Ausgabe 9-06 (20. Juni 2007)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lese-Tipp
Schreibkurs
   "Handeln ist ein Verb, oder:
   Wie man eine Figur in die Handlung führt - Teil 1"
   von Stefanie Bense
Buchbesprechung
   "Meine Biographie als Buch gestalten"
   besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer
   "Das Unding an sich"
   besprochen von Friedhelm Rudolph
Interview mit Sabine Wassermann
Erfahrungsbericht
   "Ich bin schlecht"
   von Jennifer Schreiner
Frag die Expertin für Fantasy
   (Stefanie Bense)
Frag den Experten für Heftromane
   (Arndt Ellmer)
Frag den Experten für Kinderbuch
   (Michael Borlik)
Frag die Expertin für Sachbuch
   (Gabi Neumayer)
EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

keine Katastrophenmeldungen diesmal (obwohl ich im Urlaub war), son- 
dern einfach ein ganz normaler Tempest - also außergewöhnlich interes- 
sant, unglaublich hilfreich und zum Kugeln witzig. Unsere Fantasy- 
Expertin Stefanie Bense beginnt einen neuen zweiteiligen Schreibkurs,  
in dem sie ganz praktisch zeigt, wie man Figuren in die Handlung  
führt. Die Buchbesprechungen bringen euch zwei völlig unterschiedliche  
Schreibbücher nahe. Unsere ExpertInnen beschäftigen sich unter anderem  
mit der Ausbildung von KinderbuchautorInnen und mit der Verwendung e- 
xistierender Charaktere in eigenen Geschichten. 

Die heutige Überraschungsverlosung (ich hab's doch versprochen!) unter  
den EinsenderInnen von Beiträgen für den Tempest hat eine alte Bekann- 
te gewonnen: Jennifer Schreiner hat schon viele Artikel und Sprach- 
Kicks beigesteuert und ist in dieser Ausgabe mit einem tragikomischen  
Erfahrungsbericht vertreten, in dem sie bekennt: "Ich bin schlecht".  
Glückwunsch zum Snoopy-Ratgeber "Schriftsteller werden ist nicht  
schwer ..." mit den unbezahlbaren Bestsellertipps des erfolgreichen  
Beagles! Wer nun neidisch auf den Boden stampfen möchte, kann diese  
Energie besser darauf verwenden, sich einen Beitrag für den Tempest zu  
überlegen - dann ist sie/er in der Lostrommel für den nächsten Hammer- 
Preis. 

Der Tipp des Monats Juni, diesmal von Petra Winter: 

     Für alle, die an längeren Geschichten schreiben: 
     Jeden Tag die Wörter zählen und notieren. 
     Ja! Ich komme weiter! 

Einen schönen Sommerbeginn - und nehmt auch im Urlaub sicherheitshal- 
ber immer etwas zu schreiben mit! 

  Gabi Neumayer 
  Chefredakteurin 

~~~~~~~~~~~ 
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto  
von autorenforum.de: 

Sparda Bank Südwest eG 


BLZ 550 905 00 
Kto. 100 724 515 
Stichwort: "Beitrag 2007" 

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei- 
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch  
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest). 

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15 
BIC: GENODEF1S01 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 
ISSN 1439-4669   Copyright 2007 autorenforum.de. Copyright- und 
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 

   INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

      Editorial 
      Hall of Fame 
      Schreib-Kick 
      Lese-Tipp 
      Schreibkurs 
         "Handeln ist ein Verb, oder:  
         Wie man eine Figur in die Handlung führt - Teil 1" 
         von Stefanie Bense 
      Buchbesprechung 
         "Meine Biographie als Buch gestalten" 
         besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer 
         "Das Unding an sich" 
         besprochen von Friedhelm Rudolph 
      Interview mit Sabine Wassermann 
      Erfahrungsbericht 
         "Ich bin schlecht" 
         von Jennifer Schreiner 
      Frag die Expertin für Fantasy 
         (Stefanie Bense) 
      Frag den Experten für Heftromane 
         (Arndt Ellmer) 
      Frag den Experten für Kinderbuch 
         (Michael Borlik) 
      Frag die Expertin für Sachbuch 
         (Gabi Neumayer) 
      Impressum 


TEIL 2: 

      Veranstaltungen 
      Ausschreibungen 
      Publikationsmöglichkeiten 
           mit Honorar 
           ohne Honorar 
      Seminare 
      Messekalender 
      Impressum 

~~~~~~~~~ 
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service  
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein- 
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Eberhard Kamprad  
(http://www.kamprad-online.de) hat freundlicherweise die aufwendige  
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen  
Jahrgänge zu erstellen.  

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HALL OF FAME: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen  
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vor- 
stellen können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi- 
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin- 
gen. 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei- 
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte  
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail- 
to:redaktion at team pt autorenforum pt de.  

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen  
Schema gemacht werden! 
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Tobias Sommer: "Zu viele Tragflächen", Richmond-Verlag 2007, Lyrik.  
Lyrische Taubenschläge, Tunnelfugen und andere Tragflächen 

Nicole Schuster: "Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing", Weidler Ver- 
lag Berlin 2007, Fachbuch. Autismus - wissenschaftlich und lebensnah  
beschrieben 

Hubert Neumann: "Lusthängen", Markus Kaminski Verlag 2007, Kriminalsa- 
tire. Ein atemlos-akrobatischer Roman von vibrierender Intensität 

Judith Stadlin und Michael van Orsouw: Die Städte-Rallye, Verlag Hel- 
den GmbH Zürich 2006, Minimal-Geschichten. Irrwitzige Texte nur aus  
Ortsnamen (www.satzundpfeffer.ch) 
Billie Rubin: "Lost in Ireland / Verloren in Irland", Langenscheidt  
2007, Krimi. Dt.-engl. Krimi für Erwachsene, Niveau A2, mit Übungen 


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SCHREIB-KICK: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Unser Schreib-Kick für den Juni, diesmal von Friedhelm Rudolph: 


Für Charaktere einen sprechenden Namen suchen, auch wenn dieser "in  
echt" dann doch nicht verwendet werden sollte. Dadurch wird die Beson- 
derheit eines Charakters auf den Punkt gebracht und bleibt gut im Hin- 
terkopf haften. 

Linktipp dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Sprechender_Name 


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LESE-TIPP: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Diesmal gibt es gleich drei Lesetipps, alle von Michael Spars: 

http://www.verlagstalk.de: Ein junges Portal, in dem Meinungen und  
Wissen über das Verlagswesen ausgetauscht werden. Auch für Buchhändler  
interessante Informationen und Wissenswertes. 

http://www.luubooks.de: Eine Plattform für Selbst- und Eigenverlage,  
aber auch für Künstlerbücher. Hat den Vorteil, dass Luubooks auch di- 
rekt auf Messen wie Basel, Leipzig und Wien ausstellt und somit viel  
für Kleinstverlage macht. 

http://www.buchhaendlerin.ch: Ein interessantes Forum, da von zwei Be- 
rufsschullehrerinnen zum Verlagswesen betrieben. Viele News und Inte- 
ressantes rund um Verlage und was Buchhandlungen von Verlagen halten. 


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SCHREIBKURS: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                    "Handeln ist ein Verb, oder:  
          Wie man eine Figur in die Handlung führt - Teil 1" 
                          von Stefanie Bense 

Oft begegnet mir am Anfang der Geschichte eine Figur, die statisch be- 
schrieben wird. Absatz um Absatz, Seite um Seite füllt der Autor mit  
Hintergrundinformationen (welche Eltern, wo aufgewachsen), Daten (Grö- 
ße, Alter, Gewicht, Schuhgröße) und Äußerlichkeiten (Haar- und Augen- 
farbe, Pickel, lange oder kurze Fingernägel). Das liest sich dann un- 
gefähr so: 

......... 
Robert war 1,80 m groß und etwa 60 kg schwer. Alles Knochen und Mus- 
keln. Bis auf die Pickel im Gesicht, die sich hartnäckig hielten, so- 
gar als er schon zwanzig war. Gewicht und Größe machten ihn leicht be- 
weglich, und so konnte er bei seinem Fußballverein punkten, indem er  
den Verteidigern der Gegenmannschaften davonhuschte. Schon immer hatte  
er sich für Fußball interessiert, auch wenn seine Eltern davon nicht  
begeistert waren. Aber für eine Kicker-Karriere hatte es nie gereicht.  
Seine Eltern waren froh darüber, denn sie wollten, dass er den Gemüse- 
laden übernahm, den die Familie in der dritten Generation führte. 
.......... 

Das ist handlungsarm, langweilig und uninteressant. Hier steht jemand  
stocksteif auf der Bühne und wird von außen beschrieben, dazu in einer  
Rückblende, die sozusagen hinter den Vorhang führt. Zwar möchte ich  
sehr wohl mehr über die Figur erfahren, aber nicht als Datenhaufen,  
bevor die Figur mir bewiesen hat, dass sie eine interessante Geschich- 
te erzählen wird. 

Geschichte kommt von Geschehen - und geschehen kann nur etwas, wenn  
jemand handelt. 


