Ausgabe 7-04 (20. April 2005)

Schreib-Kick
Leserbriefe
Vorstellung
    Autorenzeitschrift "Federwelt"
Vier Seiten für ein Halleluja
    Text: anonym, Lektor: Hannes Riffel
Schreibkurs
    "Schreibspiele"
    von Ursula Schmid-Spreer
Buchbesprechung
    "Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt"
    besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer
Interview mit Bernd Franzinger
Veranstaltungsberichte
    "Der Literarische März 2005"
    von Martina Weber
    "Eindrücke von der Buchmesse in Leipzig 2005:
    Zu viel erwartet?"
    von Anna Banfhile
Glosse
    "Die lieben Kollegen ? Ein Monolog über Futterneid"
    von Tatjana Stern
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
    "Warum mann unbedingt eine Schriftstellerin heiraten sollte"
    von Stephan Waldscheidt
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Bjørn Jagnow)
Frag den Experten für Drehbuch
    (Oliver Pautsch)
Frag den Experten für Heftromane
    (Arndt Ellmer)
Frag die Expertin für Kriminalistik
    (Nikola Hahn)
Hall of Fame
EDITORIAL: 
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Liebe Autorinnen und Autoren,

gleich zwei Veranstaltungsberichte findet ihr in dieser Ausgabe: Unse-
re Lyrikexpertin Martina Weber berichtet vom "Literarischen März", und 
Anna Banfhile hat sich auf der Leipziger Buchmesse umgesehen. 

Außerdem gibt es ein neues Lektorat in unserer Rubrik "Vier Seiten für 
ein Halleluja" ? einen herzlichen Dank an unseren Gastlektor Hannes 
Riffel und an Hans Peter Roentgen, der eine Menge Arbeit in diese Rub-
rik steckt! 

Was erwartet euch noch? Zum Beispiel ein Interview mit dem Autor Bernd 
Franzinger, neue Schreibspiele, eine Glosse von Tatjana Stern ? und 
wir stellen die Autorenzeitschrift "Federwelt" vor. Honeyball versucht 
sich schon zum zweiten Mal als Eheberater, es gibt eine Buchbespre-
chung, viele neue Ausschreibungen, den Schreibkick, Leserbriefe, hilf-
reiche ExpertInnenantworten und und und.

Der Tipp des Monats April, diesmal von Ramona und Thomas Roth-
Berghofer:

    British Library - Whatever your interests, 
    be surprised at how much more you can explore: 
    http://www.bl.uk

Einen wunderschönen Mai, jede Menge neue Ideen ? und viel Erfolg beim 
Schreiben!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

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Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen 
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen 
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aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser 
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Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch 
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte 
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ISSN 1439-4669   Copyright 2005 autorenforum.de. Copyright- und
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   INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

      Editorial
      Inserate
      Schreib-Kick
      Leserbriefe
      Vorstellung
         Autorenzeitschrift "Federwelt"
      Vier Seiten für ein Halleluja
         Text: anonym, Lektor: Hannes Riffel
      Schreibkurs
         "Schreibspiele"
         von Ursula Schmid-Spreer
      Buchbesprechung
         "Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt"
         besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer
      Interview mit Bernd Franzinger
      Veranstaltungsberichte
         "Der Literarische März 2005"
         von Martina Weber
         "Eindrücke von der Buchmesse in Leipzig 2005: 
         Zu viel erwartet?"
         von Anna Banfhile 
      Glosse
         "Die lieben Kollegen ? Ein Monolog über Futterneid"
         von Tatjana Stern
      Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
         "Warum mann unbedingt eine Schriftstellerin heiraten sollte"
         von Stephan Waldscheidt
      Frag den Experten für Verlagswesen
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      Frag den Experten für Drehbuch
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      Frag die Expertin für Kriminalistik
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      Hall of Fame
      Impressum

TEIL 2 (nur für Abonnenten):

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      Publikationsmöglichkeiten
           mit Honorar
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      Seminare
      Messekalender
      Impressum

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Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service 
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard 
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige 
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen 
Jahrgänge zu erstellen. 

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SCHREIB-KICK:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


Unser Schreib-Kick für den April, diesmal von Lisa Kruse:

Abschweifende Gedanken oder "Gedankenentrümpelung"

Roger MacBride Allen sagt in seinem Schreibkurs unter Punkt 15: "Gera-
de weil du an etwas Bestimmten besonders interessiert bist, heißt das 
noch lange nicht, dass es auch in die Story gehört."

Wenn sich in meinem Kopf ablenkende Gedanken breit machen, nehme ich 
mir die Zeit, diese Gedanken separat bis zur Befriedigung oder Er-
schöpfung auszuarbeiten.  Es kommt zur "totalen Entrümpelung der Ge-
danken". Manchmal ergibt es sich und es passt es sich doch etwas davon 
in die Geschichte ein. Manchmal ergibt es eine neue Story, die dann 
parallel läuft, wenn der Stoff mich nicht loslässt. Oder es ergeben 
sich Notizen, die irgendwann, irgendwo vielleicht ihren Platz finden.

Wichtig ist nur: Diese Gedanken müssen raus - um Platz zu schaffen für 
die eigentliche Story. Horte ich sie in meinem Kopf, kommen sie mir 
immer wieder in die Quere. Später vielleicht können sie dann der 
Knackpunkt sein, der mir über "ich weiß nicht weiter" hinweghilft. 


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LESERBRIEFE:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

Zur Diskussion um die Normseite erreichte uns ein weiterer Leserbrief. 
Außerdem findet ihr hier einen Lesermeinung zu Ute Hackers Beitrag 
"Was lange währt ..."


+++++++++++++++++++
Stephan Waldscheidt
+++++++++++++++++++
Hallo Frau Hacker,

danke für den Artikel "Was lange währt ..." [Tempest 7-2]. Ich konnte 
da einiges nachvollziehen, gerade die unterschiedlichen Ansprüche an 
sich selbst und an andere sind ein Riesenproblem. Kürzlich ist auch 
mir eine Schreibgruppe (und ein Kragen) "geplatzt", weil die Ansprüche 
zu unterschiedlich waren. 

"Umso mehr ärgerte es mich, wenn meine Kolleginnen allgemein gültige 
Regeln missachteten und wieder und wieder denselben Fehler machten. 
Meine Maßstäbe sind sehr hoch, das gebe ich gerne zu. Aber nur, wer 
wirklich gut sein will, kann Erfolg haben", das unterschreibe ich 
100%ig. Wie soll man einen Text kritisieren, wenn nicht mit den 
strengsten Maßstäben und der Zielsetzung, ihn "perfekt" zu machen? 
Soll ich nur jeden zweiten Fehler anstreichen und einiges geflissent-
lich übersehen?

(Zu) unterschiedliches Niveau ist ein meiner Meinung nach nicht zu 
überbrückendes Problem in einer Schreibgruppe. Leider finden sich 
gleichgesinnte und etwa gleich gute Autoren selten auf engem Raum. Ich 
habe nach langer Zeit im Raum Karlsruhe ein paar Autoren gefunden, die 
alle Romane schreiben. Und selbst diese kleine Gruppe ist noch sehr 
heterogen. Es gibt selbst unter Autoren nicht viele, die sich an das 
Schreiben eines Romans wagen. Aber die Anforderungen an das Schreiben 
eines Romans (Plot, Spannungsaufbau, Charaktere, "epischer Atem" usw.) 
sind doch sehr verschieden von denen an Lyrik oder Kurzprosa. Meiner 
Meinung nach hat eine professionell orientierte Autorengruppe nur dann 
eine Chance (und einen Sinn), wenn die Textform, an der gearbeitet 
wird, dieselbe ist.


+++++++++++++++
Nils-Arne Münch
+++++++++++++++
In seinem Leserbrief zur Normseite erklärte Marc Albrecht "Wenn ich 
einen Text in "Arial" erhalte (die Type, die Ute Hacker vorschlägt), 
ist das Erste, das ich tue, diese optische Umweltverschmutzung in et-
was Lesbares zu ändern."

Das erscheint mir doch recht seltsam, schließlich ist die "Normseite" 
so deutlich normiert eben nicht (mehr?) und die meisten "Normseiten", 
die man heute im Netz findet, arbeiten mit Arial. (Einfach mal goo-
geln!) So kann man beispielsweise auf der HP des Ferber Verlags eine 
Anleitung erhalten, wie man unter Word eine Normseite mit Arial ein-
richtet (http://ferber-verlag.de/autoreninfos.htm). 

Mit dieser Normseite arbeite ich nun schon seit Jahren ? sowohl als 
Lektor als auch wenn ich eigene Manuskripte irgendwo einreiche. Neben 
dem besser lesbaren Zeichensatz bietet dieses Format den zusätzlichen 
Vorteil eines wesentlich breiteren (Korrektur-)Randes als die klassi-
sche Normseite. Sicher: Arial ist eine Proportionalschrift, und je 
nach Verhältnis der verwendeten Buchstaben weicht diese Normseite mi-
nimal von der Courier-Normseite ab. Beim Vergleich zu einer Courier-
Normseite, wie sie etwa der Storia Verlag empfiehlt 
(http://www.storia-verlag.de/normseite.html), war ein 104.046 Anschlä-
ge langer Text von mir mit Courier 23 Zeilen (insgesamt 1.994 Zeilen) 
länger als in Arial (1.971 Zeilen) ? ein schrecklicher Unterschied von 
etwa 1,2 %! Das liegt übrigens innerhalb der Schwankungen, die ver-
schiedene Courier-Normseiten ebenfalls haben: Die nach den Empfehlun-
gen von http://www.textkraft.de/pageID_1033471.html eingerichtete Cou-
rier-Seite ergab bei mir nur 1.950 Zeilen ? die "großzügigste" Norm-
seite, die ich auf die Schnelle finden konnte. 

Und der Sinn des Ganzen? Es gibt offenbar recht verschiedene "Normsei-
ten", oder, genau genommen, gar keine. Wenn Marc Albrecht gegebenen-
falls meine Normseiten gerne in seine verwandelt, bevor er einen Text 
liest ? bitteschön, ich habe auch meine Lesegewohnheiten (und verwan-
dele daher alle Texte, die ich bekomme, erst mal in Arial). Letztlich 
hat heute fast jeder Verlag seine eigenen Standards, die vom Umfang 
pro Seite nur minimal voneinander abweichen ? von der Leseerfahrung 
allerdings zum Teil erheblich. Deshalb kommt es nicht auf die Normsei-
te an, sondern darauf, dass der Autor in Erfahrung bringt, was im kon-
kreten Fall vom jeweiligen Verlag erwartet wird, und sich dann daran 
hält. Nur muss der Autor diese Daten herausfinden können, und wenn 
etwa der Web-Site-Verlag Courier erwartet, frage ich mich, warum dies 
auf der HP des Verlags nicht zu erfahren ist.


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VORSTELLUNG:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


                    Autorenzeitschrift "Federwelt"
                     vorgestellt von Gabi Neumayer

Mit der April-/Mai-Ausgabe (Nummer 51) bekommt die Autorenzeitschrift 
Federwelt auch äußerlich ein neues Gesicht ? nachdem sich in letzter 
Zeit sowohl bei der Redaktion als auch bei der Herausgeberin schon 
einiges geändert hatte. Anlass genug für uns, unsere "Schwesternzeit-
schrift" unter den Printmedien hier endlich einmal vorzustellen.

Sowohl von der Entstehungsgeschichte als auch von der Zielsetzung her 
ähneln sich Federwelt und Tempest in vielen Punkten. Beide wollen Au-
torInnen unterstützen, informieren, ermutigen und ihnen die notwendi-
gen Mittel an die Hand geben, um besser schreiben und in der Verlags-
welt erfolgreich sein zu können. So hat es auch schon sehr früh eine 
freundschaftliche Verbindung und Zusammenarbeit zwischen uns gegeben.

