Ausgabe 12-07 (20. Juli 2010)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipp
Autorenwissen
   "Immer was am Laufen, Teil 1: Schreibtischtiefen"
   Frank Borsch
Spannung, der Unterleib der Literatur
   "Spuckattacke"
   Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Des bösen Lektors Wörterbuch
Verlagsportrait
   "Sutton Verlag"
Küss mich, ich bin ein Autor!
Frag die Expertin für Lyrik
   (Martina Weber)

EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren,

zum ersten Mal in all den Jahren erscheint der Tempest nicht am 20.
des Monats. Unsere Urlaubs- und Arbeitsreisen mit anschließenden
Abgabeterminen haben sich so überschnitten, dass es einfach nicht
ging. Aber jetzt:

Lesen und lernen: Eine neue ungemein erhellende Analyse findet ihr in
Hans Peter Roentgens Lektoratskolumne "Spannung, der Unterleib der
Literatur". Leben und laufen: Frank Borsch zeigt uns mit seinem
zweiteiligen Artikel, wie man sich sein nicht immer einfaches
Autorenleben entscheidend verbessern kann. Lästern und lachen:
Honeyball erfreut uns mit weiteren Definitionen aus "Des bösen Lektors
Wörterbuch".

Dazu gibt es wieder ein Verlagsportrait von Ursula Schmid-Spreer,
viele Tipps, den Schreib-Kick, neue Ausschreibungen ˆ und eine Antwort
unserer Lyrikexpertin, die nicht nur LyrikerInnen interessieren wird.

Der Tipp des Monats Juli, diesmal von Dolores Pieschke:

Ich lese mir eine Teststelle, bei der ich noch
kein gutes Gefühl habe oder die besonders wichtig ist,
so lange laut vor und ändere so lange daran herum,
bis sie fließend über die Zunge geht. Dann spreche ich sie
auf mein Diktiergerät und lausche, ob sie mir gefällt,
ob meine Gedanken dabeibleiben oder ich
sonst irgendetwas auszusetzen habe.

Heiße Ideen und einen kühlen Kopf beim Schreiben in diesem
erstaunlichen Sommer! Und ein gut klimatisiertes Bankkonto, von dem
ihr uns euren Beitrag zum Erhalt des Tempest überweisen könnt!

Gabi Neumayer
Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto
von autorenforum.de:

Sparda Bank Südwest eG
BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2010"

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01

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ISSN 1439-4669 Copyright 2010 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipp
Autorenwissen
"Immer was am Laufen, Teil 1: Schreibtischtiefen"
Frank Borsch
Spannung, der Unterleib der Literatur
"Spuckattacke"
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Des bösen Lektors Wörterbuch
Verlagsportrait
"Sutton Verlag"
Küss mich, ich bin ein Autor!
Frag die Expertin für Lyrik
(Martina Weber)
Impressum


TEIL 2:

Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum


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HALL OF FAME:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. 60 Zeichen ˆ und kein einziges mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG, NEU!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat!

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an
redaktion at team pt autorenforum pt de.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr
verschickt!~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~

Paul Mesa: "Die kleine Göttin der Fruchtbarkeit", Kindler Verlag 2010,
Roman. 1 Hotel, 1 tote Mutter, Liebe, Kaffee, Portugal. paulmesa.de

Luisa Hartmann: "30 Geschichten vom Abschiednehmen", Verlag an der
Ruhr 2010, Kinderbuch. Band sechs der beliebten 3-Minuten-Geschichten.

Jeanine Krock: "Flügelschlag", Heyne 2010, Romantic Fantasy. Ein
Engel-Roman. www.jeaninekrock.de

Judith Le Huray: "Nicht nur Hundeküsse" Schenk Verlag 2009.
Mädchenroman. Ab 12 J. http://www.judith-lehuray.de

Judith Le Huray: "Tanz mit Spannung", Schenk Verlag 2009,
Mädchenroman. Ab 12 J. http://www.judith-lehuray.de

Judith Le Huray: "Toni und Schnuffel", BVK Buch Verlag Kempen 2009,
Erstlesebuch. 2./3. Klasse. http://www.judith-lehuray.de

Judith Le Huray: "Tricks von Tante Trix", BVK Buch Verlag Kempen 2010,
Erstlesebuch. 2./3. Klasse. http://www.judith-lehuray.de

Rainer Innreiter: "180°: Verdrehte Kurzkrimis", Twilight-Line 2010,
Kriminalgeschichten. Originelle Kurzkrimis mit dem ganz besonderen
Dreh.

Erik Schreiber (Hrsg.): "Geheimnisvolle Geschichten 1",
Wunderwaldverlag 2010, Mysterygeschichten. 148 Seiten

Erik Schreiber: "Rettungskreuzer Ikarus ˆ 41. Band, Sturmangriff der
Ts'gna", Atlantis Verlag 2010. Abenteuerliche Space-Opera.

Nico Gold: "Little Black Book der Frauenverführung: Das kleine
Handbuch gegen einsame Nächte", Wiley-VCH Verlag 2010, Ratgeber. 160
Seiten, 9,99 Euro

Karl Plepelits: "Unterwegs in Libyen", Iatros Verlag 2010, Reiseroman.
Spannende Reportage, berührende Liebesgeschichte.

Sigrid Lenz: "Maja - Geschichte einer Slasherin", AAVAA Verlag 2010,
Satire. Thema Fandom und Fanfiction, www.sigridlenz.de

Sigrid Lenz: "Ein Hoch auf die Weiblichkeit", AAVAA Verlag 2010. Über
das schwere Los, eine Frau zu sein, www.sigridlenz.de

Sigrid Lenz: "Galgenmännchen", AAVAA Verlag 2010, Jugendroman. Horror,
Mystery, www.sigridlenz.de

Sigrid Lenz: "Der galoppierende Wahnsinn" AAVAA Verlag 2010. Leben mit
Magersucht, Alkoholismus und Zwangsneurosen

Veronika A. Grager: "Tote nur nach Voranmeldung", Kral Verlag 2010,
Kurzgeschichten. ISBN 978-3-902447-82-1, http://www.grager.at

Susanne Oswald: "Emmis verliebtvermopste Welt", Thienemann
Verlag/Planet Girl Verlag 2010, Mädchenbuch ab 10.
http://www.susanneoswald.de


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SCHREIB-KICK:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Unser Schreib-Kick für den Juli, diesmal von Ursula Schmid-Spreer:


Scrabble-Wörter

Aus einem langen Wort werden mit den vorhandenen Buchstaben so viele
weitere Wörter wie möglich gebildet. Zum Beispiel aus "Jugendarbeit":
Jugend, Arbeit, Tier, Bande, Teig, bei, Garten. Aus den gefundenen
Wörtern schreibt man dann eine Geschichte.