          Wie zeige ich eine Figur? 


Die Figur muss sich bewegen 
........................... 

Ein Schauspieler, der eine Figur verkörpert, stellt sich nicht an den  
Rand der Bühne und erzählt dem Publikum, wie es sich die Figur vor- 
stellen soll (außer im modernen Theater). Er wird durch Handlungen,  
Gestik, Mimik und Sprache klarmachen, wen er darstellt. Er wird sich  
bewegen. Denken wir uns also eine Bühne im Kopf, auf der die Figuren  
agieren. 

Wer handelt, bewegt sich. Handlung ist Bewegung. 

Woran kann man erkennen, abgesehen von der Faktenaufzählung, dass man  
Informationen anhäuft und wenig handlungsorientiert erzählt? 

Handeln ist ein Verb! Also überprüfen wir die Verben / Tätigkeitswör- 
ter. Im obigen Abschnitt finden sich viele Hilfsverben ("war, machten,  
konnte, hatte"); die sind oft statisch und wenig aussagekräftig. Bewe- 
gende, aussagekräftige Verben sind Vollverben ("davonhuschte, ge- 
reicht"). Formulieren wir den Absatz um: 

.......... 
Robert wuchs schnell, mit zwanzig erreichte er bereits 1,80 m, blieb  
aber leicht und beweglich mit seinen 60 kg. Alles Knochen und Muskeln.  
Bis auf die Pickel, die immer noch sein Gesicht zierten, so dass er  
sich morgens ungern im Spiegel betrachtete. Auf dem Fußballplatz frag- 
ten sie nicht nach Aussehen, dort zählte, dass er allen Gegnern davon- 
huschte. Nur reichte es nicht für eine Kicker-Karriere. Seine Eltern  
freuten sich, konnte er doch nun den Gemüseladen übernehmen, den seine  
Familie seit drei Generationen führte. 
.......... 

Hier sind die Verben Vollverben, doch die Handlung ist immer noch mi- 
nimal. Robert handelt selbst wenig, es wird eher aus der Überschau be- 
richtet. Um festzulegen, was Robert tut, müssen wir eine Szene erfin- 
den und wissen, warum er es tut. 


Die Figur handelt zielgerichtet 
............................... 

Niemand handelt einfach nur so, jeder hat ein Motiv, einen Grund, ei- 
nen Anlass dazu. (Zumindest in einer Geschichte, wenn's auch im realen  
Leben anders sein mag.) Und jeder hat ein Ziel, wozu er etwas tut. So- 
wohl Motiv als auch Ziel sollten sichtbar werden, wenn eine Figur han- 
delt. Selbstredend müssen weder Ziel noch Motiv sofort erkennbar sein,  
aber im Laufe der Handlung müssen sie klar werden. 

Handlungen drücken sich in einer Szene aus. Die Devise heißt: Zeigen  
statt behaupten.  

Stellen wir uns wieder die Bühne vor. Eine Szene ist eine Aktion, also  
Handlung und Dialog (nicht Beschreibung!). Um zu zeigen (!), wie sich  
Roberts Größe auswirkt, muss ich ihn in Aktion zeigen: 

.......... 
Robert trat ans Waschbecken und sah nicht zum Spiegel. Sein Vater  
klopfte kurz, öffnete die Tür und warf ein Handtuch Richtung Wäsche- 
korb. Er runzelte die Stirn.  
"Rasierst du dich ohne Spiegel, damit du deinen Pickeln ausweichen  
kannst?" Er schüttelte den Kopf und schloss wieder die Tür.  
Robert seufzte. Er beugte sich über das Waschbecken, das für seine  
1,80 m zu tief angebracht war, denn das Porzellan reichte nur bis an  
die Oberschenkel. 
.......... 

Szenen zeigen, statt zu behaupten. 

Eine Szene ist meist länger als eine berichtende Zusammenfassung.  
Wollte man hier noch Gewicht, Fußballleidenschaft und Berufswunsch der  
Eltern für ihren Sohn szenisch umsetzen, müssten mehrere Szenen daraus  
gemacht werden. Etwa, wenn alle beim Frühstück sitzen und über Roberts  
Ladenübernahme reden. 

Hier wird nur gezeigt, was Robert und sein Vater tun und sagen. Innen- 
sicht, Roberts Gedanken und Gefühle fehlen hier noch. Innensicht ist  
nicht immer nötig, kann aber manchmal unabdingbar sein, um zu verste- 
hen, warum eine Figur sich für etwas entscheidet oder etwas Bestimmtes  
tut. Die Innensicht einer Figur kann man nur auktorial oder aus ihrer  
personalen Perspektive erzählen.  


Die Figur wird aus einer Perspektive erzählt 
............................................ 
Für eine Geschichte sollte eine einzige Perspektive gewählt werden,  
bei einem Roman kann man mehrere nutzen, z. B. kapitelweise von der  
Hauptfigur zu ihrem Gegner wechseln. Wer erzählt, ist der Erzähler  
(und nicht mit dem Autor identisch!).  

Der Erzähler kann eine Figur innerhalb der Geschichte sein. Dann kann  
er nur das erzählen, was diese Figur wahrnimmt, fühlt und denkt (Ich-  
oder Er/Sie-Perspektive). Das Beispiel unten zeigt Robert in seiner  
Er-Perspektive. 

Der Erzähler kann aus einer völlig neutralen Perspektive erzählen. Er  
ist dann wie eine Kamera mit Mikrophon, die nur aufnimmt, was zu sehen  
und zu hören ist. In solch einer Perspektive können weder Gedanken  
noch Gefühle vorkommen; nichts, was nicht vor der Kamera passiert,  
kann erzählt werden. Auch keine Rückblenden in die Vergangenheit oder  
Vorgriffe auf die Zukunft. Das letzte Beispiel zeigt so eine neutrale  
Perspektive. Meist liest sie sich spärlich ausgestaltet, zu knapp und  
unbeteiligt, da man als Leser in keine Figur eintauchen kann. Bei ei- 
ner kurzen Geschichte, besonders wenn sie sehr emotional gefärbte In- 
halte transportieren will oder auf eine Pointe hinausläuft, die eine  
Innensicht vorwegnehmen würde, mag eine neutrale Perspektive tragen -  
bei einer längeren Geschichte bzw. einem Roman wirkt sie angestrengt. 

Der Erzähler kann ein Chronist sein, der nicht an der Handlung betei- 
ligt ist, aber in die Geschichte gehört, ein nicht handelnder Beobach- 
ter (Ich- oder Er/Sie-, neutrale oder auktoriale Perspektive). Bei- 
spiel:  

.......... 
Robert war mein Freund. Jedenfalls nahm ich das damals an. Morgens  
stand er stets mit gesenktem Kopf am Waschbecken, um sein Gesicht  
nicht betrachten zu müssen. Immerhin hatte er sein zwanzigstes Lebens- 
jahr abgeschlossen und immer noch etliche Pickel im Gesicht. 
.......... 

Der Erzähler kann ein allwissender, unabhängiger Erzähler sein, der  
außerhalb der Geschichte steht, aber in alle Figuren hineinsehen kann  
und ihre Vergangenheit und Zukunft kennt. Manchmal wendet dieser Er- 
zähler sich sogar an den Leser und kommentiert die Figuren (auktoriale  
Perspektive). Beispiel:  

.......... 
Robert trat ans Waschbecken und vermied es, in den Spiegel zu blicken.  
Seine Pickel wollte er nicht sehen. Solche Vermeidungsstrategien  
brachten ihn seit der Schule durch den Tag. 
[Macht uns das Robert sympathisch? Fühlen wir mit ihm?] 
Sein Vater klopfte kurz an, öffnete die Tür und warf ein Handtuch  
Richtung Wäschekorb. Er schüttelte den Kopf. Das war wieder mal ty- 
pisch für Robert. Nie stellte er sich seinen Problemen. 
.......... 

Am eingängigsten ist die Ich-Perspektive, in der der Erzähler von sich  
spricht, oder die personale Perspektive in der Er/Sie-Form. So kann  
man als Leser am stärksten mitfiebern, mitleiden, miterleben, denn man  
ist an der Figur ganz nah dran. Eine auktoriale Perspektive bietet  
zwar Einsicht in viele Figuren, aber dadurch kann man sich mit keiner  
so recht identifizieren und leidet nicht wirklich mit. 
Der Erzähler (außer dem neutralen) bringt meist seine ureigene Erzähl- 
stimme ein. So klingen die beiden obigen Beispiele (Ich-Chronist, auk- 
torialer Erzähler) sehr unterschiedlich. Erzählt eine Figur ihre Ge- 
schichte, dann muss sich ihre Erzählstimme an ihre Charakterisierung  
anpassen. Ist mein Erzähler ein Taxifahrer, wird er kaum wie ein Pro- 
fessor reden. 