Gegründet wurde die Federwelt 1998 von Titus Müller (genau der!), um 
angehenden AutorInnen ein Forum zur Veröffentlichung zu geben. Und 
auch Ausschreibungshinweise und Interviews mit Menschen aus der Buch-
branche gab es schon zu Beginn, so dass AutorInnen sich informieren 
und weiterbilden konnten. Die Startauflage von 30 Stück verzigfachte 
sich schnell, und mittlerweile ist die Federwelt für viele AutorInnen 
ein unverzichtbarer Teil ihres Lebens.

Inhaltlich bringt die Federwelt alle zwei Monate sowohl Prosa und Ly-
rik von angehenden AutorInnen als auch zahlreiche Artikel und Inter-
views von und mit Profis zu allen Aspekten des Autorenlebens. Darüber 
hinaus gibt es Vorstellungen von Zeitschriften und Büchern, Ausschrei-
bungen und Schreibtipps. In der aktuellen Ausgabe findet ihr unter 
anderem einen Beitrag über Telefonmarketing (Wie mache ich einem Lek-
tor, einer Lektorin am Telefon mein Manuskript schmackhaft?), ein In-
terview mit dem Lyriker Raoul Schrott, ein Beitrag über Schreibsemina-
re und einer über BoD und Druckkostenzuschüsse.

All das könnt ihr in dem neuen Layout noch mehr genießen als bisher: 
Eine bessere Strukturierung und grafische Hervorhebungen von Über-
schriften und Kernsätzen erleichtern das Lesen. Und die Fotos der In-
terviewten und AutorInnen der Beiträge machen die Federwelt zudem per-
sönlicher ? ebenso wie die neu aufgenommenen Kontaktdaten der einzel-
nen RedakteurInnen (von denen euch einige auch als Tempest-ExpertInnen 
vertraut sind).

Die Federwelt erscheint sechsmal im Jahr im Uschtrin Verlag, das Abo 
kostet 19,50 Euro. Weitere Infos und Bestellung unter: 
http://www.federwelt.de.


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VIER SEITEN FÜR EIN HALLELUJA:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

Hannes Riffel hat zwei Buchläden in Freiburg und Berlin und den Shayol 
Verlag mitbegründet. Für die Zeitschriften Epilog, Phantastisch! und 
Alien Contact arbeitet er als Redakteur. Er hat mehrere Bücher über-
setzt und für Bertelsmann und Piper lektoriert. Für Klett Cotta arbei-
tet er als freiberuflicher Lektor.  

Trotz dieser umfangreichen Tätigkeiten fand er Zeit, für uns ein Lek-
torat in der Reihe "Vier Seiten für ein Halleluja" zu schreiben. Hier 
ist es.

Hans Peter Roentgen, http://www.textkraft.de

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                               "Agape
                    Die Chroniken von Eain, 1. Teil"

                    1. Kapitel: Mary und die Männer

Im Jahre des Herrn 1503 war der Sommer besonders warm, jedenfalls für 
südenglische Verhältnisse, was zum einen für eine gute Ernte sorgte 
und zum anderen dazu{1}, dass die Bewohner eines ganz bestimmten Dor-
fes ohne Schuhwerk und auch ansonsten ungewöhnlich leicht bekleidet 
herumgingen{2}{3}. Jeder Südländer hätte sich dieser Kleiderordnung 
gewiss nicht anschließen wollen{4}, hätte vielmehr seine Fellweste 
enger zugeknöpft und sich vielleicht noch einen Schal um den Hals ge-
bunden. Aber die braven Bauern genossen die milden Temperaturen und 
sahen sie allemal als ein gutes Omen für die Zukunft. Sie{5} waren 
wirklich wackere Menschen, die dort wohnten, arbeiteten und lebten,{6} 
froh, in Frieden gelassen zu werden von der Obrigkeit und beschäftigt 
mit den Alltäglichkeiten des Daseins{7}. 

Abwechslung gab es davon kaum{8}, nur der Markttag versprach Neuigkei-
ten, der Sonntag ein wenig Ausruhen{9} und der Gottesdienst Andacht. 
Da war es nur zu verständlich, dass sie sich des Abends vor ihre Hüt-
ten setzten,{10} die Hände beschäftigt mit Flickwerk und Schnitzerei, 
den Tag noch einmal Revue passieren ließen{11} und so mancher, eher 
schlichten Gemüts, philosophiert{12} nun über den Sinn des Lebens und 
das Gerücht, dass ein Mann aus fernen Landen mit drei Schiffen losge-
segelt war, um endgültig zu beweisen, dass die Erde keine Scheibe 
sei{13} sondern eine Kugel. Angeblich hatte er einen Seeweg nach In-
dien gefunden, ein Land unbekannter{14} Schätze, fremder Menschen und 
heidnischer Kultur. Je nach Alter verspürte der eine oder andere die 
unbändige Lust, es dem Entdecker gleichzutun, einfach sein Bündel zu 
schnüren und Heimat und Familie zu verlassen, um die Wunder der Welt 
zu erforschen. Doch lag dieses Dorf fernab vom Meer{15} und das Ver-
trauen auf ein wenig Holz und Segeltuch hielt sich allgemein in Gren-
zen. Darüber zu reden, es in den buntesten Farben auszumalen{16} und 
von Ruhm und Reichtum zu träumen füllte nichtsdestotrotz so manche 
Abendstunde und so manches Herz{17}.

Die Frauen des Dorfes lächelten ob der Träume ihrer Männer und Söhne, 
gewiss, niemanden an das Meer verlieren zu müssen und das nichts Auf-
regendes geschehen würde, sondern alles auch weiterhin seinen beschau-
lichen Gang ging{18}. Vielleicht können nur Frauen ermessen, wie gut 
es das Schicksal mit einem meint, wenn es einen in Ruhe lässt, wo Män-
ner doch immer nach Unruhe und Abenteuer streben{19}.

So sollte es zumindest sein, denn{20} in diesen Zeiten des Friedens, 
dem Überfluss{21} an Lebensmitteln{22} und dem allgemeinen Wohlbefin-
den{23} in diesem Dorf, gab es doch eine Frau, die absolut nicht zu-
frieden mit ihren Umständen war{24}.

Denn gerade warf Mary wütend die massive Holztür der elterlichen Kate 
hinter sich zu, hielt kurz inne, stampfte mit ihrem kleinen Fuß{25} 
auf und lief schließlich über den schmalen Gartenweg, der sie zur 
Hauptstraße des englischen {26} Dorfes führte, indem sie ihr gesamtes 
bisheriges Leben verbracht hatte.

"Nur weg von hier!", murmelte sie entrüstet, denn sie floh vor einem 
erbitterten Streitgespräch mit ihren Eltern hinaus in eine laue, etwas 
zwielichtige Sommernacht Anfang August {27}.

Nun mögen viele das Jahr 1503 nicht nur als zwielichtig{27a} sondern 
gar als finster bezeichnen, handelte es sich immerhin um das ausgehen-
de Mittelalter{28}, {29}doch es war eine bunte und laute und pralle 
Zeit, angefangen bei der größtenteils noch ungezähmten Natur, den rie-
sigen Wäldern, den vielfältigen Artenreichtum{30}, den Phantasiewesen 
in Mythen und Sagen, bis hin zu solchen Gestalten wie drallen Schank-
mädchen und aufgeputzten Händlern, Gauklern, überhaupt dem fahrenden 
Volk, und ganz zu schweigen von dem Adel, der in Pracht und Herrlich-
keit lebte und sich auf vielförmige Weise vergnügte, zwar auf Kosten 
anderer, aber eben auch bunt und prall und laut{31}.

Aber trotz des milden Sommers mit seinen Vorzügen für Leib und Seele, 
gab es doch{32} auch noch einige andere, vielleicht alltägliche und 
zeitlose, Angelegenheiten, die es zu fürchten galt. 

Vor allem für eine Frau.

Das bekam Mary gerade jetzt zu spüren.

Denn sie floh vor einem scheinbar unabwendbaren Schicksal, nicht ah-
nend, dass dies der Beginn einer Reise durch Zeit und Raum war, in 
deren Verlauf tapfere Ritter und nicht weniger furchtlose Frauen auf-
brechen würden, um Eain vor dem Untergang zu bewahren. Aber ich{33} 
schweife ab und greife den Ereignissen vor. Jetzt befinden wir uns wie 
bereits erwähnt{34} in England, die Streitigkeiten um den Thron sind 
für den Moment glücklich überstanden, das Land und das Volk erholt 
sich von den Schrecknissen des Bürgerkrieges, Glaubenskämpfe gibt es 
noch nicht - wie auch, bei nur einem Glauben? - und auch keinen König, 
der seine Frauen enthaupten lässt{35}.

Und unsere Mary wuchs wohlbehütet und fern dem Getriebe{36} der Groß-
stadt auf.

Die junge Frau also, gerade sechzehn Jahre alt und geliebte Tochter 
ihrer rechtschaffenen Eltern, die einen kleinen Bauernhof, etwas Vieh 
und Humor besaßen, den sie auch dringend benötigten, sollte innerhalb 
des nächsten Monats vermählt werden, da es einfach an der Zeit dafür 
war, und weil sie weder hässlich, entstellt noch sonst irgendwie lä-
diert{37} schien, hatte sie drei ernsthafte Bewerber um ihre klei-
ne{37} aber tüchtige und fleißige Hand.

Zuerst war da der zweiundfünfzig Jahre alte Müller namens Henry, ein 
feister Kerl mit rotem Gesicht und jähzornigen Augen, der bereits sie-
ben Kinder aus drei vorangegangenen{39} Ehen zur unermüdlichen Arbeit 
antrieb; seine letzte Frau war vor etwas mehr als einem Jahr gestor-
ben, vor der Zeit verbraucht durch harte Schufterei und einen echt{40} 
gemeinen Husten. Henry machte keinen Hehl daraus, dass er auch Mary zu 
überleben gedachte, und bot im Gegenzug zu der Verheiratung mit einer 
starken und fleißigen Frau zwei Scheffel Mehl pro Woche den stolzen 
Eltern der Braut{41}. Nun weiß ich nicht genau, wie viel zwei Scheffel 
Mehl überhaupt sind, aber den Eltern Marys{42} schien es ein angemes-
sener Preis für die Hand ihrer Tochter, und so zählte der Müller zu 
den dreien, aus denen Mary wählen sollte, zumal er auch eine gesicher-
te Zukunft bot, denn Müller brauchte es immer.

Der zweite Kandidat war ein junger, verhältnismäßig gutaussehender 
Mann, William, der eines Tages die Gastwirtschaft seiner Eltern über-
nehmen sollte, und der{43} bis dahin alles daran setzte, den Biervor-
rat eben dieser Wirtschaft nach besten Kräften zu dezimieren. {44}

Ein sinnloses Unterfangen, da die Mutter eine fleißige Brauerin war, 
aber das ging dem Jüngling nicht auf, hatte er doch bereits weite Tei-
le seines Verstandes versoffen. Leider zeigte auch sein hübsches Ge-
sicht erste Anzeichen dieses Lasters, es war aufgedunsen und von ge-
platzten Adern durchzogen, wirkte allerdings damit{45} nur auf Mary 
abschreckend. Ansonsten war er äußerst beliebt - bei den Frauen, da er 
durchaus charmant sein konnte, bei den Männern, da{46} er oft eine 
Runde spendierte, besonders, wenn seine Eltern anderweitig beschäf-
tig{46a} waren und er die Aufsicht über den Alkoholausschank hatte. 
Was nun wirklich den Bock zum Gärtner machte. Aber was will man ma-
chen{47}, wenn die eigenen Eltern einfach nicht sehen wollen, was für 
ein Schlingel der Sohn ist?

