Ausgabe 11-08 (20. August 2009)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipp
Autorenwissen
   "Schreibberatung sorgt für kreative Impulse"
   von Andrea Behnke
   "Betrug oder genialer Bluff?"
   von Jennifer Schreiner
Interview mit Georg Klein
Erfahrungsbericht
   "Die erste selbst organisierte Lesung"
   von Elke Schleich
Küss mich, ich bin ein Autor!
EDITORIAL:   
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

fingierte Rezensionen - wie geht's, und bringen sie was? Das unter- 
sucht Jennifer Schreiner in ihrem Beitrag in der Rubrik "Autorenwis- 
sen". Andrea Behnke erklärt, was eine Schreibberatung ist und für wen  
sie sinnvoll sein kann. Und Elke Schleich erzählt in unserer Rubrik  
"Erfahrungsbericht" von ihrer ersten, selbstorganisierten Lesung. 

Außerdem in diesem Tempest: ein Interview mit Georg Klein, geführt von  
Ursula Schmid-Spreer, viele neue Ausschreibungen, Schreibanregungen  
und zum allerersten Mal - keine Expertenantworten! Tja, das Sommerloch  
geht auch an uns nicht spurlos vorüber ... Trotzdem gibt's immer noch  
genug Spannendes in dieser Ausgabe zu entdecken, und bei all den neuen  
Ausschreibungen werden fleißige AutorInnen auch bei 30 Grad im Schat- 
ten kaum zur Ruhe kommen. 

Der Tipp des Monats August, diesmal von mir (schickt Tipps!: 

    Wer viel im Netz unterwegs ist, eifrig bloggt und twittert,  
    für den oder die kann eine Gast-Blog-Tour eine  
    interessante Marketingmaßnahme bei Erscheinen  
    eines neuen Buches sein. Das gilt vor allem für  
    SachbuchautorInnen: themenverwandte Seiten und Blogs suchen, 
    Kontakte knüpfen - und die Tour natürlich vorab publik machen. 

Tipps fürs Editorial, Lesetipps (empfehlenswerte Webseiten) und eure  
Artikelvorschläge erwarten wir wie immer freudig und gespannt - egal  
wie heiß es ist! 

 Gabi Neumayer 
 Chefredakteurin 

~~~~~~~~~~~ 
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto  
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BLZ 550 905 00 
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Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei- 
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch  
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest). 

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
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ISSN 1439-4669   Copyright 2009 autorenforum.de. Copyright- und 
                Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
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  INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

     Editorial 
     Hall of Fame 
     Schreib-Kick 
     Lesetipp 
     Autorenwissen 
        "Schreibberatung sorgt für kreative Impulse" 
        von Andrea Behnke 
        "Betrug oder genialer Bluff?" 
        von Jennifer Schreiner 
     Interview mit Georg Klein 
     Erfahrungsbericht 
        "Die erste selbst organisierte Lesung" 
        von Elke Schleich 
     Küss mich, ich bin ein Autor! 
     Impressum 


TEIL 2: 

     Veranstaltungen 
     Ausschreibungen 
     Publikationsmöglichkeiten 
          mit Honorar 
          ohne Honorar 
     Seminare 
     Messekalender 
     Impressum 


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HALL OF FAME: 
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                     (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -  
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen  
können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)  
nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich  
könnt ihr in maximal 60 Zeichen inklusive Leerzeichen (nicht Wörtern!)  
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen. 
....... 
Ein Beispiel (!): 
....... 
Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,  
Mystery-Thriller. 60 Zeichen - und kein einziges mehr!  
http://www.ernstfa.de 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei- 
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.  

ACHTUNG, NEU! 
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr bes- 
tätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in einem  
Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt hat! 

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an  
mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de.  

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen  
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten. Ände- 
rungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall ist,  
werden ab sofort nicht mehr verschickt! 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 

M. Gregory Paerm: "Der Fluch von Darkmoon Castle", Personal Novel Ver- 
lag 2009, Mystery-Thriller. http://www.paerm.at, http://www.darkmoon- 
castle.tk  

Ilsemarie Straub-Klein: "Mütter sind wie Felsen in der Brandung", Sha- 
ker-Media-Verlag 2009, Erzählungen.  ISBN 978-3-86858-183-6 

Jeanine Krock: "Der Blutkristall", UBooks Verlag 2009, Fantasy Roman- 
ce. Teil III der Licht&Schatten-Serie. www.jeaninekrock.de 

Helmut Stauder: "Tangoträume", Sonderpunkt Verlag 2009, Roman. Magie,  
Melancholie und Erotik in Argentinien 

Guido Rohm: "Keine Spuren", Jens Seeling Verlag 2009, Kurzgeschichten.  
Mehr Infos bei http://www.verlag-seeling.de/index.html 

Heike Suzanne Hartmann-Heesch: "Zwischen den Schatten", Mohland Verlag  
2009, Erzählungen. Mehr Infos, Lese- und Hörproben unter  
www.papiersinfonie.de 

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SCHREIB-KICK: 
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                     (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Unser Schreib-Kick für den August, diesmal von Friedhelm Rudolph: 


Wie man aus dem Nichts eine Geschichte entwickelt 

Stellen Sie sich vor, Sie lesen von einem Schreibwettbewerb, bei dem  
Sie gerne mitmachen würden, zu dessen Thema Ihnen aber ums Verrecken  
nichts einfallen will. Hier kann man einen Trick anwenden, den ich  
gern benutze, um meine Phantasie auf Spur zu bringen. 

Nehmen wir an, das Thema des Wettbewerbs heißt "Nebelschwaden". Man  
schreibe die Buchstaben dieses Wortes untereinander, finde zu jedem  
Einzelnen spontan ein Wort und schreibe es nieder. 

Zu "Nebelschwaden" fällt mir ein: 
N - Nacht 
E - einsam 
B - barfuß 
E - England 
L - Lolli 
usw. 

Zugegeben, nicht gerade der Brüller, aber ein Anfang ist gemacht. Hier  
geht es noch nicht darum, auf Anhieb DIE Story zu finden, sondern erst  
einmal darum, den Denkprozess in Gang zu bringen. 

Welche Wörter zieht "Nebelschwaden" nach sich (Reime, Synonyme, Asso- 
ziationen)? Welche Bilder? Welche Geschichten? 

Sollte Ihre Phantasie immer noch nicht anspringen, immer noch keine  
Idee in Ihnen keimen, können Sie mittels der einzelnen Buchstaben Sät- 
ze bilden (Nur ein Bär erbt Lollis samt ...), oder Sie können die ge- 
fundenen Wörter genauso behandeln wie das Ausgangswort "Nebelschwa- 
den". 

Macht es endlich klick, gilt es, die Idee für die Story festzuhalten,  
zu kultivieren und in eine Form zu gießen, damit die Saat aufgeht und  
zu einer ansehnlichen Pflanze gedeiht. Ich überlege mir dann immer,  
welcher Aufbau zu der Idee passen könnte, wähle aus den verschiedenen  
Möglichkeiten und baue die Idee weiter aus: Heldenreise à la Holly- 
wood, die klassische Freytags-Pyramide, die bescheidenere Schneeflo- 
ckenmethode nach Randy Ingermanson etc. pp. - und natürlich, was es am  
Ende werden könnte oder soll: klassische Short Story nach amerikani- 
schem Vorbild, Slice Of Life (man denke an Borcherts "Das Brot"),  
Short Novel (die Aspekte aus Kurzgeschichte und Roman vereint) ...  
