Ausgabe 9-09 (20. September 2007)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lese-Tipp
Echo-Service
Autorenwissen
   "Die Lesung"
   von Ute Hacker
Marketingideen
   "Marketingtipps für SachbuchautorInnen"
   von Lars Schmitz-Eggen
Verlagsportrait
   "Fabylon Verlag"
Glosse
   "Meint der etwa mich?"
   von Janine Wilk
Frag den Experten für Verlagswesen
   (Björn Jagnow)
Frag die Expertin für Fantasy
   (Stefanie Bense)
Frag den Experten für Kinderbuch
   (Michael Borlik)
Frag die Expertin für Sachbuch
   (Gabi Neumayer)
EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

in der letzten Zeit muss ich mich ständig wiederholen. Aber wenn es  
doch nun mal so ist, dass wir wieder eine Menge spannender Artikel für  
euch haben ... Ich kann es doch auch nicht ändern! 

Im Einzelnen: Ute Hacker gibt Tipps zu einem Autoren-Dauerbrenner- 
Thema: Lesungen. Lars Schmitz-Eggens Marketingideen zielen speziell  
auf SachbuchautorInnen, bieten aber auch allen anderen Anregungen fürs  
Selbstmarketing. Janine Wilk klärt uns über die gefährliche  (wenn- 
gleich nicht unbedingt ansteckende) Protagonisten-Paranoia auf, und  
Ursula Schmid-Spreer stellt im Verlagsportrait den Fabylon Verlag vor.  
Dazu beantworten unsere ExpertInnen diesmal fast allesamt "Grenzfra- 
gen". 

Ich hab's ja letztes Mal schon verraten: Heute verlosen wir wieder  
was! Und zwar ein Exemplar des "Autorenkalenders 2008", den uns die  
42erAutoren und der Uschtrin Verlag freundlicherweise gespendet haben.  
(Im nächsten Tempest könnt ihr übrigens die Rezension des Autorenka- 
lenders lesen.) And the winner is: Sylvia Görnert-Stuckmann! Applaus!  

Aber wie heißt es doch: Nach der Verlosung ist vor der Verlosung.  
(Merkt man, dass ich gerade ein Fußballbuch geschrieben habe?) Des- 
halb: Wer in unsere Lostrommel möchte, überlegt sich einen Artikel,  
den er oder sie für den Tempest schreiben könnte, stellt mir die Idee  
per Mail vor, schreibt den Beitrag - und findet sich vielleicht bald  
schon als GewinnerIn hier wieder. Schreibtipps und -kicks kann eure  
nimmersatte Chefredakteurin übrigens auch immer wieder brauchen! 

Der Tipp des Monats September, diesmal von Alice Pantermüller: 

     Eine neue Idee nicht immer sofort aufschreiben.  
     Häufig wird sie noch spannender, wenn man sie erst  
     im Kopf weiterspinnt. Beim späteren Aufschreiben  
     mögen zwar Teile verloren gehen, aber dafür  
     konnte sich dann der Gedanke ungebremster entwickeln. 

Das Laub fällt, und ebenso sieht es mit unserem Kontostand aus. Bitte  
überweist in herbstlicher Großzügigkeit doch mal wieder euren Beitrag  
zum Erhalt des Tempest. Damit er gut über den Winter kommt. Danke! 

  Gabi Neumayer 
  Chefredakteurin 

~~~~~~~~~~~ 
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto  
von autorenforum.de: 

Sparda Bank Südwest eG 
BLZ 550 905 00 
Kto. 100 724 515 
Stichwort: "Beitrag 2007" 

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei- 
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch  
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest). 

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15 
BIC: GENODEF1S01 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 
ISSN 1439-4669   Copyright 2007 autorenforum.de. Copyright- und 
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 

   INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

      Editorial 
      Hall of Fame 
      Schreib-Kick 
      Lese-Tipp 
      Echo-Service 
      Autorenwissen 
         "Die Lesung" 
         von Ute Hacker 
      Marketingideen 
         "Marketingtipps für SachbuchautorInnen" 
         von Lars Schmitz-Eggen 
      Verlagsportrait 
         "Fabylon Verlag" 
      Glosse 
         "Meint der etwa mich?" 
         von Janine Wilk 
      Frag den Experten für Verlagswesen 
         (Björn Jagnow) 
      Frag die Expertin für Fantasy 
         (Stefanie Bense) 
      Frag den Experten für Kinderbuch 
         (Michael Borlik) 
      Frag die Expertin für Sachbuch 
         (Gabi Neumayer) 
      Impressum 


TEIL 2: 

      Veranstaltungen 
      Ausschreibungen 
      Publikationsmöglichkeiten 
           mit Honorar 
           ohne Honorar 
      Seminare 
      Messekalender 
      Impressum 

~~~~~~~~~ 
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service  
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein- 
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Eberhard Kamprad  
(http://www.kamprad-online.de) hat freundlicherweise die aufwendige  
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen  
Jahrgänge zu erstellen.  

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HALL OF FAME: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen  
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vor- 
stellen können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi- 
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin- 
gen. 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei- 
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte  
unter dem Betreff "Hall of Fame" an  
redaktion at team pt autorenforum pt de.  

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen  
Schema gemacht werden! 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 

Anita Radipentz: "Lili und Lu - Freundschaft auf den verhexten Blick",  
Schmöker-Verlag 2007, Kinderbuch. Zauberhaftes Mutmach-Buch für Kin- 
der: www.lili-und-lu.de 

Stephan R. Bellem: "Tharador. Die Chroniken des Paladins (1)", Other- 
world-Verlag 2007, Fantasy. ISBN 978-3-9502185-6-5, www.srbellem.de 

Barbara Mansion: "Mörderische Wallfahrt", Conte-Verlag 2007,  mittel- 
alterlicher Kriminalroman. Wieder ermitteln Dame Ermentrude und Bruder  
Jerome ... 

Luisa Hartmann: "24 Advents-Geschichten", Verlag an der Ruhr 2007. 3- 
Minuten-Geschichten für die Zeit des Wartens 

Martin Dragosits: "Der Teufel hat den Blues verkauft", Arovell Verlag  
2007, Lyrik. 170 Seiten, 12,00 EUR. Leseprobe: www.lyrikzone.at 

Pia Januszek: "B:SEITE - dahinter alles anders", Lerato-Verlag 2007,  
Roman. ISBN 978-3938882573. Näheres: http://www.januszek.de 


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SCHREIB-KICK: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Unser Schreib-Kick für den September, diesmal von Melanie Schröder: 

1. Man kaufe sich spontan eine Postkarte, die einen in irgendeiner   
Form anspricht. Es kann sich dabei um eine Landschaft, einen  Kunst- 
druck, oder ein Porträt oder oder oder handeln. Die Hauptsache  ist,  
dass man vorab nicht zu lange über das Bild nachdenkt. 