Auch Gastwirte braucht es immer und in schlechten und wie in guten 
Zeiten{48}, und seine Hochzeitsgabe sollte ein Fass Bier pro Monat an 
die glücklichen Brauteltern sein.
.....................................................................


          Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge


{1} "dafür" statt "dazu"
{2} "herumliefen" statt "herumgingen"
{3} eigentlich zu lang für einen Einstiegssatz
{4} Kein Südländer hätte sich dieser Kleiderordnung anschließen wollen 
...
{5} "Es waren" statt: "Sie waren"
{6} ... arbeiteten und lebten - froh, in Frieden ...
{7} ... und mit den Alltäglichkeiten des Daseins beschäftigt. 
{8} "davon" streichen
{9} "Ruhe" statt "Ausruhen"
{10} Bezug: ... dass sich die Menschen des Abends vor ihre Hütten 
setzten, ...
{11} Luft holen und neuen Satz: ... den Tag noch einmal Revue passie-
ren ließen. So mancher, eher schlichten Gemüts, ...
{12} "philosophierte" statt "philosophiert"
{13} Komma hinter: "dass die Erde keine Scheibe sei, sondern"
{14} ein anderes Adjektiv vielleicht?
{15} hier ein Komma hinter "Meer". Muss nicht sein, strukturiert den 
Satz aber für den Leser
{16} Bezug muss klarer sein: Über Reisen in ferne Länder zu reden, sie 
sich in den buntesten Farben auszumalen ...
{17} kann man ein Herz "füllen" ? doch eher "erfüllen", oder?
{18} Die Frauen des Dorfes lächelten ob der Träume ihrer Männer und 
Söhne. Sie konnten sicher sein, niemanden an das Meer verlieren zu 
müssen - nichts allzu Aufregendes würde geschehen, sondern alles auch 
weiterhin seinen beschaulichen Gang gehen. 
{19} ... auch wenn Männer immer nach Unruhe und Abenteuer streben.
{20} doch (innere Logik des Satzes; und der nächste Satz beginnt auch 
mit "denn")
{21} des Überflusses (rettet dem Genitiv!)
{22} Lebensmitteln: hmm, dieser Begriff wirkt in diesem Kontext zu 
modern; brauchen wir den überhaupt?
{23} des allgemeinen Wohlbefindens; kein Komma vor "gab"
{24} ... gab es eine Frau, die absolut nicht zufrieden mit ihren Le-
bensumständen war
{25} stampfte mit dem Fuß auf (nicht zu sehr verniedlichen und nicht 
alles mit Informationen überfrachten)
{26} englischen: diese Information ist hier fehl am Platze, sie müsste 
weiter oben stehen; "in dem"
{27} etwas zwielichtige Sommernacht Anfang August: auch das wirkt de-
platziert, s. o.
{27a} Komma vor "sondern"
{28} als finster bezeichnen, handelte es sich immerhin um das ausge-
hende Mittelalter: das ist eine sehr platte Hinführung
{29} neuer Satz: Doch es war eine bunte und laute und pralle {ein im 
Zusammenhang mit historischen Romanen mehr als überstrapaziertes Ad-
jektiv} Zeit
{30} dem Artenreichtum: vielfältig ist überflüssig, weil "reichtum"
{31} ein zu langer Satz, recht gut formuliert, aber auch klischeeü-
berfrachtet.
{32} "doch" streichen; kein Komma vor "gab"
{33} ich: diese Selbstbezüglichkeit der Erzählerin kommt etwas sehr 
plötzlich, das hätte in den ersten Absätzen vorbereitet werden müssen
{34} wie bereits erwähnt: eben, wie bereits erwähnt, warum also noch 
mal?
{35} seeehr flapsig, und macht auch die eingangs schön aufgebaute 
Stimmung kaputt
{36} fern dem Getriebe der Großstadt: ist korrekt, wenn auch nicht 
schön, aber bei solchen Wörtern sollte man die moderne Bedeutung im 
Hinterkopf behalten, um den oberflächlichen Leser nicht zu irritieren. 
Besser: Treiben
{37} lädiert: unpassender Begriff
{38} kleine, aber tüchtige
{39} drei Ehen: vergangen ist klar
{40} echt: zu umgangssprachlich, besser: wirklich gemeinen Husten
{41} und bot im Gegenzug für die Heirat mit einer starken und fleißi-
gen Frau den stolzen Eltern der Braut zwei Scheffel Mehl pro Wo-
che(meist besser: erst wem, dann was)
{42} Marys Eltern
{43} und bis dahin
{44} Leerzeile bitte streichen
{45} "damit" streichen
{46} "da", besser: "weil"
{46a} "beschäftigt"
{47} was will man machen: unschöne Wiederholung von "machen" 
{48} Auch Gastwirte braucht es immer, in schlechten wie in guten Zei-
ten


          Kommentar

Ansatzweise auf der ersten halben Seite stimmungsvoll erzählt, dann 
nehmen die Klischees überhand; auch der Wechsel der Erzählperspektive 
und die Platzierung der Hintergrundinformationen sollten überdacht 
werden. Und natürlich die Grundfrage: Wen interessiert eine - bislang 
jedenfalls - derart harmlose Geschichte? Herz-Schmerz ...


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SCHREIBKURS:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


                           "Schreibspiele"
                       von Ursula Schmid-Spreer


Ich habe mal wieder einige Schreibspiele für euch zusammengestellt, 
mit denen ihr kreativ sein könnt. Es muss ja nicht immer gleich etwas 
"Hochliterarisches" dabei herauskommen. Der Spaß macht’s!


          Bildhaftes, symbolisches, analoges Denken

Diese Aufgabe erfordert, sich selbst im Bild von Gegenständen darzu-
stellen. Sie trifft damit eine zentrale Stelle der Poesie: bildhaftes, 
symbolisches, analoges Denken. Bei der Schreibaufgabe kommt es darauf 
an, den Gegenstand, bzw. das Lebewesen auszuloten, um möglichst viele 
Gemeinsamkeiten mit der eigenen Person zu entdecken.

Aufgabe: Was wärst du als: Buchtitel, Musikinstrument, Pflanze, Gebäu-
de, Musikgruppe, Tier, Beruf, Wetter?

Jeder schreibt die Antworten auf einen Bogen, diese werden eingesam-
melt, dann wird geraten, wer gemeint sein könnte. Die Gruppe wählt aus 
den Antworten, den "Metaphern", eine aus. Sie kann dann das Thema ei-
nes Textes werden: "Ich als ..."

(Quelle: Joachim Fritzsche: Schreibwerkstatt,  Klett 1996)


          Stillleben

Sammeln Sie beim nächsten Spaziergang fünf Dinge, die am Wege liegen: 
einen Stein, eine Scherbe, ein Blatt, ein Stück Papier ... Sie können 
auch Haushaltsgegenstände nehmen oder Schminkutensilien oder ...

Ordnen Sie zu Hause diese Gegenstände auf einem Teller. Setzen Sie 
sich davor, und betrachten Sie Ihr Arrangement. Schreiben Sie einen 
Text unter dem Titel "Stillleben". 


          Gedicht vorgeben

Die Bilder, die Autoren mit ihren sprachlichen Mitteln entwickeln, 
lösen bei jedem Leser ganz eigene Phantasien aus. Vorgegeben ist der 
Anfang eines berühmten Gedichts: Lassen Sie Ihre Fantasie walten, und 
dichten Sie einfach weiter!


          Lückengeschichte

Bereiten Sie eine kleine Geschichte vor, in der die ganze Familie, 
viele Bekannte und Freunde vorkommen. Vor jedem Namen und vor den 
meisten Hauptwörtern lassen Sie eine Lücke.

Beispiel: Heute will der ... Sven seinen ...Geburtstag feiern. Dazu 
hat er seine ... Freundin Laura und seinen .... Freund Paul eingela-
den. Die beiden schenken ihm ein ... Buch. Svens ... Mutter hat ein 
... Essen vorbereitet. Alle stürzen sich an den ... Tisch und laden 
sich die ... Teller voll. 

Suchen Sie einmal Verben und einmal Adjektive zusammen und schreiben 
sie diese auf einen Zettel. Farben werden nicht genommen. Die Eigen-
schaftswörter sollten ein wenig ausgefallener sein und sich nicht auf 
"blöd, dick, doof, groß, klein" beschränken. (Eine gute Gelegenheit, 
das Wörterbuch zu benutzen!) 

Füllen Sie damit der Reihe nach die Lücken in der Geschichte auf. Zum 
Schluss lesen Sie die Geschichte zum Vergnügen aller vor, was zum Bei-
spiel so klingen könnte: 

"Heute will der vornehme Sven seinen albernen Geburtstag feiern. Dazu 
hat er seine runzlige Freundin Laura und seinen verkaterten Freund 
Paul eingeladen. Die beiden schenken ihm ein todlangweiliges Buch. 
Svens kindische Mutter hat ein scheußliches Essen vorbereitet. Alle 
stürzen sich an den vergammelten Tisch und laden sich die dreckigen 
Teller voll." 


          Eine absurde Geschichte verfassen

Jeder Schreiber bekommt ein großes Blatt. Oben drauf schreibt er eine 
interessante Überschrift. Am witzigsten wird es, wenn Bekannte und 
Freunde in der Geschichte vorkommen. Beispiel: "Als Mama im Keller 
einen Einbrecher fing." 

Diese Überschrift wird nicht umgeknickt, sondern dem Nachbarn offen 
weitergereicht. Er muss jetzt den ersten Satz, die ersten Sätze zu 
dieser Geschichte erfinden. Das Ganze soll lustig werden und muss 
nicht unbedingt genau zu der Überschrift passen. 

Man gibt dem Nachbarn immer offen den Satz, den man selber geschrieben 
hat, damit er fortsetzen kann. Aber alles andere wird umgeknickt. Je-
der sollte in seinem Satz immer wieder die Namen verwenden und nicht 
nur "er" oder "sie" schreiben, damit der Nächste weiß, worum es über-
haupt geht. Ein Beispiel: 

Erster Schreiber: Als Mama im Keller einen Einbrecher fing 
Zweiter Schreiber: Eines Tages hörte Mama aus dem Keller ein seltsames 
Geräusch. Es klang wie Stöhnen, Jammern und Lachen gleichzeitig. 
Dritter Schreiber: Mama beschloss nachzusehen, was da los war. Sie 
nahm den Baseballschläger und die Taschenlampe und öffnete die Keller-
tür. 

Sinn des Ganzen ist es, dass eine möglichst absurde, alberne Geschich-
te herauskommt. Schon der dritte Satz wird kaum noch etwas mit der 
eigentlichen Überschrift zu tun haben. Und das soll er auch gar nicht. 
Je verquerer, desto lustiger. 


          Auf jede Frage gibt es eine Antwort

Jeder Schreiber erhält ein Blatt und schreibt eine beliebige Frage 
darauf. Es wird umgeknickt und weitergegeben. Der nächste Schreiber 
gibt nun eine beliebige Antwort darauf. Auf jede Frage gibt es eine 
Antwort: Umknicken, selber eine Frage stellen und weitergeben.



          Wörterlotto

Schneide 30 verschiedene Wörter aus einer Zeitung aus. Versuche nun 
aus diesen Wörtern eine Geschichte zu schreiben. Du kannst auch ver-
schiedene Genres vorgeben: SF, Märchen, Krimi ...


