Ausgabe 9-05 (20. Mai 2007)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lese-Tipp
Leserbrief
Autorenwissen
   "Neue Möglichkeiten und Pflichten
   bei Online-Veröffentlichungen"
   von Bjørn Jagnow
Schreibkurs
   "Immer den Überblick über die Figuren
   behalten ?
   mit maßgeschneiderten Word- und
   Excel-Tabellen"
   von Gerd J. Merz (alias Christopher Stahl)
Buchbesprechung
   "So finden Sie einen Verlag für Ihr
   Manuskript"
   besprochen von Ramona und
   Thomas Roth-Berghofer
Verlagsportrait
   "LOhrBär-Verlag"
Veranstaltungsbericht
   "Booklover Conference 2007"
   von Jennifer Schreiner
Glosse
   "Das Coming-out eines Literaten"
   von Janine Wilk
Frag den Experten für Verlagswesen
   (Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Kriminalistik
   (Nikola Hahn)
Frag den Experten für Historischen Roman
   (Titus Müller)
Frag den Experten für Kinderbuch
   (Michael Borlik)
Frag die Expertin für Sachbuch
   (Gabi Neumayer)
EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

also: Es war einmal ein Wal, der verschluckte alle Fische im weiten,  
weiten Meer. Und nur ganz wenige, die ihm besonders schwer im Magen  
lagen, spuckte er wieder aus.  

Nee, besser so: In einer weit entfernten Galaxis, in die sich norma- 
lerweise nicht mal lebensmüde Banjijampianer verirren, gab es einst  
ein schwarzes Loch. Das war so gierig, dass ihm nichts entkam ? außer  
einer Handvoll Galakto-Mails ... 

Nein, das ist jetzt nicht die Zeit für Metaphern, sondern für die un- 
geschminkte Wahrheit. Denn etwa 200 von euch haben es Ende April so- 
wieso mitbekommen, da hat Drumherumreden gar keinen Sinn: Im Laufe der  
letzten Monate sind seeehr viele Mails an die Redaktion nicht bei mir  
angekommen (mir ist immer noch unverständlich, was da passiert ist,  
aber Hauptsache, unser Webmaster weiß warum und dass das nicht mehr  
vorkommen kann, toi toi toi ...).  

Und ich dachte schon, meine verzweifelten Aufrufe und Bitten um Arti- 
kel würden  nur auf taube Ohren bei euch stoßen! Aber weit gefehlt:  
Ihr habt gemailt und gemailt, habt tolle Schreibtipps, Artikelvor- 
schläge und jede Menge Meldungen für die "Hall of Fame" geschickt. Die  
ist deshalb diesmal auch gleich mehrere Seiten lang. Und wieso hat die  
dödelige Chefredakteurin nichts von dem Mail-Gau gemerkt?, höre ich  
euch tuscheln. Weil ein paar Mails eben doch durchgekommen sind ?  
wahrscheinlich über andere autorenforum-Adressen oder direkt an mich  
geschickt. An alle, die mit rauchenden Fingern und wachsendem Zorn ge- 
schrieben haben, ohne Antwort zu bekommen, hier deshalb eine offiziel- 
le und ganz dicke Entschuldigung! Ich habe inzwischen alles beantwor- 
tet. Sollte trotzdem noch jemand auf eine Antwort warten: Bitte noch  
ein letztes Mal mailen! (Zur Frust-Vermeidung aber bitte generell nur  
an unsere jeweils im aktuellen Tempest nachlesbaren Mailadressen!  
Mails zum Beispiel, die als Antwort auf die Mails mit dem Tempest  
selbst verschickt werden, können nicht bearbeitet werden.) 



Was bedeutet diese ganze Mail-Katastrophe nun für euch? Vor allem  
eins: Ihr dürft für die nächste Zeit zahlreiche neue und alte AutorIn- 
nen mit herrlichen Satiren, aufschlussreichen Artikeln und unbezahlba- 
ren Tipps und Schreib-Kicks erwarten. Und wer jetzt aufgeatmet hat:  
Auch meine Rufe nach neuen Vorschlägen könnt ihr weiter erwarten! Nur  
werden sie für eine Weile nicht ganz so verzweifelt klingen wie üb- 
lich. Zumindest die Rufe nach Artikeln ? in unserer Kasse sieht es  
hingegen sehr trübe aus. Ihr wisst ja: Wir sind auf eure freiwilligen  
Beiträge angewiesen! 

Und jetzt zum aktuellen Tempest: Bjørn Jagnow hat sich in das schwie- 
rige, aber enorm wichtige Thema der Meldung von Online- 
Veröffentlichungen bei der VG Wort eingearbeitet und klärt uns auf,  
was inhaltlich und technisch zu beachten ist. Gerd J. Merz hat prakti- 
sche Tipps dazu, wie man mit Word und Excel die Charaktere seines Ro- 
mans im Griff behält. (Achtung: Dazu gibt es zwei PDF-Dateien auf un- 
serer Website!) Jennifer Schreiner hat sich auf der "Booklover Confe- 
rence 2007" umgesehen, und unsere ExpertInnen geben unter anderem Aus- 
kunft zu Gewalt im Jugendbuch, zu Schmauchspuren und zum Umgang mit  
Fakten im historischen Roman. 

Hier noch ein Tipp zu "Hall of Fame", aus gegebenem Anlass: Lest auch  
mal das eine oder andere Buch eurer Mit-TempestianerInnen! Ich habe  
bislang vier Bücher von der Liste unten gelesen ? und es bei keinem  
einzigen bereut. 

Der Tipp des Monats Mai, diesmal von Andreas W. Moser: 

     Unter http://www.literaturnetz.com/content/view/6412/171/  
     kann man ein Benutzerkonto einrichten. Nach der Anmeldung  
     ist man berechtigt, eigene Blogs anzulegen, sich im Forum 
     zu beteiligen, an Schreibwettbewerben oder der Textwerkstatt 
     teilzunehmen, andere Benutzerprofile einzusehen und  
     die ersten Kontakte zu knüpfen. 

Frühlingshafte Schreibenergie und einen in jeder Hinsicht erfolgrei- 
chen Sommer wünscht euch 

  Gabi Neumayer 
  Chefredakteurin 

~~~~~~~~~~~ 
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto  
von autorenforum.de: 

Sparda Bank Südwest eG 
BLZ 550 905 00 
Kto. 100 724 515 
Stichwort: "Beitrag 2007" 

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei- 
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch  
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest). 

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15 
BIC: GENODEF1S01 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 
ISSN 1439-4669   Copyright 2007 autorenforum.de. Copyright- und 
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 

   INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

      Editorial 
      Hall of Fame 
      Schreib-Kick 
      Lese-Tipp 
      Leserbrief 
      Autorenwissen 
         "Neue Möglichkeiten und Pflichten  
         bei Online-Veröffentlichungen" 
         von Bjørn Jagnow 
      Schreibkurs 
         "Immer den Überblick über die Figuren behalten ?  
         mit maßgeschneiderten Word- und Excel-Tabellen" 
         von Gerd J. Merz (alias Christopher Stahl) 
      Buchbesprechung 
         "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript" 
         besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer 
      Verlagsportrait 
         "LOhrBär-Verlag" 
      Veranstaltungsbericht 
         "Booklover Conference 2007" 
         von Jennifer Schreiner 
      Glosse 
         "Das Coming-out eines Literaten" 
         von Janine Wilk 
      Frag den Experten für Verlagswesen 
         (Bjørn Jagnow) 
      Frag die Expertin für Kriminalistik 
         (Nikola Hahn) 
      Frag den Experten für Historischen Roman 
         (Titus Müller) 
      Frag den Experten für Kinderbuch 
         (Michael Borlik) 
      Frag die Expertin für Sachbuch 
         (Gabi Neumayer) 
      Impressum 


TEIL 2: 

      Veranstaltungen 
      Ausschreibungen 
      Publikationsmöglichkeiten 
           mit Honorar 
           ohne Honorar 
      Seminare 
      Messekalender 
      Impressum 

~~~~~~~~~ 
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service  
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein- 
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Eberhard Kamprad  
(http://www.kamprad-online.de) hat freundlicherweise die aufwendige  
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen  
Jahrgänge zu erstellen.  

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HALL OF FAME: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen  
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vor- 
stellen können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi- 
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin- 
gen. 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei- 
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte  
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail- 
to:redaktion at team pt autorenforum pt de.  

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen  
Schema gemacht werden! 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 

Kerstin Kempker: "Die Betrogenen", Kitab-Verlag 2007, Roman. Eine Ge- 
schichte vom Fremdbleiben, dem eigentlichen Betrug 

Kerstin Leppert: "spüre mich", SalonLiteraturVerlag München 2007, Ly- 
rik. "Ergreifend und dicht. Lyrik, die im Herzen zergeht." 

Sylvia Görnert-Stuckmann: "Kaja in der Außenwelt", Fischer-Schatzinsel  
2007, Jugendroman. Mögliche Zukunft in 100 Jahren ?  mehr:  
www.buchschmiede.de 

Christa Baumann: "Theodor die kleine Maus", Hänssler-Verlag 2007, Bil- 
derbuch. Von S. Malessa gemalt, mit Liedern und Bastelanregungen 

Christa Baumann: "Emily die kleine Biene", Hänssler-Verlag 2007, Bil- 
derbuch. Von S. Malessa gemalt, mit Liedern und Bastelanregungen 

Karl Plepelits: "Der Glaube, die Berge und das Paradies", Verlag Liber  
Libri 2006, Novelle. 1946. Ein Kind sucht seinen gefallenen Vater im  
Paradies 

Stefan Naglis: "Der Schatten des Geldes", Pendragon 2007, Kriminalro- 
man. Geldwäscherei in einer Schweizer Bank wird aufgedeckt 

Falko Löffler: "Drachenwächter", Spreeside Verlag 2007, Fantasy. Der  
Roman erscheint zudem als Hörbuch auf 5 CDs 

Spindler, Christine: "Love Takes Centre Stage ? Bühne frei für die  
Liebe", Langenscheidt 2007. Zweisprachig;  
http://www.christinespindler.de 

Zang, Tina: "The Mystery of the Stray Dog ? Rätsel um den Streuner",  
Hörbuch, 2 CDs, Langenscheidt 2007. Zweisprachig;  
http://www.tinazang.de 

Hagen Röhrig: "Kai Flammersfeld und die Transsylvanischen Schicksals- 
kekse", Staudt-Verlag 2006, Kinder- und Jugendbuch. Ungewöhnliche und  
spannende Vampirgeschichte ... 