2. Man denke sich zu der Landschaft, über die Entstehung des Bildes  
oder zu der Person auf dem Bild eine kleine Geschichte aus und schrei- 
be sie auf. 


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LESE-TIPP: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


http://www.lovelybooks.de/: Die Nutzer stellen hier ihre virtuelle  
Bibliothek zusammen. Sie bekommen angezeigt, wer von den anderen Nut- 
zern einen ähnlichen Geschmack hat. Die Einträge können zum Beispiel  
sortiert werden nach Genres, Autor, Titel und Empfehlungshäufigkeit.  
Dazu gibt es ein Forum, Rezensionen und einiges mehr. 


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AUTORENWISSEN: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                             "Die Lesung" 
                            von Ute Hacker 

Neben den klassischen Marketingmitteln wie speziell gestaltetem Brief- 
papier, Visitenkarten, Adressaufkleber mit Cover oder Absenderstempel,  
einer eigenen Homepage und der Signatur bei E-Mails ist vor allem die  
Lesung das perfekte Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen. Leider  
nutzen viel zu wenige AutorInnen diese Chance, um für sich und ihr  
Buch zu werben. Hier ein paar Tipps, wie eine Lesung erfolgreich wer- 
den kann. 


          Die Organisation 

Idealerweise unterstützt der Verlag seine Autoren, aber leider ist das  
eher die Ausnahme. Große Verlage picken pro Programm (Frühjahr und  
Herbst) zwei bis drei Titel heraus, die verstärkt beworben werden und  
deren Autoren auf Lesereise geschickt werden. Dabei übernimmt der Ver- 
lag in der Regel alle Spesen (Fahrtkosten, Übernachtung, Essen etc.)  
und oft sogar das Honorar des Autors. 

Das andere Extrem: Die Autorin organisiert alles allein und kann froh  
sein, wenn sie unterm Strich nicht draufzahlt. Das kostet vor allem  
Zeit, denn man muss die richtigen Veranstalter finden, sie von sich  
und der geplanten Lesung überzeugen, die Reise organisieren (Anreise,  
Hotel etc.) und womöglich auch noch Werbung für sich machen. 

Der Regelfall liegt meist irgendwo dazwischen. Man organisiert die Le- 
setermine selbst, erhält aber Unterstützung vom Verlag in Form von Zu- 
schüssen (z. B. Reisekosten) oder wenigstens Sachleistungen wie Werbe- 
material. Auf alle Fälle lohnt es sich, beim Verlag anzufragen, was er  
für einen tun kann / will. 


          Die Vorbereitung 

Es ist eine traurige Tatsache, dass die meisten Autoren nicht vorlesen  
können. Was sich beim Lesen des Buches noch spannend oder witzig ange- 
hört hat, klingt beim Vortrag öde und langweilig. Aber: Vorlesen kann  
man üben (z. B. bei einem Sprech-Coaching). 

Folgende Punkte sollten sich von selbst verstehen, werden aber oft  
vernachlässigt: 


1. Mit dem Veranstalter vorab klären 
.................................... 

- was man benötigt (Tisch, Stuhl, Licht, Wasser, Mikro) 
- wie die Bezahlung gehandhabt wird (Cash, per Rechnung) 
- ob es einen Büchertisch gibt 
- Ablaufplan absprechen: Wer stellt vor, gibt es einen Moderator, wer  
liest zuerst? 
- Wie lange dauert die Lesung, wie viel Zeit bleibt für Fragen, geht  
man hinterher noch ein Glas Wein trinken, wenn ja, mit wem? 


2. Äußeres 
.......... 

- Bequeme Kleidung wählen. Frauen sollten Hosen bevorzugen, da man  
dann getrost auch mal die Beine etwas auseinanderstellen kann. 
- Adäquate Kleidung wählen. Der erste Eindruck zählt, und wenn man  
nicht gerade den Erotikroman schlechthin vorstellen möchte, sollte man  
seriös gekleidet sein. Man verkauft nicht nur sein Buch, sondern vor  
allem auch sich! 
- Evtl. Ersatzkleidung mitnehmen (z. B. für die Kneipe danach). 
- Dezent schminken, je nach Licht Puder verwenden. 


3. Anreise 
.......... 

- Ausreichend Zeit für Verspätungen einplanen (Stau, Unfall). 
- Rechtzeitig vor Ort sein, um sich die Lokalitäten anzuschauen und  
notfalls Änderungen vornehmen zu können. 


          Die Lesung selbst 

4. Auftreten 
............ 

- Das nötige Gleichgewicht finden zwischen "Ich bin der Star des A- 
bends" und "Eigentlich bin ich doch ein ganz normaler Mensch". Also:  
Bestimmt auftreten, ohne arrogant zu sein. 
- Manche Autoren pflegen den Ruf des ewigen Säufers, dennoch: Alkohol  
sollte erst nach der Lesung getrunken werden. Es gibt nichts Schlimme- 
res als lallende Autoren. 
- Falls die Presse vor Ort ist: abklären, wann Fotos und evtl. Inter- 
view gemacht werden sollen. Sich Zeit dafür nehmen. Ein positiver Ar- 
tikel in der örtlichen Presse zieht Buchkäufe nach sich! 


5. Lesung 
......... 

- Langsam und artikuliert lesen, Pausen einlegen. 
- Den Text vorher üben, üben, üben. So schafft man es auch, Blickkon- 
takt zum Publikum aufzunehmen. Immer mal wieder hochschauen, aber nie- 
manden speziell anschauen, das kann u. U. irritieren (z. B. wenn der- 
jenige gerade in der Nase bohrt oder schläft). 
- Störenfriede ignorieren (sofern möglich). Die wird es immer geben.  
Wenn jemand aber zu sehr stört, dann durchaus freundlich darauf hin- 
weisen und denjenigen bitten, die Lesung zu verlassen. 
- Lesezeit je nach Vereinbarung 20 (Kinder) bis 40 Minuten. Nie mehr  
als eine Stunde, das kann kein Mensch aufnehmen!! 
- Kurzgeschichten zu Ende lesen! Es gibt nichts Schlimmeres als eine  
unvollendete Geschichte. Das Publikum ist verärgert und / oder genervt  
und kauft mit Absicht keine Bücher. Das Publikum hat dafür bezahlt,  
(gut) unterhalten zu werden! 
- Am Ende der Lesung dem Publikum danken. 


