Ausgabe 12-08 (20. August 2010)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipp
Leserbrief
Autorenwissen
   "Immer was am Laufen, Teil 2: Läuferhochs"
   Frank Borsch
Buchbesprechung
   "Von Arsen bis Zielfahndung"
   besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Michael Böttler
Des bösen Lektors Wörterbuch
Frag den Experten für Verlagswesen
   (Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Fantasy
   (Stefanie Bense)

EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren,

der erste Teil von Frank Borschs Artikel "Immer was am Laufen" hat
vielen von euch aus der Seele gesprochen, wie auch der Leserbrief
unten zeigt. Heute gibt‚s den zweiten Teil von Franks Beitrag.

Außerdem im aktellen Tempest: ein Interview mit dem Künstler,
Grafikdesigner und Covergestalter Michael Böttler, eine
Buchbesprechung, die vor allem KrimiautorInnen unbedingt lesen
sollten, Neues von Honeyball Lektor, spannende Expertenantworten zu
den Themen Exposé und Persönlichkeitsrecht - und natürlich neue Tipps,
Kicks, Links und Ausschreibungen.

Der Tipp des Monats August, diesmal von Wolfhard Symader:

Schreibt einen Schreib-Ratgeber für euch oder eure Freunde
(Materialsammlung genügt). Denn das, was man erklären
und belegen kann, das hat man selbst verstanden.
An allem anderen muss man noch arbeiten.

Unsere immer wieder total überraschende Überraschungsverlosung hat
diesmal der Tipp-Geber des heutigen Monats gewonnen, Wolfhard Symader:
ein wunderschönes Magnetlesezeichen in positivem Grün mit einem
inspirierenden Autorenspruch darauf.

Wer nun angesichts dessen neidgeplagt seinen PC zerschmettern will:
Halt! Schreibt uns stattdessen einfach kurz - in Anlehnung an den
Artikel von Frank Borsch -, wie ihr euch körperlich und geistig fit
fürs Schreiben haltet. Dann seid ihr bei der nächsten Verlosung dabei!

Lasst es euch im Restsommer gutgehen - und uns auch (sprich: Wenn ihr
ein paar Euro als Beitrag für den Erhalt des Tempest übrig habt, denkt
an uns)!

Gabi Neumayer
Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto
von autorenforum.de:

Sparda Bank Südwest eG
BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2010"

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
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ISSN 1439-4669 Copyright 2010 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipp
Leserbrief
Autorenwissen
"Immer was am Laufen, Teil 2: Läuferhochs"
Frank Borsch
Buchbesprechung
"Von Arsen bis Zielfahndung"
besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Michael Böttler
Des bösen Lektors Wörterbuch
Frag den Experten für Verlagswesen
(Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Fantasy
(Stefanie Bense)
Impressum


TEIL 2:

Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum


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HALL OF FAME:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. 60 Zeichen - und kein einziges mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG, NEU!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat!

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an
redaktion at team pt autorenforum pt de.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr
verschickt!~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~

Manuel Charisius: "Streuner", Heyne 2010, Fantasy. Weitere Infos:
http://www.manuel-charisius.de

Christa Baumann/Stephen Janetzko: "Engeladvent im Kindergarten", Don
Bosco-Verlag 2010, Buch und CD. Die schönsten Ideen zum Spielen,
Basteln und Musikmachen

Bettina Haskamp: "Hart aber Hilde", Marion-von-Schröder-Verlag 2010.
Heiterer Frauenroman um eine liebenswerte Chaotin

Martina Weber: "100 Fragen zu Patientenverfügungen und Sterbehilfe",
Brigitte Kunz Verlag 2010, Fachbuch. Wissenschaftlich fundierte
Aufbereitung der Rechtslage


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SCHREIB-KICK:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Unser Schreib-Kick für den August, diesmal von Brigitte Meertens:

Aus dem Faltblatt der Urlaubsorte, die ich besuche, suche ich mir ein
"Objekt" aus. Mein(e) Protagonist(in) will dort hin. "Warum?", frage
ich. Er / Sie sagt: "Ich habe eine Verabredung mit einer
Internetbekanntschaft."


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LESETIPP:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,702573,00.html: Was
werden wir in zwanzig Jahren lesen? Und wie werden wir lesen? Auf
Papier oder auf Tablets? Zehn Antworten von James Patterson, dem
erfolgreichsten Autor der Welt, der die Buchbranche wie kaum ein
anderer kennt.

http://www.tintenzirkel.de: Der Fantasy-Autorenkreise "Tintenzirkel"
möchte eine Brücke zwischen Anfängern, Fortgeschrittenen und Profis
schlagen. Originalität, Teamfähigkeit und der Wille, sich stetig
weiterzuentwickeln, sind die wichtigsten Kriterien für eine
Mitgliedschaft.


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LESERBRIEF:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Charlotte Brinkmann schrieb uns zum ersten Teil des Artikels von Frank
Borsch, "Immer was am Laufen", im letzten Tempest:


Ich habe zahllose Berichte von Schriftstellern gelesen und gehört, die
von sich behaupten, acht Stunden am Tag zu schreiben. Das hat mich
schon immer gefrustet, denn ich kriege das nicht hin. Obwohl ich in
der glücklichen Situation bin, einen gut verdienenden Ehemann zu
haben, kann ich selten mehr als den halben Tag konzentriert schreiben,
selbst wenn ich genug Zeit habe. Zwischendurch springe ich immer
wieder auf, rupfe Unkraut im Garten oder räume die Küche auf etc.
Außerdem engagiere ich mich in einer Umweltschutzorganisation.