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LESETIPP:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc~EF4DE6164
972A43729D1FB632961FC191~ATpl~Ecommon~Scontent.html: Amerikanische
Fernsehserien wie "Lost" oder "Six Feet Under" haben unter vielen
Romanschreibenden als Inspirationsquelle oder als Schule des Plottens
einen nicht zu verachtenden Stellenwert. Drei bekennende Fans sprechen
hier über ihre Liebe zu diesen Serien und die Auswirkungen auf ihr
Schreiben.


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AUTORENWISSEN:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Immer was am Laufen, Teil 1: Schreibtischtiefen"
von Frank Borsch

Als Kind ˆ ich war eine Leseratte ˆ habe ich mir oft ausgemalt, wie
Autoren wohl leben. Die Antwort lag für mich auf der Hand:
abenteuerlich! Was sonst?

Ich verschlang damals bergeweise Science Fiction und Fantasy. Die
Autoren schrieben von Abenteuern, von aufregenden Reisen, dem Aufstieg
und Niedergang von großen (Sternen-)Reichen, von fernen Welten und
Zeiten ˆ also, schloss ich messerscharf, musste das Leben eines Autors
ebenfalls aufregend und abenteuerlich sein.

Es war ˆ kann ich mit mittlerweile mehreren Jahrzehnten Abstand und
als hauptberuflicher Autor berichten ˆ ein ebenso nachvollziehbarer
wie voreiliger Schluss. Tatsächlich ist das Dasein als Autor hart.
Schreiben ist ein einsamer Knochenjob, der zumeist wenig einbringt.
Die Honorare sind bescheiden, das Leser-Feedback ist dank Internet
zwar reichhaltig geworden, aber mitunter auch schwerverdaulich, findet
in aller Öffentlichkeit statt und ist dank des Google-Cache für die
Ewigkeit in Stein gemeißelt.

Die meiste Zeit verbringt der Autor nicht damit, Abenteuer zu erleben,
sondern am Schreibtisch. Und damit er dort nicht nur sitzt, sondern
tatsächlich etwas verfasst, was andere Menschen interessiert,
vielleicht sogar fesselt, braucht er einen kreativen Funken, der sich
nicht immer so einstellt, wie man sich das wünscht ˆ sowie Sitzfleisch
und geradezu übermenschliche Selbstdisziplin.

Darüber, wie man Letztere aufbringt, sind viele Bücher geschrieben
worden. Und ich vermute, sie werden weiter geschrieben, so lange
Menschen überhaupt Bücher verfassen.


Was die Ratgeber verschweigen ...

Merkwürdigerweise herrscht über die übrige Zeit des Autorendaseins
Schweigen: nämlich die Zeit, die man nicht am Schreibtisch verbringt.

Die ist meiner Erfahrung nach mindestens ebenso wichtig. Mehr noch:
Diese Zeit ist die Grundlage dafür, dass man überhaupt schreiben kann.

Schreiben ist eine paradoxe Beschäftigung: Arbeite ich an einem Roman,
schreibe ich über das Leben, erschaffe ich Charaktere, die meine Leser
anrühren, beschwöre ich dramatische Ereignisse herauf. Gleichzeitig
kann ich einen Roman nur schreiben, indem ich die Tür hinter mir
schließe, Telefon, Internet, Frau/Freundin, Kind(er) und die tausend
Sorgen des Alltags abklemme ˆ und mich damit von eben dem Leben
zurückziehe, über das ich schreibe. Nur, wenn mir das gelingt, kann
ich schreiben, kann ich arbeiten.

Aber: Dummerweise passt Schreiben nicht in unsere herkömmliche
Vorstellung von Arbeit. Arbeit, das ist in unseren Köpfen nach wie vor
der Vollzeitjob, der Mittelpunkt der Existenz, in die man sich
reinkniet. Klar, Teilzeit ist längst üblich. Aber mal ehrlich, wer auf
Teilzeit ist, hat meist eine/n Partner/Partnerin, der/die Vollzeit
arbeitet und das eigentliche Geld nach Hause bringt. Und viel her
macht eine Teilzeitstelle nicht. Auf einer Party kannst du jedenfalls
niemanden damit beeindrucken.

Gemessen an diesem Maßstab ist das Autorendasein eine
Teilzeitbeschäftigung. Acht Stunden am Tag schreiben? Zumindest mir
ist das unmöglich. Ich bringe am Tag vier, vielleicht fünf Stunden
auf. Mit etwas Glück hochkonzentrierte, hochproduktive Stunden. Mehr
ist nicht drin. Danach zerspringt mir beinahe der Schädel, ich bin
bestenfalls eingeschränkt ansprechbar und gehe ich vor die Tür,
schwebe ich in akuter Gefahr vom nächsten Auto überfahren zu werden,
weil meine Aufmerksamkeit in einer anderen Welt weilt.

Klingt nach halbtags, nicht?

Eigentlich ja. Doch da ist noch die andere Seite der Medaille: Ein
Autor hat niemals frei.

Schreibst du einen Roman, wächst in dir eine fiktive, lebendige Welt
heran. Und das nicht in gleichmäßigen, planbaren Schritten, sondern in
wilden, heftigen, nicht vorhersehbaren Schüben und Sprüngen. Es
geschieht in großen Teilen unbewusst, ohne, dass du es merkst oder es
steuern könntest.


Damit es gut läuft

Zumindest, wenn es gut läuft. Und damit es gut läuft, habe ich
gelernt, muss ich einiges tun ˆ in der Zeit, die ich nicht am
Schreibtisch verbringe. Die meisten Dinge davon sind schlicht, ja
banal, dem gesunden Menschenverstand auf der Stelle einleuchtend. Aber
nichts ist im Leben schwieriger, als dem gesunden Menschenverstand zu
folgen, nicht?

