Ausgabe 8-10 (20. Oktober 2006)

Editorial
Schreib-Kick
Autorenwissen
    "Lesen! Lesen! Lesen!"
    Von Hans Peter Roentgen
Interview mit Sibylle Knauss
Interview mit Alessandra Bernardi
Verlagsportrait
    "Addita Verlag"
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Bjørn Jagnow)
Frag den Experten für historischen Roman
    (Titus Müller)
Frag die Expertin für Kriminalistik
    (Nikola Hahn)
Frag den Experten für Drehbuch
    (Oliver Pautsch)
Hall of Fame
EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

es ist nicht leicht, aber Experten kommen, Experten gehen ... Eine un- 
serer gefragtesten Expertinnen verlässt uns. Nikola Hahn, die eure  
kriminalistischen Fragen lange Zeit so kompetent und präzise beantwor- 
tet hat, hört auf. Wir bedauern das, verstehen sie aber auch sehr gut.  
Hier ihre Zeilen an euch: 

"Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Arbeit als Kriminalistik-Expertin  
hat mir viel Spaß macht, aber ich muss dem Umstand Respekt zollen,  
dass der Tag nun mal nur 24 Stunden hat. Ich bin deshalb gezwungen,  
mir dringend Freiräume zu schaffen, um endlich regelmäßig an meinem  
neuen Roman weiterarbeiten zu können. Deshalb kann ich die Arbeit als  
Kriminalistik-Expertin leider nicht fortführen. Herzliche Grüße und  
weiterhin viel Freude beim Schreiben." 

Danke, Nikola - und wir freuen uns darauf, bald einen neuen Roman von  
dir lesen zu können! 

Übrigens: Nikola hat noch einmal einen letzten Schwung Fragen beant- 
wortet. Deshalb werdet ihr Antworten von ihr auch in den kommenden  
Ausgaben des Tempest noch finden. Neue Fragen nimmt sie aber nicht  
mehr entgegen! 

Und nun zu dem Experten, der kommt: Michael Borlik übernimmt ab sofort  
den Bereich Kinder- und Jugendbuch. Er hat in den letzten Jahren zahl- 
reiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, unter anderem in der  
Reihe der "Labyrinthe-Krimis" von Thienemann und bei Arena. Ab sofort  
steht er für eure Fragen zur Verfügung.  

Eine Bitte aber, und das gilt für alle ExpertInnen: Inzwischen gibt es  
auch einen riesigen Pool an Antworten zu den meisten immer wieder ge- 
stellten Fragen auf unserer Website in der Expertendatenbank. Schaut  
bitte dort nach, bevor ihr eine Frage verschickt - sehr vieles werdet  
ihr dort bereits beantwortet finden. 



And now for something completely different. Nervt es euch auch so,  
dass schon jetzt überall in den Geschäften die Weihnachtsdeko ausge- 
packt wird? Uns auch - aber trotzdem setzen wir hemmungslos noch einen  
drauf und fangen jetzt schon mit dem Geschenke-Verteilen an! Sandra  
Uschtrin hat uns nämlich freundlicherweise 10 ihrer ebenso hübschen  
wie praktischen Frühstücksbrettchen mit Normseiten-Aufdruck zur Verfü- 
gung gestellt. Und diese idealen Weihnachtsgeschenke für AutorInnen  
wollen wir natürlich selbst behal..., äh, unter euch verlosen.  

Jede/r nimmt automatisch an der Verlosung teil, wenn er / sie der Re- 
daktion bis zum 10. Dezember per Mail einen (neuen!) Schreibtipp fürs  
Editorial schickt (maximal 250 Zeichen inklusive Leerzeichen) oder  
auch einen konkreten Artikel für den Tempest mit mir abspricht (egal  
für welche unserer Hauptrubriken: Autorenwissen, Schreibkurs, Marke- 
tingideen oder Erfahrungs- / Veranstaltungsbericht). 

Und nun, damit das Editorial endlich zu Ende geht: Was erwartet euch  
in dieser Ausgabe? Hans Peter Roentgen hat den Tempest diesmal fast im  
Alleingang bestückt. Er hat Sibylle Knauss und Alessandra Bernardi in- 
terviewt und wirft zudem in seinem Artikel übers Lesen einen kriti- 
schen Blick auf eine der gängigsten Empfehlungen an AutorInnen. Ursula  
Schmid-Spreer hat ein Verlagsportrait beigesteuert und wie immer viel  
zum Ausschreibungsteil des Tempest beigetragen. Und unsere ExpertInnen  
waren fleißig wie eh und je. 

Der Tipp des Monats Oktober, diesmal von Eva Schwarz: 

     Aufwärmtraining / Pannenhilfe / Ideenpool:  
     Kreuzworträtsel lösen (für Fortgeschrittene:  
     "um die Ecke gedacht"), Lösungswörter -  
     streng oder beliebig gereiht - als Basis  
     für zusammenhängenden Text (Lovestory, Krimi etc.)  
     = Inspiration / Unterhaltung pur! 

Wir sind gespannt auf eure Tipps und Artikel - und wie immer auch dar- 
auf, ob wir genug freiwillige Jahresbeiträge von euch bekommen, um den  
Tempest auch nach Weihnachten noch fortführen zu können. (Kleiner  
Tipp: Wer jetzt noch für 2006 überweisen möchte, kann das gleich auch  
für 2007 tun - ein Aufwasch für zweimal gutes Gewissen!). Einen herr- 
lichen Herbst! 

  Gabi Neumayer 
  Chefredakteurin 

~~~~~~~~~~~ 
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto  
von autorenforum.de: 

Sparda Bank Südwest eG 
BLZ 550 905 00 
Kto. 100 724 515 
Stichwort: "Beitrag 2006" 

ACHTUNG: NEUES KONTO!  
Das alte bleibt aber auch noch eine Weile bestehen. 

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei- 
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch  
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest). 
Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15 
BIC: GENODEF1S01 

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ISSN 1439-4669   Copyright 2006 autorenforum.de. Copyright- und 
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
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   INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

      Editorial 
      Schreib-Kick 
      Autorenwissen 
         "Lesen! Lesen! Lesen!" 
         Von Hans Peter Roentgen 
      Interview mit Sibylle Knauss 
      Interview mit Alessandra Bernardi 
      Verlagsportrait 
          "Addita Verlag" 
      Frag den Experten für Verlagswesen 
         (Bjørn Jagnow) 
      Frag den Experten für historischen Roman 
         (Titus Müller) 
      Frag die Expertin für Kriminalistik 
         (Nikola Hahn) 
      Frag den Experten für Drehbuch 
         (Oliver Pautsch) 
      Hall of Fame 
      Impressum 


TEIL 2 (nur für Abonnenten): 

      Veranstaltungen 
      Ausschreibungen 
      Publikationsmöglichkeiten 
           mit Honorar 
           ohne Honorar 
      Seminare 
      Messekalender 
      Impressum 

~~~~~~~~~ 
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service  
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein- 
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Eberhard Kamprad  
(http://www.kamprad-online.de) hat freundlicherweise die aufwendige  
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen  
Jahrgänge zu erstellen.  


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SCHREIB-KICK: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Unser Schreib-Kick für den Oktober, diesmal von Ursula Schmid-Spreer: 


Für Gruppen: Zeitungsbericht 

Erstellen Sie eine Tabelle mit zwei Spalten. Links schreiben Sie fol- 
gende Stichpunkte auf: Wer, Tut was mit wem, Bei welcher Witterung,  
Ortslage, Ortsbezeichnung, Wer war dabei, Was geschah dabei, Zu wel- 
cher Zeit, Sonstige Umstände. 

Füllen Sie immer nur eine Spalte aus, und geben Sie dann an den nächs- 
ten Schreiber weiter. Verfassen Sie einen Zeitungsbericht mit den ge- 
fundenen Stichpunkten. 


