Ausgabe 12-12 (20. Dezember 2010)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipps
Schreibkurs
   "Tipps zur Figurenentwicklung - Teil 2"
   von Nadine Muriel
Spannung, der Unterleib der Literatur
   Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Seminarbericht
   "Outdoor-Autor"
   von Melanie Scharlé
Buchbesprechung
   "Wie man den Bachmannpreis gewinnt"
   von Angela Leinen
   besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Ulf Schiewe
Des bösen Lektors Wörterbuch
Frag den Experten für Historischen Roman
   (Titus Müller)
Frag den Experten für Verlagswesen
   (Bjørn Jagnow)

EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren,

im zweiten Teil ihres Schreibkurses zur Figurenentwicklung empfiehlt
Nadine Muriel unter anderem, mit den Figuren doch mal Gassi zu gehen.
Hans Peter Roentgen führt uns im zweiten Teil seines Lektorats (Text
dazu im November-Tempest) ein typisches Schreibproblem und mögliche
Lösungen vor. Melanie Scharlé hat an einem Schreibcamp teilgenommen
und berichtet über ihre Erfahrungen. Und unsere HerausgeberInnen haben
den Autor Ulf Schiewe interviewt.

Das allein wäre sicher schon genug anregende Lektüre für die
Feiertage, aber dazu kommen ja noch: Link- und Schreib-Tipps, eine
neue Buchempfehlung, Honeyball Lektors spitze Definitionen, hilfreiche
Expertenantworten und viele neue Ausschreibungen. Und wer noch
Geschenke sucht: Schaut doch mal in der "Hall of Fame" nach, was
andere AbonnentInnen in letzter Zeit so veröffentlicht haben!

Der Tipp des Monats Dezember, diesmal von Veronika A. Grager:

Schenken Sie Leuten, die viel mit anderen Menschen zu tun haben,
Ihr Buch, z. B. der Sprechstundenhilfe des Arztes. Dafür sollen
sie es nur immer in Sichtweite liegen lassen.

Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk bekommt diesmal Melanie Schröder,
die mit Ihrem Fitness-Schreib-Tipp unsere Überraschungsverlosung
gewonnen hat. Sie freut sich (hoffentlich) über das Sortiment
Lesebändchen, mit denen man bändchenlose Bücher nachträglich veredeln
kann. Ihr seht: Es lohnt sich, uns Tipps, Artikelvorschläge, Schreib-
Kicks und Minidialoge ("Küss mich, ich bin ein Autor!") zu schicken.
Ihr macht eurer Redaktion eine Freude, helft den anderen LeserInnen
des Tempest - und könnt auch noch auf unglaubliche Gewinne hoffen. -
Ein gutes neues Jahr uns allen!

Gabi Neumayer
Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto
von autorenforum.de:

Sparda Bank Südwest eG
BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2010"

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01

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ISSN 1439-4669 Copyright 2010 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipps
Schreibkurs
"Tipps zur Figurenentwicklung - Teil 2"
von Nadine Muriel
Spannung, der Unterleib der Literatur
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Seminarbericht
"Outdoor-Autor"
von Melanie Scharlé
Buchbesprechung
"Wie man den Bachmannpreis gewinnt"
von Angela Leinen
besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Ulf Schiewe
Des bösen Lektors Wörterbuch
Frag den Experten für Historischen Roman
(Titus Müller)
Frag den Experten für Verlagswesen
(Bjørn Jagnow)
Impressum


TEIL 2:

Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum


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HALL OF FAME:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. 60 Zeichen - und kein einziges mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an
redaktion at team pt autorenforum pt de.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr
verschickt!~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~


Karin Burschik: "Yoga - ein Weg zum Glücklich-Sein", Verlag Via Nova,
2009, Sachbuch. Mehr dazu auf meiner Homepage http://www.karin-
burschik.de

Regine Fiedler "Geheimnisse im Rattenhaus - Die Deichbande Band 1",
KBV Verlag 2010. Kinderkrimi ab 10 Jahren

Elsa Rieger: "Ein Mann wie Papa", Aavaa Verlag 2010,
Entwicklungsroman.

Sven Klöpping: "Menschgrenzen", p.machinery 2010, Sciencefiction. Die
besten SF-Storys der letzten 10 Jahre

Inez Corbi: "Das Lied der roten Erde", Ullstein Taschenbuch Verlag
2010, Historischer Roman. Australien um 1800. Eine verbotene Liebe.
www.inez-corbi.de

Antje Ippensen/Marten Munsonius/Alexandra Worst: "Corrigan 4, DER
DUNKLE HERRSCHER, Buch 1 von 2, METAMORPHOSE", mg-Verlag 2010,
Military-Endzeit-SF. Corrigan ist weiter auf der bizarren Suche nach
Antworten

Antje Ippensen/Marten Munsonius: "Corrigan 5, DER DUNKLE HERRSCHER,
Buch 2 von 2, ERBARMUNGSLOS", mg-Verlag 2010, Military-Endzeit-SF.
Corrigans Suche führt ihn in den Orbit und tief ins Grauen

Antje Ippensen/Marten Munsonius: "Corrigan 6, ZEITSTROM", mg-Verlag
2010, Military-Endzeit-SF. Corrigan gefangen im Kokon aus rätselhaften
Zeit-Fäden

Barbara Schinko: "Rabenfeder - Weltenwanderer XII", Arcanum Fantasy
Verlag 2010, phantastischer Kurzroman. Jahrmarktgeschichte mit Raben,
www.arcanum-fantasy-verlag.de


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SCHREIB-KICK:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Unser Schreib-Kick für den Dezember, diesmal von Ursula Schmid-Spreer:

Nach Bildern schreiben

Sammeln Sie Bilder aus Zeitschriften. Sie können interessant,
rätselhaft oder auch lieblich sein. Setzen Sie ein Bild in eine
Geschichte um, oder wandern sie in ihm wie in einer fremden Gegend
umher. Gestalten Sie aus den eigenen Eindrücken, Gedanken und Fragen
ein Gedicht, vielleicht auch "vor Ort" im Museum oder in einer
Galerie.


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LESETIPPS:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,709761,00.html: Explosion des
Wissens: Hat Deutschland im 19. Jahrhundert einen industriellen
Aufstieg erlebt, weil das Land kein Urheberrecht kannte? Mit dieser
Analyse sorgt ein Münchner Wirtschaftshistoriker für Aufsehen.


http://www.welt.de/print/wams/kultur/article11100746/Jim-Knopf-und-
die-wilden-Achtundsechziger.html: Die Gruppe 47 des Kinderbuchs: Vor
50 Jahren trafen sich James Krüss, Michael Ende, Max Kruse und Otfried
Preußler. Ihre Werke prägten das Land nachhaltiger als die von Grass,
Walser und Böll.


http://neuebuecher.de/: Orientierung in der Flut der jährlichen
Bücher-Neuerscheinungen will der Börsenverein des Deutschen
Buchhandels mit einem neuen Internet-Angebot geben. Auf der Seite
finden Interessierte alle lieferbaren Bücher, die in den vergangenen
drei Monaten auf den Markt gekommen sind oder in den nächsten drei
Monaten erscheinen. Mit einer "Reinlesen"-Funktion kann man in die
neuen Titel vorab hineinschauen. Auch CDs, DVDs oder E-Books lassen
sich so finden.


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SCHREIBKURS:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Tipps zur Figurenentwicklung - Teil 2"
von Nadine Muriel


Das Charakterinterview

Für die nächste Übung, das Charakterinterview, brauchen Sie die Hilfe
eines Freundes: Stellen Sie sich vor, Sie seien Ihre Figur und Ihr
Freund habe Sie - d. h. Ihre Figur - gerade kennengelernt. Ihr Freund
soll Ihnen nun einige Fragen stellen, die ihm spontan in den Sinn
kommen.

Achten Sie gemeinsam darauf, das Gespräch nur dann die Handlung Ihrer
Story berühren zu lassen, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt.
Schließlich sollen Sie nicht den Plot nacherzählen, sondern im
Gegenteil Ihren Protagonisten als Alltagsperson kennenlernen. Ihr
Freund kann sich beispielsweise nach Beruf und Hobbys erkundigen, nach
Lieblingsessen, Lieblingsmusik und Lieblingsfilmen oder nach
Kindheitserinnerungen, Familienstand, dem Verhältnis zu Eltern und
Geschwistern o. Ä.

