geben die 
Hoffnung noch immer nicht auf, dass wir unseren AutorInnen irgendwann 
einmal ein (wenn auch kleines) Honorar zahlen können. Bei über 5.000 
Abonnentinnen sollte das durch eure freiwilligen Beiträge doch zu er-
reichen sein, oder?

Einen erkältungsfreien März!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen 
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen 
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt, 
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser 
Konto:

autorenforum.de
SEB Mainz (früher: BfG)
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00
Stichwort: "Beitrag 2005"

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch 
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte 
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE69550101111424189900
BIC: ESSEDE5F550

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
ISSN 1439-4669   Copyright 2005 autorenforum.de. Copyright- und
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

   INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

      Editorial
      Inserate
      Schreib-Kick
      Autorenwissen
         "Was lange währt ..."
         von Ute Hacker
      Vier Seiten für ein Halleluja
         "Dimensionssprünge"
         Text: anonym, Lektor: Klaus N. Frick
      Buchbesprechung
         "Zwischen Handwerk und Inspiration"
         besprochen von Gabi Neumayer
      Interview mit Ines Thorn
      Verlagsportrait
         "rga. Buchverlag"
      Seminarbericht
         "Wir hatten 44 Stunden"
         von Hans Peter Roentgen
      Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
         "Was für Lämmer?"
         von Stephan Waldscheidt
      Frag den Experten für historische Romane
         (Titus Müller)
      Frag die Expertin für Fantasy
         (Stefanie Bense)
      Frag den Experten für Heftromane
         (Arndt Ellmer)
      Frag den Experten für Drehbücher
         (Oliver Pautsch)
      Frag die Expertin für Sachbücher
         (Gabi Neumayer)
      Frag die Expertin für Kriminalistik
         (Nikola Hahn)
      Frag die Expertin für Kinderbücher
         (Gabi Neumayer)
      Hall of Fame
      Impressum


TEIL 2 (nur für Abonnenten):

      Veranstaltungen
      Ausschreibungen
      Publikationsmöglichkeiten
           mit Honorar
           ohne Honorar
      Seminare
      Messekalender
      Impressum

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Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service 
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard 
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige 
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen 
Jahrgänge zu erstellen. 

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Kleinanzeigen
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Aus organisatorischen Gründen liegt der Anzeigenschluss für den Tem-
pest am 12. jedes Monats. Später eingegangene Anzeigen können wir dann 
erst für die nächste Ausgabe berücksichtigen.


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INSERATE:
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Schreiben
Peter E. Rytz ? Erwachsenenpädagoge, Theologe, Fotograf
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SCHREIB-KICK:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


Unser Schreib-Kick für den Februar, diesmal von Lisa Kruse:

Überarbeiten - "Kränkelliste": Ich erstelle gerade eine Liste, in der 
ich Angewohnheiten oder Fehler notiere. All die Dinge an denen eine 
Story kränkeln könnte, sollen hier erwähnt werden. Anhand dieser Liste 
werde ich künftig den Text prüfen und bearbeiten. Mache ich dies 
schon, wenn ich hängen bleibe, komme ich gut wieder in die Geschichte 
rein, wie ich bisher immer wieder feststellen konnte. 


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AUTORENWISSEN:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

                         "Was lange währt ..."
                            von Ute Hacker

Was lange währt, wird endlich gut, heißt das Sprichwort. Aber leider 
trifft das nicht immer zu. 

Langjährige Leser des Tempest erinnern sich vielleicht noch an meine 
Serie zum Thema Schreibgruppen, in der ich auch von der Autorinnen-
gruppe München (AGM) berichtete, die 1997 von mir gegründet und viele 
Jahre geleitet wurde. 2004 hat sich die AGM nun aufgelöst.


          Wie es mit der Autorinnengruppe München anfing

Was war passiert? Eigentlich nichts. Und das ist vermutlich der Grund 
dafür, dass nach sieben Jahren Schluss war. Kurze Rückblende: 1997 lud 
ich ca. 20 Frauen nach München ein, um über die Gründung einer locke-
ren Gruppe von Autorinnen nachzudenken. Aus dem lockeren Verbund wurde 
schnell eine Arbeitsgruppe, die bereits 1998 ein erstes gemeinsames 
Projekt auf die Beine stellte: Die Anthologie "Weihnachten ? anders". 
Durch den unerwarteten Erfolg des Buches angestachelt, starteten wir 
1998 ein zweites Projekt, das jedoch das Niveau des Erstlings nicht 
halten konnte. Zu unterschiedlich waren die Autorinnen, zu unter-
schiedlich die Texte. Es war ein erster Bruch, einige Autorinnen ver-
ließen die Gruppe, neue kamen hinzu. Wir konzentrierten uns daraufhin 
auf Textanalyse und Schreibspiele, die oft für Heiterkeit sorgten, 
aber auch lehrreich waren. 

2001 schließlich wollten wir einen neuen Versuch wagen und starteten 
ein neues Projekt. Es war sicher ein Problem, dass nicht alle Mitglie-
der der AGM an diesem Projekt teilnahmen und damit eine Art Spaltung 
verursacht wurde. Zwar hatten wir eigene Termine vereinbart, dennoch 
ließ es sich natürlich nicht vermeiden, dass wir auch bei unseren re-
gulären Treffen über das Projekt sprachen. Das böse Erwachen kam al-
lerdings mit der Abgabefrist für die Texte: Wir mussten erkennen, dass 
das Niveau der einzelnen Autorinnen zu sehr auseinander klaffte. Wir 
zogen die Notbremse und die Konsequenz und beschlossen: Back to the 
basics!


          Unterschiedliche Ansprüche

Ich zog mich durch die Doppelbelastung Schreiben und Brotberuf mehr 
und mehr aus der Organisation der AGM zurück und übergab die Leitung 
den Kolleginnen. Es klappte alles reibungslos und ich genoss es, mich 
mal nicht um einen Raum, die Termine etc. kümmern zu müssen. Dennoch 
kristallisierte sich bald heraus, dass die Gruppe nach wie vor vor 
allem von mir beeinflusst wurde. Ich war die erfolgreichste Autorin 
der Gruppe, mit zahlreichen veröffentlichten Kurzgeschichten und einem 
Kriminalroman. 

Ich habe mein Leben mittlerweile auf das Schreiben ausgerichtet, 
Schreiben ist der Mittelpunkt meines Lebens. Ich denke nicht, dass ich 
von meinen AGM-Kolleginnen dasselbe erwartet habe, dennoch habe ich 
bei einigen das in meinen Augen nötige Engagement vermisst. Alle woll-
ten schreiben und veröffentlichen, aber nur wenige taten etwas dafür. 

Ich bin immer noch weit davon entfernt perfekt zu sein ? werde es ver-
mutlich nie werden ?, dennoch kann, was ich mache, nicht so falsch 
sein. Immerhin habe ich inzwischen mehr als 30 Kurzgeschichten und 3 
Romane veröffentlicht. Umso mehr ärgerte es mich, wenn meine Kollegin-
nen allgemein gültige Regeln missachteten und wieder und wieder den-
selben Fehler machten. Meine Maßstäbe sind sehr hoch, das gebe ich 
gerne zu. Aber nur, wer wirklich gut sein will, kann Erfolg haben. 

Ende 2003 kam bei mir zum ersten Mal der Unwille auf, zum AGM-Treffen 
zu gehen. Was bis dahin eigentlich immer Grund zur Freude war, wurde 
plötzlich zur lästigen Pflicht. Anfang 2004 zog ich die Konsequenz: 
Ich erklärte meinen Austritt. Zur selben Zeit zogen sich zwei weitere 
Mitglieder ? unabhängig von mir ? aus beruflichen bzw. privaten Grün-
den ebenfalls zurück, und so geschah, was ich befürchtete: Die Gruppe 
löste sich augenblicklich auf. 


          Die Gründe für die Auflösung der Gruppe

Acht Monate später habe ich den nötigen Abstand, um die Gründe dafür 
zu erkennen: 

? Das Ziel der Gruppe hat sich nach und nach verändert. Aus dem locke-
ren Zusammenschluss der Anfänge war schnell eine Arbeitsgruppe gewor-
den. Das ist an sich ja sehr positiv, aber es wurde versäumt, darüber 
zu reden und es als gemeinsames Ziel festzulegen. Wir haben das erst 
nach vier Jahren getan, aus heutiger Sicht viel zu spät.

? Überhaupt mangelte es an Kommunikation. Vermutlich lag es daran, 
dass die Gruppe nur aus Frauen bestand ? man sagt uns ja nach, wir 
seien harmoniesüchtig ? und wir daher nicht den Mut hatten zu sagen, 
dass ein Text schlecht ist. Auch das erkannten wir sehr spät, zogen 
dann aber sofort die Konsequenzen.

? Das Niveau der Autorinnen war zu unterschiedlich. Erst nach fünf 
Jahren führten wir eine Art Bewerbung ein, um das Niveau der Gruppe zu 
halten. Aber die Kluft war schon vorher da und zumindest nicht in kur-
zer Zeit zu überbrücken.

? Die Ziele der einzelnen Autorinnen veränderten sich im Laufe der 
Jahre massiv. So sah und sehe ich mich als professionelle Schreiberin, 
während andere das Schreiben immer noch als Hobby betrachteten. Ich 
dachte lange, das dürfe kein Grund für Probleme sein, doch mittlerwei-
le ist mir klar, dass auch das mit dazu beigetragen hat, einen Keil in 
die Gruppe zu treiben. Während ich den perfekten Text wollte, waren 
andere glücklich, überhaupt etwas geschrieben zu haben. Das passt auf 
Dauer nicht zusammen. 

? Es war mit Sicherheit ein großer Fehler meinerseits, die Gruppe über 
Jahre hinweg zu leiten und zu prägen. Ich war ? vor allem gegen Ende 
hin ? zu ungeduldig, kam mir aber auch ausgenutzt vor. 


          Fazit 

Ich halte Schreibgruppen nach wie vor für eine gute und sehr wertvolle 
Sache. Ich bin nach wie vor Mitglied einer Schreibgruppe, die nur vir-
tuell existiert und seit einigen Jahren bestens funktioniert. Ich den-
ke, das Wichtigste in einer Schreibgruppe ist, dass man miteinander 
redet. Was will man erreichen, wo will man hin, wie geht man am besten 
vor? Das ist bei einer geschlossenen Gruppe, wie es die AGM war, ex-
trem wichtig. Ich habe in den sieben Jahren AGM sehr viel gelernt und 
möchte die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, um nichts in der 
Welt missen. Dafür danke ich allen Autorinnen, die jemals bei der AGM 
waren.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker schreibt Kurzgeschichten und Romane für Kinder und Erwach-
sene. Sie ist Mitglied der International Online Writing Group. Derzeit 
arbeitet sie an ihrem zweiten Kriminalroman und am dritten Band einer 
zweisprachigen Kinderkrimiserie für Langenscheidt. Mehr Informationen 
auf http://www.utehacker.de.


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VIER SEITEN FÜR EIN HALLELUJA:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


Klaus Frick ist diesmal Gastlektor in unserer Reihe "Vier Seiten für 
ein Halleluja". Klaus Frick vorzustellen heißt, Raumschiffe zu Perry 
Rhodan tragen. Seit vielen Jahren ist er der Cheflektor dieser Scien-
ce-Fiction-Serie. 

Aber er betreut nicht nur die vielen Autoren, die dort veröffentli-
chen, sondern hat auch zahlreiche Seminare über das Schreiben von 
Kurzgeschichten und Romanen geleitet. Nicht nur ich, sondern auch vie-
le andere haben sich unter seiner Leitung die ersten Sporen verdient. 

Seine Romanseminare zusammen mit dem Bestsellerautor Andreas Eschbach 
haben mittlerweile Kultstatus erreicht. Beim letzten Seminar im Januar 
2005 kamen fünf Bewerber auf einen Platz.

