Ausgabe 4-7 (20. Juli 2002)

Schreib-Kick
News
Leserbrief
Marketingideen
     "Lesertipp"
Schreibkurs
     "Schreibspiele" von Ursula Schmid-Spreer
     "Der Protagonist - Teil 2" von Hans Peter Röntgen
Buchbesprechung
     "Das Erzählen und die guten Ideen"
     "Die Lust zu Schreiben"
     beide besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Barbara Büchner
Frag die Expertin fürs Übersetzen
     (Barbara Slawig)
Frag die Expertin für Literaturagenturen
     (Petra Hermanns)
Frag den Experten für Verlagswesen
     (Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
     (Ute Hacker)
Frag die Expertin für Fantasy
     (Stefanie Bense)
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

bis zum 10. August läuft noch unsere Verlosung: Wer eins der Exemplare
des Buches "Kunst und Technik des Erzählens" von Otto Kruse (zur Ver-
fügung gestellt von Zweitausendeins) gewinnen möchte, schicke mir  ei-
nen Tipp zum Umgang mit Verlagen. Ob es dabei um die Verlagssuche
geht, um das Verhandeln mit einem Verlag, um die Vermeidung von Feh-
lern bei der Kontaktaufnahme oder darum, wie man die Zusammenarbeit
mit dem Lektorat am besten bewältigt, das ist euch frei gestellt. Was
habt ihr erlebt - und was daraus gelernt? Alle rechtzeitig eingesand-
ten Tipps nehmen an der Verlosung teil - sofern sie nicht länger als
300 Zeichen inklusive Leerzeichen sind!
(mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

Mit diesem Tempest führen wir eine Neuerung ein: Der Tempest flattert
euch (soweit man das bei einer Mail sagen kann ...) ab heute immer in
zwei Teilen ins Haus. Er ist inzwischen so umfangreich geworden, dass
es hier und da schon Probleme mit dem Herunterladen gab. Deshalb fin-
det ihr ab sofort den gesamten Veranstaltungs-, Ausschreibungs- und
Seminarteil in einer getrennt verschickten Mail.

Da wir immer wieder Post bekommen, noch einmal der Hinweis: Im Tempest
werden ausschließlich Bücher ÜBERS Schreiben besprochen. Schickt uns
also keine Romane, Gedichtbände etc. zur Rezension.

Angesichts eurer bisherigen Überweisungen sind wir momentan zuver-
sichtlich, den Tempest weiterführen zu können. Dazu ist es aber wich-
tig, dass auch die neuen AbonnentInnen (und die alten, die bisher noch
nicht überwiesen haben :-)) mithelfen: Überweist deshalb bitte euren
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser
Konto:

autorenforum.de
SEB Mainz (früher: BfG)
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00
Stichwort: "Beitrag 2002"

Für AuslandsabonnentInnen: Ihr könnt uns den Beitrag in bar schicken
(Adresse am Ende des Tempest) oder ihn von jemandem in Deutschland von
einem deutschen Konto aus überweisen lassen, um die horrenden Gebühren
zu umgehen.

Der Tipp des Monats Mai, diesmal von Roland Rosenbauer:

     Ich habe einen kleinen Palm-Organizer, und immer,
     wenn ich U-Bahn fahre, suche ich mir eine bestimmte
     Person aus, die ich dann akribisch beschreibe. Da man
     die Daten aus dem Palm in den PC übertragen kann,
     übernehme ich mein Geschriebenes später direkt in Word.
     So sind schon einige Romancharaktere entstanden.

Viel Spaß mit dem neuen "doppelten Tempest"!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin


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ISSN 1439-4669   Copyright 2002 autorenforum.de. Copyright- und
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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   INHALT DIESER AUSGABE:
      Editorial
      Inserate
      Schreib-Kick
      News
      Leserbrief
      Marketingideen
          "Lesertipp"
      Schreibkurs
          "Schreibspiele" von Ursula Schmid-Spreer
          "Der Protagonist - Teil 2" von Hans Peter Röntgen
      Buchbesprechung
          "Das Erzählen und die guten Ideen"
          "Die Lust zu Schreiben"
          beide besprochen von Gabi Neumayer
      Interview mit Barbara Büchner
      Frag die Expertin fürs Übersetzen
          (Barbara Slawig)
      Frag die Expertin für Literaturagenturen
          (Petra Hermanns)
      Frag den Experten für Verlagswesen
          (Bjørn Jagnow)
      Frag die Expertin für Schreibhandwerk
          (Ute Hacker)
      Frag die Expertin für Fantasy
          (Stefanie Bense)
      Impressum

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Kleinanzeigen in "The Tempest"
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(Die Redaktion behält sich vor, Anzeigen zu kürzen oder Anzeigen, die
gegen Rechte Dritter, das Urheberrecht oder Jugendschutzbestimmungen
verstoßen, abzulehnen.)

Private Anzeigen kosten bis zu fünf Zeilen 1,60 Euro pro Zeile. Jede
weitere Zeile kostet 1,10 Euro.
Anzeigen von nicht kommerziellen Literatur-Organisationen etc. sind
kostenlos (max. 5 Zeilen á 60 Zeichen).

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bis zu fünf Zeilen 2,60 Euro pro Zeile. Jede weitere Zeile kostet
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Anzeigenschaltung unter mailto:werbung at autorenforum punkt de.

Der Abdruck erfolgt nur gegen Vorkasse (Scheck/bar/Überweisung auf
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INSERATE:
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                                    (mailto:werbung at autorenforum punkt de)


NEU im Juli: LITERARISCHES SCHREIBEN von Lajos Egri, www.AutorInnen.de


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SCHREIB-KICK:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


Unser Schreib-Kick für den Juli, diesmal von Peter Endert:

"Mir fällt nichts ein!" Habt ihr das auch schon mal erlebt? Mein Tipp:
Geht an Plätze, wo viel los ist, zum Beispiel Flughafen oder Haupt-
bahnhof. Setzt euch ganz ruhig hin, zum Beispiel ins Café, und beo-
bachtet die Reisenden. Stellt euch Fragen: Woher, wohin, warum reisen
sie gerade zu dieser Zeit? Wer mit wem, aus welchem Anlass? Noch bes-
ser ist es, zum Beispiel an einer Bar einen Kaffee zu trinken und Leu-
te zu interviewen. Die meisten Zeitgenossen reden gern, wenn sie al-
lein sind. Und man erfährt so viel ...


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NEWS:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


Studie "Autoren- und Drehbuchförderung in Deutschland"

Für diese Studie wurden ca. 600 Seiten an Datenmaterial recherchiert.
Nun hat sich der KunstSalon e. V. für eine demokratische und preiswer-
te Form der Veröffentlichung entschieden: Die Studie "Autoren- und
Drehbuchförderung in Deutschland - Dokumentation und Wirkungsanalyse
der bestehenden Instrumente" steht ab sofort auf den Seiten des Kunst-
Salon als PDF-Datei zum Download bereit:
http://www.kunstsalon.de/download/drehbuchstudie.pdf .

Die Studie "Autoren- und Drehbuchförderung in Deutschland " wurde vom
KunstSalon e.V. im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung
durchgeführt. Sie wurde von Arne Birkenstock erstellt. Beraten und un-
terstützt wurde er dabei von Dr. Peter Bach und Joachim Christian Huth
vom KunstSalon Köln e. V. Die Dokumentation der Studie hat Michael Joe
Küspert erstellt. Bei der Recherche, Auswertung und Dokumentation der
geführten Interviews und erhobenen Daten hat Nele Willaert mitgewirkt.


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LESERBRIEF:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


Liebe Frau Kalmbach,

als langjährige Journalistin und Autorin [...] möchte ich ein paar er-
gänzende Anmerkungen zu der von Ihnen beantworteten Anfrage machen:

1. Es ist im Journalismus noch unüblicher als im Buchmarkt, komplette
Manuskripte zuzusenden. Durch vorherige telefonische Anfragen oder
schriftliche Kurzangebote werden diese vorab "verkauft". Erst wenn die
Redaktion ihr Okay signalisiert hat, liegt ein mündlicher Vertrag vor,
was die Zahlung des Honorars in der Regel erst sichert. Die einfache
Zusendung fertiger Beiträge signalisiert mangelnde Professionalität.
Von unprofessionellem Anbieten wird oft auf unprofessionelle Texte ge-
schlossen. Deren Abdruck wird häufig gemieden - schon um nicht mit
möglicherweise unprofessionellen Arbeitsmethoden in Verbindung ge-
bracht zu werden.