Oder soll es am Ende gar der ganz große 400-Seiten-Wurf werden? 

Bei mir ist mit dieser Methode bislang immer eine Geschichte herausge- 
kommen, meist phantastisch-surrealistischer Natur (das liegt aber mehr  
an mir als an der Methode). Viel Spaß beim Ausprobieren. - Sie funkti- 
oniert übrigens auch bei Gedichten. 


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LESETIPP: 
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                    (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 


http://cronenburg.blogspot.com: "Feuilles et ton - lose Blätter und  
Sprache - Kritiken, Kritisches und Kultur" von Petra van Cronenburg.  
Darin auch für alle, die einmal kräftig ablachen wollen: Carta, der  
Grimme-Preis und die Bücher:  
http://cronenburg.blogspot.com/2009/06/carta-der-grimme-preis-und-die- 
bucher.html. 


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AUTORENWISSEN: 
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                     (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 


             "Schreibberatung sorgt für kreative Impulse" 
                          von Andrea Behnke 

Schreiberinnen und Schreiber sitzen oft alleine vor ihrem Bildschirm.  
Doch gerade, wenn die Finger auf der Tastatur zu kleben scheinen, kann  
es ganz schön schwer sein, sich zu motivieren. Da kann Schreibberatung  
helfen: als Begleitung des Schreibprozesses. Egal, an welchem Punkt  
der Textarbeit man gerade steht.   

Da Schreibberatung hierzulande noch nicht so bekannt ist wie zum Bei- 
spiel in angloamerikanischen Ländern, kommen immer wieder Ratsuchende  
zu mir mit dem Anliegen, dass ich ihr Schreibproblem löse, indem ich  
den Text bearbeite. "Wie würden Sie das schreiben?" oder "Was soll ich  
ändern?" sind häufige Einstiegsfragen.  


         Hilfe zur Selbsthilfe 

Doch das zentrale Prinzip der Schreibberatung ist "Hilfe zur Selbst- 
hilfe". Nach meinem Beratungsverständnis lektoriere oder redigiere ich  
nicht - ich schlüpfe in die Rolle der interessierten, unvoreingenomme- 
nen Leserin und öffne die Augen durch Fragen und Feedback. Und ich  
gebe Anstöße zum Weiterarbeiten durch kreative Übungen. Die Verantwor- 
tung für den Text bleibt also ganz klar bei der Autorin bzw. dem Au- 
tor. Kurzum: Schreibberatung hilft, das "Abenteuer Text" selbst zu  
meistern. 

Daher ist die Beratung in weiten Teilen nicht direktiv, das heißt: Ich  
dränge den Ratsuchenden nicht in eine Richtung, sondern arbeite daran,  
dass er seinen individuellen Weg findet. So frage ich auch mehr, als  
dass ich feststelle. Ich nehme wahr und interpretiere weniger. Es geht  
also auf keinen Fall um Patentrezepte; vielmehr werden gemeinsam Hand- 
lungskonzepte erarbeitet. 

         Ein Beispiel 

Ein typisches Beispiel: Eine Theaterpädagogin will eine Stückvorlage  
für ein Ferienprojekt mit Grundschulkindern entwickeln. Die grobe Idee  
steht - doch dann findet sie keinen Schreib-Anfang. Sie wendet sich an  
mich, zunächst ein wenig ratlos. Ich bitte sie, einfach alles, was sie  
im Kopf hat, aufzuschreiben. Und zwar völlig ohne jede literarische  
Form, sondern so, wie ihre Gedanken in den Bleistift purzeln. Dieses  
Vorgehen findet sie erst etwas merkwürdig. Für viele ist es sehr unge- 
wohnt, zu schreiben, ohne schon an das Endprodukt, den druckfertigen  
Text, zu denken. Doch diese Strategie der so genannten "writer based  
prose" sorgt dafür, schreibend die Ideen fließen zu lassen und völlig  
zwanglos den Zugang zum Text zu finden. 

Und siehe da: Die Pädagogin bringt sogar schon eine Szenenabfolge zu  
Papier und biographisiert die Charaktere. Wir einigen uns auf einen  
ersten Beratungsschwerpunkt, das Textfeedback. Ich frage nach, wo mir  
etwas unklar erscheint, und schildere meinen Leseeindruck. So hat sie  
beispielsweise für die kurze Aufführungsdauer des späteren Stückes  
viel zu viele tragende, sprechende Rollen eingebaut. Es fällt ihr aber  
schwer, sich gedanklich von mehreren zu trennen. Also gebe ich ihr als  
"Hausaufgabe" einige Übungen mit, mit denen sie feststellen kann, wel- 
che Figuren das Stück tatsächlich tragen und nach vorne bringen. Wei- 
tere Punkte: die Arbeit an der Figurensprache und der Einbau einer  
Erzählerfigur. 

In der nächsten Sitzung geht es um die überarbeitete Textfassung und  
den Stückaufbau. Hier fällt mir auf, dass die Auflösung, in diesem  
Fall ein "Happy End", zu leichtfüßig daher kommt. Mittels Clustering  
und Freewriting kommt die Ratsuchende auf mögliche Hürden, die sich  
der Hauptfigur noch in den Weg stellen können.  

Vor unserer Zusammenarbeit konnte sich die Theaterpädagogin überhaupt  
nicht vorstellen, was Schreibberatung leisten kann. Während der Bera- 
tungen schöpfte sie jedoch neue Energie, und ihr Kopf, so ihre eigenen  
Worte, "sprühte wieder voller Ideen".  


         Schreibberatung per E-Mail 

Das ist nur ein kleiner Auszug aus den Möglichkeiten der Schreibbera- 
tung. Diese Ratsuchende hat den Weg der E-Mail-Beratung gewählt. Die- 
ser Weg hat den Vorteil, dass die Arbeit sehr themen- und textzent- 
riert ist und für beide Seiten zeitlich flexibel gestaltet werden  
kann. Allerdings bekomme ich als Beraterin - anders als bei einer Di- 
rekt-Beratung - die Reaktion der Ratsuchenden nicht direkt mit und  
kann nicht unmittelbar aktiv werden. Vor allem entgehen der "Sub-Text"  
und (gute oder schlechte) Stimmungen und Gefühle. Es gilt, motivierend  
und unmissverständlich zu formulieren, da auf der schriftlichen Ebene  
jedes Wort zählt. 

Online-Beratungen können dafür konzentrierter sein. Durch den Vorlauf,  
den das Medium bedingt, ist für beide Seiten eine gute Vorbereitung  
auf jeden einzelnen Schritt möglich. Der oder die Ratsuchende kann  
sich auch wirklich Zeit für die einzelnen Übungen nehmen. Dadurch,  
dass die Übungen schriftlich vorliegen, kann man sie zudem jederzeit  
wiederholen. Vielleicht kann der Ratsuchende auch druckfreier arbei- 
ten, weil er nicht "unter den Augen der Beraterin" etwas schreiben  
muss; er kann sich den Schreibort aussuchen.  