Jürgen Göbel: "Informationstheorie und Codierungsverfahren ? Grundla- 
gen und Anwendungen", VDE-Verlag 2007, Fachbuch Informations- und Kom- 
munikationstechnik. ISBN 978-3-8007-2935-7 

Olaf Büttner, "Schlaf, mein Junge, schlaf ein", Sauerländer Verlag,  
2006, Thriller / Jugendbuch. Es begann mit einem Date ? dann kam der  
Alptraum ... 

Olaf Büttner, "Tod im Hafen", Sauerländer Verlag, 2007, Thriller / Ju- 
gendbuch. Eine Serie von Überfällen hält die Stadt am Meer in Atem.  

Angela Kreuz: "Warunee", Spielberg Verlag 2007, Roman. Ein thailän- 
disch-deutsches Mädchen überlebt den Tsunami 

Stefan Fandrey: "Hexengericht", Verlagsgruppe Lübbe 2006, Historischer  
Roman. Verrat und Mord im Zeitalter der Inquisition! 

Petra Schier: "Mord im Dirnenhaus", rororo 2007, historischer Roman.  
Der zweite Roman um die kluge Apothekerin Adelina 

Günter Suda: "Frei werden für Bindung", Lerato-Verlag 2006, Sachbuch.  
Aufstellungen in Einzelsitzungen bei Partnerschaftsproblemen 

Bianca Stücker: "Schaulaufen für Anfänger. Eine prinzipielle Liebesge- 
schichte für uncoole Leser", Fischer Taschenbuch Verlag 2007, Roman.  
Noch mehr Geheimwissen gibt es unter www.bianca-stuecker.de 

Marina Jenkner: "WUPPERlyrik ? Poetische und fotografische Streifzüge  
durch Wuppertal", Heiner-Labonde-Verlag 2006, Lyrik-Foto-Band. ISBN 3- 
937507-10-8 

Wolfgang Trips: "Das Ordinarischiff", Verlag Ulmer Manuskripte 2006,  
Historischer Roman. Über die Ulmer Donauschiffer im 18. Jahrhundert 

Antje Ippensen und Markus Kastenholz: "Tiamat 2", Virpriv-Verlag Edi- 
tion Nocturno, 2006, Endzeitsaga. Widerstand erwacht gegen die Dämo- 
nenherrschaft ... 

Antje Ippensen: "In Memorial Yuka Tan", Bd. 69 der Serie "Gaarson Ga- 
te", Hary Production 2007, Science Fiction. Von Liebhabern und anderen  
Todfeinden im Weltall 

Helmut Hansen: "Die Physik des Mandala", Windpferd Verlag 2007, Sach- 
buch. Parallelen zwischen Buddhismus und Relativitätstheorie 

Alice Gabathuler, "Blackout", Thienemann Verlag 2007, Jugendkrimi.  
Mehr unter: www.alicegabathuler.ch 

Hartmann-Heesch, Heike S.: "Vertrauenssache ? Erzählungen und Reflexi- 
onen", Mohland Verlag 2006. Liebe-Sucht-Tod, Infos/Leseprobe:  
www.papiersinfonie.de 

Viola Moebius: "Die Rache ist mein ? Laura Berling und das Profil des  
Mörders", Neuer Europa Verlag 2006,  Krimi. Thriller mit Gespür für  
die Abgründe der Protagonisten 

Janine Wilk: "Sex und andere Peinlichkeiten", Lerato-Verlag 2006, Sa- 
tire-Roman. Infos zum Buch, Leseproben & Gewinnspiel www.janine- 
wilk.de 

Andrea Tillmanns: "Drachenfeuer", Crago Verlag 2006, Phantastische Er- 
zählungen. ISBN 3-937440-32-1, mehr Infos auf www.andreatillmanns.de 

Monika Gerstendörfer: "Der verlorene Kampf um die Wörter ? Opferfeind- 
liche Sprache bei sexualisierter Gewalt. Ein Plädoyer für eine ange- 
messenere Sprachführung", Junfermann 2007, Sachbuch. Verzerrte Bilder,  
bagatellisierende Sprache und die Realität 

Hilke Rosenboom: "Das Handbuch für Prinzessinnen", Carlsen 2006, Kin- 
derroman. Ein ganz andere Prinzessinnengeschichte. Ab 9 Jahre. 

Hilke Rosenboom: "Das falsche Herz des Meeres", RandomHouse 2006, A- 
benteuerroman. Lieben und Reisen, Rabat und Venedig. 

Ingrid Schmitz, "Sündenfälle", Gmeiner Verlag 2006, Kriminalroman. Mia  
Magaloff ermittelt. www.krimischmitz.de 

Boris Koch: "Der Schattenlehrling ? ein Shadowrun-Roman", Fantasy Pro- 
ductions 2006, Cyberpunk-Fantasy. Über den gebrochenen Traum vom Da- 
sein als "dunkler Held" 

Gudrun-Aimée Spalke: "Wald, Mehr als nur Bäume", Kinderleicht Wissen  
Verlag, 2006, Kinder-Sachbuch. Kompakt, informativ, ab 5 Jahre,  
http://www.bennyblu.de 

Corinna Luedtke: "Die Nächte mit Paul oder der Tag ist anderswo", tra- 
fo verlag 2006, Roman. Geschichte einer Liebe, die zur Gefangenschaft  
wird. 

Stephan Sigg: "Scheibe... dumm gelaufen", Blaukreuz-Verlag 2006, Kurz- 
geschichten. Zum Thema "Jugendliche + Alkohol": www.stephansigg.com 

Stephan Sigg: "Emmas SchokoLADEN", TransFair / MVG-Medien 2006, Kin- 
derbuch. Geschichte zum Thema "Fairer Handel", www.stephansigg.com 
Daniel Morawek: "Caffè della vita", Brendow Verlag 2007, Roman.  Eine  
geheimnisvolle Sizilienreise. http://littlejeremy.de 

A. C. Sansone: "Diese eine Reise", von Loeper Literaturverlag 2006,  
Jugendroman. Zum Thema Flüchtlinge und Asyl  

Rudi W. Berger: "Spitzenrausch", Roman, amicus-Verlag 2006. Spitzenma- 
cher Höhnert lebt dagegen und geht daran zugrunde 

Marina Jenkner: "Nimmersatt und Hungermatt. Essstörungen bewältigen."   
Verlag Frauenoffensive 2007, Kurzgeschichten. ISBN 978-3-88104-377-9,  
Infos: www.marina-jenkner.de 

Angelika Hüting: "Tödliche Heimkehr", Emons Verlag 2007, Krimi. Maria  
hilft, nur einem nicht ... Mord im Wallfahrtsort 

Susann Sitzler: "Vorstadt Avantgarde. Details aus Zürich- 
Schwamendingen", Limmat Verlag 2007, Sachbuch. Essay aus einem übel  
beleumdeten Zürcher Stadtquartier 

Gudrun-Aimée Spalke: "Berufe ? bei der Bahn", Kinderleicht Wissen Ver- 
lag, 2007, Sachbuch. www.bennyblu.de, ab 5 Jahre 

Gerd Scherm: "Der Nomadengott", Heyne Verlag 2006, Roman. Herrlich ko- 
misches Fantasy-Buch http://www.nomadengott.de 


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SCHREIB-KICK: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Unser Schreib-Kick für den Mai, diesmal von Angelika Dettloff: 

Vor Jahren habe ich regelmäßig (Frauen-)Zeitschriften gelesen und mir  
viele, wie ich fand, anregende, besonders lustige, skurrile oder ein- 
fach nur schöne Fotos aus den Beiträgen, Reklamebeilagen und Reporta- 
gen herausgeschnitten, bevor die Zeitschriften in die Papiertonne wan- 
derten. Diese Fotos und Fotoausschnitte habe ich dann in einer "Inspi- 
rationsmappe" gesammelt und nach Themen geordnet (Körperteile, Port- 
raits von jungen Frauen, Portraits von alten und charismatischen Frau- 
en, Kinder, Tiere, Materialien, Portraits von jungen Männern, Port- 
raits von alten und charismatischen Männern, auffällige Frisuren  
etc.).  

Eigentlich dienten mir diese Bilder als Inspiration beim Zeichen und  
Malen. Nun habe ich gemerkt, dass mir die Mappe auch beim Erschaffen  
meiner Figuren viele Anregungen gibt. Suche ich z. B. eine Besonder- 
heit für eine Figur und stolpere dann in meiner Inspirationsmappe über  
Mick Jaggers breiten Mund, eine schrille Taschensammlung oder eine  
hochgetürmte Frisur, muss ich mich nur noch für eines davon entschei- 
den.  

Inzwischen denke ich darüber nach, ob ich mir nicht eine Sammlung al- 
ter Geo-Hefte auf dem Flohmarkt kaufe und mir auch eine solche Inspi- 
rationsmappe für Schauplätze machen sollte. 