Das ist zum Beispiel: genug schlafen. Bekomme ich zu wenig Schlaf,
stellt sich der dicke Schädel früher ein, der Fluss meiner Schreibe
kommt ins Stocken, versiegt kläglich. Im Extremfall, wie nach den
vielen Nächten, die mich mein Sohn Tim als Säugling wachgehalten hat,
sitzt du vor dem Display und es geschieht ∑ nichts.

Oder: Ich muss unter Leute, ins Leben. Das ist leichter gesagt als
getan. Unter dem Druck der Termine ˆ und Termine sind für Freiberufler
heilig ˆ knickst du ein, gibst der Arbeit Vorrang, sitzt am Feiertag
am Schreibtisch, am Samstag oder Sonntag, oder gleich das ganze
Wochenende. Eine Zeitlang geht das gut, dann trocknest du innerlich
aus, und nach ein paar Jahren stellst du verblüfft fest, dass die
vielen Freunde, die du einmal hattest, plötzlich nicht mehr vorhanden
sind.

Freundschaften und Beziehungen sind keine Selbstläufer. Um sie zu
erhalten, musst du sie pflegen, sonst verkümmern sie. Deshalb: Um über
das Leben zu schreiben, musst du im Leben stehen. Oder, noch besser,
du musst dich ins Leben stürzen. Ganz einfach, nicht? Und unendlich
schwierig.

Ich muss einen Bogen um Alkohol machen. Das habe ich früh gemerkt. In
den ersten Jahren als Freiberufler hatte ich jeden Dienstagabend eine
Skatrunde (siehe oben, Stichwort "Leben" ...). Meine Freunde waren
damals noch im Studium, lebten ein anderes Leben und gönnten sich das
ein oder andere Bier.

Wie ich, anfangs. Nur stellte sich schnell raus, dass es für mich
nicht ging. Alkohol würgt meine Kreativität ab. Ein Bier oder ein Glas
Wein genügt ˆ und am nächsten Morgen ist der Fluss meiner Ideen
merklich armseliger. Deshalb meine Regel: Kein Alkohol, wenn ich am
nächsten Tag schreibe.

Gut, dass es etwas gibt, was den Fluss meiner Ideen befördert: Sport.

[Dazu mehr im nächsten Tempest! ˆ die Red.]

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Franks Blog findet ihr unter http://www.blosse-worte.de. Und wer mit
Frank einmal eine Runde im Wald drehen will, findet die Gelegenheit
dazu hier: http://www.schreibcamp.de


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?
Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen autor sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich
spannender gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? ˆ wer
solche Szenen hat, kann sie mir schicken.

Ich werde einige daraus auswählen, die ich im Tempest bespreche. Ist
es spannend, wie könnte man es spannender machen, was stört die
Spannung?, das werden bei der Besprechung die Leitfragen sein.

Texte, die die folgenden Voraussetzungen nicht erfüllen, werden nicht
besprochen!

1. Die Szenen müssen entweder Dialog-, Action- oder Info-Szenen sein.
Also Szenen, deren tragendes Element ein Dialog ist (der sich
natürlich zuspitzen sollte), oder Action oder Information (ganz
schwierig, aber manchmal nötig).

2. Infoszenen sind solche, die dem Leser Wissen vermitteln. Über ein
Volk, eine Welt, eine bestimmte Technik oder Medizin. Meist sind
solche Szenen langweilig. Spannend werden sie, wenn die Informationen
in Bewegung kommen.

3. Nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten, darf der
Umfang der Szene betragen. Dazu zählt auch der Vorspann. Da die Szenen
aus beliebigen Stellen eurer Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr
eventuell die Vorgeschichte der Szene erklären. Diese Erklärung darf
400 Anschläge nicht überschreiten!

4. Schickt eure Szenen als RTF-Datei, als Anhang der Mail, und zwar
an:
ˆ Dialogszenen: dialog(at)textkraft.de
ˆ Actionszenen: action(at)textkraft.de
ˆ Informationszenen: information(at)textkraft.de
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"Spuckattacke"