6. Fragen 
......... 

... freundlich beantworten. Am besten vorher schon mal ein paar Stan- 
dardantworten überlegen, aber dennoch offen und spontan wirken. Fol- 
gende Fragen kommen fast immer: 
- Wie sind Sie auf die Idee gekommen? 
- Ist das Buch autobiographisch? 
- Wie schreiben Sie? (bezieht sich zum einen auf "mit dem PC oder mit  
der Hand", zum anderen auf "morgens, mittags, nachts, wenn alle schla- 
fen") 

Je nach Genre variieren die Fragen natürlich. Kinder sind in der Regel  
neugieriger als Erwachsene. Die Länge des Fragenteils kann durchaus  
Aufschluss über den Erfolg der Lesung geben. Wollen die Zuhörer nur  
noch raus, kann es nicht besonders spannend gewesen sein! 



          Nach der Lesung 

-  Für besonders Neugierige noch ein paar Minuten zur Verfügung stehen  
(sofern der Zeitplan das erlaubt) 
- Hobbyautoren Tipps geben, aber keine Versprechungen machen 
- Je nachdem, was vereinbart wurde, den Veranstalter um das Honorar  
bitten, sich für die freundliche Aufnahme bedanken und dann gehen 
- Gibt es Kritikpunkte, diese ruhig ansprechen. Evtl. war es dem Ver- 
anstalter nicht bewusst und er ist dankbar für den Hinweis. Wichtig  
ist, dass man nicht den guten Eindruck von vorher mit einem Schlag  
zerstört. 


          Grundsätzliches zum Schluss 

Man sollte als Autorin so professionell auftreten, wie man das im  
Brot- oder einem anderen Beruf macht. Das heißt, man darf den besonde- 
ren Status, den man z. B. bei Lesungen hat, durchaus genießen. Und es  
gibt immer noch sehr viele Menschen, die es toll finden, einen wasch- 
echten Autor zu treffen. 

Zum Honorar für Lesungen: Auch wenn es immer wieder AutorInnen gibt,  
die behaupten, 250 Euro plus Spesen für eine Lesung zu erhalten (vom  
VS vorgeschlagenes Mindesthonorar) - die Realität sieht anders aus.  
Man sollte sich seines Marktwertes bewusst sein. Soll heißen: Es darf  
und soll ein Honorar gefordert werden, aber man sollte dabei auch rea- 
listisch bleiben. Kein Mensch wird für eine Autorin, die gerade mal  
eine Kurzgeschichte veröffentlicht hat, 250 Euro hinlegen! Fülle ich  
hingegen locker einen Saal mit 400 Zuhörern, kann ich auch das ent- 
sprechende Honorar verlangen (aber dann wird sicher auch der Verlag  
die Lesung organisiert haben). 

Buchhandlungen haben grundsätzlich wenig Geld zur Verfügung, das sie  
dann auch noch für renommierte Autoren ausgeben, weil dann wenigstens  
Zuhörer kommen. Notfalls muss man neben der Lesung noch ein Zuckerl zu  
bieten haben: Theater oder Singen für Kinder, ein Workshop für Hobby- 
autoren etc. Gerade in Literaturhochburgen wie München zieht nur noch  
das Besondere! 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Ute Hacker schreibt für Kinder und Erwachsene. Soeben erschien ihr  
zweisprachiger Krimi für Erwachsene, "Lost in Ireland" (als Billie Ru- 
bin), im März der vierte zweisprachige Kinderkrimi, "The Golden Dog"  
(als Luisa Hartmann; beide Langenscheidt). Mehr Informationen auf  
http://www.utehacker.de/. 


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MARKETINGIDEEN: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                "Marketingtipps für SachbuchautorInnen" 
                        von Lars Schmitz-Eggen 

Wer Bücher schreibt, kommt heute kaum noch umhin, sich auch ums Marke- 
ting zu kümmern. Hierbei spielt es meist keine Rolle, ob man sein Werk  
im Eigenverlag oder bei einem mehr oder minder namhaften Verlag he- 
rausbringt. Auch im letzteren Fall wird erwartet, dass sich der Autor  
in gewissem Maße um den Verkauf kümmert - also zum Beispiel für Lesun- 
gen oder Interviews mit der Presse zur Verfügung steht. 

Noch wichtiger ist ein gutes Marketing allerdings für all jene, die  
ihr Buch selbst an den Mann oder die Frau bringen möchten. Im Tempest  
wurden hierzu schon zahlreiche gute Ideen aus der Praxis vorgestellt.  
In diesem Beitrag sollen nun ein paar weitere Tipps gegeben werden,  
die hauptsächlich aus meinen Erfahrungen als Sachbuchautor stammen.  
Unter Umständen können aber auch alle anderen Autoren den einen oder  
anderen Hinweis aufgreifen und so ihren Verkaufserfolg steigern. 


          Internetauftritt 

An erster Stelle steht die Homepage. Auch wer mit dem Internet "per  
Sie" ist und keine Lust hat, sich an den Bau eines eigenen Internet- 
auftritts zu begeben, sollte überlegen, ob er nicht über seinen Schat- 
ten springt. Sowohl die entsprechenden Programme als auch den erfor- 
derlichen Platz im World Wide Web - von Insidern Web-Space genannt -  
gibt es heute vielfach schon kostenlos. Web-Space stellen zum Beispiel  
Firmen wie AOL oder T-Online für ihre Kunden zur Verfügung. Einfache  
Programme wie NetObjects, mit denen im Baukastensystem auch für Unge- 
übte schnell eine passable Homepage zu basteln ist, finden sich immer  
wieder auf den Bonus-CDs von Computerzeitschriften. 

Der Inhalt - sollte man meinen - dürfte für den Autor kein Problem  
sein. Doch auch hier gibt's Spielregeln. Lange, ermüdende Texte sind  
in diesem Medium tabu. Um möglichst viele Besucher auf die eigene Sei- 
te zu locken, sollten die Informationen möglichst kurz, dafür aber  
vielschichtig gehalten werden.  

Ich habe zudem die Erfahrung gemacht, dass man sich auf seiner Homepa- 
ge möglichst nicht nur auf das Buch beziehen sollte. Mit Klappentext,  
Inhaltsangabe, einer Leseprobe und der Bestellmöglichkeit allein ist  
es nicht getan. Hintergrundinfos, die eventuell aus Platzgründen nicht  
im Buch aufgenommen werden konnten oder einem erst nach dem Druck in  
die Hände gefallen sind, machen die Homepage interessant. Hierbei gilt  
es jedoch genau abzuwägen, ob man das Material wirklich jedermann kos- 
tenlos via WWW zugänglich machen möchte oder "wertvollere" Objekte für  
eine eventuelle spätere überarbeitete, erweiterte Neuauflage des Buchs  
zurückhält. Verheizt man zum Beispiel großzügig Fotos auf seiner Home- 
page, nimmt man sich dadurch bei einer Neuauflage das gute Werbeargu- 
ment, bisher unveröffentlichte Bilder vorweisen zu können. 