Dank Franks wunderbarem Beitrag brauche ich jetzt kein schlechtes
Gewissen mehr zu haben! Ehrlich gesagt, ist die Kombination Hausfrau-
Schriftstellerin-Umweltaktivistin für mich ideal! Bei der Hausarbeit
kann ich meinen kreativen Teil im Untergrund arbeiten lassen, und in
der Umweltgruppe erlebe ich das pralle Leben. Die vielen Konflikte
liefern mir genug Stoff für endlos viele Romane!

Herzlichen Dank an Frank, ich freue mich auf den zweiten Teil!

[... den ihr gleich anschließend lesen könnt! - die Red.]


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AUTORENWISSEN:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Immer was am Laufen, Teil 2: Läuferhochs"
von Frank Borsch


Sport ist mittlerweile zu einem untrennbaren Teil meiner Existenz als
Autor geworden. Genauer gesagt: Ausdauersport.


Ein Unfall

Begonnen hat es mit einem Unfall vor einigen Jahren. Ein unbedachter
Ausfallschritt beim Badminton mit Freunden ... und, schwupps, war die
linke Achillessehne gerissen. Eine Routine-OP und acht Wochen Gips
später war meine Sehne wieder zusammengewachsen (und hat seitdem
gehalten). Von meiner Wade aber war nach der erzwungenen Ruhigstellung
nur ein mehr schlecht als recht gefüllter Hautsack geblieben, der
traurig am Knochen baumelte.

Kein schöner Anblick - und gleichzeitig ganz schön motivierend. Ich
war bereit, Dinge zu tun, die mir unter gewöhnlichen Umständen niemals
in den Sinn gekommen wären. Wie zum Beispiel Joggen. Ich gehöre zu den
Menschen, die in der Schulzeit den 1.000-Meter-Lauf im Sportunterricht
nie zu Ende gebracht haben. Damit schien dieses Kapitel für mich
abgeschlossen. Nach dem Unfall sagte mir mein Arzt, dass Laufen der
beste Weg sei, den Wadenmuskel wiederaufzubauen.

Also lief ich.

Und litt.

Niemals fühlst du dich so unsportlich wie in den Momenten, in denen du
mit Sport anfängst. Du keuchst wie ein Asthmatiker, schwitzt wie doof,
und buchstäblich alles tut dir weh. Du wirst mit der Nase darauf
gestoßen, wie jämmerlich wenig du drauf hast, und willst nur noch
eines: zurück aufs Sofa.

Ich wollte es auch. Aber ich lief weiter.

Ich wollte diesen Hautsack loswerden, unbedingt. Und es klappte. Sogar
erstaunlich schnell. Innerhalb von ein paar Wochen war aus dem
Hautsack wieder eine Wade geworden und damit war mein Ziel erreicht.
Ich konnte es also wieder gemütlich angehen lassen - und stellte
verblüfft fest, dass ich es nicht wollte. Ich hatte Spaß am Laufen
gefunden. Es erfüllte mich mit einer tiefen Zufriedenheit, die die
Anstrengung mehr als wert war.


Mehr kreative Zeit

Mehr noch: Ging ich nach meiner Vier- oder Fünf-Stunden-Schicht am
Schreibtisch laufen, war mein dicker Schädel plötzlich wie
weggezaubert. Setzte ich mich nach dem Laufen noch einmal an den
Schreibtisch, ging plötzlich noch einmal etwas. Unverhofft hatte ich
eine oder sogar zwei kreative Stunden am Tag dazugewonnen.

Kreative Stunden - und haufenweise Ideen und Einsichten.

Probleme und Fragen, an denen ich im Privaten wie im Schreiben
herumdokterte, ohne weiterzukommen, lösten sich plötzlich auf geradezu
magische Weise. Kam ich vom Laufen zurück, wusste ich meistens, was
ich zu tun hatte.

Durch Zufall war ich auf die ultimative Antwort auf die uralte
Klischee-Frage gestoßen, die jeder Autor fürchtet: "Woher holen Sie
eigentlich Ihre Ideen?" Meine neue Antwort lautete: "Aus dem Wald. Ich
muss da nur ungefähr eine Dreiviertelstunde hin- und herrennen, der
Rest kommt von alleine."

Wundersam. Prima. Und eigentlich hätte ich der glücklichste Mensch
(und Autor) auf dieser weiten Welt sein sollen. Doch so einfach tickt
der Mensch nicht. Er traut Dingen nicht, die zu gut sind, um wahr zu
sein.


Das schlechte Gewissen

Die alten Vorstellungen sitzen tief. Arbeit ist Arbeit. Sie dauert den
ganzen Tag, ist anstrengend und mit Schweiß verbunden. Aber nicht mit
dem Schweiß des Läufers. Ich kann doch nicht einfach am helllichten
Nachmittag den Herrgott einen guten Mann sein lassen, in die
Laufschuhe steigen und losziehen, sagte ich mir. Arbeit ist nie zu
Ende. Es gibt immer etwas, was man noch anpacken kann, ja, anpacken
muss. Gerade als Freiberufler, dem niemand sagt, dass jetzt aber
wirklich Feierabend ist.