         Der Schwerpunkt 

Die Schreibberatung arbeitet in der Regel "pars pro toto". Gerade bei  
großen Schreibaufgaben picke ich mir jenen Teil des Textes heraus, bei  
dem das jeweilige Problem aus Sicht des Schreibenden besonders deut- 
lich wird. Und: Um die Beratung nicht zu überfrachten, konzentriert  
sich jede Beratung in der Regel auf ein einziges Problem. Der jeweili- 
ge Beratungsschwerpunkt wird vorab verbindlich vereinbart. 


         Einsicht in den Schreibprozess und Motivation 

In der Schreibberatung wird den Ratsuchenden deutlich, dass Texte sich  
schreibend entwickeln - und auch, dass Schreiben nichts mit Genie zu  
tun hat, sondern lernbar ist. Tatsächlich wirkt Schreibberatung über  
das aktuelle Textproblem hinaus. Durch kreative Techniken werden ver- 
schüttete Ressourcen freigeschaufelt und nicht selten Schreibblockaden  
überwunden. Dass die oder der Ratsuchende den Text nicht aus der Hand  
gegeben, sondern ihn selber gestaltet hat, führt zu mehr Selbstbe- 
wusstsein. Zudem gewinnen die Schreibenden Einsicht in den Schreibpro- 
zess, was das Schreiben "entmystifiziert". Ein Motivationsschub ist  
meistens inklusive. 

Schreibberatung ist nicht nur dann hilfreich, wenn die Situation total  
verfahren ist oder gar ein Abgabetermin drängt. Auch versierte Schrei- 
berinnen und Schreiber können von dem "professionellen Blick von au- 
ßen" profitieren. 

                   **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**  

Andrea Behnke, Jg. 1969, arbeitet als freie Autorin, Lektorin sowie  
Schreibpädagogin und -beraterin. Sie hat ein Magister-Studium in Poli- 
tikwissenschaft, Anglistik und Publizistik sowie ein Zusatzstudium zur  
Schreibberaterin (PH Freiburg) absolviert, außerdem Fortbildungen in  
Szenischem und Kreativem Schreiben sowie zur Theaterpädagogin. Inter- 
net: http://www.andreabehnke.de 


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AUTORENWISSEN: 
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                     (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 

                   "Betrug oder genialer Bluff?" 
                       von Jennifer Schreiner 

Es scheint in letzter Zeit sehr populär zu sein: In allen möglichen  
(und unmöglichen) Foren bin ich auf Diskussionen gestoßen, die sich  
mit Möglichkeiten der Manipulation beschäftigen. 

Manipuliert werden kann ja im Buchgeschäft eine ganze Menge: Rezensio- 
nen, Preise, Buchlisten - ja, teilweise werden ganze Viten einfach  
erfunden. 

Neben einigen Jungautoren, die es einfach nicht besser wissen, reihen  
sich auch BOD-Kunden, gutgläubige und teilweise unverbesserliche Be- 
zahler (Übersetzung: Autoren, die für ihre Veröffentlichung bei einem  
"Verlag" Geld bezahlen) und schwarze Schafe (die von oben genannten  
sowieso leben) in die Liste der potentiellen Bluffer ein. Aber nicht  
nur! Auch seriöse Verlage greifen mitunter in die Trickkiste. 

Natürlich sind gefälschte Rezensionen, Lobhudeleien und manipulierte  
Buchlisten ärgerlich. Ebenso Foreneinträge, die unter falschem Namen  
gepostet werden und dazu dienen, das eigene Zeugs loszuwerden. Aber  
was bringt es eigentlich? 

- Stimmen die Verkaufszahlen nicht, sieht es eh keiner. 
- Die Verkaufszahlen sind in Ordnung? Dann wären sie es sicher auch,  
wenn es die Rezensionen und die Buchlisten nicht gäbe. 

Hier nun die "Fälschungsmöglichkeiten" im Einzelnen: 


         Rezensionen 

Alles toll - nur doof ... ja bitteschön! Was soll ich denn mit so ei- 
ner Rezension anfangen? Wie ist die Geschichte? Der Schreibstil? 

Jemand hat bislang nur eine Geschichte rezensiert? Und das völlig ein- 
dimensional? So etwas sollte jedem halbwegs ambitionierten Leser auf- 
fallen. 

Fazit: Ich bin der Meinung, gefälschte Rezensionen und Buchlisten fal- 
len immer irgendwann (negativ!) auf. 


         Buchliste 

Das ist eine Orientierungshilfe, die einige Online-Buchläden netter- 
weise zur Verfügung stellen. Was lesen und empfehlen Leute, die das- 
selbe Buch mochten wie ich, noch so? 

Eigentlich eine feine Sache. Aber: Ist es nicht auffällig, wenn eine  
Person ein und dasselbe Buch in all seinen drei Listen führt? Sind  
Leser echt so dumm? 

Vermutlich, denn ich habe es noch nie kontrolliert. Weder bin ich auf  
die Idee gekommen, noch hatte ich Langeweile. 

Fazit: Ich war von dieser kreativen Idee sehr beeindruckt - wäre ich  
nie drauf gekommen. (Vielleicht sollte ich es auch einmal ausprobie- 
ren, wenn ich Zeit habe. Ich werde dann über den Erfolg berichten -  
oder Sie merken es daran, dass ich reich und berühmt geworden bin.) 


         Erfundene Vita 

Ich gestehe: Ich bin als Leser leicht zu beeindrucken. Neulich habe  
ich eine Vita von einer (befreundeten) Autorin gelesen und kam aus dem  
Staunen nicht mehr heraus. Selbst wenn ich jetzt daran denke, kriege  
ich noch feuchte Hände vor Begeisterung. 

Alles daran stimmte ... aber: Boah! Kann man Sachen toll darstellen! 

Doch eine erfundene Vita ist ja genau das andere: etwas toll darstel- 
len, das es gar nicht gibt! Ein "Boah" hervorrufen, wo es keinen Grund  
gibt.  

Und das ist genau der Grund, warum ich erfundene Viten nicht mag. Ich  
mag es einfach nicht, angelogen zu werden - weder von Autoren, noch  
von Promotionteams aus Verlagen. 

Ausgenommen sind hier natürlich Pseudonyme. Es ist ein Unterschied, ob  
ich eine andere Person erfinde oder ihre komplette Bibliographie in- 
klusive des Pulitzerpreises. 

Fazit: Die Welt ist ein Dorf, und wer sich mit fremden oder gar nicht  
vorhandenen Lorbeeren schmückt, fällt negativ auf. 


         Ausländische (Verlags-)Preise 

Tatsächlich, man kann ausländische Preise erfinden. Es hat für kurze  
Zeit bei einem deutschsprachigen Verlag, der seinen (fiktiven?) Sitz  
in den USA hatte, funktioniert. Warum? Keine Ahnung, ich habe es ge- 
googelt und nach 10 Minuten gewusst, dass es nur eine Marketingmasche  
war. 

Als im großen Stil herauskam, dass die Preise fiktiv waren, war der  
Skandal umso größer. Ich frage mich: Gucken die Autoren denn nicht  
nach, bevor sie in einem Verlag veröffentlichen? Und viel wichtiger:  
Wieso gucken sie hinterher nach? 

