Ausgabe 18-04 (20. April 2016)

Editorial
Hall of Fame
Neues aus der Buchszene
Schreib-Kick
Autorenwissen
    “Storyentwicklung für Kurzfilme”
    von Thomas Frick
Software-Besprechung
    “Papyrus für Autoren 8”
    besprochen von Gabi Neumayer
Spannung, der Unterleib der Literatur
    "Eine Nacht für Juli” (Klappentext)
    Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen

EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

im Beitrag von Thomas Frick geht es um “Storyentwicklung für
Kurzfilme”. Wer jetzt denkt: “Filme? Damit hab ich nix zu tun!”,
sollte trotzdem reinschauen. Denn wir bekommen in dem Beitrag vor
allem einen Kurzüberblick über dramaturgische Grundlagen - die auch
fürs Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten gelten.

Außerdem in dieser Ausgabe: ein neues Lektorat von Hans Peter Roentgen
-  diesmal hat er sich wieder einen Klappentext vorgenommen --; eine
Vorstellung der neuesten Version der Software “Papyrus Autor”; und
neue Kicks, Ausschreibungen und mehr.

Der Tipp des Monats April, diesmal von
https://www.facebook.com/Literaturkaninchen:
     
     Mangelt es an Spannung, fehlt es häufig an Dringlichkeit.
     Installiere eine “ticking clock”, um die Spannung
     zu steigern: Der Protagonist hat nur einen klar begrenzten
     Zeitraum, um sein Ziel zu erreichen: 24 Stunden, sonst geht
     die Bombe hoch; drei Tage, sonst wird die Geisel erschossen;
     eine Woche, dann verlässt die Geliebte das Land usw.

Schickt mir Vorschläge für Artikel, aber vor allem: Schreib-Kicks -
unten seht ihr den letzten, den ich in meinem Vorrat hatte. Und einen
schönen Frühling!

   Gabi Neumayer
   Chefredakteurin

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Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
Konto:

Jürgen Schloßmacher
Kreissparkasse Köln
BIC: COKSDE33XXX
IBAN: DE23370502991142176163
Stichwort: "Beitrag 2016"

Wichtig: Das Konto läuft NICHT mehr auf den Namen “autorenforum”,
sondern nur auf “Jürgen Schloßmacher”!

Neu:  Ihr könnt jetzt auch über unsere Website
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Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

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ISSN 1439-4669  Copyright 2016 autorenforum.de. Copyright- und
                Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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  INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

     Editorial
     Hall of Fame
     Neues aus der Buchszene
     Schreib-Kick
     Autorenwissen
         “Storyentwicklung für Kurzfilme”
          von Thomas Frick
     Software-Besprechung
         “Papyrus für Autoren 8”
         besprochen von Gabi Neumayer
     Spannung, der Unterleib der Literatur
         "Eine Nacht für Juli” (Klappentext)
         Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
     Impressum


TEIL 2:

     Veranstaltungen
     Ausschreibungen
     Publikationsmöglichkeiten
          mit Honorar
          ohne Honorar
     Seminare
     Messekalender
     Impressum


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HALL OF FAME:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Die “Hall of Fame” zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: “Titel”, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: “Der Fall der falschen Meldung”, Hüstel Verlag 2015,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff “Hall of Fame” an
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!
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Thomas Pfeifer: “Treffen sich zwei Knochen”, Westend 2016,
Unterhaltendes Sachbuch. Ghostwriterin: Claudia Stursberg www.claudia-
stursberg.de

Jörg Arndt: "X-World", Brendow Verlag 2016, All-Ager-Science-Fiction.
C.S.Lewis-Preis 2015, http://pastors.jimdo.com

Karl Plepelits: "Der Mord und das Mädchen", Edition Bärenklau 2016,
Roman. Sittenbild der Römerzeit. http://karlplepelits.jimdo.com/

Anke Neder: "Blutige Kristalle", KSB-Media GmbH 2016, Kriminalroman.
Ort: Bayerischer Wald. www.genusskrimi.de

Asja Bonitz: “Myka und die Versteckschule”, Edition Pastorplatz 2016,
Kinderbuch. Zum Lesen und Vorlesen ab 5 Jahren. www.asjabonitz.de