Gerade in Deutschland, wo man immer noch erwartet, dass Anfänger sich 
ihr Handwerkszeug "irgendwie" selbst erwerben, ist das leider viel zu 
selten. Umso mehr freue ich mich, dass Klaus Frick sich für unsere 
Reihe zur Verfügung gestellt hat.

Und wie immer in dieser Reihe gilt: Keine Angst, wenn man  mal vom 
Pferd, äh, Text geworfen wird. Wer nicht den Mut hat, schlechte Texte 
zu schreiben, wird nie gute zustande bringen. Wer das Risiko scheut, 
vom Pferd zu fallen, wird nie reiten lernen.

Hans Peter Roentgen, http://www.textkraft.de

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                            "Dimensionssprünge"
                                 Kapitel 1

Es war wieder einmal ein perfekter Tag. Na ja, fast. David fuhr gerade 
nach Hause, als das  einschlug. Er sah, wie ein silbergrauer BMW 
Z3 die Leitplanke an der Kurve durchbrach und den Berg hinunterstürz-
te. David stoppte, sprang aus dem Wagen und eilte zu der Stelle, an 
der der Wagen die Leitplanke durchbrochen hatte. Er sah hinunter und 
war geschockt. Der Z3 hatte sich ein paar Mal überschlagen und lag 
jetzt auf dem was einmal die Räder gewesen waren. Es war nicht mehr 
viel übrig vom Auto. David rannte zurück zu seinem Jaguar, beugte sich 
über die Fahrertür und riss sein Handy aus der Halterung. Während er 
den Notruf anrief, lief er wieder zurück an die Unglücksstelle. 
"Notruf Vald’or. Was kann ich für sie tun?"
"Hier spricht David Ryck. Ich stehe auf der I97 in der Nähe der Black-
River-Bridge. Kommen sie schnell! Es gab hier einen Unfall. Ein Z3 hat 
die Leitplanke durchbrochen und ist den Berg hinabgestürzt." 
Die Stimme des zuerst gelangweilten Polizisten schlug urplötzlich um. 
Jetzt klang er aufgeregt. "Okay. Wir kommen sofort. Bleiben sie, wo 
sie sind. Klettern sie auf gar keinen Fall zum Auto! Haben sie ver-
standen?"
"Ja, Sir! Bis gleich!" 
David legte auf. Er wusste nicht, was er machen sollte. Der Polizist 
hatte ihm zwar verboten, dort hinunter zu gehen, aber was ist, wenn da 
unten jemand schwer verletzt liegt und seine Hilfe braucht? ’Hm, egal, 
was der Polizist sagt.’ David zuckte mit den Schultern und kletterte 
den Berg hinab. Als er unten ankam, bemerkte er, dass sich niemand auf 
dem Fahrersitz befand. Nur eine Frau lag bewusstlos auf dem Armaturen-
brett des Beifahrersitzes. Sie war mit dem Kopf durch die Scheibe ge-
flogen. David ging um den Wagen herum und versuchte, die Tür zu öff-
nen. Sie klemmte "Verdammt!". Ryck schaute sich um. Er brauchte etwas 
mit dem er die Tür aufbrechen konnte. Ah, da war ein Holzstock in den 
Boden gerammt. David nahm ihn mit beiden Händen und riss ihn mit einem 
Ruck aus dem Boden. Mittlerweile hörte er langsam näher kommende Sire-
nen. Er rammte den Pflock in die Tür und brach sie auf. Er warf den 
Stock weg und riss die Tür ganz auf. Dabei hatte er wohl zu viel Kraft 
aufgewendet, denn die Tür riss aus den Angeln und fiel mit Getöse auf 
den Boden. "Verflucht!" David fasste sich mit der rechten Hand an den 
Kopf und fuhr sich über den Mund. Er sah sich die Frau an. Sie regte 
sich kein bisschen. Sie war zwar offensichtlich angeschnallt gewesen, 
denn der Gurt war gerissen. "Da sieht man mal, was die Deutschen für 
einen Mist fabrizieren! Tss, ts, ts!" Er schüttelte machtlos den Kopf, 
und zog die Frau aus dem Wagen. Als er sie herausgezogen und auf den 
Boden gelegt hatte, sah er erst, wie schwer sie verletzt war. Sie hat-
te am ganzen Körper Wunden und ihr rechtes Bein sah aus, als wären die 
Knochen darin zermalmt worden. Als er ihren Kopf drehte, um ihren Puls 
zu messen, sah er auch die Scherbe, die aus ihrem Hals ragte. Nein, da 
konnte er keinen Puls mehr messen. Also legte er seinen Kopf auf ihre 
Brust um zu hören, ob das Herz noch schlug. Das tat es zwar, aber er 
hörte außerdem noch ein paar Rippen knirschen. Als er sich wieder auf-
richtete und sich abklopfte, hörte er Reifenquietschen und Sirenenge-
heul. Er kletterte wieder hoch. Als er oben ankam erwartete ihn ein 
etwas beleibter Polizist.
"Ich hab ihnen doch gesagt sie sollen hier oben bleiben, oder?"
"Ja, Sir das haben sie, aber ich habe mir gedacht, was ist wenn dort 
unten jemand gerade stirbt? Ich wollte nur helfen!" Der Cop wollte 
gerade wieder einen Einwand bringen, als David ihm hastig ins Wort 
fiel: "Und tatsächlich liegt dort unten jemand! Eine Frau, sie ist 
schwer verletzt. Sie braucht unbedingt ärztliche Hilfe." Der Polizist 
blickte ihn an, brummte etwas Unverständliches und drehte sich um. 
"Hey Leute! Da unten liegt anscheinend jemand! Schickt mal den Doc 
runter!" Ein Mann im weißen Kittel lief vorbei. "Schon unterwegs!" 
Erst jetzt sah David den Pulk von Polizisten und Polizeiautos, der 
nach und nach eintrudelte. Einige der Polizisten fingen an, die Straße 
abzusperren. Der Boss drehte sich wieder zu ihm um. "So, und wir beide 
gehen uns jetzt unterhalten." Er setzte sich in Bewegung. Sie gingen 
zu einem der Polizeiautos und setzten sich hinein. Der Polizist kramte 
einen Block hervor, riss die oberste Seite ab und fing an zu schrei-
ben. 
"Übrigens, ich heiße Dupont, Sergeant Dupont", sagte der Polizist und 
reichte David die Hand. 
"Mein Name ist David Ryck. Freut mich!"
Dupont fing sogleich an sich den Namen zu notieren. 
"Buchstabieren sie bitte Ryck!" 
"R-Y-C-K!" David seufzte innerlich. Mit diesem Mann in so einem klei-
nem Auto, das war die Hölle. Er gab dem Sergeant noch schnell seine 
Adresse und verließ den Wagen. Draußen atmete er erst mal tief durch. 
Dann lief er zu den Polizisten an der Leitplanke. Er sah, dass Dupont 
ihm folgte. Er seufzte machtlos. Er beobachtete die Leute, die hier 
herumliefen. ’Es ist verrückt’, dachte er, ’Vor ein paar Minuten ist 
hier niemand gewesen; und jetzt tummeln sich mindestens 50 Leute am 
Unfallort.’ Er beobachtete den Doktor, der neben der Frau kniete. 
Plötzlich stand er auf und schrie: "Hey Sie!" Er sah David an. 
"Gehen sie zum Sergeant und sagen sie ihm er soll einen Helikopter 
rufen! Schnell!" 
"O.K.!" 
David drehte sich um und lief zum Sergeant, der gerade mit einer Poli-
zistin redete. "... das kann doch nicht sein!" Dupont schüttelte un-
gläubig den Kopf. "Doch, ist aber so. Der Wagen hat nicht gebremst!" 
In diesem Moment unterbrach sie David : "Sergeant Dupont, der Doc 
meint, sie sollen sofort einen Helikopter für die Frau holen! Es muss 
schnell gehen!" Der Sergeant nickte, drehte sich um und lief zu seinem 
Wagen. David und die Polizistin schauten ihm nach. Dann drehte David 
sich zur Polizistin um. "Was habe ich da gerade gehört, von wegen der 
Wagen hat nicht gebremst?" David sah die Beamtin fragend an. Die Frau 
sah ihn durchdringend an und nickte schließlich: "Ja, sie haben rich-
tig gehört. Der Wagen hat nicht gebremst! Sehen sie!" Sie zeigte auf 
die Straße. "Es sind keine Spuren zu sehen! Der Z3 ist mit voller Ge-
schwindigkeit gegen die Leitplanke gebrettert!" Die Polizistin hatte 
Recht. Es waren wirklich keine Spuren zu sehen. David wollte gerade 
fragen, was das für einen Sinn machte, als plötzlich ein Tieflader um 
die Ecke kam. Es war kein normaler Tieflader. Es war unter anderem ein 
Kran auf ihm befestigt. Die Polizistin erklärte ihm, warum der hier 
auftauchte: "Der Wagen ist unser Abschlepper. Der Fahrer ist aber auch 
einer, wenn sie verstehen was ich meine!" David und die Frau grinsten. 
"Er wird jetzt versuchen, das Unfallauto von da unten so zu holen, 
dass nichts an dem Wagen verändert wird. So hat das Spurenteam die 
beste Chance, die Ursache für den Unfall herauszufinden." David nick-
te. Er hatte verstanden. Hinter sich hörte er wieder das Keuchen des 
Sergeants. Er drehte sich um. 
"Alles Okay! Ich habe den Heli angefordert. Er müsste gleich kommen. 
Sie können jetzt gehen." 
"Okay, das mache ich dann auch!" 
Er verabschiedete sich noch einmal bei Dupont und ging zu seinem Auto. 
Er kam sich vor wie hoher Besuch, als er durch die Menge fuhr. Alle 
machten Platz und winkten ihm zu. David errötete und beschleunigte 
sobald er konnte. Er dachte nach. Er war gerade von der Arbeit gekom-
men, als das alles passierte. Was heißt Arbeit; er hatte etwas erle-
digt. Er war Teilhaber einer Software-Firma namens ’Fun&More’. Er hat-
te die Firma mit zwei alten Arbeitskollegen vor einem Jahr gegründet 
und sie waren jetzt schon Konkurrenz für ihren alten Arbeitgeber. Erst 
kürzlich hatte er wieder ein Spiel entwickelt. Es hieß ’Stephen Kings 
ES’ und lehnte auch an den gleichnamigen Roman von Stephen King an. 
Das Spiel stellt die Handlung des Romans nach: In der kleinen Stadt 
Derry, Maine treibt das Böse sein Unwesen. Man schlüpft in die Rolle 
eines von sieben Kindern und versucht, das Monster zu besiegen. Es zu 
töten ist unmöglich; sonst gäbe es ja keine weiteren Teile. Das Spiel 
selbst war schon seit langen fertig, aber mit den Lizenzen für die 
Storyline und für die Namen im Spiel hatte es noch gehapert. Deswegen 
war er nach Bangor gefahren um mit Stephen Kings Manager zu sprechen. 
Es war aber noch viel besser gelaufen. King persönlich hatte ihn in 
Empfang genommen. Der Mensch sah zwar aus wie ein alter Geschichtener-
zähler, aber er war David genauso sympathisch wie seine Bücher. Sie 
hatten über das Spiel geredet und King lobte ihn dafür. Die Lizenzen 
waren plötzlich kein Problem mehr gewesen. Er hatte die Lizenzen be-
kommen, hatte seinen Lieblingsschriftsteller persönlich getroffen und 
war von ihm gelobt worden. Mal von dem Unfall abgesehen war es ein 
richtig guter Tag gewesen. Einer der Letzen in nächster Zeit; aber das 
wusste er noch nicht. Ein Hupen holte ihn in die Gegenwart zurück.  Er 
stand an einer Ampel und ganz in seinen Gedanken versunken achtete er 
nicht auf sie. Es war schon längst wieder Grün. David gab Gas und fuhr 
los. Er war bald zu Hause. Er wohnte mit seiner Freundin Amanda Karner 
in einem Appartement etwas außerhalb von Vald’or. Amanda, eine 27-
jährige Frau mit schönen Rundungen, hatte langes feuerrotes Haar und 
einen ’Angelina Jolie - Kussmund’. Vor einem halben Jahr sind sie zu-
sammengezogen; kurz nachdem ’Fun&More’ seinen Durchbruch geschafft 
hatte. Amanda arbeitete als Redakteurin bei einer Lokalzeitung für 
Vald’or und Umgebung. Sie hieß ’Chapter’. Da habe ich mal wieder eine 
interessante Story für sie, dachte David. Er fuhr die Einfahrt zu ih-
rem Chalet hoch. Amanda hatte ihn gehört und wartete auf der Veranda. 
Er stellte den Motor ab und stieg aus dem Wagen. Sie empfing ihn mit 
offenen Armen. Er erwiderte ihre Umarmung und küsste sie. 
"Hi Schatz!" 
"Hallo Häuptling!" 
Er grinste. So nannte sie ihn, seit sein Vater ihn einmal so genannt 
hatte und sie gerade da war. Ihm war es peinlich gewesen aber sie hat-
te darüber gelacht. Seitdem nannte sie ihn immer so, wenn sie alleine 
waren. Amanda nahm seine Hände und zog ihn ins Haus. Sie hatte Abend-
essen für beide gemacht. Sonst war es immer David, der das Essen mach-
te, da er ja zu Hause arbeitete. Er konnte mittlerweile richtig gut 
kochen. Während sie aßen, erzählte ihr David  von dem Unfall und von 
Stephen King. Sie nickte: "Ich war heute auch bei einem Schriftstel-
ler. Irgend so ein komischer junger Typ der sein erstes Buch veröf-
fentlicht hat und fest davon überzeugt ist, der größte Horror-
Schriftsteller aller Zeiten zu werden." Amanda schüttelte den Kopf. Es 
war ein ’Verrücktes-gibts’ Kopfschütteln. David grinste. Einen größe-
ren als King würde es nie geben. Da war er sich sicher. Nachdem sie 
gegessen hatten, setzten sie sich vor den Fernseher. Bald merkten sie, 
dass das Interessanteste, was im Fernsehen lief, eine Romanze aus den 
60-ern war. Als mal wieder eine dieser Küssszenen lief, fingen auch 
David und Amanda an, sich zu küssen. Sie gerieten immer mehr in Erre-
gung. David ließ seine Hand unter ihren Top gleiten und langsam zog er 
es ihr aus. Sie schmunzelte, als sie ihren BH am Lampenschirm baumeln 
sah. Als er in sie eindrang, vergaß er alles; King, den Unfall und 
sogar den Film.
.................................................................