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LESE-TIPP: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

http://www.ken-follett.com/: Hier erfährt man Interessantes über das  
Leben und das Werk des  Bestellerautors Ken Follett: Ken Follett - Ein  
Erzähler - angeboren  oder anerzogen?  

http://www.aveleen-avide.blog.de: Hier findet ihr Video-Interviews mit  
Leuten, die selbst schreiben oder auf andere Weise mit Büchern zu tun  
haben. 


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LESERBRIEF: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Ich bin jetzt 19 Jahre alt, Schüler, und seit einiger Zeit  Hobbyau- 
tor. Und da seid vor allem auch ihr schuld. Dafür möchte ich  mich  
herzlichst bedanken. 

Mit jeder neuen Ausgabe des Tempest habt ihr erneut die Flamme in mir  
geweckt, die durch Stress in der Schule, Umzug, Sport und alles andere  
in den Hintergrund gerückt ist. Jeden Monat habt ihr mich aufs Neue  
inspiriert, mich daran erinnert, wie viel Spaß es mir  macht, zu  
schreiben. 

Ich möchte ganz ehrlich sein, ich habe in meinem ganzen Leben erst et- 
wa 10 Romane gelesen, habe damit vor ca. 3 Jahren erst angefangen.  
Computerspiele und Sport haben bis jetzt mein Leben bestimmt. Durch  
eines meiner Lieblingsspiele bin ich auf so genannte Fanfictions  ge- 
kommen, mein erster Kontakt zu kreativem Schreiben, und nach weiterer  
Recherche habe ich zu euch gefunden. 

Wenn ich mir das jetzt anschaue, sehe ich, dass ihr schon seit fast 10  
Jahren regelmäßig diesen Newsletter auf die Beine stellt, und davor  
habe ich wirklich eine Unmenge an Respekt. Viele tolle  Projekte ster- 
ben oft nach spätestens einem Jahr, weil die Gründer keine Zeit oder  
Lust mehr dafür haben. Ihr beweist wirklich, dass ihr das Durchhalte- 
vermögen eines Autors habt! :D 

Ich möchte mich mit diesem Brief einfach nur bei euch allen bedanken,  
ihr macht schon so lange einen großartigen Job, und ich wollte euch  
einfach etwas zurückgeben. 

Viel Glück, was auch immer das Schicksal für euch vor hat. 

Manuel Schweigert 


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AUTORENWISSEN: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


    "Neue Möglichkeiten und Pflichten bei Online-Veröffentlichungen" 
                            von Bjørn Jagnow 

Nachdem inzwischen selbst altehrwürdige Institutionen ihre Aktivitäten  
auf das Internet ausgedehnt haben, können Veröffentlichungen im Netz  
nicht länger als kuriose Sonderfälle gelten. Seit Mitte 2006 erfasst  
und archiviert die Deutsche Nationalbibliothek neben dem gedruckten  
auch das elektronische Kulturleben für die Nachwelt. Und die Verwer- 
tungsgesellschaft Wort wird für 2007 erstmals Gelder für die Nutzung  
urheberrechtlich geschützter Texte im Internet ausschütten. Was bedeu- 
tet das für Autorinnen und Autoren? 


          Die VG Wort und Metis 

Urheberrechtlich geschützte Werke werden nach der Erstveröffentlichung  
vielfach zweitverwertet. Während Taschenbuchausgaben und Auszüge di- 
rekt vom Verlag vergütet werden, würden Autorinnen und Autoren z. B.  
für Vervielfältigungen am Kopierer und die Nutzung in Leihbüchereien  
kein Honorar erhalten, gäbe es nicht die Verwertungsgesellschaft Wort.  
Die VG Wort erhebt im Auftrag von Urhebern und Verwertern Gebühren von  
Kopiergeräteherstellern, Bibliotheken u. a. und schüttet diese Tantie- 
men dann an ihre Auftraggeber aus. Bisher fanden dabei jedoch nur ge- 
druckte Veröffentlichungen Berücksichtigung. Für 2007 will die VG Wort  
erstmals insgesamt 5 Millionen Euro für Online-Publikationen ausschüt- 
ten. Das ist allerdings nur ein Teil der bisher gesammelten 12 Millio- 
nen. Der Rest wird später ausgeschüttet, wenn das System genügend An- 
meldungen gesammelt hat. 

Wie bei gedruckten Veröffentlichungen entscheidet der Umfang der Nut- 
zung auch bei Netzpublikationen über die Ausschüttungen. Da hier aber  
nicht die Anzahl der in Bibliotheken vorrätigen Exemplare oder der in  
einer Stichprobe erfassten Kopien zur Berechnung herangezogen werden  
kann, muss die Nutzung von Netzpublikationen anders ermittelt werden.  
Das System der VG Wort heißt Metis (Meldesystem für Texte auf Inter- 
netseiten) und verlangt eine technische Zählung der Zugriffe, die ent- 
sprechend in die Website integriert werden muss. Für die eigenen In- 
ternetaktivitäten haben Autorinnen und Autoren dies selbst in der  
Hand. Ob Verlage die Zählung der VG Wort annehmen und integrieren,  
bleibt abzuwarten. Bisher ist der Andrang gering ? allerdings haben  
viele Verlage die neue Einnahmequelle noch gar nicht bemerkt. 


          Technische Aspekte der VG-Wort-Zählung 

Die Zählung der VG Wort ist auf zwei Wegen möglich. Bei HTML-basierten  
Internetveröffentlichungen wird ein winziges und unsichtbares "Bild"  
in die Seite integriert, ein so genannter Zählpixel. Bei jedem Aufruf  
der Seite wird dieses Bild vom VG-Wort-Server geladen und damit die  
Nutzung gezählt. Dies funktioniert bei statischen HTML- und bei dyna- 
mischen Seiten, die mit Perl, PHP oder anderen Sprachen erzeugt wer- 
den, aber letztlich eine HTML-Datei produzieren. 

Der Zählpixel kann dagegen nicht von Text-Dateien, Word- oder Power- 
point-Dokumenten geladen werden. Auch PDFs können so nicht gezählt  
werden. Bei allen Dateien, die nicht auf HTML basieren, wird die Zäh- 
lung nicht eingebaut, sondern vorgeschaltet. Statt von der Website di- 
rekt auf ein PDF zu verlinken, wird stattdessen auf die VG Wort ver- 
linkt. Diese zählt dann die Anfrage und reicht sie an das Zieldokument  
weiter. Der Nutzer reist also nicht direkt von A nach B, sondern von A  
nach C nach B. ? Das Ziel ist aber dasselbe. 

Zählen will die VG Wort nur menschliche Nutzer, keine Suchmaschinen.  
Wiederholungsabrufe sollen zudem nicht mehrfach zählen. Dazu wendet  
die VG Wort Techniken an, die auch die Werbeindustrie verwendet, um  
vom Computer auf seinen Nutzer zurückzuschließen. Aber gerade hier  
gilt Nietzsches Ausspruch von der Wahrheit, die "hinreichend genau an- 
gepasster Irrtum" sei. Bei entsprechenden Einstellungen ist ein und  
derselbe Computer für die Technik nicht wiederzuerkennen und zählt da- 
her mehrfach, während eine noch so große Personengruppe, die sich ge- 
meinsam um einen Monitor versammelt, nur als eine Nutzung gezählt  
wird. Bei gedruckten Veröffentlichungen gibt es das gleiche Problem in  
anderer Ausführung: Ein Exemplar eines Buches wird möglicherweise gar  
nicht, von einer Person oder von vielen gelesen. Solange diese Abwei- 
chungen einigermaßen gleichmäßig gestreut sind, sind sie vernachläs- 
sigbar. Sie haben dann rechnerisch keinen Einfluss auf den Vertei- 
lungsschlüssel der Tantiemen. Die teilweise lautstarke Kritik am Me- 
tis-System ist daher nicht wirklich berechtigt. Die Online-Zählung ist  
hinreichend genau. 


          Anmeldung von Netzpublikationen bei der VG Wort 

Da die VG Wort die Nutzung von Veröffentlichungen im Internet nur in  
Kooperation mit dem Website-Betreiber zählen kann, steht vor der Aus- 
schüttung ein gewisser Verwaltungsaufwand. 

Neben dem Wahrnehmungsvertrag ? der für jeden Urheber erforderlich  
ist, der von der VG Wort Tantiemen beziehen will ? ist außerdem eine  
Registrierung für das Online-Meldesystem der VG Wort erforderlich. Wer  
über dieses System bereits gedruckte Werke meldet, kann die Zugangsda- 
ten auch für die Meldungen von Netzpublikationen verwenden. 

Nach diesen einmaligen, auf die Person des Urhebers bezogenen Anmel- 
dungen bei der VG Wort folgen die Anmeldungen für jeden einzelnen  
Text, der im Internet veröffentlicht wurde. Meldefähig sind belletris- 
tische Texte, ebenso wie Wissenschafts-, Fach- und Sachliteratur. Au- 
ßer bei Lyrik müssen sie allerdings eine Mindestlänge von 1.800 Zei- 
chen haben. Ist der Text meldefähig, müssen Autorinnen und Autoren an- 
geben, wo im Internet die Veröffentlichung erfolgt. Das können durch- 
aus mehrere Websites sein, z. B. die eigene und die eines Verlags. 

Zum Schluss erhält man von der VG Wort eine Ordnungsnummer für die  
Netzpublikation, die den wesentlichen Teil des Zählpixels bzw. der  
Zählweiterleitung ausmacht. Sie muss dann entsprechend an allen Stel- 
len im Netz integriert werden, wo der Text veröffentlicht wird.  