Dazu kommt: Der Tag ist zu kurz. Es gibt immer mehr zu tun, als man
hinbekommt. Man nimmt sich immer mehr vor, als zu schaffen ist.
Einfach einen Strich ziehen und die Arbeit Arbeit sein zu lassen,
passt da nicht hinein.

Ich bin trotzdem gelaufen. Aber nicht so oft, wie ich hätte sollen,
und mit latent schlechtem Gewissen. Ich habe mich buchstäblich
weggeschlichen.


Laufen ist Teil der Arbeit!

Bis mir vor ein paar Jahren die Erleuchtung kam (einfach so, und
natürlich beim Laufen): Gehe ich laufen, renne ich nicht vor der
Arbeit weg, im Gegenteil. Das Laufen ist Teil meiner Arbeit. Es gehört
ebenso dazu wie das Schreiben an sich, das Recherchieren, das
Korrigieren, die Telefonate mit Kollegen und Verlagen oder die
Steuererklärung.

Seit meiner Erleuchtung läuft es (sich) prima. Ich habe gelernt,
meiner Intuition zu trauen. Geht meiner Kreativität die Puste aus,
werde ich müde, dann schalte ich den Rechner aus, schlüpfe in die
Laufschuhe und renne los und drehe eine Runde. Danach sieht die Welt
wieder anders aus. Oder ich steige aufs Mountainbike, was den Ideen-
Effekt zuweilen mit Adrenalin anreichert, wenn es schwierige Single-
Trails runtergeht. (Es gibt also doch das ein oder andere Abenteuer
für einen Autor ;-) .)

Oder ich schaue im Fitness-Studio vorbei. Dort drücken sich inzwischen
die Generation 40+ und ganz normale Menschen herum, die Bodybuilder
sind meist längst in den Keller oder in eine unauffällige Ecke
abgeschoben, wo sie niemanden stören. Crosstrainer und Laufband sind
Geräte, die wohl nie unter die Vergnügungssteuer fallen werden, aber
praktisch. (Unter anderem haben sie verschiedene Anzeigen. Unter uns:
Die Kalorieanzeige lügt, aber die Stoppuhr hat mir verraten, wie lange
ich laufen muss, bis meine Kreativität Fahrt aufnimmt: sieben Minuten.
In einer Stunde kommt da einiges zusammen.) Der Vorteil: Ins Studio
kannst du immer gehen, egal, wie viel Schnee sich draußen türmt. Die
Ideen kümmert es nicht, ob du sie auf einem schnuckeligen Waldweg oder
einem profanen Crosstrainer rausschwitzt.

Und: Du kannst dort Krafttraining betreiben. Das ist zwar ebenfalls
nicht vergnügungssteuerpflichtig, es produziert nicht halb so viele
Ideen wie Ausdauersport, aber es hält deinen Rücken zusammen. Und das
lohnt sich. Ein Autor braucht einen starken Rücken.

So, und jetzt genug für heute. Ihr wisst schon: Die Laufschuhe warten!

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Franks Blog findet ihr unter http://www.blosse-worte.de. Und wer mit
Frank einmal eine Runde im Wald drehen will, findet die Gelegenheit
dazu hier: http://www.schreibcamp.de


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BUCHBESPRECHUNG:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Von Arsen bis Zielfahndung"
besprochen von Gabi Neumayer

Wir alle wissen, wie Krimis funktionieren. Wir kennen die weißen
Linien, die den Fundort einer Leiche markieren; die findigen
Polizisten, die mal eben im Schrank eines Verdächtigen stöbern; die
Gerichtsmediziner, die schon am Tatort die ungefähre Todeszeit angeben
können. All das gehört zur Wirklichkeit unserer Krimis - genauer: der
(vorwiegend amerikanischen) TV-Krimis. Mit der Realität (zumal mit der
deutschen) hat das alles aber nur wenig zu tun.

Die Krimiautorin und der Fahnder, die dieses Buch geschrieben haben,
sind weit davon entfernt, die Realität über die Erfordernisse
fiktionaler Geschichten zu stellen. Aber sie möchten KrimiautorInnen
helfen, die zum Beispiel wissen wollen:

- wie es wirklich zugeht bei polizeilichen Ermittlungen
- welche Motive realistisch sind
- welche Waffen, Gifte und Mordmethoden welche Wirkungen haben
- welcher Prozess tatsächlich abläuft, wenn jemand eine Leiche findet
- welche Aufgaben Staatsanwaltschaft, BKA, Richter und andere haben
- was man an einer Leiche alles ablesen kann

Das Wunderbare an diesem Buch ist, dass es randvoll mit konkreten
Informationen zu all diesen Themen (und noch mehr) steckt, zugleich
aber nicht nur verständlich, sondern regelrecht spannend geschrieben
ist - und witzig dazu, nicht zuletzt durch den fiktiven Fall, der das
gesamte Buch durchzieht.

Wunderbar ist auch, dass KrimiautorInnen durch die Realität, wie sie
hier geschildert wird, nicht in ihrer Kreativität beschnitten werden,
sondern im Gegenteil auf unzählige neue Ideen kommen können.