                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin). 
Sie schreibt gerne Briefe, Tagebuch und Kurzgeschichten. In Antholo-
gien und Literaturzeitschriften sind Geschichten von ihr publiziert 
worden. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-Verlag, 
Nürnberg, veröffentlicht. Auch organisiert sie Autorentreffen und 
Stammtische und gibt Kurse in kreativem Schreiben.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


        "Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt"
           besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer

Wie schreibt man einen verdammt guten Kriminalroman? Für James N. Frey 
? erfolgreicher Romanautor und Dozent für kreatives Schreiben an der 
University of California ? ist ein verdammt guter Krimi zuallererst 
einmal ein spannender Roman, belebt von Figuren, die dem Leser wirk-
lich nahe gehen. Dabei stellt James N. Frey gleich im ersten Kapitel 
die zentrale Frage: Warum lesen Menschen Krimis? Die vier klassischen 
Gründe, die genannt und ausführlich erläutert werden, belegen sehr 
schnell, dass ein verdammt guter Kriminalroman mehr ist als ein ge-
schickt gemachtes Rätsel.

Und wie es im Leben so ist, beginnt auch beim Schreiben eines Krimi-
nalromans alles mit einer Idee. Frey zeigt anhand einer eigenen Krimi-
Idee, wie man aus diesem Grundstein über das Entwickeln der Biogra-
phien der Hauptfiguren und des Plots hinter dem Plot (der Plan des 
Mörders) ein solides Fundament für den eigentlichen Kriminalroman bau-
en kann. Ist es doch erst der Plot hinter dem Plot, der die Geschichte 
in Gang setzt, in der unser Held / Detektiv nun wachsen kann. Und 
schon bald, nachdem auch die übrigen Figuren (neben Bösewicht und 
Held) geschaffen sind, sieht der Leser, wie Freys Figuren aus ihren 
eigenen Motiven heraus anfangen, die Geschichte selbst zu erzählen.

Weitere Kapitel, die Freys Buch zu einer richtig runden Sache machen, 
sind: "Theorie des Plottens", "Wie man einen spannenden Höhepunkt hin-
kriegt und andere gute Dinge", "Wie man verdammt gute Prosa schreibt", 
"Alles über Perspektive und Erzählstimme" ? und was natürlich in kei-
nem guten Autoren-Haushalt fehlen darf: "Der Killerinstinkt oder Wie 
man an einen Agenten kommt und mit Lektoren umgeht ..."

James N. Frey ist mit seinem neuen Buch eine erstklassige Anleitung 
für das Verfassen von Kriminalromanen (und Thrillern!) gelungen. Ob 
Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi: Dieses  präzise und humorvolle 
Standardwerk ist ein Muss für jede Autoren-Handbibliothek! 


James N. Frey: "Wie man einen verdammt guten Kriminalroman schreibt", 
2005, 272 Seiten, 16,80 Euro, Emons Verlag

[Anm. der Red.: Wir möchten an dieser Stelle auch noch einmal auf die 
anderen sehr empfehlenswerten Bücher von James N. Frey hinweisen: "Wie 
man einen verdammt guten Roman schreibt, Teil 1", "Wie man einen ver-
dammt guten Roman schreibt, Teil 2 ? Anleitung zum spannenden Erzählen 
für Fortgeschrittene", "The Key ? Die Kraft des Mythos ? Wie verdammt 
gute Romane noch besser werden", allesamt bei Emons erschienen.]


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INTERVIEW:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

              "Besessenheit, Mut und Durchsetzungswille"
                    Interview mit Bernd Franzinger

Dr. Bernd Franzinger hat mit seinen erfolgreichen Tannenberg-
Kriminalromanen als eingefleischter Pfälzer weit über die Grenzen sei-
ner Heimatregion hinaus eine begeisterte Leserschaft gewonnen. Bisher 
sind vier seiner Kultkrimis um Hauptkommissar Tannenberg im Gmeiner-
Verlag erschienen ("Pilzsaison", "Goldrausch", "Ohnmacht" und "Dino-
tod") und der fünfte Roman auf dem besten Weg. Grund genug für uns, 
mit dem Autor über Tannenbergs jüngsten Fall und das Leben und Schrei-
ben zu sprechen.

Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Wie kommen Sie zu ihren packenden 
Krimiideen?

Bernd Franzinger: Ja, ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht so genau. 
Irgendwann taucht plötzlich eine Idee als Leitthema oder Hintergrund-
folie auf, die dann daraufhin abgeklopft wird, ob sie überhaupt die 
Substanz hat, um als Basis für ein ganzes Buch zu dienen. Diese Ideen 
stehen oft in engem Zusammenhang mit dem großfamiliären "Setting", in 
das ich meine literarische Hauptfigur eingebettet habe und das mir 
persönlich sehr am Herzen liegt: Für Tannenberg stellt die Großfamilie 
nicht nur einen wesentlichen Faktor für seine emotionale Stabilität 
dar, sondern die Familienmitglieder unterstützen ihn darüber hinaus 
nicht selten bei seiner Ermittlungsarbeit. Allen voran sein Vater Ja-
cob, der Gott und die Welt kennt und u. a. an seinem Tchibo-Stammtisch 
wertvolle Informationen einholt. Nachdem in seinem dritten Fall Tan-
nenbergs Nichte und deren Freund eine wichtige Rolle gespielt haben, 
gerät in seinem neuesten Fall sogar der eigene Bruder in Tatverdacht.


rrb/trb: Wie gehen Sie bei der Recherche vor?

BF: Wenn ich ein interessantes, tragfähiges Leitthema gefunden habe, 
recherchiere ich in Bibliotheken, im Internet, befrage Informanten 
etc.

Bei meinem neuen Buch, in dem ein Serienmörder die von ihm getöteten 
Frauen auf dem Gelände der größten Dino-Ausstellung Europas platziert, 
habe ich mich ausführlich mit dem Thema "Dinosaurier" und dessen Fas-
zination auf Jung und Alt beschäftigt.  Natürlich war auch Vorort-
Recherche angesagt: Nach mehreren Exkursionen zu den späteren "Lei-
chenfundorten" habe ich mich dazu entschlossen, die erste Tote von den 
Rückenstacheln eines Stegosaurus aufspießen zu lassen ? eine Leiche im 
Maul eines Tyrannosaurus wäre selbstverständlich auch eine Option ge-
wesen ...

Übrigens wird man bei Recherchen manchmal mit den merkwürdigsten Zu-
fällen konfrontiert: Bei meinem dritten Buch suchte ich vor Ort eine 
Stelle, von der aus meinen Protagonisten ein sicherer Distanzblick auf 
die Schlossklinik (in der sich zu diesem Zeitpunkt dramatische Ereig-
nisse abspielten) ermöglicht wurde. Als ich diese gefunden hatte, ent-
deckte ich nur zwei Meter von mir entfernt ein Schild mit dem Straßen-
namen "Am Galgen".


rrb/trb: Sind Sie mehr ein intuitiver Autor, oder planen Sie jedes 
Detail im Voraus?

BF: Bei mir entwickelt sich der Plot immer erst im Verlauf des Schrei-
bens. Wenn ich am Ende eines Buches angelangt bin, wundere ich mich 
immer sehr darüber, wohin die Reise letztlich gegangen ist. 


rrb/trb: Wie umfangreich gestaltete sich bei "Dinotod" die Zusammenar-
beit mit dem Lektorat des Gmeiner-Verlags?

BF: Die konstruktiven Anregungen des Lektorats habe ich gerne aufge-
kommen, zumal sie sich in Grenzen hielten.


rrb/trb: Haben Sie Einfluss auf die Titelwahl, die Wahl des Buchcovers 
oder den Klappentext Ihrer Romane?

BF: Ja, diese wichtigen Dinge klären wir immer gemeinsam ab. Oft ist 
es so, dass mein Arbeitstitel dann auch derjenige ist, der am Ende auf 
dem Buch steht. Bei "Ohnmacht" war es allerdings völlig anders: Mein 
Arbeitstitel "Koma", der inhaltlich am besten gepasst hätte, konnte 
leider aus titelschutzrechtlichen Gründen nicht verwendet werden. Wir 
haben mehrere Wochen intensiv nach einem Alternativtitel gesucht. Ich 
hatte schon fast nicht mehr daran geglaubt, dass wir jemals einen pas-
senden Titel finden würden. Zum Glück hatte dann aber doch jemand im 
Verlag eine sehr gute Idee, die ich sofort akzeptiert habe.


rrb/trb: Sie sind promovierter Pädagoge. Wie kamen Sie zum Schreiben? 

BF: Richtig, ich habe Pädagogik, Psychologie, Soziologie und Philoso-
phie studiert und in Erziehungswissenschaften promoviert. Ich habe mal 
eine soziologische Studie gelesen, in der Lektoren über Schriftsteller 
befragt wurden. Ein Ergebnis lautete, dass jeder der Lektoren angab, 
noch nie einen "normalen" Autor kennen gelernt zu haben, alle seien 
irgendwie verrückt. Und da war mir sofort klar: Da bin ich richtig, 
das ist mein Traumjob!


rrb/trb: Gab es da ein bestimmtes Schlüsselerlebnis?

BF: Ja, das gab es. Ich hatte vor drei  Jahren versucht, mich mit ei-
ner Schul- und Bildungsberatung selbständig zu machen. Ein totaler 
Flop ? nur Häme und Spott (reimt sich ja!). Und da sagte ich mir: Ent-
weder ich bringe mich jetzt um (natürlich nicht ernst gemeint!), oder 
ich bringe andere um ? wie man sieht, habe ich mich zu Letzterem ent-
schieden.


rrb/trb: Haben Sie Autorenvorbilder?

BF: Nein, jedenfalls keine konkreten. Selbstverständlich profitiere 
ich von dem vielfältigen "Input", den ich in den letzten 30 Jahren 
aufgenommen habe; aber es gibt für mich keine konkrete Leitfigur. Auf-
grund meiner recht eigenwilligen, sperrigen Persönlichkeitsstruktur 
wäre es mir sowieso nie möglich, irgendwelche "Guru-Autoren" zu adap-
tieren. Das wäre mir zum einen viel zu langweilig und unkreativ, und 
zum anderen bin ich der Meinung, dass man nur dann erfolgreich sein 
kann, wenn man bereit ist, selbstbewusst seinen eigenen literarischen 
Weg zu beschreiten ? wenn dieser auch noch so steinig sein mag.


rrb/trb: Wie lange arbeiten Sie im Durchschnitt an einem Roman?

BF: Etwa ein halbes Jahr. Unberücksichtigt ist bei dieser Zeitangabe 
natürlich der "30-Jahre-Input" (s. vorige Frage). Übrigens fühle ich 
mich ebenfalls dem "bäuerischen Arbeitsethos" verpflichtet, den P. 
Hightsmith einmal als Grund für ihre eiserne Disziplin genannt hat. 
Sie meinte damit schlicht und ergreifend die Tatsache, dass sie sich 
morgens in aller Frühe anstatt Vieh zu füttern an den Schreibtisch 
gesetzt hat.


rrb/trb: Welche Rituale und Arbeitsweisen bestimmen Ihren Schreiball-
tag?

BF: Es gibt (außer meinem täglichen einstündigen Waldspaziergang und 
dem frühen Aufstehen) eigentlich keine festen Rituale. Der Schreiball-
tag ist immer von der Phase, in der ich mich gerade befinde, abhängig. 


rrb/trb: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Autor aus?

BF: Besessenheit, Mut und Durchsetzungswille.


rrb/trb: Gibt es sonst noch ein Genre, das Sie als Schriftsteller rei-
zen würde? Wie sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus?