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NEUES AUS DER BUCHSZENE:
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                         (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Wir leben in turbulenten Zeiten, die Buchbranche ist in Bewegung wie
nie zuvor. Ob es nun um neue Vertragsbedingungen mit Amazon geht, die
zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die neuen Chancen und
Möglichkeiten, die sich Verlagsautoren und professionellen
Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die nächste. Damit ihr den
Überblick behaltet und nichts Wichtiges verpasst, fassen wir hier alle
interessanten Links zusammen, die uns jeden Monat ins Auge fallen -
natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
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+++++++++
Interview
+++++++++

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article153940092/Hegel-ist-
fuer-mich-voll-Science-Fiction.html
Ann Cotten ist die eine der klügsten und schwierigsten DichterInnen in
deutscher Sprache. Ein Gespräch über ihr neues Epos "Verbannt!", den
Psychoterror des Internets und die Konterrevolution japanischer
Zedern.

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article153506027/Frauen-
sind-die-einzig-wahren-Leser.html
John Irving: "Frauen sind die einzig wahren Leser."

https://radio.blm.de/radiobeitrag/fda-messe-interview--anna-mechler-
literaturagentin-lesen-und-hoeren.html
Interview mit Anna Mechler von der Literaturagentur "Lesen und Hören”.

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/john-grisham-donald-trump-
macht-mir-keine-angst-a-
1085095.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=&ref=nl-dertag
John Grisham über Amerikas kaputtes Justizsystem, korrupte Cops,
rassistische Gerichte - und Donald Trump.

http://www.boersenblatt.net/artikel-
interview_zum_start_von_jumpbooks.1125213.html
Interview zum Start von jumpbooks.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
016/03/30/bei-science-fiction-ist-der-leser-experte.htm?no_cache=1
Interview mit Piper-Programmleiter Carsten Polzin über den Science-
Fiction-Markt.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
016/04/18/wir-sind-schnell-und-flexibel.htm?no_cache=1
Kornelia Holzhausen über das neue Piper-Digitallabel Fahrenheit - und
warum sich eine E-first-Strategie lohnt.


+++++++
Verlage
+++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
016/04/12/erfolg-im-kampf-gehen-e-book-piraterie.htm?no_cache=1
Erfolg im Kampf gehen E-Book-Piraterie: Urteil gegen Online-
Speicherdienst Uploaded.net.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
016/04/14/der-arbeitgeber-muss-aufbauarbeit-leisten.htm?no_cache=1
Frauen und die Chefetagen der Buchbranche. “Es fehlt an passenden
Vorbildern.”

http://www.sueddeutsche.de/kultur/absage-fuer-robert-galbraith-so-
haben-verlage-das-manuskript-von-jk-rowling-abgelehnt-
1.2923557?utm_term=Feuilleton&utm_content=Kultur&utm
So haben Verlage das erste (unter Pseudonym) versandte Kriminalroman-
Manuskript von J. K. Rowling abgelehnt.

http://www.buchreport.de/nachrichten/bestseller/bestseller_nachricht/d
atum/2016/04/04/neuer-verlag-fuer-bestseller-autor.htm?no_cache=1
Ferdinand von Schirach wechselt von Piper zu Luchterhand.

http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/201
6/04/05/verlage-versagen-bei-digitaler-
autorenvermarktung.htm?no_cache=1
In seinem Blog “The Shatzkin Files” kritisiert der US-Berater Mike
Shatzkin das Online-Marketing der traditionellen Buchverlage.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
016/04/05/leitpfosten-im-e-book-markt.htm?no_cache=1
Buchreport-Umfrage zum E-Book-Anteil im Publikums-Buchmarkt.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
016/03/30/die-groessten-wachsen-weiter.htm?no_cache=1
Buchreport-Übersicht analysiert “Die 100 größten Verlage”: Die Größten
wachsen weiter.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
016/04/14/podcasts-im-fokus.htm?no_cache=1
So partizipieren Verlage am Podcast-Boom.


++++++++++
Buchhandel
++++++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/201
6/04/04/verstaerkung-fuers-operative-geschaeft.htm?no_cache=1
Weltbild organisiert Führungsspitze neu.

http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/201
6/04/01/sonst-uebernimmt-amazonien.htm?no_cache=1
“Sonst übernimmt Amazonien”. Die “Wirtschaftswoche” fühlt der
Buchbranche den Puls.

http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/201
6/03/18/arbeitsplatz-fuer-allrounder.htm?no_cache=1
Arbeitsplatz für Allrounder: Was Buchhändler heute können müssen.

http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/201
6/04/18/das-lesen-geht-auch-fuer-hugendubel-weiter.htm?no_cache=1
Münchener Buchkette Hugendubel kehrt 2017 nach Stuttgart zurück.

http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/201
6/04/15/wh-smith-landet-in-deutschland.htm?no_cache=1
Britischer Medienhändler WH Smith eröffnet Shops am Düsseldorfer
Flughafen.