Fazit: Es hat die meisten Autoren trotzdem nicht abgeschreckt, in die- 
sem Verlag zu publizieren. 


         Ausländische Vita 

Ein sehr bekannter Verlag hat es vorgemacht: Um einen deutschen Autor  
im Krimibereich zu pushen, wurde ihm einfach ein englischsprachiger  
Name verpasst, und eine beeindruckende ausländische Vita wurde erfun- 
den. 

Zwei Gedanken dazu: 
1) Ja, hat denn niemand nachgesehen? 
2) Wenn das sooo einfach ist, mache ich das auch! Was soll's, es scha- 
det doch niemandem. 

Ich halte es für einen cleveren Verkaufstrick - und was ich viel inte- 
ressanter finde als all die Rufe nach Vergeltung: 
1. Der ausländische Autorenname zieht doch! 
2. Leser sind anscheinend daran interessiert, getäuscht zu werden. 
3. Es schaut tatsächlich niemand nach. 
4. Und wenn es rauskommt, sind alle empört - und der Verkauf geht  
trotzdem gut weiter. 

Warum sind bei diesem "Trick" alle so empört? Doch nur, weil es ein  
anderer gemacht hat und zuerst auf die Idee und den Erfolg gekommen  
ist. 

Fazit: Wenn das Buch gut ist, ist es gut, wenn nicht, dann verkauft es  
sich auch nicht mit prima Vita. Ich jedenfalls habe noch nie ein Buch  
gekauft, weil mir die Autorenvita gefallen hat. 

Sie sehen: Es gibt einen ganzen Haufen teilweise sehr kreativer und  
sehr zeitaufwendiger Möglichkeiten, ein Buch zu pushen. Doch die meis- 
ten sind auch leicht zu durchschauen und bringen nicht allzu viel für  
die Verkaufszahlen. 

Gesamt-Fazit: Wem man schon betrügt, sollte es sich  
a) lohnen  
und man sollte sich 
b) nicht erwischen lassen! 

                   **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**  

Wer mehr über die Autorin Jennifer Schreiner oder ihr aktuelles, dämo- 
nisches Fantasy-Romance-Buch "Eine Löwin für die Bestie" erfahren  
will, kann ihre Homepage http://www.JenniferSchreiner.com besuchen. 


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INTERVIEW: 
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                     (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                   "Im Lauf von drei Jahrzehnten  
              ist eine wunderschöne Sucht entstanden" 
                     Interview mit Georg Klein 

Georg Klein wurde 1953 in Augsburg geboren. Er lebt mit seiner Frau,  
der Schriftstellerin Katrin de Vries, und zwei Söhnen im ostfrie- 
sischen Ort Bunde. Seine erste Buchveröffentlichung, der Schauerroman  
"Libidissi", wurde 1998 als eines der besten deutschsprachigen Bücher  
des Jahres gefeiert. 1999, im Erscheinungsjahr der Erzählungen "An- 
rufung des Blinden Fisches", wurde ihm der Brüder-Grimm-Preis der  
Stadt Hanau verliehen und 2000 der Ingeborg-Bachmann-Preis. Sein Roman  
"Barbar Rosa" wurde beim Erscheinen im Frühjahr 2001 ebenfalls stark  
beachtet. 


Ursula Schmid-Spreer: 1998 wurde Ihr Buch "Libidissi" als eines der  
besten deutschsprachigen Bücher des Jahres gefeiert. War dieser Detek- 
tivroman Ihr Erstlingswerk, oder hatten Sie schon andere Manuskripte  
geschrieben und Verlagen angeboten? 

Georg Klein: Als 1998 mein erstes Buch erschien, hatte ich ziemlich  
genau zwanzig Jahre ernsthaften Schreibens hinter mir. Richtig gut  
wurde meine Prosa allerdings - in einem unerklärlich abrupten Vor- 
wärtssprung - erst ab dem Frühjahr 1987. In den späten 80igern und in  
den 90igern habe ich mich dann intensiv, aber erfolglos um eine Ver- 
lagsveröffentlichung bemüht. 


USS: Wie fühlt man sich, wenn man den Ingeborg-Bachmann-Preis erhält? 

GK: Den Bachmann-Preis habe ich mit "Barbar Rosa, eine Detek- 
tivgeschichte" gewonnen, einem Kurzroman, der zehn Jahre in der  
Schublade schlummerte, nachdem ihn so ziemlich alle Verlage abgelehnt  
hatten. Diese Vorgeschichte hat mir geholfen, den Betriebsrummel in  
Klagenfurt nicht allzu wichtig zu nehmen. Außerdem war ich schon 47  
Jahre alt, da gerät man nicht mehr so schnell aus dem Häuschen. 


USS: Wie kamen Sie zum Schreiben? Gab es ein bestimmtes Schlüsseler- 
lebnis? 

GK: Urbild des Lesens ist meine Mutter. Sie war eine unübersehbar fa- 
natische, manchmal sogar bestürzend ekstatische Leserin und eine gute  
Erzählerin dazu.  


USS: Was bedeutet das Schreiben für Sie? Welchen Stellenwert hat es in  
Ihrem Leben? 

GK: Im Lauf von drei Jahrzehnten ist eine wunderschöne Sucht entstan- 
den.  

Ich fange an und weiß, wenn ich brav und demütig bei der Sache bleibe,  
werden irgendwann, in einer oder in zwei Stunden, jene Glückshormone  
ausgeschüttet, die mich glauben lassen, Gott und die Welt leuchteten  
aus meinen Sätzen.  


USS: Wie viel Zeit verwenden Sie aufs Schreiben? Haben Sie feste  
Zeiten dafür? 

GK: Ich beginne morgens mit leer geträumtem Kopf und bin nach vier bis  
fünf Stunden so erschöpft, dass ich aufhöre und etwas anderes mache. 

Wenn mich die Umstände nicht dran hindern oder ich mir bewusst einen  
Tag Entzug verordne, schreibe ich jeden Tag. 


USS: Haben Sie Schreibroutinen oder -rituale? Welche? 

GK: Sämtliche Ticks - es waren etliche! - habe ich mir abgewöhnt, als  
wir Anfang der 90iger zwei Söhne bekamen. Die ganz banale Lebensor- 
ganisation verlangte damals, dass ich auch mit einem Säugling im Tra- 
getuch oder am Rand eines Sandkastens auf einem Berliner Spielplatz  
schreiben konnte. Seit jenen gesegneten Tagen brauche ich eigentlich  
nur irgendein Schreibwerkzeug und irgendwann einen kräftigen Kaffee,  
aber notfalls reicht mir auch schnödes Wasser. 

USS: Wie sieht der Alltag Ihres Autorenlebens aus? 

GK: Momentan wird unser Tag noch durch die Schulpflicht unserer Söhne,  
achtzehn und fünfzehn Jahre alt, in seine Hauptform gegossen. Das  
heißt ganz banal, früh aufstehen und bis zum frühen Nachmittag den  
ersehnten Text hinkriegen. Die sonstige Literaturbetriebsarbeit wird  
danach per Mail und Telefon erledigt, zusammen mit Haushalt, Garten  
und dem, was einem die groß gewordenen Kinder auch weiterhin abverlan- 
gen. 