Im Idealfall sollte sich daraus ein flüssiges, natürliches Gespräch
ergeben: "Du arbeitest als Dokumentarin im Archiv für politische
Untergrundbewegungen? Wie sieht denn ein typischer Arbeitstag bei dir
aus?" oder "Echt, du bist im Alter von sieben Jahren mit deiner
Familie aus Portugal nach Deutschland eingewandert? War es schwierig
für euch, hier Fuß zu fassen?"

Versuchen Sie währenddessen, sich ganz in Ihre Figur
hineinzuversetzen. Beantworten Sie die Fragen möglichst spontan:
Überlegen Sie nicht lange, welche Hobbys, Interessen oder Vorlieben
rein theoretisch zu Ihrer Figur passen könnten - reden Sie frei
drauflos. Sprechen Sie dabei in der Ich-Form. Passen Sie
Ausdrucksweise und Wortschatz an. Sagen Sie nicht: "Meine Hauptfigur
Martha mag elektronische Musik", sondern "Ich steh total auf EBM - je
schräger, desto besser. Es geht nichts über eine tüchtige Lärmorgie."

Tauchen Sie auch emotional in Ihre Figur ein: Haben Sie das Gefühl,
dass sie über bestimmte Themen besonders gern spricht? Und gibt es
Fragen, die ihr unangenehm sind oder sie sogar ärgern?

Zeichnen Sie das Gespräch auf, oder machen Sie anschließend Notizen.

Überlegen Sie auch hier, welche Details Sie in Ihre Geschichte
einfließen lassen können. Wenn Sie festgestellt haben, dass das
Lieblingsessen Ihrer Protagonistin Martha Broccoli ist, könnte der
Anruf des Bruders besonders ungelegen kommen, weil Martha gerade einen
Broccoliauflauf im Backofen hat. Aber vielleicht klingelt das Telefon
ja auch genau in dem Moment, in dem im Fernsehen eine Doku über
elektronische Musik anläuft, auf die Martha sich schon lange gefreut
hat ...

Solche Kleinigkeiten geben dem Leser das Gefühl, dass Ihre Figur
tatsächlich eine eigenständige Persönlichkeit ist, deren Dasein sich
nicht auf ihre Rolle in der Geschichte beschränkt.


Man kann nie genug wissen!

Vielleicht werden Sie während des Charakterinterviews feststellen,
dass Sie einige Fragen nicht oder nur ungenau beantworten können, weil
ihnen das Hintergrundwissen fehlt. Das sollten Sie als Anreiz nehmen,
sich über diese Punkte gezielt kundig zu machen: Sie wissen nicht, wie
der typische Arbeitstag einer Dokumentarin aussieht oder mit welchen
Schwierigkeiten Kinder aus Einwandererfamilien zu kämpfen haben?
Recherchieren Sie im Internet, lesen Sie Fachliteratur und
Erfahrungsberichte, und sprechen Sie mit Personen, die mit solchen
Situationen vertraut sind.

Je mehr Sie über die Hintergründe Ihrer Figur wissen, desto besser
können Sie sich in ihre Gedanken, Gefühle und Assoziationen
hineinversetzen.


Mit den Figuren Gassi gehen

Der nächste Schritt besteht darin, Ihre Figur mit in den Alltag
nehmen. Diese Übung finde ich besonders hilfreich, um tiefer in das
Welterleben der Perspektivträger einzudringen - ich nenne sie "mit den
Figuren Gassi gehen".

Sie stehen an der Haltestelle und warten auf Ihren Bus? Klasse! Nutzen
Sie die Zeit, indem Sie die Umgebung aus den Augen Ihrer Figur
betrachten. Wie würde sie diese Situation empfinden? Worauf würde sie
besonders achten? Würde Sie den Gesprächen der anderen Wartenden
lauschen oder lieber die Auslagen im Feinkostgeschäft studieren?
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Details, beispielsweise das kleine
Mädchen, das von seiner Mutter hartnäckig ein Bonbon fordert. Würde
Ihre Figur die Kleine niedlich finden oder sich im Gegenteil über das
verzogene Rotzbalg ärgern? Aber vielleicht würde diese Situation sie
auch an ihre eigene Kindheit erinnern ...

Besonders gut eignen sich dafür Besuche in Restaurants oder Cafés:
Ärgern Sie sich nicht, wenn Ihre Verabredung zu spät kommt - studieren
Sie stattdessen die Karte und überlegen Sie, welches Getränk Ihre
Figur bestellen würde. Wie würden ihr die Hintergrundmusik und die
Einrichtung gefallen? Würde sie sich in dieser Umgebung wohlfühlen?

Ein Einkaufsbummel gemeinsam mit Ihrem Protagonisten gehört zu den
Vergnügen besonderer Größenordnung. Wenn Sie sich dabei ertappen, wie
Sie in Gedanken mit ihm darüber streiten, ob Sie lieber eine
praktische Jeans kaufen möchten oder die Lederhose, die ihm so gut
gefällt, oder wenn Sie sich im CD-Laden plötzlich vor dem Regal mit
elektronischer Musik wiederfinden, obwohl Sie eigentlich nach einer
Klassik-CD gesucht haben - dann wissen Sie, dass Sie auf dem richtigen
Weg sind.

Selbstverständlich können Sie auch gezielt eine Umgebung aufsuchen, in
die es Ihre Figur im Lauf der Geschichte verschlägt, um diesen Ort
bewusst aus ihrer Perspektive zu erleben.


Auch Distanz ist wichtig

Vergessen Sie trotzdem nicht, hin und wieder aus der Perspektive Ihrer
Figur zurückzutreten und Ihren Text kritisch zu betrachten. Überlegen
Sie, ob die vielfältigen Auskünfte, die Sie über Ihren Protagonisten
geben, tatsächlich notwendig sind. Insbesondere Anfänger neigen oft
dazu, alles, was sie über ihre Figuren wissen, auch mit dem Leser
teilen zu wollen. Ein Übermaß an Informationen wirkt jedoch ermüdend.
Bedenken Sie: Für den Leser soll Ihr Protagonist wie ein neuer Freund
sein, den er im Lauf der Geschichte immer besser kennenlernt. Eine
Person, die stets minutiös über ihr gesamtes Leben Rechenschaft
ablegt, fällt anderen schnell auf die Nerven - das ist bei einer
Romanfigur nicht anders als bei einer echten Bekanntschaft.

Versuchen Sie also abzuschätzen, welche Detailformationen den Text
lebendiger wirken lassen und welche ihn zu sehr aufblähen und daher
gestrichen werden sollten: Ist es für den Leser wirklich interessant,
wenn Martha nach dem Anruf ihres Bruders drei Seiten lang in
Kindheitserinnerungen schwelgt und sich über Paolos Missetaten
ereifert? Oder genügt ein kurzer Hinweis: "Seit sie sich erinnert
konnte, schaffte Paolo es immer wieder, sie mit seinen blödsinnigen
Bemerkungen zur Weißglut zu treiben. Aber sobald sie sich zur Wehr
setzte, fühlte sie sich wie eine hysterische Zicke, die aus einer
Mücke einen Elefanten macht."?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie mehr über Ihre Figuren wissen,
als Sie in der Geschichte preisgeben, und wenn der Leser nach der
letzten Seite traurig ist, von Ihrer Figur Abschied zu nehmen, weil er
gern noch mehr über diese vielschichtige Persönlichkeit herausgefunden
hätte - dann haben Sie Ihre Aufgabe mit Bravour gemeistert.