++++++++++++
Urheberrecht
++++++++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/buecher_autoren/buecher_autoren_n
achricht/datum/2016/04/13/kritik-am-regierungsentwurf.htm?no_cache=1
Der Regierungsentwurf zum Urhebervertragsrecht, der im März
verabschiedet wurde, spaltet Urheber und Verlage weiterhin.


+++++
Genre
+++++

http://www.abendblatt.de/kultur-live/buecher/article207228775/Blutig-
und-erfolgreich-Deutsche-Lokalkrimis-boomen.html
Blutig und erfolgreich: Deutsche Lokalkrimis boomen.


++++++++++
Bestseller
++++++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/bestseller/bestseller_nachricht/d
atum/2016/03/24/der-preis-effekt.htm?no_cache=1
Welche Wirkung die Verleihung eines Preises für den Buchverkauf haben
kann.


++++++++++++++++++++++++
Digitale Leser-Analytik
++++++++++++++++++++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-reader_analytics.1121894.html
Der (un)bekannte Leser: Detaillierte Leserprofile sind eine neue
Herausforderung.


++++++
Online
++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/201
6/04/14/zuwachs-bei-der-belletristik.htm?no_cache=1
“E-Book Report” beleuchtet den Digitalmarkt: Zuwachs bei der
Belletristik.


++++++++++
Feuilleton
++++++++++

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article153971839/Die-
deutschen-Bestseller-kannten-keine-Stunde-Null.html
Die deutschen Bestseller kannten keine Stunde Null.


++++++++++++++
Literaturblogs
++++++++++++++

http://www.fr-online.de/literatur/literaturblogs-mit-innerem-
mummpitzometer,1472266,33957960.html
Zu wenig Buchrezensionen? Zu wenig Literaturkritik? Ein Blick in die
weite Welt der Literaturblogs.

http://schriftblog.com/acht-moeglichkeiten-einen-roman-zu-
vermarkten/#more-362
Acht Möglichkeiten, einen Roman zu vermarkten.


+++++++
Hörbuch
+++++++

http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/201
6/04/04/harry-potter-aus-der-digitalen-wolke.htm?no_cache=1
Audible verkauft eine Million Downloads der Harry-Potter-Hörbücher.


+++++++++++++++++++++++
International / Ausland
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http://www.theguardian.com/books/2015/sep/15/income-for-us-authors-
falls-below-federal-poverty-line-survey?CMP=share_btn_fb
Authors Guild says median income for members has fallen 24% in five
years, with piracy, Amazon and publishing economies contributing to
slump in earnings.

http://lithub.com/on-terrible-writing-advice-from-famous-writers/
Schreibratgeber: On terrible writing advice from famous writers.

http://www.buchreport.de/nachrichten/online/online_nachricht/datum/201
6/03/24/selfpublishing-titel-wachsen-gegen-trend.htm?no_cache=1
E-Book-Markt in Großbritannien: Selfpublishing-Titel wachsen gegen
Trend.

http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2
016/04/12/amazon-definiert-wie-sich-waterstones-
verhaelt.htm?no_cache=1
London Book Fair: Diskussionen über Amazons Marktmacht: “Amazon
definiert, wie sich Waterstones verhält.”

http://www.boersenblatt.net/artikel-
the_markets_2016____berblick_2_7_.1131319.html
Spaniens Buchmarkt beendet Talfahrt.


++++++++++
Buchmessen
++++++++++

http://www.boersenblatt.net/artikel-london_book_fair_2016.1129989.html
London Book Fair 2016: Das starke Comeback des Gedruckten.


++++++++++++++
Schmunzel-Ecke
++++++++++++++

http://www.lesen.net/ebook-news/alle-sind-traurig-es-schneit-
klassiker-extrem-abgekuerzt-25670/
Klassiker extrem abgekürzt.


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SCHREIBKICK:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Der Schreib-Kick für den April, diesmal von Maike Frie:

Leg dir eine Schatzkiste mit lauter Krimskrams an: Kleinteile vom
Kinderspielzeug, Murmeln, Muscheln, Steine, Aufkleber, Ausstechformen
usw. Greife blind hinein, und ziehe drei Gegenstände heraus. Wie
können sie gemeinsam in einer Geschichte vorkommen?