Wichtig: Der Text darf sich nach Anmeldung nicht mehr verändern, denn  
dann müsste er als geänderte Ausgabe erneut gemeldet werden! Die VG  
Wort vergleicht dazu mehr oder minder regelmäßig die gemeldete Inter- 
net-Adresse mit der eingereichten Kopie. 


          VG-Wort-Zählung noch problematisch 

Es bleibt abzuwarten, wie die Ausschüttung für Netzpublikationen aus- 
fallen wird. Neben den Problemen bei der Akzeptanz durch AutorInnen  
und Verlage, bei der Anmeldung und bei der Technik (siehe unten) ist  
auch noch offen, ab welchem Zählerstand tatsächlich Tantiemen ausge- 
zahlt werden. Bisher ist eine Messlatte von 3.000 Zugriffen anvisiert,  
die jeder Text erreichen muss. Eventuell wird dieser Wert noch angeho- 
ben oder gesenkt. Ob geänderte Texte für die Ausschüttung mit der Ori- 
ginalfassung zusammengerechnet werden, ist bisher auch noch nicht er- 
sichtlich. An vielen Ecken ist Metis noch im Experimentierstadium ?  
besser als nichts ist es aber allemal. 


          Deutsche Nationalbibliothek im Netz 

Die Deutsche Nationalbibliothek archiviert im Auftrag des Staates die  
Entwicklung des Sprachguts. Im letzten Jahr wurden ihre Aufgaben in  
einer Gesetzesänderung neu festgelegt: Waren es zuvor nur Druckwerke,  
die in die Sammlung aufgenommen wurden, fallen jetzt auch Netzpublika- 
tionen unter die Archivpflicht. Dazu muss der (Selbst-)Verleger für  
jede Veröffentlichung eine Kopie kostenlos der Deutschen Nationalbib- 
liothek zur Verfügung stellen. Wie schon bisher bei gedruckten Veröf- 
fentlichungen kann die Verweigerung zur Abgabe des Pflichtexemplars  
durch ein Ordnungsgeld erzwungen werden. 

Für Versäumnisse bei Netzpublikationen stehen Sanktionen derzeit al- 
lerdings nicht an. Die Nationalbibliothek gibt zu, dass sie zunächst  
einmal die nötigen Ressourcen und Routinen aufbauen muss, um eine flä- 
chendeckende Archivierung der Online-Veröffentlichungen überhaupt  
leisten zu können. Den Anfang sollen alle Publikationen im Internet  
machen, die gedruckt üblicherweise archiviert werden würden, also Bel- 
letristik, Lyrik, Wissenschafts-, Sach- und Fachliteratur. Später sol- 
len dann auch Weblogs, Wikis und andere Formen der Schriftkultur er- 
fasst werden. Ein ehrgeiziges Ziel, das man zu Recht als Sisyphos- 
Aufgabe bezeichnen kann. 


          Abgabe von Pflichtexemplaren 

Die Ablieferungspflicht für Netzpublikationen trifft den Verleger. Au- 
toren, die keine eigene Website betreiben oder dort keine Werke veröf- 
fentlichen, müssen sich um die Deutsche Nationalbibliothek keine Ge- 
danken machen. Alle anderen Autorinnen und Autoren müssen sich zu- 
nächst registrieren und können dann mit den entsprechenden Zugangsda- 
ten Pflichtexemplare anmelden und übermitteln. Dazu wird erst ein Mel- 
debogen mit Angaben zum Werk (Titel, Verfasser, Themengebiet, Dateityp  
...) ausgefüllt. Anschließend erhält man eine Bearbeitungsnummer, un- 
ter der das Pflichtexemplar per FTP übermittelt werden muss. Dann ar- 
chiviert die Deutsche Nationalbibliothek die Netzpublikation auf ihrem  
Server.  

Sollte es vom (Selbst-)Verleger gewünscht sein, dass das Werk kosten- 
frei zugänglich ist, kann es auch online bei der Nationalbibliothek  
abgerufen werden. Bei kostenpflichtigen oder anders zugangsbeschränk- 
ten Veröffentlichungen ist der Zugriff auf den internen Server der  
Deutschen Nationalbibliothek begrenzt. 


          URN: Die Internet-ISBN 

Für Netzpublikationen bietet die Nationalbibliothek eine weitere Funk- 
tion, die zudem direkt dem (Selbst-)Verleger nutzt und erst in zweiter  
Linie der Pflege des Kulturguts. Unter der Bezeichnung URN kann man  
für jede Netzpublikation eine dauerhafte Adresse, eine Art Internet- 
ISBN bekommen. Jede URN (Uniform Ressource Name) ist genau einer Netz- 
publikation zugeordnet und kann auch als Weiterleitung genutzt werden.  
Da die Zieladresse der URN jederzeit vom (Selbst-)Verlag geändert wer- 
den kann, eignet sich die URN als feste Adresse und Zitierquelle.  
Selbst wenn die eigene Website einmal ausfällt, kann die Netzpublika- 
tion noch erreicht werden ? die Nationalbibliothek bietet dann bei  
frei zugänglichen Werken automatisch den Zugriff auf ihr Online-Archiv  
an. Technisch möglich wird dies, weil zuerst die Erreichbarkeit der  
Zieladresse vom URN-System geprüft wird, bevor die Weiterleitung zum  
Original oder zum Archiv aktiviert wird. 


          Möglichkeiten für Autoren 

Die VG Wort bietet mit der Metis-Zählung zusätzliche Einnahmequellen.  
Ob man direkt auf der eigenen Website erstveröffentlicht oder vergrif- 
fene Druckausgaben im Internet zweitverwertet: Schafft man es, genü- 
gend Leser zum Zugriff zu motivieren, erhält man wenigstens kleine Ho- 
norare von der VG Wort. 

Die URN eignet sich als Marketingtool, denn über sie bleibt jedes Werk  
dauerhaft erreichbar. Sollte man einmal die eigene Internetadresse  
wechseln oder auch bloß von statischen auf dynamische Seiten umstei- 
gen, würden sonst alle externen Links ins Leere laufen. Teilt man da- 
gegen in Pressemeldungen und auf der eigenen Website nur die URN mit,  
geht kein Klick mehr ins Leere. 


          Probleme im Zusammenspiel von Metis und URN 

Leider können sich die VG-Wort-Zählung und die URN-Weiterleitung auch  
gegenseitig blockieren. Häufigster Fall wird wohl die Veröffentlichung  
von PDFs sein, bei denen die Zählweiterleitung der VG Wort vorgeschal- 
tet wird. Trägt man diese VG-Wort-Adresse nämlich in der URN- 
Verwaltung ein, geht nichts mehr: Die URN prüft, ob die Adresse er- 
reichbar ist. ? Das Metis-System verweigert den Zugriff, damit der  
Zähler nicht schon bei der Prüfung aktiviert wird. ? Die URN-Auflösung  
läuft ins Leere und liefert kein Ergebnis. 

Seit Jahresanfang ist VG Wort und Deutscher Nationalbibliothek das  
Problem bekannt, doch bisher ist Besserung nicht in Sicht. Möglicher- 
weise würde es genügen, wenn der Zähler bloß bei Zugriffen und nicht  
bei Anfragen hochgesetzt würde. Jedenfalls gibt es von den Technikern  
der VG Wort noch keinen Lösungsvorschlag. Einstweilen muss man die URN  
daher auf eine andere Seite (Frontpage) lenken, auf der dann das PDF  
mit VG-Wort-Zähler verlinkt ist. Sobald die Technik läuft, kann man  
dann umstellen. 

Das ist nicht perfekt, aber ? wie gesagt ? besser als nichts. 


                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann,  
Buchhändler und freier Lektor: http://www.bjoernjagnow.de/. Er berät  
in Urheberrechtsfragen auch für den Vorstand Medien der  Vereinten  
Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Wiesbaden. 


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SCHREIBKURS: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


           "Immer den Überblick über die Figuren behalten ?  
            mit maßgeschneiderten Word- und Excel-Tabellen" 
              von Gerd J. Merz (alias Christopher Stahl) 

Irgendwann verliert man den Überblick über Familienbande, Geburtstage,  
Ereignisdaten, Haarfarbe, Größe und was Plot und Figuren noch so alles  
benötigen, um ohne Bruch glaubwürdig rüberzukommen. 


          Peinliche Fehler 

Zumindest ging es mir bisher so. Es ist schon peinlich genug, wenn ak- 
ribisch lauschende  ZuhörerInnen einen bei der Lesung darauf hinwei- 
sen, dass im Herbst halt keine Feldlerchen mehr in die Lüfte steigen  
(der Hinweis auf die Schlafmützigkeit der von mir beschriebenen Lerche  
verpuffte am Unwillen der ehemaligen Biologielehrerin, meinen Anspruch  
auf schriftstellerische Freiheit zu akzeptieren). Aber noch peinlicher  
wird es, wenn man durch Leserbriefe darauf aufmerksam gemacht wird,  
dass man das deutsche Schul- und Studiensystem auf den Kopf gestellt  
und die PISA-Studie ad absurdum geführt hat, indem man einer 18- 
Jährigen die Bestallung zur Rechtanwältin bescheinigt. 

Da kann eine Story noch so spannend und logisch durchdacht sein, ein  
Cliffhanger den nächsten jagen, die Dialoge noch so flüssig, witzig,  
schlagfertig und geistreich  ablaufen ? geneigte LeserInnen "koffern"  
sich nicht nur am sprachlichen Lapsus oder einer grammatikalischen  
Entgleisung auf, nein, sie scheinen Jahreszahlen systematisch auf  
chronologische Klippen und Familienzugehörigkeiten auf genetische Un- 
zulänglichkeiten abzuklopfen. Und haben sie dann etwas gefunden, ver- 
blasst der Rest des mit Herzblut geschriebenen Romans vor der Dominanz  
(momentaner) Nebensächlichkeiten. 