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Nadine Muriel, geboren 1977, hat bereits zahlreiche Kurzgeschichten
und Gedichte veröffentlicht. 2009 gewann ihre Geschichte "Die azurnen
Wälder" den ersten Preis beim Literaturwettbewerb "Vollmond". Ihre
Gedichte wurden vertont und ins Französische übersetzt. Sie arbeitet
als Schreibcoach. Weitere Informationen unter http://www.atlantic-
vision-cinema-island.com und federfunken.wordpress.com


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

Wir brauchen noch weitere Texte für unsere Artikel über Spannung! Wer
also einmal seine Szene überarbeitet sehen will, hat jetzt die
Gelegenheit.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: spannung(at)textkraft.de

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Lektorat von Hans Peter Roentgen

Ich hoffe, Sie haben sich nicht auf den zweiten Teil meines Lektorats
verlassen, sondern selbst an dem Text gearbeitet. Denn gerne wird
darauf verwiesen, wie nützlich Lesen sei, natürlich das Lesen guter
Texte. Dabei kann das Lesen schlechter Texte einem Autor noch weit
mehr weiterhelfen. Wir lernen durch die Fehler anderer. Zum einen
lernen wir, selbst solche Fehler zu vermeiden, zum anderen, wie man
sie erkennen kann, und zum dritten, dass auch andere Autoren nur mit
Wasser kochen. Niemand sollte vergessen, dass auch die besten Autoren
mal schlechte Texte produziert haben. Der Luchterhand-Lektor Siblewski
betonte im Interview, wie wichtig es ist, sich "erst einmal den
Freiraum [zu] lassen, saumäßig schlechte Sätze zu schreiben, im
Zweifelsfall einen völlig fehlkonstruierten Text" (http://www.text-
manufaktur.de/detailseite/items/id-18112010-schreiben-ist-wie-ein-
aufschlag-im-tennis---unbeherrschbar.html).

Also keine falsche Scheu, eigene Fehler zuzugeben, aber auch keine
Häme gegenüber missglückten Texten anderer. Wer das tut, reiht sich
nur in die Gruppe der Möchtegern-Literaten ein, die die eigene
Unfähigkeit dadurch kompensieren, dass sie andere Texte
abqualifizieren.


Autorenbehauptungen

Zurück zu unserem Thema "Spannung". Einer der besten Spannungskiller
sind Autorenbehauptungen. Also Sätze oder Satzteile, in denen nichts
gezeigt wird, sondern in denen der Autor dem Leser gegenüber etwas
behauptet, seinen Text kommentiert. Ein Beispiel:

..........
"Scheiße!" brüllte er wütend. Er war wirklich ganz außer sich.
..........

Da wird die Wut bereits durch den Ausruf klargestellt. Dass er
"wütend" brüllte, ist schon überflüssig. Der Satz "Er war wirklich
ganz außer sich" ist ein Autorenkommentar, der uns die Handlung
erklären soll. Wie in der Schule. Und wie in der Schule reagieren
Leser auf so etwas genervt. Solche Sätze wirken nämlich belehrend, und
wer liest schon Romane, um sich belehren zu lassen? Außerdem reißen
uns solche Bemerkungen aus der Handlung und töten damit die Spannung.

Sehen wir uns jetzt noch mal unseren Text über den Geigenbauer und die
Geigerin an [der vollständige Text ist im November-Tempest zu finden.
- die Red.]:

..........
Er lenkte seine Schritte somit in die Fuggergasse, die nach dem
schwäbischen Adelsgeschlecht benannt war, das auch in Tirol Handel
betrieben hatte. Tatsächlich, hier gab es, was das Herz begehrte.
Wahllos betrat er schließlich eines der Geschäfte und sah sich dort
um, als ihn eine Frau von hinten ansprach: "Kann ich euch behilflich
sein, mein Herr?"
Simon drehte sich wie vom Blitz gerührt um, die Stimme kam ihm bekannt
vor. Er glaubte plötzlich in die grünen Augen der Geigerin zu schauen.
War sie es wirklich, oder narrten ihn seine Sinne? Die Frau wirkte
müde und matt. Das fröhliche Funkeln fehlte. Auch war sie sehr viel
blasser als die Geigerin. Die Haare unter einer Haube versteckt.
Dennoch, rötliche Locken lugten hervor. An ihrem überraschten
Gesichtsausdruck sah er, dass auch sie ihn erkannt hatte. Er glaubte
sogar ein kurzes Aufleuchten in ihren Augen gesehen zu haben, ehe sie
den Blick plötzlich auf den Boden senkte.
Man hörte jemanden aus dem rückwärtigen Lager in das Kontor kommen.
Simon achtete nicht darauf und missdeutete ihre Geste als
Schüchternheit. In seiner Erregung glaubte er die gemeinsame
Erinnerung auffrischen zu müssen, nicht ahnend, dass er sie damit
verriet: "Ihr seid es wirklich! Die Geigerin. Die Geigerin aus
Mailand", wiederholte er freudig.
Dann sah er in das versteinerte Gesicht eines sehr beleibten Mannes in
seinem Alter. Er sagte nichts, stand nur da. Bedrohlich, wie Simon
plötzlich empfand.
"Nein", antwortete die Geigerin hastig, "ihr müsst euch irren, mein
Herr. Ich war nie in Mailand." Für den Bruchteil eines Augenblickes
verharrten alle drei in ihrer Stellung. Simon spürte förmlich die
Anspannung, die sich aufbaute. Er müsse sich wohl geirrt haben, meinte
er entschuldigend. Wer auch immer dieser Mann sein mochte, sicherlich
nicht ihr Vater oder einer der Brüder. Jetzt sah er auch deutlich den
Ansatz einer Schwangerschaft bei der Geigerin. Sein Herz pochte bis
zum Hals, dann drängte sein Verstand ihn aus dem Laden. Er musste in
ein Fettnäpfchen getreten sein. Auch wenn ihm die Zusammenhänge so
schnell nicht bewusst wurden. Aber eine innere Stimme warnte ihn.
..........

Sie werden vielleicht einiges im Text gefunden haben, was sich noch
verbessern ließe oder was geändert werden müsste. Doch dazu später.
Das Wesentliche sind hier die Autorenbehauptungen.

"In seiner Erregung glaubte er die gemeinsame Erinnerung auffrischen
zu müssen, nicht ahnend, dass er sie damit verriet." Schon dieser Satz
erklärt uns zu viel, mehr als nötig. Denn dass er sie verriet, sollte
man nicht gleich verraten, das wird in der folgenden Szene noch
deutlich genug. Und dass er mit dem Satz "Ihr seid es wirklich! Die
Geigerin" an gemeinsame Erinnerungen anknüpft, muss auch nicht
explizit gesagt werden.

Noch problematischer ist hier der letzte Absatz. Mit "Simon spürte
förmlich die Anspannung ..." folgen wir nicht mehr Simon in seinem
Abenteuer, sondern die Szene wird uns erklärt. "Sein Verstand drängte
ihn aus dem Laden." Warum ihn nicht einfach zur Ladentür schielen
lassen?

"Er musste in ein Fettnäpfchen getreten sein", wird uns erklärt, aber
das ergibt sich bereits aus der Szene selbst. "Auch wenn ihm die
Zusammenhänge so schnell nicht bewusst wurden", das erklärt uns, dass
er die Situation nicht überblickt. Eigentlich stimmt das gar nicht,
spätestens dann, wenn er entschuldigend sagt, dass er sich geirrt
haben müsse, ist klar, dass er die Situation durchaus begriffen hat.


Was ist wichtig?

Was ist denn wichtig in diesem letzten Absatz? Dass die Geigerin
behauptet, nie in Mailand gewesen zu sein. Dass Simon ihr beispringt
und sagt, er habe sich geirrt. Und dass er möglichst schnell
verschwinden will, weil die Situation bedrohlich wird. Versuchen wir
es mal:

..........
Für einen Augenblick verharrten alle drei in ihrer Stellung. Dann
beeilte sich Simon zu betonen, dass er sich wohl geirrt haben müsse.
Er schielte nach dem Ausgang.
..........

Auch hier wird klar, dass die Situation Simon bedrohlich erscheint.
Aber es wird nicht gesagt, es wird gezeigt: Er beeilt sich, die Lüge
der Geigerin zu unterstützen, er schielt nach dem Ausgang.

..........
Doch es war zu spät, der beleibte Kaufmann herrschte ihn an. "Halt
mein Freund, hier geblieben. Ihr sagtet Geigerin? Mein Weib hat seit
unserer Hochzeit keine Geige mehr angerührt. Dennoch wisst ihr, dass
sie spielen kann. Ihr habt euch nicht geirrt. Mailand, sagtet ihr?"
..........

Hier stehen in den Sätzen des Kaufmanns gleich zwei Erklärungen. Dass
die Frau seit der Hochzeit keine Geige mehr gespielt hat. Dass Simon
dennoch weiß, dass sie Geige spielt. Das ist nicht so störend wie die
Erklärungen im Absatz davor, dennoch würde ich das straffen:

..........
Doch es war zu spät, der beleibte Kaufmann herrschte ihn an. "Halt
mein Freund, hier geblieben. Ihr sagtet Geigerin? Mailand, sagtet
ihr?"
..........