USS: Sie sind mit der Schriftstellerin Katrin de Vries verheiratet.  
Konkurrenz im eigenen Haus? Oder schreiben Sie zusammen? 

GK: Wir wären beide nicht die Schreibenden geworden, die wir sind,  
hätten wir uns nicht 1987 auf einem Berliner U-Bahnhof kennengelernt.  
Gemeinsame Texte haben wir nur ganz wenige verfasst, aber der wechsel- 
seitige Einfluss ist kontinuierlich sehr groß. Das beginnt mit dem  
täglichen Gedankenaustausch und geht bis zur genauen Durchsicht der  
Texte des anderen.  


USS: Gibt es noch irgendein Genre, das Sie als Autor reizen würde? Wie  
sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus? 

GK: Meine ganze Kindheit und Jugend war ich Genre-Leser und ich ver- 
danke guter wie schlechter Genre-Prosa bis heute immer wieder inspiri- 
erende Lese-Erlebnisse. Im eigenen Schreiben waren mir die Genre- 
Grenzen allerdings stets zu eng. Das hindert mich jedoch nicht daran,  
mit Figurenschablonen, Handlungsmustern und Spannungstechniken der  
Genre-Literatur zu arbeiten. Aber bereits die Sprache des ersten Ab- 
satzes muss die strenge Grenze, die der kommerzielle Verwertungshori- 
zont nahezu allen Genre-Autoren stilistisch setzt, überschreiten. 

"Sprachabenteuer" wäre das Genre, dem ich meine sehr freien Varia- 
tionen von Spionage-, Kriminal- oder Horrorroman wirklich zuordnen  
würde. Auch mein kommendes Buch, das vordergründig ein Kindheitsroman  
ist, versucht das Erlösungspotential, das in intimer Spracherfahrung  
liegt, zu entfesseln.   


USS: Wie gehen Sie an eine Story/einen Roman heran? Entwickeln Sie zum  
Beispiel zunächst ein Exposé? Wie sieht das aus? 

GK: Ich warte, bis sich rund um ein paar fixe Ideen, meist eher Bilder  
oder Szenen als Gedanken, ein gewisser Erwartungsdruck gesammelt hat.  
Immer mehr Instanzen in mir wollen schließlich wissen, was daraus ent- 
stehen könnte. Dann kommen die ersten starken Sätze. Wenn ich den  
Eröffnungssatz des Textes habe, fange ich an. Auch Romane schreibe ich  
ohne Plan, ohne ausführliche Notizen oder Vorarbeiten im Wesentlichen  
linear von ihrem Anfang auf ihr Ende zu. 


USS: Eigene Texte zu überarbeiten, das fällt vielen besonders schwer.  
Wie gehen Sie beim Überarbeiten vor? Haben Sie dafür einige Tipps für  
angehende AutorInnen? 

GK: Jeder Arbeitstag beginnt mit der langsamen Lektüre des bereits  
Geschriebenen. Ich höre den Text dann im Kopf, murmele oft auch hal- 
blaut vor mich hin. Dann spüre ich schon, wo noch der Wurm drin ist.  
Und aus langer Erfahrung weiß ich inzwischen, dass ich meist ähnliche  
Fehler mache, die sich ähnlich beheben lassen ... 


USS: Haben Sie Erfahrungen mit Schreibworkshops? Welche? 

GK: Ich habe zum ersten Mal 1983/84 nach einem Wettbewerb an einem  
Prosa-Workshop des Literarischen Colloquiums Berlin teilgenommen, in  
den fünfzehn Jahren danach noch an drei weiteren ähnlichen Seminaren.  
Für den eigenen Text hat es mir damals wenig geholfen. Aber andere  
Autorinnen und Autoren kennenzulernen und sie bei ihrem Kampf um einen  
guten Text und um den Eintritt in den etablierten Literaturbetrieb zu  
beobachten, war eine nützliche, wenn auch oft schmerzhafte Spiegelung. 

Seit ein paar Jahren konzipiere und leite ich jetzt selbst Workshops,  
und merkwürdigerweise inspiriert mich diese Erfahrung nun weit mehr  
für das eigene Schreiben ...   


USS: Haben Sie KritikerInnen, deren Meinung Sie vor einer Überarbei- 
tung einholen? Wenn ja: Was schätzen Sie an KritikerInnen besonders,  
und was erwarten Sie von ihnen? 

GK: Es gibt gute Kritiker. Aber die konkreten Arbeitsbedingungen, die  
zeitliche Überforderung der Redakteure, die Unterbezahlung der freien  
Kritiker führen zu einer fragwürdigen Lesepraxis. Das kann so weit  
gehen, dass das Lesevermögen im Kern beschädigt wird, und Überdruss an  
Büchern, ja Ekel vor neuen Texten entstehen. 

Weil ich auch für Zeitungen schreibe, kooperiere ich regelmäßig mit  
Literaturredakteuren. Ein guter Kritiker ist für mich ein respektabler  
Autor. Für den Tag zu schreiben hat seinen eigenen Reiz und seine ei- 
gene Würde. 

Direkten Einfluss auf meine Schreibarbeit hat die Kritik zum Glück  
nicht. Aber ein Kritiker, der einen meiner Texte im Vollbesitz seiner  
Kräfte liest und dann auf hohem Niveau darüber schreibt, ist natürlich  
ein Traum von einem Leser. 


USS: Wie genau arbeiten Sie mit Ihrem Lektorat zusammen? 

GK: Rowohlt kann, was bei Verlagen längst nicht mehr die Regel ist,  
ein gründliches Lektorat gewährleisten. Jeder meiner Texte wird in  
zwei Durchgängen mit Verbesserungsvorschlägen und Anmerkungen verse- 
hen, die ich dankbar bedenke - unabhängig davon, ob ich ihnen direkt  
folge, mich zu etwas Neuem inspirieren lasse oder schließlich doch bei  
der bestehenden Fassung bleibe.  


USS: Was machen Sie, wenn eine "Schreibarbeit" abgeschlossen ist?  
Denken Sie bereits über das nächste Projekt nach? Oder arbeiten Sie an  
mehreren Projekten gleichzeitig? 

GK: Aus verschiedenen Gründen schichten sich die erträumten, die bere- 
its begonnenen Texte und die gerade zum Buch gewordenen Arbeiten wie  
Gesteinsschichten übereinander. Mein kommender Roman, dessen Lektorat  
im Juni 2008 abgeschlossen war, kann aus Verlagsprogrammgründen erst  
März 2009 erscheinen. Wenn ich dann aus dem vorliegenden Buch lese,  
werde ich gedanklich weit in einem neuen Langtext stecken, und paral- 
lel dazu wird auch die eine oder andere Erzählung entstanden sein,  
einfach weil sie sich wie aus dem Nichts aufdrängt oder weil sie mir  
von jemandem abverlangt wird.  


USS: Werden Sie von einer Agentur vertreten? 

GK: Ich habe ein freundschaftliches Vertrauensverhältnis zu meinem  
Verleger Alexander Fest und brauche daher keinen Agenten. 


USS: Welches war Ihr bisher schönstes Erlebnis, das mit dem Schreiben  
selbst oder mit den "Folgen" (Veröffentlichung, Kritiken etc.) zusam- 
menhängt? 