Es war kurz vor Acht, die zweite Woche nach dem Ende der Sommerferien,
und ich war auf dem Weg in die Schule. Das Petersbergsken hatte ich
schon hinter mir, ein kurzes Stück steile Straße entlang einer Mauer
mit bröckeligem Putz, daran eine runde Stange zum Festhalten für die
alten Leute, direkt hinter dem Mietshaus, in dem ich bei meinen Eltern
wohnte. Hier, aber vor allem auf dem kleinen unbefestigten Platz oben
am Ende der Straße spielten wir immer nach der Schule, meine Freunde
und ich: Fußball, Cowboy und Indianer, Rollerrennen fahren. Mädchen
waren keine dabei.
Wenn alles langweilig war, erfanden wir Spiele. Zum Beispiel trocken
unter Frehsmanns Wohnzimmerfenster, das ebenerdig am oberen Ende vom
Petersbergsken lag, durchkommen, während Heinz auf dem Fenstersims
hockte und seine Spucke von da oben ziemlich zielsicher verschoss.
Unter allgemein kreischendem Gelächter, wenn wieder jemand es nicht
geschafft hatte.
Oder einfach die Zeit vergehen lassen, während wir auf behauenen
Steinen in irgendwelchen Hauseingängen saßen oder auf einem der vielen
Mäuerchen hier in der Gegend.
Der Krieg war noch so nah, dass die Erwachsenen fast jeden Tag davon
sprachen. Ich war noch nicht zehn.
"Hör auf zu spucken", fuhr meine Mutter mich immer an, wenn ich mit
ihr zum Einkaufen ging, um beim Tragen zu helfen; die billigen Preise
im Diskontladen zogen schwere Taschen nach sich, da musste ich mit
ran. Wenn sie wütend war, kriegte sie immer so große Augen, damit ich
mich fürchtete, und das tat ich auch. Spucken war nicht beliebt, nicht
bei meiner Mutter und nicht bei meinem Vater, überhaupt bei
Erwachsenen nicht, aber wir Jungs untereinander waren uns ohne viele
Worte einig, dass Erwachsene in dem Punkt völlig ahnungslos waren. Am
Spucken zeigte sich nämlich, dass wir schon viel größer waren, als sie
wahrhaben wollten. Ich auch, ich gehörte dazu.
Morgens, je nachdem, wie es sich ergab, trabten wir zusammen Richtung
Schule: ich mit Klaus Heydermann, ich mit Bruno Hoff, ich mit
Christian Hahn. Heinz Frehsmann wohnte zwar im selben Haus wie ich,
ging aber in eine andere Schule, eine schlechtere, behauptete meine
Mutter.
Heute nieselte es warm, und ich ging allein.
Ich hatte es nicht mehr weit bis zur Eisenbahnunterführung, als ich
nach links Richtung Straße spuckte, ohne hinzugucken. Das war ein ganz
schlechter Augenblick, der schlechteste Augenblick, seit ich denken
konnte, wie sich schon einen Schritt später zeigen sollte. Denn genau
in diesem Moment fuhr ein Auto vorbei. Nicht so wichtig, was für eine
Marke, für die interessierte ich mich nicht, Hauptsache, ein Auto.
Eines dieser ganz wenigen motorisierten Gefährte in dieser Zeit, eine
der mächtigen Kutschen aus wuchtig rundlich geformtem Eisenblech,
reserviert für die Männer und Frauen aus den unerreichbar hohen
Sphären, vor denen ich in den seltenen Augenblicken, als ich mal einem
von ihnen Auge in Auge gegenübergestanden hatte, einen besonders
ordentlichen Diener machen musste. Und der Fahrer war ebenfalls einer
von denen, die nicht mochten, wenn man spuckte.
Der Wagen stand sofort, anscheinend war der Fahrer voll auf die Bremse
gestiegen, die Tür flog auf, ein vor Wut verzerrtes Gesicht sprang auf
die Straße und brüllte in meine Richtung. Ich hörte ihn schreien, aber
seine Worte kamen in meinem Kopf nicht an, trotzdem hatte ich sofort
begriffen, dass es jetzt nur eines für mich gab, ich rannte los, ich
musste in die Schule, jetzt schneller als jemals zuvor. Einfach immer
geradeaus. Zeit für eine Kehrwende, um nach Hause zu laufen, hatte ich
keine mehr. Aus den Augenwinkeln sah ich die Autotür noch offen bis
zum Anschlag, und ein bulliger Körper stampfte hinter dem Auto hervor
und auf mich zu.
Schon nach wenigen Metern hatte ich den Tunnel erreicht. Dunkel war es
da drin, auch schon an sonnigen Tagen, heute nahm der nieselige Himmel
noch mehr Licht weg. Dass von den Wänden immer Wasser tropfte, egal
bei welchem Wetter, und ein Muster aus hellen und dunkleren Stellen
gemalt hatte, das wusste ich, aber jetzt sah ich nur das verregnete
Ende des Tunnels vor mir.
Jetzt, in diesem Augenblick sollte ich mindestens so schnell sein wie
auf der 50-Meter-Bahn. Da war ich der schnellste in meiner Klasse. Und
bis zum Licht am anderen Ende war es in etwa so weit. Wenn ich den
Mann hinter mir lassen könnte. Nur Sekunden trennten ihn von mir.
Bücher und die anderen Schulutensilien polterten auf meinem Rücken im
Schulranzen, den ich ziemlich streng angezogen hatte; das machte ich
immer so, genauso wie mit den Schnürsenkeln, alles immer straff und
fest, ordentlich und zuchtvoll, wie meine Mutter mich wollte. Gut so
in diesem Augenblick, denn der Schulranzen musste jetzt auch ohne
meine Hände halten, die Arme brauchte ich zum Rudern.
Hinter mir hörte ich die stampfenden Schritte. Von überall her der
Widerhall unserer Schuhsohlen. Währenddessen aber berührten meine Füße
von Meter zu Meter scheinbar immer weniger den Boden, um mich herum
wurde alles weiter, gedehnter. In diesem sich auftuenden Raum wurde es
unmöglich, dass sich die Dinge berührten, Zusammenstöße gehörten nicht
zu dieser Welt. Mein Schulranzen löste sich von meinem Rücken und
begann, spielerisch mit mir zu tanzen. Er und ich hielten eine
perfekte Balance zueinander, weil wir uns nur so lange anzogen, bis
die Kräfte der Abstoßung größer wurden. Gleichzeitig halfen meinem
Verfolger all seine Kraft und sein Wille und sein Hass nicht, sich mir
auch nur zu nähern. Alles, uns beide eingeschlossen, nahm den Platz
ein, den eine lichte Macht, größer als mein Verfolger und ich, ihm
zuwies. Während der bullige Mann im Tunnel hinter mir her hetzte, nahm
die Kraft uns beide auf ihre Flügel und umhüllte uns mehr und mehr.
Solche inneren Bilder und Gefühle, die meiner Flucht einen bisher
nicht gekannten Geschmack gaben, überstiegen vollkommen meinen
Horizont. Aber ich spürte, wie die Macht uns verband, wie sie uns
beiden diente, jedem nach seinem Maß, und wie sie mich trug.
Alles, was sie dafür verlangte, war mein Vertrauen. Gelänge es mir zu
vertrauen, dann wäre ich gerettet für diese und alle künftigen
Ewigkeiten. Das war ein Versprechen. Dann würde keine Zeit der Welt je
für mich eine Rolle spielen, niemals. Ich war auf einem guten Weg.
Könnte ich aber nicht vertrauen, dann wäre ich verloren, ganz egal, ob
ich meinen Vorsprung vor dem Verfolger in die Schule rettete oder
nicht.
Am Ende des Tunnels warf ich mich nach rechts in die vertraute winzige
Gasse, fast ohne mein Tempo zu verlangsamen, und stieß mich an der
entgegenkommenden Wand nach vorn ab. Links die Hauswand, rechts der
Bahndamm. Schon nach weniger als zehn Schritten machte die Gasse einen
scharfen Knick nach links. Links Fenster und Türen, rechts Türen und
Fenster. Der Verfolger hinter mir wurde lauter durch die eng stehenden
Mauern.
Noch dreißig Meter, und die Häuser des Gässchens blieben zurück. Vor
mir öffnete sich das letzte starke Stück des Weges, offen, breit und
so kurz vor Schulbeginn bevölkert mit Einzelgängern und Grüppchen auf
dem Weg zu ihrer täglichen Pflicht. Von nun an ging es steil bergauf,
hinauf zur Königshöhe, zu meiner Schule auf der Königshöhe. Die
letzten vielleicht hundertzwanzig Meter bis zur Erlösung.
Inzwischen raste mein Atem. Bis jetzt hatte ich mich kein einziges Mal
umgesehen. Keine Zeit. Ich war auf einem guten Weg gewesen. Aber jetzt
spürte ich, wie die Flügel der lichten Macht anfingen zu lahmen. Mein
Hals wurde enger, immer enger, und die Augen größer. Ich bekam kaum
noch Luft. Ich würde es nicht schaffen. Meine Knie wurden weich.
Schwindelig war mir auch. Und jetzt kam erst das schwerste Stück. Ich
konnte gar nichts anderes mehr denken, außer, dass er mich kriegen
würde.
Ich suchte Hilfe in den Augen meiner Schulkameraden, die sich an
diesem Hang vor dem Schulhaus stauten und die sich zuerst mir
zuwandten, dann durch mich durch sahen, hinter mich.
Ich kannte jeden von ihnen. Gary und Edgar stießen gerade zu den
übrigen, sie wohnten in diesen schäbigen Häusern am Fuß des Hanges und
kamen meist auf den letzten Drücker. Auch Klaus und Bruno waren schon
da, Christian und die anderen waren schon ein Stück höher. Die ganze
Welt sah meinem Kampf zu, alle nahmen teil.
Was war schlimmer? Dass meine Freude zusahen, wie ich den Kampf gegen
den übermächtigen Gegner verlor? Oder dass ich mich selbst aufgab? Den
halben Hang hatte ich schon geschafft. Ich war nass geschwitzt. Schon
allein, dass er mir bis hierher auf den Fersen geblieben war, nahm mir
so kurz vor dem Ende den Mut.
Aber vielleicht war ja der Weg durch sie hindurch für mich leichter
als für ihn. Es könnte ja sein, dass mal einer von ihnen ausgerechnet
in seinem Weg stand. Vielleicht würde ich ja deshalb am Ende doch noch
siegen. Obwohl ich eigentlich keine Chance hatte.
In den Augen meiner Freunde sah ich die Angst, dass ich es nicht
schaffen könnte, aber ich sah auch, wie sie wollten, dass ich es
schaffte, wie sie daran glaubten, dass ich am Ende die Tür zum
Schulhaus vor seiner Nase zuschlug. Ich sah ihre Gesten, sah ihre
Lippen, wie sie sich bewegten. Aber ich hörte nur das Pochen in meinen
Ohren und spürte es in meinem Hals. Warum eigentlich sollte ich es
nicht schaffen? Er verfolgte mich, ja, aber er hatte mich immer noch
nicht, meine Chancen standen nicht so schlecht, sie wuchsen sogar mit
jedem Meter.
Es war doch so, dass ich auch auf der 50-Meter-Bahn außer Atem geriet.
Was war denn eigentlich hier anders? Könnte es nicht genauso sein?
Was für ein unendlich gutes Gefühl war das, wenn ich auf der Bahn
meiner ganzen Energie freien Lauf ließ und sie rausschleuderte,
hemmungslos. Wie lebendig und voller Kraft ich war, wenn ich aus
meinem Reichtum schöpfte und mich verausgabte, ich war ich allein, und
ich allein würde da vorn als Erster die Linie überqueren, das wusste
ich, immer.
Und mit dieser zurückkehrenden Kraft raste ich schließlich auf den
letzten Metern des Hanges unberührbar durch einen unendlichen Raum,
ohne dass auch nur eine Sekunde in meinem Kopf verging. Genauso wie
auf der Bahn. Wie beim Fußballspielen. Wie beim Spuckenspielen. Unser
kreischendes Gelächter klang mir in den Ohren. Die Flügel trugen
wieder und dienten mir. Das Tor zum Schulhof stand weit offen. Ich
hatte jeden Zweifel losgelassen und stürmte da durch. Und dann fiel
die hohe hölzerne Tür krachend hinter mir ins Schloss. Ich lehnte mich
an die Wand und sackte zusammen. Die Sache war zu Ende. Ich war
gerettet für alle Ewigkeiten.