Fragen offen lassen

Hier wird viel klarer, was den Kaufmann bewegt. Und dass er wütend
ist. Ohne dass die Einzelheiten erläutert werden. Jedenfalls war es
keine gute Idee, dass Simon die Frau als "Geigerin" angesprochen hat.
Mehr wissen wir jetzt noch nicht. Aber wir fragen uns, was das
Bedrohliche daran ist. In Szenen sollte man durchaus Fragen offen
lassen. Nicht alles erläutern. Nur so viel, dass der Leser orientiert
bleibt, aber neugierig genug ist, dass er weiterliest.

Simon erklärt nochmals, dass er sich geirrt habe. Dann spitzt sich die
Situation weiter zu:

..........
"Ihr seid ein schlechter Lügner, mein Freund." Er kam bedrohlich nahe
auf Simon zu. Dann herrschte er seine Frau an: "Kathrin, verschwinde.
Wir sprechen uns noch."
..........

Ein guter Absatz, der so stehen bleiben kann. Aber dann:

..........
Über die Schulter sah Simon, dass sie weinend die Stufen hoch eilte.
Vermutlich in die Wohnung. Er suchte nach dem Ausgang. Er war kein
Held, noch immer nicht. Schon wie damals in Mailand kam er sich dabei
elend vor.
Doch er musste nicht lange weiter überlegen. Der Kaufmann hatte ihn
schon am Kragen gepackt.
..........

Dass Simon "über die Schulter sah" bremst die Handlung. Wie er es
wahrnimmt, ob er es sieht oder bloß hört, ist unwesentlich. Und ob es
"vermutlich" oder "tatsächlich" die Wohnung ist, interessiert auch
nicht so besonders.

Also lassen wir die Dame einfach gehen:

..........
Weinend eilte sie die Treppe hoch.
..........

Dann kommt die Überlegung, dass Simon immer noch kein Held war, dass
er sich elend fühlte, dass es in Mailand ähnlich war. Und schließlich
packt der Kaufmann ihn am Kragen. - Was fällt Ihnen da auf?

Nun, mir vor allem, dass nichts passiert, dass uns alles direkt
erklärt wird. Wie ließe sich das ändern? Auf zweierlei Arten.

Auf die Schnelle, indem wir es einfach wegstreichen, Simon starrt der
Frau nach, der Kaufmann greift zu. Dass Simon kein Held ist, ergibt
sich daraus, dass er untätig bleibt.


Cliffhanger

Oder auf die langsame Weise. Auch das kann die Spannung erhöhen. Wir
haben einen kleinen Höhepunkt erreicht. Statt direkt fortzufahren,
bauen wir einen kleinen Cliffhanger ein. Simon erinnert sich an
Mailand. Was er damals getan (besser: nicht getan) hatte. Wie die
anderen reagierten. Wie er selbst floh und die Frau in den Händen
ihrer Peiniger zurückließ.

Die langsame Weise ist schwieriger. Weil das, was der Autor einfügt,
wirklich packend sein muss. Überlegungen wie "Schon in Mailand war er
voller Angst gewesen. Warum hatte er nicht mehr Mut? Andere
verteidigten ihre Frauen ..." sind hier keine gute Idee. Lassen Sie
auch in der Erinnerung etwas passieren. Etwas, das der Leser noch
nicht wusste.

Da ich den ganzen Text nicht kenne, kann ich natürlich nicht sagen,
was das sein könnte. Jedenfalls etwas, das in Mailand passiert ist,
was uns der Autor bisher nur angedeutet, aber nicht erzählt hat, was
auch Simon verdrängt hat. Hier sehen Sie, wie wichtig es sein kann,
nicht alles zu erzählen. Weil Sie dann etwas haben, mit dem Sie später
den Leser fesseln können. Etwas, das er sich die ganze Zeit schon
gefragt hat.


Lange oder kurze Variante?

Als Nächstes ist der Kaufmann wieder an der Reihe. Er hat Simon am
Kragen gepackt und herrscht ihn an:

..........
"So, mein Freund. Und jetzt raus mit der Sprache. Mailand! Mailand
also. Mir hat sie erzählt, sie sei bei einer Tante gewesen. Vor
unserer Hochzeit. Habt ihr ihren Leib gesehen? Selbst wenn ich sie
gleich in der Hochzeitsnacht geschwängert hätte, so schnell wächst
kein Kind. Es sind erst zwei Monate her, seit ich sie geehelicht habe.
Ich muss also annehmen, getäuscht worden zu sein. Was sagt ihr dazu?"
..........

Das ist wieder sehr ausführlich erzählt und mit vielen Einzelheiten,
die dem Leser etwas erklären. Also wieder fleißig streichen? Das wäre
eine Möglichkeit:

..........
"So, mein Freund, jetzt raus mit der Sprache. Mailand! Mailand also.
Nicht bei der Tante! Und ihr ward auch dort?"
..........

Hätte den Vorteil, dass einiges offen bleibt. Zum Beispiel das mit der
Tante und die Frage der Schwangerschaft. Weswegen es doch gut sein
könnte, den Kaufmann etwas ausführlicher reden zu lassen.

Mir persönlich gefällt die kürzere Form, eben weil sie der hektischen
Situation entspricht. Darauf könnte ein kurzer Wortwechsel folgen, der
Tante und Schwangerschaft weiter erklärt und der in der Schlägerei
endet. Aber vielleicht möchte der Autor auch etwas über den Kaufmann
aussagen. Vielleicht ist er jemand, der zwar gewalttätig ist, aber
auch einer, der sich gerne reden hört? Dann wäre die alte Version
besser.

Den Rest kennen Sie aus dem vorigen Tempest. Den Kopf einfach auf der
Ladentheke aufschlagen zu lassen, damit geht man der
Auseinandersetzung aus dem Weg.

Und auch hier zeigt sich, dass es besser wäre, einfach der Szene zu
folgen, die genug Dramatik enthält, um den Leser zu fesseln. Erklären
Sie Ihre Szene nicht, lassen Sie sie den Leser erleben! Natürlich wird
er das eine oder andere nicht verstehen. Das macht nichts, das ist
sogar gut so, weil diese offenen Fragen den Leser zum Umblättern
zwingen. Solange er orientiert ist, weiß, was Sache ist: In einem
Laden hat der Protagonist seine verlorene Liebe gefunden, doch die ist
verheiratet und der Ehemann ziemlich sauer und schlagkräftig. Das
reicht.

Zurück zur obigen Szene. Fällt ihnen noch etwas auf?


Der Zufall

Der Zufall. Simon findet seine geliebte Geigerin völlig zufällig
wieder.

Darf man das im Roman? Das Leben unterscheidet sich von Romanen
dadurch, dass im Roman alles einen Sinn machen muss, hat Neil Gaiman
mal gesagt. Muss man nicht diesen Zufall streichen und wenigstens
etwas Sinn darein legen, dass Simon seine Geigerin wiederfindet?

Ich würde sagen: Das hängt davon ab, an welcher Stelle die Szene
passiert und welche Bedeutung sie hat. Am Anfang eines Romans können
Sie viel eher den Zufall walten lassen als am Ende. Je weiter sich
Ihre Geschichte entwickelt, desto mehr muss sie der inneren Logik
folgen statt dem Zufall. Weswegen ich das im obigen Fall nicht
entscheiden kann.

Ein Tipp zum Überarbeiten

So, damit beende ich meine Korrektur der Szene. Sicher wird der eine
oder andere jetzt aufschreien: Aber da gibt es doch noch viel mehr!

Ja, Sie haben recht, es gäbe noch einiges mehr zu korrigieren. Aber
überarbeiten Sie niemals alles auf einmal. Erst mal das Wichtigste, in
unserem Fall den Aufbau der Szene. Wenn dieses Gerüst steht, kann man
sich dem Feinputz widmen. Aber erst dann.

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Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge und "Drei Seiten für ein Exposé".
Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert.


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SEMINARBERICHT:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Outdoor-Autor"
von Melanie Scharlé

An einem regnerischen Apriltag sitze ich vor meinem Romanmanuskript,
den Verzweiflungstränen nahe. Der Text macht nicht, was ich will. Mein
Held taumelt blass durch die Gegend.