Und wunderbar ist nicht zuletzt, dass dieses Buch seinen LeserInnen
viele Tage oder gar Wochen mühevoller Recherche erspart.

Praxisnah, lehrreich, spannend, mit vielen Aha-Erlebnissen. Kurzum:
Rundum empfehlenswert - und ein Muss für alle, die Krimis schreiben.



Manfred Büttner, Christine Lehmann: "Von Arsen bis Zielfahndung. Das
aktuelle Handbuch für Krimiautorinnen und Neugierige", 2009, 250
Seiten, 16,90 Euro, Argument Verlag


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INTERVIEW:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

"Jedes Ding hat seine Zeit"
Interview mit Michael Böttler

Für uns ist es immer wieder ein Erlebnis, durch eine Buchhandlung zu
schlendern und all die tollen - auch miteinander konkurrierenden -
Buchcover zu sehen. Doch wer sind eigentlich diese Künstler, die mit
ihrem Illustrationstalent jedem einzelnen Buch zu einem passenden
Gewand verhelfen? Wir wollten mehr über so ein Grafikerleben wissen,
und so haben wir einen dieser talentierten Menschen interviewt.


Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Lieber Michael Böttler, gerade ist
Michael Borliks Urban-Fantasy-Roman "Nox" im Thienemann-Verlag
erschienen, und Sie haben den eindrucksvollen Schutzumschlag für
diesen Roman gestaltet. Welche Überlegungen spielen für Sie beim
Entwickeln eines solchen Covers eine Rolle?

Michael Böttler: Zuallererst müssen die Wünsche des Verlags auf jeden
Fall respektiert werden. Für die Umschlaggestaltung - wie überhaupt
für jedes Design - ist ein gutes Briefing wichtig. Im besten Fall kann
die Lektorin / der Lektor abschätzen, welche Informationen relevant
sind und was einen kreativen Fluss eher einschränkt. Der Verlag muss
wissen, in welche Richtung er gehen möchte. Wen soll das Cover
ansprechen? Soll es genretypisch sein oder mit Sehgewohnheiten
brechen? Soll es sich ganz eng an dem orientieren, was gerade "in" ist
(im Falle von NOX wäre das die Bis(s)-Optik gewesen), oder darf es so
überhaupt nicht aussehen? Darauf muss ich als Gestalter Rücksicht
nehmen.

Wenn ein Briefing sehr offen gehalten ist, nehme ich mir als Nächstes
das Manuskript vor und lasse die während des Lesens entstehenden
Bilder in meinem Kopf frei herumspinnen. Ist ein Briefing konkret und
soll sich das Cover z. B. auf eine bestimmte Szene des Buchs
beschränken, überlege ich, während ich das Manuskript lese, ob sich
das plakativ umsetzen lässt oder ob in anderen Teilen mehr Potential
steckt.

Wenn ich etwas anders sehe oder Bedenken habe, bespreche ich das mit
dem Lektorat. Ohne eine gute kommunikative Zusammenarbeit mit dem
Lektor geht es nicht. Ich denke, jeder Autor weiß, wovon ich rede.

Das Wichtigste ist, dass einem das, was man macht, selbst gefällt und
dass man davon überzeugt ist. Es gibt viele, die das leugnen, die sich
hinter der Zielgruppe oder was auch immer verstecken. Aber ich denke,
die schwindeln.

Mein schlimmster Feind ist das "Könnte man nicht noch ..." In diesem
Fall weiß ich, der Entwurf ist tot, und es beginnt der zähe,
verzweifelte Versuch der Lebenserhaltung. Und über mein Gegenüber
verrät es, dass es selbst nicht weiß, was es will. Das heißt nicht,
gewünschte Änderungen zu ignorieren. Änderungswünsche können gute
Designs zu sehr guten machen. Bei NOX hatte ich da großes Glück, auch
wenn das erste Cover in einem Stadium abgeschossen wurde, in dem es
eigentlich abgeschlossen war. Ich wurde aber schon im Vorfeld gewarnt,
dass das in diesem speziellen Fall passieren könnte, und so war es
nicht weiter schlimm.


RRB/TRB: Wie kommen Sie auf die Ideen für ihre Illustrationen? Wie
entwickelt sich eine Buchcover-Idee in Ihrem Kopf, auf dem Papier und
am Computer?

MB: Ich versuche, die während des Manuskriptlesens in meinem Kopf
entstandenen Eindrücke festzuhalten. Kleine, mit Adjektiven versehene
Skizzen auf Papier leisten gute Dienste, oder ich recherchiere erst
mal, wenn ich mich mit einem Thema zu wenig auskenne. Einmal steht für
mich die Typografie an erster Stelle, das nächste Mal Form oder
Textur. Oder ich setze mich mit einem Farbfächer ans Fenster und denke
über Farben nach. Manchmal wird als Erstes nach Fotos gesucht oder
ohne großen Aufwand fotografiert. Das klingt unstrukturiert, aber das
Ergebnis zählt, und so habe ich keinen Bedarf, meinen "Workflow" in
feste Bahnen zu lenken.