2. Doppel-Veröffentlichungen sind in aktuellen Medien absolut unüb-
lich. Was veröffentlicht wurde, gilt als bekannt und somit als nicht
mehr veröffentlichbar.

3. Ob so genannte Zweitverwertungen - also Veröffentlichungen dessel-
ben Beitrages in anderen Publikationen - zulässig sind, hängt vom je-
weiligen Vertrag ab. Genauer erläutert wird die etwas komplizierte
Rechtslage im "Ratgeber Freie" von Goetz Buchholz (herausgegeben von
der Industriegewerkschaft Medien).

4. Branchenüblich ist es, Beiträge dorthin noch einmal bzw. auch zwei-
und mehrfach zu verkaufen, wo es keine Überschneidungen im Verbrei-
tungsgebiet der Publikationen gibt. Insofern hatten Sie Recht mit Ih-
rem Hinweis. Aber es lohnt vielleicht doch, zu wissen, wann dies auch
zulässig ist - schon um in eventuellen Auseinandersetzungen mit Redak-
tionen in "guten Schuhen" zu stehen.

Mit freundlichem Gruß
Viola Falkenberg

++++++++++

Liebe Frau Falkenberg,

ganz vielen Dank für Ihre Präzisierungen; ich kenne einige Reisejour-
nalisten, die die von Ihnen unter 4. genannte Mehrfachpublikation mög-
lichst nutzen, um die Reisekosten wieder reinzubekommen bzw. auf ein
anständiges Honorar zu kommen. [...]

Herzliche Grüße
Dr. Gabriele Kalmbach


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MARKETINGIDEEN:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

Schön, dass wieder Tipps von euch für diese beliebte Rubrik kommen.
Schickt mehr davon!


+++++++++++++
Albrecht Groß
+++++++++++++

Ich veröffentliche gerade mein erstes Buch "Die YETI-Tour/Suche nach
dem Wahren Leben" über BoD (Books on Demand). Für mich war von Anfang
an klar, dass die Selbstvermarktung das A&O sein würde. Daher habe ich
mir sehr viele Gedanken zu diesem Thema gemacht:

1. selbst gedruckte Handzettel (DIN A5 und DIN A6) mit der Vorderseite
meines Buches und einer Leseprobe sowie den notwendigen Angaben auf
der Rückseite des Zettels. Diese Zettel lege ich an geeigneten Stellen
aus (Wartezimmer usw.) oder hänge sie an schwarze Bretter in Einkaufs-
zentren, Schulen etc.

2. Wir haben hier 5 Kurorte im näheren Umkreis (+/- 40 km). Hier tref-
fen sich für 4 bis 6 Wochen Menschen aus ganz Deutschland. Alle paar
Wochen kommen völlig neue Menschen, die Nachfrage bleibt also nahezu
immer gleich, eine Sättigung dieses Marktes ist kaum zu berfürchten.
Weshalb sollte ich diesen Leuten zu Hause nachlaufen, wenn sie schon
freiwillig hierher kommen? Außerdem haben sie bei der Kur Zeit zum Le-
sen, warum dann nicht auch einmal einen regionalen Autor? Ich werde
also meine Bücher als Kommissionsware über die Rezeptionen/Shops in
Kurhotels und Kurkliniken anbieten. Die Verkaufsprovisionen werden
frei verhandelt.


3. Mein Buch spielt hier in der Region. Ich werde alle adäquaten Stel-
len (Wirtshäuser, Berghütten etc., die in dem Buch vorkommen) eben-
falls mit Kommissionsware beliefern. Dabei erhalten die verschweißten
Bücher einen deutlichen Hinweis mittels Etikett, aufgrund dessen ein
unmittelbarer Zusammenhang mit der Region klar wird und spontane Neu-
gierde erzeugt (z. B. am Kloster Kreuzberg wird ein auffallendes Eti-
kett das Buch zieren mit dem Titel: "Schicksalsberg Kreuzberg", an an-
deren Stellen wird auf dem Buch stehen: "Rhöner Geschichten" usw).

4. Bei Weihnachtsmärkten werde ich passend zu meinem Buch ein Ambiente
aufbauen, Lesungen halten, Fragen beantworten etc. - einfach mal wirk-
lich präsent sein für Interessierte.

5. Eine bekannte Autorin hatte mir beim ersten Autorenstammtisch er-
zählt, dass sie in ihrer Stadt zwei Büchereien regelmäßig beliefere
und etwa alle zwei Monate jeweils ca. 10 Bücher dort verkaufe, obwohl
sie als regionale Autorin für den Leser nicht erkennbar sei. Darauf
hin habe ich errechnet, dass es doch durchaus Sinn machen würde, 20
oder mehr Büchereien im weiteren Umkreis einmal monatlich abzufahren
und zu beliefern? Das wäre doch auch ein schöner Nebenverdienst. Der-
zeitiger Verdienst also in 3 Monaten:  15 Bücher x 3 Euro x 2 Büche-
reien = 90 Euro. Das ganze x 20 Büchereien wären schon 900 Euro! - Ihr
Buch beinhaltet positive Sinnspüche fürs Leben. Man könnte also auch
Flyer bei der Caritas (Familien- und Sozialberatung) auslegen, bei
Psychologen, Psychiatern, Rechtsanwälten usw.

Jeder kann so zu seinem jeweiligen Buch passende offizielle und/oder
gut frequentierte Plätze aussuchen, um gezielte und günstige Werbung
zu betreiben.


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SCHREIBKURS:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                            "Schreibspiele"
                       von Ursula Schmid-Spreer


          Das Schlagzeilenspiel

Ihr braucht mehrere Zeitungen/Zeitschriften. Einer der Teilnehmer
liest eine Schlagzeile vor. Entweder bestimmt man dann eine Reihenfol-
ge, oder es darf jeder, der glaubt, dazu eine passende oder witzige
Schlagzeile zu haben, mit dieser Schlagzeile darauf antworten.

Ein Beobachter notiert die Schlagzeilen, die dann ausgeschnitten in
einen Topf kommen. Jeder Teilnehmer zieht einen Zettel. Der erste ist
sozusagen das Thema der gemeinsam zu schreibenden Geschichte. Jeder
weitere gezogene Zettel muss in die Geschichte eingebaut werden. Dann
wird ausgemacht, ob die Geschichte ein Märchen, ein Krimi, eine Fanta-
sy-Geschichte oder ein Drama werden soll.

Man kann die so entstandene Geschichte auch spielen und dabei wie im
Theater improvisieren. Die Akteure sprechen dann überwiegend in
Schlagzeilen mit Rede und Gegenrede.


          Wer ist was?

Deine erzählende Person ist blind oder stumm, plant ein Verbrechen o-
der eine Überraschung, ist ein Tier oder ein Gegenstand.

Schreib etwa eine Seite (Begrenzung auf höchstens 30 Minuten), in der
das spezielle Merkmal des Erzählers weder benannt noch erklärt werden
darf. Anschließend wird vorgelesen, und die Zuhörer sollen das verbor-
gene Merkmal erraten.


          Wie erklärt man einem Blinden die Farbe Rot?

Stell dir vor, du lebst in einem Land, das von der Zivilisation abge-
trennt ist. Durch einen Zufall machst du eine Reise in ein Industrie-
land.

Wieder zurückgekehrt, sollst du deinen Mitmenschen (auf höchstens ei-
ner Seite) folgende Begriffe oder Tätigkeiten verständlich machen,
bildhaft umschreiben, die es in deinem Land nicht gibt: Auto fahren,
Pizza essen, Kino, Colaflasche, Waschmaschine, Einkauf im Supermarkt,
Tango tanzen, fernsehen.