Alternative: Ziehe blind einen Gegenstand heraus, und stell dir vor,
welche Figur sich diesen Gegenstand ganz bewusst ausgesucht hätte. Für
was für einen Charakter könnte dieser Gegenstand etwas ganz Besonderes
sein - und warum?


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AUTORENWISSEN:
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                   “Storyentwicklung für Kurzfilme”
                 von Thomas Frick (www.frickfilm.com)

          Die Dramaturgie eines Kurzfilms

... unterscheidet sich kaum von der einer kurzen Geschichte.
Vorausgesetzt, eine narrative Erzählstruktur ist überhaupt
beabsichtigt. In Grundlagenseminaren für Kurz- und
Werbefilmdramaturgie liegt der Schwerpunkt naturgemäß erst einmal auf
dem traditionellen Erzählhandwerk.

          Die klassische Geschichte

... entwickelt ihre Spannung dadurch, dass ein Protagonist (oder
mehrere) mit einem Ziel (Aufgabe, Bedrohung, Rätsel, Herausforderung
...) konfrontiert wird, daraus Strategien entwickelt, Hindernisse
(Widerstände, Antagonisten, innere Widersprüche, Fehler) überwindet
und beinahe scheitert (Katastrophe, Tiefpunkt), um zu einer Lösung
(positiv oder negativ) zu gelangen.

Diese Abfolge ist universell, sei es für ein Drehbuch, einen Roman,
ein Theaterstück, eine Kurzgeschichte oder ein Computerspiel. Sie ist
in großen Strukturen ebenso wie in kleinen zu finden (Szene, Dialog).
Auch in Musikstücken, Zeitzeugenberichten, ja selbst in Reden und
Briefen sind diese Strukturen nachweisbar. Dass jemand etwas will und
darum kämpft, weckt Interesse, Einfühlung und Spannung.


          Das Ziel einer Geschichte

... ist neben der Information über das Thema meistens die Vermittlung
einer starken Emotion (Hoffnung, Furcht, Trauer, Heiterkeit, Wut ...)
mit der wir am Ende das Kino verlassen oder das Buch zuklappen.

Identifikation (Einfühlung, Anteilnahme) entsteht, indem wir zusammen
mit dem Protagonisten (Helden, Hauptfigur, Identifikationsfigur)
hoffen, dass er sein Ziel erreicht und fürchten, dass er scheitert.
Der Widerspruch zwischen dem gesetzten Ziel und der Erfüllung steigert
sich, wenn möglich. Das Risiko des Versagens wächst mit den
riskanteren Strategien - bis zu einem Höhepunkt, der nach einer Lösung
verlangt. Mit dem Erreichen des Ziels endet die Geschichte. Die
Verschränkung mehrerer solcher Strukturen (Plots, Ebenen) ist möglich.


     Die Katastrophe

... ist im dramaturgischen Sinne nicht unbedingt physisch, sondern
bedeutet, dass der Protagonist so weit wie möglich von der Erfüllung
seines Hauptziels entfernt zu sein scheint. In »Titanic« bedeutet die
Katastrophe nicht, dass ein Schiff untergeht, sondern, dass die
Protagonistin (Rose) ihren Mentor (Jack) verliert, der ihr bisher
dabei geholfen hat, sich zu einem selbstbestimmten Menschen zu
entwickeln. So ein Tiefpunkt ist in langen wie in kurzen Strukturen
sehr hilfreich, um der Auflösung mehr Bedeutung und Stärke zu
verleihen.


          Je stärker die Probleme

... oder die Gegenspieler, umso spannender ist die Geschichte. Die
ersten Strategien führen in der Regel nicht zum Erfolg, sondern zu
Lernschritten beim Protagonisten. Er muss noch über sich
hinauswachsen, sich entwickeln.

Ein Antagonist ist ein intelligentes Hindernis für die Hauptfigur und
kann ebenfalls Strategien entwickeln und lernen. Sein Subplot
(Untergeschichte, Nebenstrang) kann ebenfalls mit Elementen wie
Problem, Ziel, Strategie, Hindernis, Katastrophe und Auflösung
strukturiert werden. Darth Vader beispielsweise hofft, seinen Sohn
Luke Skywalker auf die dunkle Seite zu ziehen. Dafür entwickelt er
riskante Pläne, kämpft, legt sich sogar mit dem Imperator an und
scheitert.