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AUTORENWISSEN: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                        "Lesen! Lesen! Lesen!" 
                        von Hans Peter Roentgen 

Da saß ich nun mit meinen Dialogen. Sie hatten keinen "Biss", waren  
irgendwie langweilig. Ich konnte mir Dialoge bei Autoren ansehen, die  
ich schätzte (John Irving, Stephen King, etc.), sehen, dass diese  
spannend, faszinierend waren, Tiefe hatten - aber das hieß nicht, dass  
ich selbst solche Dialoge schreiben konnte.  

"Lesen, lesen, lesen" lautet der Standardratschlag an Autoren in sol- 
chen Fällen. Nur leider fördert das Lesen zwar den Blick darauf, wel- 
che Dialoge gut sind. Aber es hilft noch lange nicht dabei, selbst  
solche schreiben zu können. 


          Dem Endprodukt sieht man nicht an,  
          wie es gemacht wurde 

Ich habe mal ein Haus renoviert. Und wie das bei Renovierungsarbeiten  
so ist, da müssen eben auch Wände verputzt werden. Natürlich wusste  
ich, wie eine verputzte Wand aussieht. Aber wissen, wie es sein soll,  
heißt noch lange nicht, dass man's auch machen kann. Meine Putzarbei- 
ten jedenfalls sahen aus wie die Biskaya bei Sturmflut.  

Ich kann sämtliche verputzten Wände der ganzen Welt anstarren, das  
heißt noch lange nicht, dass ich auch nur eine verputzen kann. Ich  
kann alle Klavierkonzerte hören, die je gespielt worden sind, deshalb  
bin ich aber noch lange kein Pianist. Ich kann alle Gemäldegalerien  
besuchen und ehrfürchtig vor den Bildern stehen bleiben, deshalb kann  
ich trotzdem noch lange nicht malen. Und nicht anders ist es mit dem  
Schreiben. Selbst wenn ich alle guten Bücher dieser Welt gelesen habe,  
bin ich noch längst kein Schriftsteller. 

Natürlich gibt es Schreibratgeber (gute, schlechte und mittelmäßige).  
Da sieht man, welche Werkzeuge es gibt und wie man sie benutzt. Andere  
haben bereits Wände verputzt, damit Erfahrungen gesammelt, niemand  
muss das Rad neu erfinden.  

Nach der Lektüre solcher Bücher sahen meine Wände nicht mehr aus wie  
Sturmflut, eher wie eine ruhige Meeresbrandung am Mittelmeer.  

Wenn ich weitergearbeitet und geübt hätte, wären mir vielleicht ir- 
gendwann gerade Wände gelungen. Denn für alles braucht man Erfahrung,  
Übung und vor allem: Zeit. Es dauert. Bei den Wänden habe ich irgend- 
wann aufgegeben. Bei den Dialogen nicht.  

Zwei Bücher haben mir da sehr geholfen: Sol Steins "Über das Schrei- 
ben", der im Kapitel Dialog an einem Beispiel einen Dialog entwickelt  
hat, von dem ersten langweiligen "Wie geht's?" bis zu einer sehr viel  
spannenderen Variante. Und Linda Seger, die aus einem langweiligen  
Drehbuchdialog (Produzent trifft jungen Drehbuchautor) zwei verschie- 
dene spritzige Dialoge entwickelt hat. Natürlich hilft auch hier das  
Lesen dieser Texte allein nicht weiter. Aber es zeigt Methoden und  
Werkzeuge. Und mit der Zeit und der Übung werden die eigenen Dialoge  
dann auch fetziger. 


          Lesen mit Nebenwirkungen 

Lesen, vor allem unterschiedlichste Bücher lesen kann sicher den Blick  
schärfen. Aber es ist eben nicht der Stein des Weisen, sondern eine  
Methode wie andere Methoden auch. Sie hat ihre Vorteile, aber auch ih- 
re Nebenwirkungen - merke: Ein Medikament ohne Nebenwirkungen hat  
meist auch keine Wirkungen. Gerne hängt man die Empfehlung an Nach- 
wuchsautoren deshalb den Halbsatz an: "Und zerlege die Texte, um zu  
sehen, wie sie gemacht wurden." 

Leider ist das nicht so einfach. Und nicht ungefährlich, zu Risiken  
und Nebenwirkungen können Apotheker und Ärzte keine Auskunft geben.  
Wie zerlege ich einen Text und sehe, wie er gemacht ist? Ein Autor mit  
Erfahrung kann das. Aber es gibt ja auch die Anfänger, an die sich der  
Ratschlag gerade richtet. Wer ein Auto zerlegt, weiß deshalb noch lan- 
ge nicht, wie es produziert wird. Außer er hat Jahre in der Autoin- 
dustrie gearbeitet. 

Also zerlegen Nachwuchsautoren dann Tolkien: viele Orks, viele Tote,  
ein Paar würdevolle Sprüche. Oder Carver: viele Details, die nichts  
miteinander zu tun haben.  

Gut, richten wir ein Orkmassaker nach dem anderen an oder streuen mit  
der Gießkanne Details in unseren Text. Ich weiß, ich werde jetzt un- 
fair und übertreibe. Aber so manche Texte aus Fantasy oder Literatur  
sind offensichtlich so entstanden. 

Es ist eben nicht so einfach, aus einem Text "herauszulesen", was ihn  
im Innersten zusammenhält, und schon gar nicht, welcher Kleber dafür  
verwendet wurde. Manche können das intuitiv, das sind die Lottomillio- 
näre unter den Nachwuchsautoren. Viele gibt es davon nicht, selbst  
beim Bachmann-Wettbewerb begegnen einem immer wieder Texte, die nach  
obiger "Ich-auch-Carver-sein-wollen"-Methode geschrieben wurden.  

Die meisten lernen dadurch, dass sie andere fragen. Es hat ja seine  
Gründe, dass Autoren schon immer endlos lange Briefwechsel miteinander  
geführt haben. Diskussionen, Arbeitstreffen, Workshops, Brief- oder  
Mailwechsel sind genau aus diesem Grund so wichtig. Manchen helfen  
auch Schreibratgeber, in denen etwas steht, was im Kopf plötzlich den  
Groschen fallen lässt. So war's bei mir.  

Aber damit ist die schlimmste Hürde noch nicht überwunden. Man muss  
nicht nur wissen, wie's geht, man muss es auch können. Und das ist oft  
verdammt harte Knochenarbeit: immer und immer wieder schreiben, das  
Gleiche immer neu formulieren, nicht aufgeben, bis es (endlich mal)  
gelingt. 


          Dogmatischer Schnupfen 

Hatte ich erwähnt, dass viele Nachwuchsautoren beim Kopieren geliebter  
Autoren hängen bleiben? Richtig, das ist die Nebenwirkung. Lesen, le- 
sen, lesen und schauen, wie es die "Großen" gemacht haben, kann dogma- 
tischen Schnupfen verursachen. Das gilt im Übrigen auch für  
Schreibratgeber. Wer einen spannenden Autor entdeckt, wird schnell  
versuchen, genau so zu schreiben wie der bewunderte Meister, so wie  
die Leser von Schreibratgebern sich bemühen, jeden Satz des Ratgebers  
buchstabengetreu zu befolgen.  

Dogmatisch? Sicherlich. Aber auch normal wie ein Schnupfen im Winter.  
Das passiert eben. Und was schadet es? Schließlich reicht es nicht  
aus, einen Autor zu lesen; erst wer versucht, so wie dieser Autor zu  
schreiben, wird daraus lernen.  

Dieser Dogmatismus ist auch in anderen Disziplinen nicht unbekannt.  
Frisch gebackene Mediziner arbeiten strikt nach dem, was sie in den  
Büchern gelernt haben. Was sollten sie auch sonst tun? Die Erfahrung  
fehlt ihnen, die nötig ist, um zu erkennen, wann man den Büchern fol- 
gen sollte und wann nicht.  

Wer also sechs Monate lang wie Raimund Carver schreibt oder so, wie  
Sol Stein es lehrt, was ist dagegen zu sagen? Das wächst sich aus.  
Hoffentlich. Schnupfen im Winter ist normal, stärkt sogar die Abwehr- 
kräfte.  