Nun möchte ich derartige Überprüfungen vor Drucklegung nicht aus- 
schließlich meiner "geliebten" und verehrten Lektorin überlassen. Und  
natürlich nehme ich den Anspruch an Authentizität ernst. Daher habe  
ich mir einige EDV-gestützte Hilfsfunktionen geschaffen. 


          In Word: Infos zu den Figuren 

In einer Word-Tabelle speichere (und pflege) ich wesentliche Informa- 
tionen zu den Figuren. Diese übernehme ich dann auch ins Exposé und ?  
in meinen Büchern ? vor dem ersten Kapitel. Dabei trenne ich nach  
Zentralfigur(en) und Platzhaltern; Nebenfiguren nehme ich in der Regel  
nicht in der Tabelle auf.  

Die Spalten beinhalten:  

A) Name, eventuell Spitzname, Alter zum Zeitpunkt des Geschehens 
Beispiel: Heribert Koman, "Bertl", 51 

B) Identifizierende Details 
Beispiel: Kriminalhauptkommissar bei der Polizeiinspektion Alzey, mit  
ausgeprägter Abneigung gegenüber Paragraphenreiterei und einem Hang zu  
eigenmächtigen Handlungen. Hager, etwa 1,95 Meter groß, schütteres,  
ergrautes Haar. Lebt nach geschiedener Ehe mit seiner Kollegin Dagmar  
Keller zusammen. 


          In Excel: Verbindungen zwischen den Figuren 

In einer Exceltabelle entwerfe (und pflege) ich ein Organigramm, in  
dem die Verbindungen der Zentralfigur(en) und der Platzhalter zu er- 
kennen sind. 

Mittels Zeichensatz (untere Leiste im Excel) zeichne ich ein Rechteck,  
und mit der rechten Maustaste erhalte ich die Möglichkeit, es zu be- 
schriften (Name, Alter). Ebenfalls in der unteren Leiste gibt es "Au- 
toformen". Dort wiederum, wenn man das gesamte Fenster öffnet (Doppel- 
pfeil nach unten anklicken), gibt es die Möglichkeit der "Verbindun- 
gen", mit denen ich die Beziehungen als Linien darstelle. Der Vorteil  
der "Verbindungen" liegt darin, dass man die Rechtecke verschieben  
kann, ohne dass die Verknüpfung "abreißt". 


          In Excel: Lebensdaten 

Und für die Lebensdaten meiner Figuren schließlich nutze ich eine Ex- 
celtabelle mit den Spalten: 

A) "Ereignis"  
Beispiel: Geburtsdatum, Todestag, Hochzeitstag, Schulabschluss, Umzug,  
u. v. a. m.  

B) "Jahr" (Jahr des Geschehens) als Zahl 
Beispiel 2006. ? Mit einer Excelformel wird automatisch berechnet, wie  
alt die Figur in eben diesem (Ereignis-)Jahr (hier: 2006) ist. Jede  
Änderung im Roman, aus welchen Gründen auch immer, wird in dieser Ta- 
belle nachvollzogen, und ich habe immer das richtige Alter.  

Noch ein Tipp dazu: Unter: http://www.schulferien.org/kalender/ findet  
man ein Kalendarium, das bis ins Jahr 1750 zurückgeht. So kann man je- 
den Wochen- und Feiertag authentisch herausfinden. 

C) "im Alter von" 
... gibt das Alter der Figur bei einem weiteren Geschehen ? vor der  
beschriebenen Gegenwart ? an.  

Weitere Spalten sind D) "Name", E) "Geschehen/Bezug" und F) "Hinwei- 
se". 

Die drei beschriebenen Tabellen werden natürlich immer wieder auf ei- 
nen aktuellen Stand gebracht. Sie hängen in Augenhöhe an meinem  
Schreibplatz. 

Wer dazu weitere Fragen hat, kann mir gerne eine Mail schicken: mail- 
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. 

***** 
Achtung: Beispiele für die beiden zuletzt beschriebenen Excel-Tabellen  
gibt es als PDF-Dateien zum Download unter http://www.autorenforum.de! 
***** 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Gerd J. Merz, geb. 1944, wohnt in Rheinhessen, ist Fachbuch- und Kri- 
miautor (Pseudonym Christopher Stahl). Seine Krimis "Mörderische Bi- 
lanz", "Schwarzes Geld für schwarze Schafe" und "Tödliche Veranlagung"  
spielen im Steuerberater-Milieu und in Rheinhessen. Sie sind als Serie  
angelegt; der vierte erscheint im Oktober. Er führt Krimiwanderungen  
durch, für die er speziell einen Kurzkrimi schreibt.  


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BUCHBESPRECHUNG: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


            "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript" 
            besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer 

Wer sein Manuskript professionell veröffentlicht sehen will, für den  
ist Sylvia Englerts Ratgeber eine unverzichtbare Informationsquelle in  
Sachen Buch- und Medienmarkt. Das Standardwerk ist gerade in der 6.,  
aktualisierten und erweiterten Auflage erschienen und um viele wert- 
volle Tipps und wichtige Adressen bereichert worden. 

In Teil 1, "Der Weg zur Veröffentlichung", geht es unter anderem dar- 
um, wie man Fehler bei der Vorarbeit vermeidet, welche Schritte für  
eine Manuskriptunterbringung wichtig sind und was Agenten für Autoren  
tun können. Teil 2 handelt davon, was zu tun ist, wenn ein Zusage da  
ist. Teil 3 zeigt schließlich, wie Autoren und Autorinnen sich selbst  
fördern können, sei es über Literaturzeitschriften, öffentliche Lesun- 
gen, Autorengruppen und Verbände, Workshops, Schreibkurse und Fern- 
schulen, Stipendien oder Wettbewerbe und Literaturpreise. 

Ein weiteres wichtiges Thema des Ratgebers: Literatur online. Was  
bringt das Internet einem Autor? Was bringt es, eigene Texte im Inter- 
net zu veröffentlichen, und welche Texte eignen sich dafür? Auch hier  
findet der Leser nicht nur praxisnahe Informationen, sondern auch in- 
teressante Surftipps für Autoren. 

Kurzum: Als Autorin, Journalistin und Lektorin schöpft Sylvia Englert  
in "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript" aus einem Erfah- 
rungs- und Wissensschatz (ergänzt durch zahlreiche Interviews, z. B.  
mit Autoren, Lektoren, Agenten, Kursleitern und Veranstaltern), auf  
den kaum ein Autor verzichten kann. 


Sylvia Englert: "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript", 6.,  
aktualisierte und erweiterte Auflage 2007, 322 Seiten, 17,90 Euro,  
Campus Verlag 


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VERLAGSPORTRAIT: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


LOhrBär-Verlag 
Dieter Lohr 
Obermünsterstraße 2 
93047 Regensburg 
Telefon: (09 41) 7 08 16 16 
Fax: (07 21) 1 51 28 80 56 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
http://www.lohrbaerverlag.de 


Gegründet wurde der Verlag 2004. In den Jahren 2005 und 2006 erschien  
je ein Hörbuch in der jeweiligen Monats-Bestenliste des Hessischen  
Rundfunks. 

Dieter Lohr hat einen klassischen "Eine-Frau-und-ein-Mann-Verlag" ge- 
gründet. Anlass für die Verlagsgründung war der Umstand, dass es mitt- 
lerweile Hörbuchverlage zwar gibt wie Sand am Meer; Herr Lohr sich al- 
lerdings mit seinem Programm absetzen möchte. 


          Programm und Philosophie 

Das Programm des LOhrBär-Verlags und seine Philosophie gehen Hand in  
Hand. Für Dieter Lohr ist ein Roman ? heruntergelesen von einer Spre- 
cherin oder einem Sprecher, womöglich auf zehn oder mehr CDs, ohne ir- 
gendwelche "Extras" ? kein Hörbuch und weder für die SprecherInnen  
noch für die HörerInnen eine Freude. Derlei habe seine Berechtigung in  
Blindenbibliotheken. Ansonsten trage es zur Analphabetisierung der  
Welt bei und sei in der Regel ? langweilig. Selber lesen findet der  
Verleger da weitaus spannender. Außerdem würden solche Hörbücher dem  
Medium Audio-CD nicht gerecht werden. 



Beim LOhrBär-Verlag werden Texte aufbereitet: entweder hörspielmäßig  
(verschiedene Sprecher, Hintergrundgeräusche etc.) und mit musikali- 
scher Begleitung. Oder: Die Autorin/der Autor liest selbst. 

Daraus folgt, dass die vom Verlag vertonten Werke relativ kurz sind.  
Einen fünfhundertseitigen Roman szenisch aufzubereiten und mit Hinter- 
grundgeräuschen und Musik zu unterlegen wäre ein immenser Aufwand. Au- 
ßerdem wird stundenlanges Zuhören auf die Dauer langweilig, egal wie  
spannend die Produktion ist. In der Regel produziert der LOhrBär- 
Verlag einfache CDs. Doppel-CDs sind bereits die Ausnahme. 

Daraus folgt außerdem eine gewisse Vorliebe für Erzählungen und Kurz- 
geschichten (Romanausschnitte sind nach Ansicht von Dieter Lohr eben- 
falls unbefriedigend). 


          AutorInnen gesucht? 

Der LOhrBär-Verlag sucht immer Autoren. Man sollte sich jedoch klar  
sein, dass es ein kleiner Verlag ist. Das heißt: Bis Dieter Lohr dazu  
kommt, ein Manuskript zu lesen, kann viel Zeit vergehen. 

Abgesehen von der Form: Der Verlag will nichts Pornographisches,  
nichts Rechtslastiges, nichts Triviales. Keine Lyrik, keine Kinderbü- 
cher. 