BF: Es gibt noch viele Dinge, die ich gerne ausprobieren möchte: Dreh-
buchschreiben, fachwissenschaftliche / zeitgeistkritische (= ketzeri-
sche) Essays, ein Ausflug in satirisch-humoristische Gefilde etc. Zur-
zeit schreibe ich gerade an einem Buch außerhalb der Tannenberg-Reihe, 
das sich immer stärker in Richtung Pilotbuch für eine neue Reihe ent-
wickelt. ? Es handelt sich dabei um ein Thema, das mich schon seit 
meiner Jugend fasziniert und das mich nie richtig losgelassen hat.


rrb/trb: Welchen Roman (welche Zeitschrift, welche Kurzgeschichte) 
lesen Sie gerade?

BF: Zurzeit lese ich gerade mal wieder querbeet durch meine Biblio-
thek: Sartre, Camus, Andersch waren die letzten. Ansonsten bin ich 
ebenso intensiver wie leidenschaftlicher FAZ-Leser. Aber wie sagt man 
immer: "Wer selbst schreibt, kommt eigentlich kaum zum Lesen (anderer 
Autoren)."


rrb/trb: Hätten Sie sonst noch einen Rat für angehende Autoren?

BF: Ja, auf alle Fälle: Nicht entmutigen lassen und fest das Ziel im 
Auge behalten!

rrb/trb: Danke für das Interview!


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VERANSTALTUNGSBERICHT:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


       "’die Katzen unverändert / per Sie mit ihrer Umgebung’ ? 
                      Der Literarische März 2005"
                           von Martina Weber

Am 11. und 12. März fanden die Lesungen und Diskussionen zum 14. Lite-
rarischen März in der Darmstädter Centralstation statt. Den mit 8.000 
Euro dotierten Leonce-und-Lena-Preis erhielt Ron Winkler. Die Wolf-
gang-Weyrauch-Förderpreise in Höhe von je 4.000 Euro gingen an Karin 
Fellner und Hendrik Jackson.


          Die Bewerbungen

Der Leonce-und-Lena-Preis wurde 1979 initiiert und gilt als der bedeu-
tendste Nachwuchspreis für deutschsprachige Lyrik. Alle zwei Jahre 
haben Lyrikerinnen und Lyriker bis zum Alter von 35 Jahren die Chance, 
bei diesem Wettbewerb bis zu 12 Gedichte einzureichen. Unter den Ein-
sendungen werden die Autorinnen und Autoren für die Lesung ausgesucht. 
Die Zahl der zugelassenen Lyriker ist nicht festgelegt, sie schwankt 
zwischen 9 (1995) und 19 (2003). In diesem Jahr lasen 5 Autorinnen und 
8 Autoren: Gyde Callesen, Renatus Deckert, Sabine Eschgfäller, Karin 
Fellner, Gerald Fiebig, Andrea Heuser, Hendrik Jackson, Adrian Kas-
nitz, Jörg Matheis, Christian Schloyer, Katharina Schultens, Mikael 
Vogel und Ron Winkler. 

Die Zahl der zugelassenenen Bewerbungen war bei diesem Wettbewerb mit 
368 so gering wie nie zuvor. 1983 hatten sich 1.411 Autorinnen und 
Autoren beworben, 2003 waren es 528. Ein Grund für den Rückgang dürfte 
darin liegen, dass erstmals eine Teilnahmegebühr von 10 Euro erhoben 
wurde, eine unwürdige Forderung, die zum Ärger vieler Autorinnen und 
Autoren schon bei anderen, jedoch eher unbedeutender Wettbewerben er-
hoben wird und die oft dazu führt, dass die Teilnahme boykottiert 
wird.


          Der erste Preis

Über die vorgetragenen Gedichte diskutierte eine Jury, die aus den 
bisherigen Preisträgern Kurt Drawert, Jan Koneffke und Raoul Schrott 
sowie aus der Lyrikerin Brigitte Oleschinski und der Literaturkritike-
rin Sibylle Cramer bestand.

Ron Winkler stand als Kandidat für den ersten Preis wohl für alle Be-
teiligten unmittelbar nach der Diskussion der Jury fest. Ron Winkler, 
der als Vorletzter las, war der Einzige, dessen Gedichte durchgehend 
gelobt wurden. Sibylle Cramer attestierte dem Autor, einen "neuen Ton 
im Naturgedicht" und eine "Basis, von der aus sich über Natur spre-
chen" lasse, gefunden zu haben. Die Landschaft, so Jan Koneffke, sei 
hier zum Sprachspiel geworden. Auch Kurt Drawert lobte die "sehr mo-
derne Haltung". Diese Haltung wird deutlich in Formulierungen wie "die 
Katzen unverändert / per Sie mit ihrer Umgebung", "das Licht ganz 
Klopstock", "das Hinterland eine typische Amokfläche" und ? eine Stel-
le, die von Brigitte Oleschinski besonders hervorgehoben wurde ?  "als 
du sagtest: Himmel / ist meine Lieblingsbar (oder so ähnlich), / 
schäumte ganz nah so etwas wie Stimmen / vorbei: Feldlerchen, Ackerge-
lächter".

Ron Winkler, 1973 geboren, Herausgeber der Literaturzeitschrift Inten-
denzen und der Gedichtanthologie Lyrik.Log im Kulturmagazin satt.org, 
hat bisher zwei Gedichtbände veröffentlicht: "Morphosen. Texte" er-
schien 2002 in der edition sisyphos und "vereinzelt Passanten. Gedich-
te" 2004 bei KOOKbooks, einem Verlag, der erst vor einigen Jahren von 
Daniela Seel gegründet wurde, aber bereits durch ein ambitioniertes 
Programm und ästhetisch gestaltete Bücher aufgefallen ist.


          Diskussionen

Die Erleichterung der Jury, kurz vor Schluss der Veranstaltung doch 
noch einen würdigen Kandidaten für den ersten Preis gefunden zu haben, 
war spürbar. Einig war sich die Jury nämlich nur noch in der ablehnen-
den Einschätzung der Texte von Gyde Callesen, die bisher drei Gedicht-
bände bei Wiesenburg veröffentlicht hat. Die Art, wie einzelne Jury-
mitglieder hier ihre Wertung begründeten, war charakteristisch für 
ihren allgemeinen Umgang mit Gedichten und für ihre eigene Poetologie 
oder ihre Herangehensweise an Lyrik. 

Raoul Schrott unterschied zwei Arten von Gedichten: einerseits die, 
die man für sich selbst schreibt und durch die man sich über etwas 
klar wird, und andererseits: Poesie. Hier gehe es eben nicht darum zu 
schreiben, was man meine, sondern es käme darauf an, durch Bilder ei-
nen Raum im Leser zu erzeugen und im Leser etwas entstehen zu lassen. 
Die Gedichte, die zur ersten Gruppe gehörten, seien nicht schlecht, 
aber anders. Kurt Drawert, seit Jahren als Leiter von Textwerkstätten 
im Umgang mit Nachwuchslyrik geschult, maß die Gedichte an den Ansprü-
chen, die sie an sich selbst stellten. Den Ansatz von Gyde Callesen 
kritisierte er als nicht zeitgemäß, lobte jedoch die Ernsthaftigkeit 
ihrer Texte. Sibylle Cramers Stellungnahmen waren stets die gründlich 
durchdachte Beschäftigung und der literaturwissenschaftliche Ansatz 
anzumerken. Immer argumentierte sie konkret, ging vom Text aus, durch-
dachte ihn auf Schlüssigkeit und scheute gelegentlich auch gewagte 
Thesen nicht. 


          Die Förderpreise

So betrachtete sie auch die Gedichte der späteren Preisträgerin Karin 
Feller, die 1970 geboren wurde und als freie Lektorin, Redakteurin und 
Sprachlehrerin arbeitet. Karin Fellner trug ihre Gedichte auswendig 
vor, sie präsentierte einen Zyklus um die Wanderung eines Paares über 
die Pyrenäen, in klarer Sprache und mit Überschriften wie "Brot", 
"Kaffee", "Zucker", "Kohl" und "Dosenfleisch".

Sibylle Cramer sah in dieser Arbeit die "genaue Beschreibung eines 
Menschentyps, dem die Zukunft gehört: den Immigranten". Der Autorin 
gehe es um die Veränderung von Lebenskoordinaten eines fernfahrenden 
Volkes. Die Gedichte stünden in der Tradition der Inventurgedichte 
eines Günter Eich, könnten aus dem Blick eines ethnologischen Ansatzes 
von Levi Strauß betrachtet werden. Der Moderator Wilfried F. Schoeller 
brachte noch die Flucht Walter Benjamins ein. Raoul Schrott, der stets 
einen Blick für sprachliche Ausrutscher, schiefe Bilder und Metaphern 
hatte, lobte die genaue Sprache. Kurt Drawert sah in den Texten dage-
gen nichts, was über Kaffee und Brot hinausging. Brigitte Oleschinksi 
lehnte den ethnologischen Zugang und die deutliche Sprache ebenfalls 
ab. Jan Koneffke überlegte, ob der Text nicht eher als Erzählung funk-
tionierte. Diese Äußerungen lassen auf eine heftige Diskussion in der 
geheimen Jurysitzung schließen.

Auch Hendrik Jackson, der andere Preisträger des Förderpreises, fiel 
durch seinen Vortrag auf. Kursiv und in Klammern gesetzte Einschübe 
las er flüsternd (hier die Passagen aus "Verschwommene Ränder I": 
"Schattenwände standen", "strömender Regen", "lightening fields"). 
Hendrik Jackson wurde 1971 geboren und hat bereits zwei Gedichtbände 
veröffentlicht: "einflüsterungen von seitlich" bei Morpheo (2001) und 
"brausende bulgen" in der edition per procura (2004). Er studierte u. 
a. Filmwissenschaft.

Für Sibylle Cramer zeigen die Gedichte Hendrik Jacksons, "wie geistes-
gegenwärtig Lyrik auf Diskussionen und Theorien reagiert". Brigitte 
Oleschinski betonte die beschwörende Dimension der Texte, sah aber 
auch die Gefahr des Manierismus. Kurt Drawert stellte die radikale 
Abwesenheit von Subjektivität fest; besonders gefiel ihm eine Passage 
aus dem Gedicht "Rauschen", in der es heißt: "wohin der Wind geht, ob 
er sacht aufbraust, aufrauscht, abflaut, lau oder leicht anhebt, wie 
Flausch verraschelt oder aschgrau in grau verstummt". Raoul Schrott 
sah hierin nur klischeehafte Onomatopoetika. Zudem vermisste er Tiefe. 
Das lyrische Ich habe keine Haltung, Schmerz und Angst würden nur be-
hauptet, aber nicht begründet, als Zeitdiagnose seien die Gedichte 
jedoch treffend. 

Dies rief eine Debatte darüber hervor, was ein Gedicht leisten könne 
und welche Forderungen man an Dichter stellen dürfe. Sibylle Cramer 
sagte, es gehe diesen Gedichten darum, Atmosphäre durch Bewegung her-
zustellen. Für Brigitte Oleschinski waren die Gedichte Hendrik Jack-
sons ein Versuch, Stimmen herzustellen. Es sei schon viel, wenn jemand 
in einer digitalen Welt körperliche Präsenz erzeugen könne. "Der Lyri-
ker muss Welt schaffen", hielt Raoul Schrott dagegen, "dafür haben wir 
doch die Dichter." 