Gefährlich wird es, wenn es chronisch wird. Wer nach sechs Jahren im- 
mer noch versucht, wie Carver zu schreiben, buchstabengetreu Schreib- 
regeln befolgt, statt sie sinnvoll anzuwenden, hat ein Problem. Ein  
chronisches. 

Das größte Problem ist, dass Carver und Tolkien tot sind, und nur sie  
konnten echte Carver-Geschichten schreiben, Ringherren zum Leben erwe- 
cken. Die anderen sind Möchtegern-Carvers, Tolkien-Klone. In der Fach- 
sprache heißen sie "Epigonen". Geschichten light werden so geschrie- 
ben, Geschichten, die der Hartmann-Bund liebt. Leser erleiden garan- 
tiert keinen Herzanfall beim Lesen, Einschlafen ist die größte Gefahr.  
Viele Jahre haben wir solche Texte im Bachmann-Wettbewerb gehört, im- 
mer noch erleben wir das in zahlreichen Fantasy-Foren. 

Nichts dagegen, zur Übung einen bewunderten Autor zu kopieren, ganz im  
Gegenteil. Nur bleibt um Gottes willen nicht dabei stehen, glaubt  
nicht, jetzt habt ihr den Text eures Lebens produziert. 


          Vorsicht vor "Pauschalangeboten" 

Was mich auch verblüfft: dass diese "Lesen! Lesen! Lesen!"-Ratschläge  
manchmal von Leuten stammen, die Schreibratgeber pauschal ablehnen,  
weil diese Ratschläge enthalten, die einen Königsweg zu einem "ver- 
dammt guten" Roman vorgaukeln. Dass aber trifft auch für den Ratschlag  
"Lesen" als Allheilmittel zu. 

Theaterleute wissen das schon lange, Schauspieler und Regisseure wer- 
den schließlich seit vielen Jahrzehnten an Schulen ausgebildet. Und  
dabei durch solche Techniken wie das "actors studio" gequält, die ih- 
nen die Tricks und Techniken von Dialogen auf der Bühne näher bringen. 

Übrigens las ich neulich in einem Forum auf die Frage: "Weiß jemand,  
wo in einem Schreibratgeber etwas über XXX steht?" diese Antwort: "Le- 
sen hilft dir mehr als Schreibratgeber." Aha. Wie erhellend. Und hilft  
unheimlich weiter. Früher habe ich mich über solche Pauschalurteile  
geärgert. Mittlerweile amüsieren sie mich eher.  

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Hans Peter Roentgen (http://www.hproentgen.de) ist einer der Moderato- 
ren von http://www.textkraft.de, moderiert Schreibwerkstätten und co- 
acht Romanprojekte. Außerdem ist er Mitglied des Autorenforums  
http://www.autorenforum.montsegur. 


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INTERVIEW: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                    "Es geht darum, zu inspirieren" 
                     Interview mit Sibylle Knauss 


Sibylle Knauss arbeitet als Professorin für Text und Dramaturgie an  
der Filmakademie Baden-Württemberg (www.filmakademie.de). 1995 er- 
schien ihr Buch "Schule des Erzählens"  
(http://www.literaturnetz.com/content/view/6464/44), das zwei Auflagen  
bei Fischer erlebte. 2006 hat der Autorenhausverlag es in einer über- 
arbeiteten Fassung wieder aufgelegt. 


Hans Peter Roentgen: Als Ihr Buch zum ersten Mal erschien, gab es kaum  
Bücher über das Schreiben in Deutschland. Heute gibt es Hunderte. Was  
hat sich da geändert? 

Sibylle Knauss: Gibt es Hunderte? Das ist ja schrecklich. Alle Welt  
will schreiben? Das ist ja irgendwie schön, aber auch unheimlich. Un- 
heimlich wie die vielen Weblogs im Internet. Das Bedürfnis, (von sich)  
zu erzählen, scheint unveränderlich stark und immer da zu sein. 


HPR: Ihr Buch besticht durch die sehr ungewohnte Sicht auf Stoffe und  
Themen, Sie verknüpfen biblische Geschichten mit Hollywoodfilmen. Ist  
wirklich alles schon mal da gewesen? Oder was ist es sonst, das solche  
Vergleiche so spannend macht? 

SK: Ich glaube, was sie so spannend macht, ist die Erfahrung, dass  
zeitlich und räumlich Fernes einem so nah wie das eigene Erleben ist.  
Man kann sich ohne Respekt nähern - weder vor der Bibel als "Heiliger  
Schrift" noch vor dem Leinwandspektakel. In der Verknüpfung wird die  
Struktur sichtbar. Ob Jonas oder Pinocchio im Walfischbauch sitzen -  
Wir begreifen: Wenn sie da jemals wieder herauskommen, werden sie an- 
ders, sie werden wie neu geboren sein. 


HPR: Warum hat Fischer Ihr Buch, das relativ kurz hintereinander zwei  
Auflagen erlebte, dann sang- und klanglos eingestellt? 

SK: Da müssen Sie den Verlag fragen. Die Halbwertzeiten für Bücher al- 
ler Art werden immer kürzer, wie man weiß. 


HPR: Schauspieler und Regisseure können ihr Handwerk schon lange an  
Kunstakademien lernen. Dass man Schreiben lernen und lehren kann, war  
jahrzehntelang zumindest in Westdeutschland unvorstellbar. Mittlerwei- 
le gibt es ein Literaturstudium in Leipzig und Hildesheim, aber auch  
dessen Nutzen ist umstritten. Das fördere nur Institutsprosa, keine  
Kunst, so der Vorwurf. Kann man Ihrer Meinung nach Schreiben lehren? 

SK: Ganz schwierige Frage. Ich möchte nicht grundsätzlich darauf ant- 
worten, sondern von meiner Erfahrung als Dozentin sprechen: Wenn ich  
die Texte meiner Studenten lese, kann es passieren, dass ich mich re- 
gelrecht aufrege, wenn etwas wirklich gelungen ist. Ich mache dann aus  
meiner Begeisterung keinen Hehl, und ich glaube, dass dies das Wich- 
tigste ist, was ich vermitteln kann: Ermutigung, Bestätigung, überall  
da, wo Qualität ist, Intensität, eine Stimme, die etwas zu sagen hat.  
Was ist Qualität? Dafür stehe ich mit meiner ganzen Erfahrung als Au- 
torin, als Leserin, als Kinogängerin, als Lehrende, auch meiner Be- 
reitschaft, das alles in Frage zu stellen, wenn mich etwas überrascht.  
Die Studenten müssen spüren, dass ich mich nicht hinter Lehrmeinungen  
und Positionen verschanze, dann können sie schon etwas von meiner Er- 
fahrung profitieren. Institutsprosa? Was soll das sein? Auch den  
Kunstakademien hat man vorgeworfen, dass sie nur Akademismus vermit- 
teln. Das ist oft genug widerlegt worden.  


HPR: Sie unterrichten Text und Dramaturgie an der Filmhochschule Ba- 
den-Württemberg. Was können Studenten bei Ihnen lernen? Und was nützt  
Dramaturgie einem Romanautor? 

SK: Ich selbst bin durch Lesen Autorin geworden. Das also ist machbar,  
habe ich mir gesagt, wenn ich Nabokov, Faulkner, Joyce Carol Oates 

gelesen habe. Große Beispiele schulen den Blick, öffnen kühne Perspek- 
tiven, setzen Maßstäbe. Inspiration nennt man das auch. Es geht weni- 
ger um die "reine Lehre" der Erzählkunst, es geht darum zu inspirie- 
ren. Die Lust darauf, zu wissen, wie etwas technisch umgesetzt werden  
kann, kommt dann ganz von selbst. Da geht es nicht um die Befolgung  
von Rezepten, sondern darum, sich auf einen spannungsgeladenen Prozess  
einzulassen. Beim Schreiben meiner Bücher habe ich das jedes Mal stark  
empfunden: einen Spannungszustand wie beim Lesen eines Romans, der  
mich bis zum Schluss fesselt. Noch stärker und einen sehr viel länge- 
ren Zeitraum umfassend. Dramaturgie - das bedeutet, mit allen Mitteln  
der Kunst die Leser in diesen Prozess hineinzuziehen. Denn nicht ver- 
gessen: Man schreibt aus keinem anderen Grund als dem, mitzuteilen.  