Ein weiterer Grund, weshalb sich der Inhalt der Homepage nicht nur auf  
das eigene Buch beziehen sollte, sind Vorbehalte gegenüber offensicht- 
licher Werbung. Mit über die Werbung hinausgehenden Inhalten gelingt  
es einem wesentlich einfacher, in nicht kommerzielle Verzeichnisse  
aufgenommen zu werden oder einen Link-Tausch mit anderen Web-Site- 
Betreibern zu arrangieren. Und nur, wer mit anderen Homepages verlinkt  
ist, wird im Internet zur Kenntnis genommen. Insofern sind solche Kon- 
takte unentbehrlich. 


          Fachzeitschriften 

Buchbesprechungen in thematisch passenden Fachzeitschriften sind eben- 
falls eine sehr gute Möglichkeit, auf das eigene Buch aufmerksam zu  
machen. Solche Publikationen werden generell von denselben Menschen  
gekauft und gelesen, die auch für Sie als potentielle Leser in Frage  
kommen. Dort eine Rezension platzieren zu können kann also Gold wert  
sein. Positive Bewertungen können zudem mit Quellenangabe sehr gut für  
die eigene Werbung zum Beispiel auf der Homepage, in Waschzetteln oder  
Flyern verwendet werden.  

Weil manche Redaktionen so knapp besetzt sind, dass sie sich mit den  
eintreffenden Büchern nicht angemessen beschäftigen können, drucken  
sie den mitgelieferten Waschzettel wörtlich ab. Es empfiehlt sich des- 
halb, den Begleittext von Anfang an so zu formulieren, dass er sach- 
lich (!) die Vorzüge und Besonderheiten des Buchs herausstellt, ohne  
in den klassischen Werbejargon mit Superlativen abzugleiten. Anders  
ausgedrückt: Der Buchautor schreibt seine Rezension selbst. 

Bliebe noch die Frage zu klären, wo man die Titel der mitunter unzäh- 
ligen Fachzeitschriften zum eigenen Thema findet. Empfehlenswert ist  
der Besuch einer großen Bahnhofsbuchhandlung. Die bekannten Titel der  
eigenen Fachrichtung hat man vermutlich schon im Laufe der Recherchen  
zum Buch kennen gelernt. Dennoch ist der Gang zum Kiosk auch dann  
sinnvoll. Nur hier erhält man einen annähernd vollständigen Überblick  
und bekommt eventuell Ideen, welche anderen Zeitschriftentitel auch an  
einer Buchvorstellung interessiert sein könnten.  

Um mein Buch "Die letzte Fahrt der MÜNCHEN" zu bewerben, habe ich zum  
Beispiel nicht nur Exemplare an die klassischen Seefahrts-Titel ge- 
schickt, sondern beispielsweise auch an Magazine, die sich mit Boots- 
modellbau befassen. 

Von allen Zeitschriften, denen man eine Rezension anbieten möchte,  
sollte man ein Exemplar kaufen. So kennt man den Heftaufbau und hat  
durchs Impressum gleich auch die Adresse und den Namen des zuständigen  
Redakteurs parat. Das kostet unter Umständen zwar etwas Geld; wer aber  
an eine Quittung denkt, kann die Kosten zumindest teilweise durch die  
Steuererklärung wieder hereinholen. 


          Anzeigenblätter 

Für manche sind sie lästiges Altpapier, das einem ungefragt in den  
Briefkasten gesteckt wird. Für andere sind die mehrmals wöchentlich  
erscheinenden Anzeigenblätter aber die einzige Form von Lokalzeitung,  
die sie beziehen. Im Gegensatz zu den teuren Tageszeitungen erreichen  
diese Blätter nahezu jeden Haushalt. Eine bessere regionale Abdeckung  
ist kaum zu erzielen, wenn es einem gelingt, hier eine Buchbesprechung  
zu platzieren. Das ist einfacher als vielleicht gedacht - vorausge- 
setzt, man bedenkt das System, das hinter diesen Zeitungen steckt. 

Wie der Name schon sagt, leben die kostenlosen Wochenzeitungen vom An- 
zeigengeschäft. Werden viele Anzeigen gedruckt, benötigt die Redaktion  
sehr viel Stoff, um den Raum zwischen der Werbung zu füllen. Besonders  
in der Vorweihnachtszeit ist das der Fall, so dass man als Autor etwa  
Anfang oder Mitte November seine Marketingunterlagen versenden sollte.  
Waschzettel und Coverfoto reichen in der Regel schon aus, um hier und  
da ins Blatt zu rutschen. Je nach Thema kann aber auch eine Anfrage  
erfolgversprechend sein, ob man nicht an einem Autorenporträt interes- 
siert ist.  

Wessen Buchthema keinen strengen Lokal- oder Regionalbezug aufweist,  
kann theoretisch alle Anzeigenblätter in Deutschland ansprechen. Die  
Adressen findet man im Internet auf der Seite des Bundesverbandes  
deutscher Anzeigenblätter, http://www.bvda.de. 


          Tageszeitungen 

Auch Tageszeitungen sind - abgesehen vom Lokalteil - ein interessantes  
Medium für die Eigenwerbung. Dabei werden Bücher keineswegs nur im  
Kulturteil vorgestellt. Viele Zeitungen haben zumindest einmal in der  
Woche auch Spezialthemen wie zum Beispiel "Wissenschaft" oder in Nord- 
deutschland "Häfen und Meer" im Blatt. 

Von namhaften Buchverlagen habe ich die Idee übernommen, Anforderungs- 
bögen für Rezensionsexemplare an die Redaktionen zu versenden. Meine  
Erfahrungen damit sind jedoch sehr frustrierend. Auf mein Angebot, bei  
Interesse das Formular auszufüllen und an mich zurückzufaxen, ist nie  
jemand eingegangen. Habe ich mehrere Wochen danach dieselben Redaktio- 
nen angerufen, war zum Teil doch Interesse vorhanden, so dass es am  
Ende zumindest in einigen Fällen zu Veröffentlichungen kam.  

Fazit: Anonyme Anschreiben gehen in der Flut von Redaktionspost unter.  
Sich ein Herz zu nehmen und anzurufen, um sein Buch persönlich vorzu- 
stellen, lohnt sich. 

Nicht unerwähnt bleiben sollte allerdings, dass gerade in Tageszei- 
tungsredaktionen sehr viele Rezensionsexemplare "verloren gehen".  
Selbst wenn sie namentlich an den zuständigen Redakteur adressiert  
werden, kommen die Bücher oft nicht an. Das ist besonders für Autoren,  
die ihr Werk relativ kostspielig per Publishing on Demand herstellen  
lassen, mehr als ärgerlich. Um die Herstellungskosten für zwei Rezen- 
sionsexemplare durch dieselbe Redaktion wieder hereinzuholen, muss die  
eventuelle (!) Buchbesprechung schon relativ viele Käufe generieren. 