GK: Man soll die schönen Ereignisse nicht der Nummernfolge einer Hit- 
parade unterwerfen. Das Glück kennt zum Glück keine Gold-, Silber- und  
Bronzemedaillen. 

Die ganz besonderen Glücksmomente liegen natürlich im Schreibakt  
selbst. Aber auch in der Resonanz gibt es sehr schöne Augenblicke.  
Nach einer Lesung legte mir mal eine junge Frau meinen Roman "Li- 
bidissi" zum Signieren hin und meinte trocken: "Das Ding hätte ich  
gern selbst geschrieben ..." Mehr kann man eigentlich nicht verlangen  
... 


USS: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Autor aus? 

GK: Streng genommen gibt es nur gute Texte, der gute Autor ist ein  
Phantom. Allenfalls entsteht eine bestürzende Häufung guter Texte bei  
ein- und demselben Verfasser. 


USS: Welchen Roman (welche Zeitschrift, Kurzgeschichte ...) lesen Sie  
gerade?  

GK: Erzählungen von Philip K. Dick und einen kleinen Roman von René  
Schickele aus dem Jahre 1929, "Symphonie für Jazz". 


USS: Haben Sie weitere spezielle Erfahrungen im Umgang mit Verlagen,  
und welche Tipps würden Sie angehenden AutorInnen dafür geben? 

GK: Man sollte so viel Erkenntnis über das literarische Feld sammeln,  
wie die Seele aushält. Aber wenn die Säure- und Bitterstoff-Zufuhr  
damit beginnt, das kreative System anzufressen, dann muss man  
möglichst schnell zurück in Unkenntnis und Illusion, in den Elfenbein- 
turm eben, auch wenn dieser nur ein einziges Stockwerk und ein kleines  
Zimmerchen mit Stuhl und Tisch hat. 


USS: Hätten Sie noch einen Rat für angehende Autoren und Autorinnen? 

GK: Schauen Sie sich ganz genau an, was die mediale Konkurrenz macht:  
Gucken Sie so viel gute und schlechte Filme, wie Sie nur können, am  
besten im Kino! Gehen Sie in Ausstellungen und Konzerte, bis Ihnen  
Hören und Sehen vergeht! 

Irgendwann kommt aus dem Dröhnen und Rauschen die Stille, das magere  
Schwarz auf kargem Weiß: die Stunde des geschriebenen Worts und der  
entfesselten Fantasie ... 


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VERLAGSPORTRAIT: 
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                     (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 


MeaLittera-Verlag 
visitnmore GmbH 
Helfmann-Park 10 
65760 Eschborn 
Telefon: (0 61 96) 9 99 41 23 
Fax: (0 61 96) 9 99 44 44 
http://www.mealittera.com 
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 


Der MeaLittera-Verlag ist eine Initiative der visitnmore GmbH und  
keine eigenständige juristische Person. Alle Verträge im Rahmen von  
MeaLittera werden mit der visitnmore GmbH geschlossen. Die visitnmore  
GmbH wurde von Andreas Piotrowski im Juli 2008 gegründet und bildet  
schwerpunktmäßig für ihre Kunden deren Geschäftsprozesse als sichere  
web-basierte Anwendungen im Internet ab. Die visitnmore GmbH lagert  
Funktionen wie Rechenzentrum, Entwicklung und Office vollständig aus  
und zählt selbst nur einen Mitarbeiter (Geschäftsführer). 


         Verlagsgründung 

Anlass für die Verlagsgründung waren Gespräche mit unbekannten  
Autorinnen und Autoren, die von ihren zum Teil frustrierenden Er- 
lebnissen mit Verlagen berichteten. Insbesondere klagten viele  
Autorinnen und Autoren über den unfairen Umgang mit ihren Manuskripten  
oder - in Zusammenhang mit so genannten Zuschussverlagen - mit Ei- 
genkosten, die sie selbst entweder nicht aufbringen wollen oder kön- 
nen. Deshalb bleibt aus der Sicht des MeaLittera-Verlags ein großer  
Teil literarischer Werke einfach unentdeckt, und das nicht etwa wegen  
ihrer literarischen Qualität, sondern weil die Kommunikation zwischen  
Autoren und Verlagen gestört zu sein scheint. So entstand die Idee,  
einen "anderen Verlag" zu erschaffen, der sich für diese Werke grund- 
sätzlich öffnet und für Autoren grundsätzlich kostenlos ist. 
So sieht der Standard-Verlagsvertrag vor, diese Werke im Haupt- 
nutzungsrecht als E-Book-Ausgaben zu verwerten. Die Autoren werden am  
Umsatz pro verkauften Exemplar mit 70 % und mehr beteiligt, je nach  
Verkaufszahlen. 

Um die Kommunikation zwischen Autoren und Verlagen anzuregen und zu  
verbessern, ist zusätzlich die Idee für einen Online-Marktplatz für  
Nutzungsrechte entstanden. Auf MeaLittera können Autoren die  
Nutzungsrechte an ihren Manuskripten in einem Auktionsverfahren an  
Verlage versteigern, indem sie vorher ein Mindestgebot ihres Autoren- 
honorars angeben. 

MeaLittera ist seit dem 7. Mai 2009 online und zählt knapp 130 Nutzer,  
meist Autoren. Der hohe Anteil von Autoren liegt daran, dass der  
MeaLittera-Verlag bisher nur Autoren umworben hat. Nun sollen gezielte  
weitere Werbemaßnahmen im Verlagswesen und auch bei Lesern gestartet  
werden.  


         Programm und Philosophie 

Unser Programm richtet sich nach den Autorinnen und Autoren. MeaLit- 
tera-Verlag katalogisiert die Werke nach verschiedenen Genres und The- 
men, die grundsätzlich von Autorinnen und Autoren erweitert werden  
können, falls gewisse Rubriken noch nicht vorhanden sind. Zurzeit un- 
terstützt MeaLittera-Verlag nur Veröffentlichungen auf Deutsch und auf  
Englisch. 


         Welche Autoren wurden bisher verlegt? 

Im MeaLittera-Verlag wurden bisher Veronika Eger, Reinhard Knoppka,  
Ingeborg Sonsalla, Shuang Zhao und H. W. Forster verlegt. Weitere  
Autoren und Werke stehen kurz vor der Veröffentlichung. Einige der  
Autoren nutzen Pseudonyme, was auch möglich ist.  

Die Namen der vielen anderen Autorinnen und Autoren, die sich nicht  
für eine E-Book-Veröffentlichung, sondern für den Online-Marktplatz  
für Nutzungsrechte entschieden haben, sind aufgrund der geltenden Auk- 
tionsbedingungen anonym und werden nur den jeweiligen Gewinnern der  
Auktion offen gelegt. 


         AutorInnen gesucht? 

Immer! Zurzeit sind 41 % der AutorInnen (Produkte "MeaLittera-Verlag"  
und "MeaLittera-Urheberrechte - Autoren" zusammengerechnet) weiblich. 


         Konditionen 

Die beiden Produkte für Autoren sind kostenlos. 