HPR: Sie betonen immer wieder, wie wichtig das Erzählerische, Narrati- 
ve in Büchern und Filmen ist. Warum ist die "Geschichte hinter der Ge- 
schichte" so wichtig? 

SK: Weil sie das Verbindliche zwischen Autor und Lesern ist. Die "Fa- 
bel" enthält die Aussage "So ist das Leben", in die Leserin und Leser  
im Fall des Gelingens einstimmen. Sie schafft den Konsens, ohne den  
das Erzählen ein Monolog bleibt. 


HPR: Gibt es ein Schema des Erzählens? Manche Schreibratgeber bieten  
solche an, im Film gibt es die Theorie des "Monomythos", der "Helden- 
reise", auf die sich jede Geschichte zurückführen lasse. Gibt es einen  
solchen Mythos? Oder ist das ein Mythos von Vogler, Frey und anderen? 

SK: Die "Heldenreise" ist für mich mehr als ein Schema. Es ist der My- 
thos, ohne den ich nicht einmal mehr mein eigenes Leben verstehen  
könnte, geschweige denn, was ich lese, oder die Filme, die ich sehe.  
Das gehört zum Wesen des Mythos, dass man durch ihn nicht irgendeinen  
unverbindlichen Zusammenhang begreift, sondern sich selbst. Wie es  
auch zum Wesen jeder guten Erzählung gehört. Vogler sollte man lesen,  
wenn man schreibt. Und plötzlich erkennt man, was Forrest Gump und O- 
dysseus gemeinsam haben. Auch wenn das bei Vogler gar nicht beschrie- 
ben wird. 


HPR: In Deutschland ist es vornehmlich der Stil, die Wortwahl, die Su- 
che nach dem richtigen Ausdruck, was einen Autor zum Literaten macht.  
Wie wichtig ist Stil für einen Roman, für eine Geschichte? 

SK: Das beklage ich schon lange. Die deutsche Literaturkritik hat das  
Kleinere im Blick: den Satz, das Wort, die Wahl des Ausdrucks. Ich be- 
streite nicht, dass die Qualität eines Textes auch darin sichtbar  
wird. Aber der literarische Rang eines Autors zeigt sich vor allem  
darin, wie er einen Erzählzusammenhang konstituiert. Hier liegen die  
größeren Herausforderungen, der höhere Anspruch, auch das größere Ri- 
siko zu scheitern. Viele in Deutschland hoch gelobte Literaten haben  
noch nicht gezeigt, dass sie diesem Anspruch gewachsen sind. In den  
angelsächsischen wie auch in den romanischsprachigen Ländern ist das  
anders.  


HPR: In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es viele  
große deutsche Erzähler. Lion Feuchtwanger, Leo Perutz, Oskar Maria  
Graf und zahlreiche andere: Sie wurden alle von den Nazis vertrieben.  
Danach hatte das Erzählerische es hierzulande schwer in der Literatur.  
Deutsche Autoren können nicht erzählen, so lautete lange das Vorurteil  
nicht nur im Ausland. Hat sich da etwas geändert? 

SK: Ja. Daniel Kehlmann. John von Düffel und einige andere. Es gibt  
sie bei uns, die Erzähler, die ihre Leser zu fesseln wissen, die span- 
nend, handlungsreich, mit erzählerischer Ironie und großem sprachli- 
chen Können auch zu unterhalten wissen - und siehe da: Die deutsche  
Romanliteratur wird auch wieder übersetzt und kann sogar auch im Aus- 
land erfolgreich sein. Mein Roman "Evas Cousine" wurde von der New Y- 
ork Times unter die "notable books of the year" gewählt. Das hat mich  
gegen manche Ignoranz der deutschen Feuilletons gewappnet.  


HPR: Ein Plot wird nicht erfunden, so Ihre These, sondern entwickelt.  
Was bedeutet das konkret? 

SK: Die weit verbreitete Ansicht: Ein Plot als Handlungszusammenhang  
wird konstruiert und zeichnet sich somit durch Künstlichkeit und Rea- 
litätsferne aus. Im Grunde versteckt sich darin sogar ein kunst- und  
literaturfeindlicher Lügenverdacht: Ist ein Roman nicht erfunden? Ver- 
schleiert er nicht die Wahrheit, der ein Autor verpflichtet ist? Nein.  
Er konstituiert seine eigene Wahrheit, die unter den bloßen Fakten,  
wie wir wissen, häufig verborgen bleibt. Ein Roman- oder Drehbuchautor  
kann erfinden, so viel er will, auch ein neues Universum, wenn in sei- 
ner Geschichte ein Kern von verpflichtender Wahrheit ist. In einem an- 
deren Zusammenhang sprachen wir davon als "Fabel". Daraus entwickelt  
er einen Handlungszusammenhang, der in sich von hanebüchenen Erfindun- 
gen strotzen kann. Die Phantasie lebe.  

Doch was mich in einer Geschichte wirklich berührt und persönlich  
trifft, das ist ganz einfach. Nichts Erfundenes, nichts Konstruiertes.  
Etwas, das einer von mir gemachten Erfahrung entspricht. Das ihr,  
vielleicht nicht in einem Satz, sondern in einer komplexen Handlung  
auf 600 Seiten, Ausdruck verleiht. 


HPR: Der Schauplatz einer Geschichte ist wichtig, wird gerne unter- 
schätzt. Was ist es, das ihn so bedeutsam macht? 

SK: Der Schauplatz ist ein Element der Handlung, keine Kulisse. Bedro- 
hung. Schutz. Gefahr. Rettung. Not. Freiheit. Gefangenschaft 
 Alles  
das ist an Orte gebunden. Man denke nur an das Hotel in "Shining" oder  
die Hütte im Wald von Rotkäppchens Großmutter. Schauplätze als Element  
erzählerischer Inspiration - mich wundert, dass das noch niemandem  
aufgefallen ist.  


HPR: Wenn ich mal persönlich fragen darf: Sie lehren Dramaturgie. Wo  
haben Sie selbst es gelernt? 

SK:  
Durch Bücher. Durch Filme. Wie ich schon gesagt habe: Es gibt so viele  
wunderbare große Lehrmeister, Lehrmeisterinnen. 


HPR: Gibt es etwas, das Ihrer Meinung nach jeder Nachwuchsautor beher- 
zigen sollte? 

SK: Niemals sich selbst blockieren, indem man originell sein will. Die  
noch nie dagewesene Geschichte, in noch nie gehörtem Sprachstil er- 
zählt - das sollte man Anfängern überlassen und sich gleich der  
nächsthöheren Stufe der Meisterschaft zuwenden. 


HPR: Herzlichen Dank für das Interview. 


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INTERVIEW: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


        "Eine Lanze für Schreibgruppen und Onlineforen brechen" 
                   Interview mit Alessandra Bernardi 

Alessandra Bernardi (http://www.alessandra-bernardi.at/) veröffent- 
licht im November 2006 ihren ersten Roman "Die Tochter des Dogen" über  
das mittelalterliche Venedig. 


Hans Peter Roentgen: "Die Tochter des Dogen" spielt im mittelalterli- 
chen Venedig, das damals eine europäische Großmacht war. Romane über  
das Mittelalter gibt es viele, meist spielen sie in England, Frank- 
reich oder Deutschland. Unterscheidet sich Venedig als historischer  
Hintergrund sehr davon? 