          Museen 

Blieben zum Schluss noch Museen zu erwähnen, die es heute zu vielen  
Themen gibt und die vielfach auch einen Shop besitzen. Sofern das  
Buchthema mit dem des Museums übereinstimmt, kann man versuchen zu er- 
reichen, dass das Museum einige Exemplare kauft oder zumindest in Kom- 
mission nimmt. Der Rabatt ist etwa der gleiche wie bei Buchhändlern.  

Nachteil des Kommissionsgeschäftes ist, dass man als Autor den Ver- 
kaufszahlen hinterherlaufen muss (um beispielsweise nach einem Jahr  
eine Rechnung schreiben zu können) und die Bücher unter Umständen  
lieblos präsentiert werden. Deshalb zuerst den Shop selbst in Augen- 
schein nehmen und sich einen Eindruck verschaffen!  

Es ist übrigens keinesfalls ungewöhnlich, dass ein zusätzliches An- 
sichtsexemplar erbeten wird. Dieses liegt dann im Shop aus und kann  
von Besuchern durchgeblättert werden. Es wird üblicherweise nicht be- 
rechnet, sondern fällt für den Autor unter "Marketingausgaben". 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Lars Schmitz-Eggen (42), Fachjournalist fürs Rettungswesen und Buchau- 
tor. Volontariat Bastei-Lübbe-Verlag, Studium FU Berlin, Redakteur für  
Tageszeitungen (u. a. Kölnische Rundschau), Chefredakteur "Rettungs- 
Magazin". Buchveröffentlichungen: Die letzte Fahrt der MÜNCHEN (2001,  
http://www.seenotfall.de), Monsterwellen (2006, Verlag Edition Wal- 
fisch), Verschollen im Packeis (2007, http://www.polarfahrt.de) 


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VERLAGSPORTRAIT: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Fabylon Verlag 
Uschi Zietsch-Jambor und Gerald Jambor  
Günztalstraße 13 
87733 Markt Rettenbach 
http://www.fabylon-verlag.de 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 


          Verlagsgeschichte 

Gerald Jambor und Uschi Zietsch-Jambor haben den Verlag 1987 ge- 
gründet. Je nach Arbeitsanforderung sind noch fünf freiwillige ehre- 
namtliche Mitarbeiter dabei. Für Gerald Jambor ist es ein Nebenberuf,  
für Uschi Zietsch-Jambor ein halber Hauptberuf.  

Das erste Programm erschien 1988 mit zwei Titeln, die den Kurd- 
Lasswitz-Preis bekamen, danach gab es regelmäßig ein kleines Buchpro- 
gramm bis 1996. Es folgte ein "Dornröschenschlaf" aus Zeitmangel bis  
2006. Seither sind die VerlegerInnen wieder "voll da", mit demselben  
Enthusiasmus und Idealismus wie früher. 

Der Anlass für die Verlagsgründung war eine Programmkürzung bei Heyne.  
Das bereits angenommene zweite Fantasy-Buch von Uschi Zietsch-Jambor  
wurde nicht mehr veröffentlicht. Zietsch-Jambor wollte nicht so  
schnell wieder in der Versenkung verschwinden, und so kam eines zum  
anderen: Nicht nur ihre, sondern auch Bücher anderer Autoren sollten  
veröffentlicht werden, die nicht dem "Einheitsbrei" entsprechen. Und  
das auch noch in schöner, trotzdem bezahlbarer Aufmachung. Im Grunde  
genommen haben sich die beiden Verleger einen Traum erfüllt. 


          Programm und Philosophie 

Der Fabylon Verlag verlegt in grob gefasstem Rahmen Phantastik, und  
zwar meistens Bücher, die keinem Genre eindeutig zuzuordnen sind, son- 
dern etwas Besonderes bieten. Dazu gehören literarische Kleinodien wie  
die surreale lyrische Geschichte "Die Rilketerroristen" genauso wie  
die sozialkritische Dystopie "Psyhack" oder das heitere "Märchen von  
nebenan", "Der Pakt der Mäuse".  

Der Verlag legt Wert auf schöne Erzählungen, die abwechslungsreich und  
phantasievoll sind. Dabei heben sie sich bewusst vom Mainstream ab.  
Darüber hinaus pflegen die Verleger auch im bescheidenen Rahmen  
Autorenförderung - der Fabylon Verlag ist ein Kleinverlag mit kleinem  
Programm -, indem sie vielversprechenden Talenten eine Publika- 
tionsmöglichkeit bieten. Viele der Autoren haben schon Literaturpreise  
gewonnen. Zu dieser Förderung gehören auch Schreibseminare in Süd- 
deutschland und Österreich, die bisher mit gutem Erfolg laufen und  
manche Teilnehmer so "süchtig" machen, dass sie immer wieder kommen,  
obwohl sie bereits publizieren. 

Verlegt wurden bislang: als Newcomer Norbert Stöbe, Birgit Otten, Han- 
nes Hansen, Uwe Gehrmann, als "gestandene" Erzähler Ernst Vlcek, Hanns  
Kneifel, Michael K. Iwoleit, demnächst Uwe Anton und einige weitere in  
zwei Anthologien wie Leo Lukas, Michael Marcus Thurner, Iny Klocke &  
Elmar H. Wohlrath (heute bekannt als Bestseller-Autorin "Iny Lor- 
entz"), und dazu natürlich Uschi Zietsche-Gambor selbst. Im Juni star- 
tet zweimonatlich eine sechsbändige Serie "SunQuest". Da kommt eine  
bunte Mischung aus Profis, Semiprofis und Newcomern zum Zuge. Als  
einzigen fremdsprachigen Autor hatte der Verlag Josef Nesvadba im Pro- 
gramm. Ansonsten verlegt der Fabylon Verlag nur deutschsprachige  
AutorInnen und fast ausschließlich Erstausgaben. 


          AutorInnen gesucht 

Per Mail kann man beim Verlag immer Exposé und Textprobe einreichen  
und dann mit viel Geduld abwarten. Uschi Zietsch-Jambor kann manchmal  
erst nach einem Dreivierteljahr oder einem Jahr antworten. Jedes  
Manuskript wird aber angeschaut, sofern es in das Programm passt (also  
beispielsweise: nur Prosa, keine Kinderbücher). 


          Konditionen 

Der Fabylon Verlag kann nur einen ganz kleinen Vorschuss zahlen, und  
zwar die Tantiemen für die erste Auflage. Das ist nicht üppig, denn  
der Verlag trägt sich noch lange nicht. Was an Geld übrig bleibt, wird  
sofort wieder in den Verlag investiert.  

Wenn der Verlag bessere Honorare zahlt, können nur ein oder zwei  
Bücher im Jahr heraus gegeben werden, das ist eine ganz einfache  
Rechnung. Die AutorInnen des Fabylon Verlags wissen das und sind  
trotzdem mit Engagement dabei. Reich kann man also im Regelfall nicht  
werden - außer, es passiert ein "Harry-Potter-Effekt", den sich der  
Verlag natürlich wünscht.   