Ich tue, was sich in dieser Situation mehrmals bewährt hat. Ich gehe
auf die Webseite von Andreas Eschbach, um zu sehen, ob es neue
Schreibtipps gibt. Die gibt es, und eine Ankündigung: Zwei Autoren
bieten ein neuartiges, in Deutschland so noch nicht dagewesenes
Schreibcamp an. Eine Woche Rückzug in die Tiefen des Schwarzwaldes und
zusammen fantastische Romane schreiben. Wahnsinn. Genau das brauche
ich. Die Autoren sind Michael Marcus Thurner und Frank Borsch. Kenne
ich beide nicht, aber laut Amazon haben sie schon einiges
veröffentlicht: Michael Marcus Thurner "Turils Reise", Frank Borsch
"Alien Earth". Darunter jeweils begeisterte Kritiken. Außerdem
schreiben sie Perry Rhodan-Romane und werden im Fan-Forum über den
grünen Klee gelobt. Es sind also zwei, die wissen, was sie da machen.
Fein, das schafft Vertrauen. Ich melde mich an.


Die Vorbereitung

Nach so viel Aktionismus packe ich meinen Text erst einmal für mehrere
Monate in den Schrank, in der Hoffnung, dass er nach dem Käseprinzip
durch Lagerung mehr Reife erlangt. Das Schreibcamp ist noch lange hin,
erst im Oktober.

Im September packe ich den Text wieder aus und tatsächlich: alles
Käse. Aber jetzt kommt ja bald das Camp. Und das zeigt seinen ersten
positiven Effekt. Ich schreibe weiter, egal wie es wird. Ich muss
schließlich was hinschicken zu Michael und Frank, das war Bedingung,
sonst kann man nicht mitmachen. Erste Regel gegen Schreibblockaden:
Schaff dir Verbindlichkeiten.

Dann lasse ich die Lästigkeiten des Alltags und ein funktionierendes
Handynetz hinter mir und fahre nach Hinterzarten. Schön ist es hier,
Tannen, Wiesen, Kühe, alles da. Frank und Michael sowie acht andere
Teilnehmer auch. Deren Hintergründe sind bunt zusammengewürfelt,
gemeinsam ist allen: Jeder will Autor werden. Das ist toll, man merkt,
dass es alle ernst meinen.


Das Handwerkszeug

Los geht es mit der Besprechung der Manuskripte. Meines ist gleich als
erstes dran. Es stellt sich heraus, dass die Tränen im Frühling nicht
zu Unrecht vergossen wurden. Der Text ist so, wie er geschrieben ist,
nein, machen wir uns nix vor, eher Mist. Das erste Gute ist: Ich
erfahre es auch, da wird nicht lange drum herum laviert. Das zweite
Gute: Ich erfahre, warum es nicht so gelungen ist und wie ich es
besser machen kann. Und natürlich wird auch besprochen, was an dem
Text gefällt und warum das so ist.

Kurz, wir stecken mittendrin im Handwerk. Und das so lange wie nötig.
Denn - und das ist das Beste am Camp - wir haben Zeit, sehr viel Zeit.
Wir lernen anhand der Texte, hölzerne Dialoge in authentische zu
verwandeln, papierhaft wirkenden Figuren Feuer unterm Hintern zu
machen, durch Konflikte Spannung und Drive in die Story zu bringen.
Michael und Frank geben reichlich Anregung, wie sie es umsetzen
würden.


Die Besucher

Die beiden haben einiges hinein gepackt in ihr Programm. Die
Literaturagentin Beate Riess kommt zu Besuch und erzählt, wie sie
arbeitet und was sie von eingereichten Manuskripten erwartet. Klaus N.
Frick, Chefredakteur der Perry Rhodan-Serie, verrät, was ein Lektor
macht, wie man auf einen Verlag zugeht und wie besser nicht.


Die Feuerprobe

Am Donnerstag schließlich sind wir mit der Besprechung der Manuskripte
fertig und es wird ernst. Denn jetzt geht es darum, das Gelernte in
die Tat bzw. in Worte umzusetzen. Bis Freitagmittag haben wir Zeit.
Jeder, der möchte, kann noch einmal einzeln mit Michael oder Frank
besprechen, wo die Schwachstellen im geplanten Roman sind und wie er
oder sie am besten vorgeht. Der Rest verschwindet hinter
verschlossenen Türen.

Ich trete meinen Text in die Tonne und fange neu an. Und - o Wunder -
es funktioniert. Mein Protagonist bekommt Antrieb. Unter meinem
Zwerchfell breitet sich ein Gefühl aus, das ich sonst eher aus dem Job
kenne und das sich immer dann einstellt, wenn etwas gut wird. Beim
Schreiben ist es neu für mich. Ich speichere es ab als die wichtigste
Erfahrung, die ich mit nach Hause nehmen werde: So muss es sich also
anfühlen.


Das Finale

Dann heißt es lesen, lesen, lesen. Die ganzen überarbeiteten
Geschichten. Der Effekt ist unglaublich. Alle Texte sind um Längen
besser geworden. Würde ich im Buchladen in ihnen blättern, würden sie
mich reinziehen, und wahrscheinlich würde ich das eine oder andere
Buch kaufen. Doch halt, das hier ist ein Camp, keine Kuschelrunde.
Auch jetzt schmieren wir uns nicht einfach Honig um den Bart, sondern
gehen noch einmal ernsthaft an die Analyse. Denn verbessern kann man
immer etwas.

Das Wertvollste kommt am Schluss: Jeder erhält konkrete Tipps, wie er
an seinem Manuskript weitermachen kann. Einige sind schon ziemlich
weit und benötigen nur noch etwas Bearbeitung, bevor sie an einen
Agenten gehen können.

Ich checke noch einmal schnell unterm Zwerchfell. Jawoll, es ist noch
da, das Gefühl. Ich werde weiterschreiben, bis es sich wieder
einstellt. Oder bis das nächste Schreibcamp kommt. Im April 2011 ist
es so weit, im Oktober noch einmal. Infos gibt es hier:
http://www.schreibcamp.de

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Melanie Scharlé arbeitet als Texterin, Konzeptionerin und Autorin in
Basel. 2009 gründete sie gemeinsam mit ihrem Partner die
Kommunikationsagentur Sir Prise and Lady Buy. Sie hat zwei Bücher für
Kinder mit Diabetes verfasst und schreibt Geschichten für Kinder und
Jugendliche. Mehr Infos: http://sirpriseandladybuy.com


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BUCHBESPRECHUNG:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Wie man den Bachmannpreis gewinnt" von Angela Leinen
besprochen von Gabi Neumayer


... das erfährt man in diesem Buch natürlich nicht, wie die Autorin
auch gleich klarstellt. Aber man bekommt durchaus Hinweise. Denn die
meisten der Beispiele in diesem ebenso klugen wie amüsanten Buch
stammen aus dem Bachmann-Wettbewerb. Er eignet sich ja auch in
einzigartiger Weise, um zu sehen, wie Literatur und Literaturkritik
funktionieren, denn alle Lesungen, Diskussionen und Preisvergaben sind
öffentlich und damit für alle Interessierten nachzuvollziehen.

Worum geht es denn nun in diesem Buch? Um die Fehler, mit denen
AutorInnen die Lesenden verprellen; um die Gefahrenstellen, an denen
Schreibunfälle drohen; um das, was Lesende sich wünschen; und um
vieles mehr.

Schon bei der Wahl des Themas kann man vieles falsch und einiges
richtig machen. Ein kurzer Überblick informiert über Reize und Risiken
der beliebtesten Themen, von "Arbeit, ehrliche" über "Ex, Abrechnung
mit dem/der" bis zu "XY ungelöst". Im Kapitel "Kunst oder Kacke?" geht
es um Grenzen, Skandale und Experimente. Weitere Kapitel informieren -
immer an Beispielen - über Figuren, Dialoge, das Setting oder darüber,
wie Tiefe in einen Text kommt und wie man für Sex die richtigen Worte
findet.