Alessandra Bernardi: Für mich stand nie zur Diskussion, inwieweit sich  
Venedig mit seiner Geschichte von anderen Ländern abhebt. Mich reizte  
dieses Edikt des Dogen, diese Verfügung, die den Glasbläsern untersag- 
te, die Lagune zu verlassen. Zuerst verbannte man sie wegen der Brand- 
gefahr, später knechtete man sie, weil die Angst, dass die Männer die- 
se Kunst außerhalb des Landes verraten würden, so groß war. Die Quali- 
tät und Kunst des Murano-Glases hat ja bis heute weltweit einen sehr  
guten Ruf und bot in Verbindung mit dem Schicksal der Dogentochter ei- 
nen reizvollen Rahmen. Ich habe für den Roman nicht in allen Ge- 
schichtsbüchern bewusst nach einem wenig genutzten Hintergrund ge- 
sucht. Es war eher so, dass mich die Geschichte gefunden hat. Ein  
Glasbläser, der nicht tun darf, was er will. Und die Tochter des Do- 
gen, die nicht tun darf, was sie will. Diese Geschichte konnte nur in  
Venedig erzählt werden. 


HPR: In deinem Roman spielt die historische "Promisio" eine Rolle, das  
Versprechen des Dogen, das ihn band. 

AB: Promisio heißt zwar Versprechen, aber eigentlich war es gar kein  
Versprechen, sondern eine endlose Reihe von Pflichten und Rechten, die  
der Doge einhalten musste. Die Rechte wurden im Lauf der Zeit immer  
stärker beschnitten und die Pflichten geradezu grotesk. Aber auch für  
die normale Bevölkerung gab es eine Unzahl an Edikten, und die ganze  
Stadt war vom Geheimdienst unterlaufen, der darauf achten sollte, dass  
auch jede Bestimmung eingehalten wurde.  


HPR: "Die Tochter des Dogen" ist dein erstes veröffentlichtes Buch,  
War das auch das erste Buch, das du geschrieben hast? 

AB: Nein. Die allererste Geschichte war eine Geschichte über Zwerge  
für meine Erstgeborene. Und das erste Buch, das in meiner hartnäckigen  
Zeit entstanden ist, war ein Fantasyroman. Er wartet übrigens noch  
heute auf eine angemessene Überarbeitung, die mir aber aufgrund aktu- 
ellerer Projekte noch nicht gelungen ist. 


HPR: Du hast den Text ja häufig überarbeitet, ganze Kapitel immer wie- 
der neu geschrieben. 

AB: Die erste Fassung kam relativ unvermittelt zustande. D. h. ohne  
großartigen Plot oder Szenenaufbau. Ich schrieb einfach darauf los,  
jedoch kam dann irgendwann das böse Erwachen. Es funktionierte über  
weite Strecken nicht so, wie es mir gedacht hatte. Oder die Motivation  
der Charaktere war nicht über Zweifel und Verständnis erhaben. Eine  
Lektorin meinte, das hätte zu viel von Romeo und Julia. Gut, das woll- 
te ich nicht. Ich wollte eine Liebesgeschichte, aber keinen Abklatsch  
dieser tragischen Geschichte, die ich selbst so gern gelesen hatte.  

Ich habe erkannt, dass ich manchmal einfach mal losschreiben muss. Ü- 
berarbeiten kann man ja später noch. Je öfter ich überarbeite, desto  
stärker wird der Text. Rückblickend denke ich, mit mehr Dramaturgie- 
überlegungen vorher hätte ich mir ein paar Monate erspart.  


HPR: Seit wann schreibst du überhaupt? Was war deine erste Geschichte? 

AB: Mehr oder weniger regelmäßig seit vier, fünf Jahren. Davor hatte  
ich immer wieder Phasen, wo der Schreibdrang sehr groß war. Abwech- 
selnd mit Ideen für Drehbücher. Meinen persönlichen Durchbruch hatte  
ich mit dem Eintritt in Schreibgruppen oder Online-Workshops. Ab da  
habe ich gemerkt, dass es nicht bloß ein Hobby sein kann für mich und  
ich einfach zu viele Ideen habe, die nicht in der Schublade bleiben  
dürfen. 


HPR: Dein Buch hatte ja mit der Pleite des Europa Verlags schon eine  
aufregende Geschichte hinter sich, bevor es erschien. 

AB: Es war keine leichte Zeit, wie du dir vorstellen kannst. Vor allem  
die Ungewissheit, ob das Buch nun überhaupt erscheint, nagte an mir.  
Es brauchte natürlich auch seine Zeit, bis die Situation geklärt war.  
Hier zeigt sich auch die Wichtigkeit von Schreibgruppen, in denen ich  
über den langen Zeitraum auch private Kontakte aufgebaut hatte. Ohne  
den Zuspruch meiner Freunde hätte ich diese Zeit nicht so gut über- 
standen. Es gab wirklich Momente, in denen ich nahe dran war, auf- 
zugeben.  


HPR: Hast du bereits so etwas wie eine Routine, mit der du an ein  
Buchprojekt herangehst? Fängst du mit dem Plot an oder mit den Figu- 
ren, oder schreibst du aus dem Bauch heraus? 

AB: Das Erstkapitel muss ich einfach aus dem Bauch heraus schreiben.  
Da ist diese Idee so übermächtig, dass es einfach "raus" muss. Ich  
kann auch gar nicht sagen, was zuerst war. Der Plot oder die Charakte- 
re. Es kommt darauf an. Bei meinen Recherchen stoße ich auf interes- 
sante historische Ereignisse und denke, das wäre eine reizvolle Ge- 
schichte. Meistens ist also der Plot zuerst da. Beim Dogen, denke ich,  
war es insbesondere auch Isabella, deren Schicksal als Tochter des Do- 
gen mich fasziniert und gereizt hat. 

So richtig aus dem Bauch heraus geht es dann aus den oben genannten  
Gründen nicht. Ich brauche also sehr wohl meine Idee, meinen Aufhän- 
ger, an dem ich den Roman aufziehen kann. Das geht aber Hand in Hand.  
Bei einem anderen Projekt kämpfe ich gerade gegen die historischen  
Fakten, von denen ich mich zu sehr gefangen nehme lasse, anstatt mei- 
nen Charakteren zu trauen und ihnen einfach die Zügel zu überlassen.  
Dieses Projekt wird auch noch mehr Zeit brauchen, bis ich tief im Her- 
zen davon überzeugt bin, welche Figur nun tatsächlich das Zugpferd  
ist. 



HPR: Wie hat sich deine Geschichte entwickelt? War als Erstes die Fi- 
gur der Isabella da oder Venedig als historischer Hintergrund oder  
...? 

AB: Es gab die Idee, eine Geschichte zu erzählen, in der die Tochter  
des Dogen eine Rolle spielt. Erst, als ich bei meinen Recherchen das  
Edikt fand, das den Glasbläsern das Verlassen der Lagune verbot, bekam  
die Geschichte dann endlich den Ankick. Der Keim war gepflanzt, jetzt  
ging es darum, die Ranken hochzuziehen.  


HPR: Du warst und bist in einigen Internet-Diskussionsgruppen aktiv.  
Was kann man in solchen Schreibgruppen, Autorenforen lernen? Kann man  
da überhaupt was lernen? 

AB: Gegenfrage: Kann man das Schreiben ohne sie lernen? Ich meine da- 
mit, natürlich kann man das Handwerk lernen, sich darin üben, aber  
letztendlich muss man es anwenden. Und dazu bedarf es der einzigarti- 
gen Fähigkeit, seine eigenen Texte objektiv zu betrachten. Oder - man  
kann dankenswerterweise auf gleichgesinnte Schreibfreunde hoffen und  
deren Feedback erbitten. 