Der Reihenfolge nach wurden bisher verlegt: Angela Kreuz, Rea Revekka  
Poulharidou, Elfi Hartenstein, Dieter Lohr, Barbara Krohn, Matthias  
Kneip, Eugen Oker, Ludwig Bemelmans, Florian Sendtner, Karin Holz, Ma- 
rita A. Panzer, Joseph Berlinger. 

Der Verlag produziert drei bis fünf Hörbücher pro Jahr. Bis also ein  
angenommenes Manuskript verhörbucht wird, kann noch mehr Zeit verge- 
hen; im Schnitt ist der Verlag immer mindestens auf ein Jahr im Voraus  
"ausgebucht". 

Die Auflagenhöhe hält sich in Grenzen. Bislang ist im Verlag noch nie- 
mand reich geworden ... 


          Konditionen 

Dieter Lohr schließt mit seinen Autoren einen Verlagsvertrag, der vom  
normalen Standard-Vertrag nicht abweicht. Der LOhrbär-Verlag ist kein  
Druckkostenzuschuss-Verlag, egal wie getarnt auch immer. Im Gegenteil:  
Die Konditionen sind, was die prozentuale Beteiligung angeht, sogar  
besser als die manch großer Verlage. Dort gelten nämlich Hörbuchrechte  
als Nebenrechte, wohingegen der LOhrbär-Verlag als reiner Hörbuchver- 
lag Hörbuchrechte natürlich als Hauptrechte versteht und auch vergü- 
tet.  

Praktisch ist in absoluten Zahlen die schönste prozentuale Beteiligung  
nicht viel wert, wenn die Verkaufszahlen nicht stimmen. Wer Literatur  
schreibt, weil er damit Geld verdienen will, der sollte aus zweierlei  
Gründen sofort wieder damit aufhören: Erstens funktioniert es in den  
allerwenigsten Fällen, zweitens liest sich das dergestalt motiviert  
Geschriebene genau so: als wäre es geschrieben worden, um Geld einzu- 
bringen. Und damit ist es für den Verlag in der Regel schon nicht mehr  
interessant. 

Dieter Lohr bittet die Manuskripte nicht länger als zehn Seiten einzu- 
reichen. Das schont Wald und Drucker, meint er. Es reicht bereits aus,  
um sich ein Bild zu machen. Eine Biobibliographie hingegen wäre sehr  
dienlich. 


          Zukunftspläne, Perspektiven 

Das Modewort der Zeit heißt "wachsen". Klar, man wächst mit seinen  
Aufgaben, und die Auflagenzahlen sind immer steigerbar. Darüber hinaus  
aber will der Verlag ein "kleiner" Verlag bleiben. Klein, aber fein in  
dem Sinne, dass Dieter Lohr vom großen Hype unabhängig bleiben will.  
Wer hundert Mitarbeiter und mehr, ein großes Vertriebssystem, Miete  
und Strom für riesige Verlagshäuser bezahlen muss, der MUSS den Best- 
sellern hinterher hecheln, sprich den kleinsten gemeinsamen Nenner al- 
ler Hörer dieser Welt bedienen. Der LOhrBär-Verlag will auch in Zu- 
kunft anspruchsvolle Literatur vertonen, ohne sich an irgendwelche  
Trends verkaufen zu müssen, und das mit aller Zeit und Liebe, die da- 
für nötig sind. 


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VERANSTALTUNGSBERICHT: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                     "Booklover Conference 2007" 
                        von Jennifer Schreiner  

Auch dieses Jahr fand die von Angela Weiß (Verlag Plaisir d´Amour) or- 
ganisierte Booklover Conference in Wiesbaden statt. Die elegante Ku- 
lisse für diese in Europa einzigartige Liebesromanmesse bildete das  
Hotel Oranien, ein 4-Sterne-Traditionshotel im Herzen der Landeshaupt- 
stadt Hessens. Vom 4. bis zum 5. Mai trafen sich dort Leser, Buchinte- 
ressierte, Autoren, solche, die es werden wollen, und andere Künstler. 

Während die Liebesroman-Konferenzen in der USA bekannt, beliebt und  
nicht mehr wegzudenken sind, betritt die Booklover Conference in  
Deutschland immer noch Neuland und ist vielen Autoren unbekannt. Dabei  
versteht sich die BLC als Event, bei dem alle Beteiligten rund um die  
immer beliebter werdenden Liebesromane zusammentreffen können. Natio- 
nale und internationale Autoren, Leser und Verlage können sich zwang- 
los kennen lernen, alte Kontakte können  aufgefrischt und neue ge- 
knüpft werden. Selten haben Leser die Möglichkeit, bekannte Autorinnen  
so ungezwungen kennen zu lernen wie hier, oder Autoren die Chance,  
Verlage und Agenturen so hautnah zu erleben. 


          Das Programm  

In diesem Jahr fand die BLC statt unter dem Motto "Männer in Kilts 

Highlander-/Schottland-Liebesromane: Overkill oder toll?" und "Mangas:  
(Nicht) nur eine Jugend-Popkultur? Der Einfluss von Mangas auf die  
(Liebesroman-)Literatur". Das abwechslungsreiche Programm bot Veran- 
staltungen über historische Recherchen, Selbstvermarktung für Autoren  
und Hörbücher bis hin zu Programmplanung von Verlagen. 

Und obwohl sich alles um Bücher drehte, fehlte es nicht an helfenden  
Seminaren und Tipps, wie man selber einen gelungenen Liebesroman  
schreibt oder ihn an den Mann bzw. die Frau bringt. So berichteten  
beispielsweise Nadja Kossack (Hoffmann & Campe Verlag) und Lars  
Schultze (Media Partner Literaturagentur) über die Zusammenarbeit von  
Literaturagent und Verlag, die Autorin Sandra Schwab über die Selbst- 
vermarktung im Internet für Autoren und die Cora-Redakteurin Bettina  
Steinhage über die Stoffauswahl für die "Historical"- und "Tiffany  
Liebe & Lachen"-Reihen. 

Angeregt plauderten erfahrene Autorinnen wie Jeanine Krock, Eva Indra  
und Astrid Martini gemeinsam mit Verlegerinnen und Agentinnen aus dem  
Nähkästchen, bauten Klischees und Vorurteile ab und ließen sich in dem  
gesellig-lockeren Kreis auf Diskussionen ein. So konnten Wissen erwei- 
tert, Informationen ausgetauscht und neue Trends aufgespürt werden. 

Doch nicht nur die Workshops, Verlosungen und Empfänge rundeten das  
Bild ab, auch die englischsprachige Lesung mit Kathleen Givens, Juli- 
anne Lee, Sandra Schwab, Trisha Fitzgerald-Petri, Marie Treanor und  
Kyla Logan sorgten zusammen mit den deutschsprachigen Lesungen von  
Jeanine Krock ("Der Venuspakt"), Sandra Henke ("Begierde des Blutes"),  
Emilia Jones ("Club Noir"), Rebecca Michele ("Die Treue des Highlan- 
ders"), Elke Meyer ("Kassandras Träume") und Kira Hawke ("Das Lied des  
Shahdaan") für regen Zuspruch, der nur noch von der Erotiklesung ge- 
toppt wurde. 

Irina von Bentheim, Schauspielerin und Synchronstimme von Sarah Jessi- 
ca Parker, las aus den Romanen "Tokyo Sins" (Sarah Schwartz), "Mond- 
kuss" (Astrid Martini), "Küss mich, Lügner" (Ednor Mier), "Waffen der  
Leidenschaft" (Patricia Amber), "Gefangene des Piraten" (Samara Fra- 
ser) und "Zwillingsblut" (Jennifer Schreiner) 


          Internationales Flair 

Da viele Autoren und Interessierte nicht nur aus ganz Deutschland an- 
gereist waren, sondern auch aus Amerika und Großbritannien kamen,  
wechselten sich die Workshops und Lesungen in Englisch und Deutsch ab. 

Unbestrittene Stars der BLC waren jedoch die Bestsellerautorinnen  
Kathleen Givens und Julianne Lee aka Julianne Bedford. Die beiden tum- 
melten sich während der gesamten Veranstaltung auf Seminaren und im  
großen Ausstellungsraum und waren ebenso hautnah zu erleben wie die  
deutsche Bestsellerautorin Nele Böhm. 

Nach einem abschließenden Sektempfang folgte eine Signierstunde mit  
Gratis-Büchern, die sich großer Beliebtheit erfreute. Viele Fans nutz- 
ten die Gelegenheit, sich eine persönliche Widmung geben zu lassen. 

Aber auch die Freunde von "ungewöhnlicheren" Künsten kamen in einem  
Seminar auf ihre Kosten. Juliane Seidel (Zeichnerin und Leiterin des  
Projekt "Ars", http:www.ars.de.ms) stellte Techniken des Manga- 
Zeichnens vor und vertiefte so das Seminar zu Shonen-ai und Yaoi- 
Literatur von Tanja Meurer und Kira Hawke. 


          Mehr Infos 

Allen, die sich mehr Informationen über die BLC, ihre Autorinnen, die  
Veranstalterin und das Programm wünschen, sei die Homepage  
http://www.booklover empfohlen. 

Das Sonderheft zur Booklover 2006 ist auf der Homepage der Herausgebe- 
rin Ulrike Stegemann zu bestellen: http://www.elfenschrift.de. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**   

Jennifer Schreiner wurde 1976 in Gelsenkirchen geboren, ist Magister  
der Philologie, Autorin und Herausgeberin. Ihre Geschichten erschienen  
in zahlreichen Anthologien (u. a. Ubooks "Honey", Boccaccio "Wild nach  
dem Erdbeermund") und Zeitschriften (u. a. Feigenblatt-Magazin, Elfen- 
schrift). Mehr zu ihr und ihrem bissig-erotischen Vampirroman "Zwil- 
lingsblut" unter http://www.JenniferSchreiner.com. 