                         Versuch eines Lektorats
                            von Klaus N. Frick

Das erste Kapitel des Romans »Dimensionssprünge« ist ein ideales Bei-
spiel dafür, wie man einen Roman nie abfassen sollte. Aus diesem Grund 
wird für die Leser dieser Zeilen hoffentlich nachvollziehbar bleiben, 
warum sich das Lektorat nur auf einige wenige Dinge beschränken kann ? 
dieser Text ist schlicht nicht zu bearbeiten, weil die Substanz denk-
bar gering ist und der Autor die grundlegenden Regeln der deutschen 
Sprache und eines vernünftigen Spannungsaufbaus mutwillig außer Kraft 
setzt.

Das Lektorat nennt in der Folge einige problematische Eigenschaften 
des Textes, die exemplarisch sind.


          Absätze

In jedem fiktionalen Text dienen Absätze dazu, einen Text sinnvoll zu 
gliedern. Üblicherweise trennt der Autor damit beispielsweise Handlun-
gen und Dialoge ab, damit der Leser immer den klaren Überblick be-
sitzt, was eigentlich gerade wo passiert. In diesem Text gibt es aber 
häufig Absätze an Stellen, wo sie nicht so sinnvoll sind.

Ein schönes Beispiel ist der erste große Absatz. Von »David legte auf« 
bis hin zu »beleibter Polizist« existiert hier ein großer Absatz ohne 
weitere Trennungen. Dabei gibt es hier viele Möglichkeiten, den Text 
sinnvoll zu gliedern und ihn so leichter lesbar zu machen ? ohne dass 
dies dem Text schaden könnte.

Absätze gliedern sinnvollerweise die Handlungen der Akteure kurz ab. 
In diesem Fall ist der Gedanke »Hm, egal, was der Polizist sagt« zu 
Ende, dann muss ein Absatz kommen ? denn nun beginnt die Aktion: David 
klettert den Berg hinunter. Später muss ein Absatz kommen, bevor David 
die Tür des Wagens aufbricht. Spätere Beobachtungen Davids müssen e-
benfalls durch einen Absatz sinnvoll getrennt werden.

Und ganz klar: Als er sich aufrichtet und die Polizei hört, muss dies 
ebenfalls durch einen Absatz abgetrennt werden. Dadurch wird der große 
Textblock sinnvoll gegliedert, was die Leseführung bei der Lektüre 
deutlich erleichtert.


          Klare Zeitenfolge

Eine klare Abfolge der Handlung wird durch eine saubere Zeitenfolge 
begünstigt. Sprich: Wenn die Geschichte in der Vergangenheitsform ab-
gehalten ist, sollte diese eingehalten werden. Formulierungen wie »a-
ber was ist, wenn da unten jemand schwer verletzt liegt und seine Hil-
fe braucht« passen nicht in eine Geschichte, die in der Vergangen-
heitsform erzählt wird. 


          Eine falsche Szene

Die Abfolge der Geschehnisse sollte darüber hinaus stimmen. Das fol-
gende Beispiel zeigt, warum der vorliegende Text beim besten Willen 
nicht redigierbar ist ? weil alles an ihm falsch dargestellt wurde.

Wenn unser Held den Berg hinunter klettert und das Auto anschaut, ist 
nicht nachvollziehbar, dass er als Erstes bemerkt, dass sich niemand 
auf dem Fahrersitz befindet. Zuerst wird er die Frau wahrnehmen, die 
es durch das Fenster geschleudert hat ? denn dann sitzt sie auch nicht 
mehr auf dem Beifahrersitz, sondern liegt auf der Motorhaube. Kein 
sehr schöner Anblick übrigens. Vielleicht ist die Frau aber auch nur 
gegen die Scheibe geknallt, weil sie ja ? laut Text ? auf dem Armatu-
renbrett liegt. Das geht ebenso wenig ...

Dass der Held erst merkt, dass eine Scherbe aus dem Hals der Frau 
ragt, wenn er sie herausgezogen hat, ist unglaubwürdig. Eine solche 
Wunde führt zu starkem Blutfluss; und dieser Strom von Blut müsste dem 
Helden als Erstes auffallen. Aber darüber machen wir uns jetzt erst 
einmal keine Gedanken. Übrigens ebenso wenig wie die Scherbe: Wind-
schutzscheiben bestehen aus einem speziellen Sicherheitsglas, das 
nicht wie eine normale Glasscheibe splittert.

Ich nehme an, dass der Autor Folgendes meint: Die Frau wurde offen-
sichtlich von der Wucht des Aufpralls gegen die Windschutzscheibe ge-
schleudert; diese splitterte, aber die Frau blieb schwer verletzt im 
Wagen, trotz des gerissenen Sicherheitsgurtes. Sie hing in der Folge 
so auf dem Sitz, dass ihr Kopf auf dem Armaturenbrett zu ruhen kam. 

Nur: So steht es nicht im Manuskript. Der Autor hat die Chance, eine 
eindrucksvolle Szene zu schildern, die das Geheimnisvolle des Romans ? 
ich hoffe, dass so etwas noch kommt ? betont und einleitet, absolut 
versäumt. Er hat sich anscheinend vorher keine Gedanken darüber ge-
macht, wie die Szenerie aussieht, und sie deshalb nicht plastisch 
schildern können. Der Leser muss verschiedene Eindrücke zusammenset-
zen, und er erkennt sehr schnell, dass hier vieles nicht stimmt.

Darüber hinaus wird dem Leser auch nicht klar, wie der Berg aussieht: 
Ist es ein steiniger Abhang, stehen dort Büsche oder Bäume? Wie tief 
ist der Wagen gefallen? Zehn oder zwanzig Meter? Hat der Wagen Büsche 
zertrümmert, Erdrutsche ausgelöst? Wenn David sich nähert: Knackt 
vielleicht das Metall noch? Herrscht unheimliche Stille, setzt auf 
einmal wieder das Zwitschern der Vögel in den Bäumen ein? Solche De-
tails schaffen Stimmung, bringen dem Leser ein faszinierendes Bild 
nahe.


          Charakterisierung

Wichtig ist bei einem erzählenden Text ? ob Kurzgeschichte oder Roman 
?, dass die Figuren ausreichend charakterisiert sind. Das ist hier 
nicht der Fall. Wir erfahren nicht, wer David ist, wie er aussieht, 
was er denkt und warum er was tut. Wir werden als Leser in die Hand-
lung geschleudert und beobachten nur von außen, was David tut; nie 
erfährt man am Anfang etwas über seine Motivation. Als er spontan be-
schließt, den Abhang zu dem Unfallauto hinunterzuklettern, kommt das 
quasi aus heiterem Himmel.

Besser wäre gewesen, nach dem ersten Satz einige charakteristische 
Details einzuarbeiten (sieht man davon ab, dass der vorliegende Anfang 
nicht unterhaltsam ist). Beispielsweise:

»Es war wieder einmal ein perfekter Tag. David Ryck genoss es, wenn 
die Morgensonne das flache Land westlich des Missouri geradezu aufblü-
hen ließ. Im Radio kam ein Stück, das er zwar nicht kannte, dessen 
Rhythmus ihm aber gefiel. Mit der Rechten, die er lässig auf dem Steu-
er seines dunkelblauen Audi liegen hatte, trommelte er leise mit, wäh-
rend er die linke Hand auf dem Schaltknüppel ruhen ließ. Ein Lächeln 
stahl sich in sein Gesicht, als er sich an die Nacht zurück erinnerte 
und sich vorstellte, wie er den neuen Tag angehen würde: dynamisch und 
flott, zielstrebig und immer humorvoll.«

Das war jetzt durchaus klischeehaft, aber in einem solchen Text erfüh-
re der Leser genug über David, um möglicherweise neugierig zu werden. 
In diesem Anfang wäre David ein schnell fahrender, lockerer Mensch, 
der anscheinend gerne tagträumt. Einer solchen Figur in einer solchen 
Geschichte traut der Leser durchaus zu, dass sie kurzerhand einen Ab-
hang hinunterklettert, um sich über die Befehle der Polizei hinwegzu-
setzen.

Figuren und ihre Handlungen werden dadurch glaubhaft, dass man ihnen 
als Autor feste Konturen verleiht. Diese Konturen sollten originell 
sein, müssen aber nicht unbedingt. Gerade Bestseller-Autoren kommen 
häufig mit grob gestrickten Charakteren aus ? diese Charaktere müssen 
aber mit Leben erfüllt sein und sich entsprechend der vorgegebenen 
Rolle verhalten. Nur dann fiebert der Leser mit, nur so findet er 
spannend, was mit den Figuren passiert.

Übrigens ist es nicht uninteressant, wie die Figur benannt wird. Unser 
Held wird im vorliegenden Text mal als »David« und mal als »Ryck« be-
zeichnet, ohne dass es dafür eine Logik gäbe. Besser wäre, dies ein-
deutig zu halten; mir persönlich wäre dann »Ryck« am liebsten, weil es 
eine ausreichende Distanz zur Hauptfigur schafft. 


          Erotik am Ende

Erotische Darstellungen haben schon manchen Roman erst so richtig in-
teressant gemacht. Leider ist dies beim vorliegenden Text nicht zu 
erwarten. »Als er in sie eindrang« ist leider weder erotisch noch 
spannend ? die Sex-Szene zum Abschluss des Kapitels gibt dem gesamten 
Text leider nur die passende Note ...