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Lektorat von Hans Peter Roentgen

Spannung bildet idealerweise einen Bogen. Sie baut sich langsam auf,
am Anfang geschieht nicht so viel, aber genug, um das Interesse des
Lesers zu wecken. Dann steigern sich die Ereignisse, die Dramatik
nimmt zu, das, was anfänglich harmlos schien, hat Folgen, die
keineswegs mehr harmlos sind. Schließlich gibt es einen Höhepunkt, in
dem sich alles entscheidet und von da ab flacht die Spannungskurve
sehr schnell ab.

Das ist die Theorie. In der Praxis soll ein Text den Leser ˆ oder
möglichst viele Leser ˆ verlocken, weiterzulesen. Weswegen die ganzen
theoretischen Überlegungen zum Spannungsbogen dann wichtig werden,
wenn ein Text den Leser nicht mehr lockt. Und vor allem: ab welcher
Stelle im Text das passiert. In unserem Beispiel ist das der Moment,
in dem die Füße immer weniger den Boden berühren.


Show, don't tell

Denn vorher liest sich die Geschichte gut, sie fängt langsam an mit
dem Umfeld, den Kindern, die Spuckspiele spielen. Aus den Ereignissen
ergibt sich, wo wir sind, und vor allem, wann: in der Bundesrepublik
Anfang der fünfziger Jahre. Der Autor verrät uns das nicht, indem er
es explizit sagt, zum Beispiel so:

"Anfang der Fünfziger Jahre gab es wieder alles zu kaufen, aber Autos
waren noch selten. Wir Kinder mussten ordentlich und zuchtvoll sein,
trotzdem vergnügten wir uns mit Spuckspielen."

Das wäre der Lexikonartikel, der Infodump. Hier ergibt es sich aus den
Ereignissen im Text. Ein Auto fährt vorbei, offensichtlich ist das
selten, und die Autos sind für Männer und Frauen aus unerreichbaren
Sphären reserviert. Der Ich-Erzähler muss der Mutter beim Einkaufen
die Taschen tragen, erzählt er. Woraus der Leser folgt: Es gibt also
wieder viel zu kaufen.

"Der Krieg war noch so nah, dass die Erwachsenen fast jeden Tag davon
sprachen": Auch dieser Satz erklärt uns nicht, dass der Krieg erst
sieben Jahre zurück liegt, er erzählt uns, was die Erwachsenen tun:
Sie sprechen fast jeden Tag davon.

So bezieht der Text die anfängliche Spannung daraus, dass die
täglichen Ereignisse erzählt werden, zwischen den Zeilen aber genug
Raum bleibt, den der Leser füllen kann, und dadurch, dass die Sätze
Bilder einer Kindheit wecken.