Und wer sollte hier die Geschichte erzählen? Der Vater? Robert? Es  
sollte diejenige Figur die Story erzählen, die am meisten leidet oder  
für die am meisten auf dem Spiel steht. Dort steckt das größte Poten- 
tial. - Nehmen wir also Robert als Erzähler: 

.......... 
Robert trat ans Waschbecken und vermied es, in den Spiegel zu blicken.  
Zwanzig Jahre und immer noch Pusteln im Gesicht! Er beugte sich über  
das Waschbecken, das für seine 1,80 m zu tief angebracht war. Seine  
Mutter konnte sich mit der Hüfte anlehnen, ihm reichte das Porzellan  
nur bis an die Oberschenkel. Robert spritzte sich Wasser ins Gesicht,  
einiges davon platschte daneben. Das Waschbecken hing nicht nur zu  
tief, es war auch noch zu klein. 
.......... 


Eine Figur ist keine Zahlenansammlung 
..................................... 

Was sagen Zahlen aus? Zahlen sind feste Größen. Sie legen Maße, Daten  
und Angaben fest. Brauchen wir feste Größen in einer Story? Nur, wenn  
sie absolut notwendig sind (z. B. Tagesmärsche, historische Daten).  
Bei Figuren sind Zahlen nicht notwendig. Ob jemand 1,79 oder 1,80 m  
groß ist, ob er 61 oder 60 kg wiegt - was sagt das über ihn aus? 

Wichtiger ist, was an Figurenbeschreibung die Story voranbringt. Ist  
eine Figur besonders klein oder groß, dick oder dünn, hat sie Schwie- 
rigkeiten, sich zu bewegen - das beeinflusst ihr Handeln und ist damit  
für die Story wichtig. Der Wuchs bestimmt, ob sich jemand unter dem  
Türsturz durchbücken muss oder sich in einer kleinen Plastikmülltonne  
verstecken kann. Und das kann wichtig für die Handlung sein. 

Robert wird zudem von sich nicht in Zahlen sprechen. Für ihn ist seine  
Größe an sein Verhalten gekoppelt. Schreiben wir aus seiner Perspekti- 
ve, brauchen wir die Angaben nicht. 
Zahlen können weggelassen oder in Aktionen umgewandelt werden. - Hier  
sind die Größenangabe und später Roberts Gewicht irrelevant oder sze- 
nisch umzusetzen: 

.......... 
Robert trat ans Waschbecken und vermied es, in den Spiegel zu blicken.  
Zwanzig Jahre und immer noch Pusteln im Gesicht! Er beugte sich über  
das Waschbecken, das für ihn zu tief angebracht war. Seine Mutter  
konnte sich mit der Hüfte anlehnen, ihm reichte das Porzellan nur bis  
an die Oberschenkel. Robert spritzte sich Wasser ins Gesicht, einiges  
davon platschte daneben. Das Waschbecken hing nicht nur zu tief, es  
war auch noch zu klein. 
.......... 

Die Figur braucht nur das, was für die Geschichte wichtig ist 
............................................................. 

Robert hat Pickel. Na und? Wenn es um seinen Beruf geht, darum, ob er  
Gemüsehändler oder Fußballer wird, mag das irrelevant sein. Also wird  
es in der Story nicht erwähnt. 

Robert hat Pickel. Dies kann jedoch der Grund sein, warum er schüch- 
tern ist, wieso er es nicht wagt, eine Frau anzusprechen, und weshalb  
er sich hässlich und unzulänglich fühlt. Geht es darum, wie sich Ro- 
bert im Leben zurechtfindet, nehmen die Hautunreinheiten und Roberts  
Umgang damit Einfluss auf die Geschichte. Robert wird sich allein füh- 
len, abgewiesen werden, sich in Unkosten stürzen, um die Pickelplage  
zu besiegen, was ihn in Geldnot bringt und vielleicht auf die Idee  
kommen lässt, sich Geld aus der Ladenkasse zu nehmen. Schon sind wir  
mitten im Geschehen. 

Tschechov drückte die Requisitenfrage für ein Theaterstück so aus:  
"Hängt im Stück im ersten Akt ein Gewehr an der Wand, dann muss das  
Gewehr spätestens im dritten Akt auch abgefeuert werden." Es gilt: Man  
sollte nur Informationen bringen, die für die Geschichte relevant  
sind! 

Jede Figur benötigt eine Hauptstärke und eine Hauptschwäche, die für  
ihr Handeln grundlegend sind [s. auch den zweiten Teil dieses Artikels  
im nächsten Tempest, wenn es um den Konflikt geht - Anm. der Red.]. In  
einer Geschichte reicht jeweils EINE völlig aus! 

Sagen wir, Robert fühlt sich hässlich und unzulänglich, das ist seine  
Schwäche. Aus dieser Schwäche heraus wird er handeln und versagen. Als  
seine Stärke legen wir fest, dass Robert sehr einfühlsam ist, Zusam- 
menhänge begreift und zum Schluss lernt, die Dinge selbst in die Hand  
zu nehmen (alles haptisch orientiert!). Die Stärke soll ihn befähigen,  
aus der Geschichte als Sieger hervorzugehen. Aus dieser Stärke heraus  
wird Robert handeln, seine Schwäche überwinden und gewinnen. Nun ent- 
werfen wir die Handlung als eine Abfolge von Szenen, die (wie auf der  
Bühne) zeigen, wie Roberts Stärke und Schwäche sich auf ihn, seine Um- 
gebung und seine Aktionen auswirken. 

Alles, was für die Geschichte wichtig ist, muss angelegt werden, vor  
allem, wenn es die Figur ins Handeln bringt. Was nicht wichtig ist,  
wird weggelassen. 


Die Figur muss sinnlich-konkret erleben 
....................................... 

Eine Figur, die von einer Aktion in die nächste fällt, wird schnell  
langweilig: "Zuerst bügelte er, dann wusch er ab, dann saugte er die  
Teppiche, dann holte er die Gardinen von den Stangen und stopfte sie  
in die Waschmaschine, dann ..." 

Hier fehlt nicht nur die Innensicht, sondern zudem jegliches sinnliche  
Erleben. Weder riecht er die frische Bügelwäsche noch das fettige  
Spülwasser des Abwaschs. Weder fühlt er das Spülmittel im heißen Was- 
ser noch den kratzigen Gardinenstoff. (Wenn allerdings nur die ganze  
langweilige Hausarbeit verkürzt dargestellt werden soll, dann ist ein  
Kurztext wie oben genau das passende Mittel.) 

Um eine Figur lebendig zu machen, beteiligen wir so viele sinnliche  
Erlebnisse wie nötig. Jeder Mensch hat einen Primärsinn: visuell  
(Sicht), auditiv (Gehör), haptisch/taktil (Tastsinn), olfaktorisch  
(Geruch), gustatorisch (Geschmack). Das können wir für unsere Figuren  
nutzen. Eine Figur, die Musiker ist, wird die Welt eher auditiv wahr- 
nehmen, ein Maler eher visuell. Das heißt aber nicht, dass alle ande- 
ren Sinne vernachlässigt werden können! Nur die erste, unmittelbare  
und eventuell instinktive Wahrnehmung wird sich auf den Primärsinn be- 
schränken. Etwa, wenn die Figur einen Raum betritt. Der Musiker wird  
den Geräuschpegel wahrnehmen, der Maler die Hell-Dunkel-Verteilung und  
die farbliche Gestaltung. Der Primärsinn kann sich auch in der Figu- 
rensprache ausdrücken: "Ist das klar?" - visuell, "Verstanden?" - au- 
ditiv, "Begriffen?" - haptisch.  

Darüber hinaus gibt es Kinästheten, die mehrere Sinne gleichrangig  
nutzen. Das kann sich z. B. darin spiegeln, dass jemand sich beim Vo- 
kabellernen die Worte vorsagt und dabei auf und ab geht. Diese Figur  
ist auditiv-haptisch. 

Vielleicht ist unser Robert jemand, der primär haptisch wahrnimmt?  
Nehmen wir also Roberts Sinneseindrücke hinzu: 

.......... 
Robert trat ans Waschbecken und vermied es, in den Spiegel zu blicken.  
Zwanzig Jahre und immer noch Pickel im Gesicht! Selbst unter den krat- 
zigen Bartstoppeln fühlte seine Haut sich an, als hätte sie Noppen. Er  
spuckte aus, um den bitteren Geschmack auf der pelzigen Zunge loszu- 
werden. Dann beugte er sich über das Waschbecken, das für ihn zu tief  
angebracht war. Seine Mutter konnte sich mit der Hüfte anlehnen, ihm  
reichte das kalte Porzellan nur bis an die Oberschenkel. Robert  
spritzte sich Wasser ins Gesicht, einiges davon platschte daneben.  
Nass, kalt - Robert schloss zu spät die Augen. Es brannte. 
.......... 

[Im zweiten Teil dieses Beitrags im nächsten Tempest geht es unter an- 
derem um Konflikte, Motivation und Ursache und Wirkung bei der Figu- 
renentwicklung.] 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib- 
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem  
ersten Roman. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 


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BUCHBESPRECHUNG: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 



                "Meine Biographie als Buch gestalten"  
           besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer  

Wer sich für biographisches Schreiben interessiert, womöglich sogar  
seine persönlichen Lebenserinnerungen schon niedergeschrieben, eine  
Chronik oder Festschrift verfasst hat, und nun sein Manuskript gerne  
als ansprechendes Buch selbst herausbringen möchte, sollte Andreas  
Mäcklers Ratgeber studieren. 