          Textkritik einmal anders

Lies einen Text deiner Wahl vor. Gebt den Text reihum weiter. Jeder
schreibt etwas darunter, zum Beispiel:
- einen Kommentar
- eine Frage
- eine Idee
- ein Urteil
- einen Änderungsvorschlag

Dann hast du die Möglichkeit, anhand dieser Vorschläge den Text zu ü-
berarbeiten.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin).
Als Ausgleich für den nicht immer ganz leichten Job schreibt sie gerne
- Briefe, Tagebuch und kleine Storys für ihre Tochter. Im Geestverlag
sind in einer Anthologie zwei Geschichten zum Thema Hoffnung von ihr
erschienen. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-Rüger-
Verlag veröffentlicht.


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SCHREIBKURS:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                      "Der Protagonist - Teil 2"
                        von Hans Peter Röntgen


          Was will euer Protagonist?

Wenn ihr eine Vorstellung von eurem Protagonisten habt [s. erster Teil
dieses Beitrags, Tempest 4-6], fragt euch als Nächstes: Was unter-
scheidet ihn von anderen Figuren, was ist das Besondere, Einzigartige
an ihm?

Nehmen wir noch mal Don Quichotte. Bei ihm ist die Antwort einfach. Er
liest nicht nur Ritterromane - das taten und tun viele -, er glaubt
fest an sie und daran, dass alles, was dort geschildert wird, Realität
ist.

Aber zu einer Hauptfigur gehört noch etwas anderes: Was will diese
Person? Was strebt sie am meisten an? Was wünscht sie sich unbedingt?

Don Quichotte wünscht sich unbedingt, ein Ritter zu sein und Abenteuer
zu erleben. Leider ist die Zeit der Ritter vorbei, die Zauberer, Rie-
sen und Jungfrauen sind knapp geworden. Also erfindet er einfach wel-
che. Er sieht Windmühlen, phantasiert, es seien Riesen, und greift sie
an. Hier seht ihr, wie sich aus einer Person, aus ihren besonderen Ei-
genschaften ein Wunsch entwickelt und daraus ein Plot.


          Was möchte euer Protagonist unbedingt erreichen?

Nehmen wir einen Politiker in Kanada, in den zwanziger Jahren, einen
gläubigen Puritaner. Die Religion ist für ihn nicht nur Tradition,
sondern wirklich wichtig. Das unterscheidet ihn schon von vielen ande-
ren Politikern, aber das allein reicht nicht aus. In solchen Fällen
hilft die "Was wäre, wenn?"-Frage weiter: Was wäre, wenn dieser Poli-
tiker sich gleichzeitig immer wieder zu Prostituierten hingezogen
fühlt, wenn er sich schwört, er würde nie mehr eine besuchen, und sei-
nen Schwur immer wieder bricht?

Jetzt haben wir nicht nur eine Figur, die sich eindeutig von anderen
unterscheidet, sondern eine, die etwas unbedingt will: Sie will
christlich, nicht mehr sündig leben. (Das Tagebuch eines kanadischen
Premiers behandelt übrigens dieses Thema ausführlich. War ein Schock
für die armen Kanadier.)

Was wäre, wenn unser Politiker aus Tradition in die Messe geht, weil
ein konservativer Politiker in den Zwanzigern das tun muss, aber wenn
das Wichtigste für ihn Macht und Karriere sind? Ganz sicher hat diese
Figur nicht den Wunsch, gläubig zu leben, erst recht nicht wird sie
deshalb wünschen, dass sie keine Prostituierten mehr besuchen möge.
Aber vielleicht hat sie Angst, dass jemand Wind davon bekommt? Der sie
dann erpresst oder ihre Karriere zerstört? Andere Figur, anderer
Wunsch.

Was wäre, wenn unser Politiker heute in Bayern lebte und der CSU ange-
hörte? Gar nichts. Weder hätte er die Probleme des gläubigen Purita-
ners noch die Angst, erpresst zu werden. Wieder eine andere Person mit
anderen Wünschen.

Das, was eine Person wirklich will, kann sich auch erst im Laufe der
Geschichte herausstellen.

Was wäre, wenn ein Anwalt kurz vor der Pensionierung steht? Hurra, nie
mehr ein Prozess, kein Aktenstudium mehr! Da wird ein Freund verhaf-
tet, des Mordes angeklagt, die Indizien sprechen gegen ihn, die eigene
Frau belastet ihn schwer. Er hat einen Pflichtverteidiger, der sich
wenig Mühe gibt und keine Erfahrung mit Mordprozessen hat. Der Anwalt
übernimmt nach einigem Zögern den Prozess des Freundes.

Am Anfang ist die Pensionierung der Wunsch des Anwalts. Aber bald
stellt sich heraus, dass es für ihn Dinge gibt, die noch wichtiger
sind als dieser ursprüngliche Wunsch.

Aus dem, was eine Person unbedingt will, entwickelt sich die Geschich-
te. Deshalb braucht jede Figur eine herausragende Eigenschaft und et-
was, das sie unbedingt will. Ein Mann, wunschlos glücklich, seine Frau
versteht ihn, jeden Morgen begibt er sich fröhlich und gut gelaunt ins
Büro, ist happy über seinen Job - der taugt wenig als Protagonist (und
ist auch ein bisschen irreal).

Seht euch jetzt noch mal eure Hauptfigur an. Was wünscht diese Person
sich unbedingt? Was will sie unbedingt erreichen? Steht dies in eurer
Charakterskizze? Wenn nein, müsst ihr sie ändern.


          Eurer Figur in die Tasche schauen

Wenn ihr Probleme habt, euch die herausragende Eigenschaft eures Pro-
tagonisten vorzustellen, zu entwickeln, was er wirklich will, dann
versucht einmal folgende Tricks:

- Schaut eurer Figur in die Taschen. Findet ihr dort etwas, was euch
überrascht? Das der Held niemandem zeigen würde, weil es ihm peinlich
wäre?

- "Was willst du, lieber Autor, das wichtiger ist als das, was deine
Person will?" Wenn du jetzt rot wirst, Bingo. Nein, Ruhm, einen Spit-
zenplatz in der Bestsellerliste, das gilt nicht. Diesen Wunsch hat je-
der Autor. Prüft euren Wunsch. Habt ihr etwas, das wichtiger ist als
der Wunsch eures Helden, dann fragt euch: Könnte eure Figur diesen
Wunsch auch haben? Oder einen verwandten? Ihr hättet den Vorteil, das
eure Figur etwas will, das ihr genau kennt - das heißt noch lange
nicht, dass ihr mit eurem Helden identisch seid oder sein müsstet.

- Gibt es etwas, das euer Held unbedingt geheimhalten möchte? Das er
selbst seinem besten Freund, selbst seiner Frau nicht erzählen würde?
Hängt das vielleicht mit einem Wunsch zusammen? Folgt daraus etwas,
was eure Figur unbedingt möchte?

Schaut euch euren Text jetzt nochmals an. Möchtet ihr nach diesen Hin-
weisen noch etwas ändern, hinzufügen oder überarbeiten? Dann tut das.


          Weitere Fragen an den Protagonisten
Wenn ihr wisst, was euer Protagonist unbedingt will, kennt ihr eine
seiner wesentlichen Eigenschaften. Aber natürlich gibt es noch weite-
re. Hier drei weitere wichtige Fragen zu dem Protagonisten:

1. Hat eure Figur eine Eigenschaft, die ihr nicht habt?
Falls euch keine einfällt, überlegt euch eine. Außer in autobiographi-
schen Romanen sollte die Hauptfigur sich vom Autor schon unterschei-
den. Nur so kann sie eine eigene Stimme gewinnen. Doch es muss sich
nicht um eine völlig andere Figur handeln. Sofern ihr nicht lange Jah-
re in Indien gelebt habt, ist ein gläubiger Hindu nicht gerade eine
geeignete Figur. Natürlich ist nichts dagegen zu sagen, wenn euer Pro-
tagonist gleiche oder ähnliche Wünsche hat wie ihr. Ganz im Gegenteil:
Jeder Autor sollte über das schreiben, was er kennt. Aber eine Figur
sollte sich vom Autor unterscheiden, damit der Autor sie von sich
trennen kann, objektiver ihr gegenüber ist und genug Distanz hat, um
sie wirklich kennen zu lernen.