Manchmal ist es auch der Zuschauer, Hörer oder Leser, welcher zum
Protagonisten wird, indem er auf eine Lösung hofft, dafür Strategien
entwickelt und zu einer mehr oder weniger befriedigenden Lösung
gelangt. Diese Hilfskonstruktion ist vor allem in sehr kurzen
Strukturen hilfreich, in denen kein anderer Protagonist vorkommt, wie
in Witzen, Rätseln und vielen Werbespots.


          Strukturell unterscheiden wir

... meist Anfang, Mitte und Ende einer Geschichte, auch erster,
zweiter und dritter Akt genannt.

- Anfang: Vorstellung des Protagonisten und der nötigen
Handlungselemente, Aufgabenstellung
- Mitte: Kampf der Strategien und Hindernisse, eigentliche Handlung
bis zur scheinbaren / möglichen Katastrophe
- Ende: finale Strategie, Auflösung, Endkampf, Showdown

Beim Kurzfilm oder in Short Storys ist es möglich, Akte wegzulassen
oder zu vertauschen, also z. B. direkt in die Strategien zu springen,
die Lösung der Phantasie des Publikums zu überlassen etc. Nötige
Grundinformationen werden nachgeliefert. Oft entstehen so
interessantere Erzählverläufe.

Beispiele: Wir sehen jemanden kämpfen und erfahrenen erst allmählich,
warum - der erste Akt erklärt sich im Nachhinein. Oder eine Geschichte
entwickelt sich bis zur Katastrophe und endet mit dem verstörenden
Gefühl, dass eine Lösung erst gefunden werden muss - in diesem Fall
fehlt der dritte Akt. Oder wir erleben die großartige Lösung eines
Problems und erfahren dann, warum es so dringend gelöst werden musste
- dritter und erster Akt sind vertauscht worden. »Pulp Fiction« ist
ein Beispiel, wie man mit Akten, Subplots und Zeitebenen geradezu
jonglieren kann.

Das ist kein Widerspruch zu den Grundlagen der Dramaturgie, sondern
ihre Bestätigung, wenn man die Elemente richtig zu analysieren und zu
interpretieren versteht. Ohnehin sind sie nur Hilfskonstruktionen -
»keine Regeln, sondern Prinzipien« (Robert McKee).

Wir fragen uns:
- Wie mache ich es für andere interessant?
- Wer ist unsere Zielgruppe?
- Welches Interesse hat diese am Thema und warum?
- Welcher Protagonist und warum?
- Was will er/sie?
- Welche Strategien nutzt er/sie?
- Welche Hindernisse hat er/sie?
- Welche Zuspitzung gibt es?
- Welches ist die größtmögliche Katastrophe?
- Welche Lösung gibt es?
- Welche Emotionen ergeben sich daraus?


         Der Grundwert

... ist der Kern der Geschichte. Wenn das Ziel die Freisetzung einer
starken Emotion ist (im Gegensatz zur reinen Information), dann ist es
ratsam, ausgehend vom Thema, für sich als Autor einen Grundwert zu
definieren. Er ist das Rückgrat der Geschichte und sollte stark in
Frage gestellt werden, sich grundlegend ändern, von null auf hundert
oder umgekehrt.

Ein Beispiel: In einer Freundschaftsgeschichte, in der jemand um eine
Freundschaft ringt, dafür Risiken eingeht, beinahe scheitert und sie
am Ende gewinnt, macht der Grundwert “Freundschaft” eine spannende
Achterbahnfahrt durch. Am Ende steht meist der emotional starke Gewinn
oder Verlust dieses Grundwertes.

In kurzen Strukturen empfiehlt es sich, konsequent auf eine starke
Emotion, einen Grundwert hin zu arbeiten und dann die Geschichte zu
beenden.

Buchempfehlung: »Tree of Hope« - Wie wir die Welt verändern können,
Ratgeber. 672 Seiten. Format 20 x 26 cm. Hardcover. Über 1.500 Fotos
und Grafiken, mit DVD (Doku und 7 Umweltspots). KellnerVerlag. ISBN
978-3-95651-063-2. Nur EUR 29,90. Im Buchhandel und bei Amazon
erhältlich. Enthält u. v. a. einen Artikel über Werbefilmdramaturgie
von Thomas Frick.