Wenn die ganzen Vorarbeiten abgeschlossen sind, setze ich mich für die
Ausführung an den Rechner. Hier wird das Chaos geordnet, Ideen, die im
Kopf oder auf dem Papier gut aussahen, werden verworfen oder weiter
ausgearbeitet. Der Computer ist meine Leinwand. Es geht, das dürfte
niemanden wundern, vom Groben ins Feine. Die Ausarbeitung erfolgt auch
nicht unbedingt linear. Manche Teile werden recht weit ausgearbeitet,
andere zunächst in einer Art Rohform belassen. Am Ende muss alles
zusammenpassen, und das Ergebnis muss auf dem Bildschirm und ,was noch
wichtiger ist, gedruckt überzeugen.

Ich versuche, auf meine Art "stillos" im positiven Sinn zu sein. D. h.
einem Thema nicht meinen Stil aufzuzwingen, sondern diesen aus der
Sache selbst herauszubilden.


RRB/TRB: Wie lange haben Sie am Schutzumschlag für "Nox" gearbeitet?

MB: Mmmmmh. Ich schätze, mit allem Drum und Dran für die erste
(gemalte) Version eineinhalb Wochen, vielleicht auch länger. Die
endgültige Version entstand in eineinhalb Tagen, ich war ja voll in
dem Thema drin und konnte außerdem auf die Typo von Version 1
zurückgreifen. Das gemalte Cover war von Anfang an als Experiment
gedacht, und obwohl es bei der Zielgruppe gut ankam, wollte man, aus
meiner Sicht natürlich zu spät, doch eine Fotolösung. Heute bin ich
glücklich mit der Entscheidung, denn es ist das direktere Cover.
"Tara" zieht dich unmittelbar in ihren Bann :-)


RRB/TRB: Wie umfangreich ist bei der Gestaltung die Zusammenarbeit mit
dem Verlag oder dem Autor?

MB: Die Zusammenarbeit mit dem Verlag ist, wie oben beschrieben, die
wichtigste Grundlage für ein gutes Cover. Wie umfangreich sie ist,
hängt natürlich auch davon ab, wie gut man sich kennt. Ist es das
erste gemeinsame Projekt oder arbeitet man schon lange zusammen?

Die Wünsche des Autors werden, soweit vorhanden, über das Lektorat
gefiltert. Natürlich ist das Buch in erster Linie das Kind des Autors.
Aber vielleicht ist es, wie im wirklichen Leben, eben besser, wenn die
Eltern keinen Einfluss auf das Erscheinungsbild haben.

Dazu braucht der Autor Vertrauen. Er muss wissen, dass Verlag und
Grafiker alles in ihrer Macht Stehende tun, um das Baby so gut
aussehen zu lassen wie möglich. Dass sie über das nötige Fachwissen
verfügen und darüber hinaus das "Kind" zu ihrem eigenen machen werden.


RRB/TRB: Wie kamen Sie zum Illustrieren beziehungsweise Grafikdesign?
Gab es ein bestimmtes Schlüsselerlebnis? Haben Sie Vorbilder?

MB: Das Übliche: Ich zeichne, seit ich einen Stift halten kann. Der
Umgang mit Papier ist mir in die Wiege gelegt worden, so war z. B.
mein Opa ein Schweizerdegen (Schriftsetzer und Drucker in einer
Person).

Der Einstieg in die Berufswelt erfolgte, in bester Tradition, über
eine Ausbildung zum Drucker, in der ich mir wichtiges Fachwissen über
die Produktion, Papier und Farbe aneignen konnte. Bis zu diesem
Zeitpunkt waren meine Bilder graphitgrau und kohlenschwarz. Jetzt
wurde es bunt. Zuerst mit Gouache, dann mit Öl und Acryl.

Ich wollte mehr, vor allem mehr wissen, und entschied mich, ein
Studium der audiovisuellen Medien zu beginnen - nur um es wenig später
wieder abzubrechen: Es handelte sich um einen Ingenieursstudiengang,
und ich dachte, wie schlimm kann das sein? Nur so viel: Fragen Sie
mich bitte nie was zum Thema Elektrotechnik ... Dennoch lernte ich in
der kurzen Zeit viel über die Technik der Fotografie, Storyboards und
und und.

Mittlerweile war ich 26 und hatte außer einer Ausbildung zum Drucker
und dem Wissen, was ich nicht machen möchte, gar nix in der Tasche.
Ich entschied, die Fachschule für Informationsdesign zu besuchen. Das
sollte meine berufliche Offenbarung werden. Ich entdeckte meine Liebe
zur Typografie, zur Grafik, zum Gestalten mit dem Rechner. Die Technik
und die Kreativität wurden bedient. Wir Schüler waren eine
eingeschworene Gemeinschaft, und meine Ausbildungsodyssee sollte ihr
Ende haben. Wobei, nicht ganz ... Nach dem Abschluss führte mich mein
Weg über zwei Agenturen in die Selbständigkeit. Das war auch sehr
lehrreich :-) So viel zu meinem Werdegang: im Zickzackkurs aufs Ziel
zu.