2. Hat eure Figur eine Schwäche?
Eine Figur, die alles kann, ist nicht nur ein Übermensch, sondern auch
langweilig. Hätte Siegfried nicht die verletzliche Stelle an der
Schulter gehabt, wäre er irgendwann an Altersschwäche gestorben - und
niemand hätte sich die Mühe gemacht, ihn in den "Nibelungen" auftreten
zu lassen. Figuren, die unbesiegbar sind, alles können, geraten nie in
Gefahr. Nicht mal in die, Held einer spannenden Geschichte zu werden.
Bestenfalls werden sie Helden langweiliger Geschichten.

3. Hat eure Figur auch eine oder mehrere negative Eigenschaften?
Nur Gott ist unfehlbar. Menschen können egoistisch, herrschsüchtig,
aggressiv, ungeduldig, unbescheiden, gierig sein, sie haben Mundge-
ruch, Achselschweiß und bohren in der Nase. Euer Protagonist soll ein
Mensch sein, kein Gott. Übrigens zeigt auch Gott in der Bibel durchaus
schillernde Eigenschaften, er kann rachsüchtig sein, herrisch, brutal
...

Jetzt schaut euch nochmals eure Charakterskizze an, und prüft sie in
Bezug auf die obigen Fragen. Wollt ihr etwas ändern? Dann tut das.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Hans Peter Röntgen betreibt mit Judith Tepesch die Schreibwerkstatt
"Textkrafttraining" (http://www.roentgen-software.de/sws/sws.htm), ist
Mitglied der Phoenix-Schreibgruppe
(http://www.roentgen-software.de/phoenix/phoenix.html) und schreibt
phantastische Geschichten
(http://www.roentgen-software.de/eigen/eigen.html) und Computerpro-
gramme.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)



                  "Das Erzählen und die guten Ideen"
                     besprochen von Gabi Neumayer

In diesem Band sind Vorlesungen gesammelt, die einer der besten
deutschsprachigen Erzähler 1990 in München und 2000 in Göttingen
gehalten hat.

Dies ist ein außergewöhnliches Buch, in vielerlei Hinsicht. Nadolny
gelingt es, in seiner besonderen, präzisen Sprache transparent zu ma-
chen, wie das Schreiben funktioniert. Und das macht er nicht, indem er
Regeln fürs Plotten oder für die Charakterisierung aufstellt - sondern
indem er uns zeigt, was in einem Autor, einer Autorin vorgehen kann,
wenn er/sie sich an ein neues Schreibprojekt macht.

Von der ersten vagen Idee bis zum fertigen Buch führt er uns in der
Münchener Vorlesung, und zwar anhand eines fiktiven, aber konkreten
Beispiels. Das entstehende Bild eines Schreibprozesses ist dabei nicht
zuletzt so anschaulich und umfassend, weil Nadolny nicht nur "Schreib-
techniken" beschreibt. Vielmehr bezieht er den Autor mit ein, seinen
Charakter, sein Lebensumfeld und seine ureigenste Motivation, diese
spezielle Idee auf diese spezielle Weise zu finden und zu bearbeiten.
Kein Wunder also, dass wir hier beispielweise ein Kapitel "Erzählen
und Erfahrung" finden.

Damit ist dieses Buch nicht nur geeignet, das eigene Schreiben besser
zu verstehen und typische Probleme zu lösen. Es vermittelt auch - als
einziges Buch auf dem Markt -, was vor allem angehenden AutorInnen in
Schreibbüchern immer fehlt: ein Verständnis dafür, wie das Leben eines
Autors mit seinem Schreiben untrennbar verbunden ist und wie sie sich
gegenseitig beeinflussen.

Wem das alles zu abstrakt klingt: Nadolny ist immer konkret, seine Er-
fahrungen, Ideen und Tipps werden praktisch untermauert und sind für
jede/n nachzuvollziehen. Und dass er in seiner Vorlesung von 2000 frü-
here Irrtümer korrigiert, passt zu diesem Autor, der offen, politisch
nicht korrekt und absolut ehrlich mit sich selbst, dem Schreiben und
dem Literaturbetrieb umgeht.

Ein einzigartiges Buch voller Ehrlichkeit, Witz und erstaunlicher Er-
kenntnisse, dazu großartig geschrieben - diesen Lesegenuss mit enormem
praktischen Nutzen sollte sich niemand entgehen lassen, der schreibt!


Sten Nadolny: "Das Erzählen und die guten Ideen", 2001, 230 Seiten,
9,90 Euro, Piper


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BUCHBESPRECHUNG:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                        "Die Lust zu schreiben"
                      besprochen von Gabi Neumayer

Nicht nur angehende AutorInnen legen sich selbst die größten Steine in
den Weg, wenn es darum geht, etwas zu schreiben: Manche lesen sich
erst einmal durch Berge von Schreibbüchern oder besuchen unzählige
Kurse, bevor sie es wagen, auch nur eine Zeile zu Papier bringen. Man-
che schüchtert der leere Bildschirm so sehr ein, dass sie ihn stunden-
lang anstarren, ohne etwas zu schreiben. Und manche zweifeln bei jedem
geschriebenen Wort, ob es denn nun gut und richtig ist und was wohl
andere dazu sagen mögen ...

Die Autorin dieses Buches (die Originalausgabe erschien bereits 1938)
hat Tausenden in ihren Kursen geholfen, zu schreiben. Nicht etwa, in-
dem sie ihnen Schreibregeln vorgesetzt und unlösbare Aufgaben gestellt
hat; ihr Hauptanliegen war es, zu zeigen: "Jeder Mensch ist begabt,
originell und hat etwas Wichtiges zu erzählen" (Titel des ersten Kapi-
tels).

Bestätigung für ihren Ansatz findet Ueland in den Erfolgen ihrer
SchreibschülerInnen, aber auch in Äußerungen großer Erzähler wie
Tschechow oder Tolstoi. Und dass unter diesen Voraussetzungen nicht
etwa unleserliches Geschreibsel herauskommt, kann jede/r an den zahl-
reichen Beispielen von Uelands SeminarteilnehmerInnen selbst überprü-
fen. - Darunter waren Professoren ebenso wie Dienstmädchen oder Haus-
frauen (ein Kapitel heißt "Warum Frauen, die zu viel im Haushalt ar-
beiten, diesen zugunsten des Schreibens vernachlässigen sollten"). Wer
da übrigens Vorteile auf Seiten der Ersteren vermutet, wird anhand der
Textbeispiele schnell eines Besseren belehrt ...

Wem es darauf ankommt, Anleitungen zum Plotten oder zum Aufbau eines
Settings zu bekommen, sollte ein anderes Schreibbuch zu Hand nehmen.
Wer hingegen Ermutigung und Ansatzpunkte für das eigene Schreiben
sucht, ist hier bestens aufgehoben. Manche LeserInnen mögen die reli-
giösen Bezüge irritieren, aber wer die Lust am Schreiben (wie-
der)finden möchte, wird sich davon nicht abhalten lassen (ebenso wenig
wie von den zum Teil gravierenden Übersetzungsfehlern).


Brenda Ueland: "Die Lust zu schreiben", 2001, 211 Seiten, 12,75 Euro,
Zweitausendeins

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Aktuelle Veröffentlichungen: das Bilderbuch "Viele Grüße, dein Löwe",
Baumhaus Verlag, illustriert von Elena Conti; der Kurzkrimi "Der Zo-
cker" in: Die Stunde des Vaters, Verlag Ulmer Manuskripte; die Ratge-
ber "Liebe Grüße und Glückwünsche kurz und knapp", Falken Verlag, und
"Briefe, E-Mails & Co.", Eichborn Verlag. Meine Homepage:
http://www.gabineumayer.de.


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INTERVIEW:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                     "Macht euch darauf gefasst,
                  von Kartoffeln und Hering zu leben"
                     Interview mit Barbara Büchner


Michael Borlik: Liebe Frau Büchner, Sie arbeiten bereits seit 1972 als
freie Schriftstellerin und Journalistin. Ein solches Glück haben nicht
viele Autoren. War es damals leichter, in dieser Branche Fuß zu fas-
sen?