          Anspruch und Wettbewerbskultur

Das Licht im Saal war sehr angenehm, die Stimmung aber eher kühl und 
verkrampft. Der Druck, der auf allen aktiv Beteiligten lastete, war 
spürbar. Raoul Schrott war als einem von wenigen anzumerken, dass ihm 
die Veranstaltung Freude machte. Immer wieder äußerte sich die Jury 
skeptisch gegenüber Open-Mike-Wettbewerben oder Poetryslams, die eine 
leicht eingängige Sprechlyrik förderten. Damit stellte die Jury klar, 
dass der Literarische März die traditionelle, die hohe Kunst der Lyrik 
pflegt. Gesucht und mit Preisen bedacht wird hier die Lyrik, die eine 
neue Stimme spricht und Ausdruck einer Haltung ist, hinter der die 
Jury eine Poetologie erkennt. Diese Einschätzung wird durch die Be-
obachtung gestützt, dass sowohl Karin Fellner als auch Hendrik Jackson 
Gedichtzyklen oder Auszüge aus Zyklen vorstellten. Auch Anja Utler, 
Trägerin des Leonce-und-Lena-Preises aus dem Jahr 2003, hatte einen 
Zyklus gelesen. 

Es ist gut möglich, dass die Wettbewerbs- und Preiskultur die Arbeit 
der Lyrikerinnen und Lyriker beeinflusst. Warum auch nicht? Pluralität 
ist gewährleistet. Nicht nur das jeweilige Publikum (die jeweilige 
Jury, die jeweilige Redaktion einer Literaturzeitschrift) sucht sich 
seine DichterInnen, auch die DichterInnen suchen sich berechtigterwei-
se ihr passendes Publikum. 

Den Literarischen März verfolgten über 200 Zuhörerinnen und Zuhörer. 
Die Veranstaltung bietet den eingeladenen Lyrikerinnen und Lyrikern 
eine Möglichkeit, einander persönlich kennen zu lernen; die Diskussio-
nen und Preisgelder sind ein wichtiger Beitrag zur Kulturförderung. 

Blassblaue Mappen mit sämtlichen Gedichten und weiteren Informationen 
zum Wettbewerb lagen für das Publikum kostenfrei aus. Die Gedichte 
werden außerdem in einer Anthologie im Verlag Brandes und Apsel veröf-
fentlicht. Herausgeber ist das Lektorat, also Fritz Deppert, Christian 
Döring und Hanne F. Juritz. 

Nähere Informationen zum Wettbewerb findet sich unter 
http://www.literarischer-maerz.de. Die Preisträger werden auf der Ly-
rikplattform http://www.lyrikline.org präsentiert.

Der Einsendeschluss für den nächsten Literarischen März dürfte im Sep-
tember 2006 liegen. 
                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Martina Weber ist Autorin und Herausgeberin des im November 2004 er-
schienenen Buches "Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik schreiben 
und veröffentlichen". Inhaltsverzeichnis, Cover etc. s. 
www.uschtrin.de/weber.html, Rezension s. www.titel-forum.de (Rubrik 
Lyrik).


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VERANSTALTUNGSBERICHT:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


            "Eindrücke von der Buchmesse in Leipzig 2005: 
                           Zu viel erwartet?"
                           von Anna Banfhile


Jahr um Jahr lockt der Mythos der Buchmesse. Wir, zwei Späteinsteige-
rinnen in die Autorenwelt der Fantasy, wagten es. Ein ganzer Tag Leip-
ziger Buchmesse stand auf dem Programm. Uns interessierten Verlage, 
die auch anspruchsvolle Fantasy verlegen. 


          Informationen

Auf der Homepage der Messe informierten wir uns über Verlage und das 
Tagesprogramm. Dabei entdeckten wir, dass auf der Messe auch ein Kon-
gress für Literarisches Schreiben, der 1. Internationale Literaturkon-
gress, stattfand. Ein dreistündiger Workshop zum Thema "Lehr- und 
Lernbarkeit des Literarischen Schreibens" zog uns magisch an. Besucher 
der Messe konnten ihn gegen eine Gebühr besuchen. Waren unsere bishe-
rigen Ausgaben für Kurse und Anleitungsbücher vergebens oder gut ange-
legte Investitionen?

Laut der Programmangaben im Internet sollten sowohl Messe als auch 
Workshop um 10 Uhr beginnen. Pünktlich standen wir vor den Toren der 
Messe. Eilig erledigten wir die Anmeldung und zahlten die "kleine" 
Gebühr von 30 Euro, die uns zur Teilnahme am Kongress für den ganzen 
Tag berechtigte. Einzelne Veranstaltungen konnte man nicht buchen. Wir 
begannen zu rätseln.


          Vortrag ? Workshop?

Als wir uns in den Saal schlichen, hatte ein Vortrag über "Writing 
Humour and Satire ? Pedagogical Thoughts" eines finnischen Autorenleh-
rers bereits begonnen. Wie das Thema versprach, war es ein kurzweili-
ger Vortrag, der amüsante Beispiele für den Einsatz des Blickwinkels 
des Betrachters für das humorvolle Schreiben gab und empfahl, man sol-
le in dem Genre wenigstens imaginär eine Narrenmaske tragen. Doch: Es 
war ein Vortrag. Wo blieb der ausgeschriebene Workshop? 

Das bei der Anmeldung ausgehändigte Programm informierte uns, dass es 
sich ausschließlich um Vorträge handelte. Von Workshops keine Spur. 
Und den ersten Vortrag hatten wir schon verpasst. Kongressbeginn war 
nämlich um 9:30 Uhr und nicht 10:00 Uhr, wie es im Internet stand. Wie 
sollen denn Besucher, die von auswärts kommen, das wissen? Besonders 
ärgerlich war, dass uns ausgerechnet der Vortrag der Bundesakademie 
für kulturelle Bildung entgangen war. Die guten Erinnerungen an Wol-
fenbüttel hätten den Kongress gerade interessant gemacht. 


Wir rätselten, was sich die Veranstalter und Organisatoren der Messe 
bei ihrer Internetpräsenz gedacht hatten. Warum wurde das veraltete 
Programm auf der Website nicht geändert? Es ist doch einer der Vortei-
le von Websites, dass man sie leicht und ohne großen Aufwand ändern 
und vor allem aktualisieren und aktuell halten kann. Auswärtige Besu-
cher sind auf Informationen über das Internet angewiesen; die Inter-
netrecherche sollte die Planung erleichtern und niemanden zwingen, 
alle Daten noch mal vor Ort selbst zu überprüfen. 


          Resümee

Die angepriesenen drei Stunden Workshops entpuppten sich als lose Fol-
ge von halbstündigen Vorträgen. Und wie waren sie nun, die Vorträge? 

Sie waren keine rhetorischen Meisterwerke. Aber sie gaben einen guten 
Einblick in die Grundlagen der Lehre für literarisches Schreiben. 
Mehrfach wurde auf die umfangreiche Anleitungsliteratur zum Creative 
Writing hingewiesen, aber für die Lehre schien diese Art der Vermitt-
lung nicht tauglich zu sein. Das gute alte Europa bleibt seinen Tradi-
tionen treu. 

Kleists "Malte Brigge" diente, um das "Sehen der Welt" vorzustellen. ?  
Der Kritikbegriff von Schlegel bildete die Grundlage der gegenseitigen 
Unterstützung junger Autoren. ?  Ein dänischer Beitrag widmete sich 
immerhin der pragmatischen Überlegung, was ein angehender Autor zu 
sagen hat, wobei unterstellt wurde, dass er, so er ein Autor ist, et-
was zu sagen hat. ? Ein anderer Vortrag zur aristotelischen Poetik 
bezeichnet es als anmaßend, dass sich Drehbuchautoren aus Hollywood 
auf ihn beziehen. Ist er eine europäisch geschützte Marke?


          Ist literarisches Schreiben lehr- und lernbar?

Im letzten Vortrag, den wir uns anhörten, wurde anhand des Beispiels 
von Musil die heutige Fixierung auf Auflagen und wirtschaftlichen Er-
folg kritisch und pointiert unter die Lupe genommen. Doch wussten wir 
nun, ob literarisches Schreiben lehr- und lernbar ist? Eher nicht. Es 
war ein netter Strauß von Ansichten, wie die einzelnen Lehreinrichtun-
gen des Creative Writing ihre eigenen, spezifischen Methoden realisie-
ren und neue Wege entdecken. Interessant zu hören ? mehr jedoch nicht. 
Zumal auch andere Lehrinstitute die einzelnen Methoden, sogar "als 
neue Wege" bezeichnet, bereits in Kombination verwenden. So waren für 
uns diese neuen Inhalte nicht sonderlich überraschend. Vielleicht hat 
sich ja in der an- und abschließenden Diskussion am Nachmittag etwas 
ergeben. Doch auf diesen Event haben wir verzichtet, da wir ja noch 
zur "eigentlichen" Buchmesse wollten.

          Die "eigentliche" Buchmesse

Berichte, dass Autoren eher weniger gern bei den Verlagen gesehen 
sind, veranlassten uns, zur ersten Tarnung im "Businesszwirn" zu er-
scheinen. Doch das hätten wir uns sparen können. Bequeme Schuhe und 
"Comfortwear" hätten es auch getan. 

Schon die erste Halle stellte eine Enttäuschung dar. Trotz der Ankün-
digung "Belletristik" fanden wir nur Schul- und Lehrbuchangebote und 
eine ganz auf kindliche Fans zugeschnittene Manga-, Comic- und Spiele-
welt. Im Bereich Spiele hatten wir auf Geheimtipps in puncto Fantasy-
literatur gehofft, wie es manchmal auf den Spielecons zu finden ist: 
doch Fehlanzeige! Es gab entweder Fanzines oder Verlage, die nur eine 
einzige Reihe verlegen. Schon etwas frustriert näherten wir uns der 
bekannten großen Verlagsgruppe, deren Bücher jeder fantasybegeisterte 
Leser in seinen Regalen stehen hat. 


          Frust?

Doch was war das? Die am Stand Beschäftigten saßen in Grüppchen, tran-
ken Wein und Sekt, rauchten, drehten sich weg, wenn man es wagte, sich 
ihnen zu nähern. Anscheinend fühlten sie sich von Besuchern regelrecht 
gestört. Beim Nebenstand lähmte wohl die angekündigte Lesung eines 
Promis alle Kräfte über Stunden. Irritiert wanderten wir weiter, nur 
um immer wieder auf ähnliche Verhaltensmuster an den Ständen großer 
Verlage zu treffen: abweisende Körpersprache, nur den Besucher nicht 
anschauen, er könnte ja was wollen ? einen vielleicht gar anzusprechen 
versuchen!


          Präsenz zeigen?

Und wieder sahen wir uns gezwungen zu rätseln: Soll eine Messe nicht 
Präsenz zeigen? Den interessierten Besuchern die Tür öffnen? Sehen wir 
mal davon ab, dass wir Autoren, also eventuell zukünftige Geschäfts-
partner sind. Wir könnten ja auch Buchhändler oder gar Leser sein. Und 
dann steht da so ein Leserlein, interessiert sich für ein Buch ? na, 
dann soll er es doch selber im Katalog suchen und ansonsten, bitte 
schön, soll er nicht stören. 

Vielleicht haben wir ja den falschen Tag erwischt. Aber auffällig war 
es schon, dass gerade bei den großen Verlagen so eine Art "lasst uns 
bloß in Ruhe, ihr stört uns bei Sekt, Zigarette und angeregtem Ge-
spräch" vorherrschte. 

Die einzigen, die richtig auf der Lauer lagen, das waren Zuschussver-
lage und reine Vertriebsbetriebe. Aber da wollten wir nicht hin.


          Kontaktbörse?