Vorbilder habe ich keine bestimmten. Kunstgeschichtlich gibt es keinen
Stil, den ich herausragend über alle anderen stellen würde. Jedes Ding
hat seine Zeit. Ich mag, wie Will Eisner oder Frank Miller ihre
Geschichten erzählen, die Illustrationen von Frazetta, Peter Connolly,
John Howe und Alan Lee, aber auch von Simone Legno, Jens Harder oder
Benjamin; Concept Art von Ryan Church und Iain McCaig und und und. Ich
finde es bezaubernd, welche Wirkung die Bücher von Helme Heine,
Daniela Kulot oder Daniel Napp auf meine Tochter haben, und lasse mich
mit verzaubern. Ich mag, wie so viele, die Schriften von Zapf,
Frutiger und Spiekermann, würde mich als typophil bezeichnen, ohne
Typograf zu sein.


RRB/TRB: Wie erlernt man als Illustrator den Umgang mit verschiedenen
Medien wie Computer, Bleistift oder Acryl? Ganz zu schweigen von den
Techniken Stimmung, Farbgebung, Portrait, Kontraste oder Proportionen?
Ist man da mehr Autodidakt - wie es viele Autoren sind -, oder
studiert man all das an einer Hochschule?

MB: Ein Interesse am bildlichen Gestalten in irgendeiner Form muss da
sein, und dadurch sind viele Teile der Frage schon beantwortet: Wer
zeichnet und malt, dem sind Proportionen, Farbgebung, Kontrast und
Harmonie und die Gefühle, die man damit ausdrücken kann, vertraut, man
wendet sie intuitiv richtig an. Ob das allein für eine berufliche
Laufbahn ausreicht, hängt vom Einzelfall ab. Eher nicht. Aber man kann
darauf aufbauen.

Als Einstieg eignet sich z. B. eine Ausbildung zum Mediengestalter, in
der man viele technische Grundlagen erlernen kann (hängt natürlich
auch vom Ausbildungsbetrieb ab). Kombiniert man dies mit einem
Kommunikations-, Informations- oder Grafikdesignstudium, wird man,
denke ich, ein medialer Renaissancemensch. Man darf nicht vergessen,
dass man auch als Student in vielen Bereichen Autodidakt ist, aber man
lernt, wie man lernt. Weitere Vorteile einer Ausbildung bestehen
darin, dass man auf Gleichgesinnte trifft und sich so kreative
Netzwerke bilden können. Dass man abstrakt denken lernt. Dass man
Profis an der Hand hat, die man fragen kann, ob das, was man macht,
gut ist. Darüber hinaus hat man Zeit für eigene Projekte, die im
späteren Berufsleben einfach nicht mehr vorhanden ist. Und last but
not least: Man erweitert seinen Horizont.

Oder man wählt, wie ich, freiwillig oder nicht, eine Art Mittelweg aus
verschiedenen Ausbildungen und setzt sein berufliches Wissen und
Können wie ein Puzzle zusammen. Dabei gewinnt man auf jeden Fall
Lebenserfahrung ...


RRB/TRB: Wie sieht Ihr Grafiker-Alltag aus?

MB: Ganz unterschiedlich und ganz nach Projekt, aber er beginnt NIE
vor neun Uhr morgens. Im Großen und Ganzen sitze ich vor zwei
Bildschirmen und denke mich in die verschiedensten Anforderungen und
Bedürfnisse und versuche, die jeweils beste Lösung für all die
grafischen Probleme zu finden, und meistens genieße ich es, das zu
tun. Daneben bin ich Ehemann und Vater einer kleinen Tochter ... Nein,
richtig ist, ich bin Ehemann und Vater einer kleinen Tochter, und
daneben versuche ich, die Welt grafisch ein bisschen aufzuhübschen
(schreckliches Wort). Nicht mehr und nicht weniger.


RRB/TRB: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Grafiker aus?

MB: Das müssten Sie einen guten Grafiker fragen ;-). Ich denke,
Neugier und Kompromissbereitschaft. Ohne geht es nicht. Der Hang zum
Perfektionismus ist wohl bei jedem Grafiker zu finden. Da
unterscheiden wir uns nicht von den Autoren.

Selbstzweifel und das Infragestellen dessen, was man tut, sind
ständige Begleiter. Beide streiten mit der Überzeugung, zu wissen, was
das Richtige und im jeweiligen Fall Beste ist. Aber beide schützen
auch vor Selbstzufriedenheit und Stillstand. Man muss nur aufpassen,
dass einen diese Zweifel nicht auffressen - deshalb ist es gut, wenn
man auf eine Ausbildung oder auf die Meinung anderer Kreativer
zurückgreifen kann, die einem zusätzlich Selbstvertrauen geben.

Im Fall von "Nox" habe ich mich lange gefragt, ob der Bildausschnitt
des Gesichts in der Rabensilhouette in Verbindung mit der gebrochenen
Schrift "nox" nicht eher an einen Mittelalterroman denken lässt. Man
sieht in das Gesicht einer Person, die einen Topfhelm trägt. Oder eine
verschleierte Person ... dann könnte der Roman vielleicht im
mittelalterlichen Jerusalem spielen. Vielleicht sehen die Leser des
Tempest das jetzt auch ... Irgendwann muss man den Punkt finden, an
dem man loslässt und Bedenken bei Seite schiebt. Auch hier ist die
Parallele zum Schreiben da.


RRB/TRB: Arbeiten Sie auch an anderen illustrativen Themen wie Comics,
Werbeplakaten oder Mode? Welche anderen Themen könnten Sie reizen?