          Zukunftspläne, Perspektiven 

Derzeit ist der Fabylon Verlag natürlich voller Lampenfieber wegen der  
Premiere der Serie "SunQuest". Nächstes Jahr im März auf der Buchmesse  
Leipzig wird Fabylon sicher schon ein Fazit ziehen können, hoffentlich  
ein gutes.  

Uschi Zietsch-Jambor wünscht es vor allem dem 18-köpfigen Team plus  
Herstellungshelfern, die alle mit Freude und Engagement dabei sind.  
Sollte das Echo positiv sein, wird der Verlag mit "SunQuest" weiter- 
machen, aber natürlich auch weitere Einzeltitel in vielfältiger Ab- 
wechslung bringen, die hoffentlich ebenso ihre Liebhaber finden wer- 
den. 


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GLOSSE: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                         "Meint der etwa mich?" 
                            von Janine Wilk 

Kennen Sie das: Protagonisten-Paranoia? Vor einiger Zeit rief mich  
eine Freundin an und fragte mich in hysterischem Ton, ob diese männer- 
jagende blöde Kuh in meinem Satire-Buch, diese Miriam, eigentlich je- 
mand sei, den ich aus der Realität kenne. Warum, lag es mir auf der  
Zunge, erkennst du dich etwa wieder? Doch ich beruhigte sie und spulte  
souverän meine "Keine Sorge, alles nur fiktiv!"-Rede ab. Ich war an- 
scheinend überzeugend. Am Ende merkte man ihr sogar ihre Enttäuschung  
an, weil kein einziges Wort in diesem Buch ihrer Person galt. Sie  
schien dies als Zeichen zu deuten, dass sie in meinem Leben und Denken  
überhaupt keine Rolle spielte, und verabschiedete sich angesäuert.  
Ein derart schizophrenes Verhalten, eine seltsame Mischung aus Verfol- 
gungswahn und Geltungssucht, konnte ich beim besten Willen nicht ver- 
stehen. Bis heute. Denn heute fiel mir zufällig die Glosse eines be- 
freundeten Autors in die Hände. Er schrieb darin über seine Verwand- 
lung in eine Küchenschabe (zu Recherchezwecken) und erwähnte ausdrück- 
lich, dass sein Artikel nichts mit Kafka und Gregor Samsa zu tun habe.  
Ich stutzte. Da hatte ich doch keine zwei Wochen zuvor mit besagtem  
Autor in einem Karlsruher Café gesessen und mich an diesem regn- 
erischen Tag bei Kaffee und Brötchen ausgiebig - zu was? Na raten Sie  
mal? - richtig, zu Kafkas "Die Verwandlung" geäußert. Ich sang wahre  
Lobeshymnen auf diese Kurzgeschichte über einen in ein Insekt verwan- 
delten Protagonisten. Es hätte mir damals schon zu denken geben sol- 
len, dass mich mein Gegenüber halb aufmerksam, halb spöttisch be- 
trachtete und sich dabei Stichwörter auf der Serviette notierte. 

Ich fand in seinem Artikel noch weitere Parallelen. Ging er doch einen  
ganzen Abschnitt lang auf die enge Beziehung zwischen Arterhaltung und  
einem olfaktorisch guten Deo ein. Hatte ich ihm just bei diesem Tref- 
fen nicht von meinem Parfüm-Fehlkauf per Katalog (Duftnote "oriental- 
isch-würzig") berichtet, mit dem ich mich sofort und ohne weiteres  
Nachdenken direkt vor einem wichtigen Termin eingenebelt hatte  
(Dufterlebnis "Persischer Puff mit einigen schon angegangenen Eu- 
ropäern im Keller")?  

Natürlich wusste mein Herr Kollege auch, dass ich momentan ein Fan- 
tasy-Jugendbuch in der Mache habe, so dass mich der Satz "Lernen Sie  
erst einmal Kurzgeschichten schreiben, bevor Sie weiter an Ihrem Fan- 
tasy-Werk herumphantasieren" überhaupt nicht mehr verwunderte. In  
leicht hysterischem Ton schrieb ich ihm sofort eine E-Mail und fragte,  
ob ihn zufällig irgendeine reale Person zu diesem Artikel inspiriert  
hätte. Er könne ruhig zugeben, dass ich in nicht unerheblichem Maß zu  
diesem Artikel beigetragen habe und nun alle Leser dieses Artikels  
wüssten, dass ich seiner Meinung nach Kurzgeschichten schreiben üben  
muss, Kafka gut finde und zeitweise seltsam rieche.  

Aber nein, schrieb er sogleich zurück, der Artikel habe absolut nichts  
mit mir zu tun, das wäre alles nur Einbildung, und eine prozentuale  
Beteiligung an seinem Honorar wegen Inspirationshilfe gebe er mir  
schon gar nicht, da er gar keines erhalten habe. Er versicherte mir,  
dass alles nur ein Missverständnis sei, bedauerliche Zufälle. Er würde  
im Traum nicht daran denken, Gespräche mit Kollegen als Artikelvorla- 
gen zu verwenden.  

Natürlich glaubte ich ihm. Wo kämen wir denn dahin, wenn man noch  
nicht einmal mehr seinen Kollegen vertrauen kann und diese Protagonis- 
ten-Paranoia selbst in unsere Kreise vordringt? Schließlich haben wir  
schon genug damit zu tun, die Fragen der Nicht-Literaten abzuwehren,  
denn neben der hysterischen "Bin ich das etwa?"-Frage gibt es  
schließlich auch noch "Bist du das etwa?" (Gedicht mit lyrischem Ich  
über die Teilnahme an einer Orgie), "Ist das über deinen Mann?"  
(Geschichte über deprimierten Ehemann, dessen Frau an Orgien teil- 
nimmt) oder ganz frech die reine Feststellung "Was du nicht alles  
schon erlebt hast!" (Story über ehelichen GV). An der Auswahl der  
Beispiele kann man erkennen, dass sich diese Fragerei geradezu ins Un- 
endliche potenziert, falls man als Autor versehentlich irgendetwas  
über Sex geschrieben hat. 

Nun wissen wir wohl alle, dass sich ein Schriftsteller in der Tat dann  
und wann der Realität bedient. Aber es sollte mal gesagt werden, dass  
sich unsereins auch einfach Dinge ausdenkt - und dabei handelt es sich  
dann nicht ausschließlich um die geheimen Phantasien des Autors. Gott  
sei Dank, möchte man sagen, denn es gibt in Deutschland sehr viele  
Krimiautoren, die sich detailgenau über blutrünstige und ekelerregende  
Verbrechen auslassen. 