Aufgeschlossen zeigten sich eigentlich nur die Verlage aus dem Fach-
buchbereich und Radiosender. Dort wurde man als Besucher wahrgenommen 
und angesprochen. Und nicht zu vergessen einige kleine Verlage, die 
die Messe als Kontaktbörse betrachteten. Wir stießen auch auf freund-
liche Standmitarbeiter bei Eichborn, Ullstein und beim Aufbauverlag. 
Leider wurde uns da mitgeteilt, dass man Fantasy nicht mehr produzie-
re. Interessenten sollten sich doch besser an Piper wenden. Im Grunde 
genommen wurde für das Genre Fantasy nur noch auf Piper verwiesen.

Da rätselten wir zum dritten Mal: Kann es sein, dass Fantasyliteratur 
wirklich nur noch von einem einzigen Verlag produziert wird? 

Über unsere Suche war es spät geworden, als wir den Stand von Piper 
erreichten. Die freundliche Dame am Stand entschuldigte sich, dass 
niemand aus den Lektoraten mehr anwesend war. Die waren wohl nicht bis 
zum Schluss geblieben. Wir sollten trotzdem gerne Manuskripte bei ih-
nen einreichen. Ein halbwegs gutes Ende nach so viel Abweisung und 
Ausgrenzung.


          Hatten wir zu viel erwartet?

Was hatten wir erwartet? Einfach nur für interessante Gespräche offene 
Standmitarbeiter. Solche, die man ansprechen kann.  Wir hatten erwar-
tet, dass es mehrere große Verlage gibt, die sich dem in der Presse so 
hoch gelobten Genre Fantasy widmen. Dass diese Verlage ihren State-
ments, "doch mehr im Fantasybereich zu machen", auch gerecht werden. 
Wir hatten erwartet, dass es eine Übereinstimmung des Programms auf 
der Homepage und dem tatsächlichen Veranstaltungsablauf gibt. Dass die 
Informationen und Zeitangaben stimmen. 
Und natürlich, dass die Inhalte einem Literaturkongress angemessen 
sind.

Ich muss gestehen, da hatten wir wohl zu viel erwartet! 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Anna Banfhile, Jahrgang 55, ist Neueinsteigerin als Autorin und Her-
ausgeberin mit Erfahrungen aus anderen Berufen (Sozialpädagogin, Poli-
tologin, Programmiererin, Systemingenieurin).


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GLOSSE:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)


         "Die lieben Kollegen ? Ein Monolog über Futterneid"
                          von Tatjana Stern

Es gibt nichts Schlimmeres als ein Zusammentreffen von Schriftstel-
lern.

Man grüßt sich lächelnd, lobt gegenseitig die Erfolge und schweigt 
höflich über die literarischen Pleiten. So unter Kollegen versteht man 
sich, gell? Wir, die Autoren ... ja ja.

Das halten wir vielleicht eine Viertelstunde durch, oder eine halbe, 
schon leicht schwitzend. Doch müssen wir uns länger kollegial liebha-
ben, gerät die Sache außer Kontrolle.

Es beginnt langsam. Jemand sagt so etwas wie: "Mein Protagonist ist 
ein echter Held. Aber nicht so ein Nullachtfünfzehn-Held ..." Und das 
in die Richtung eines Fantasy-Autors, dessen Protag ein makelloser, 
tadelloser, furchtloser, absolut fehlerfreier Mr. Right ist. Irgend-
wann fällt die Bemerkung, dass man ohne Germanistik-Studium lieber die 
Finger vom Schreiben lassen sollte. Dann hört man von irgendwo aus der 
Menge ein gehüsteltes "verbildeter Angeber". Und dann gibt es kein 
Halten mehr:

"Mein Protag ist besser als Ihrer!", "Sie haben doch die Hälfte von 
Tolkien geklaut!", "Von Grammatik haben Sie wohl noch nie was ge-
hört!", "Schreiben Sie immer alkoholisiert?", "Ich habe per Fernstudi-
um studiert!", "Mit Ihrer Schreibe taugen Sie höchstens für John Sinc-
lair!", "Ein Epos? Drei Bände lang Schwachsinn, würde ich sagen ...", 
"Hier geht es um Literatur, Herr Kollege, da können Sie nicht mitre-
den!". Von allen Seiten Weisheiten erster Klasse. Jeder ist der Einzi-
ge, der mit Herzblut seine Bücher schreibt, alle anderen kopieren doch 
bloß.

Dieses Verhalten hat etwas mit Futterneid zu tun. Ein paar wenige gute 
Verlage, Tausende an Schriftstellern. Tief in seinem Innern denkt doch 
jeder Autor an die eine, eiskalte Wahrheit: Wenn die anderen nicht 
wären ... dann würden sich sämtliche Verlage um ihn reißen. Schon al-
lein, damit sie überhaupt etwas verlegen können. Aber nein. Da 
verstopfen Hundertschaften an schreibwütigen, talentfreien Möchtegern-
schreiberlingen die Eingangsboxen der Lektoren. Man selbst ist nur 
einer unter vielen. Da möchte man sie doch wenigstens beschimpfen dür-
fen! Dafür, dass sie einen verramschen durch ihre Überzahl. Dafür, 
dass sie einen da stehen lassen wie eine AOL-CD. Ein lästiges, unver-
langt eingesendetes Etwas unter viel zu vielen der gleichen Sorte.

Lassen wir das doch mit den Autorentreffen. Wozu Kollegialität heu-
cheln? Treffen wir uns einfach regelmäßig ganz offen und ehrlich zum 
gegenseitigen In-die-Fresse-Schlagen. Dann wird’s uns wohler sein und 
wir können wieder befreit von Stress und Ärger über die Ungerechtig-
keiten des Buchmarktes zurück an den PC.

Wie wär’s, liebe Kollegen?

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Glossen und Essays sind das Spezialgebiet von Tatjana Stern. Ziel der 
satirischen Texte ist oft das Autorendasein und seine Tücken. Unter 
Pseudonymen verfasst sie auch Kurzgeschichten und Sachbücher. Wer mehr 
über die Autorin erfahren will, kann dies auf ihrer Homepage: 
http://www.Tatjana-Stern.de.


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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

Sehr geehrter Herr Dr. Honeyball,

Ihr Beitrag im letzten Tempest (Zehn Gründe, keinen Schriftsteller zu 
heiraten) hat mich erschüttert. Vor allem aber die dafür verantwortli-
che Dame, meine inzwischen Dann-doch-nicht-Verlobte. Sie dachte wohl, 
ich erkenne sie nicht. Ha! Nachdem wir Schriftsteller unser Fett weg-
bekommen haben, wäre es doch nur fair, wenn Sie zehn Gründe aufführ-
ten, warum mann keine Schriftstellerin heiraten sollte.

Wäre ja noch schöner.

Rufus Razeburger

++++++++++

Sehr geehrter Herr Razeburger,

vielen Dank, dass Sie unter anderem Punkt 10 meiner Ausführungen vom 
vergangenen Monat mit Ihrem Schreiben belegen: Schriftsteller sind 
Egomanen. Ihren Wunsch kann ich verstehen, ihm aber leider nicht nach-
kommen. Schriftstellerinnen sind verehrungswürdige Geschöpfe ? Sie 
können sich glücklich schätzen, nur von einer Nicht-Schriftstellerin 
verlassen worden zu sein. Um das auch einem Ignoranten wie Ihnen klar 
zu machen, hier die zehn wichtigsten Gründe, warum man lieber heute 
als morgen eine (gute) Schriftstellerin heiraten sollte.

1. Zunächst einmal: Schriftstellerinnen lieben Bücher. Kaum etwas ist 
für das Gelingen einer Ehe entscheidender als ein gemeinsamer Fetisch. 
Falls Sie Bücher noch nicht lieben, wird Ihnen Ihre Schriftsteller-
Gattin Bücher nahe bringen, ob Sie wollen oder nicht (notfalls auch 
mit Gewalt, d. h. mit Elke Heidenreich).

2. Schriftstellerinnen sind gute Zuhörer. Immer auf der Suche nach dem 
Keim einer neuen Geschichte, hören sie sich bereitwillig selbst den 
größten Mist an. Es könnte ja noch interessant werden. Insofern ist 
eine Schriftstellerin die ideale Partnerin für einen Viel- und Dumm-
schwätzer.

Nicht unterschätzen sollte man das Redetalent der Schriftstellerin. 
Über die eigene Schreiberei befragt, unterhält sie selbst den stills-
ten Mann stunden-, tage- oder ein Leben lang.

3. Eine Schriftstellerin interessiert sich für mehr als nur die typi-
schen Frauenthemen Klamotten, Körperpflege, Kinderkriegen. Ihre Inte-
ressen sind zwar häufig etwas abseitiger Natur, dafür umso unterhalt-
samer (Wie hieß die dritte Kammerzofe von links auf dem verschollenen 
Vermeer-Gemälde? Woran erkennt ein Lepidopterist den Unterschied zwi-
schen einem Erebia medusa und einem Lasiommata megera? Wie stark ist 
eine Leiche in einem Kühlhaus nach vier Tagen verwest?).

4. Wenngleich das für viele Männer ein Grund ist, eine Schriftstelle-
rin nicht zu heiraten: Gute Schriftstellerinnen sind intelligente Men-
schen. Hat mann erst einmal diesen empfindlichen Schlag gegen sein Ego 
verdaut, wird er bald die Vorzüge einer intelligenten Frau entdecken: 
Hilfe bei der Steuererklärung, Abwimmeln der Schwiegermutter, Geld 
ranschaffen bei Günter Jauch ? um nur die wichtigsten zu nennen.
5. Eine ausgeprägte Phantasie, wie sie jeder guten Schriftstellerin zu 
eigen ist, hat beim Sex noch nie geschadet (außer bei Traugott Küpper 
aus 39175 Gübs, der durch die ausufernde Phantasie seiner Frau eines 
unrühmlichen, peinlichen, grotesken, doch immerhin höchst außergewöhn-
lichen Todes sterben musste bzw. durfte). Da Schriftstellerinnen häu-
fig extrem kurzsichtige Brillenträgerinnen sind, brauchen sich selbst 
weniger attraktive Männer ihres Aussehens in den intimsten (brille-
freien) Momenten nicht zu schämen.

6. Ein Beruf, der wie die Schriftstellerei seinen Adepten Leiden-
schaftlichkeit abverlangt, füllt eine Frau nicht selten ganz aus. Für 
Sie als Ehemann heißt das: Sie brauchen keine Angst davor zu haben, 
dass sich Ihre Gattin daheim langweilt und Dummheiten macht, während 
Sie das Geld heranschaffen. Sie hat ja die Schreiberei.

Für Sie als Ehemann heißt das auch: Sie haben so oft Ihre Ruhe und 
Ihre Freiheit, wie Sie wollen. Auf Sätze wie "Ich geh mal mit den 
Jungs kegeln", "Ich sauf mir mal die Hucke zu" oder "Ich fahr mal drei 
Wochen mit meinen beiden Geliebten in die Karibik" gibt Ihnen Ihre 
gerade vor einem Text brütenden Frau nur ein leicht genervtes Brummen 
mit auf den Weg.
In glücklichen Fällen verdient Ihre Frau sogar richtig Geld mit der 
Schreiberei ? und auch das heißt für Sie mehr Ruhe, mehr Freiheit.

7. Eine schriftstellernde Gattin weiß um die Problematik der Sprache. 
Zwar legt sie ihre Wörter auf die Goldwaage, wie das jede Frau tut, 
doch relativiert sie sie sofort. Sie können einfach drauflos plappern, 
Sie werden verstanden ? und das von einer Frau! Zumindest so, wie frau 
möchte.