Barbara Büchner: Nein, ich glaube, das war früher weder besser noch
schlechter. Und obwohl ich Ihnen zustimme, dass es ein Glück ist, in
dieser Branche arbeiten zu können, hat es auch seine Schattenseiten.
Letzthin wurde mir am Bankschalter erklärt, sie müssten in der Zentra-
le nachfragen, ob sie mir Geld geben dürften - obwohl ich von meinem
Sparbuch abheben wollte! Es ist ein sehr unsicherer Job, und mein Le-
ben ist, finanziell betrachtet, seit dreißig Jahren ein einziges Ka-
tastrophenmanagement.


MB: Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit Verlagen?

BB: Ich hatte keine Ahnung, wie ich es angehen musste, und schickte
Leseproben an alle möglichen Verlage, die mir dann Schimmelbriefe zu-
rückschickten: "Nach sorgfältiger Prüfung Ihres Manuskripts ..." Das
war schon sehr frustrierend. Hätte mich eine gute Freundin nicht immer
wieder aufgemuntert, so hätte ich es längst aufgegeben. Heute ist das
viel besser, wo es im Internet alle diese Autorenforen und Diskussi-
onsgruppen gibt.


MB: Hat es lange gedauert, bis Sie Ihren ersten Roman untergebracht
hatten?

BB:  Na ja, der erschien 1988, da war ich 38. Und bis dahin hatte ich
tausend Mal gedacht, meine Erben würden einmal viele Schubladen mit
unerwünschten Manuskripten entsorgen müssen. Manchmal war ich wirklich
deprimiert. Aber das Blöde - oder das Schöne - ist ja, dass man trotz-
dem nicht aufhören kann zu schreiben, selbst wenn es kein Mensch je-
mals lesen würde.


MB: Gab es auch Zeiten, wo Sie kurz davor standen, Ihr Autorendasein
aufzugeben und einen "gewöhnlichen" Bürojob zu machen?

BB: Ich habe, nachdem ich meine Arbeit als Journalistin aufgegeben
hatte, weil die Zeitung einging, zwischendurch immer wieder Bürojobs
gemacht. Aber das Schreiben habe ich nie aufgegeben. Ich arbeitete
halbtags in diesem Horrorladen, und nachmittags schrieb ich.


MB: Viele Autoren werden an den unmöglichsten Orten von Ideen heimge-
sucht. Wie sieht das bei Ihnen aus? Haben Sie stets Stift und Papier
dabei, um sich Notizen zu machen?

BB: Nein, ich behalte die Ideen im Kopf. Und wo? Sehr fruchtbar sind
Spaziergänge mit meinem Hund, aber auch Gartenarbeit. Und wahrschein-
lich kennt jede AutorIn die Situation, wo einem um halb zwei Uhr mor-
gens kurz vorm Einschlafen eine Wahnsinnssuperidee kommt, also raus
aus dem Bett, Computer anwerfen, Kaffeekocher einschalten und dichten!


MB: Wenn Sie ein Buch schreiben, wie gehen Sie an diese Aufgabe heran?
Schreiben Sie direkt drauf los, oder entwickeln Sie erst ein Grundge-
rüst, bevor Sie sich ans eigentliche Schreiben heranwagen?

BB: Ich brauche als Erstes die Personen - so etwa wie das Casting bei
einem Film. Dann eine ganz ungefähre Grundidee, etwa: Herrenhaus in
der Toscana, widerlicher Hausherr, Mord, zahlreiche Verdächtige ...
Die Personen machen dann, wenn sie gut ausgewählt sind, von sich aus
weiter und spinnen die Handlung aus.


MB: Frau Büchner, Sie lassen sich von einer Agentur vertreten. Welche
Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Agenten gemacht, und ist eine solche
Vorgehensweise Erfolg versprechender, als wenn der Autor selbst an ei-
nen Verlag herantritt?

BB: Ich bin sehr zufrieden mit der Agentur Schlück. Sicher ist es Er-
folg versprechender, denn Agenten fahren auf die großen Buchmessen
nach Bologna oder Frankfurt, sie haben auch ganz andere Verbindungen,
während unsereins ja schon froh sein muss, wenn ein Manuskript über-
haupt gelesen wird. Aber man muss darauf achten, eine seriöse Agentur
zu finden, anscheinend gibt es auch Gauner. Und ich würde sagen, man
muss sich mit seinem Agenten auch menschlich gut verstehen, Vertrauen
haben und gut zusammenarbeiten.


MB: Was würden Sie sich von einem Lektor wünschen?

BB: Ich hatte eigentlich fast immer LektorInnen, mit denen ich gut und
effizient zusammenarbeiten konnte. Ich wünschte nur, sie würden nicht
so ängstlich sein. Ständig heißt es: "Aber das müssen wir streichen"
und "das ist zu starker Toback" und "das stößt die Leser ab" und "das
ist nicht politically correct". Bei Jugendbüchern lasse ich mir das ja
noch einreden, aber dass in einem Buch für erwachsene Leser das Wort
"Brust" nicht vorkommen darf, weil es unanständig ist - also da greife
ich mir an den Kopf. Vielleicht gebe ich einmal ein Buch heraus, in
dem alle die Textstellen stehen, die mir schon zensiert wurden.


MB: Wie gehen Sie als Autorin mit Kritiken um? Lesen Sie sie, oder
lassen Sie sich davon nicht beeinflussen?

BB: Doch, ich lese sie. Anfangs wäre ich bei jeder schlechten Kritik
am liebsten unters Bett gekrochen und nie mehr hervorgekommen. Aber
dann habe ich immer öfter festgestellt, dass ich für fast jedes Buch
Kritiken von "einfach wundervoll" bis "kotz würg" bekam. Nachdem alle
Kritiker ungefähr gleich gescheit und gebildet sind, handelt es sich
offenbar um eine Geschmackssache. Übrigens braucht man nur die Online-
Kritiken bei amadeus.de für ein beliebiges Buch zu lesen, dann stellt
man fest, dass es dort dasselbe ist. Wenn allerdings in mehreren Kri-
tiken immer dasselbe beanstandet wird, z. B. "der Anfang ist zu zäh",
dann nehme ich mir das schon zu Herzen.


MB: Wie stehen Sie zu Schreibseminaren bzw. Workshops? Glauben Sie,
dass Autoren dort das Schreiben erlernen können?

BB:  Das ist wohl so wie beim Singen. Wenn man musikalisch ist und ei-
ne gute Stimme hat, ist es sehr nützlich, eine Ausbildung zu machen.
Wenn man gänzlich unbegabt ist, hat es keinen Sinn. Ich habe die for-
malen Regeln des Schreibens bei der Zeitung gelernt und auch bei den
Autoren, die mir gut gefallen haben. Bei denen habe ich selber analy-
siert, wie sie es machen, dass ein Buch so spannend ist. Ich mache mir
auch heute noch Notizen, wenn ich irgendwo ein Wort finde, das in mei-
nem Wortschatz noch nicht enthalten war.


MB: Gibt es Autoren bzw. Vorbilder, von denen Sie sich in Ihrer An-
fangszeit als Autorin haben beeinflussen lassen?

BB: Ähem ... räusper ... nun ja: Mein Großvater war ein leidenschaft-
licher Leser von "Allan Wiltons Kriminalberichten", das waren Roman-
heftchen, die jede Woche erschienen. Mit elf, zwölf Jahren habe ich
die verschlungen und war entschlossen, auch so etwas zu schreiben. Ein
weiterer intensiver Einfluss war H. P. Lovecraft, schon deshalb, weil
seine Aliens wirklich Aliens sind - Kreaturen, mit denen wir nichts
gemein haben und uns nicht verständigen können. Dann war da Tolkien,
dessen "Herr der Ringe" mir die Idee nahe gebracht hat, eine ganze
Welt zu erfinden. Und darüber hinaus war es jede und jeder, prominent
oder unbekannt, die gute unheimliche Literatur schreiben. Ich wollte
nie was anderes produzieren als Grusel. Wenn ich unbedingt eine Lie-
besgeschichte schreiben müsste, würde sich die Heldin garantiert in
einen Werwolf verlieben.


MB: Unter den Neuerscheinungen der Verlage finden sich größtenteils
Übersetzungen. Neue deutschsprachige Autoren tauchen nur selten im
Programm der großen Verlage auf. Woran, denken Sie, liegt das? Schrei-
ben die meisten deutschsprachigen Autoren so schlecht?