In Kapitel 1 führt der Autor in das Handwerk der Manuskriptarbeit ein,  
veranschaulicht durch eine Manuskriptmusterseite aus der täglichen Ar- 
beit eines Lektors. Weiter geht es um Richtlinien, Titelschutz, ISBN  
(Internationale Standardbuchnummer) und VLB (Verzeichnis Lieferbarer  
Bücher). Kapitel 2 behandelt die Kunst des Scannens, denn Bildvorlagen  
müssen gescannt werden, und es gibt die unterschiedlichsten Arten von  
Vorlagen mit unterschiedlichen Anforderungen. In Kapitel 3 führt And- 
reas Mäckler den Leser an die Erstellung des biographischen Buches  
heran. Hier geht es um die Erstellung der Druckvorlagen, die Grundla- 
gen der Buchgestaltung sowie Tipps und Tricks, um das Layout zu opti- 
mieren. In Kapitel 4 ist schließlich die Vermarktung in eigener Regie  
das Thema, das in Kapitel 5 und 6 mündet: Finanzierung und Sponsoring  
sowie Presse- und Informationsarbeit.  

Ergänzt wird das alles durch einen ausführlichen Anhang, unter anderem  
mit Literaturtipps zu biographischen Themen, Schreiben allgemein, Au- 
torenratgebern, Ahnenforschung, Internetportalen und Linksammlungen. 

Fazit: Wer Schritt für Schritt zu einer ansprechenden Publikation sei- 
ner Lebenserinnerungen kommen möchte, hält mit "Meine Biographie als  
Buch gestalten" einen wertvollen Ratgeber voller Anregungen und Profi- 
tipps in der Hand. 


Andreas Mäckler: "Meine Biographie als Buch gestalten", 2007, 88 Sei- 
ten, 12,80 Euro, Verlag des Biographiezentrums 


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BUCHBESPRECHUNG: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                         "Das Unding an sich" 
                   besprochen von Friedhelm Rudolph 

Dieses Buch habe nicht ich gefunden, sondern es hat mich gefunden -   
nach dreizehn Jahren. Lob und Preis dem unfähigen Buchhändler. Einige   
werden es als schlechtweg falsch einsortiert abtun, ich nenne es  
Schicksal. 

Für alle, die moderne Lyrik und das Spiel mit Sprache beschäftigt:  
Wiedergegeben sind fünf ungewöhnliche Lesungen, die Pastior im Winter- 
semester 1993/94 an der J.-W.-Goethe-Universität in Frankfurt  a. M.  
gehalten hat. Ich hoffe, den Studenten wurde damals ein Manuskript /  
Konzept an die Hand gegeben, denn allein schon beim Lesen kann einem  
an vielen Stellen schwindelig werden ob der Wortakrobatik, - 
klaubereien, Lautmalereien, Sprachspielereien und Spitzfindigkeiten,  
spontanen und ergrübelten Assoziationen und Sinnebenen samt - 
verschiebungen  (Fastenzeit - fast Endzeit) der beim ersten Sinnen  
Sinnlosigkeiten. 

Das Gedicht als Versuchsanordnung. Pastior öffnet seine Trickkiste und  
seine Schädelkalotte, zeigt, wie sein Uhrwerk tickt, wie er es auf- 
zieht,  wie er es stellt und am Laufen hält: Sestine, Permutation, Pa- 
lindrom, Leitartikel-, Lauftext-, Listengedicht (Wörterbücher als poe- 
tischer Steinbruch), Vokalreihen ("Vokalisen") als  einschränkende Re- 
gel, Anagramm, "Sonettburger", "Gedichtgedicht", aus zwei Texten mach  
einen usw. -  kurz: das Labyrinth sinnvoller und sinnentleerter Spra- 
che, das Sprach(gemenge) als Textgenerator. Der Text als Wortfeld. Der  
Text  an sich, nachdem er mittels Regeln kurz angeschoben wurde, ent- 
wickelt ein  Eigenleben. Der Text als Selbstläufer. Der Text um des  
Textes Willen. Form und Klang, nicht Inhalt und (mitteilbarer) Sinn  
zählen. "Nein, es gibt keine allgemeine  Grammatik - jeder Text  
schafft sich seine eigene" (S. 40). Und jeder Leser  impft einen Text  
mit Sinn. 

Pastior untersucht das Geheimnis der Sprachwerdung, das Verhältnis von  
Text zu Sprache, die Musik eines Textes. Er sucht den Geist der Spra- 
che. Der Text ist das "Unding an sich", ein sprachliches Unding.  
Pastior interessiert die Entstehung dieses Undings, der  Bedeutungser- 
zeugungsprozess der Sprache selbst, "das Aufknacken von Wörtern und  
Wendungen in Bedeutungsklumpen von unbestimmter mittlerer Größe (sozu- 
sagen ein molekulares Cracking) und dann Zusammenfügen in irgendwo  
stupenden, aber exotisch einleuchtenden neuen semantischen Verbindun- 
gen" (S.  40). Die Silbe, der Buchstabe als sprachliches Elementar- 
teilchen:  "Apfelmännchen: mein Kürzel für Sprache oder das sich sel- 
ber lesende Unding. Andere sagen Leben dafür" (S. 89). 

Dieses Buch ist nichts für Leute, die auf Lyrikbaukästen und  Gene- 
sungsverse stehen, sondern für diejenigen, denen bislang das letzte  
Gramm Mut  oder Gewusstwie gefehlt hat, um einmal selbst mit Zettel  
und Stift in der Hand eine deftige Arschbombe in die Ursuppe der Spra- 
che / Semantik zu machen und die Umstehenden so richtig nass zu sprit- 
zen. 

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine PDF-Datei über die Gruppe  
Oulipo, zu finden unter http://www.diss.fu-berlin.de/2001/9/12_- 
_kapitel_9.pdf. 


Oskar Pastior: "Das Unding an sich. Frankfurter Vorlesungen", 2. Auf- 
lage 2006, 127 Seiten, 7,50 Euro, Suhrkamp 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**   

Friedhelm Rudolph, geb. 1964, wohnt in Georgsmarienhütte, ist Kunst- 
historiker und Verwaltungsangestellter; gelegentlicher Schriftsteller  
/ Dichter, bildender Künstler, Musiker / Komponist, Stickkünstler (in- 
ternationaler 1. Preis 2004), diverse Veröffentlichungen von Gedichten  
und Kurzgeschichten in Anthologien und im Internet, Auszeichnungen bei  
plattdeutschen Literaturwettbewerben 2005 und 2006. 


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INTERVIEW: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


  "Man sollte ein leidenschaftliches Vergnügen daran haben, zu warten" 
                    Interview mit Sabine Wassermann 

Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Liebe Sabine Wassermann, gerade ist  
Ihr aktueller historischer Roman im Rowohlt-Taschenbuch-Verlag er- 
schienen. "Die Teufelsmalerin" spielt im Mainz des 17. Jahrhunderts,  
während des 30-jährigen Krieges. Henrietta wurde von ihrem an Syphilis  
sterbenden Vater in der Kunst des Malens unterrichtet und soll nun  
sein Werk vollenden - ein sakrales Gemälde für den Mainzer Dom. Ein  
gefährliches Unterfangen für eine Frau in dieser Zeit, denn es ist  
Henrietta nicht erlaubt, dieses Handwerk zu betreiben.  

Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Roman? Wie gehen Sie beim Schrei- 
ben und Recherchieren, beim Verweben von Fiktion und Fakten vor? Sind  
Sie mehr eine intuitive Autorin, oder planen Sie jedes Detail im Vor- 
aus? 

Sabine Wassermann: Die Verbindung zweier persönlicher Interessen, Ma- 
len und Schreiben, lag auf der Hand. Das Ganze in einer Epoche statt- 
finden zu lassen, in der es alles andere als leicht war, der Kunst zu  
frönen, ebenso. Und damit stand im Grunde schon die Geschichte. Zu- 
nächst recherchiere ich einen Wissensgrundstock, der es erlaubt, los- 
zuplotten, und lerne parallel beim Schreiben weiter. Da finden sich  
dann Details, die die Story ergänzen oder in andere Bahnen lenken. Bei  
der Teufelsmalerin war das noch recht überschaubar, aber bei dem Ro- 
man, den ich danach geschrieben habe, traten sehr viele historisch be- 
legte Personen auf, die Dinge taten, die wiederum bis ins Kleinste be- 
legt sind. Dazwischen liefen meine fiktiven Figuren herum und mussten  
sich damit arrangieren. Das kann lästig sein, es kann aber auch zu un- 
gewöhnlichen Lösungen und neuen Ideen führen.  