          Fazit

Der Text ist in der vorliegenden Form nicht brauchbar. Kein Literatur-
agent, kein Verleger und kein Redakteur wird sich damit ernsthaft be-
schäftigen können ? weil der Autor elementare Regeln nicht einhält.

Aber auch sonst kann der Text nicht überzeugen ? weil der Autor sich 
vorher keine Gedanken darüber gemacht hat, was wirklich in den jewei-
ligen Szenen passieren soll. Autoren müssen sich genau in die Hand-
lungsweise ihrer Figuren hineinversetzen, sie sollten zudem genau dar-
über Bescheid wissen, wie es in der Umgebung ihrer Helden aussieht. 
Nur dann sind sie in der Lage, das alles so anschaulich zu beschrei-
ben, dass es für den Leser faszinierend wird.

Der vorliegende Text ist nicht »redigierbar«, sprich, man kann ihn 
nicht durch kleine grammatikalische und inhaltliche Verbesserungen auf 
die Reihe bekommen. Er muss in weiten Teilen neu geschrieben werden. 
Das wiederum wird nur funktionieren, wenn der Autor seine Handlung 
richtig gut kennt.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


                   "Zwischen Handwerk und Inspiration"
                      besprochen von Gabi Neumayer

Der Titel dieses Buches trifft nicht nur die Situation derjenigen, die 
Lyrik schreiben. Er bezeichnet auch sehr genau die besondere Mischung 
von Beiträgen in diesem Band. In allen geht es ums Schreiben oder Ver-
öffentlichen von Lyrik ? aber sie sind von ganz unterschiedlichen Au-
torInnen mit sehr verschiedenen Stimmen und Anliegen geschrieben.

Martina Weber hat früher den Federwelt-Newsletter betreut und ist seit 
einiger Zeit die Lyrikexpertin des Tempest. Sie fungiert bei diesem 
Buch nicht nur als Herausgeberin, sondern hat auch sämtliche Beiträge 
zum Handwerk verfasst. Im ersten Teil des Buches ? "Lyrik schreiben" ? 
erläutert sie anhand vieler Beispiele, was es mit Zeilensprüngen und 
Metaphern auf sich hat, wie sich Metrum und Rhythmus unterscheiden, 
welche Reimformen es gibt und was freie Rhythmen sind. Besonders her-
vorzuheben: die vielen ausführlich kommentierten Literaturempfehlun-
gen.

Diese Texte zum Handwerk wechseln ab mit solchen ganz anderer Art: 
Namhafte LyrikautorInnen wie Norbert Hummelt, Kerstin Hensel und Anton 
G. Leitner setzen sich in eigenwilligen Texten beispielsweise mit dem 
Wesen von Gedichten auseinander oder werfen einen Blick auf die heuti-
ge Lyrikvermittlung und den Lyrikmarkt.

Den zweiten Teil des Buches ? "Lyrik veröffentlichen" ? hat wieder 
Martina Weber geschrieben. Egal ob man Gedichte in Zeitschriften, An-
thologien, als Buch oder als BoD veröffentlichen möchte: Hier gibt es 
hilfreiche Hinweise und eine umfangreiche Verlagsliste. Von der Aus-
wahl des Verlags über den ersten Telefonanruf bis zu rechtlichen As-
pekten von Verträgen reichen die Themen.

Wer sich vor allem für das Handwerk des Gedichteschreibens interes-
siert, wird hier ebenso fündig wie derjenige, der lieber einige Blicke 
in die Köpfe und Herzen von Lyrikschreibenden werfen möchte. Ganz be-
stimmt wird nicht jeder Text jedem Leser, jeder Leserin etwas sagen. 
Aber das ist mit Gedichten ja auch nicht anders ? was ihnen wohl nie-
mand zum Vorwurf machen möchte.


Martina Weber (Hrsg.): "Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik 
schreiben und veröffentlichen", 2004, 206 Seiten, 14,80 Euro, Feder-
welt Verlag


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INTERVIEW:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


                    "Ich habe das ehrgeizige Ziel, 
                meine Leserinnen und Leser anzurühren"
                       Interview mit Ines Thorn

Manuela Tengler: Hallo Ines! Schön, dass du dir Zeit nimmst, ein paar 
Fragen zu beantworten. Mittlerweile warst du ja wieder fleißig. Im 
Februar kommt ein neues Buch von dir auf den Markt: "Die Pelzhändle-
rin". Kannst du uns ein wenig über deinen neuen Roman verraten? 

Ines Thorn: Sehr gern. Der Roman spielt in Frankfurt im ausgehenden 
Mittelalter. Als der verwitwete Kürschnermeister Wöhler erfährt, dass 
seine einzige Tochter Sibylla in einem Kloster gestorben ist, erleidet 
er einen Herzinfarkt. Einzige Zeugin ist die Wäscherin Martha. Sie 
nutzt die Gelegenheit, verheimlicht den Tod Sibyllas und setzt ihre 
eigene Tochter Luisa an deren Stelle. Getrieben von einem maßlosen 
Ehrgeiz, der aus der falschen Identität rührt, nimmt die neue Kürsch-
nerin das Leben der Coco Chanel vorweg. Sibylla (Luisa) Wöhler  ge-
lingt es, eine Dynastie zu errichten. Doch sie zahlt dafür einen sehr, 
sehr hohen Preis.


MT: Bleibst du dem Genre historischer Roman treu, oder gibt es auch 
andere Genres, die dich reizen würden? Wenn ja, welche Genres wären 
das ? oder gibt es auch schon konkrete Pläne?

IT: Ich glaube, jeden Autor reizt hin und wieder ein anderes Genre. 
Doch ich denke, dass ich im historischen Bereich meinen Platz gefunden 
habe. Das schließt natürlich nicht aus, dass ich vielleicht eines Ta-
ges auch mal einen nicht historischen Roman schreiben werde, doch mei-
ne nächsten Projekte beschäftigen sich erneut mit der Zeit des ausge-
henden Mittelalters.


MT: Was reizt dich an einem historischen Roman? Warum boomt der histo-
rische Roman nach wie vor? 

IT: Ich glaube, ein Kriterium für den Erfolg historischer Romane ist 
die Tatsache, dass beim Lesen Unterhaltung und gleichzeitige Wissens-
vermittlung verknüpft sind.  Außerdem halte ich es für wichtig, sich 
mit der Geschichte zu beschäftigen, um die eigene Identität besser 
bestimmen zu können. Wir alle sind ja nicht nur das Produkt der Gegen-
wart, sondern auch das der Vergangenheit.


MT: Natürlich ist es praktisch, bei einem bestimmten Autorennamen auch 
das Genre zu wissen, doch ? wie denkst du über deine Leserinnen? Würde 
es sie abschrecken, mal ein Buch von dir in Händen zu halten, bei dem 
sie von dir genremäßig überrascht werden? 

IT: Ich weiß es wirklich nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass 
ein Teil meiner Leserinnen einfach das Genre und nicht den Autorenna-
men lieben. Eine eingefleischte Leserin historischer Romane wird sich 
wohl schwerlich dazu bewegen lassen, einen Spionagethriller aus der 
Jetztzeit zu lesen, auch wenn er von einer Autorin aus dem histori-
schen Genre kommt. Oder vielleicht doch? 


MT: Du wirst von einer bekannten Literaturagentur betreut ? ein Weg, 
den man neuen Autoren empfehlen kann? Ist es für dich einfacher, das 
Marketing anderen zu überlassen und dich ganz auf das Schreiben zu 
konzentrieren? 

IT:  An dieser Stelle müssen wir unterscheiden. Ich werde von zwei 
Agenturen betreut ? und beide kann ich mit allerbestem Gewissen emp-
fehlen. Die Literaturagentur Schlück vermittelt meine Manuskripte an 
die entsprechenden Verlage und betreut bei Bedarf auch den Entste-
hungsprozess. Um das Marketing kümmert sich seit Jahren erfolgreich 
die Frankfurter Agentur Sprachwerk, die für mich Lesungen, Interviews, 
Auftritte in Hör- und Fernsehfunk organisiert, die Pressearbeit über-
nimmt und mit bestimmten Marketingstrategien hilft, meine Roman be-
kannter zu machen. 


MT: Mehr denn je ist der Autor nicht nur kreativer Urheber des Romans, 
sondern auch Ware ? Marketingprodukt. Welche Konsequenzen ziehst du 
für dich persönlich daraus?

IT: Ich arbeite mit den o. g. Agenturen Schlück und Sprachwerk zusam-
men, die sich um den Verkauf der Manuskripte bzw. das  Marketing küm-
mern, da ich von beidem schlicht keine Ahnung habe und einfach keine 
Geschäftsfrau bin. Und ich bin gern bereit, auch neue Wege zu gehen. 
So gibt es z. B. die Idee, mit der "Pelzhändlerin" auch mal im Schau-
fenster eines Kaufhauses zu lesen.


MT: Wenn du dich an deine eigenen Anfänge zurückerinnerst: Was war für 
dich das Reizvolle am Schreiben und was das Schwerste? Und wie weit 
hat sich das bis heute geändert? 

IT:  Das Reizvolle am Schreiben war und ist, dass man die Möglichkeit 
hat, mehr als nur ein Leben ? nämlich das eigene ? zu leben. Ganz 
wichtig ist für mich auch die Tatsache, dass das Schreiben mit einer 
permanenten Weiterentwicklung verbunden ist. Bei jedem Roman lerne ich 
dazu.  Seit ich die Pelzhändlerin geschrieben habe, weiß ich nicht nur 
eine Menge über das ausgehende Mittelalter, sondern obendrein noch 
eine Menge über das Rauchwarenhandwerk einschließlich der angrenzenden 
Gewerke. Beim Roman "Der Maler Gottes" über das Leben von Matthias 
Grünewald musste ich sehr viel über die Kunstgeschichte und die hand-
werkliche Seite des Malens lernen. 

Das Schwerste am Anfang war für mich wohl meine Umgebung. Ich habe 
sehr lange gebraucht, bis meinem Umfeld klar war, dass Schreiben nicht 
nur "ein nettes Hobby" wie etwa ein Jodeldiplom ist, sondern ernsthaf-
te und manchmal sehr schwere Arbeit.  Auch heute ist es manchmal nicht 
leicht, andere davon zu überzeugen, dass Schreiben mehr als ein Beruf 
ist. Schreiben ist eine Lebensform, die alle Bereiche des Alltags um-
fasst.


MT: Wie findest du deine Stoffe? Was ist das Erste, was dich an-
springt, wenn du einen neuen Roman schreiben willst? Wie lange gehst 
du mit deinen Ideen in Klausur, bis es richtig losgeht?

IT: Stoffe gibt es überall. Sie liegen sozusagen auf der Straße. 
Manchmal ist ein Artikel in einer Zeitung die Inspirationsquelle, 
manchmal ein Gespräch mit Freunden, ein in der U-Bahn belauschter Dia-
log, eine Filmszene, ein Bild, ein Buch.

Der Zündfunke ist meist eine Frage, die ich für mich noch nicht beant-
wortet habe. Ein großes Thema in meinen Romanen ist immer wieder die 
Identität. Und dieses Thema habe ich noch lange nicht abgeschlossen.

Mit den Ideen gehe ich unterschiedlich lange "schwanger". Es gibt ? 
zumindest ist das bei mir so ? die richtige Zeit für eine bestimmte 
Idee. Seit Jahren spukt ein Romanstoff in meinem Kopf herum, aber ich 
weiß einfach, dass ich noch nicht klug oder erfahren genug bin, um 
diesem Stoff gerecht zu werden.  Also warte ich auf den richtigen 
Zeitpunkt. Ich habe aber auch schon erlebt, dass eine Idee plötzlich 
fix und fertig in meinem Kopf war, sozusagen über Nacht, die ich dann 
nur noch runterschreiben musste.


MT: Welche Rituale und Arbeitsweisen bestimmen deinen Schreiballtag?  