Egal, ob wwg, textkraft, Montsegur, 42er Autoren, Schreiblust und und  
und - ich war ja bei vielen dabei, und ohne diesen Einblick wäre ich  
heute nicht so weit. Ich habe keine einzige bereut. Nie. Ich wage so- 
gar zu behaupten, dass ich ohne sie alle nicht so weit gekommen wäre.  
Vielleicht hätte ich das Schreiben aufgegeben, vielleicht hätte ich  
mein Manuskript verbrannt - ich wäre an meinen Zweifeln erstickt, aber  
es gab so viele unglaublich aufopfernde, liebevolle und konstruktive  
Rückmeldungen in all den Jahren, dass ich hier gerne - und mit einen  
lauten Krachen! - eine Lanze für alle Schreibgruppen und Onlineforen  
brechen will.  

Das alles zusammen hat geprägt, glaube ich. Und da überwiegen die po- 
sitiven Eindrücke auf jeden Fall. Gerade in unserem Beruf muss man aus  
dem Kämmerchen raus. Der Zeitbedarf ist der einzige Wermutstropfen da- 
bei.  

Ohne das fortlaufende Entwickeln der eigenen Schreibkunst, das Feed- 
back, Austausch mit anderen kann man es sich heute als Autor nicht  
mehr leisten, ans erfolgreiche Schreiben zu denken. Das mag hochtra- 
bend klingen, aber die Zeiten, wo autor im stillen Kämmerchen saß und  
seinen Bestseller mit lukrativem Vorschuss verkaufte, sind vorbei.  
Networking ist ein Schlagwort, das gerade unter uns Autoren nicht un- 
terschätzt werden darf. Der regelmäßige Austausch hilft auch, die Rea- 
lität nicht aus den Augen zu verlieren. Niemand schreibt perfekt, nie- 
mand lektoriert perfekt, aber das Zusammenspiel von Feedback und Kri- 
tik schult das eigene Auge dafür, Fehler bewusster wahrzunehmen. 

Natürlich ist dieses Präsentieren eigener Texte im Rahmen der Gruppen  
nicht jedermanns Sache. Und natürlich ist es nicht angenehm oder  
leicht wegzustecken, wenn man harte Kritik einfährt. Aber lieber hier,  
wo man darüber diskutieren und Fehler ausmerzen kann, als eine knall- 
harte Absage von Lektoren oder Agenten.  


HPR: Auch wenn es niemand gerne hört, aber Verlage haben einfach ein  
Programm und benötigen dafür bestimmte Bücher. Einen Krimi für die  
Krimireihe, einen historischen für die historische Reihe - und mög- 
lichst in dem Stil, den die Leser im Moment am liebsten lesen. Du hast  
an einem Seminar teilgenommen, in dem nach solchen Vorgaben geschrie- 
ben wurde. Geht das überhaupt? Oder engt das die Phantasie nicht doch  
sehr ein? 

AB: Jeder Roman beginnt mit einer Idee, für die man dann die Charakte- 
re, das Setting, die Handlung und die Dramaturgie entwickelt, und da  
macht es eigentlich für die Phantasie keinen Unterschied, ob die ur- 
sprüngliche Idee auf einem Zeitungsartikel beruht, einer Fernsehdoku- 
mentation oder einer Anregung des Lektors oder Agenten. 

Das Reizvolle dabei ist, bestimmte Vorgaben umzusetzen und sich zu- 
frieden nach dem Ende zurückzulehnen und festzustellen, dass man auch  
mit Ideen, die man "vorgesetzt" bekommt, produktiv arbeiten kann. 


HPR: Du schreibst unter einem Künstlernamen, warum eigentlich? 

AB: Das war eine verlagsinterne Entscheidung. Mittlerweile liebe ich  
mein zweites Ich. Alessandra ermöglicht mir ein entspanntes Arbeiten,  
aber natürlich beneide ich sie um ihre Erlebnisse mit ihren deutschen  
Fans und vor allem - ihre Vorliebe für historische Romane.  


HPR: Herzlichen Dank für das Interview. 



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VERLAGSPORTRAIT: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Addita Verlag 
Johannes Kolz, Arno Strobel, Peter Zender 
Auf der Dört 30 
54456 Tawern 
Telefon: (0 65 01) 15 07 57 
Fax: (0 65 01) 94 62 75 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
www.addita.de 


Johannes Kolz und Arno Strobel haben den Verlag Anfang des Jahres 2006  
gegründet. Mittlerweile haben sie fünf Mitarbeiter, wovon einer haupt- 
beruflich und vier im Nebenberuf arbeiten. Der hauptberufliche Mitar- 
beiter Alexander Gérard kommt aus dem Bereich Medien und ist "Mädchen  
für alles". 

Der Anlass für die Verlagsgründung war ursprünglich, aus Arno Strobels  
Manuskript "Magus - Die Bruderschaft" ein professionell gestaltetes  
Buch zu machen. 


          Verlagsgeschichte 

Nachdem Arno Strobel von vielen Verlagen die unter AutorInnen wohlbe- 
kannten (und gefürchteten) Standardbrief-Absagen bekam, entschloss er  
sich gemeinsam mit dem Medienfachmann Johannes Kolz, einen eigenen  
Verlag zu gründen und das Buch selbst herauszubringen. Dabei waren  
sich beide von Anfang an einig, dass nur ein professionell aufgemach- 
tes Werk in Frage kam, im Offset-Druck mit einer festen Startauflage  
hergestellt. Während Johannes Kolz das Cover entwarf und an dem Druck- 
satz arbeitete, suchte Strobel einen Lektor, den er in dem Germanisten  
und Verlagsprofi Peter Zender fand.  

Die Namensfindung für den Verlag gestaltete sich relativ einfach. Aus  
einem Lateinlexikon suchten sie wohlklingende Namen, unter denen sie  
sich einen Verlag vorstellen konnten und die noch nicht "belegt" wa- 
ren. Recht schnell stießen sie dabei auf "Addita", was weder als Do- 
main- noch als Verlagsname vergeben war. Addita heißt im Italienischen  
"es unterstreicht" und im Lateinischen "beiliegend". Man kann daraus  
keine Philosophie ableiten - die gibt es nicht. Der Name hat einfach  
nur gefallen. Somit war der Addita-Verlag geboren. 

Mit einer Startauflage von 1.000 Stück wurde der Magus gedruckt. Schon  
in den ersten Wochen nach Erscheinen war die Erstauflage quasi ver- 
griffen, wobei die meisten Exemplare im regionalen Buchhandel verkauft  
wurden. Schon zu diesem Zeitpunkt nahmen die beiden sich vor, das Ver- 
lagsprogramm auszuweiten und auch anderen guten, noch unbekannten Au- 
torInnen eine Chance zu bieten, denen es ähnlich ergangen war wie  
Strobel. 

Ein Buchhändler aus der Region drückte den Vertretern verschiedener  
großer Verlage, die ihn regelmäßig besuchten, jeweils ein Exemplar des  
"Magus" mit der Bemerkung in die Hand, dass es sich hier um einen au- 
ßerordentlich gelungenen Thriller handele.  

Von dem, was danach passierte, träumt wohl jede(r) AutorIn. Innerhalb  
einer Woche meldeten sich drei der ganz Großen aus dem Verlagsgeschäft  
bei Addita und boten an, die Taschenbuchlizenz für den Magus zu kau- 
fen. Den Zuschlag erhielt letztendlich dtv, der Strobels "Magus - Die  
Bruderschaft" Ende 2007 sogar als Toptitel herausbringen wird.  

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass der Addita Verlag nicht  
nur bestehen bleiben, sondern ausgebaut werden sollte. Peter Zender  
stieg in den Verlag ein, und gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitern  
arbeitet man jetzt daran, das Angebot und damit den Verlag zu vergrö- 
ßern. 

Zurzeit ist das dritte Buch in Druck, weitere sollen zeitnah folgen. 


          Programm und Philosophie 

Der Verlag will seinen Schwerpunkt auf die Genres Krimi / Thriller und  
Humor legen. Das soll nicht heißen, dass sie zum Beispiel einen histo- 
rischen Roman abweisen würden, wenn er so gut ist, dass er die Herren  
"umhaut". 