Ich kann jedenfalls versichern: In diesem Artikel kam ü-ber-haupt nie- 
mand vor, den ich kenne. Ähnlichkeiten mit Namen oder wahren Begeben- 
heiten sind bedauerliche Zufälle. Autorenehrenwort.  

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Janine Wilk ist Autorin von Satire, Lyrik, Kinder- und Jugendliteratur  
und Kurzprosa. Auf ihrer Homepage http://www.janine-wilk.de gibt es  
unter anderem Infos zu ihrer neuesten Veröffentlichung "Sex und andere  
Peinlichkeiten", amüsante Leseproben, ein Gewinnspiel und vieles mehr.  
"Sex und andere Peinlichkeiten", 200 Seiten, Paperback ISBN 3-938882- 
10-7, 9,95 Euro. 


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
--------------------------------------------------------------------- 
Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -  
keine Manuskripte zur Beurteilung. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


  Drehbuch: Oliver Pautsch 
                              drehbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Fandom: Thomas Kohlschmidt 
                                fandom at experte pt autorenforum pt de 
  Fantasy: Stefanie Bense 
                               fantasy at experte pt autorenforum pt de 
  Heftroman: Arndt Ellmer 
                             heftroman at experte pt autorenforum pt de 
  Historischer Roman: Titus Müller 
                    historischer.roman at experte pt autorenforum pt de 
  Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik 
                            kinderbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Lesungen: Rüdiger Heins 
                              lesungen at experte pt autorenforum pt de 
  Lyrik: Martina Weber 
                                 lyrik at experte pt autorenforum pt de 
  Sachbuch: Gabi Neumayer 
                              sachbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss 
                           fortbildung at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibgruppen: Ute Hacker 
                        schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibhandwerk: Ute Hacker 
                       schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de 
  Sciencefiction: Andreas Eschbach 
                              sf-autor at experte pt autorenforum pt de 
  Technik (physikalisch!): Woldemar Schilgen 
                               technik at experte pt autorenforum pt de 
  Übersetzung: Barbara Slawig  
                         uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de 
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
                          verlagswesen at experte pt autorenforum pt de 

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Experten-Special: 
................. 

Björn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen Ur- 
heberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten sieben Jahre ge- 
sammelt und stellt sie euch jetzt als kostenloses PDF zur Verfügung.  
Das Tolle daran: Die Fragen sind nun thematisch geordnet, das elektro- 
nische Format erlaubt eine schnelle Volltextsuche - und Björn hat au- 
ßerdem alle Antworten überarbeitet und aktualisiert. Ob ihr Infos  
sucht zu Ausfallhonorar, Book on demand, Buchpreisbindung, Druckkos- 
tenzuschussverlag, Exposé,  Honorar, ISBN, Leseprobe, Nebenrechte,  
Plagiat, Titelschutz, Verlagsgründung, Zitat oder ... Hier werdet ihr  
fündig: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-tempest1-9. 



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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN: 
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         Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Ich habe jetzt ein Angebot von einer Literaturagentur erhalten, die  
mich vertreten möchte, um für meinen Roman einen Verlag zu finden. Die  
Literaturagentur erwartet bei Erfolg eine Beteiligung von 15 % an den  
Brutto-Einnahmen. Dazu einige Fragen: 

1. Ist die Literaturagentur [...] bekannt? 
2. In der Vertretungsvereinbarung steht der Satz "[...] ist dabei ge- 
genüber den Verlagen abrechnungsberechtigt im Namen des Autors." Ist  
das in Ordnung? 


Antwort: 
Diese Literaturagentur ist mir nicht bekannt, aber selbst wenn dürfte  
ich sie nicht beurteilen, ohne gegen wettbewerbsrechtliche Vorgaben zu  
verstoßen. 

Dass eine Agentur das Honorar vom Verlag einfordert und nach Abzug der  
Provision an den Autor auszahlt, ist nicht ungewöhnlich. Es hat für  
die Agentur den Vorteil, dass bei Verlagen üblicherweise leichter an  
Geld zu kommen ist als es ist, bei Autoren die Provision nachzufor- 
dern.  

Das birgt natürlich das Risiko, dass zwar die Agentur das Honorar vom  
Verlag bekommt, aber dann nicht an den Autor auszahlt - da kann man  
dann aber die üblichen Methoden einsetzen (Mahnbescheid etc.). 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 


Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann,  
Buchhändler und freier Lektor. Sein Fantasy-Thriller "Wilde Jagd" ist  
jetzt gedruckt (http://www.bjoernjagnow.de/) und als kostenloses PDF  
lieferbar (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-wildejagd1-8). 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY: 
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            Stefanie Bense (fantasy at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Vor zwei Jahren habe ich einen Roman geschrieben, in dem es um  Ju- 
gendliche geht, die sich verwandeln können (und Waffen erhalten),   
wenn die Erde von feindlichen Kreaturen aus einer Parallelwelt   atta- 
ckiert wird. [...] Es handelt sich um eine Fantasygeschichte, die  
nicht in einem vollkommen anderen Universum, sondern im Hier und Jetzt  
stattfindet. 

Vergeblich habe ich versucht, das Interesse des ein oder anderen Ver- 
lags für mein Manuskript zu wecken. Wie schätzen Sie die Situation  
ein? Liegen meine Chancen, das Manuskript erfolgreich im Verlagspro- 
gramm unterzubringen, (vom Handwerk Schreiben mal abgesehen), haupt- 
sächlich deswegen schlecht, weil das Thema scheinbar niemanden inte- 
ressieren wird? Oder weil jeder gute Verlag meist reine Fantasy bevor- 
zugt? 


Antwort: 
Für eine Markteinschätzung bin ich nicht die Richtige. Abgesehen da- 
von, dass solche Beurteilungen höchstens nach Sichtung des Manuskrip- 
tes sinnvoll sind - was wir Experten nicht anbieten -, scheint mir Ihr  
Roman eher ein Jugendbuch zu sein. In diesem Segment kenne ich den  
Markt kaum bis gar nicht. 

Allerdings muss ich zugeben, dass Ihre Beschreibung der Handlung mich  
weder reizen würde, das Buch zu verlegen, noch es zu lesen. Man kennt  
dieses Setting, diesen Plot schon aus so vielen Romanen, Filmen, Se- 
rien. Da müsste eine sehr originelle Wendung, eine sehr originelle I- 
dee dabei sein, um es überhaupt interessant zu machen. Und vor allem  
müsste es sehr spannend, mitreißend und lebendig geschrieben sein. Ob  
das auf Ihr Manuskript zutrifft, kann ich aber nicht beurteilen. 