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Thomas Frick (53), Autor und Regisseur, ist Absolvent der
Filmhochschule Potsdam und der Masterschool Drehbuch. Er lebt in
Potsdam und unterrichtet Regie, Dramaturgie und Drehbuch.


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SOFTWARE-BESPRECHUNG:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

                       “Papyrus für Autoren 8”
                     besprochen von Gabi Neumayer

Die wohl beste Software für AutorInnen, Papyrus, haben wir schon
einmal hier vorgestellt. Inzwischen liegt Version 8 vor, und es wird
Zeit für eine aktuelle Besprechung.

Papyrus war schon früher als Textverarbeitung für AutorInnen
ungeschlagen: mit der besten Korrekturfunktion (hier ist Duden
Korrektor 11 integriert) und der Stilanalyse, die unter anderem
Wortwiederholungen anmahnen kann und die Verständlichkeit des Textes
anzeigt. Mit der neuen Version wird es nun auch für Selbstpublisher
einfacher, ihr Manuskript schnell und verlässlich sowohl für den Print
als auch als E-Book aufzubereiten, inklusive einer Vorschaufunktion.

Darüber hinaus bietet Papyrus jede Menge nützlicher Werkzeuge, um
einen Text zu entwickeln und die eigene Arbeit damit zu strukturieren
- und zwar so individuell gestaltbar, wie man es für die eigene
Arbeitsweise braucht.

Auch bei diesen Werkzeugen und noch darüber hinaus gibt es viele
Verbesserungen, zum Beispiel:

-- Das neue “Denkbrett” erlaubt es, wie mit Karteikarten an einer Wand
Ideen zu entwickeln, blitzschnell zu verbinden, beliebig zu
verschieben, farbig zu markieren, mit Icons zu versehen, mit dem Text
zu verbinden und vieles mehr. Alle Freunde des Mindmappings, denen
bisher jede Mappingsoftware zu kompliziert und unpraktisch war, werden
sich darüber freuen.

-- Die Figurendatenbank wurde vereinfacht und ist nun direkt mit dem
Text verknüpft.

-- Absätze nach Überschriften oder Leerzeilen werden nicht mehr
eingerückt - so soll es in einem richtig gesetzten Buch sein! Andere
Software kann das meines Wissens nicht.

-- Die Icons und der gesamte Look von Papyrus wurden moderner und
klarer gestaltet.

Dazu kommen Verbesserungen und Vereinfachungen  bei
Inhaltsverzeichnissen, beim individuellen Anpassen von Symbolleisten
und Standardfunktionen, eine deutlich verbesserte Anleitung mit
Schulungsteil - und mein neues Lieblingsfeature: die Tabs.

Im Grunde eine Kleinigkeit, aber sie erleichtert mir die Arbeit enorm:
Alle in Papyrus geöffneten Dateien erscheinen jetzt als Tabs am oberen
Rand der Symbolleiste. Statt zwischen Fenstern mit dem Szenenplan, den
Charakteren, dem Setting usw. mühsam hin- und herspringen zu müssen,
kann man nun alle direkt per Klick auf den jeweiligen Tab erreichen.

Wer bisher die Umstellung auf eine neue Software gescheut hat, sollte
sich jetzt einen Ruck geben. Papyrus ist einfach unschlagbar praktisch
und hilfreich, außerdem kann man sofort intuitiv damit arbeiten; viele
erstaunliche und mächtige Funktionen findet man dann nach und nach,
wenn man sich die Hilfe anschaut. Und wer es erst einmal probieren
möchte, kann Papyrus vier Wochen lang kostenlos testen.


R.O.M. Logicware Gmbh: “Papyrus Autor 8”, Textverarbeitung inklusive
Office mit Duden Korrektor, für Windows (XP, Vista, 7, 8, 10) und Mac
OS X (10.7.x-10.11.x). Beide Betriebssystem-Versionen sind in der
Lizenz enthalten, 2016, 179 Euro. Die Vollversion und die kostenlose
Vier-Wochen-Testversion gibt es unter http://www.papyrus.de


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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                             (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen
hat, kann sie mir schicken.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten!
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                 “Eine Nacht für Juli” (Klappentext)        
              Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen


Eine Nacht für Juli ist eine Geschichte vom Entscheiden.

Juli ist fünfundzwanzig und geprägt von den Parolen der
Hippiebewegung. In dem Film “Hair” ist sie mindestens fünfmal gewesen,
und sie sieht die Welt häufig durch ihre “Hair”-Brille.