Ein besonderes Highlight ist der Anhang mit der "Automatischen
Literaturkritik" des Weblogs "Riesenmaschine". Die Kriterien werden
jeweils nach den Erfahrungen der Vorjahre aus dem Klagenfurter
Wettbewerb angepasst, und die automatische Kritik ergibt erstaunliche
Trefferquoten. Und das angesichts solcher Kriterien wie:

- Pluspunkte: supermarktkassenkompatible Reizwörter im Titel (je 1
Punkt für "Liebe, Leidenschaft, Fremde, Geheimnis, Wind, Schatten"
etc.); wohlwollende Besprechung von Nahrungsmitteln (2 Punkte bei
Fleisch) oder Essvorgang; plastische Chirurgie; absichtlich
unsympathischer Ich-Erzähler
- Minuspunkte: erster Absatz: Landschaft; unvollständiger Satzbau als
Konzept; es kommt Tangomusik oder irgendwas Französisches vor (Chopin,
Jean Paul, Jacques Brel oder irgendein Philosoph); unschuldige Frauen;
Synonyme für "sagen", Zusatzminuspunkte für Wendungen wie "gähnte
Leander"

Ein gar nicht abgehobenes, kluges, interessantes und witziges Buch -
mit vielen direkten und indirekten Hinweisen, von denen jede/r Autorin
profitieren kann.


Angela Leinen: "Wie man den Bachmannpreis gewinnt. Gebrauchsanweisung
zum Lesen und Schreiben", 2010, 208 Seiten, 12,95 Euro, Heyne


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INTERVIEW:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

"Man sollte sich nicht beirren lassen"
Interview mit Ulf Schiewe

Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Lieber Ulf Schiewe, Ende letzten
Jahres ist Ihr Debütroman "Der Bastard von Tolosa" als Hardcover bei
Droemer Knaur erschienen und schaffte es trotz des späten
Erscheinungstermins noch in die Top 10. Jaufré Montalban, ein junger
Adeliger, reißt nach einer Heirat wider Willen von zu Hause aus und
folgt dem Ruf des Papstes, Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien.
Nach vielen grausamen Schlachten und unnötigem Tod beginnt er, am Sinn
des Kreuzzuges zu zweifeln. Vom Krieg erschöpft und desillusioniert,
kehrt er nach 14 Jahren in seine Heimat zurück, um festzustellen, dass
seine Söhne ihn weder kennen noch akzeptieren und dass bereits ein
anderer Ritter alles daran setzt, Jaufrés Land, seinen Titel und seine
Frau für sich zu gewinnen. - Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem
beeindruckenden historischen 1.000-Seiten-Epos?

Ulf Schiewe: Ich lese gern Historisches, und so fiel mir vor Jahren
Stephen J. Rivelles Roman "Der Kreuzritter" in die Hände, verfasst in
der Tagebuchform eines Kreuzzugteilnehmers. Damals wird ein solcher
Mann wohl kaum Tagebuch geschrieben haben, aber egal ... Die
Geschichte des Ersten Kreuzzugs hatte mich gepackt. Als ich Jahre
später so weit war, selbst zu schreiben, war es fast gegeben, mich mit
diesem Thema zu beschäftigen. Natürlich wollte ich nicht den Hergang
dieses Kreuzzugs neu erzählen, sondern mich beschäftigte: Was waren
das für Männer, die alles zurückließen, sich tief verschuldeten, nur
um sich auszurüsten und dann ans andere Ende der Welt in einen fast
sicheren Tod zu ziehen? Aber noch mehr interessierte mich die Frage:
Was hat dieses Erlebnis in denen bewirkt, die überleben durften, wie
hat es sie verändert?

Das wollte ich an meiner Figur Jaufré de Montalban darstellen,
einerseits ein Haudegen und Veteran, andererseits sensibler, als es
den Anschein hat, ein von den Erlebnissen traumatisierter Heimkehrer,
der nach 14 Jahren Abwesenheit fast scheu sein heimatliches Tal
betritt, als habe er schon eine Vorahnung, dass die Re-Integration
nicht so leicht vonstatten gehen wird. Und dann kommt es ja auch zu
einigen gewaltigen Schwierigkeiten.

Außerdem ist das Zusammentreffen zweier Welten interessant. Heute
wissen wir, dass die Epoche der Kreuzzüge und die Berührung mit dem
damals weit fortschrittlicheren Orient ganz entscheidende Impulse für
Westeuropa geliefert haben. Im Kleinen sehen wir das in den Gesprächen
zwischen Jaufré und seinem moslemischen Freund Hamid und auch in den
Dingen, die Jaufré aus Outremer mitbringt, und mit denen er seine
Familie daheim in Erstaunen versetzt.


RRB/TRB: Wie gehen Sie beim Schreiben vor? Mehr planerisch oder mehr
intuitiv?

US: Beides. Am Anfang bin ich ein großer Planer. Ohne klares Konzept,
eindeutige dramatische Struktur bis hin zur Planung wichtiger Szenen
kann ich nicht anfangen. Ich verbringe auch sehr viel Zeit mit der
Figurenentwicklung, Charakter, Background, Kindheit, die Beziehungen
der Figuren untereinander, grundsätzliches Konfliktpotential durch
gegensätzliche Ziele. Ich schreibe alles auf. Beim "Bastard von
Tolosa" waren es 70 Seiten. Dazu kommen die Notizen der Recherche. Mit
dieser Vorbereitung läuft das Schreiben dann wie auf Schienen.

Allerdings, je weiter ich voranschreite, desto mehr entwickeln sich
spontane Änderungen vom Plan. Ich verwerfe Szenen und erfinde andere,
neue Figuren drängen sich auf, von denen manche plötzlich ganz
zentrale Bedeutung gewinnen. Aber dies empfinde ich als Bereicherung,
denn beim Schreiben selbst erkennt man Schwächen im ursprünglichen
Plan oder man entdeckt Elemente, die noch besser passen, man
entwickelt zusammen mit den Figuren neue Einsichten, besonders auf
psychologischer Ebene, die die Story reicher machen. Ich habe dann
keine Skrupel, innerhalb des Grundkonzepts zu ändern.


RRB/TRB: Wie sah Ihre Recherchearbeit für "Der Bastard von Tolosa"
aus? Wie wir auf Ihrer Homepage sahen, haben Sie z. B. die
französischen Schauplätze besucht.

US: Ich habe wunderbare wissenschaftliche Abhandlungen gefunden, die
mir nicht nur Einsicht in die Kreuzzuggeschichte gegeben haben,
sondern besonders in das Leben jener Epoche - Landwirtschaft, soziale
Beziehungen, Waffentechnik, Wirtschaftsleben usw.

Was die Burg "Rocafort" betrifft, so habe ich mir die Gegend zunächst
im Internet ausgesucht und dann mehrfach besucht. Ich habe selbst 16
Jahre in Frankreich und anderen frankophonen Ländern gewohnt und kenne
gut die Mentalität. Mein "Rocafort" ist ein kleines Dorf in den Bergen
der Corbières. Es heißt anders, ist ansonsten aber, wie auch die
Gegend, wie im Roman beschrieben. Rocafort oder Rochefort, diese Namen
sind nicht selten in der Gegend. Also habe ich mir den Namen geborgt.
Auf dem Burgfels ist leider außer verwitterten Resten nicht mehr viel
zu sehen. Es war vermutlich eine kleine Wachtburg, von denen ja eine
ganze Kette an der ehemals katalanischen Grenze verläuft, alle in
Sichtweite voneinander. Es war früher eine wohlhabende Gegend, heute
eher arm und einsam, aber landschaftlich wunderschön. Und die Menschen
haben ihren ganz eigenen Charme. Familiensinn, gutes Essen, Wein,
Geselligkeit und ein guter Schuss Humor. Auch das ist im Roman zu
finden.

Die im Buch beschriebene Mühle gibt es wirklich. Sie stammt aus dem
elften Jahrhundert und ist immer noch funktionsfähig.


RRB/TRB: Wie lange haben Sie an "Der Bastard von Tolosa" gearbeitet?

US: Ein Jahr Recherche und Planung. Drei Jahre Schreiben, und dann ist
noch ein Jahr mit Verlagssuche, Lektorat und Kleinigkeiten vergangen.
Natürlich alles neben einem anstrengenden Vollzeitjob.


RRB/TRB: Wie war die Zusammenarbeit mit dem Lektorat des Droemer Knaur
Verlags?