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GLOSSE: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                    "Das Coming-out eines Literaten" 
                            von Janine Wilk 

Bisher habe ich mein literarisches Schaffen nicht unbedingt an die  
große Glocke gehängt. Besonders seit ich festgestellt habe, dass die  
Menschen das Talent eines Schriftstellers umso höher bewerten, je wei- 
ter er von ihnen weg wohnt. Vermeiden Sie es also bitte, sich in Ihrer  
direkten Nachbarschaft als Schriftsteller zu outen, denn es gilt für  
Ihre Mitmenschen als schlichtweg undenkbar, dass ausgerechnet Sie (!)  
literarisches Talent besitzen sollten. Schließlich sieht man Sie jeden  
Morgen in einem Ihrer karierten Frotteepyjamas am Schlafzimmerfenster  
stehen, und jeder hat noch in Erinnerung, wie Sie letztens auf der  
Straße beim Verabschieden Ihrer Geburtstagsgäste schwankend versucht  
haben, sich an einem Wedel Ihrer Thujahecke festzuhalten. Dabei weiß  
doch jeder, dass ein wahrer Schriftsteller, Deutschlands nächster Goe- 
the oder Schiller, nie solch menschliche Seiten an den Tag legen wür- 
de! 

So kam es in der Vergangenheit auch recht selten vor, dass ich mich  
als Schriftstellerin zu erkennen gab. Vor kurzem jedoch schaute eine  
gestresste Sachbearbeiterin irritiert von meinem frisch ausgefüllten  
Formular auf.  
"Lassen Sie doch die dummen Witze!", wurde ich von ihr gerügt. 
"Das ist mein voller Ernst." 
"Mittellose Schriftstellerin? Das ist doch kein Beruf!" 
So einfach gebe ich mich nicht geschlagen. "Aber Hausfrau, wie?" 
"Natürlich!" 
"Ich bin als Hausfrau genauso wenig rentenversichert wie als mittello- 
se Schriftstellerin.  
Wenn mir der Staat schon die Verliererkarte gibt, dann will ich we- 
nigstens selbst bestimmen, wie ich sie nenne! Und meine Verliererkarte  
heißt Schriftstellerin!" 

Neben totalem Unverständnis kann man auch wahre Begeisterungsstürme  
für sein literarisches Schaffen ernten, was aber fast noch schlimmer  
ist. So wie vor einiger Zeit, als ich in einer Physio-Praxis zur Mas- 
sage weilte: 

"Frau Wilk, haben Sie eine Idee, warum Sie im Schulter- und Nackenbe- 
reich so verspannt sind?" 
"Nun, ich sitze sehr viel am Computer." 
"Darf ich fragen, warum?" 
Ach was soll´s, dann sag ich es eben. "Ich bin Schriftstellerin." 
"Wie wundervoll!" Dann kam der Satz, der mir mittlerweile den Angst- 
schweiß auf die Stirn treibt: "Ich schreibe auch, wissen Sie!" 
O nein, bitte nicht!! 
"Natürlich nicht so wie Sie. Nur so für mich selbst. Nichts Großarti- 
ges. Aber rein zufällig habe ich meine Arbeiten hier unter der Massa- 
geliege deponiert. Werfen Sie doch bitte einen Blick darauf." 
"Wie? Jetzt?" 
"Natürlich. Sie haben doch Zeit. Ich massiere Sie, und Sie lesen sich  
mein Manuskript durch." 

Nun fragen Sie sich vielleicht, wie meiner Meinung nach die richtige  
Reaktion auf ein Schriftsteller-Outing aussehen sollte. Die Antwort  
ist einfach: Es wäre von meinem Gegenüber sicherlich nicht zu viel  
verlangt, ob meines offenkundigen Genies vor Ehrfurcht zu erstarren  
und als Zeichen des Respekts leicht an Gesichtsfarbe zu verlieren.  
Nach einigen Schrecksekunden (Minimum drei) sollte ein derart aufge- 
regtes Gestammel einsetzen, dass man nur noch schwer die Muttersprache  
des Betreffenden heraushören kann. Er möchte mir damit sagen, dass er  
sich überglücklich schätze, mich endlich persönlich kennen zu lernen,  
denn er sei ein großer Verehrer der Autorin Janine Wilk. Als Reaktion  
darauf nicke ich äußerst verständnisvoll, wie es nun mal meine Art  
ist, und schreibe dem Sterblichen (als Autorin bin ich selbstverständ- 
lich unsterblich, denn meine Werke überdauern mich) eine Widmung in  
eines meiner Bücher, die er natürlich permanent bei sich trägt. Ja, so  
simpel wäre das im Grunde. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Janine Wilk ist Autorin von Satire, Lyrik, Kinder- und Jugendliteratur  
und Kurzprosa. Auf ihrer Homepage http://www.janine-wilk.de gibt es  
unter anderem Infos zu ihrer neuesten Veröffentlichung "Sex und andere  
Peinlichkeiten", amüsante Leseproben, ein Gewinnspiel und vieles mehr.  
"Sex und andere Peinlichkeiten", 200 Seiten, Paperback ISBN 3-938882- 
10-7, 9,95 Euro. 


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
--------------------------------------------------------------------- 
Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -  
keine Manuskripte zur Beurteilung. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


  Drehbuch: Oliver Pautsch 
                              drehbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Fandom: Thomas Kohlschmidt 
                                fandom at experte pt autorenforum pt de 
  Fantasy: Stefanie Bense 
                               fantasy at experte pt autorenforum pt de 
  Heftroman: Arndt Ellmer 
                             heftroman at experte pt autorenforum pt de 
  Historischer Roman: Titus Müller 
                    historischer.roman at experte pt autorenforum pt de 
  Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik 
                            kinderbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Lesungen: Rüdiger Heins 
                              lesungen at experte pt autorenforum pt de 
  Lyrik: Martina Weber 
                                 lyrik at experte pt autorenforum pt de 
  Sachbuch: Gabi Neumayer 
                              sachbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss 
                           fortbildung at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibgruppen: Ute Hacker 
                        schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibhandwerk: Ute Hacker 
                       schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de 
  Sciencefiction: Andreas Eschbach 
                              sf-autor at experte pt autorenforum pt de 
  Übersetzung: Barbara Slawig  
                         uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de 
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
                          verlagswesen at experte pt autorenforum pt de 

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Experten-Special: 
................. 

Björn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen Ur- 
heberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten sieben Jahre ge- 
sammelt und stellt sie euch jetzt als kostenloses PDF zur Verfügung.  
Das Tolle daran: Die Fragen sind nun thematisch geordnet, das elektro- 
nische Format erlaubt eine schnelle Volltextsuche ? und Björn hat au- 
ßerdem alle Antworten überarbeitet und aktualisiert. Ob ihr Infos  
sucht zu Ausfallhonorar, Book on demand, Buchpreisbindung, Druckkos- 
tenzuschussverlag, Exposé,  Honorar, ISBN, Leseprobe, Nebenrechte,  
Plagiat, Titelschutz, Verlagsgründung, Zitat oder ... Hier werdet ihr  
fündig: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-tempest1-9. 

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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN: 
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           Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Zurzeit schreibe ich einen autobiographischen Roman, in dem mein Weg  
aus einer Kindheit voller Misshandlung und Missbrauch in die Freiheit  
beschrieben wird. Immer wieder habe ich von den Persönlichkeitsrechten  
der Menschen gelesen, die in Romanen zu erkennen sein könnten. Selbst  
wenn ich die Namen noch so sehr verfremde, würden sich Menschen, die  
mich [...] missbraucht haben, sofort wiedererkennen, denn es steht  
mein Name auf dem Buchcover. Wie lange haben denn nur die Täter Rech- 
te? Zudem laufe ich Gefahr, dass ich wegen Verbreitung jugendgefähr- 
dender pornographischer Schriften im Gefängnis lande, wenn ich auch  
nur leise Details der Untaten [...] beim Namen nennen würde. Unter  
welchen Bedingungen kann ich denn wenigstens irgendeinen Vorteil aus  
meiner Geschichte ziehen, die mich beinahe mein Leben gekostet hätte?  
Ich bin ratlos und offenbar so rechtlos wie damals ... 


Antwort: 
So sehr ich Ihr Bedürfnis, Ihre Erlebnisse aufzuschreiben und zu ver- 
öffentlichen, verstehen kann, es ist rechtlich heikel. 

Generell gibt unser Rechtssystem Opfern nicht die Möglichkeit, Rache  
zu üben. Täter zu richten, ist Aufgabe der Gerichte ? sie zu strafen,  
Aufgabe des Justizvollzugs. Öffentliche Abrechnungen in Biographien  
sind weder mit noch ohne Urteil zugelassen. Das mag gefallen oder  
nicht, aber wer dagegen verstößt, macht sich selbst haftbar, manchmal  
sogar strafbar. 

Sie können dagegen Ihre Biographie möglichst stark abwandeln, z. B.  
Namen komplett neu erfinden, Ereignisse verändern, Beschreibungen von  
Personen nicht an realen Menschen orientieren ? und dann unter Pseudo- 
nym veröffentlichen. Vermutlich wird dann keiner der Täter riskieren,  
sich selbst zu diffamieren, indem er behauptet, sich wiederzuerkennen.  
"Genugtuung" bietet diese Variante vielleicht weniger, dafür kann sie  
trotzdem befreiend sein, weil Sie sich das Thema von der Seele schrei- 
ben. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann,  
Buchhändler und freier Lektor. Sein Fantasy-Thriller "Wilde Jagd" ist  
jetzt gedruckt (http://www.bjoernjagnow.de/) und als kostenloses PDF  
lieferbar (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-wildejagd1-8). 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK: 
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         Nikola Hahn (kriminalistik at experte pt autorenforum pt de) 

Frage: 
Ich befasse mich mit dem Schreiben von Drehbüchern und würde gerne  
wissen, wie lange Schmauchspuren nachzuweisen sind. 