Dann trifft die Spucke ein Auto, und der Fahrer rastet aus. Auch das
sagt uns einiges über die Zeit, in der die Menschen sehr viel härter
auf Kinder reagierten und Autobesitzer jede Beleidigung oder gar
Bespuckung ihres heiligen Blechles sofort ahnden wollten.

Jetzt ist der Ich-Erzähler in Schwierigkeiten. Die ruhige Einführung
ist vorbei, der Spannungsbogen steigt an. Der Junge muss jetzt laufen,
sonst setzt es was. Und das tut er.


Der mysteriöse Tunnel

Dann kommt der Tunnel. Und der hat ein Problem: Er kommt unvermittelt.
Vorher wird eine Eisenbahnunterführung erwähnt, aber nichts, was
darauf hindeutet, dass diese wie ein Tunnel geartet ist. Das sollte
man vorher bereits einführen, eine kurze Nebenbemerkung reicht: "die
Eisenbahnunterführung, ein dunkler Tunnel, der mir immer Angst
einjagte ..."

Doch das entscheidende Problem ist, dass jetzt nichts mehr geschieht,
der Leser keine Bilder mehr vermittelt bekommt. "Scheinbar immer
weniger" berühren die Füße den Boden, der Verfolger und der Junge
halten "eine perfekte Balance" zueinander, eine "lichte Macht" weist
ihnen das zu, eine Kraft "nimmt sie auf die Flügel" und noch einmal
wird betont, dass die Macht sie verbindet.

Was, bitte, soll ich darunter verstehen?

Auch in der weiteren Folge bleibt alles seltsam in der Schwebe. Die
anderen Kinder wollen zwar, dass ihr Freund es schafft ˆ doch wodurch
kann der Leser das erleben? Die Kinder tun nichts, weder bespucken sie
den Verfolger oder bewerfen ihn mit Steinen, noch feuern sie den
Jungen an. Sie tun nichts, und deshalb wirkt die Behauptung des
Autors, dass sie wollten, dass er es schafft, eben nur wie eine
Behauptung. Sie wird nicht glaubwürdig durch Bilder, durch Ereignisse
untermauert.

Dann der Schluss, der Höhepunkt: Der Junge erreicht die rettende Tür
und sinkt hinter ihr zu Boden.

Warum ist die Tür die Rettung? In der Zeit, in der das spielt, hätte
den Verfolger die Tür kaum abgehalten, höchstens dazu geführt, dass er
den Jungen nicht Ohrfeigen verpasst hätte, sondern sich bei dem Rektor
beschwert hätte.


Der Verfolger

Wer ist der Mann überhaupt, der hier den Jungen verfolgt und damit zum
Antagonisten wird, vor dem der Junge sich retten muss? Was will er?
Natürlich sich für die Beleidigung rächen, deshalb nimmt er ja die
Verfolgung auf.

Doch das allein reicht nicht. Der Autor muss mehr über den Mann
wissen. Denn das bestimmt den Schluss und damit den Höhepunkt des
Spannungsbogen.

"Die Macht", "die Kraft", all das könnte bedeuten, dass der Mann kein
normaler Mann ist. Sondern eher so etwas wie "Es" im gleichnamigen
Roman von King. Ein Monster, das sich als Mensch tarnt und Kinder
verfolgt und sie umbringt.

In diesem Fall rennt der Junge um sein Leben, aber das Monster
verfolgt Kinder immer nur bis zu einer bestimmten Grenze. Zum Beispiel
bis zur Schultür. Oder bis andere es sehen könnten. Oder es wird von
den anderen Kindern mit der Zwille beschossen oder bespuckt, und damit
verschwindet es.

Das müsste dann aber deutlich vorbereitet werden. Der Tunnel wäre das
ideale Element des Horrors. Das Wasser rieselt von den Wänden, der
Ausgang scheint unendlich weit, der Mann knurrt seltsam, der Junge
ahnt: Das ist kein Mann.

Oder soll es doch realistisch sein? Dann sollte der Mann irgendetwas
tun, rufen, dass der Junge stehen bleiben soll, Drohungen ausstoßen:
"Ich schlag dich tot!" Aber die ganze Handlung sollte nicht an eine
abstrakte "Macht" abgetreten werden.


Die geheimnisvolle Macht

Dabei wäre diese Macht, die den Jungen vorantreibt, durchaus ein
geeignetes Spannungselement. Vielleicht flüstert sie ihm zu: "Weiter,
weiter, du schaffst es!" Oder erinnert ihn daran, wie er den
Fünfzigmeterlauf gewann, obwohl er erkältet war.

Nur sollte sie nicht abstrakt bleiben. Und sie sollte Folgen haben.
Vielleicht erinnert sich der Junge von da ab immer an diese Momente,
und das hilft ihm in Zukunft, sein Schicksal auch in schwierigen
Situationen zu meistern?

Apropos: Darf man überhaupt die Zeit so dehnen, wie es hier geschieht?
Soll man die Spannung nicht dadurch steigern, dass die Leser mit dem
Jungen mitlaufen und die Sätze und Sprache hektisch werden?

..........
Die Füße rutschten über den glitschigen Untergrund, nur nicht fallen,
nicht jetzt, schneller, das Licht am Ende wurde heller, da, die Kurve,
abstützen, und den Berg hoch. Die Jungen vor der Schule pfeifen,
klatschen, Gary holt die Schleuder heraus, legt einen Stein ein,
schleudert ihn, er trifft auf zwanzig Schritt Spatzen, und
tatsächlich, das Keuchen hinter mir verstummt und weicht einem "Du
dreckiger Lausbub, ich werd dich melden." Ich bin gerettet.
..........

Das wäre eine Möglichkeit. Schnelles Erzählen, hektisch, wir rennen
mit.

Aber die Zeitdehnung geht auch. In gefährlichen Situationen scheint
sich die Zeit zu verlangsamen, und das können wir Autoren in Texten
nutzen. Der Tunnel dauert dann ewig, eine innere Kraft flüstert ihm
zu: "Vorwärts", erinnert ihn an vergangene Läufe, die er auch gewonnen
hat, er muss nur durchhalten ˆ und was in Wirklichkeit nur wenige
Sekunden währt, liest sich minutenlang.