Ich plotte gern, aber nicht von vorneherein in aller Gründlichkeit.  
Der Anfang muss stehen, das ist klar, und auch, wo die Geschichte en- 
det und was sie überhaupt erzählen soll. Die Hauptfiguren werden fest- 
gelegt und wer eine eigene Erzählperspektive bekommt. Danach muss man  
schauen: Was kann ich mit der Figur oder der Episode anfangen, die mir  
da gerade einfällt? Passt es in die Geschichte, bringt es die Handlung  
voran, oder steht es wie ein Fremdkörper nur für sich? Ich neige zum  
Verschachteln und muss mir dann rechtzeitig selber auf die Finger hau- 
en, sonst ist eine Menge Arbeit umsonst getan. Intuitiv also auf kei- 
nen Fall. Ich hab keine Ahnung, wie manche Autoren es hinkriegen, nach  
dem "Schaun wer mal"-Prinzip loszuschreiben und hinterher alles fein  
und logisch zusammenzuknoten.  


RRB/TRB: Wie umfangreich war die Zusammenarbeit mit dem Lektorat des  
Rowohlt-Verlags?  

SW: Sehr umfangreich, die Betreuung ist vorbildlich. Die Texte werden  
redigiert und dann in allen Einzelheiten besprochen. Irgendein Autor  
hat mal gesagt, ein guter Verlag ist der, der einem das Gefühl gibt,  
der beste, wichtigste, hätschelnswerteste und am besten sogar einzige  
Autor des Verlags zu sein. Na ja, das ist natürlich übertrieben, und  
für eine solche Behandlung muss man wahrscheinlich einen Riesenbest- 
seller hingelegt haben, aber meine Lektorin vermittelt mir tatsächlich  
das Gefühl, dass dem Verlag etwas an mir liegt. Das ist nicht selbst- 
verständlich. 


RRB/TRB: Hatten Sie Einfluss auf die Titelwahl, die Wahl des Buchco- 
vers oder den Klappentext?  

SW: Die "Teufelsmalerin" wurde mir vorgeschlagen, und das hat mir auch  
gut gefallen. Mein eigener Vorschlag war eh nicht so der Renner. Die  
Idee zum Cover hatte ich, da kam mir natürlich zugute, dass solche ba- 
rocken Gemälde ins Trendschema passen (wobei, die Frau auf dem Cover  
hat einen Kopf!). Aber es passt eben auch ideal zum Roman. Am Klappen- 
text wurde endlos und sorgfältig gefeilt. Ich weiß nicht mehr, ob und  
was ich dazu beigetragen habe, aber sämtliche Fassungen wurden mir  
erst mal gezeigt. Der Titel des nächsten Romans, "Das Zeichen des Ket- 
zers", stammt von mir, und der wurde auch abgesegnet. 


RRB/TRB: Wie kamen Sie zum Schreiben? Gab es ein bestimmtes Schlüssel- 
erlebnis?  

SW: Ich bin ja leidenschaftlicher Fan der Ilias und habe mich schon  
immer nach einem Roman gesehnt, der die Geschichte des Trojanischen  
Krieges aus der Sicht ihrer Hauptfigur, Achilleus, erzählt. So einer  
erschien bloß nie. Wenn es mal einen Roman zu diesem Thema gab, dann  
aus trojanischer Sicht, in dem der arme Kerl entsprechend schlecht  
wegkam. Und irgendwann dachte ich, jetzt reicht's mir, mach ich es e- 
ben selbst. Völlig schreibunerfahren hab ich mich also hingesetzt,  
erst mal 10-Finger-Tippen gelernt und losgelegt. Dabei kam dann tat- 
sächlich ein Roman raus. Gut war der nicht, er hätte es durchaus ver- 
dient, in der Schublade zu bleiben, wie es bei solchen Erstlingswerken  
ja meistens der Fall ist (irgendwann würde ich ihn gerne noch mal neu  
schreiben). Aber das hab ich damals natürlich nicht so empfunden, ich  
bin auf Verlagssuche gegangen, und das mit Erfolg.  

Eigentlich war das Thema Schreiben damit für mich erledigt, es ging  
mir ja nur um diese eine Geschichte. Aber es hatte so viel Spaß ge- 
macht, dass ich einen zweiten Roman angefangen hab, dem eine weniger  
bekannte Geschichte aus der griechischen Mythologie zugrunde lag. Das  
Fragment wanderte dann zwar tatsächlich in die Schublade, aber das  
Schreiben hatte mich angesteckt.   


RRB/TRB: Wie wirkt sich Ihr Studium der Kunst auf Ihr Schreiben aus? 

SW: Die Idee zur Teufelsmalerin ist natürlich eng mit meiner Malerei  
verknüpft, ich habe früher durchaus so ähnlich gemalt, wie es in dem  
Buch beschrieben wird. Also, was die Technik betrifft, aber auch die  
Motive, eben gegenständlich. Das Studium an sich hat damit eher nichts  
zu tun. Eigentlich müsste die Frage umgekehrt lauten, wie wirkt sich  
das Schreiben aufs Malen aus - ziemlich schlecht nämlich, mir fehlt  
zum Malen die Zeit.  

RRB/TRB: Wie lange arbeiten Sie im Durchschnitt an einem Roman?  

SW: Mit allem Drum und Dran ein halbes Jahr, also Recherche, Plotten,  
Rohfassung schreiben, überarbeiten. 


RRB/TRB: Was macht Ihrer Meinung nach eine gute Autorin, einen guten  
Autor aus?  

SW: Man sollte ein leidenschaftliches Vergnügen daran haben, zu war- 
ten. Man wartet immer auf irgendwas, das ist neben dem Schreiben die  
zweite Hauptbeschäftigung eines Autors. Das muss man können, alles an- 
dere ist nicht so wichtig. Spaß beiseite, man sollte natürlich Leiden- 
schaft für seine Arbeit empfinden. Und den Wunsch, sie so gut wie mög- 
lich zu machen. Dazu ein bisschen Talent, Ausdauer und Offenheit für  
Kritik. 


RRB/TRB: Sie werden von der Literaturagentur Schmidt & Abrahams ver- 
treten. Wie sieht die Zusammenarbeit mit Ihrer Agentur aus? 

SW: Ich habe Natalja Schmidt im Autorenforum Montsegur kennen gelernt,  
und weil ich das Konzept für einen Fantasyroman in der Schublade hatte  
und sie darauf spezialisiert ist, habe ich ihr das vorgelegt. Sie hat  
es redigiert und aufgrund eines engen Kontakts zu allen Beteiligten an  
den Mann gebracht, und zwar besser, als ich es mir je erträumt hätte:  
gleich mit Verträgen zu zwei Trade-Paperbacks. Ich fühle mich bei ihr  
sehr gut aufgehoben, sie kümmert sich um alle möglichen Sachen, ist  
immer ansprechbar und verlässlich. 


RRB/TRB: Werden Ihre Romane auch im Ausland gelesen? 

SW: Ja, meine drei Ägyptenromane haben es immerhin bis nach Tschechien  
geschafft.  


RRB/TRB: Wie sieht der Alltag Ihres Autorenlebens aus?  

SW: Gegen Mittag aufstehen, nachlesen und korrigieren, was ich am A- 
bend zuvor geschrieben hab, dann geht's an die nächste Szene. Wenn es  
gut läuft, beschäftigt mich die Arbeit gedanklich pausenlos, und dann  
schreibe ich bis frühmorgens. Das klingt jetzt aber sehr viel diszip- 
linierter, als es ist. Ich mache eigentlich ständig Pausen, klick mich  
durchs Netz oder hocke mich aufs Sofa, höre eine Stunde lang eine ver- 
meintlich passende Musik zum Roman (ein Außenstehender würde sie wohl  
nie als passend empfinden) und träume mir meine Helden herbei. Das ist  
dann eine Hochphase, in der einem das Leben quasi sorgenfrei vorkommt.  

So ist es natürlich nicht immer, kann es gar nicht sein. Der andere  
Autorenalltag sieht so aus, dass man immer wieder Dinge erledigen  
muss, die halt gemacht werden müssen. Beispielsweise das Überarbeiten  
von Manuskripten, die man längst aus seinem Kopf verbannt hat. Sich  
stundenlang durchs Netz wühlen, auf der Suche nach einer winzigen In- 
formation. Und dann natürlich solche Sachen wie der lästige Steuer- 
kram. 

RRB/TRB: Neben historischen Romanen schreiben Sie auch humorvolle Bü- 
cher. Gibt es noch irgendein Genre, das Sie als Autorin reizen würde?  
Wie sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus?  

SW: Dieser Roman aus dem Hera-Lind-Genre war ein spontaner Ausreißer,  
der passt eigentlich gar nicht in die Reihe, und danach hab ich auch  
nicht wieder Lust darauf gekriegt. Also, in der Richtung kommt wohl  
nichts mehr. Ich habe mich an einem Gegenwartsthriller versucht, der  
ist mir aber schlichtweg misslungen, das scheint auch kein Genre für  
mich zu sein. Zurzeit schreibe ich den Fantasyroman, der macht mir  
auch irre Spaß. Sonst gibt es eigentlich kein Genre abseits des histo- 
rischen Romans, das mich reizt, aber man weiß ja nie. Zwischen dem  
"Gläsernen Tor", dem Fantasyroman, und der Fortsetzung kommt die Über- 
arbeitung eines Romans, der im Spätmittelalter spielt, anno 1415 in  
Konstanz. Mein absolutes Lieblingsprojekt, bisher hat mich noch kein  
Stoff so begeistert wie die Geschichte zweier Brüder, die vor dem Hin- 
tergrund des Konstanzer Konzils - die Frage, wohin mit den drei Päps- 
ten, und vor allem der Prozess des Ketzers Jan Hus - ihren eigenen  
Konflikt austragen. Keine weibliche Heldin diesmal, es gibt nicht mal  
eine weibliche Erzählperspektive, was ja im historischen Roman derzeit  
eher unüblich ist. Die Imperia mischt aber natürlich mit. Genau, die  
Konstanzer Hafenfigur, die mich überhaupt erst auf die Idee gebracht  
hat. Eigentlich ein kleines Wunder, dass dieses interessante Thema  
noch weitgehend unbeackert geblieben ist. Das Buch wird im Frühjahr  
2008 bei Rowohlt erscheinen. 