Nach der Trennung von ihrem Freund  macht sie sich auf den Weg, sich
selbst zu erkunden, wie ein verwildertes Stück Garten, in dem man
einen verwunschenen See zu finden hofft. In manchen Momenten
schwindelt ihr von der ganzen Freiheit. Sie weiß nicht, ob sie sich im
freien Flug oder im freien Fall befindet, und stolpert wie ein
weiblicher Candide durch die Kiffer-Szene der Ruhrgebietsstadt, in der
sie lebt. Dabei versucht sie, ihrer Rolle als Mutter gerecht zu werden
und gleichzeitig die Leichtigkeit des Seins zu leben. Sie verliebt
sich gleichzeitig in zwei Männer und kann sich nicht entscheiden. Am
Ende begreift sie, dass sie sich für sich selbst entscheiden muss.

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                   Lektorat von Hans Peter Roentgen

Eine junge Frau, die als Hippie Flower-Power leben, aber gleichzeitig
ihrer Verantwortung als Mutter gerecht werden möchte. Da sind
Konflikte vorprogrammiert. Doch kommen diese in dem Klappentext
heraus? Lockt er zum Lesen?

Ich finde, ja. Allerdings gibt es einiges, das ich ändern würde.


          Der Pitch

“Eine Nacht für Juli ist eine Geschichte vom Entscheiden”, so lautet
die Unterüberschrift, also der  Pitch. Das sagt nur wenig - denn was
ist eine Geschichte vom Entscheiden?

Obendrein wird hier ein substantiviertes Verb benutzt, das wirkt immer
wenig lebendig. Wie würde dieser Pitch aussehen, wenn wir das Verb
verwendeten? Und ihn etwas persönlicher, konkreter fassen würden?
“Juli muss sich entscheiden.”
 
Der Satz wäre lebendiger durch das Verb und aussagekräftiger, weil
hier die Person und ihr Problem im Mittelpunkt stehen.

Ginge es noch besser? Der Pitch ist immer noch allgemein. Zwischen
welchen Dingen muss sie sich entscheiden? Vielleicht so:
 
.....
Juli muss sich entscheiden, zwischen einem Leben als Hippie-Mädchen
und einem als Mutter.
.....
 
Das würde den Ausgangskonflikt benennen. Aus dem Entwurf des
Klappentextes geht allerdings hervor, dass das die falsche Alternative
wäre. Sie muss sich für sich selbst entscheiden, sagt dieser am
Schluss. Nicht für einen Lebensplan, der nicht der ihre ist. Das steht
am Ende der Geschichte.

Darf man im Klappentext den Schluss verraten? In der Regel nicht. Wer
den Mörder im Who-Dunit verrät, gewinnt nicht den Publikumspreis. In
diesem Roman könnte es aber funktionieren. Denn hier wird nicht
gesagt, wie die Entscheidung aussehen wird.
 

          Show, don’t tell
 
.....
“Juli ist fünfundzwanzig und geprägt von den Parolen der
Hippiebewegung. In dem Film ‚Hair‘ ist sie mindestens fünfmal gewesen,
und sie sieht die Welt häufig durch ihre “Hair”-Brille.
Nach der Trennung von ihrem Freund macht sie sich auf den Weg, sich
selbst zu erkunden, wie ein verwildertes Stück Garten, in dem man
einen verwunschenen See zu finden hofft.”
.....
 
Ist das anschaulich? Entwickeln Sie eine Vorstellung von Juli, ihrem
Leben und der Geschichte?

Ich finde: ja. Aber die Formulierungen könnte man anschaulicher
gestalten. Vielleicht: “Juli ist fünfundzwanzig und glaubt an Love,
Peace und freie Liebe.”? Auch “ist fünfmal in dem Film ‚Hair‘
gewesen”, das ließe sich besser formulieren: “Den Film ‚Hair‘ hat sie
mindestens fünf Mal gesehen.” “Ist gewesen” ist eine
Hilfsverbkonstruktion, die nicht sehr lebendig wirkt.

Ach ja, wann spielt die Geschichte eigentlich? Das wird nicht gesagt.
Da der Film “Hair” genannt wird, spielt es auf jeden Fall nach 1979.
Doch das weiß nur, wer weiß, dass Milo? Forman “Hair” 1978 gedreht
hat, lange nach dem Ende der Hippiebewegung. Ich würde das Jahr im
Klappentext nennen.
 