IT: Mein Arbeitsalltag unterscheidet sich nicht wesentlich vom Alltag 
eines Angestellten. Jeden Morgen gegen 9 Uhr gehe ich in mein Büro und 
schalte den PC an. Zuerst rufe ich Mails ab, dann beginne ich zu 
schreiben. Ich habe ein bestimmtes Tagessoll und mache erst Feier-
abend, wenn ich dieses erreicht habe. Meist ist das gegen 19 Uhr der 
Fall. In meiner Freizeit lese ich sehr viel, meist schon im Hinblick 
auf neue Romane.


MT: Was ist das Schönste, das dir eine Leserin sagen kann? 

IT: Ich habe das ehrgeizige Ziel, meine Leserinnen und Leser anzurüh-
ren, zu berühren. Ich möchte sie zum Lachen, aber auch zum Weinen 
bringen. Und wenn mir eine Leserin etwas in dieser Richtung sagt, dann 
bin ich so richtig von Herzen glücklich.

MT: Gibt es besondere Wünsche, die Leserinnen an dich richten? Viel-
leicht Ideen für neue Bücher, besondere Anforderungen an deine Heldin-
nen?

IT:  Viele Leserinnen wünschen sich Frauen, mit denen sie sich ein 
wenig identifizieren können. Starke Frauen, die auch Schwächen haben, 
die scheitern, aber doch die Kraft haben, aus ihrem Scheitern zu ler-
nen. Und diese Frauen gab es in allen Jahrhunderten. Ich glaube, es 
ist ein tröstliches Gefühl, über Frauen zu lesen, die sich bereits in 
der Vergangenheit mit ähnlichen Problemen herumgeschlagen haben wie 
die Frauen von heute. Und so, wie jede Wissenschaft zuerst die histo-
rische Herleitung bei einer Fragestellung betrachtet und daraus erste 
Erkenntnisse oder Herangehensweisen ableitet, so versuche ich dies 
wohl auch in meinen Romanen. 


MT: Meine obligatorische Frage: Welche Ratschläge willst du neuen Au-
torinnen geben?

IT: Als ich mit dem Schreiben begonnen habe, habe ich mir bestimmte 
Titel ? zumeist Klassiker ? gesucht, die mir ganz besonders gefallen 
haben. Diese Bücher habe ich regelrecht auseinander genommen. Wie ges-
taltet N. N. Dialoge? Wie werden Figuren eingeführt, wie Spannungsbö-
gen gestaltet usw.? Das mache ich im Übrigen heute noch. Viele großar-
tige Autoren und Autorinnen habe mir da schon wertvolle Tipps gegeben. 
So habe ich zum Beispiel von Kleist und Franzen viel über Zeitraffung 
erfahren. Zola beschreibt wunderbar Stimmungen, usw. 

Diese Vorgehensweise ist natürlich eine sehr individuelle Angelegen-
heit, die mit den persönlichen Vorlieben zu tun hat. Für mich war 
Kleist eine Entdeckung, für andere kann es Oscar Wilde, Thomas Mann 
oder aber auch Rosamunde Pilcher sein, die das Handwerk des Schreibens 
vortrefflich beherrscht. ? Deshalb mein Ratschlag: viel und vor allem 
gründlich lesen. 


MT: Was wäre, wenn der Strom ausfällt und der PC ruht? 

IT: Oh, dann würde ich wohl meinen Laptop unter den Arm klemmen und in 
eine Bibliothek gehen. Oder vielleicht lieber in die Sauna? Ins Kino? 
Mit einer Freundin in ein Caféhaus? Auf jeden Fall würde ich eine sol-
che Gelegenheit sehr genießen und ganz bestimmt etwas tun, was ich mir 
ansonsten verkneife. Einen Stadtbummel vielleicht? Einen Ausflug ins 
nahe Weingebiet? ...


MT: Ines, herzlichen Dank für deine Mühe und das Engagement. Ich wün-
sche dir viel Erfolg für dein neues Buch, und möge dir die Muse treu 
bleiben. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Manuela Tengler, noch immer zwischen Drehbuch und Roman unterwegs, 
sucht gerade nach ihrer persönlichen Ideallinie ? dem eigenen Stil 
treu zu bleiben und trotzdem lektorengerecht zu schreiben. Mittlerwei-
le hat sie ihre Lieblingsgenres gefunden und freut sich auf die dies-
jährigen Herausforderungen. Außerdem gibt`s noch viele interessante 
AutorInnen, die ein Interview wert sind für den Tempest. 


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VERLAGSPORTRAIT:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

J. F. Ziegler KG
rga. Buchverlag
Konrad-Adenauer-Str. 2?4
42853 Remscheid
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.bergischer-krimi.de


          Wie es begann

Im Jahre 1889 gründete Dr. Joseph Franz Ziegler die Zeitung "Remschei-
der General-Anzeiger" (kurz RGA). 1945 wurde die Zeitung durch die 
Besatzungsmächte verboten. Am 1. November 1949 durfte sie wieder er-
scheinen. In den kommenden Jahrzehnten wurden Lokalausgaben veröffent-
licht, z. B. der Wemelskirchener General-Anzeiger, der Hückeswagener 
Stadt-Anzeiger, der Bergische Anzeiger und die Radevormwalder Zeitung.


          Das Programm

Mittlerweile vertreibt der Verlag jegliche Art von Literatur (Lesebü-
cher, Bildbände, Comics & Bilderbücher, historische Werke, Kultur- und 
Restaurantführer, Wanderkarten). Wobei der Schwerpunkt des Programms 
auf untypischere Themen der Heimatliteratur wie Krimis, Prosa allge-
mein, Comics und Bilderbücher gelegt wird.


          Das Besondere, das Einzigartige?

Carsten Schütz vom rga. Buchverlag beschreibt es so: "Leidenschaft ? 
wir lieben das Lesen sowie das Schreiben. Unser Buchverlagsleiter ist 
selbst auch Autor. Daher können wir uns besonders gut in Autoren ein-
fühlen. Ehrlichkeit ? wir sagen Autoren offen und ehrlich unsere Mei-
nung zu ihren Werken. Seriosität ? wir unterbreiten keine Angebote, 
die auf einer Kostenbeteiligung durch die Autoren aufbauen. Fairness ? 
wir nehmen nur Bücher an, von denen wir auch im Interesse des Autors 
sicher sind, diese erfolgreich vermarkten zu können. Wenn wir wissen, 
dass wir selbst aufgrund unserer Strukturen nicht der richtige Partner 
für den Autor waren, werden wir dies dem Autor eingestehen."

Wichtig ist dem Verlag, der mittlerweile ca. 200 Mitarbeiter beschäf-
tigt, dass das eingereichte Skript etwas Neues bietet, das in dieser 
Form in der Bergischen Heimatliteratur noch nicht erschienen ist. Bei 
Prosatexten muss die Verbindung zum Bergischen Land bzw. seinen Städ-
ten über die simple Nennung von Städte- und Straßennamen hinaus gehen. 

          AutorInnen gesucht?

Autoren werden bei uns immer gesucht und dies in jedem der von uns 
angebotenen Genres.


          Konditionen

Hier ist keine Pauschalaussage möglich, da dies vom Thema, der Quali-
tät, dem Kundenpotential, den Herstellungskosten und dem Bekanntheits-
grad des Autors abhängig ist.


          Wie reiche ich ein Skript ein?

Ein Manuskript muss vollständig sein. Texte müssen in elektronischer 
Form übergeben werden. Bei Fotos ist dies ebenfalls wünschenswert, 
aber keine Pflicht.


          Zukunftspläne

Der Verlag möchte sein Verlagsprogramm mit neuen Genres erweitern, 
wobei er auch gerne andere Städte mit einbeziehen möchte.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin). 
Sie schreibt gerne Briefe, Tagebuch und Kurzgeschichten. In Antholo-
gien und Literaturzeitschriften sind Geschichten von ihr publiziert 
worden. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-Verlag, 
Nürnberg, veröffentlicht. Auch organisiert sie Autorentreffen und 
Stammtische und gibt Kurse in kreativem Schreiben.


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SEMINARBERICHT:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


                       "Wir hatten 44 Stunden"
                       von Hans Peter Roentgen

300 Roman-Seiten in 44 Stunden mit fünfzehn Autoren zu schreiben ? wer 
kommt auf so eine hanebüchene Idee? Nicht mal die Amerikaner haben so 
was versucht. Andreas Eschbach (Das Jesus-Video, Eine Billion Dollar) 
aber schon. Ende Januar fand in Wolfenbüttel in der Bundesakademie für 
kulturelle Bildung dieses Himmelfahrtsunternehmen statt. Und es hat 
sogar funktioniert. Alle fünfzehn Autoren wählten Charaktere aus, ent-
wickelten einen Plot und schrieben insgesamt sechzig Szenen. 


          Nur ein Wochenende

Am Freitag um 16 Uhr war noch alles offen. Bereits im November hatten 
wir die Vorgeschichte des Romans erhalten: Eine Jupiterstation droht 
abzustürzen, kurzfristig muss eine Expedition zusammengestellt werden, 
um sie zu retten. Jeder von uns dachte sich Personen aus, Ideen für 
die Handlung wie für die Vorgeschichte. Vor Wolfenbüttel darüber zu 
diskutieren war allerdings verboten. Schließlich sollten wir möglichst 
viele "unzensierte" Ideen mitbringen.

Am Sonntag um zwölf war es geschafft. Auf zahlreichen Stellwänden wa-
ren die fertigen Szenen aufgepinnt, ein eigenes Board war dem Konzept 
vorbehalten, wo verschiedenfarbige Zettel (für jede Perspektivperson 
eine) kurz beschrieben, was in den Szenen passieren sollte.

Was hat es gebracht? Das Gefühl, etwas geleistet zu haben, das vorher 
noch keiner getan hat? Sicher, auch. So wie ein Bergsteiger, der vor 
einer zweitausend Meter hohen Wand steht, die vor ihm noch keiner be-
stiegen hat. Werde ich das schaffen? Reicht mein Können, meine Erfah-
rung dafür? Und was wird mir beim Klettern begegnen?


          Autoren im Test

Das Können war denn auch eine zentrale Frage bei diesem Seminar. 
Schließlich waren wir alle schon oft auf den Romanseminaren in Wolfen-
büttel gewesen. Insofern war es auch ein "Test". Was hatten wir ge-
lernt? Können wir auf Befehl schreiben, sind die tickende Uhr und eine 
Vorbesprechung, in der die Szenen und die Handlung diskutiert werden, 
genug Ansporn, um mindestens fünf Seiten leeres Papier mit sinnvollem 
Text zu füllen? In durchschnittlich zwei bis drei Stunden?


          Schnell schreiben

Erstaunlicherweise lautete die Antwort: Ja. Die Geschichte wurde in 
vier Teile geteilt (bis Plotpoint I, bis zum Wendepunkt, bis Plotpoint 
II und Schluss), und dann ging es in die Diskussion. Jeder der vier 
Teile, jeder Akt hatte fünfzehn Szenen, die gemeinsam besprochen wur-
den, um den Rahmen festzulegen. Dass die Besprechungen im Stehen 
stattfanden, verkürzte die Diskussionen. Aber trotzdem war es erstaun-
lich, wie gut die Zusammenarbeit klappte. Keiner versuchte, seine Lö-
sung auf Biegen und Brechen durchzusetzen, im Gegenteil. Oft wurde ein 
Vorschlag von einem anderem aufgegriffen und weiterentwickelt. Autoren 
sind von Natur aus eitel, heißt es, aber Wolfenbüttel zeigte eben 
auch, dass sie durchaus zusammenarbeiten können.

Und Diskussion und tickende Uhr setzten den inneren Zensor außer 
Kraft, diesen heimtückischen Gesellen, der schon manches Meisterwerk 
zu verhindern wusste. Keine Zeit für Skrupel, keine Zeit, um zu über-
legen, "ob das gut ist", was ich schreibe. Ich muss schreiben! Korri-
gieren, feilen, den Zensor seine Arbeit machen lassen ? das kann man 
hinterher immer noch.