US: Sehr gut. Droemer hat eine sehr kompetente externe Lektorin
engagiert, mit der ich mich gut verstanden habe. Da ich als Anfänger
noch nicht wusste, was eine Standardseite ist, hatte ich mich ein
bisschen vergaloppiert und musste 25 Prozent kürzen. Da gab es dann
viele Kürzungsvorschläge seitens der Lektorin. Aber wichtige Szenen
mochte ich nicht verlieren, so dass ich dann jede Zeile durchgegangen
bin und jedes Gramm Ballast abgeworfen habe, ob überflüssiger Satz,
langatmige Formulierung oder unwesentliche Aussage. Das war harte
Arbeit, aber hat dem Roman sehr gut getan, und ich habe eine Menge
dabei gelernt, was mir bei weiteren Projekten zugute kommt. Von der
Lektoratsseite her war dann der zweite Durchgang schnell erledigt.


RRB/TRB: Hatten Sie Einfluss auf die Titelwahl, die Wahl des
Buchcovers oder den Klappentext?

US: Ich habe eine Liste von 15 Titelvorschlägen eingereicht. Einen
davon hat der Verlag genommen. Beim Cover hatte ich keinen Einfluss;
es gefiel mir aber auf Anhieb. Den Klappentext dagegen habe ich selbst
geschrieben.


RRB/TRB: Wie kamen Sie zum Schreiben? Gab es Vorbilder oder ein
bestimmtes Schlüsselerlebnis?

US: Ich bin ja erst spät zum Schreiben gekommen, obwohl ich das schon
lange im Hinterkopf hatte. Irgendwann hab ich mir gesagt, du musst
jetzt einfach mal anfangen, sonst wird das nie was. Schlüsselerlebnis
war eine Diskussion mit meinen Töchtern über Filmthemen. Beide sind ja
Regisseurinnen. Wir haben ein bisschen herumgesponnen, und dabei kam
mir die Idee zu Jaufré. Ich habe sogar spontan zwei Kapitel
geschrieben, blieb dann aber stecken, und die Ergüsse wanderten in die
Mülltonne. Eine ernüchternde Erfahrung. Danach war ein Jahr Pause, und
irgendwann hab ich angefangen, zu recherchieren, wie plant man
überhaupt so ein Unterfangen. Das führte am Ende zu einem ernst zu
nehmenden Projekt und professionellem Arbeiten.


RRB/TRB: Wie sieht Ihr Schreiballtag aus?

US: Früher musste ich mir die Zeit zum Schreiben von Beruf und Familie
abknapsen. Um 6:00 Uhr morgens saß ich dann verschlafen mit einer
Tasse Kaffee am Computer oder spät abends, im Hotel auf
Geschäftsreise, im Zug oder im Flughafen mit dem Laptop auf den Knien.
Ich kann zum Glück die Umwelt ganz gut ausgrenzen.

Heute hab ich es leichter. Ich bin "semi-retired" und habe deshalb
viel mehr Zeit zur Verfügung. Ich halte aber normale Arbeitsdisziplin
ein. Spätestens um neun bin ich dabei. Zwischendurch unterbreche ich
mal, um Nachrichten im Internet zu lesen, man kann nicht endlos
konzentriert sein, oder gehe eine Runde joggen. Dann geht es weiter
bis zum Abendessen.

Oft nutze ich die ersten Stunden des Tages, um die Arbeit der letzten
Tage zu überarbeiten. Das bringt mich gut rein, und dann entstehen
Bilder im Geist für die nächste Szene. Ich schreibe aber nicht so aus
dem Bauch endlose Seiten runter, sondern formuliere schon vorsichtig,
relativ nahe am Endergebnis. Ich schaffe im Durchschnitt zwar nicht
mehr als drei Seiten am Tag, aber durch das ständige Überarbeiten
während der Entstehung sind die am Ende schon in einem guten Zustand,
so dass mir wilde chirurgische Eingriffe erspart bleiben. Es geht dann
eher nur noch um Feinschliff.


RRB/TRB: Sie werden von der Literaturagentur Thomas Schlück vertreten.
Wie sieht die Zusammenarbeit mit Ihrer Agentur aus?

US: Völlig undramatisch und problemlos. Geschäftsmäßig. Ab und zu
treibt man mir die Flausen aus und erklärt mir die Realitäten des
Buchgeschäfts. Ansonsten kommen wir gut klar. An meinen Texten wurde
bisher nicht gemeckert. Mein Agent drückt sich nicht sehr
überschwänglich aus, aber er scheint meine Schreibe zu mögen. Alles
läuft sehr prompt und effizient.

Ohne Schlück wäre ich nimmer bei Droemer gelandet, denn ich weiß
inzwischen, wie schwer es ist, überhaupt einen Fuß in die Tür zu
bekommen. Ich kann einem angehenden Autor nur raten, sich einen guten
Agenten zu suchen. Obwohl auch das nicht ganz einfach ist, denn auch
der will natürlich überzeugt werden.


RRB/TRB: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Autor aus?

US: Oh, mein Gott! Eine schwere Frage. Oder zumindest spielt da so
viel hinein, dass eine kurze Antwort nicht leichtfällt. Und natürlich
hat da jeder seine eigene Definition.

Für mich persönlich steht das Erzählen im Vordergrund, das Fabulieren
und das Faszinieren des Zuhörers. Es gibt da ein schönes französisches
Wort, "le raconteur", der Erzähler. Das Wort hat allerdings auch eine
pejorative (abwertende) Bedeutung: Lügner, ein Kerl, der einem wilde
Geschichten auftischt. Das gefällt mir. Ein Romanschreiber, besonders
im historischen Bereich, präsentiert ja so eine Mischung von Wahrheit
und Fantasie.

Ich sagte: Zuhörer, weil die Menschen seit Ewigkeiten Geschichten am
Lagerfeuer erzählt haben, von ihren Helden, von Mythen, von
Lebenslehren und Erfahrungen. Ein guter Autor reiht sich in die uralte
Tradition der Geschichtenerzähler ein. Seine Leser bei der Hand zu
nehmen und in eine fremde Welt zu entführen, sie das spannende
Schicksal unvergesslicher Figuren miterleben zu lassen, und dies mit
einer so bildhaften Plastizität und Nähe, dass der Leser alles andere
um sich herum vergisst. Das ist für mich das Wichtigste an einem guten
Autor.


RRB/TRB: Gibt es irgendein Genre, das Sie neben dem historischen Roman
noch reizen würde?

US: Ich würde auch gern mal einen guten Thriller schreiben. Obwohl
meine Bücher solche Elemente bereits enthalten, ja, gar nicht ohne
auskommen. Aber ein Thriller, wie man das Wort versteht, müsste
natürlich in der Gegenwart spielen.


RRB/TRB: Wie sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus?

US: Mein zweiter Roman "Die Comtessa" ist abgeschlossen und erscheint
bei Droemer im April 2011. Diesmal ist es eine weibliche
Protagonistin, eine blutjunge Adelige und Vollwaise, die Vizegräfin
von Narbonne aus dem 12. Jahrhundert, der man ihr Erbe abspenstig
machen will und die sich unbeirrt gegen ihre ehrgeizige Stiefmutter
und die Interessen der Mächtigen im Lande durchsetzt. Trotz
übermächtiger Widersacher, trotz Krieg, der darüber ausbricht, und
abenteuerlicher Flucht gelingt es ihr, ihr Erbe durchzusetzen und
allein als Frau, ungewöhnlich für die Zeit, hoch respektiert 50 Jahre
lang ihre Grafschaft zu regieren. Eine wahre Begebenheit.

Im Augenblick plane ich einen dritten Roman, der ebenfalls in jener
Zeit und Region spielt. In "Die Comtessa" habe ich einige wenige
Figuren aus dem "Bastard" übernommen, das Gleiche plane ich jetzt auch
für den dritten, obwohl alle drei ganz unabhängige Geschichten sind.
Aber diese Figuren, wenn auch nicht immer Hauptprotagonisten, sind
dennoch ein Bindeglied zwischen meinen provenzalischen Abenteuern. Und
der Leser kann sich mit mir freuen, sie wiederzutreffen.


RRB/TRB: Hätten Sie noch einen Rat für angehende Autorinnen und
Autoren?

US: Ach, ich bin ja selber noch ein "Jungautor". Deshalb weiß ich
nicht, wie wertvoll meine Ratschläge sind. Aber zum Schreiben gehören
ohne Zweifel Talent und viel lesen. Beides entwickelt ein Gefühl
dafür, was gut ist und was nicht. Das kann man durch kluge Bücher noch
verfeinern. Man lernt, was die großen Profis zu Dramatik,
Figurenzeichnung, Spannungsbogen, Ausdruck sagen. Wie setzen sie
selbst das um?