RRB/TRB: Welchen Roman (welche Zeitschrift, Kurzgeschichte ...) lesen  
Sie gerade? Was hat Sie am stärksten beeindruckt?  

SW: Zurzeit Andrea Schachts "Kreuzblume", ein äußerst komplexer und  
atmosphärischer istorischer Roman. Mein Lieblingsroman ist Eschbachs  
"Der Letzte seiner Art", und da fand ich am beeindruckendsten, wie der  
Leser mit wenig Aufwand ins Buch gezogen wird. Ein Mann wacht wie je- 
den Morgen in seinem Bett auf, kann nicht wie gewohnt aufstehen und  
fängt in aller Ruhe an, das Problem zu lösen ... Hach, das ist einfach  
saugut gemacht. 


RRB/TRB: Hätten Sie sonst noch einen Rat für angehende Autoren und Au- 
torinnen?  

SW: Mit der Antwort mach ich's mir jetzt einfach: Die berühmte "Über  
das Schreiben"-Rubrik auf der HP von Andreas Eschbach durchackern. Da- 
nach weiß man alles, was man wissen muss. Es gibt nichts Besseres, je- 
denfalls wenn das Feld, das man beackern will, die Unterhaltungslite- 
ratur ist. Ansonsten: Sich friedlich und freudig ins Warten schicken!  
Erwähnte ich es schon? Man muss ständig auf irgendetwas warten, war- 
ten, warten ... 


RRB/TRB: Herzlichen Dank für das Interview. 

SW: Ich danke ebenso, es hat viel Spaß gemacht! 




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ERFAHRUNGSBERICHT: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                         "Ich bin schlecht" 
                        von Jennifer Schreiner 

In letzter Zeit spiele ich mit dem Gedanken, mir den Satz: "Ich bin  
schlecht!" auf die Stirn tätowieren zu lassen. Damit die Leute vorge- 
warnt sind und hinterher nicht behaupten können, sie hätten von nichts  
gewusst. Aber lassen Sie mich von vorne beginnen: 


          Blankes Entsetzen 

Die entsetzten Fragen in meiner Umgebung, nachdem ich beschlossen hat- 
te, mit der Schriftstellerei Ernst zu machen, wechselten in rascher  
Abfolge von:  

- "Was, du willst Autorin werden?" (wobei die Betonung abwechselnd auf  
DU, auf WILLST und auf AUTORIN lastete: DU willst Autorin werden? Du  
WILLST Autorin werden? Du willst AUTORIN werden?) zu:  
- "Du schreibst Fantasy-Geschichten?" (auch hier wieder mit wechseln- 
dem Schwerpunkt), bis zum bisher letzten Punkt:  
- "Du schreibst erotische Fantasybücher?! 

Hier war das Entsetzen von vornherein durchgehend. Auf einmal schrieb  
die "nette junge Frau von nebenan" nicht nur Fantasy, sondern auch  
noch erotische Fantasy. Wobei das eine trivial ist, das andere verru- 
fen. 

Konfrontiert mit Fragen wie: "Du weißt schon, dass das Triviallitera- 
tur ist?", ging ich erst einmal zum Angriff über und konterte: "Nein,  
ich dachte, ich bekomme dafür einen Pulitzerpreis." Ist es denn wirk- 
lich so schlimm, wenn der Anspruch des Autors darin besteht, den Leser  
"nur" unterhalten zu wollen? Ich selber mag das, ich werde gerne un- 
terhalten. Ich mag auch Popcornkino. Sicher, nicht nur und ausschließ- 
lich. Aber mal zur Entspannung, um in eine heile Welt mit einem Happy  
End eintauchen zu können, finde ich es sehr geeignet. 

Womit wir auch schon bei der nächsten Frage und dem nächsten Vorwurf  
sind: "Das sind doch alles immer nur Klischees: Alle sehen ganz gut  
aus, und es ist offensichtlich, dass die beiden Protagonisten zusam- 
mengehören und dass es ein Happy End gibt." Ja, natürlich ist das  
klar. Zumindest die letzten beiden Punkte. Deswegen werden die Bücher  
ja gelesen! 

Es gibt verschiedene Genres, und die haben eine bestimmte Zielgruppe  
mit einer Erwartungshaltung. Und diese Erwartungshaltung will befrie- 
digt werden. Es gibt doch nichts Unbefriedigenderes, als wenn die ei- 
gene Erwartung im Buch nicht erfüllt wird. Stellen Sie sich vor, sie  
wollen eine Happy-End-Geschichte und bekommen ein schlechtes Ende -  
oder noch schlimmer: ein offenes Ende. 

Bei Genres geht es einzig und alleine um Wunschbefriedigung. So wird  
im "Nackenbeißer-Genre" Mut belohnt. Liebe auch - und sie wird erwi- 
dert. 

Und das ist gut und richtig so. Schließlich wäre ich auch sauer, wenn  
in meinem Piratenfilm kein einziger Pirat zu sehen wäre. Also geht es  
in den Liebesromanen um die Liebe und den Weg zu ihr; um das "Wie" und  
das "Wann", nie um das "Ob". 



         Lüsterne Vampire   

Doch nachdem ich mich - mehr oder weniger erfolgreich - gegen den Vor- 
wurf der Trivialität und des Klischees gewehrt hatte, wurde die Ver- 
bindung von Fantasy und Erotik kritisiert: "Vampire und Dämonen sind  
doch nur Mittel zum Zweck, um in den Büchern die sexuelle Lust und die  
vielen Frauen zu erklären." 

Natürlich erklärt das Übernatürliche die Anziehungskraft des Protago- 
nisten / der Protagonistin. Andererseits kann man in hunderten von  
Jahren prima Erfahrungen auch und gerade im sexuellen Bereich machen,  
und das mit hunderten von Frauen (oder Männern), ohne das es unmora- 
lisch erscheint. Schließlich leben diese vergnüglichen Sterblichen  
nicht ewig, und es ist dem Vampir / Dämon kein Vorwurf daraus zu ma- 
chen, dass er deswegen flatterhaft bleibt. 

Und mal ehrlich: Leute, die dem Autor erotischer Fantasy so etwas vor- 
werfen, sind doch nur neidisch! Stellen Sie sich vor: Sie sind schön,  
magisch und ewig jung. Was würden Sie tun? Zu Hause sitzen und Fernse- 
hen gucken? Ach kommen Sie! Hand aufs Herz! Sie haben ja keine Konse- 
quenzen zu befürchten, weil niemand von Ihrer Existenz weiß und sie  
mit den Sterblichen machen können, was Sie wollen. Ausnutzen würden  
Sie diese Situation, ganz klar! (Ich jedenfalls würde genau das tun.  
Männer, die mich nicht wollen? Pah! Ein Blick in meine Augen und sie  
würden mir zu Füßen liegen und mir jeden Wunsch erfüllen.) 


          Künstliche Spannung? 

Der zweite Vorwurf geht mit dem ersten Hand in Hand. "Autoren dieses  
Genres benutzen das Übersinnliche nur, um künstliche Spannung aufzu- 
bauen." 

Dabei sind doch fiktive Romane immer künstlich! Genauso kann man einem  
Krimi vorwerfen, dass der Mord bzw. die Tat künstlich ist - oder einem  
Serienkiller-Roman. (Wissen Sie, wie viele Serienkiller es zurzeit in  
Deutschland gibt? Lassen Sie es mich so ausdrücken: Die Chancen, wegen  
Behauptungen von einer der zahlreichen Erotik-Autorinnen mit einem  
Buch erschlagen zu werden, stehen ungefähr genauso gut wie die Mög- 
lichkeit, in diesem Jahr von einem Serienkiller getötet zu werden oder  
einem Vampir zu begegnen.) 


          Vorsicht: Erotik! 

Doch der dritte Punkt ist es, der mich in die gefährliche Nähe eines  
Tätowierstudios gebracht hat: Erotik. 

Da Erotik im Auge des Betrachters liegt, gibt es keine klare Grenze.  
Was für den einen Leser Erotik ist, ist für den anderen schon Porno- 
graphie. Für den einen ist das, was ich schildere, noch zu wenig, für  
den anderen schon viel zu viel. 