Bisher wurden verlegt: Arno Strobel (Magus - Die Bruderschaft), Barba- 
ra Lehner (Tabernicus) und Chris van Aspen (Prokura ist kein Mixge- 
tränk). Der Verlag hofft, dass diese Liste schnell größer wird. 


          AutorInnen gesucht? 

Unbedingt! Addita sucht dringend gute Manuskripte aus den oben genann- 
ten Bereichen, damit die Planung für das nächste Jahr anlaufen kann. 


          Konditionen 

Der Verlag bietet einen Autoren-Normvertrag mit den marktüblichen Kon- 
ditionen. Die Startauflagen der Projekte können naturgemäß zur Zeit  
noch nicht im fünfstelligen Bereich liegen, dafür ist der Verlag ein- 
fach noch zu klein. Aber auch eine vierstellige Startauflage kann eine  
solide Basis sein. 


          Was ist dem Verlag besonders wichtig? 

Addita erhebt keinen hochtrabenden literarischen Anspruch. Der Verlag  
möchte mit dem Programm schlicht unterhalten, die Leserschaft in eine  
andere Welt entführen. Sie möchten gute Bücher machen, die man nicht  
mehr aus der Hand legen kann.  




          Zukunftspläne, Perspektiven 

Wie oben beschrieben, soll der Verlag weiter ausgebaut und das Pro- 
gramm recht zügig erweitert werden. 

Addita soll seinen Platz in der deutschen Literaturszene als Verlag  
bekommen, der neuen AutorInnen nicht nur eine Chance gibt, sondern be- 
sonderen Wert auf sie legt. 


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - kei- 
ne Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Litera- 
turagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind daher  
zwecklos. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


  Drehbuch: Oliver Pautsch 
                              drehbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Fandom: Thomas Kohlschmidt 
                                fandom at experte pt autorenforum pt de 
  Fantasy: Stefanie Bense 
                               fantasy at experte pt autorenforum pt de 
  Heftroman: Arndt Ellmer 
                             heftroman at experte pt autorenforum pt de 
  Historischer Roman: Titus Müller 
                    historischer.roman at experte pt autorenforum pt de 
  Kinderbuch: Michael Borlik 
                            kinderbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Kriminalistik: Nikola Hahn 
                         kriminalistik at experte pt autorenforum pt de 
  Lesungen: Rüdiger Heins 
                              lesungen at experte pt autorenforum pt de 
  Lyrik: Martina Weber 
                                 lyrik at experte pt autorenforum pt de 
  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer 
                              sachbuch at experte pt autorenforum pt de 
  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff 
                             med.psych at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss 
                           fortbildung at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibgruppen: Ute Hacker 
                        schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de 
  Schreibhandwerk: Ute Hacker 
                       schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de 
  Sciencefiction: Andreas Eschbach 
                              sf-autor at experte pt autorenforum pt de 
  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi 
                               techlit at experte pt autorenforum pt de 
  Übersetzung: Barbara Slawig  
                         uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de 
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
                          verlagswesen at experte pt autorenforum pt de 



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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN: 
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           Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 

Ich habe bei einem Buch, das als erste Ausgabe einer neu geschaffenen  
Reihe des Verlages erscheinen sollte, sowohl Titel, Inhalt, Text als  
auch Bildmaterial und dieses in druckfertigen Scans zur Verfügung ge- 
stellt und mit dem Verleger zusammen das Konzept entwickelt [...] Ich  
habe zusammen mit der Mediengestalterin des Verlags das Layout erar- 
beitet. 

Dann bekam ich das "satzfertige" Buch zur Schlusskorrektur und den  
Vertrag zugeschickt. Ich habe diese Vorlage abgelehnt, da Bilder ver- 
gessen wurden, dadurch der Text einzelner Kapitel zu kurz war und der  
freie Raum dann durch den Verleger ohne  Rücksprache mit eigenem Text  
"aufgefüllt" wurde. Die "XYZ"-Seiten wurden mit Elementen, wie Such- 
sel, Kreuzworträtsel, Buchstabenrätsel etc. vom Verleger ergänzt, ob- 
wohl ich vorher ausdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass Elemente,  
die von Kindern ausgefüllt werden müssen, in einem Sachbuch, das auch  
in Bibliotheken angeboten werden soll, nichts zu suchen haben.[...] 

Ich habe das korrigierte Manuskript zurückgeschickt und um eine Kor- 
rektur gebeten. Nachdem ich vier Wochen nichts gehört hatte und der  
Verleger auch weder telefonisch noch per E-Mail zu erreichen war, habe  
ich ihm per Brief eine Frist gesetzt, nach deren Ablauf ich vom Pro- 
jekt zurücktreten. 

Und nun langer Rede, kurzer Sinn, ich möchte das Buch nun im Eigenver- 
lag herausbringen. Inwieweit hat der Verleger daran, z. B. was den Ti- 
tel und die inhaltliche Gestaltung betrifft, ein Urheberrecht? 


Antwort: 
Zunächst einmal fehlt mir eine entscheidende Information: Ist der Ver- 
trag schon unterschrieben oder nicht? Nur wenn er noch nicht unter- 
schrieben ist, können Sie "einfach so" zu einem anderen Verlag bzw.  
Selbstverlag wechseln. Der Verlag, mit dem Sie momentan in Kontakt  
sind, hat Urheberrecht an den bisherigen Layouts. 

Der Titel ist nicht urheberrechtlich geschützt, allerdings hat der  
Verlag möglicherweise für den Titel Titelschutz beantragt. Damit wäre  
der Name für sechs Monate (seit Erscheinen der Titelschutzanzeige) ge- 
sperrt. Weil es für Titelschutzanzeigen keine zentrale Meldestelle  
gibt, können Sie das von Agenturen recherchieren lassen, z. B. kostet  
eine Recherche bei www.titelschutz-recherche.de zwischen 59 und 89 Eu- 
ro. Bei http://www.titelschutz24.de/ können Sie eine kostenlose Abfra- 
ge machen, aber dabei würde ich es nicht belassen. Bei Amazon finden  
sich dann bereits diverse Audio-CDs mit gleichem Titel, darunter auch  
eine mit ISBN. Ich würde den Titel schon wegen dieses vorhandenen Ar- 
tikels nicht verwenden. 

Weitere Informationen zum Titelschutz finden Sich beim Börsenverein  
des Deutschen Buchhandels unter  
http://www.boersenverein.de/de/69181?rubrik=82995 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann,   
Buchhändler und freier Lektor. http://www.bjoernjagnow.de/. 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HISTORISCHEN ROMAN: 
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    Titus Müller (historischer.roman at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Ich bin fünfzehn Jahre alt und schreibe zurzeit an einem historischen  
Roman (was für Leute in meinem Alter ja nicht besonders oft vorkommt).  
Der Roman befindet sich noch in der Anfangsphase, ich möchte mich aber  
trotzdem schon einmal informieren. 

Nehmen Verlage Manuskripte minderjähriger Autoren überhaupt an, und  
wenn ja, gibt es irgendwelche Vorschriften, dass die Verträge oder was  
auch immer auf meine Erziehungsberechtigten laufen müssen? Haben junge  
Leute eine geringere Chance, einen Verlag zu finden? 


Antwort: 
Du musst dir wegen deines Alters keine Gedanken machen. Wenn dein Ro- 
man gut ist, wird es die Verlage umso mehr entzücken, dass du erst  
fünfzehn bist -  dann haben sie nämlich eine gute Geschichte für die  
Presse. Man nennt das in der Publizistik den "Entstehungsmythos". Er  
wird oft für die PR verwendet. "Bei uns braut man schon seit 1883 nach  
demselben Rezept ...", "XYZ schraubte damals in seiner Garage Computer  
zusammen, heute ist er ..." Bei dir würde das dann heißten: "Fünfzehn- 
jährige schreibt in den Schulpausen Bestsellerroman." 