Übrigens sind viele Werke der Weltliteratur so entstanden. Georges 
Simenon schrieb seine Maigret-Krimis oft in wenigen Tagen. Wolfgang 
Borchert hackte "Draußen vor der Tür" in wenig mehr als einer Woche in 
die Schreibmaschine (eine mechanische, versteht sich!). Und auch Fah-
renheit 451 entstand in wenigen Tagen.
Natürlich gibt es auch Gegenbeispiele. Manches Buch braucht einfach 
Zeit. "Die dunkle Seite der Liebe" kostete Rafik Schami von der ersten 
Idee Ende der sechziger Jahre bis zur Fertigstellung im Herbst 2004 
über 35 Jahre. Trotzdem ist schnell schreiben manchmal das beste Mit-
tel gegen die gefürchtete Schreibblockade. Und manches, was schnell 
geschrieben wurde, hat vorher monatelang im Kopf des Autors gegärt. 
Auch bei uns war das nicht anders. Die Vorgeschichte, die Aufgabe, uns 
mögliche Personen und Handlungen auszudenken, das alles wurde uns be-
reits im November zugesandt. Damit unser Unterbewusstsein schon mal 
Funken sprühen, Ideen produzieren konnte. Es hat funktioniert.

Ziemlich anstrengend war es trotzdem, an einem Wochenende diesen Roman 
zu schreiben. Selbst wenn vierzehn andere dabei helfen. Manche bis 3 
Uhr nachts, und morgens um 8 ging’s dann weiter. Entstanden ist sicher 
nicht das Buch des Jahres, aber ein lesbarer SF-Roman, nicht schlech-
ter als viele andere Space-Operas.


          Auf eigenen Füßen

Er habe uns auch zeigen wollen, dass wir jetzt auf einen Füßen stehen 
? bzw. auf eigenen Tastaturen schreiben ? könnten, verriet Andreas uns 
hinterher. Die Seminare seien nicht umsonst gewesen. Aber jetzt gelte 
es, dass jeder von uns weitermache. Dass wir schreiben könnten, hätten 
wir bewiesen.

Haben wir? Ein bisschen schon. Vielleicht sogar etwas mehr als ein 
bisschen. Jedenfalls war es nicht nur ein Rekordversuch, sondern auch 
ein Gesellenstück. 


          Erfahrungen mit Figuren und Plot

Und das Handwerkliche stand dabei im Vordergrund. Je drei von uns bil-
deten eine Gruppe, die eine Person des Romans "betreute" und deren 
Szenen schrieb. Verblüffend, die Dynamik in diesen Gruppen zu beobach-
ten. Schon bald identifizierten sich die Autoren mit ihren Figuren. 
Eine der Figuren, ein Journalist, hatte vor fünfzehn Jahren ein Tech-
telmechtel mit einer der mitfliegenden Technikerinnen und wollte das 
jetzt wieder aufleben lassen. "Llami und Solo müssen sich kriegen", 
verlangten die Autoren des Journalisten. Doch die Schreiber, die die 
Technikerin betreuten, sahen das ? genau wie ihre Figur ? durchaus 
anders. Aus diesem Gegensatz entwickelten sich denn auch einige span-
nende Szenen.

Wie es ausging? Kriegen sich die beiden? Nein, das verrat ich jetzt 
nicht. Denn das fertige Produkt wird auf jeden Fall verlegt werden. 
Entweder in einem normalen Verlag oder in der Schriftenreihe der Bun-
desakademie.

Noch eine andere Beobachtung: Als Erstes legten wir die beteiligten 
Personen fest. Und aus diesen Personen entwickelte sich unser Plot. 
Wieder einmal zeigte es sich, wie wichtig Personen für eine Geschichte 
sind, dass es wenig Sinn macht, einfach einen Plot zu spinnen, in den 
man dann "passende" Personen einfügt. Und je weiter das Projekt gedie-
hen war, je mehr Szenen bereits geplant und geschrieben waren, desto 
weniger Möglichkeiten gab es. Am Ende ist vieles bereits durch die 
Personen und ihre Szenen vorgegeben.

Ein großes Dankeschön jedenfalls an unsere Kursleiter, Andreas Esch-
bach und Klaus Frick, deren Romanseminare in Wolfenbüttel mittlerweile 
Kult geworden sind. Möge die Feder weiter mit euch sein, und mögt ihr 
vielen anderen das beibringen, was ihr uns beigebracht habt.


          Weitere Berichte

Berichte der Kursleiter findet ihr hier:
? Andreas Eschbach, 
http://ourworld.compuserve.com/homepages/AndreasEschbach/aediary.htm#J
UPITER
? Klaus Frick, http://www.perry-
rhodan.net/aktuell/logbuecher/2005013101.html

Und hier die Adressen der Berichte von Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
? Jürgen Baumgarten, http://www.juergen-
baumgarten.de/inhalte/romane/44_stunden/bericht.htm
? Petra Vennekohl , http://www.petravennekohl.de/44stunden.htm
? Wulf Dorn, http://www.wulfdorn.homepage.t-
onli-
ne.de/Ubersicht/Pinwand/Wir_hatten_44_Stunden/wir_hatten_44_stunden.ht
ml


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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


Sehr geehrter Herr Doktor Honeyball,

Ihr Beitrag "Das Schreiben der Lämmer" in "Lektor heute" (Ausgabe 
12/2004) hat mich etwas irritiert. Was meinten Sie mit: "Für’s Erste 
schreiben die Lämmer. Denn es ist das Leid, das sie antreibt, das Leid 
vor ihren Augen, und das Leid wird niemals enden, nie."

Was für Lämmer, Dr. Honeyball? Was für ein Schreiben? Wessen Augen? 
Wessen Leid? Und überhaupt und sowieso?

Mit Grüßen aus ... (Sie werden sicher verstehen, dass ich hier auf 
eine Ortsangabe verzichte)
Clarissa Stirling

++++++++++

Sehr geehrte Frau Stirling,

es freut mich, dass Sie lesen können, eine Eigenschaft, die bei Auto-
ren heute nur noch selten anzutreffen ist. Beleg dafür sind die vielen 
Machwerke aus Autorenhand: Läse Autor, schriebe Autor besser ? voraus-
gesetzt, Autor kann denken. Vermutlich erwarte ich da ein bisschen 
viel.
Ihr Name kommt mir irgendwie bekannt vor, hmm, ich hatte mal eine 
Starling da vom BKA (Bund der Krimiautoren), zum Essen ...

Dass Sie als Autorin (der Rechtschreibfehler hat Sie verraten: für’s 
statt korrekt fürs) eine Publikation für Lektoren fremdlesen, ehrt 
Sie. Dass Sie nichts damit anfangen können, zeigen Ihre Fragen. Viel-
leicht sollten Sie sich nicht übernehmen und zunächst mit einfacherer 
Lektüre beginnen. Ein Buch aus meiner Kindheit hat mir bei meinen ers-
ten Leseversuchen sehr geholfen: "Ich bin der kleine Hase. In diesem 
hohlen Baum ist meine Höhle." Schauderhaft, hohl und Höhle. Aber ich 
habe es immerhin verstanden und gelernt, dass Hasen Winterschlaf hal-
ten.

Eine nachdenkenswerte Idee für Autoren: Wer schläft, schreibt nicht.

Ich sollte es bei diesen Plaudereien bewenden lassen, aber da mir die 
Redaktion eine Menge Geld für den Artikel zahlt ? oder wecke ich mit 
dieser Auskunft Begehrlichkeiten bei Ihren anderen Autoren, Frau Neu-
mayer? ?, will ich auch noch Ihre Fragen beantworten, trotz der auf 
schmerzhafte Weise unpräzisen Formulierungen.

Die Lämmer, das sind natürlich Sie und all die anderen Autoren. Kenn-
ten Sie sich aus mit Redefiguren, hätten Sie die Lämmer sofort als 
Metapher entlarvt. Gemein mit Schafen ist Autoren, dass sie zum Ersten 
verängstigt in die Verlagswelt blicken, dass sie zum Zweiten bei ihrer 
Schreiberei alle demselben Trend wie einem Leithammel folgen (weil es 
die Verlage angeblich fordern) und so gemeinsam in ihr Unglück traben 
? und dass manche, zum Dritten, auch so schmecken.

Angetrieben werden sie vom Leid (daher auch der Bezug zum "Leidhammel" 
weiter unten in dem von Ihnen zitierten Artikel), die einen von ihrem 
eigenen Leid, die anderen, der überwiegende Teil, vom Leid der Leser 
("Das Leid vor ihren Augen").

So ist übrigens auch die Aussage vieler Autoren zu verstehen, die erst 
niedergeschrieben ihren Gehalt offenbart: "Ich habe Leider, keine Le-
ser."

Dass dieses Leid niemals enden wird, ist eine Erfahrung, die ich als 
Leser und als Lektor machen musste. Der schlechte Autor wird nie auf 
der roten Liste der bedrohten Arten stehen, auch wenn Publikationen 
wie der Tempest an seiner Ausrottung arbeiten.

Die Lammmetapher (ein hübsches Wort mit sechs Bögen wie das Landwas-
ser-Viadukt der Rhätischen Bahn bei Filisur in der Schweiz) besitzt 
darüber hinaus einen ironischen Beiklang: Der Schriftsteller gilt in 
Verlegerkreisen als das Nutztier mit dem schlechtesten Kosten-Nutzen-
Verhältnis (im Vergleich zu Rindern, Schafen, Schweinen und Laborrat-
ten). Mein Verlegerfreund Wilhelm "Buffalo Bill" Wisent plant zur 
nächsten Buchmesse eine Edition "Nützliche Schriftsteller" mit bibli-
ophilen Leckerbissen (sic!). Falls Sie Interesse haben, Frau Stirling: 
Wilhelm sucht dafür noch Autoren.

Gewiss, Ihre Fragen beantwortet zu haben, und zweifelnd, dass Sie die 
Antworten verstehen, verbleibt herzlichst

Ihr Honeyball
PS: Natürlich verstehe ich, dass Sie auf eine Ortsangabe verzichtet 
haben, denn schließlich weiß ich längst, wo Sie wohnen. Vielleicht 
komme ich mal unangemeldet zum Essen vorbei.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stephan Waldscheidt, Jahrgang 67. Freier Autor und Texter. Mehr von 
ihm und von seinem Alter Ego Honeyball auf http://www.waldscheidt.de.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:     
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - 
keine Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Lit-
eraturagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind 
daher zwecklos.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst 
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


  Drehbuch: Oliver Pautsch
                              mailto:drehbuch at experte punkt autorenforum punkt de
  Fandom: Thomas Kohlschmidt
                                mailto:fandom at experte punkt autorenforum punkt de
  Fantasy: Stefanie Bense
                               mailto:fantasy at experte punkt autorenforum punkt de
  Heftroman: Arndt Ellmer
                             mailto:heftroman at experte punkt autorenforum punkt de
  Historischer Roman: Titus Müller
                    mailto:historischer.roman at experte punkt autorenforum punkt de
  Kinderbuch: Gabi Neumayer
                            mailto:kinderbuch at experte punkt autorenforum punkt de
  Kriminalistik: Nikola Hahn
                         mailto:kriminalistik at experte punkt autorenforum punkt de
  Lesungen: Rüdiger Heins
                              mailto:lesungen at experte punkt autorenforum punkt de
  Literaturagenturen: Petra Hermanns
                               mailto:agentin at experte punkt autorenforum punkt de
  Lyrik: Martina Weber
                                 mailto:lyrik at experte punkt autorenforum punkt de
  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
                              mailto:sachbuch at experte punkt autorenforum punkt de
  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
                             mailto:med.psych at experte punkt autorenforum punkt de
  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
                           mailto:fortbildung at experte punkt autorenforum punkt de
  Schreibgruppen: Ute Hacker
                        mailto:schreibgruppen at experte punkt autorenforum punkt de
  Schreibhandwerk: Ute Hacker
                       mailto:schreibhandwerk at experte punkt autorenforum punkt de
  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                              mailto:sf-autor at experte punkt autorenforum punkt de
  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
                               mailto:techlit at experte punkt autorenforum punkt de
  Übersetzung: Barbara Slawig 
                         mailto:uebersetzerin at experte punkt autorenforum punkt de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                          mailto:verlagswesen at experte punkt autorenforum punkt de



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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HISTORISCHE ROMANE:
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   Titus Müller (mailto:historischer.roman at experte punkt autorenforum punkt de)


Frage:
Fußnoten im Manuskript bei historischem Roman ? hört sich vielleicht 
etwas unsinnig an. Aber ich habe schon erlebt, dass eine Lektorin ir-
gendwelche Sachen inhaltlicher Art kritisiert hat (nicht sprachlich), 
und daraus war ersichtlich, dass ihr das historische Hintergrundwissen 
gefehlt hat. Fühlen die sich auf den Schlips getreten, wenn man ihnen 
die Belege oder Erläuterungen gleich mitliefert?