So findet man in regelmäßigen Abständen Kritiken zu erotischen Bü- 
chern, die nichts mehr mit einem normalen, konstruktiven Feedback oder  
einer Rezension zu tun haben. Zahlreiche Leser scheinen tatsächlich  
überrascht zu sein, dass in einem erotischen Roman Erotik drin ist -  
oder haben die "Warnung" auf dem Cover (das ist ganz vorne) nicht ge- 
lesen. Die Bücher werden dann regelrecht verrissen und verteufelt, den  
Autoren menschlich die schlimmsten Dinge vorgeworfen (als neulich mal  
fünf Minuten Ruhe in unserem Kinderzimmer war, musste ich tatsächlich  
nachgucken gehen, ob ich meinen Sohn nicht aus Versehen verspeist hat- 
te), und die Verlage ... ein Wunder, dass sie noch nicht brennen. 

Ein schönes Beispiel hierfür ist Ulrike Stegemann, die ein wirklich  
angenehm zu lesendes erotisches Vampirbuch geschrieben hat. Viele Le- 
ser des Tempest kennen Ulrike als niveauvolle Herausgeberin der "El- 
fenschrift". Haben Sie gewusst, dass Ulrike auch eine verdammenswerte,  
dunkle Seite hat? 


          Alles autobiographisch, oder was? 

Verwirrenderweise gehen ausgerechnet die Leser des erotischen Genres  
davon aus, dass die Autoren nicht nach dem "Was wäre, wenn"-Prinzip  
schreiben, sich fragen, wie der perfekte Sex aussieht, oder unter- 
schiedliche Neigungen bedienen. - Schließlich mag die eine Frau Span- 
king (ich nicht, ich lebe nach dem Motto: Hau mich, und ich haue zu- 
rück), die andere Eis und Wachs, während eine Dritte Analsex und Des- 
sous liebt. 

Nein, anscheinend probieren wir all diese Dinge selber aus. - Mir hat  
natürlich wieder niemand Bescheid gesagt. Ich habe naiver Weise immer  
gedacht, dass die Bücher und Szenen so abwechslungsreich sind, damit  
für jeden Leser sein / ihr perfekter Sex dabei ist, denn schließlich  
bediene ich als Autor dasselbe Prinzip, das Hollywood und die Frauen- 
zeitschriften der Welt seit Jahrzehnten predigen: Life-changing sex. 

Die Fragen und Bemerkungen von Arbeitskollegen, Bekannten und Freunde  
gaben mir den Rest: 

- "Das macht ihr also im Bett." 
- "Wie viel von dem, was du schreibst, willst du wirklich mal tun?" 
- "Wie viel von dir steckt in diesem Buch?" 
- "Ja ja, den Spaß mitmachen und aufschreiben und dann Geld damit  
scheffeln." 

Stimmt! Wenn ich demnächst ein Serienkillerbuch schreibe, verlasse ich  
mich auch nicht auf meine Fantasie, sondern werde sehr gründlich und  
lebensnah recherchieren. Raten Sie mal, auf wen oder was ich mich spe- 
zialisieren werde? (Hat eigentlich jemand Sir Anthony Hopkins gefragt,  
wie viel Hannibal in ihm steckt?) 

Zum Glück hat mich Ulrike kurz vor dem Tätowierstudio aufgegabelt und  
mich an etwas Wichtiges erinnert: Zwar sind Erotik und Romanticas -  
besonders die Übersinnlichen - das verrufene Genre in Deutschland; a- 
ber wenn niemand das Genre mag und es niemand liest, wie kommen dann  
die guten Verkaufszahlen zustande? 

Also: Für alle die das Genre nicht, niemals und auf gar keinen Fall  
lesen: Bald findet sie wieder statt, die Booklover, die einzige Lie- 
besromanmesse in Europa. (http://www.booklover.de) Und wer nicht so  
lange warten und seine Erwartungshaltung befriedigen will - sei es die  
"Erotik ist toll"-Haltung oder "Böse Autoren, böse Geschichten und bö- 
se Verlage"-Erwartung -, dem sei die Website  
http://www.vampirschlampen.de empfohlen. Sie wurde statt einer Täto- 
wierung gegründet, denn manche Verteufelungen muss man einfach mit Hu- 
mor nehmen. 

Während, für und nach diesem Artikel wurden keine Jennis verletzt oder  
gequält. Den Drachen, den die Autorin auf ihrem Rücken tätowiert hat,  
hatte sie schon vorher. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**   

Wer mehr über die Autorin Jennifer Schreiner oder ihr aktuelles, ero- 
tisches Vampirbuch "Zwillingsbuch" erfahren möchte, kann ihre Homepage  
http://www.JenniferSchreiner.com besuchen. 


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -  
keine Manuskripte zur Beurteilung. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


  Drehbuch: Oliver Pautsch 
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  Fandom: Thomas Kohlschmidt 
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  Fantasy: Stefanie Bense 
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  Historischer Roman: Titus Müller 
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  Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik 
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  Lesungen: Rüdiger Heins 
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  Lyrik: Martina Weber 
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  Sachbuch: Gabi Neumayer 
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  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss 
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  Schreibgruppen: Ute Hacker 
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  Schreibhandwerk: Ute Hacker 
                       schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de 
  Sciencefiction: Andreas Eschbach 
                              sf-autor at experte pt autorenforum pt de 
  Übersetzung: Barbara Slawig  
                         uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de 
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
                          verlagswesen at experte pt autorenforum pt de 

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Experten-Special: 
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Björn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen Ur- 
heberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten sieben Jahre ge- 
sammelt und stellt sie euch jetzt als kostenloses PDF zur Verfügung.  
Das Tolle daran: Die Fragen sind nun thematisch geordnet, das elektro- 
nische Format erlaubt eine schnelle Volltextsuche - und Björn hat au- 
ßerdem alle Antworten überarbeitet und aktualisiert. Ob ihr Infos  
sucht zu Ausfallhonorar, Book on demand, Buchpreisbindung, Druckkos- 
tenzuschussverlag, Exposé,  Honorar, ISBN, Leseprobe, Nebenrechte,  
Plagiat, Titelschutz, Verlagsgründung, Zitat oder ... Hier werdet ihr  
fündig: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-tempest1-9. 




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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY: 
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              Stefanie Bense (fantasy at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Ein Freund von mir [...] hat vor knapp drei Jahren angefangen, einen  
Roman zu schreiben, und dieser steht nun kurz vor der Perfektion  
[...]. Ich war nicht nur von Anfang bis Ende mit dabei, sondern gab  
auch Tipps und habe Hilfe geleistet. Denn [...] wir kannten beide die  
Geschichte, bevor wir anfingen, sie zu schreiben. Wir haben unsere Ge- 
schichte einem Spiel für die schon etwas ältere Konsole SNES nachemp- 
funden. Das bedeutet, dass die Grundzüge der Geschichte sowie die Cha- 
raktere kopiert wurden. Natürlich haben wir ca. 80 Prozent des Buches  
hinzugedichtet, damit es überhaupt romantüchtig wird, jedoch plagt uns  
nun die Frage: Ist der Umstand, dass wir die Idee des Buches grob ge- 
sagt geklaut haben, Grund genug für jeden Verlag, das Buch abzulehnen?  
[...] 


Antwort: 
Ich nehme mal an, dass eure Geschichte in einer Fantasy-Welt spielt,  
da du mir diese Fragen sendest. Wie gut eure Geschichte ist und ob eu- 
er Manuskript überhaupt marktfähig ist, kann ich nicht beurteilen (und  
will es auch nicht). 
Die Begeisterung für ein Spiel kann schon so weit gehen, dass daraus  
Neues entsteht. Ihr seid da weder die ersten noch die einzigen. Ich  
freue mich für euch, dass ihr gut zusammenarbeiten könnt und einen Ro- 
man durchgehalten habt. 

Dennoch warne ich davor, dieses Manuskript einem Verlag anzubieten! 

Alles, was auf einer Grundidee bzw. festem "Personal" einer Serie ba- 
siert, sei es nun von einer Spielekonsole oder aus Star Trek, Herr der  
Ringe oder anderen "Vorlagen", ist im weitesten Sinne Fan-Fiction. Das  
heißt: Begeisterte Fans schreiben Fortsetzungen, eigene Geschichten  
oder Romane, eigene Abenteuer oder anderes zu ihrer Lieblingsserie.  
Dagegen ist nichts zu sagen, solange diese Werke im Privaten bleiben. 

Privat wäre etwa ein geschlossener Kreis, in dem man die Geschichten  
untereinander austauscht. Privat wäre auch, wenn ihr das in einem ge- 
schlossenen Forum macht. Davon jedoch eine Buchveröffentlichung zu ma- 
chen, ist nicht statthaft. Nicht einmal zu einem Wettbewerb oder für  
eine Anthologie werden solche Geschichten zugelassen. 