MB: Gerade habe ich die Arbeit an einem Spot über Martin Luther
beendet. In diesem Fall habe ich Illustrationen geliefert. Es ist
spannend zu sehen, wie sie in Animationen das Laufen lernen und mit
dem passenden Sounddesign "real" werden. Die Selbständigkeit bietet so
viele Möglichkeiten. Einmal arbeitet man in einem kreativen Team und
steuert seinen Teil zum Gesamtwerk bei. Eine Woche später macht man
eine Geschäftsausstattung und ist nur dem Kunden allein
verantwortlich.

Ich nehme mir vor, irgendwann in das Thema 3 D einzusteigen, denn ich
denke, es würde mir das Leben bei vielen Illustrationen erleichtern.
Aber das ist ein großes Fass, und ich habe mich noch nicht getraut, es
aufzumachen. Man muss auch nicht alles können ... mmmh, aber es wäre
schon cool.


RRB/TRB: Hätten Sie noch einen besonderen Rat für angehende Grafiker
und Grafikerinnen?

MB: Habt Spaß an dem, was ihr tut, und lasst euch eure
Begeisterungsfähigkeit nicht nehmen. Der Job kann megastressig sein.
Burn-out ist unser Damoklesschwert - wirkt dem von Anfang an entgegen:
Nehmt euch Zeit für Familie und Freunde. Passt auf, dass ihr euch
nicht ausnutzen lasst. Bleibt neugierig, und geht mit offenen Augen
durch die Welt.

RRB/TRB: Herzlichen Dank für das Interview!

Mehr über den Künstler und Grafikdesigner Michael Böttler und seine
Arbeit erfahrt ihr auf seiner Homepage: http://www.mboettler.de


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DES BÖSEN LEKTORS WÖRTERBUCH:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Klappentext
Eine Lüge in wenigen Worten auf dem Buchdeckel über viele Lügen in
vielen Worten zwischen den Buchdeckeln.

Klischee
Sprachfloskel, die sich einmal (das erste Mal) bewährt hat und die
folgenden eine Million Male nicht. Optimistische Autoren probieren sie
dennoch weiterhin gerne aus.

Komik
Als unfreiwillige K. in der Trivialliteratur: zum Schmunzeln reizende
Demonstration der groben Unfähigkeit eines Autors. In der gehobenen
Literatur (mit Feuilleton-Zulassung) nicht als unfreiwillige K.
anzutreffen und schon gar nicht als gewollte.

Kommunikation
Fremdwort.

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aus: Dr. Honeyball Lektor / Stephan Waldscheidt (Hrsg.): "Zehn Gründe,
eine Schriftstellerin zu heiraten", Satire, 128 Seiten mit Abbildungen
und Cartoons. Mehr dazu: http://www.waldscheidt.de


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


Drehbuch: Oliver Pautsch
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Fandom: Thomas Kohlschmidt
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Fantasy: Stefanie Bense
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Heftroman: Arndt Ellmer
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Historischer Roman: Titus Müller
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Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik
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Lesungen: Rüdiger Heins
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Lyrik: Martina Weber
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Sachbuch: Gabi Neumayer
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Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss
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Schreibgruppen: Ute Hacker
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Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
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Übersetzung: Barbara Slawig
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Verlagswesen: Bjørn Jagnow
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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt
und in einem Buch zusammengefasst - thematisch sortiert und
aktualisiert:

Björn Jagnow: "Fragen und Antworten zu Urheberrecht, Verlagswesen und
Vermarktung", 2009, 188 Seiten, 10,00 Euro, Edition Octopus


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Ich stehe kurz vor der Veröffentlichung eines Romans, der eine wahre
Wirtschafts-, Lebens- und Sozialgeschichte mit namhaften
Persönlichkeiten beschreibt. Alle Personen, Orte und Namen wurden zwar
einerseits verändert, doch ist es mir wichtig, dass der / die Leser
mutmassen können, um wen es sich handeln könnte. Ganz wichtig ist mir
deshalb, dass dieser Roman nicht als "frei erfunden", sondern als
wahre Insiderstory gesehen wird.

Jetzt legt mir mein Verlag aber nahe, den Romaninhalt als "frei
erfunden" zu deklarieren - was meiner Intention, einen Skandal
öffentlich zu machen, widerspricht.


Anwort:
Im Folgenden beziehe ich mich auf deutsches Recht - ich kann nichts
zur Rechtslage in der Schweiz sagen, obwohl ich große Parallelen
vermute.

Jede Person hat das Recht, das man sie nicht in das Licht der
Öffentlichkeit zerrt. Dieses Recht kann in besonderen Ausnahmefällen
eingeschränkt werden, z. B. wenn Journalisten etwas aufdecken, dass
von öffentlicher Bedeutung ist, oder wenn die Person ohnehin stark am
öffentlichen Leben teilnimmt. Im Regelfall braucht man allerdings eine
Erlaubnis von der Person, die man öffentlich darstellen will - selbst
wenn man nur Tatsachen kundtut.

Nun stellt sich die Frage, ob es sich bei Ihrem Werk um eine
journalistische Arbeit von öffentlicher Relevanz oder eine
belletristische Aufarbeitung eines aktuellen Themas handelt.