 
          Der Stil eines Klappentexts
 
Was sagen uns die beiden ersten Absätze noch? Dass der Roman poetisch
sein wird. Denn dass sie in dem verwilderten Garten ihrer Psyche einen
See zu finden hofft, dieses poetische Bild stimmt auf einen poetischen
Roman ein. Zu einem Hardboiled-Detektiv-Roman würde das auf keinen
Fall passen.

Der Stil eines Klappentextes bestimmt auch die Erwartungen der Leser.
Und hier passt er zu der Schilderung der Hauptfigur Juli. Verträumt,
ein wenig auf Wolke Sieben schwebend, so schildert sie uns dieser
Text.

Der nächste Abschnitt geht genauso poetisch weiter:

.....
“In manchen Momenten schwindelt ihr von der ganzen Freiheit. Sie weiß
nicht, ob sie sich im freien Flug oder im freien Fall befindet, und
stolpert wie ein weiblicher Candide durch die Kiffer-Szene der
Ruhrgebietsstadt, in der sie lebt.”
.....
 
Wissen Sie, was ein “weiblicher Candide” ist? Den Film “Hair” dürften
die meisten zumindest dem Namen nach kennen. Aber gilt das auch für
Candide? Da verlässt sich der Text darauf, dass der Leser aus dem
Zusammenhang erschließt, wer dieser Candide sein könnte.
 
 
          Namen nennen
 
Eigentlich haben uns die ersten beiden Abschnitte bereits die
Grundkonstellation von Juli vorgestellt. Neu wäre, dass sie durch die
Kiffer-Szene der Ruhrgebietsstadt stolpert. Hier würde ich den Namen
der Stadt nennen, statt allgemein “eine Ruhrgebietsstadt” zu
schreiben. Und es wäre gut, den Konflikt jetzt etwas konkreter zu
nennen, in dem sich Juli befindet. Das geschieht im nächsten Satz:
 
.....
“Dabei versucht sie, ihrer Rolle als Mutter gerecht zu werden und
gleichzeitig die Leichtigkeit des Seins zu leben. Sie verliebt sich
gleichzeitig in zwei Männer und kann sich nicht entscheiden.”
.....
 
Sie hat ein Kind. Und das gibt Probleme, denn Kinder fordern nun mal
Planung und Sicherheit. In den Tag hinein leben, das geht nur bedingt,
und vor der unerträglichen Leichtigkeit des Seins werden Eltern
deshalb meist bewahrt.

Wir wissen aufgrund unserer Lebenserfahrung, dass Eltern zu sein und
in den Tag hinein zu leben sich oft ausschließen. Deshalb assoziieren
wir in diesem allgemeinen Klappentext sofort Probleme. Ich würde aber
eines dieser Probleme, denen Juli ausgesetzt ist, beispielhaft in
einem Satz im Klappentext benennen. Vermutlich dürfte dieser Konflikt
ihr Leben viel stärker bestimmen als die beiden Lover, die sie sich
zulegt. Oder reagiert ihr Kind allergisch auf ihr Liebesleben? Auch
das wäre etwas, mit dem dieser Abschnitt etwas lebendiger gestaltet
werden könnte.
 

          Der Schlusssatz
 
Der erste und der letzte Satz in einem Exposé sind entscheidend. Der
erste ist der Pitch, der letzte eine Zusammenfassung der Geschichte,
oft eine Art Moral von der Geschichte. Aber möglichst eine ohne
Zeigefinger.
 
“Am Ende begreift sie, dass sie sich für sich selbst entscheiden
muss”, das wäre die Lösung des Konflikts. Es geht nicht darum, sich
für ein Leben entsprechend den Hippievorstellungen zu entscheiden, und
auch nicht darum, die traditionelle Mutterrolle zu wählen. Sondern
darum, das eigene Lebenskonzept zu entwickeln.

Auch dieser Satz ließe sich vielleicht noch ein wenig verbessern, ich
halte ihn aber für gut gelungen, und er drückt aus, worum es in dem
Buch geht. Er stellt ein wenig die Lösung des Konflikts vor, aber
nicht so konkret, dass der Leser bereits alles weiß und der
Klappentext ein Spoiler wäre.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Hans Peter Roentgen ist der Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge, "Drei Seiten für ein Exposé" und
“Schreiben ist nichts für Feiglinge”. Außerdem hält er Schreibkurse
und lektoriert. Anfang des Jahres ist sein neuer Ratgeber “Spannung -
der Unterleib der Literatur" erschienen.


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