Aber auch hier müssen Bilder geweckt werden, muss die "Kraft", die
"Macht" etwas bewirken, konkrete Folgen haben. Hinter der Geschichte
muss eine Logik stehen. Denn ohne Logik versickert jede Spannung. Wenn
die Steigerung nicht logisch aus den vorangegangenen Ereignissen
folgt, wirkt es willkürlich. "Deus ex machina" sagt dann der Leser,
wenn dadurch die Rettung eingeleitet wird, und verliert das Interesse.


Der Höhepunkt

Noch einmal zum Höhepunkt. Der sollte eine Überraschung sein, aber
auch aus den vorangegangenen Ereignissen folgen. Die Zwille verjagt
den Verfolger, und auch wenn der sich bei dem Direktor beschwert, der
Junge hat es geschafft. Der Erwachsene konnte ihm nichts anhaben. Die
paar Stunden Nachsitzen, die der Direktor ihm aufbrummt, nimmt er
gerne in Kauf.

Oder das Monster verschwindet. Alle Kinder haben es gesehen, aber
keine Erwachsenen. Was bedeutet das? Vermutlich, dass es bald
wiederkommen wird. Die Spannung dieser Szene ist auf dem Höhepunkt,
als die Kinder es vertreiben. Danach sinkt sie ab. Doch der Leser
weiß: Das war erst der Anfang. Der Mann, den nur die Kinder sehen
können, der Kinder verfolgt, wird wiederkommen. Und weil der Leser
nicht weiß, wann und wie, darum legt er das Buch nicht beiseite.

In beiden Fällen brauchen wir einen Höhepunkt.

Spannung benötigt einen Spannungsbogen, offene Fragen und vor allem
eine Logik und konkrete Ereignisse. Wenn der Autor sich davonstiehlt,
bricht der Bogen ab und mäandert ohne Ziel vor sich hin.

Noch eine kleine Korinthe: Anfang der Fünfziger gab es noch keine
Aldi, Lidl oder andere Diskontläden. Wohl aber ReWe, Edeka und andere
Ketten. Dennoch kaufte damals niemand derartige Mengen ein wie heute,
die Löhne wurden wöchentlich ausgezahlt und waren niedrig.

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Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge und "Drei Seiten für ein Exposé".
Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert.


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DES BÖSEN LEKTORS WÖRTERBUCH:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Goethe, Johann Wolfgang von
Literarischer Übervater, der in neiderfüllten (also allen) Autoren
ödipale Reflexe auslöst. Auch in Autorinnen. Wenn G. nicht schon
längst tot wäre, wäre er es längst.

Held
Die Figur einer Geschichte, die als Letztes stirbt.

Hörbuch
Möglichkeit für Menschen, die angeblich keine Zeit zum Lesen haben,
guten Gewissens keine Zeit zum Zuhören zu finden.

Hurenkind
Kind einer Hure.

Idee
Diebesgut.

..........
aus: Dr. Honeyball Lektor / Stephan Waldscheidt (Hrsg.): "Zehn Gründe,
eine Schriftstellerin zu heiraten", Satire, 128 Seiten mit Abbildungen
und Cartoons. Mehr dazu: http://www.waldscheidt.de


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VERLAGSPORTRAIT:
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Sutton Verlag GmbH
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99094 Erfurt
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Verlagsgeschichte und -programm

Gegründet wurde der Verlag 1997 von Alan Sutton, der mittlerweile
nicht mehr im Unternehmen ist. Es gibt 19 MitarbeiterInnen, die
allesamt hauptberuflich arbeiten.

Man wollte ein starkes lokal- und regionalgeschichtliches Programm
aufbauen (im Jahr 2000 etwa 100 Novitäten, 2010 etwa 170 Novitäten).
Zunächst wurden nur historische Bildbände veröffentlicht, dann weitete
sich das Programm auf Sport, Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte,
Sagensammlungen, historische Reiseführer, Biographien, allgemeine
Geschichte und aktuelle Bildbände aus. Die lieferbare Backlist umfasst
um die 900 Titel.

Seit 2006 wird langsam ein belletristisches Programm mit den
Schwerpunkten historischer Roman und (Regional-)Krimi aufgebaut.
Programm und Belegschaft wachsen kontinuierlich. Der Verlag ist seit
2000 in Österreich und seit 2010 auch in der Schweiz aktiv.
Mittlerweile ist der Verlag Marktführer im Segment Regionalgeschichte
im deutschsprachigen Raum.

Das Verlagsmotto: Wir machen Geschichte!

Das Programm des Sutton Verlages umfasst Regionalgeschichte in allen
Facetten, Biographien (historisch), Verkehrsgeschichte,
Feuerwehrgeschichte, Industriegeschichte, Historische Reiseführer,
Historische Romane, Kriminalromane

Bislang wurden etwa 1 000 verschiedene AutorInnen verlegt. Leider sind
(noch) keine Superstars dabei.


AutorInnen gesucht?

Der Sutton Verlag sucht jederzeit Autoren. Die Konditionen:
umsatzabhängige Tantiemen zu marktüblichen Sätzen.


Was ist dem Verlag besonders wichtig?

Bei historischen Bildbänden: interessante, bisher unveröffentlichte
Fotografien und genaue Kenntnisse der Lokalgeschichte.

Beim Non-Fiction-Programm: profunde Sachkenntnis, flotte Schreibe,
allgemeinverständliche Formulierung, keine akademische Verquastheit.

In der Belletristik: guter, knapper Schreibstil, fesselnde Plots,
gerne ein klarer Regionalbezug.


Zukunftspläne, Perspektiven

Der Verlag will sein Belletristikprogramm deutlich ausbauen.


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KÜSS MICH, ICH BIN EIN AUTOR!
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"Schau mal, Schatz, da glaubt einer, die lesenden männlichen Autoren
und das Booking-Team unserer Lesereihe haben sich lediglich
verkleidet. Er schreibt: ŒAlles Veranstaltungen, die die Welt nicht
braucht. Von vernachlässigten Hausfrauen für vernachlässigte
Hausfrauen. Strengt euch mal ein bisschen mehr an! Es wird einem halt
nichts geschenkt im Leben ... gerade wenn man meint, mit Gedichten die
Welt zu erobern.‚"

"Ach, nimm's nicht tragisch, ich denke, er ist neidisch, weil er zur
Arbeit muss und die Hausfrauen können Gedichte schreiben."