Trotzdem sollte man sich auch nicht den Kopf nur mit Theorie und
Regeln vollstopfen, sondern seinem eigenen Bauchgefühl trauen.
Natürlich gehört dazu, dass man rigoros kritisch jeden eigenen Satz
beäugt. Entstehen vor dem inneren Auge die Bilder, die man sich
wünscht? Wie kann man es noch besser sagen, noch treffender,
sparsamer? Wer keinen Spaß am Überarbeiten hat, der wird nicht das
Beste aus sich herausholen. Das Gleiche gilt für Figuren. Sind sie
authentisch? Haben sie menschliche Tiefe, oder hat sich da irgendwo
ein Klischee eingeschlichen? Da ist es manchmal gut, Abstand zu
nehmen, einen Text ruhen zu lassen und dann mit frischem Blick
kritisch auf sich wirken lassen.

Manche mögen möglichst viele Testleser. Ich eher nicht. Denn am Ende
sollte man sich nicht beirren lassen, sondern in der Hauptsache auf
die innere Stimme vertrauen.


RRB/TRB: Herzlichen Dank für das Interview!

US: Ich danke auch.


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DES BÖSEN LEKTORS WÖRTERBUCH:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Literaturpreis
1. Willkommene Möglichkeit für etablierte Autoren, ohne Zutun die
Portokasse aufzufüllen.
2. Billige Publicity für Gemeinden und Organisationen, die den L.
ausschreiben.

Literaturzeitschrift
Versteck für Gedichte und Kurzgeschichten, wo sie garantiert niemand
findet.

Lüge
Mittel zum Zurechtschneidern der Wahrheit dergestalt, dass sie
zwischen zwei Buchdeckel passt.

Lyrik
Schnellster Weg zu beweisen, dass man nicht schreiben kann.

..........
aus: Dr. Honeyball Lektor / Stephan Waldscheidt (Hrsg.): "Zehn Gründe,
eine Schriftstellerin zu heiraten", Satire, 128 Seiten mit Abbildungen
und Cartoons. Mehr dazu: http://www.waldscheidt.de


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


Drehbuch: Oliver Pautsch
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Fandom: Thomas Kohlschmidt
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Fantasy: Stefanie Bense
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Heftroman: Arndt Ellmer
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Historischer Roman: Titus Müller
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Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik
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Lesungen: Rüdiger Heins
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Lyrik: Martina Weber
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Sachbuch: Gabi Neumayer
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Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss
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Schreibgruppen: Ute Hacker
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Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
sf-autor at experte pt autorenforum pt de
Übersetzung: Barbara Slawig
uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de
Verlagswesen: Bjørn Jagnow
verlagswesen at experte pt autorenforum pt de

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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt
und in einem Buch zusammengefasst - thematisch sortiert und
aktualisiert:

Björn Jagnow: "Fragen und Antworten zu Urheberrecht, Verlagswesen und
Vermarktung", 2009, 188 Seiten, 10,00 Euro, Edition Octopus


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HISTORISCHEN ROMAN:
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Titus Müller (historischer.roman at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Ich schreibe momentan an einem historischen Roman über den 1.
Weltkrieg. Ist es möglich, dass durch den 2. Weltkrieg das Thema
langweilig geworden ist (weil es nicht mehr aktuell ist)? Und / Oder
dass man es auch als frech und respektlos verstehen kann, darüber
einfach einen Roman zu schreiben?


Antwort:
Bei einem Roman über den 1. Weltkrieg hast du mit dem Leser-Vorurteil
zu kämpfen, es ginge nur um den Krieg. Mir haben Lektoren gesagt,
bloße Schlachten und Gefechte seien bei den Lesern momentan nicht
nachgefragt - ein Kriegsroman habe aber Chancen, wenn er über das
Kriegsgeschehen hinaus ein Thema hat und der Schauplatz sich
beispielsweise nicht allein an der Front befindet. Da musst du für
deinen Stoff die richtige Balance finden, den Krieg zu erzählen und
doch nicht nur den Krieg.

Frech oder respektlos ist es in meinen Augen keinesfalls, über den 1.
Weltkrieg zu schreiben. Es gibt auf der Welt andauernd Kriege, und
auch unsere eigene Vergangenheit diesbezüglich ist ein legitimer
Romanstoff, wie ich finde.

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Aktueller Roman: "Die Jesuitin von Lissabon". Im November 1755 erlebt
die Welt eine Zeitenwende. Historischer Roman, 453 Seiten, 19,95 Euro.
"Ein authentischer Anlass und eine faszinierende Handlung. Jede Seite
atmet Geschichte." (Wolf Serno). Mehr Infos unter
http://www.titusmueller.de.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Momentan informiere ich mich über diverse Möglichkeiten, den Text, den
ich gerade verfasse, in Druckform rauszubringen. [...] Zielgruppe
[...] sind die Betroffenen selber. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit,
dass ich über persönliche Kontakte (etwa 99% im Internet) mehr
potentielle Käufer erreiche als ein Verlag über Werbung (die bei einer
so kleinen Auflage eh gegen null tendieren wird), liegt wohl bei glatt
1.

Irre ich mich, oder ist BoD / Engelsdorfer tatsächlich die perfekte
Lösung für mein Vorhaben? "Perfekt" in dem Sinne, dass ein Verlag
Kohle für eine Leistung einstreicht, die der Verbreitung in dem
vorliegenden Fall keinen messbaren Erfolg bescheren wird. Vielfach
hatte ich in Autoren-Foren gelesen, dass gerade das "Marketing" für
die Autoren eine Angelegenheit ist, die sie lieber in professionelle
Hände und allgemein übliche Vertriebswege legen würden. Bei mir ist es
eben so, dass die wenigsten der Zielgruppe von Langeweile geplagt
samstags durch die Buchhandlung strömen und zufälligerweise über einen
Aufsteller stolpern, der mein 500er-Auflage-Büchlein bewirbt.
[...]
Ich sehe momentan keinen echten Vorteil in einem "echten" Verlag. Habe
ich irgendetwas ganz Wichtiges übersehen?


Antwort:
Es gibt keine "echten" oder "unechten" Verlage. Trotzdem stimmt die
Beobachtung natürlich, dass Verlage in ganz unterschiedlichem Umfang
für die bei ihnen erscheinenden Werke aktiv werden. Leider ist das
aber nicht nur vom jeweiligen Verlag abhängig, sondern schwankt auch
von Veröffentlichung zu Veröffentlichung erheblich.

Als Richtschnur kann man sagen, dass ein Buch umso weniger Pflege vom
Verlag bekommt, je schlechter es in das Verlagsprogramm passt, und
umso mehr Pflege erhält, je lohnenswerter der Aufwand dem Verlag
erscheint. Gibt es bereits eine Buchreihe im selben Themenkreis,
vermarktet sich das Buch mindestens schon mal in diesem Zusammenhang
mit. Womöglich wird sogar noch mehr Energie investiert, wenn der
Verlag mit diesem Buch viele Käufer gewinnen kann.

Wie sehr der Verlag bereits im Buchhandel verankert ist, kann auch
einen Einblick in das Verkaufspotential geben. Eignet sich das Buch
für die Laufkundschaft, dann hilft die Präsenz im Buchhandel. Ist das
Thema eher speziell und wird ohnehin eher bestellt als spontan
mitgenommen, dann spielt der lokale Buchhandel eine geringere Rolle.
Allerdings kann dann der Online-Buchhandel von Bedeutung sein.

Nicht alle Verlage sind aber überhaupt in der Vermarktung aktiv.
Andere sind eher Druck- und Auslieferungsdienstleister, kümmern sich
selbst aber gar nicht um die Vermarktung.

Eine pauschale Antwort, ob sich Verlage generell lohnen oder nicht,
lässt sich daher nicht geben. Es kommt immer auf den jeweiligen
Einzelfall an. Einen "aktiven" Verlag zu suchen, nützt schlussendlich
nur, wenn man dort auch unter Vertrag genommen wird. Ein Verlag, der
nicht vermarktet, nützt allenfalls für Druck, Auslieferung und
Zahlungsabwicklung.

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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler (http://www.bjoernjagnow.de/). Sein Fantasy-Thriller
"Wilde Jagd" ist als kostenloses PDF lieferbar (http://nbn-
resolving.de/urn:nbn:de:0062-wildejagd1-8).


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und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
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