BB: Natürlich nicht. Ich glaube, dahinter steckt so eine gewisse Un-
terwürfigkeit, zu glauben, der letzte Dreck muss noch großartig sein,
nur weil er aus England oder Amerika kommt. Ich als Wienerin habe es
da doppelt schwer - bei mir schreien sie nicht nur: "O Gott, deutsch-
sprachig!", sondern auch auch "o Gott, österreichisches Deutsch!" Es
gab wirklich Verlage, die ängstlich jeden Hinweis auf die österreichi-
sche Abstammung aus meinen Büchern entfernten, weil "die Buchhändler
sie sonst ablehnen". Vielleicht sollten wir deutschsprachigen Autoren
uns Zweitwohnsitze in Osttimor oder Patagonien suchen und unter engli-
schen Decknamen schreiben?


MB: An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell? Wie sehen Ihre Ziele
für die Zukunft aus?

BB: Im Moment habe ich Schnaufpause, weil zwei Projekte noch in der
Schwebe hängen. Zukunft? Hmm. Ich würde wahnsinnig gerne populärwis-
senschaftliche Bücher schreiben, ähnlich den Fernsehberichten "C14",
"Terra X", "Discovery" oder "BBC Exclusiv". Ein erstes Buch dieser Art
kommt im August bei Rowohlt heraus, "Morde unterm Mikroskop", ein Werk
über die forensischen Wissenschaften. Hoffentlich verkauft es sich so
gut, dass ich mehr solche Aufträge bekomme.


MB: Welche Ratschläge würden Sie angehenden Autoren mit auf den Weg
geben?

BB: Macht euch darauf gefasst, lange Zeit von Kartoffeln und Hering zu
leben. Nein, im Ernst: Man kann, glaube ich, nur SchriftstellerIn
sein, wenn man bereit ist, fast jeden Preis dafür zu bezahlen, und das
ein Leben lang. Es muss einem einfach wichtiger sein als fast alles
andere. So hin und wieder mal ein bisschen schreiben und auf den gro-
ßen Erfolg hoffen, das ist nicht drin.

MB: Liebe Frau Büchner, ich danke Ihnen für das Interview und wünsche
Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrem Schreiben!

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Michael Borlik, Jahrgang 1975, veröffentlichte 2001 seinen ersten Ro-
man, "Das Geheimnis des Drachenamuletts", bei Ueberreuter. Die Kurzge-
schichte "Im Garten der Toten" wird in Kürze in "Des Todes bleiche
Kinder" des Abendstern Verlags erscheinen. Weitere Romane sind in Vor-
bereitung. Des Weiteren ist er Herausgeber des Online-Magazins "Mär-
chen & Fantasie", http://www.maerchen-und-fantasie.de.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - kei-
ne Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Litera-
turagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind daher
zwecklos.


  Fandom: Thomas Kohlschmidt
                                        mailto:fandom at autorenforum punkt de
  Fantasy: Stefanie Bense
                                       mailto:fantasy at autorenforum punkt de
  Heftroman: Arndt Ellmer
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  Historischer Roman: Titus Müller
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  Kinderbuch: Gabi Neumayer
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  Kriminalistik: Reiner M. Sowa
                                 mailto:kriminalistik at autorenforum punkt de
  Literaturagenturen: Petra Hermanns
                                       mailto:agentin at autorenforum punkt de
  Lyrik: Titus Müller
                                         mailto:lyrik at autorenforum punkt de
  Reiseführer: Gabriele Kalmbach
                                  mailto:reisefuehrer at autorenforum punkt de
  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
                                      mailto:sachbuch at autorenforum punkt de
  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
                                     mailto:med.psych at autorenforum punkt de
  Schreibgruppen: Ute Hacker
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  Schreibhandwerk: Ute Hacker
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  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                                      mailto:sf-autor at autorenforum punkt de
  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
                                       mailto:techlit at autorenforum punkt de
  Übersetzung: Barbara Slawig
                                 mailto:uebersetzerin at autorenforum punkt de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                                  mailto:verlagswesen at autorenforum punkt de


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FRAG DIE EXPERTIN FÜRS ÜBERSETZEN:
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              Barbara Slawig (mailto:uebersetzerin at autorenforum punkt de)

Frage:
In der Vergangenheit habe ich oftmals ein Buch in englischer Sprache
gelesen und mir gedacht, wie schön es doch wäre, dieses Kunstwerk dem
deutschsprachigen Markt zugänglich zu machen. Mit Interesse habe ich
nun Ihren Artikel im Tempest - Ausgabe 4-4 - April 2002 gelesen. Unter
anderem schreiben Sie, "Übersetzungsaufträge werden von den Verlagen
vergeben, die das Buch in der ’Zielsprache’ auf den Markt bringen wol-
len." Können Sie mir verraten, wie ich am besten an diese Adressen ge-
lange, wenn ich nur die Herausgeber-Adresse des Originalbuches habe?


Antwort:
Am sinnvollsten ist es, sich an den Verlag zu wenden, der das Original
herausgebracht hat - die meisten dürften mit einer HP im Internet ver-
treten sein. Evtl. finden Sie auch den Autor im WWW. Dort können Sie
erfragen, ob bereits eine Lizenz für eine Übersetzung ins Deutsche
vergeben wurde. Falls ja - und falls man Ihnen mitteilt, an wen sie
vergeben wurde -, wenden Sie sich an den deutschen Verlag und bewerben
sich um die Übersetzung. Eine Garantie, dass Sie damit Erfolg haben,
gibt es natürlich nicht: Evtl. ist der Übersetzungsauftrag schon ver-
geben. Es ist wohl sinnvoll, erst telefonisch anzufragen, bevor Sie
sich mit einer Probeübersetzung Mühe machen. (Bei Berufsanfängern wird
häufig eine Probeübersetzung verlangt. Erfahrene Übersetzer können
stattdessen auf die Liste der schon veröffentlichten Übersetzungen
verweisen.)

Falls die Übersetzungslizenz noch frei ist, können Sie sich auch zum
"Anwalt" des Buches machen: Sie weisen einen geeigneten deutschen Ver-
lag auf das Buch hin (mit Inhaltsangabe und evtl. ganz kurzer Probe-
übersetzung) und bieten an, es bei Interesse zu übersetzen. Natürlich
liegt es dann im Ermessen des deutschen Verlags, ob er die Überset-
zungsrechte tatsächlich erwirbt (vom Autor bzw. Originalverlag) - und
auch, ob er den Übersetzungsauftrag anschließend wirklich an Sie ver-
gibt. Immerhin bietet sich hier die Chance, mit dem Verlag ins Ge-
spräch zu kommen, und evtl. bietet man Ihnen ja auch einen anderen
Auftrag an!

Bevor Sie all diese Schritte unternehmen, sollten Sie sich aber verge-
wissern, dass das Buch nicht längst in einer Übersetzung vorliegt.
Nützliche Internetadressen dazu sind:

- Karlsruher Virtueller Katalog:
http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/hylib/virtueller_katalog.html
ein Portal, über das man in zahlreichen Biblothekskatalogen online su-
chen kann

- Katalog der Deutschen Bibliothek Frankfurt:
http://z3950gw.dbf.ddb.de/
Hier sollten eigentlich alle Bücher verzeichnet sein, die in deutscher
Sprache veröffentlicht wurden.

- Das Verzeichnis lieferbarer Bücher:
http://www.buchhandel.de/
führt - wie der Name sagt - die aktuell lieferbaren Bücher

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Barbara Slawig ist freie Übersetzerin und Autorin. Übersetzungen aus
dem Englischen/Amerikanischen: Belletristik, auch Sachtexte, viel SF.
Ihr Roman "Die Lebenden Steine von Jargus" gewann 2001 den Alien Con-
tact Leserpreis und erscheint demnächst als TB bei Heyne.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR LITERATURAGENTUREN:
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                      Petra Hermanns (mailto:agentin at autorenforum punkt de)


Frage:
Nach allem, was ich gelesen habe, erscheint mir die Zusammenarbeit
mit einer Literaturagentur am sinnvollsten. Nun ergeben sich für mich
diesbezüglich einige Fragen, für deren Beantwortung ich Ihnen überaus
dankbar wäre.
- Wird ein Kontrakt zwischen Agentur und Autor geschlossen, und was
ist der Inhalt eines solchen Vertrages?
- Welche Kosten entstehen dabei für mich als Autor?
- Dürfte ich Ihnen ein Exposé und einige Seiten des Romanes zusenden?