Im ersten Fall würde ich dringend eine Rechtsberatung über einen
Journalistenverband empfehlen und einen Verlagswechsel, falls der
aktuelle Verlag nicht mitmacht. Zu seinem Glück zwingen kann man einen
Verlag in der Regel nicht.

Im zweiten Fall würde ich nicht nur jeden Namen ändern, sondern auch
sonst jedes Detail, mit dem man eine konkrete Person identifizieren
bzw. herleiten könnte. Damit entschwindet zwar der Anspruch der
Berichterstattung, allerdings vermeidet man auch alle juristischen
Fallstricke des Persönlichkeitsrechts.

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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler (http://www.bjoernjagnow.de/). Sein Fantasy-Thriller
"Wilde Jagd" ist als kostenloses PDF lieferbar (http://nbn-
resolving.de/urn:nbn:de:0062-wildejagd1-8).


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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Stefanie Bense (fantasy at experte pt autorenforum pt de)

Frage:
Im Moment arbeite ich an einem Exposé für einen Fantasy-Roman von mir
und stelle mir die Frage, inwieweit sich solch ein Exposé eigentlich
von denen anderer Gattungen unterscheidet. Vor allem geht es mir dabei
um die Frage, ob man einen eigenen Abschnitt für Hintergrundwissen
nutzen kann. Es ist ja ein Unterschied ob ich schreibe, meine Figur
wäre eine Benediktinerin im England des 12. Jh. oder eine Phara auf
Sevra.


Antwort:
Ein Exposé, dass du nur für dich erarbeitest, sozusagen als
Arbeitsgrundlage, kann alles enthalten, was du benötigst. Es muss
keine bestimmte Form einhalten. (Meine Arbeitsexposés enthalten viele
Seiten zum Weltenbau, zu den Rassen, zu der Art von Magie, zu meinen
Hauptfiguren und ihren Fähigkeiten.)

Ein Verlagsexposé, mit dem du deinen Fantasy-Roman einem Verlag
vorstellst, sollte sich an die Vorgaben des Verlages halten. Viele
Verlage machen keine Vorgaben zum Inhalt des Exposés, sondern nur zum
Umfang; andere wiederum lassen nur intern welche kursieren. Hier
empfehle ich, sich an allgemeine Vorgabe zu halten.

Du hast natürlich recht, deine Figuren benötigen den Fantasy-
Hintergrund, dennoch meine ich, dass auch bei einer Benedektinerin in
England einige Informationen nötig sind. Und zwar jene, die für die
Story, für die Handlung wesentlich sind.

Das gilt auch für Fantasy. Wenn etwa ein besonderes Magiesystem in
deiner Fantasy-Welt existiert und die Hauptfiguren auf dieser
Grundlage handeln, musst du natürlich die Funktionsweise dieser Magie
darstellen, weil sonst niemand versteht, warum deine Hauptfiguren so
handeln, wie sie es tun.

Eine Phara auf Sevra - das ist nicht selbsterklärend. Um zu verstehen,
dass sie z. B. nicht weinen darf und Trauer daher anders ausdrückt,
muss ich sie in einer spezifischen Situation (die wichtig für den Plot
der Story ist!) zeigen. Dabei reicht eine kurze Erklärung: "Septisa
ist Phara auf Sevra, wie schon ihre Mutter, die sie vor den Intrigen
der Phara-Magierinnen beschützt. Als ihre Mutter stirbt, geht Septisa
auf den traditionellen Trauerweg. Und ihre Gegnerinnen nutzen das, um
Septisa in noch größere Gefahren zu stürzen, als der Weg ohnehin schon
bereithält ..."

Hier ist also die traditionelle Trauer eine Wanderschaft, die die
Heldin in Gefahr bringt, gesteigert dadurch, dass sie nicht nur einen
gefährlichen Weg zu beschreiten hat, sondern auch noch Gegnerinnen
bekämpfen muss und dabei ohne Schutz der Mutter dasteht.

Ist Phara ein Gattungsbegriff oder eine Rassenbezeichnung, muss ich
erklären, inwieweit das für die Story relevant ist. Und was dafür für
die Hauptfiguren wiederum wichtig ist. Zum Beispiel: "Eine Phara weiß
genau, wann ihr Gegenüber lügt. Nur Septisa nicht, denn sie ist eine
Taub, eine, die keine Lügen erkennen kann. Bislang hat sie sich unter
den Phara behauptet, geschützt von den Intrigen ihrer Mutter, doch nun
stirbt ihre Mutter und Septisa muss ∑"

Hier ist Septisa eine Außenseiterin, die sich jetzt ohne die
angeborenen Fähigkeiten der Phara behaupten muss. All das ist wichtig
für den Plot, denn Septisa muss innerhalb dieser Vorgaben handeln.

Wichtig für dein Exposé ist, dass du dich nicht in Weltbeschreibungen,
Rassemerkmalen oder Details verlierst (passiert leicht, das weiß ich
aus Erfahrung), sondern dass du dich bei allem, was du im Exposé
erwähnst, fragst, ob es wichtig dafür ist, die Geschichte und die
Handlung zu verstehen.

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Stefanie Bense lebt und arbeitet in Emden, gibt Schreibkurse und führt
eine Roman-Werkstatt, http://www.romantisch.essdeh.de, veröffentlicht
sporadisch und schreibt an ihrem dritten Roman.


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