Produkt 1: MeaLittera-Verlag (Verwertung von eingeräumten  
Nutzungsrechten) - hier bekommen die Autorinnen und Autoren 70 % und  
mehr pro verkauftem Exemplar Ihres E-Books, je nach Verkaufszahlen. 

Produkt 2: MeaLittera-Urheberrechte - Autoren (Versteigerung von  
Nutzungsrechten an Verlage). Ebenfalls kostenlos. Wird ein Gewinner  
ermittelt, tritt der Autor an MeaLittera-Verlag im Vorfeld 5 % des  
höchsten Gebots für 10 Jahre ab. Würde beispielsweise der Autor bei  
der Online-Auktion 10 % vom Ladenverkaufspreis ersteigern, sind es  
dann eigentlich 9,95 %, weil der Rest an MeaLittera-Verlag abgetreten  
ist. Der Autor muss nichts aktiv überweisen, sondern die Forderung  
wird direkt vom Gewinn abgezogen. 


         Was ist besonders wichtig? 

Für MeaLittera-Verlag ist wichtig, dass die Zusammenarbeit mit den  
Autorinnen und Autoren auf Professionalismus und gegenseitiger Fair- 
ness aufbaut. Ferner sollten die Autoren aktiv bei der Vermarktung  
ihrer Werke den Verlag unterstützen, sei es, indem sie im Internet auf  
eigenen Homepages und in Foren Links auf ihre E-Books setzen lassen,  
oder indem sie außerhalb des Internets in ihrem jeweiligen privaten  
Wirkungskreis potentielle Leser auf Ihr Werk beim Verlag aufmerksam  
machen. 


         Zukunftspläne, Perspektiven 

Nachdem MeaLittera-Verlag die ersten Autoren gewonnen hat, plant der  
Verlag nun verstärkt auch die Verlage und die Leser durch gezielte  
Werbemaßnahmen auf MeaLittera und die Autoren aufmerksam zu machen. So  
schaltet MeaLittera-Verlag demnächst Anzeigen im Börsenblatt für die  
Online-Auktionen und im Buchjournal für die E-Books. Dann kommt der  
Besuch von Büchermessen. 


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ERFAHRUNGSBERICHT: 
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                     (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 


               "Die erste selbst organisierte Lesung" 
                          von Elke Schleich 

Himmel, war ich nervös! 

Ohne meinen Schreibfreund und Co-Herausgeber hätte ich den Abend wahr- 
scheinlich nicht durch gestanden. Aber zu zweit ist alles leichter. 

Doch zuerst ein wenig Vorgeschichte: Holger und ich haben eine An- 
thologie mit dem Titel "Sugar Baby Love" herausgegeben, in der es, wie  
unschwer zu erraten, um die siebziger Jahre geht. Natürlich wollen  
wir, dass sich das Buch gut verkauft. Und weil es bei einem Kleinver- 
lag herausgekommen ist, der kein Riesen-Werbebudget hat, nahmen wir  
uns vor, selbst etwas für das Marketing zu tun. 

Was fiel uns dazu als Erstes ein? Klar doch - Lesungen! Nur, weder  
Holger noch ich hatten Erfahrungen auf diesem Gebiet. Wir sprangen  
trotzdem ins kalte Wasser. 

         Erster Schritt: Internet-Forum 

Uns schwebte eine Gruppenlesung vor, und der erste Schritt dafür war  
die Gründung eines Internet-Forums, in das wir "unsere" Autoren ein- 
luden. Innerhalb solch einer Gruppe ist der Informationsaustausch ein- 
facher, das war unser Hauptbeweggrund. Etwa drei Viertel der im Buch  
vertretenen Autoren sind der Einladung gefolgt. 


         Die Suche nach einem Lesungsort 

Als Nächstes stellte sich die Frage nach dem Lesungsort. Holger lebt  
in Berlin, ich in Herten (Ruhrgebiet). Irgendwo in der Nähe unserer  
Wohnorte sollte also die Premiere stattfinden. Optimistisch fragten  
wir bei städtischen Bibliotheken an. Das Ergebnis war niederschmet- 
ternd. Die meisten antworteten erst gar nicht. Und wenn überhaupt,  
dann mit Absagen. Es würden allerhöchstens für ortsansässige Autoren  
Lesungen veranstaltet. Oder für berühmte. Für uns keine Chance. Eigen- 
tlich logisch. Um diese erste Erfahrung waren wir reicher. 

Aber dann: ein Lichtblick! Als einzige Stadtbibliothek im benachbarten  
Umkreis meines Wohnortes zeigte sich Marl interessiert.  

In Berlin dagegen: Heftige Diskussionen bis zum Stadtrat, aber keiner- 
lei Ergebnis. Es schien uns so, als sei die Hauptstadt Deutschlands  
zwar finanziell durchaus in der Lage, Lesungen zu veranstalten, jedoch  
kulturell ziemlich verwöhnt. Hat man es da nötig, sich für unbekannte  
Autoren zu engagieren? Nein, man ist schließlich Berlin. Nach unzähli- 
gen Mails und Telefonaten gaben wir es auf und konzentrierten uns  
stattdessen ganz auf den Großraum Rhein-Ruhr. 

In zeitlicher Nähe zur Lesung in der Marler Stadtbibliothek organis- 
ierte ich einen weiteren Termin, und zwar in einem Kulturhaus von Gel- 
senkirchen, meiner Heimatstadt. Hier sollte die allererste Lesung aus  
"Sugar Baby Love" stattfinden. Ein kleiner Obolus musste gezahlt wer- 
den, aber dafür hatten wir einen wunderschönen Saal mit Bühne,  
Beleuchtung und einem zur Verfügung stehenden Techniker. 


         Die Lesung 

Holger sowie mein Mann Uli und ich haben uns in der "flora" eingefun- 
den, um mit dem Techniker die Lesung vorzubereiten. Die vielen leeren  
Stuhlreihen machen mir Angst. Wenn nun keiner kommt ... Ich habe ge- 
worben, wo ich nur konnte. Plakate selbst gedruckt, in verschiedenen  
Geschäften gefragt, ob ich sie aushängen darf. Alle Bekannten und Ver- 
wandten sind angesprochen worden. E-Mail-Einladungen wurden ver- 
schickt. Außerdem ist die Lesung auch im Programm der "flora"  
angekündigt - sogar mit Foto. Wenn das nicht hilft ∑ Dennoch bin ich  
nicht sehr optimistisch. Schalke spielt heute. Wen lockt "Sugar Baby  
Love" da hinterm Ofen hervor? 

Nachdem die Platten mit den belegten Brötchen geliefert wurden (von  
uns bestellt) und die Getränke bereitstehen ("flora"-seitig), flattern  
meine Nerven. Werden alle Autoren, die sich angekündigt haben, kommen?  
Und wie werden sie lesen? Wie viele Zuhörer werden da sein? 
Der Techniker erweist sich als umsichtig und pflegeleicht. Er geht auf  
sämtliche Wünsche ein und ist auch willens, die Musiktitel an den  
richtigen Stellen anzuspielen. 

19:15 
Man glaubt es kaum, aber die Stuhlreihen haben sich beachtlich ge- 
füllt. Bis auf eine Autorin ist auch das Leseteam vollständig erschie- 
nen. Es ist schön, sich real zu begegnen. Da wir uns alle schon durch  
die Internet-Gruppe und das Lektorat virtuell kennen, fremdeln wir  
kaum.  