Antwort:
Ja, es wird ein Vertrag zwischen Autor und Agentur geschlossen, in dem
einfach die Zusammenarbeit geregelt wird und sich beide Parteien ge-
genseitig zu bestimmten Leistungen verpflichten. Da die Leistungen von
Agenturen sehr unterschiedlich sein können, kann ich über die weiteren
Inhalte leider keine pauschale Antwort geben. Was die Honorierung an-
belangt, ist es üblich, dass Agenturen 15 % Provision der Autorenhono-
rare erhalten, also erst bei Erfolg (Zustandekommen eines Verlagsver-
trags, der eine Honorierung vorsieht!), bezahlt werden. Daher ist es
gar nicht so einfach, eine Agentur zu finden, da die Agentur für das
Projekt ja dann erst einmal voll ins Riskio geht.

Da ich über diesen Weg keinerlei Projekte selbst annehmen möchte, ein-
fach auch, um hier als Expertin unabhängig zu bleiben, bitte ich Sie,
auf der Seite http://www.uschtrin.de nach einer für Sie geeigneten A-
gentur Ausschau zu halten. Informativ sind auch Autorenratgeber (eben-
falls von Sandra Uschtrin oder Sylvia Englert).

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Petra Hermanns begann 1996 als freie Mitarbeiterin bei der Literari-
schen Agentur Brigitte Axster mit dem Handel mit Rechten und Lizenzen.
Seit 1998 betreibt sie die Literaturagentur Scripts for sale in Frank-
furt und hat sich auf deutschsprachige Projekte spezialisiert.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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                  Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at autorenforum punkt de)


Frage:
Book on Demand ist ja in aller Munde und wird als gute Möglichkeit ge-
priesen, Bücher billig anzubieten, wenn man keinen richtigen Verlag
findet. Aber ich frage mich: Liest überhaupt jemand diese Bücher? Mein
erster Versuch, ein BoD-Buch zu kaufen, war ein Desaster (falsche Ka-
pitelsortierung, inhaltlich und stilistisch unteres Niveau). Außerdem
sind BoD-Bücher so teuer! Ich habe noch keins unter 10 Euro gefunden.
Wenn BoD für Autoren so billig ist, warum sind die Verkaufspreise dann
so hoch?

Aus diesen Gründen frage ich mich als Leserin und Hobbyautorin, ob BoD
überhaupt eine Alternative zum Verlagsmarkt ist oder ob es letztlich
doch nur unter die Kategorie "Zuschussverlage" bzw. Selbstverlag
fällt. Gibt es eigentlich Tipps, wie man erfolgreich ein BoD-Buch ver-
marktet; wie man den Preis kalkuliert etc.? Nach dem, was ich z. B.
bei Amazon sehe, scheinen sich die meisten BoD-Autoren nicht so rich-
tig darum zu kümmern.


Antwort:
Zur Frage, ob ein Buch preiswert hergestellt ist, lassen sich drei
Standpunkte einnehmen: vom Stückpreis betrachtet, vom Preis der Ge-
samtmenge betrachtet oder von den Startkosten betrachtet. Darum kann
ein mittels Print-on-demand-Technik hergestelltes Buch gleichzeitig
teuer und günstig sein.

Für Autoren, die auf Print-on-demand zurückgreifen, ist ausschlagge-
bend, dass die Anfangsinvestitionen niedrig sind. Wie bei jeder Form
von Selbstverlag müssen Satz und Gestaltung realisiert werden, dazu
Basiskosten für die Einrichtung der Druckmaschinen (bzw. andere Be-
triebskosten). Weil aber keine große Auflage hergestellt werden muss,
bleiben umfangreiche Investitionen in einen Bücherstapel erspart.
Gleichzeitig minimiert dies auch das Risiko, auf größeren Mengen un-
verkäuflicher Exemplare sitzen zu bleiben.

In diesem Blickwinkel ist Print-on-demand günstig. Allerdings sind die
Stückkosten recht hoch und sinken auch nicht mit steigenden Verkaufs-
zahlen.

Beim klassischen Druck werden hingegen die Stückkosten umso geringer,
je höher die Auflage ist. Bei kleinsten Mengen lohnt sich diese Metho-
de gar nicht, weil die Produktion von Einzelstücken exorbitant teuer
ist. Ab etwa 300 Exemplaren kostet die Gesamtmenge im klassischen
Druck weniger als mit Print-on-demand, weil die Betriebskosten gerin-
ger ausfallen.

Allerdings muss man auch die ganze Menge am Anfang bezahlen und darauf
hoffen, dass die Investition durch entsprechende Verkäufe wieder ein-
gespielt wird. Wenn man das Risiko eingehen will, sollte man zu Off-
set-Druck übergehen.

Irgendwo zwischen 500 und 1 000 Exemplaren sinken letztlich auch die
Herstellungskosten pro Stück beim klassischen Druck unter das Niveau
von Print-on-demand. Deshalb liegt das Preisniveau für Bücher aus kon-
ventionellen Verlagen auch drastisch unter dem von Klein- und Selbst-
verlagen oder Print-on-demand.
In dieser Hinsicht ist jede kleine Auflage teuer.

Die Schlussfolgerung von Selbstverlag/Print-on-demand zu schlechter
Qualität des Inhalts ist natürlich nicht zwingend. Auf der anderen
Seite zeigt die Erfahrung eine hohe Wahrscheinlichkeit, weil viele un-
fertige Manuskripte auf diesem Weg vervielfältigt werden. Um mit
Print-on-demand erfolgreich zu sein, müssen Sie sehr viel Aufmerksam-
keit auf inhaltliche Qualität und noch viel mehr auf gutes Marketing
legen. Zumindest sollten Sie dafür sorgen, dass bei amazon.de ausrei-
chend Informationen über das Buch verfügbar sind - denn im regulären
Buchhandel werden Sie Ihr Buch höchstens vereinzelt unterbringen kön-
nen. Im Gegensatz zu anderen Online-Buchhändlern bietet amazon.de Au-
toren die Möglichkeit, die Daten zu ihrem Buch selbst zu erweitern.
Werfen Sie einen Blick auf http://www.amazon.de/autoren.

Mehr zum Thema finden Sie in den Büchern "Marketing für Autoren. Der
Weg zur erfolgreichen Veröffentlichung", "Die besten Marketing-Tipps
für Autoren. So verkaufen Sie Bücher im Selbstverlag" und "So verkau-
fen Sie Ihr Buch. Erfolgsstrategien und Marketing für Autoren und
Selbstverleger".

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Bjørn Jagnow ist gelernter Verlagskaufmann, Buchhändler und Verlags-
fachwirt. Seine belletristischen Arbeiten sind u. a. bei Heyne, Bastei
und in c’t magazin für computertechnik verlegt. Fachtexte erschienen
z. B. im Buchmarkt und in http://www.writingbusiness.de/. Tipps zur
Branche gibt er im Buch "Marketing für Autoren", Federwelt Verlag.
Mehr unter http://www.bjoernjagnow.de/.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SCHREIBHANDWERK:
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                 Ute Hacker (mailto:schreibhandwerk at autorenforum punkt de)

Frage:
Wie kann man Ideen, die man nicht sofort ausarbeitet, so konservieren,
dass möglichst wenig verloren geht? Je mehr ich mich mit Schreib- oder
Literaturtheorie befasse, desto mehr frage ich mich, wie viel Sponta-
neität man beim Schreiben einfließen lassen sollte. Ist es ratsam,
sich ganz zu Anfang auf ein genaues, starkes Konzept festzulegen?