Antwort:
Ich teile deine Frage in zwei Abschnitte: Fußnoten für Lektoren, Fuß-
noten für Leser. Einverstanden?

1) Fußnoten für Lektoren sind meiner Meinung nach unnötig. Die Arbeit 
mit dem Lektor ist ja ein Dialog; wenn er Zweifel hat bezüglich der 
historischen Genauigkeit, kann er sie äußern, und ich als Autor kann 
ihm die Sache erklären. Meistens endet es bei mir so, dass ich im Ro-
man ebenfalls eine Erklärung einbaue ? nicht als Fußnote, sondern im 
Text ? , denn wenn es der Lektor nicht versteht, wird vermutlich auch 
der Leser damit Probleme haben. 

Ein Beispiel aus meinem aktuellen Roman "Die Brillenmacherin": Der 
Lektor kritisierte, dass meine Protagonistin das Brillenmacherhandwerk 
ihres verstorbenen Mannes übernimmt. Er war unsicher, ob das im Mit-
telalter möglich war. Da es tatsächlich häufig vorkam, dass Witwen das 
Handwerk des Ehemanns weitergeführt haben (mitunter durften sie sogar 
Mitglied der Zunft werden), habe ich seine Zweifel zerstreut und die 
Sache im Roman erklärt, denn die Leser wären wohl auch darüber gestol-
pert. Der Lektor lebe hoch!

2) Fußnoten für Leser. Habe gerade mit meinem Prüfer darüber disku-
tiert, ob ich in der Magisterarbeit unbedingt Fußnoten verwenden muss. 
Ich finde dieses Herumspringen auf der Seite beim Lesen fürchterlich 
und bin der Überzeugung, dass sich ein Buch auch so schreiben lässt, 
dass Fußnoten unnötig werden. Und historische Romane, gerade die, 
bringen mit der Handlung endlos viele Erklärungen für den Leser. Die 
Kunst ist es, sie so einzuweben, dass es nicht auffällt. Zum Beispiel, 
indem ein Fremder den Gegenstand erklärt bekommt oder indem mit einem 
gewöhnlichen Gegenstand etwas Außergewöhnliches geschieht. 

In der "Brillenmacherin" kommt ein Wasserstuhl vor, ein am Galgen bau-
melnder Stuhl über einem Wasserbecken auf dem Marktplatz. Nun hätte 
ich lang und breit erklären können, wie das Ding funktioniert und wann 
es gebraucht wird. Es geht aber auch anders. Meine Protagonistin wurde 
darauf gebunden und fast zu Tode getaucht. Wasserstuhl hautnah. Ohne 
Fußnoten.

Fußnoten sind, für mich zumindest, eine Unbeholfenheit. Wie ein Witz, 
der nicht verstanden wird und deshalb noch eine Nacherklärung braucht. 
Und bedenke: Ein Roman schafft für den Leser die Illusion, er bekäme 
eine Geschichte erzählt und finde sich plötzlich selbst darin wieder. 
Was sagt ihm die Fußnote? Junge, du liest bloß ein Buch. Und über-
haupt, wer hat diese Fußnote gesetzt? Doch nicht der Erzähler, dessen 
Stimme ich in meinem Ohr höre! Würde der sagen: "Und inmitten des 
Marktplatzes stand ein Wasserstuhl. Hochgestellte Eins, siehe unten. 
Wasserstuhl ? mittelalterliches Strafinstrument, das je nach Schwere 
des Vergehens eine unterschiedliche Zahl an Eintauchungen ermöglichte. 
Siehe oben. Catherine erschauderte ..."

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

In dunkler Zeit gibt es eine Frau, die den Menschen die Augen öffnet. 
Die unbeugsame junge Brillenmacherin im Kampf zwischen Kirche und Ket-
zern. Ein dramatischer Roman über die Macht des Lesens. ? Titus Mül-
ler: Die Brillenmacherin, 437 Seiten, 19,90 Euro, Rütten & Loening. 
Erscheint am 01.03., Weiteres unter http://www.titusmueller.de.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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             Stefanie Bense (mailto:fantasy at experte punkt autorenforum punkt de)

Frage:
Ich bin 17 Jahre alt und schreibe schon seit ca. 3 Jahren. Am Anfang 
waren meine Geschichten eher eine Mischung diverser Kindersendungen, 
doch mit der Zeit habe ich mich davon gelöst. Könnten Sie einem jungen 
Autor vielleicht zu Plot, Prämisse und Sonstigem Tipps geben?


Antwort:
Dass du 17 Jahre bist, schützt dich nicht davor, die netiquette zu 
beachten: Man schreibt zumindest ein "Hallo" und, wenn man höflich 
ist, "Liebe Expertin" oder so was. Und man versieht die Mail wenigs-
tens mit einem Gruß oder einem Namen. Woher soll ich sonst wissen, 
dass dies nicht Spam oder Junk ist? Du hast Glück, dass ich deine Mail 
nicht gleich weggelöscht habe. Aber dadurch ist sie bei mir im Ordner: 
Kenne-ich-nicht/Was-soll-das gelandet und hat etwas vor sich hinge-
schmort.

Willkommen bei der Zunft der Schreibenden! Ich hoffe, es wird dir vor 
allem Spaß machen, auch wenn es Arbeit sein kann. Die meisten fangen 
an zu schreiben und machen etwas nach, seien es Kindersendungen, Se-
rien oder Bücher, die sie gelesen und toll gefunden haben. (Ging mir 
auch nicht anders, auch wenn’s schon lange her ist.) Gut, dass du 
schon so weit bist, dich davon zu lösen, und versuchst, deine eigenen 
Themen und Inhalte zu finden.

Nun zu deinen Fragen: Ehrlich gesagt: Du fragst zu unspezifisch! Wie 
soll ich dir darauf eine Antwort geben? Ich kann hier keinen 
Schreiblern-Kurs per Mail abhalten, und das ist auch nicht meine Auf-
gabe. Es gibt zu Plot und Prämisse einiges im Tempest (dort auch such-
bar), in Schreiblern-Büchern und im Internet. Und was meinst du mit 
"Sonstigem"???

Da du von Plot und Prämisse schreibst, nehme ich mal an, du kennst 
einige Schreib-Bücher schon. Ein sehr gutes ist von Sol Stein, "Über 
das Schreiben". Wenn du das richtig durcharbeitest, brauchst du ein 
paar Monate. Empfehlen kann ich auch von Otto Kruse "Kunst und Technik 
des Erzählens" ? beide Bände im Verlag Zweitausendeins 
(http://www.zweitausendeins.de) erschienen. Kruse fasst sehr stark 
zusammen, bietet aber einen guten Überblick über das Handwerkliche. 

Für weitere Buchangaben müsste ich wissen, in welche Richtung (welches 
Genre) du schreibst: Fantasy, SF, Krimi, moderne Prosa ... Es gibt zu 
Plot ein Buch von Ansen Dibell, "Plot", das für mich unschlagbar ist, 
leider gibt es das nur auf Englisch. Sehr gut ist auch das, was Jack 
Bickham schreibt (auf Englisch), z. B. "Scene & Structure" oder "38 
Common Fiction Writing Mistakes and How to Avoid Them" oder "Setting". 
Es gibt von ihm auf Deutsch leider nur "Short Story: die amerikanische 
Kunst, Geschichten zu erzählen". Sehr empfehlenswert ist auch Rebecca 
McClanahans "Schreiben wie gemalt" bei Zweitausendeins. Am besten, du 
gehst mal in einen Zweitausendeins-Laden in deiner Nähe und schaust 
dir die Bände an. Kauf erst einmal das, was du am ehesten gebrauchen 
kannst.

Was ich Anfängern stets rate:
1. Einige wenige Schreibbücher kaufen und die dafür umso gründlicher 
durcharbeiten. Auch Übungen schreiben.
2. Schreiben, schreiben, schreiben. Denn gute Texte entstehen NUR 
durch Übung!
3. Sich eine Schreibgruppe suchen, möglichst eine, die handwerklich 
ausgerichtet ist. Dazu muss man Kritik vertragen können und lernen, 
selbst welche konstruktiv zu geben. Das geht nur im Zusammenspiel. In 
Schreibgruppen schreibt man nicht nur (manchmal) zusammen, sondern 
bespricht auch die Texte (erster Eindruck, Aufbau, Figuren, Handlung, 
Dialog, Beschreibungen, Sprache / Stil etc.).
4. Texte, die hart kritisiert werden, dann auch überarbeiten, überar-
beiten, überarbeiten. Wer nicht überarbeitet, sondern stets neue Texte 
schreibt, wird dieselben "Fehler" andauernd wiederholen.
5. Lernen, Texte abzuschließen, loszulassen und nicht ohne Ende zu 
bearbeiten. Viele Neulinge verbeißen sich regelrecht in die Texte. 
Besser stehen lassen, was zehn, zwölf Mal überarbeitet ist, und etwas 
Neues anfangen. Alte Geschichten solltest du als Dokumentation deiner 
Entwicklung aufbewahren, nicht in späteren Jahren nochmals überarbei-
ten.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib-
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem 
ersten Roman. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HEFTROMANE:
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            Arndt Ellmer (mailto:heftroman at experte punkt autorenforum punkt de)

Frage:
Wie bewirbt man sich eigentlich als Autor bei einem Heftroman-Verlag? 
Schreibt man einen Proberoman?


Antwort:
Zunächst sollten Sie sich mit diversen Redaktionen in Verbindung set-
zen und sich informieren, in welchen Genres Autoren gefragt sind. Da-
nach prüfen Sie sich, ob das etwas für Sie ist. Gruselromane mit Lie-
besgeschichte wie z. B. Irrlicht oder Gaslicht liegen nicht jedem.

Schreiben Sie ein Exposé und ca. die ersten 20 bis 30 Seiten des Ro-
mans nach dem herkömmlichen Seitenspiegel 60 x 30. Schicken Sie beides 
mit einem netten Begleitschreiben an die Redaktion. Vergessen Sie 
nicht, auf dem Exposé und dem Deckblatt des Manuskriptanfangs eben-
falls Ihre komplette Adresse mit Telefonnummer usw. zu vermerken.