Sollte Ihre Handlung in der Realität spielen, aber es infiltrieren Ma- 
gier, Zauberwesen und andere fantastische Kreaturen diese Realität und  
diese fremden Wesen müssen mit magischen Waffen oder Magie bekämpft  
werden - dann haben Sie Fantasy geschrieben. Sollten jedoch aus einem  
Paralleluniversum fremde Krieger mit futuristischen oder anachronisti- 
schen Waffen herüberkommen, die von Ihren Helden mit konventionellen  
Mitteln (also: unmagischen Waffen) bekämpft werden - dann haben Sie  
Science-Fiction geschrieben. Fantasy ist es nur, wenn Magie und / oder  
das Fantasy-Element aus dem Plot nicht wegzudenken ist. Vielleicht  
liegt der mangelnde Erfolg auch daran, dass Ihr Plot zu unentschieden  
Fantasy ist? Nun mag es sein, Ihr Manuskript ist Fantasy, dann kann es  
dennoch sein, dass den Verlagen die Fantasy zu schwach daherkommt. O- 
der zu wenig tragfähig ist. Auch das kann nur beurteilen, wer das Ma- 
nuskript kennt. 

Ich rate Ihnen: Überprüfen Sie, ob Ihr Manuskript wirklich optimal ge- 
schrieben ist (z. B. in einer Gegenlesbörse), überarbeiten Sie ggf.,  
und senden Sie das Manuskript an eine Agentur. Es gibt einige, die  
auch Fantasy kaufen und verkaufen. Ein/e Literaturagent/in wird deut- 
lich sagen, welche Schwächen das Manuskript aufweist und ob es ver- 
kaufbar ist. 
                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib- 
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem  
ersten Roman. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR KINDERBUCH: 
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           Michael Borlik (kinderbuch at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
a) Derzeit schreibe ich an einem Kinder-/Jugendbuch mit ca. 130 Sei- 
ten. Nun ist es so, dass ich den Dialog für mich viel besser beurtei- 
len kann, wenn ich nach jedem Sprecher einen Zeilenumbruch mache, so  
in etwa wie im fertigen Buch. Damit erreiche ich zwar eine bessere Le- 
serlichkeit, aber es wird auch das Mansuskript länger. Wie reagieren  
Verlagen auf solche Dialog-Umbrüche? Sollte man sie bei 60 Anschlägen  
die Zeile lieber vermeiden? 

b) Meine Protagonisten sind ein Junge, 11 Jahre, und ein Hund [...].  
Ich wechsle die  Erzählperspektive zwischen beiden und habe außerdem  
noch zwei Nebenstränge [...], die nicht oft eingeflochten werden, aber  
für den Fortgang der Geschichte wichtig sind. 

Jetzt bin ich unsicher, welches Alter ich den Lesern zuordnen soll.  
Ich vermute, mit ca. 8 Jahren liege ich nicht ganz falsch, aber ist  
ein Wechsel der Perspektiven und zwei Nebenstränge für diese Alters- 
gruppe überhaupt "erlaubt"? 


Antwort: 
Zu a: Im Prinzip haben Sie sich die Frage selbst beantwortet: Unleser- 
liche Manuskripte sind auch bei Lektoren nicht beliebt und werden ver- 
ständlicherweise oft ungelesen zur Seite gelegt. Zeilenumbrüche bei  
einem Sprecherwechsel sind Standard! Sie helfen die Übersicht zu be- 
wahren, so dass sich Dialoge leichter den unterschiedlichen Sprecher- 
rollen zuordnen lassen, wenn man mal ein "sagte er / sie" fortlässt.  
Daher sollten Sie die Zeilenumbrüche auch im fertigen Manuskript unbe- 
dingt beibehalten. 
Zu b: Ohne das Manuskript zu kennen, lässt sich darüber nur schwer ei- 
ne Aussage treffen. Aber aufgrund des geplanten Manuskriptumfangs und  
der wechselnden Perspektiven sehe ich das Lesealter eher bei 10 Jah- 
ren. Dafür spricht auch das Alter Ihres Protagonisten. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Michael Borlik, 1975 geboren, machte 1995 sein Abitur und ging an- 
schließend in eine kaufmännische Ausbildung, die er 1998 erfolgreich  
abschloss. Seit 2001 erfolgte eine Reihe von Veröffentlichungen. Über- 
wiegend schreibt er Kinder- und Jugendbücher, die u. a. bei Ueberreu- 
ter, Thienemann und Arena erscheinen. Seit Sommer 2005 ist er freier  
Schriftsteller. Mehr Infos unter http://www.borlik.de. 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SACHBUCH: 
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            Gabi Neumayer(sachbuch at experte pt autorenforum pt de) 

Frage: 
Ich habe ein Buch geschrieben, das eine Mischung aus einer Erzählung  
und einem Sachbuch ist. Welche Kriterien muss ein Buch erfüllen, damit  
es als Sachbuch gelten kann? 


Antwort: 
Das ist nicht definitiv einzugrenzen, dazu ist der Sachbuchmarkt zu  
vielfältig. Grundsätzlich gilt, was beispielsweise bei Wikipedia zu  
lesen ist: 

"Sachbuch ist die deutschsprachige Bezeichnung für ein Buch, das ein  
bestimmtes Sachthema für ein Laienpublikum darstellt. Sie heißen auf  
englisch 'non-fiction' und bilden so das Gegenstück zur Belletristik  
bzw. 'fiction' (von lateinisch 'fictum', erfunden). Im Gegensatz dazu  
richtet sich ein Fachbuch an die Spezialisten eines bestimmten wissen- 
schaftlichen Faches." 

Wenn es darum geht, ob Ihr Manuskript eine Chance hat, einen Verlag zu  
finden, dann ist es entscheidend für Sie, die Verlagslandschaft zu  
studieren, in Buchhandlungen zu stöbern und Verlage ausfindig zu ma- 
chen, die so etwas veröffentlichen, wie Sie es schreiben. 

Grundsätzlich gibt es viele (auch so bezeichnete) Sachbücher, die eine  
gehörige Portion Fiktion enthalten, zum Beispiel fiktive Dialoge der  
Hautpfiguren - das ist gerade bei Biographien gar nicht selten. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Gabi Neumayers letzte Sachbuch-Veröffentlichung ist der Ratgeber "Pra- 
xismappe für überzeugende Geschäftsbriefe", erschienen bei Eichborn.  
Weitere Infos: http://www.gabineumayer.de.  


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen  
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn- 
ter Mail kommt! 
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Einsendeformalien: 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rück- 
sprache - erwünscht. Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt  
werden. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.  

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:  
beitrag at team pt autorenforum pt de. 

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet  
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse  
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html. 

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                        I M P R E S S U M 
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Herausgeber:  
   Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de  
   Gabi Neumayer                redaktion at team pt autorenforum pt de 
   Stefan Schulz                     webmaster at autorenforum pt de 
   Thomas Roth-Berghofer  
                    Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de 
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