(Franziska Röchter)


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Drehbuch: Oliver Pautsch
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Sachbuch: Gabi Neumayer
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Schreibgruppen: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
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Übersetzung: Barbara Slawig
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Verlagswesen: Bjørn Jagnow
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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt
und jetzt auch in einem Buch zusammengefasst ˆ thematisch sortiert und
aktualisiert:

Björn Jagnow: "Fragen und Antworten zu Urheberrecht, Verlagswesen und
Vermarktung", 2009, 188 Seiten, 10,00 Euro, Edition Octopus


*********************************************************************
FRAG DIE EXPERTIN FÜR LYRIK:
---------------------------------------------------------------------
Martina Weber (lyrik at experte pt autorenforum pt de)

Frage:
Sie schrieben in der Aprilausgabe 2010 des "Tempest", dass nicht mehr
geschützte Gedichte zwar nach Belieben zitiert werden dürften, dass
das Zitat jedoch nicht geändert werden dürfe. Dazu habe ich eine
Rückfrage. Nach § 64 Urheberrechtsgesetz erlischt das Urheberrecht
siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers. Nach meinem Verständnis
bedeutet dies, dass es für diese Werke schlichtweg kein Urheberrecht
mehr gilt. Gibt es dann trotzdem noch ein Änderungsverbot für
Gedichte, deren Urheberin länger als 70 Jahre tot ist?


Antwort:
Gerade im Bereich des Urheberrechts liegen die gefühlte ˆ oder
akzeptierte ˆ Rechtslage und die tatsächliche oft weit auseinander.
Die Frage, ob das Recht der Urheberin an ihrem Werk zeitlich begrenzt
ist, so dass es nach Ablauf der Schutzfrist des § 64
Urheberrechtsgesetz ersatzlos erlischt, ist eines der Kernprobleme des
Urheberrechts.

Im Kommentar zum Urheberrecht von Fromm/Nordemann (10. Auflage, 2008)
heißt es unter der Randnummer 18 zu § 64 dazu: "Nach Ablauf der
Schutzfrist wird das Werk gemeinfrei; es fällt in die Public Domain.
Jedermann darf es vervielfältigen, verbreiten, öffentlich wiedergeben,
bearbeiten, ändern oder in das Internet einstellen. Auch das
Urheberpersönlichkeitsrecht endet. [...] die Urhebererben können nicht
mehr bestimmen, ob ein bisher unveröffentlichtes Werk aus dem Nachlass
weiterhin der Öffentlichkeit vorenthalten werden soll oder nicht
[...]"

Grundsätzlich gibt es also nach Ablauf der Schutzfrist kein
Änderungsverbot mehr. Jeder Text darf nach Ablauf der Schutzfrist
grundsätzlich beliebig verändert werden. Typisch für das juristische
Denken ist das Denken in Grundsatz und Ausnahme. Wenn eine Juristin
den Begriff "grundsätzlich" verwendet, bedeutet das immer: Vorsicht,
es gibt Ausnahmen!

Die zeitliche Begrenzung des Urheberrechts durch § 64
Urheberrechtsgesetz stellt eine Art der Enteignung dar. Die zeitliche
Begrenzung des Urheberrechts auf 70 Jahre nach dem Tod der Urheberin
hat jedoch nicht den Sinn, alle Werke auf eine Art Abfallhaufen der
Eigentumsaufgabe zu werfen. Vielmehr erfolgt die zeitliche Begrenzung
des Urheberrechts im Interesse der Allgemeinheit: Das Werk soll nach
Ablauf der Schutzfrist von allen beliebig vervielfältigt, verbreitet
oder aufgeführt werden können. Die Allgemeinheit hat jedoch ein
berechtigtes Interesse an der Erhaltung ihrer Kulturgüter. Daraus
ergibt sich eine Einschränkung der "Freigabe" der Werke nach Ablauf
der Schutzfrist des § 64 Urheberrechtsgesetz (siehe auch
Fromm/Nordemann a. a. O. § 64 Randnummer 19, und Nordemann: Das Recht
der Bearbeitung gemeinfreier Werke, in: Gewerblicher Rechtsschutz und
Urheberrecht 1964, S. 117 ff.).

Aus der Rechtsstellung eines nicht mehr der Schutzfrist unterliegenden
Werkes als Allgemeingut ergeben sich zwei Folgerungen: Zum einen darf
sich nicht jede Person als Urheberin des Werkes bezeichnen. Und zum
anderen begrenzt das Interesse der Allgemeinheit auch die Benutzung
gemeinfreier Werke.

Was folgt daraus beispielsweise für die Rechtsstellung eines Gedichtes
von Friedrich Hölderlin (1770-1843)?

Beispiel 1: Jemand veröffentlicht ein Gedicht von Hölderlin im
Internet und bezeichnet sich selbst als Urheber. ˆ Das ist unzulässig.

Beispiel 2: Jemand veröffentlicht ein Gedicht von Hölderlin in einem
Kalender, gibt dabei auch Hölderlin als Urheber an, ändert aber fünf
Wörter. ˆ Auch das ist unzulässig.

Beispiel 3: Jemand veröffentlicht ein Gedicht von Hölderlin, ändert
fünf Wörter und gibt sich selbst als Urheber aus. ˆ Auch das ist
unzulässig.

Beispiel 4: Jemand stellt ein Gedicht von Hölderlin ins Internet, ohne
sich um Lizenzen zu kümmern. ˆ Das ist erlaubt.

Obwohl das Urheberrecht an den Werken Hölderlins also erloschen ist,
genießen die Gedichte einen gewissen Schutz durch das Urheberrecht.

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Martina Weber ist Autorin des Buches "Zwischen Handwerk und
Inspiration. Lyrik schreiben und veröffentlichen", Uschtrin Verlag
München 2008, http://www.uschtrin.de/weber.html. Sie erhielt das
Frankfurter Autorenstipendium 2009, http://kultur.frankfurt.de/
(weiter auf "Literatur" und auf "Autorenstipendium")


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
getrennter Mail kommt
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de ˆ nach
Rücksprache ˆ erwünscht. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin
bzw. beim Autor.

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:
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Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden.

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Herausgeber:
Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de
Gabi Neumayer redaktion at team pt autorenforum pt de
Stefan Schulz webmaster at autorenforum pt de
Thomas Roth-Berghofer
Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de
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