Das Alter wird dir bei den Verlagen also eher helfen. Die schwierigere  
Aufgabe ist es, einen guten Roman zu schreiben. Da bist du im Nachteil  
gegenüber den älteren Autoren. Du kannst nicht mal eben an den Schau- 
platz der Handlung reisen, und es fehlt dir manche Lebenserfahrung,  
die ein anderer aus seiner Erinnerung beschreiben kann. Das muss aber  
nicht heißen, dass du es nicht hinbekommst. Ich möchte nur sagen: Hier  
ist die Front, an der du kämpfen musst. Nicht dein Alter spielt die  
entscheidende Rolle, wenn du dann einen Verlag suchst, sondern die  
Qualität deiner Geschichte. 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

"Mehr als ein Comic." (Die Welt) Michael Bregel, Titus Müller, Roloff:  
Basileia. Das Vermächtnis des Mönchs, 60 Seiten, gebunden und komplett  
vierfarbig, 14,95 Euro. 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK: 
--------------------------------------------------------------------- 
         Nikola Hahn (kriminalistik at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
1. Wie viel Polizei rückt an, wenn ein Hotelmanager hysterisch bei der  
Polizei anruft und einen bizarren Dreifachmord meldet? 

2. Welches Team mit welcher Ausrüstung rückt da an? 

3. Haben Ermittler (Profiler, wie auch immer) die Freiheit, mögliche  
Zeugen an Ort und Stelle bzw. in einem Cafe zu befragen? (Ich stelle  
mir einen langhaarigen Ermittler um die Fünfzig in Turnschuhen vor,  
der auf lässig macht ...) 

4. Werden die Ergebnisse der Ermittlungen für weitere polizeiliche Ar- 
beiten über Serversysteme international zugänglich gemacht? Das heißt:  
Gibt es soetwas wie eine Interpol-Datenbank, über die beispielsweise  
ein französischer Ermittler den Stand der Ermttlungen abfragen könnte? 

5.  Und wenn es eine solche Datenbank gibt, gibt es da datenbankinter- 
ne Verlinkungen zu ähnlich gelagerten "Ritual"-Morden, Funden am Tat- 
ort, bestimmte Schmierereien an den Wänden etc.? 

6. Wenn es ein zentrales Datenbanksystem gibt, wo in Europa befindet  
sich das? Vor allem die Fragen zu den DB-Systemen wären für meine Ge- 
schichte recht wichtig, da ein pensionierter französischer Agent der  
Police Secréte ins Spiel kommt. 


Antwort: 
zu 1: 
Bei dem Fall, den Sie schildern, aber jede Menge! Das heißt, wenn der  
Anrufer sehr hysterisch ist und man nicht klar aus ihm herauskriegt,  
was da eigentlich los ist, dann würde erst mal ein Team hinfahren (je  
nach Einschätzung der Lage von der Schutzpolizei oder der Kripo), aber  
spätestens nach der Erstbesichtigung würde "der große Bahnhof" gefah- 
ren.  

zu 2: 
Auf jeden Fall die Spurensicherung, Ermittler, Staatsanwalt, Gerichts- 
mediziner. Ausrüstung wäre für alle, die den Tatort betreten (am An- 
fang sollten das so wenige wie möglich sein!) weiße Schutzanzüge, Ü- 
berschuhe, Handschuhe. 

Die Spurensicherung kommt natürlich mit dem ganzen Arsenal, angefangen  
von Foto, Video, Spurensicherungsmaterialien, um DNA-Spuren, Mikrospu- 
ren, Fingerspuren zu sichern (das alles aufzuzählen, wäre jetzt wirk- 
lich ein bissel viel). 

zu 3: 
Selbstverständlich befragen die Ermittler ALLE möglichen Personen an  
Ort und Stelle bzw. nehmen sie mit ins Büro. Diese Arbeit wird auch   
nicht von einem allein gemacht, das ist völlig unmöglich, sondern von  
mehreren. 

Einen Ermittler, der bei einem Dreifachmord auf lässig macht: Seien  
Sie mir nicht böse, aber das ist ein ziemliches Klischee. Auch abge- 
brühten Ermittlern geht so was an die Nieren. Da müsste einer schon  
ziemlich abgedreht sein, wenn er in einem solchen Fall - und das auch  
noch im Kontakt mit Zeugen! - auf "lässig" macht.  


zu 4: 
Eine direkte Möglichkeit, den Stand der Ermittlungen abzufragen, gibt  
es nicht.  Es gibt natürlich Datenbanken wie Europol oder das Schenge- 
ner Informationssystem, aber Ersteres ist noch im Ausbau (möglich: Er- 
kenntnisanfragen zu Personen), und das zweite ist ein Fahndungssystem.  

Einfach mal so die Infos zu einem Ermittlungsverfahren abfragen, geht  
(noch?) nicht.  Da ist aber sicherlich vieles im Umbruch ...  

zu 5: 
Es gibt ein System, in dem "Besonderheiten" von Mordfällen (v. a. mit  
sexuellem Hintergrund) gesammelt werden. Aber auch dieses System ist  
nicht in jedem europäischen Land abfragbar. Auf keinen Fall jedoch mal  
eben so durch einen x-beliebigen Beamten. Mehr kann ich dazu nicht sa- 
gen.   

zu 6: 
Wie gesagt, ich kann dazu nicht mehr sagen. Aber es gibt ja Möglich- 
keiten, damit umzugehen:  
1. Sie erfinden ein System und stellen es als "die" Neuerung heraus. 
2. Sie lassen den französischen Kollegen (entweder ihn selbst oder ei- 
nen seiner noch aktiven Kollegen) auf anderem Weg an die Infos kommen.  
Zum Beispiel über eine Internetbekanntschaft, einen internationalen  
Austausch über die International Police Association oder einen andere  
Austausch (das gibt es tatsächlich, dass z. B. deutsche Polizisten für  
einige Zeit nach Frankreich gehen oder dass österreichische Kollegen  
ein Seminar in Bayern besuchen ...). 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes- 
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als  
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen  
im Internet: http://www.nikola-hahn.com. 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH: 
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          Oliver Pautsch (drehbuch at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Ich habe einen Krimi geschrieben. Ist bei BOD erschienen. Nun werde  
ich von Lesern angesprochen, ob das nicht einen guten Stoff für einen  
Film abgeben würde. Wer schreibt einem so ein Drehbuch bzw. bearbeitet  
den Krimi? Und an wen schickt man ein Drehbuch zwecks Verfilmung? 


Antwort: 
In den meisten Fällen beauftragen Filmproduktionen bzw. Sender Dreh- 
buchautoren mit der Adaption literarischer Vorlagen, wenn sie von dem  
Buch überzeugt sind. 

Ich würde Ihnen empfehlen, sich zunächst an eine literarische Agentur  
oder einen Agenten bzw. Verlag für Film u. Fernsehen zu wenden. Dort  
kann man Sie beraten, Ihren Stoff einschätzen und ggf. Kontakte für  
Sie knüpfen. 

Eine Liste mit Agenturadressen und weitere Anmerkungen zu diesem Thema  
finden Sie in der Expertenabteilung der Homepage von autorenforum.de  
unter "Drehbuch". 

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,  
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä- 
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber di- 
rekt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurzfil- 
me, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.  
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164 


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HALL OF FAME: 
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                              (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man,  
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere  
schaffen es ja auch! 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen  
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal  
vorstellen können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi- 
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin- 
gen. 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei- 
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte  
unter dem Betreff "Hall of Fame" an redaktion at team pt autorenforum 
pt de. Wir berücksichtigen ausschließlich  
Meldungen, die nach dem obigen Schema gemacht werden! 


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen  
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn- 
ter Mail kommt! 
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Einsendeformalien: 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rück- 
sprache - erwünscht. Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt  
werden. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.  

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: 
beitrag at team pt autorenforum pt de. 

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet  
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse  
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html. 

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                        I M P R E S S U M 
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Herausgeber:  
   Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de  
   Gabi Neumayer                redaktion at team pt autorenforum pt de 
   Stefan Schulz                     webmaster at autorenforum pt de 
   Thomas Roth-Berghofer  
                    Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de 
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