Antwort:
Zur ersten Frage: Es gibt mehrere Methoden, man muss nur einfach die
beste für sich herausfinden. Viele Autoren benutzen den sog. Zettel-
kasten, d. h., alle Ideen und sonstigen Notizen werden auf Zettel (o-
der Karteikarten) notiert und - wenn man sehr ordentlich ist - archi-
viert. Bei manchen ist das aber nur ein Schuhkarton, in dem alles lose
herumfliegt. Ich selbst habe dafür ein kleines Büchlein (DIN A6), das
immer in meiner Handtasche steckt (da haben Frauen einen entscheiden-
den Vorteil), und in dem ich mir alle Ideen notiere. Von Ordnung kann
da natürlich keine Rede sein, denn die Ideen werden notiert, wie sie
kommen. Wenn ich zum Beispiel eine Kurzgeschichte für eine Anthologie
schreiben soll, aber so gar keine Idee habe, blättere ich in diesem
Büchlein und manchmal geht mir tatsächlich ein Licht auf. Von der ur-
sprünglichen Idee bleibt zwar selten etwas übrig, aber das Notierte
hat mir doch erheblich weiter geholfen.

Schwieriger wird es mit ganzen Projekten, die man sich "merken" muss
oder möchte. Mir geht es häufig so, dass ich eine Idee habe, die mir
wochenlang durch den Kopf geistert, bis ich schließlich erkenne, dass
ich daraus entweder eine Geschichte oder womöglich sogar einen Roman
machen möchte. Nur hat man immer dann keine Zeit, wenn die Idee frisch
ist. Ich habe mir hier angewöhnt, ein Konzept für diese Idee zu
schreiben. Das heißt, ich umreiße ziemlich ausführlich den Plot, die
Figuren (soweit schon vorhanden) und auch den groben Ablauf. Ich habe
das erst kürzlich für die Fortsetzung meines ersten Krimis getan. Ich
kann das zweite Buch erst 2003 schreiben, hatte aber beim Überarbeiten
des ersten Buches bereits einige Ideen für die Fortsetzung. Das Kon-
zept für das zweite Buch steht also bereits, ich muss es dann "nur
noch" schreiben.

Ich gebe zu, dass dazu etwas Übung gehört, bis man die richtige Metho-
de des "Konservierens" gefunden hat. Da müssen Sie einfach etwas expe-
rimentieren.

Und damit hat sich Frage 2 beinahe schon von selbst beantwortet: Ich
habe früher, als ich noch für die Schublade geschrieben habe, aus-
nahmslos spontan geschrieben, mit dem Erfolg, dass keiner meine Texte
verstand, außer mir selbst. Mittlerweile fertige ich für längere Pro-
jekte (Romane, aber auch lange Erzählungen) immer ein Konzept an, an
dem entlang ich mich durch die Geschichte hangle. Zum einen hat das
den Vorteil, dass man dem Verlag bereits das Konzept anbieten kann,
zum anderen hat man eben auch die Gedankenstütze vor sich liegen.

Ich weiß, dass viele Autoren denken, wenn sie mit einem Konzept arbei-
ten, engen sie sich beim Schreiben zu sehr ein. Das ist aber nicht
richtig. Zum einen ist das Erarbeiten eines Konzepts ein extrem krea-
tiver Vorgang, der für ein ausgereiftes Buch sehr wichtig ist, denn
nur ein logisch aufgebauter, spannender Plot mit interessanten Figuren
zieht den Leser so an, dass er bei der Stange bleibt. Zum zweiten habe
ich als Autor immer die Freiheit, mein eigenes Konzept zu ändern. Wenn
ich während des Schreibens merke, da funktioniert etwas nicht so, wie
ich mir das vorher ausgedacht habe, dann ändere ich entweder das Kon-
zept entsprechend ab (z. B. bei einem Roman) oder schreibe eben in ei-
ne andere Richtung (bei einer Geschichte). Mut zu Änderungen gehört
dazu!

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Ute Hacker hat als Billie Rubin zahlreiche Krimikurzgeschichten veröf-
fentlicht. Im April ist ihr erster Kriminalroman  "Schwabinger Schat-
ten" bei Vertigo erschienen. Ihre Kurzgeschichte "Living Next Door to
Malice" wird im September in der amerikanischen Anthologie "The
World’s Finest Crime and Mystery Stories, Vol. III" erscheinen. Mehr
Infos auf http://www.utehacker.de und http://www.billierubin.de.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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                     Stefanie Bense (mailto:fantasy at autorenforum punkt de)


Frage:
Ich habe da was Selbstgeschriebenes, das lag jahrelang einfach so her-
um. [...] Irgendwie hat es ein halbes Dutzend Umzüge und mehrere
Sturmfluten überstanden, und obwohl ich es immer als lose Sammlung be-
handelt habe, ist es noch bei mir. Seit ungefähr sechs Jahren schreibe
ich keine Zeile mehr [...] Gestern dachte ich mal kurz, aber etwas in-
tensiver als sonst an früher, und da fielen mir plötzlich diese Seiten
ein. Ich [...] kramte die Werke hervor, begann zu lesen und empfand,
dass einige Passagen mich kein bisschen langweilten. Meine Frage: Si-
cher gibt es Menschen, die beurteilen können, ob meine intellektuellen
Ergüsse von damals mehr sind als ein Haufen von beschriebenem Papier,
das mich über die Jahre treu begleitete. Wo finde ich diese Leute?


Antwort:
Solange "der Haufen beschriebenen Papiers" keine Einheit bildet, also
einen Roman oder zumindest eine Episodensammlung, solltest du sie kei-
nem Verlag zumuten. Wenn du nicht weißt, was es sein oder werden soll,
wer dann?

Das Sinnvollste wäre sicherlich, sich zunächst zu entscheiden, was du
damit anfangen willst. Kann es ein Roman werden? Dann überarbeite,
fülle die Lücken von Verlorengegangenem auf und überarbeite noch zwei-
mal. Ist es "nur" eine Sammlung von Texten, entscheide, ob sie sich
als Kurzgeschichten zur Veröffentlichung eignen. Bestimmt ist auch da-
für gründliches Überarbeiten notwenig. Oder entspricht das, was du vor
Jahren geschrieben hast, tatsächlich noch deinem heutigen Wissen, Aus-
druck und Stil?

Wenn du aber erst einmal unabhängige Meinungen hören willst, dann wäh-
le ein, zwei Texte aus dem Stapel aus (alles zu lesen wird aus Zeit-
gründen wohl meist nicht möglich sein), und sende sie an Testleser (in
Kopie, auf jeden Fall leserlich aufbereitet). Stelle ihnen dazu Fra-
gen: Welche Stellen sind interessant, spannend, langweilig, unver-
ständlich, witzig ...? Wo möchte man mehr lesen oder wo ist etwas zu
ausführlich? Welche Figur gefiel am besten und welche gar nicht? ...

Wo findest du Testleser? Am besten in deiner Umgebung, damit ihr hin-
terher auch in Ruhe über die Texte reden könnt. Suche dir zwei, drei
Leute, die mit dem Schreiben nichts zu tun haben und nur aus Vergnügen
lesen. Sie sollen beurteilen, ob die Texte unterhaltsam sind. Und su-
che dir einige Leute (vielleicht eine Gruppe), die vom Handwerk
Schreiben etwas verstehen. Sie sollen dir die technischen Mängel und
Stärken aufzeigen.  Die Laien findest du im weiteren Bekanntenkreis
(möglichst nicht die Familienmitglieder oder Freunde/innen befragen!
Was sollen sie an Kritik üben, wo du doch ihr Verwandter oder Freund
bist?!). Die "Handwerker" findest du in Schreibgruppen, an Volkshoch-
schulen, in Literaturbüros, in Kursen (schau mal in den Tempest!), im
Internet (allein bei http://www.metager.de gab es 123 Treffer bei der
Abfrage "Literatur schreiben") ...

Alle Gruppen haben eine eigene Art, an Texte heranzugehen und definie-
ren ihr Ziel meist deutlich. Schau dir an, welche Gruppe welches Ziel
hat (schreiben, Übungen kritisieren, Texte besprechen ...). Und pro-
biere aus, ob es das ist, was du willst.


                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib-
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem
ersten Roman. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.



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Veranstaltungen, Ausschreibungen und Seminare findet ihr im zweiten
Teil des Tempest, der mit getrennter Mail kommt!
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