Antwort: 
Es gilt der in der Kriminalistik fast überall gültige Satz: Es kommt  
drauf an. Will heißen: Der Zustand und die "Haltbarkeit" von Spuren  
hängen in jedem Fall von den Umständen des konkreten Einzelfalles ab.  
Wenn sich der Täter seine Hände gründlich reinigt, kann er die  
Schmauchspuren vernichten. Tut er das nicht oder nicht richtig, sind  
Partikel auch "über längere Zeit" nachweisbar. Wie lange konkret,  
hängt wirklich von den Umständen ab. Deshalb kann ich Ihnen keine kon- 
krete Zeitangabe geben.  

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes- 
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als  
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen  
im Internet: http://www.nikola-hahn.com. [Aber bitte keine Fragen mehr  
senden!] 



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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HISTORISCHE ROMANE: 
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     Titus Müller (historischer.roman at experte pt autorenforum pt de) 

Frage: 
Mein Vater ist in dem Lexikon eines berühmten Museums auf die Eintra- 
gung über einen Menschen gestoßen, die an sich schon ein Exposé ist  
und so interessant und spannend, das er mich fragte, ob ich darüber  
nicht einen historischen Roman schreiben wolle. [...] Da die Story  
wirklich spannend ist und ich nach einigem Nachdenken schon mehr als  
das Gerüst zu einem Roman im Kopf hatte, fing ich an, ernsthaft zu re- 
cherchieren. Aber dann hat sich ziemlich schnell rausgestellt, dass es  
diese Figur nie gegeben hat. [...] Was also soll ich tun? Aufgrund des  
Lexikon-Eintrags den Roman schreiben? Oder besser nicht? Wenn die Fi- 
gur wirklich gelebt hätte, wäre es keine Frage. Aber so? Dann wäre es  
nur ein Roman, der in historischer Zeit spielt. [...]Vielleicht ist es  
ja normal, das in Bibliotheksverzeichnissen gelogen wird. Vielleicht  
ist genau diese Lüge ja aber auch etwas, was solch einen Roman inte- 
ressant macht.  
Ich weiß es nicht. 


Antwort: 
Hier würde ich zwei Dinge unterscheiden: den Entstehungsmythos und den  
eigentlichen Roman. In der Werbung wird gern ein Entstehungsmythos  
verbreitet, um ein Produkt interessant zu machen. Mein eigener Verlag  
hat das gerade mit dem Roman "Das Sakrament" getan: Man streute die  
Nachricht, dass der Agent von Ken Follett vom jungen Autor dieses Ro- 
mans derart überzeugt war, dass er ihm auf unbegrenzte Zeit seine Vil- 
la zur Verfügung stellte, damit er einen Roman schrieb, der "Die Säu- 
len der Erde" in den Schatten stellt. (Mythos bedeutet nicht, dass  
nicht etwas Wahres daran ist.) 
Ob du für deine Geschichte publik machen willst, dass sie auf einem  
gefälschten Lexikonartikel beruht, musst du selbst entscheiden. Es  
könnte kontraproduktiv sein, weil du damit den Leser gleich zu Beginn  
hinter die Kulissen führst, und er will sie doch so gern für echt hal- 
ten. Andererseits könnte es helfen, Journalisten für den Roman zu in- 
teressieren, weil es eine spannende Geschichte dazu zu erzählen gibt. 

Was den Roman selbst betrifft: Es gibt keine Regel, dass Historische  
Romane nur von Personen handeln dürfen, die es wirklich gab. Deine Le- 
ser erwarten, dass die Zeit korrekt geschildert wird und die eine oder  
andere authentische Figur auftritt ? dein Protagonist kann aber ohne  
Probleme fiktiv sein. Die Mehrheit der Historischen Romane hat fiktive  
Protagonisten. Oft fühlen wir uns als Autoren einfach nicht frei, ei- 
nem bekannten Monarchen oder Gelehrten eine Geliebte anzudichten, die  
er nie hatte. Fiktive Protagonisten geben mehr Freiraum. Und sie kön- 
nen ja in der Umgebung einer historisch verbürgten Person leben, so  
dass trotzdem ein Einblick in deren Leben gegeben wird. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

"Spannender als jeder Katastrophenfilm." (Deutschlandradio Kultur) 
"Voller Details, Bilder, Düfte." (Bild am Sonntag) 
Titus Müller: Die Brillenmacherin, 440 Seiten, 9,95 Euro 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR KINDERBUCH: 
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           Michael Borlik(kinderbuch at experte pt autorenforum pt de) 

Frage: 
Ich arbeite zurzeit an einem Jugendbuch, bei der der zwölfjährige Pro- 
tagonist im Lauf der Geschichte mehrere verbrecherische Handlungen  
(inkl. Körperverletzung) begeht. Meine Frage: Ist ein solcher Stoff  
für Jugendbücher geeignet? Mir fallen zwar einige ein, die Gewalt  
beinhalten, aber keins, bei dem die Helden die Gewalttäter sind.  

Und: Für welche (Alters-)Zielgruppe sollte ich diesen Stoff anbieten?  
Und sollte das Alter der Zielgruppe mit dem Alter  des Helden überein- 
stimmen? D. h., falls das Buch ab 13 wäre,  sollte dann auch der Junge  
13 Jahre alt sein? 


Antwort: 
Zu Ihrer ersten Frage: Es kommt immer darauf an, wie Sie mit dem Thema  
umgehen. Gewalt kommt in Jugendbüchern vor, sollte jedoch nicht ver- 
herrlicht werden. Aber ich denke, das versteht sich von selbst. Ihr  
Buch muss also in dieser Hinsicht eine klare Aussage treffen. Falls es  
sich bei Ihrer Geschichte um einen Jugendkrimi handelt, sollte der  
Straftäter am Ende von der Polizei geschnappt werden. Oder der Straf- 
täter könnte im Laufe der Geschichte erkennen, wie falsch sein Handeln  
ist. Er leistet Wiedergutmachung oder stellt sich gar selbst der Poli- 
zei.  

Zu Ihrer zweiten Frage: Da ich den Inhalt Ihrer Geschichte nicht ken- 
ne, kann ich mich nur schwer dazu äußern. Jugendkrimis sind in der Re- 
gel ab 12 bzw.  13 Jahren. Ihr Protagonist sollte immer ein paar Jahre  
älter sein, also 14 bis 17 Jahre.    

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Michael Borlik, 1975 geboren, machte 1995 sein Abitur und ging an- 
schließend in eine kaufmännische Ausbildung, die er 1998 erfolgreich  
abschloss. Seit 2001 erfolgte eine Reihe von Veröffentlichungen. Über- 
wiegend schreibt er Kinder- und Jugendbücher, die u. a. bei Ueberreu- 
ter, Thienemann und Arena erscheinen. Seit Sommer 2005 ist er freier  
Schriftsteller. Mehr Infos unter http://www.borlik.de. 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SACHBUCH: 
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            Gabi Neumayer (sachbuch at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Ich bin dabei, ein Buch über [...] zu schreiben. [...] Das Ganze möch- 
te ich mit schönen, guten, hochwertigen Bildern illustrieren und dafür  
bekannte und weniger bekannte Künstler ansprechen. Soll / Muss ich das  
als Autorin machen, oder ist das prinzipiell Aufgabe des Verlages?  
Wenn ich's mache und Maler finde, denke ich, finde ich einen Verlag,  
wenn ich einen Verlag habe, denke ich, findet man auch Maler ? ein  
Zirkelschluss.  


Antwort: 
Grundsätzlich sind die Illustrationen meist Sache des Verlags, denn er  
muss sich ja auch um die Rechte kümmern und darum, was sie kosten. Es  
spricht allerdings nichts dagegen, dass Sie vorab schon einmal Künst- 
ler ansprechen ? nur feste Absprachen sollten Sie mit ihnen noch nicht  
treffen und auch nicht schon Bilder "in Auftrag" geben, weil im Endef- 
fekt das alles mit dem Verlag geklärt werden muss. 

Aber das ist kein Problem, denn Ihr Buch verkaufen Sie garantiert  
nicht über die Bilder, sondern über ein überzeugendes Konzept / Exposé  
(Thema, Gliederung, Zielgruppe etc.)  und einen entsprechenden Probe- 
text! ? Wenn Sie zusätzlich sagen können, dass Sie einen bekannten  
Künstler "in der Hinterhand" haben, der dafür auch etwas zeichnen wür- 
de, ist das gut, aber absolut nicht notwendig. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Gabi Neumayers letzte Sachbuch-Veröffentlichung ist der Ratgeber  
"Praxismappe für überzeugende Geschäftsbriefe", erschienen 2006 bei  
Eichborn. Weitere Infos: http://www.gabineumayer.de.  


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen  
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn- 
ter Mail kommt! 
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Einsendeformalien: 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de ? nach Rück- 
sprache ? erwünscht. Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt  
werden. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.  

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: mail- 
to:beitrag at team pt autorenforum pt de. 

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet  
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse  
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html. 

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                        I M P R E S S U M 
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Herausgeber:  
   Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de  
   Gabi Neumayer                redaktion at team pt autorenforum pt de 
   Stefan Schulz                     webmaster at autorenforum pt de 
   Thomas Roth-Berghofer  
                    Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de 
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