Sobald Fan-Fiction veröffentlicht werden soll, tangiert sie die Rechte  
derjenigen, die die Serien und Serienfiguren erfunden haben und der- 
zeit vermarkten. Bei den meisten Serienprodukten kann man im Impres- 
sum, in Hinweisen zum Urheberrecht und / oder Veröffentlichungsrecht  
im Vor- oder Nachspann lesen, dass es nicht gestattet ist, ohne Zu- 
stimmung von Verlag, Produzent oder Vertrieb eigene Stücke, die auf  
der Serie basieren, zu vermarkten. Damit wird ausgeschlossen, dass die  
Serie in "ungewollte Richtungen" abdriftet oder Figuren entgegen der  
von ihren Schöpfern geplanten "Lebensläufen" gestrickt werden. 

Kurz gesagt: Ohne die Rechte von den Inhabern dieser Rechte zu erwer- 
ben, könnt ihr keine Geschichte aus einem Serienuniversum veröffentli- 
chen. 

Abgesehen davon: Kaum ein Verlag wird daran interessiert sein, etwas  
zu veröffentlichen, das an eine Serie angelehnt ist, die er nicht ver- 
marktet. Verlage wollen neue, frische, originelle Geschichten. 

Bereits bekannte Ideen (!) können durchaus neu erzählt werden. Eine  
Idee ist jedoch nicht an eine Serie geknüpft. Eine bekannte Idee wäre  
z. B.: Eine fremde Macht will die Welt erobern und beherrschen, doch  
eine Gruppe Helden vereitelt das. Dies ist die Grundidee von "Herr der  
Ringe", "Der erste Kontakt" bei Star Trek, "Independence Day" und "Die  
Kanonen von Navarone" - ein Kriegsfilm von 1961. Dieselbe Grundidee  
kann also ganz unterschiedlich umgesetzt und neu erzählt werden. 

Daher rate ich euch: Freut euch, dass ihr es geschafft habt, und nehmt  
euer Manuskript als gelungene Übung. Dann schreibt etwas Neues, eure  
ureigene Geschichte und versucht die - wenn sie denn spannend ge- 
schrieben ist und originelle Ideen enthält - den Verlagen anzubieten. 
                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib- 
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem  
ersten Roman. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HEFTROMANE: 
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              Arndt Ellmer (heftroman at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Vorausgesetzt, man hat durchaus eine flotte Schreibe drauf, zwar noch  
nichts veröffentlicht, aber früher viel Perry Rhodan gelesen und au- 
ßerdem auch die Zeit, das Interesse, den Wunsch. Könnte man in den  
Kreis der Heftromanschreiber aufgenommen werden, und wenn, wie würde  
das Prozedere aussehen? Sicher schreib ich das hier flotter, als es  
dann in realiter geht. Ich würd halt gern mit Schreiben Geld verdienen  
... 


Antwort: 
Ihren Wunsch, mit dem Schreiben Geld zu verdienen, verstehe ich sehr  
gut. 

Wenn Sie noch nie etwas veröffentlicht haben, empfehle ich allerdings  
kontinuierliches Üben. Schreiben besteht zu 50 Prozent aus Fantasie,  
zu 50 Prozent aus Handwerk. Das muss erst gelernt sein. Empfehlen kann  
ich die Kurse in Wolfenbüttel, aber auch die in Graz und anderen Or- 
ten. Schreiben kann man lernen - muss aber aufpassen, dass man dabei  
nicht Geschäftemachern auf den Leim geht. 

Das Schreiben von Heftromanen ist zudem eine ganz spezielle Angelegen- 
heit. [Anm. der Red.: Näheres findet ihr in der Experten-Datenbank auf  
http://www.autorenforum.de, Stichwort: Heftroman.] 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Jahrgang 1954. Autor seit 1980. Seit 1981 ATLAN-Serie, seit 1983 PERRY  
RHODAN. Über 300 Hefte, 150 für PERRY RHODAN, 20 Taschenbücher, ein  
Dutzend Hardcover, u. a. "Im Netz der Nonggo". CD-ROM über die  
"Blues". Arbeiten für Serien wie "Der Hexer", "Die Ufo-Akten", "Vampi- 
ra", "Dämonenland", Krimis, Frauenromane sowie Hörspiele. Treatment  
für einen Fernseh-Thriller. 




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FRAG DEN EXPERTEN FÜR KINDERBUCH: 
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           Michael Borlik(kinderbuch at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Ich habe als Lehrerin und Mutter einen sehr guten Draht zu Kindern.  
Mein Traum ist es, für Kinder zu schreiben und diese Geschichten dann  
auch zu veröffentlichen.  

Von [...] werden Kurse angeboten, die sich mit Kinder- und Jugendlite- 
ratur beschäftigen. Ist eine solche Ausbildung sinnvoll und notwendig? 


Antwort: 
Ohne diese Schreibkurse zu kennen, ist es immer schwer, eine Empfeh- 
lung auszusprechen.  Es gibt Schriftsteller, die auf solche Workshops  
schwören, andere sind Autodidakten, die sich die Grundlagen des  
Schreibens aus Schreibratgebern aneignen. Mein Rat lautet:  

Suchen Sie zunächst den Austausch mit anderen Schreibenden. Gerade im  
Internet gibt es  viele Foren und Homepages, die die Möglichkeiten da- 
zu bieten bzw. zahlreiche Tipps  zum Thema "Schreiben" bereit halten.  
Hier ein paar Anlaufstellen:  

- Autorenforum: http://www.autorenforum.de/content/view/39/37/ 
("Schreibkurse") 
- Andreas Eschbach: http://www.andreaseschbach.de/ (Übers Schreiben) 
- meine eigene Homepage:  
http://www.borlik.de/inhalt/mehr_ein_kinderbuch_kann_doch_jeder_schrei 
ben.htm (Über das Schreiben von Kinder- und Jugendbüchern) 
- Montségur Autorenforum: http://autorenforum.montsegur.de/ (Anfänger  
und Profis) 
- Bundesverband junger Autoren und Autorinnen e. V.: http://www.bvja- 
online.de/ 

Lassen Sie sich von anderen Schreibenden Rückmeldung zu Ihren Texten  
geben. Finden Sie heraus, wo Ihre Stärken liegen, wo Ihre Schwächen.  
Anschließend können Sie entscheiden, ob  und welche Kurse für Sie in  
Frage kommen. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit,  einfach mal  
in einen solchen Schreibkurs hineinzuschnuppern und so herauszufinden,  
ob er das Richtige für Sie ist. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Michael Borlik, 1975 geboren, machte 1995 sein Abitur und ging an- 
schließend in eine kaufmännische Ausbildung, die er 1998 erfolgreich  
abschloss. Seit 2001 erfolgte eine Reihe von Veröffentlichungen. Über- 
wiegend schreibt er Kinder- und Jugendbücher, die u. a. bei Ueberreu- 
ter, Thienemann und Arena erscheinen. Seit Sommer 2005 ist er freier  
Schriftsteller. Mehr Infos unter http://www.borlik.de. 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SACHBUCH: 
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            Gabi Neumayer (sachbuch at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Manchmal komme ich  einfach nicht weiter und wünsche mir dann kompe- 
tente Hilfe an meiner Seite, die mir hilft, meinen Gedankenwust zu  
ordnen. Wo finde ich die?  


Antwort: 
Da gibt es mehrere Wege, zum Beispiel: 

1. Kritische ZuhörerInnen 
Ob vor Ort oder virtuell: Gedankenwust verschwindet schnell, wenn man  
sich mit anderen austauscht. Wenn man seine Gedanken ordnen will,  
hilft meiner Erfahrung nach nichts besser, als sie jemand anderem (das  
kann auch ein Nicht-Autor sein!) plausibel zu erklären. Denn er/sie  
wird nachfragen, wenn etwas unklar ist, und dann ist man zum gezielten  
Nachdenken und auch zum konkreten Formulieren gezwungen.  

Dafür muss man sich nicht direkt eine Schreibgruppe suchen, in der al- 
le alle kritisieren, aber man kann natürlich - zumal wenn man auch bei  
anderen Fragen regelmäßige Unterstützung sucht. 

2. Die Experten-Datenbank auf autorenforum.de  
Über die Suchfunktion oder einfach durch Stöbern findest du auf viele  
Fragen dort kompetente Antworten. 

3. Echo-Service 
Für konkrete Projekte kannst du auch jederzeit im Echo-Service des  
Tempest einen kurzen Aufruf veröffentlichen. Einfach wenige Zeilen mit  
Kontaktangaben an mich schicken.  

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Gabi Neumayers letzte Sachbuch-Veröffentlichungen sind das Kindersa- 
chbuch "Expedition Wissen: Dinosaurier", Ravensburger 2007, und der  
Ratgeber "Praxismappe für überzeugende Geschäftsbriefe", Eichborn  
2006. Weitere Infos: http://www.gabineumayer.de und http://www.bato- 
schreibt.de. 


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen  
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn- 
ter Mail kommt! 
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Einsendeformalien: 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rück- 
sprache - erwünscht. Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt  
werden. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.  

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: mail- 
to:beitrag at team pt autorenforum pt de. 

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet  
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse  
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html. 

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                        I M P R E S S U M 
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Herausgeber:  
   Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de  
   Gabi Neumayer                redaktion at team pt autorenforum pt de 
   Stefan Schulz                     webmaster at autorenforum pt de 
   Thomas Roth-Berghofer  
                    Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de 
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