Es kommt noch besser: Eine Schriftstellerin kann sich so ausdrücken, 
dass selbst ein Mann sie versteht (Ausnahmen: die Frauen, die Chick-
Lit schreiben, wie Ildikó von Kürthy, Eva Heller, Gaby Hauptmann, Bar-
bara Cartland et al.).

8. Eine schriftstellernde Gattin ist sich der Problematik der männli-
chen Treue bewusst. Sie weiß um die Menschen und um ihre Abgründe. 
Keine vergibt einen Seitensprung so schnell wie eine Schriftstellerin. 
Kleiner Wermutstropfen: Keine kann sich so viele raffinierte Methoden 
ausdenken, sich an Ihnen zu rächen.

9. Während Sie dem Laster frönen können und mit Verständnis rechnen 
dürfen, wird Ihre schreibende Frau Sie nicht betrügen ? oder doch nur 
in Gedanken: In den meisten Fällen genügt ihr eine ausschweifende 
Phantasie. In den übrigen Fällen wird Ihre Frau dank ihrer Phantasie 
und Intelligenz (siehe 4) die Affäre so geschickt verbergen, dass Sie 
nichts davon mitbekommen, was den meisten Männern ebenso recht ist.

10. Trotz der genannten Vorzüge einer Schriftstellerin brauchen Sie 
sich Ihrer schreibenden Gattin nicht unterlegen zu fühlen. Denken Sie 
daran: Sie haben das ultimative Machtmittel in der Hand, den Todes-
strahl, die finale Waffe, mit der sie jede Schriftstellerin zu einem 
wimmernden Bündel machen, das sich Ihnen zu Füßen krümmt, den Satz: 
"Mein Schatz, dein Text ist scheiße."

Werter Herr Razeburger, Sie sehen, jeder Mann sollte eine Schriftstel-
lerin ehelichen. Ich empfehle eine zielgruppenfokussierte Heiratsan-
zeige im Tempest, Preis auf Anfrage.

Herzlichst
Ihr Honeyball, Lektor und Eheberater

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stephan Waldscheidt, freier Autor. Neu im April: die Satire "DIE 
HARTZ-KRIEGER ? Das finale Rettungsbuch für Deutschland und seine Ar-
beitslosen". Darin lesen Sie u. a. etwas über Arbeit in der Steinzeit, 
lernen, wie Sie als Mutter dank Windelwickelwissen zurück ins Berufs-
leben stürmen, und erfahren die Wahrheit über den privaten Arbeitsver-
mittler Dr. König. Mehr auf http://www.hartzkrieger.de.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:     
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - 
keine Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Lit-
eraturagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind 
daher zwecklos.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst 
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


  Drehbuch: Oliver Pautsch
                              mailto:drehbuch at experte punkt autorenforum punkt de
  Fandom: Thomas Kohlschmidt
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  Fantasy: Stefanie Bense
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  Heftroman: Arndt Ellmer
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  Historischer Roman: Titus Müller
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  Kinderbuch: Gabi Neumayer
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  Kriminalistik: Nikola Hahn
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  Lesungen: Rüdiger Heins
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  Literaturagenturen: Petra Hermanns
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  Lyrik: Martina Weber
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  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
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  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
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  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
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  Schreibgruppen: Ute Hacker
                        mailto:schreibgruppen at experte punkt autorenforum punkt de
  Schreibhandwerk: Ute Hacker
                       mailto:schreibhandwerk at experte punkt autorenforum punkt de
  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                              mailto:sf-autor at experte punkt autorenforum punkt de
  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
                               mailto:techlit at experte punkt autorenforum punkt de
  Übersetzung: Barbara Slawig 
                         mailto:uebersetzerin at experte punkt autorenforum punkt de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                          mailto:verlagswesen at experte punkt autorenforum punkt de



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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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           Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at experte punkt autorenforum punkt de)

Frage:
Ich habe vor einigen Jahren [...] 3 Bilderbücher veröffentlicht mit 
einer Erstauflage von je 6.000 Stück. Sie wurden auch ins Spanische 
übersetzt. Seit letztem Jahr habe ich meine Rechte zurück und suche 
einen neuen Verlag für diese Bücher plus meine neuen Manuskripte. Hier 
hätte ich gerne Tipps, ob so was überhaupt möglich ist: von einem Ver-
lag zu einem anderen zu wechseln. Wenn ja, wird dann ein neuer Illust-
rator beauftragt, oder nimmt man das Buch so, wie es ist?


Antwort:
Ja, es ist möglich, sich einen neuen Verlag für ein Buch zu suchen, 
dessen Rechte wieder beim Verfasser sind. Ob dann die gleichen Bilder 
verwendet werden, hängt davon ab, ob der neue Verlag und der alte Il-
lustrator sich ebenfalls auf einen neuen Vertrag einigen können und 
wollen. Sollte dies nicht möglich sein, müsste ein neuer Illustrator 
beauftragt werden.

Ob ein neuer Verlag die Zusammenarbeit mit dem alten Illustrator er-
wartet und ohne ihn eine erneute Veröffentlichung ablehnt, kann man im 
Voraus nicht wissen. Möglicherweise ist es aber sinnvoll, schon vorher 
beim bisherigen Illustrator anzufragen, ob er generell Interesse an 
einer erneuten Veröffentlichung hätte oder nicht.

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Bjørn Jagnow, Jahrgang 72, ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt und 
freier Lektor: http://www.bjoernjagnow.de/. Er leitet die Redaktion 
der Federwelt, Zeitschrift für AutorInnen, http://www.federwelt.de/


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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             Oliver Pautsch (mailto:drehbuch at experte punkt autorenforum punkt de)


Frage:
Ich habe bisher in meiner Freizeit als Regisseurin gearbeitet. Nun 
habe ich von einem Verein den Auftrag erhalten, für deren Bedürfnisse 
ein Theaterstück zu verfassen und ggf. auch zu inszenieren.
Gibt es Richtlinien, wie viel Honorar man für ein abendfüllendes Thea-
terstück bekommt? Was muss man bei einem Vertragsabschluss beachten 
(Textbuch, Beteiligungen etc.)?


Anwort:
Im professionellen Bereich sind Auftragshonorare für Theaterstücke 
frei verhandelbar ? von der kleinen Bühne bis zum großen Haus natür-
lich sehr unterschiedlich. Leider kann ich Ihnen da keine konkreten 
Zahlen nennen.

Wichtig ist, dass diese Honorare ganz oder teilweise mit den Tantiemen 
aus Aufführungen des Stücks verrechnet werden. Also werden Honorare 
oft wie ein Vorschuss behandelt.

Tantiemen werden für den Autor prozentual von den Einnahmen des Thea-
ters abgerechnet. Ein ungefährer Wert sind z. B. 10 Prozent "der Kas-
se" (der Einnahmen).

Nach unten können Sie diesen Betrag durch ein sog. Mindesthonorar pro 
Aufführung absichern, falls die Besucherzahlen nicht den Erwartungen 
entsprechen.

Manuskripte stellt das Theater nach Ihrer Vorlage her.

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Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer, 
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber 
direkt für die Brange schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurzfil-
me, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film. 
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HEFTROMANE:
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             Arndt Ellmer (mailto:heftroman at experte punkt autorenforum punkt de)

Frage:
Ich schreibe in meiner Freizeit Liebesromane (keine dicken Romane, 
sondern wie im englischen und amerikanischen Raum dünne Heftromane. Da 
ich mich dazu entschlossen habe, versuchsweise einen Liebesroman an 
Verlage zu schicken, wollte ich Sie fragen, ob es im deutschen oder 
österreichischen Raum solche Verlage gibt und falls ja, welche.


Antwort:
Ein ganz einfacher Vorschlag meinerseits: Gehen Sie in diverse Bahn-
hofsbuchhandlungen oder Kioske, in Österreich heißt das m. W. Trafi-
ken. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Palette der Verlage 
und Heftreihen. Prüfen Sie, ob Ihr Roman in eine der Reihen passt. 
Schreiben Sie ein Exposé, und schicken Sie es zusammen mit den ersten 
30 Seiten Ihres Romans ein.

Sollten Sie bisher lediglich als Hobby geschrieben und das Schreiben 
nicht gelernt haben, geben Sie Ihre Manuskripte Freunden und Bekannten 
zum Lesen, und verschaffen Sie sich so ein (zwar subjektives, aber 
immerhin) Feedback.

In jedem Heft befindet sich übrigens ein Impressum mit der Adresse des 
betreffenden Verlages.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Jahrgang 1954. Autor seit 1980. Seit 1981 ATLAN-Serie, seit 1983 PERRY 
RHODAN. Über 300 Hefte, 150 für PERRY RHODAN, 20 Taschenbücher, ein 
Dutzend Hardcover, u. a. "Im Netz der Nonggo". CD-ROM über die 
"Blues". Arbeiten für Serien wie "Der Hexer", "Die Ufo-Akten", "Vampi-
ra", "Dämonenland", Krimis, Frauenromane sowie Hörspiele. Treatment 
für einen Fernseh-Thriller.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK:
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          Nikola Hahn (mailto:kriminalistik at experte punkt autorenforum punkt de)  

Frage:
Derzeit arbeite ich an einem Krimi und habe zwei kurze Fragen:
Kann bei trockenem Wetter von einer Bremsspur a) der Zeitpunkt der 
Bremsung ermittelt werden, b) auf eine Automarke geschlossen werden?


Antwort:
Zu a: Wenn du damit meinst, zu welcher Tageszeit gebremst wurde: Nein. 
Wenn du meinst, ab wo gebremst wurde: jein. Der Beginn der Bremsspur 
zeigt, dass ab hier auf jeden Fall gebremst wurde ? aber die Bremsspur 
entsteht ja erst, wenn die Bremsung so stark ist, dass die Reifen auf 
der Fahrbahn abreiben. Der Bremsvorgang kann also auch schon vorher 
begonnen haben.

Zu b: Nein. Ggfs. ist ein Rückschluss auf die Reifenmarke möglich.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes-
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als 
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen 
im Internet: http://www.nikola-hahn.com. 


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HALL OF FAME:
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                              (mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)

Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man, 
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere 
schaffen es ja auch!

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest. 
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen 
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal 
vorstellen können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende 
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie 
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte 
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail-
to:redaktion at team punkt autorenforum punkt de. Wir können ausschließlich Meldungen 
berücksichtigen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!

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Astrid Vollenbruch: "Die drei ??? und der Geisterzug", Kosmos 2005, 
Jugendbuch

Eric Walz: "Die Schleier der Salome", Blanvalet 2005. Historischer 
Roman aus dem antiken Judäa

Rebecca Michéle: "Königin für neun Tage", Moments-Verlag 2005, Histo-
rischer Roman. Über Lady Jane Grey. Siehe auch www.rebecca-michele.de

Lillebjörn: "Titania,  Falstaff & Co.", Verlag Puppen & Masken 2005. 
Heft 1 der Reihe "Spielbare Geschichten" für Figurentheater

Horst Gerhold: "Rothenfels - Schatten der Vergangenheit", Maximilian 
Dietrich Verlag 2004. Historischer Kriminalroman aus dem deutschen 
Mittelalter


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen 
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit 
getrennter Mail kommt!
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht. 
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber-
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor. 

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: 
mailto:beitrag at team punkt autorenforum punkt de.

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet 
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse 
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.
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                        I M P R E S S U M
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Herausgeber: 
   Ramona Roth-Berghofer mailto:public.relations at team punkt autorenforum punkt de 
   Gabi Neumayer                mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de
   Stefan Schulz                     mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
   Thomas Roth-Berghofer 
                    mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team punkt autorenforum punkt de
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