Voraussetzung für einen Erfolg ist, dass Sie bereits schreiben können, 
also etwa die Technik des Exposé-Verfassens gelernt haben.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Jahrgang 1954. Autor seit 1980. Seit 1981 ATLAN-Serie, seit 1983 PERRY 
RHODAN. Über 300 Hefte, 150 für PERRY RHODAN, 20 Taschenbücher, ein 
Dutzend Hardcover, u. a. "Im Netz der Nonggo". CD-ROM über die 
"Blues". Arbeiten für Serien wie "Der Hexer", "Die Ufo-Akten", "Vampi-
ra", "Dämonenland", Krimis, Frauenromane sowie Hörspiele. Treatment 
für einen Fernseh-Thriller.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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             Oliver Pautsch (mailto:drehbuch at experte punkt autorenforum punkt de)

Frage:
ich schreibe an einem hörspiel, und da tauchen immer wieder zwei fra-
gen auf, die mit der form zu tun haben:

es gibt ja vorgaben, was die länge eines hörspiels angeht. wie weiß 
ich als autor nun aber, wie lang das, was ich geschrieben habe, tat-
sächlich ist? vorlesen geht, aber am besten wäre eine faustregel. et-
wa: eine seite, eine minute länge. oder soundsoviele zeichen, soundso-
viel minuten. existiert so etwas?

und wie muss eigentlich generell eine seite formatiert sein? gibt es 
irgendeine vorlage, meinetwegen drehbücher, wie man das optisch ges-
talten muss? es gibt ja auch bücher, in denen hörspiele abgedruckt 
sind, daraus kann man eine menge entnehmen. wie viel zeichen gehören 
auf eine seite? norm-manuskript 30 x 60?


Antwort:
Da ich mich im Bereich Hörspiel nicht auskenne, habe ich in meiner 
Agentur nachgefragt, die Hörspielautoren und deren Werke betreut. Die 
Antwort auf Ihre Frage von dort: Es gibt keine generelle Faustregel 
für die Seite-Zeit-Regel im Hörspiel. Ihnen wird der Vorstopp Ihrer 
eigenen Werke also nicht erspart bleiben. Allerdings lässt sich aus 
Ihrem Vorstopp natürlich ein persönliches Seite-Zeit-Verhältnis ablei-
ten, wenn Sie immer die gleiche Formatierung für Hörspiele benutzen.

Die Formatierung des Hörspielskripts ist in der Tat sehr frei und äh-
nelt der von Drehbüchern. Die Formatierung des so genannten  Norm-
Manuskripts (30 x 60) wird i. d. R. nur bei Prosatexten verwendet. Bei 
Drehbuch und Hörspiel eher nicht, da sonst zu wenig Text auf der Manu-
skriptseite unterzubringen ist.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer, 
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber 
direkt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurz-
filme, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film. 
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SACHBÜCHER:
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             Gabi Neumayer (mailto:sachbuch at experte punkt autorenforum punkt de)

Frage:
Im Fall einer Akzeptanz des Exposés durch einen Verlag: Bekommt man 
dann ein Autorengehalt für das Schreiben des Sachbuchs oder erst ein 
Gehalt nach Fertigstellung des Manuskripts?


Anwort:
Üblich ist die Zahlung des Honorars (nicht "Gehalt") nach Abgabe des 
Manuskripts. Viele Verlage teilen die Zahlung in zwei oder drei Teile 
auf:
? eine Hälfte bei Abgabe des Manuskripts, eine bei Erscheinen des Bu-
ches
? ein Drittel bei Vertragsabschluss, ein Drittel bei Abgabe bzw. An-
nahme (also nach Prüfung durch den Verlag), ein Drittel bei Erscheinen

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayers letzte Sachbuch-Veröffentlichungen sind die Ratgeber 
"English at work" (Thema: Business-Englisch) und "Geschäftsbriefe 
schreiben von A bis Z", beide erschienen bei Eichborn. Weitere Infos: 
http://www.gabineumayer.de.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK:
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          Nikola Hahn (mailto:kriminalistik at experte punkt autorenforum punkt de)  

Frage:
Ich schreibe mit zwei Kollegen an einem Drehbuch und eine Szene berei-
tet uns schon seit längerem Kopfzerbrechen. Es ist eine Action-
Komödie, die kriminalistische Arbeit steht also nicht im Vordergrund. 
Trotzdem wollen wir den Zuschauern keine Märchen auftischen. Ausgangs-
punkt unseres Films ist ein vorgetäuschter Selbstmord, wobei der Tote 
seinen Abschiedsbrief am Computer geschrieben haben soll, der Brief 
ist beim Eintreffen unserer beiden Ermittlerinnen noch auf dem Bild-
schirm zu sehen. Die beiden Polizistinnen sollen dann möglichst ohne 
Hilfmittel der Spurensicherung feststellen können, dass sich aller-
dings keinerlei  Fingerabdrücke mehr auf der Tastatur befinden. Bei 
der Serie CSI ist uns öfter schon mal eine Art Klebestreifen aufgefal-
len, den die Ermittler bei allen möglichen Spuren einsetzen. 

Unsere vermutlich etwas alberne Idee war daraufhin, dass man viel-
leicht mit so einem Klebestreifen (Tesafilm o. Ä.) nachweisen könnte, 
dass es eben keine Spuren auf der Tastatur mehr gibt. Wäre so etwas 
möglich, da es ja nicht darum geht, einen Fingerabdruck zu nehmen, 
sondern die Abwesenheit von jeglichen Spuren (Fett o. Ä.) zu beweisen? 
Oder gibt es vielleicht ein anderes "Hausmittel" für solche Fälle? 
Etwas, das in einem Büro vorhanden ist? [Und gibt] es generell 
"Tricks", wie man sich einen ersten Eindruck vom Tatort verschaffen 
kann, ohne auf die Spurensicherung warten zu müssen? Können Sie dazu 
Literatur empfehlen? 


Antwort:
Darf ich Sie bezüglich der Literatur zur Spurensicherung auf eine frü-
here Antwort bei autorenforum.de verweisen? Ich habe da dezidiert über 
Literatur für Krimischreiber geschrieben und auch Websites von Verla-
gen genannt ? bitte schauen Sie unter www.autorenforum.de nach, dort 
werden die Beiträge asserviert. Sicherlich gibt es in diesen Verlagen 
auch Literatur zur Spurensicherung. 

Zu Ihrer Frage wegen der Fingerabdrücke: Spurensicherer verwenden in 
der Tat "Klebefolien" am Tatort, allerdings nicht, um Fingerabdrücke 
sichtbar zu machen, sondern um sie zu sichern. 

Das heißt, zunächst einmal wird der Bereich, in dem man daktyloskopi-
sche Spuren vermutet, "abgepinselt" (das geschieht grundsätzlich mit 
einem feinen Pinsel und Ruß). Dadurch werden die Spuren sichtbar. Die 
Sicherung erfolgt dann mit einer Klebefolie, die auf die Spur gedrückt 
wird. Ruß und sichtbare Spur bleiben auf der Folie kleben, diese wird 
dann auf eine "Spurensicherungskarte" gedrückt und entsprechend be-
schriftet, damit man später weiß, wo man die Spur gesichert hat. 

Auf glatten Materialien, wie zum Beispiel Glas oder spiegelnden Ober-
flächen (Metall), kann man Fingerspuren oft schon mit bloßem Auge se-
hen. Auf einer PC-Tastatur dürfte das aber so gut wie unmöglich sein. 

Wenn Ihr Vorhaben eine Art Slapstick/Komödie werden soll, haben Sie 
natürlich die besten Möglichkeiten, mit diesen Dingen zu arbeiten: 
Ihre Protagonistin könnte beispielsweise Tastatur, Bildschirm etc. im 
Licht drehen und wenden, um "Spuren durch Anschau" festzustellen bzw. 
auszuschließen, oder sie könnte mit Ruß und Pinsel herumfuhrwerken und 
alles richtig schön "einsauen". Dass Wohnungen nach dem Durchgang der 
Spurensicherung bisweilen ziemlich "rußig" aussehen, hat übrigens 
schon so manchen arg überrascht ? ist aber so. Und mit Ruß und Pinsel 
kann ja jeder hantieren (wenngleich zum professionellen Handhaben doch 
etwas Übung gehört).

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes-
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als 
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen 
im Internet: http://www.nikola-hahn.com. 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KINDERBÜCHER:
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        Gabi Neumayer (mailto:kinderbuch at experte punkt autorenforum punkt de)

Frage:
eigentlich junge taenzerin und choreographin, habe ich jetzt nach 2 
semestern an der kunstschule mein erstes kinder-bilderbuch gezeichnet 
und geschrieben. [...]

ich hab das buch schon an ca. 6 verlagshäuser geschickt und würde es 
gerne an weitere einreichen. die programme der verlagshäuser habe ich 
aus dem heft "kinder- und jugendbuchverlage von a ? z", hab aber auf 
ihrer homepage gelesen, dass sie programme mit faxen angefordert ha-
ben. gibt es da noch mehr information, z. b. seitenzahl, größe der 
bilderbücher oder so was, oder sehe ich das nur selbst im geschäft 
[...]?


Antwort:
Ja, die Prospekte enthalten wesentlich mehr Informationen. Sie müssen 
Sie aber nicht unbedingt alle anfordern: Viele Buchhandlungen (obwohl 
es immer weniger werden; die Verlage sparen an ihren Programmen) haben 
Stapel davon und lassen Sie gern hineinschauen. Ansonsten bleibt immer 
der beste Tipp: In den Buchhandlungen stöbern und auf diesem Weg die 
passenden Verlage kennen lernen.


Frage:
eine befreundete lektorin im ruhestand ist sehr begeistert von meinem 
buch, meinte aber, dass es mit agent wesentlich einfacher wäre und 
mehr sinn macht. ist das richtig, und wie findet man einen agenten?  


Antwort:
Es gibt wenige Kinderbuchagenten ? und die vertreten in der Regel Bil-
derbücher nur sozusagen als Zugabe, wenn man sowieso schon bei ihnen 
ist. Bei Bilderbüchern ist die Verhandlungsspanne so gering, dass sich 
das für keinen Agenten lohnt.

Frage:
nach den ersten absagen war ich sehr entmutigt , weil mein buch ja 
samt allen zeichnungen steht und daher wahrscheinlich nicht so flexi-
bel in verschiedene verlagsprogramme passt ...


Antwort:
Das kann vielfach wirklich das Problem sein. Andererseits sind sechs 
Absagen noch nicht die Welt (auch wenn es einem so vorkommt ;-)). Und 
da Sie Illustrationen haben, könnte sich für Sie auch ein gezielter 
Besuch auf der nächsten Buchmesse lohnen. Für reine AutorInnen macht 
es keinen Sinn, dort mit einem Manuskript herumzulaufen ? aber Illust-
rationen kann man sehen und sich damit direkt ein Bild machen; da kann 
schon in wenigen Sekunden Interesse entstehen. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayers letzte Kinderbuchveröffentlichungen: "Und wann schläfst 
du?", Bilderbuch, Lappan 2004; "Delfingeschichten" (als "Bato), 10 
Geschichten für Leseanfänger, Gondolino 2005. Weitere Infos: 
http://www.bato-schreibt.de.


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HALL OF FAME:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man, 
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere 
schaffen es ja auch!

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest. 
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen 
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal 
vorstellen können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende 
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie 
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte 
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail-
to:redaktion at team punkt autorenforum punkt de. Wir können ausschließlich Meldungen 
berücksichtigen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!

++++++++++

Hilke Rosenboom (mit Bildern von Anke Kuhl): "Ein Pferd namens Milch-
mann", Carlsen 2005, Kinderbuch ab 8 Jahren. Pferdeabenteuer, auch für 
Jungen

Sylvia Görnert-Stuckmann: "Wenn man im Alter Hilfe braucht ? Welche 
Hilfe gibt es wo", Herder-Verlag 2004. Seniorenwegweiser Altenhilfe, 
www.buchschmiede.de

Heike Reiter: "Traumscherben", DüsselART Verlag, 2004, Roman. Leonie 
entdeckt das zweite Gesicht von Paris

Marion Kortsteger: "Schimmelplantagen", Oktoberverlag, 2005, Erzählun-
gen. Infos unter http://www.oktoberverlag.de

Marion Kortsteger: "Unheimliche Sagen aus dem Münsterland", Prolibris 
Verlag, 2004, Schauergeschichten. Infos unter http://www.prolibris-
verlag.de  

Eva B. Gardener: "Lebenshunger", Gmeiner Verlag 2005, Romantic Suspen-
se made in Bayern. Spannung, Liebe, schlanke Rezepte. 
www.evabgardener.de


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen 
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit 
getrennter Mail kommt!
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