Das Lampenfieber versuchen Holger und ich mit einem Glas Rotwein zu  
bekämpfen. Es hilft ein bisschen. Mutantrinken sei dennoch nur mit  
Vorsicht empfohlen! 

19:40 
Die letzte Autorin ist - staubedingt verspätet - eingetroffen. Es geht  
endlich los! Ich hole tief Luft, bevor ich mit Holger die kleine Bühne  
betrete und im ungewohnten Scheinwerferlicht das Publikum begrüße.  
Meine Stimme zittert ein wenig, das Mikro in meiner schweißfeuchten  
Hand kommt mir seltsam vor. Doch ich habe es so gewollt, obwohl es  
mich Überwindung kostet, und was man will, das schafft man - irgend- 
wie. 

19:50 
Nach der Ansprache ist alles ganz leicht. Holger moderiert den Abend  
mit einer Lockerheit, die ich niemals bei ihm vermutet hätte. Er ist  
ein Naturtalent oder, wie man neuerdings sagt: eine Rampensau. Die  
Autoren sind allesamt bestens vorbereitet, lesen beinah professionell!  
Selbst mit meinem eigenen Leseauftritt bin ich zufrieden. Applaus und  
Lachen belohnen uns. Die eingespielten Musiktitel aus den Siebzigern  
kommen anscheinend auch gut an. 

20:35 
In der Pause geht's fröhlich zu. Alle Aufregung fällt von mir ab. 

21:35 
Da kann mir selbst der "Schlumpfchor" nichts mehr ausmachen. Lauthals  
singen meine Schreibkollegen und ich das Lied der Schlümpfe, passend  
zur letzten Geschichte, und ernten spontanen Beifall. 

22:15 
Wir lassen den Abend mit Manöverkritik und viel Spaß im Gasthof ne- 
benan ausklingen. 

Fazit:  
- An der Lesung beteiligten sich fünf Autoren, die aus den ver- 
schiedensten Regionen Deutschlands angereist waren. Sie haben unent- 
geltlich gelesen. 
- Die Lesezeit betrug insgesamt 90 Minuten. Sie wurde von einer 20- 
minütigen Pause unterbrochen. 
- Zwischen den einzelnen Geschichten gab es jeweils einen passenden  
Song aus den Siebzigern, und vor jeder Geschichte stellte der Modera- 
tor den Autor/die Autorin kurz vor. 
- Es wurden Getränke und in der Pause belegte Brötchen verkauft. 
- Es kamen etwa 35 Besucher. Der Eintritt war frei. 
- Buchverkauf: kaum der Rede wert (3 oder 4) 


         Die zweite Lesung 

Unsere zweite Lesung in der Stadtbibliothek Marl folgte am nächsten  
Tag. Daran waren nur wir beiden Herausgeber und eine weitere Autorin  
beteiligt. Trotz unseres moralischen Tiefpunktes vor Beginn ("Heute  
wird das bestimmt nichts!") wurde es ein total schöner Abend. Man saß  
dort nicht in Reihen, sondern an kleinen, mit Teelichtern dekorierten  
Tischen, zwischen einem aus Buchregalen abgeteilten Bereich, was eine  
intime Atmosphäre erzeugte. Dass über 40 Menschen je 6 Euro Eintritt  
bezahlten, um unseren Geschichten zu lauschen, machte uns stolz und  
glücklich. Ein sehr nettes, interessiertes Publikum umlagerte in der  
Pause den Büchertisch, stellte unzählige Fragen und kaufte über 20  
Bücher.  


         Tipps für Gruppenlesungen 

Ich empfinde solche Gruppenlesungen als sehr angenehm. Erfahrungen  
können ausgetauscht, Kontakte vertieft werden, man bespricht  
vielleicht schon das nächste Projekt. Zudem bietet es den Zuhörern  
Abwechslung, verschiedenen Autoren zuzuhören. 

Eine Auflockerung mit Musik kommt immer gut an, am besten noch mit  
Live-Musik. Auf einer späteren Lesung in Augsburg hatten wir eine  
Sängerin, die zu Beginn und in der Pause Gitarre spielte.  

Ebenfalls würde ich empfehlen, ein Eintrittsgeld zu veranschlagen. Mir  
scheint, dass dadurch eine Lesung "aufgewertet" wird. (Was nichts  
kostet, ist nicht viel wert.) Obwohl wir uns bei den kostenlosen  
Veranstaltungen nicht über zu wenig Zuhörer beschweren konnten  
(zwischen 25 und 35), lag die Zahl in Marl höher und die Gäste schie- 
nen literaturinteressierter zu sein. 

                   **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Geb. 53, wohnt, schreibt und freut sich mit Pferd, Katze und Mann  
ihres Lebens in Westerholt, am grünen Rand des Ruhrgebiets. Sekretärin  
an der Fachhochschule Gelsenkirchen. Erste Veröffentlichungen in den  
70-ern in Pferde-Zeitschriften, 1988 Roman bei Droemer/Knaur, zahl- 
reiche Texte in Anthologien und Zeitschriften, Co-Herausgeberin zweier  
Anthologien. http://www.dreamteam-schleich-dittmann.de 


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KÜSS MICH, ICH BIN EIN AUTOR! 
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                     (mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de) 

"Ich glaube, du warst auch schon mal dünner. Kann es sein, dass du zu  
viel sitzt?"  
"Also, du dichtest nicht und hast auch so eine Kugel. Ich glaub eher,  
es ist der Geist aus der Flasche!" 

(Franziska Röchter) 


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -  
keine Manuskripte zur Beurteilung. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


 Drehbuch: Oliver Pautsch 
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 Fandom: Thomas Kohlschmidt 
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 Historischer Roman: Titus Müller 
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 Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik 
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 Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss 
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 Schreibhandwerk: Ute Hacker 
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 Sciencefiction: Andreas Eschbach 
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 Übersetzung: Barbara Slawig  
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 Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
                mailto:verlagswesen at experte pt autorenforum pt de
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Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen Ur- 
heberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten acht Jahre gesam- 
melt (jetzt inklusive 2007) und stellt sie euch als kostenloses PDF  
zur Verfügung. Das Tolle daran: Die Fragen sind nun thematisch geord- 
net, das elektronische Format erlaubt eine schnelle Volltextsuche -  
und Björn hat außerdem alle Antworten überarbeitet und aktualisiert.  
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dung, Druckkostenzuschussverlag, Exposé,  Honorar, ISBN, Leseprobe,  
Nebenrechte, Plagiat, Titelschutz, Verlagsgründung, Zitat oder ...  
Hier werdet ihr fündig: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062- 
tempest2-4. 


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen  
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn- 
ter Mail kommt! 
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Einsendeformalien: 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rück- 
sprache - erwünscht. Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt  
werden. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.  

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                       I M P R E S S U M 
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Herausgeber:  
  Ramona Roth-Berghofer
                mailto:public.relations at team pt autorenforum pt de  
  Gabi Neumayer        mailto:redaktion at team pt autorenforum pt de 
  Stefan Schulz
         mailto:webmaster at autorenforum pt de at autorenforum pt de 
  Thomas Roth-Berghofer  
           mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de
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