Ausgabe 8-04 (20. April 2006)

Editorial
Inserate
Schreib-Kick
Vier Seiten für ein Halleluja
    Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Buchbesprechung
    "Schreib den verd... Roman!" von Stephan Waldscheidt
    besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Christoph Hardebusch
Interview mit Olaf Kutzmutz
Verlagsportrait
    "Maximilian Dietrich Verlag"
Veranstaltungsbericht
    "Eindrücke von der Leipziger Buchmesse 2006"
    von Heike Reiter und Ursula Schmid-Spreer
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
    "Der Abschied"
    von Stephan Waldscheidt
Frag die Expertin für Lyrik
    (Martina Weber)
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Kriminalistik
    (Nikola Hahn)
Frag die Expertin für Kinderbücher
    (Gabi Neumayer)
Hall of Fame
EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren,

"Aha, Tempest-Editorial", werdet ihr denken, "kenn ich. Zuerst gibt’s
die neuesten Sensationen, danach ein paar Worte zum Inhalt der
aktuellen Ausgabe, den Tipp des Monats, ein paar nette Wünsche - und
dann die ebenso lästige wie unvermeidliche Aufforderung, Geld für den
Rolls Royce ... äh: den Erhalt des Tempest zu überweisen."

Tja, falsch gedacht! Diesmal beginne ich nämlich gleich mit der Bitte,
uns mit einem freiwilligen Beitrag zu unterstützen. Und das nicht aus
simpler Änderungslaune oder wegen hormoneller Schwankungen, sondern
weil es zurzeit einfach besonders dringend ist.

Wie ihr wisst, machen wir den Tempest keineswegs nebenbei, aber doch
unentgeltlich - und stecken nicht nur Zeit und Arbeit hinein, sondern
haben auch Kosten zum Beispiel für die Technik. Und wir freuen uns,
dass bisher immerhin so viele etwas überwiesen haben, dass wir
weitermachen konnten. Aber das läuft nicht von selbst, und deshalb
wird es hin und wieder echt knapp. Also: Wenn euch der Tempest wichtig
und etwas wert ist, dann zeigt das bitte auch mit einem finanziellen
Beitrag! Unsere Kontoverbindung findet ihr wie immer direkt unterm
Editorial.

So, nun aber zu der diesmonatigen Sensation. Es ist leider eine sehr
traurige (auch wenn die Redaktion und die gesamte Autorenschaft
dadurch in Zukunft wieder ruhiger schlafen können): Honeyball und
Biggi Bäumchen verlassen uns! Ihr Vater (oder besser: Wärter) Stephan
Waldscheidt setzt nämlich nicht nur mit seinem Anti-Ratgeber (siehe
Buchbesprechung) zu schriftstellerischen Höhenflügen an. Er hat
außerdem einige Romane in der Mache und möchte sich in Zukunft
deutlich mehr auf sein Schreiben konzentrieren als auf das Hüten von
Honeyball und Biggi. Wir verstehen’s natürlich, wünschen ihm einen
Bestseller nach dem anderen und bedanken uns für all seine bissigen
und wunderbar treffenden Beobachtungen, weinen ihm aber unweigerlich
auch die eine oder andere Träne nach. Und werden ihn beim Wort nehmen
(das er so leichtfertig im sentimentalen Abschiedstaumel gab) und uns
auf ein gelegentliches Gastspiel unseres Lieblingssatirikers im
Tempest freuen.



Honeyballs letzten Streich findet ihr in dieser Ausgabe, und außerdem:
gleich zwei Interviews, einen Bericht von der Leipziger Buchmesse, ein
neues Lektorat in der Rubrik "Vier Seiten für ein Halleluja", die
Buchbesprechung von Stephan Waldscheidts Autorenratgeber, ein neues
Verlagsportrait und erste Hilfe von unseren ExpertInnen. Außerdem
natürlich neue Ausschreibungen, einen Schreibkick, die Hall of Fame
und vieles mehr.

Der Tipp des Monats April, diesmal von Karin Plankl:

Wenn ich eine Schreibblockade habe,
lege ich ein gut gesprochenes Hörbuch ein.
Durch intensives und analytisches Zuhören kann ich
meist sehr schnell den Sprachrhythmus aufnehmen
und dadurch meinen "verlorenen" wiederfinden.


Einen sonnigen Mai wünsche ich euch - und denkt bitte daran: Wir
brauchen eure Unterstützung! Finanziell, aber auch mit Beiträgen für
den Tempest. Schickt mir eure Ideen, ganz gleich zu welcher Rubrik!

Gabi Neumayer
Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser
Konto:

Sparda Bank Südwest eG
BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2006"

ACHTUNG: NEUES KONTO!
Das alte bleibt aber auch noch eine Weile bestehen.

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01

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ISSN 1439-4669 Copyright 2006 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

Editorial
Inserate
Schreib-Kick
Vier Seiten für ein Halleluja
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Buchbesprechung
"Schreib den verd... Roman!" von Stephan Waldscheidt
besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Christoph Hardebusch
Interview mit Olaf Kutzmutz
Verlagsportrait
"Maximilian Dietrich Verlag"
Veranstaltungsbericht
"Eindrücke von der Leipziger Buchmesse 2006"
von Heike Reiter und Ursula Schmid-Spreer
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
"Der Abschied"
von Stephan Waldscheidt
Frag die Expertin für Lyrik
(Martina Weber)
Frag den Experten für Verlagswesen
(Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Kriminalistik
(Nikola Hahn)
Frag die Expertin für Kinderbücher
(Gabi Neumayer)
Hall of Fame
Impressum


TEIL 2 (nur für Abonnenten):

Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum

~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für
einzelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Eberhard Kamprad
(http://www.kamprad-online.de) hat freundlicherweise die aufwendige
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen
Jahrgänge zu erstellen.

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Kleinanzeigen
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Ab sofort werden keine neuen Kleinanzeigen mehr angenommen. Für
private Aufrufe steht euch aber weiterhin der Echo-Service zur
Verfügung.


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INSERATE:
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(werbung at team autorenforum de)


Mit dem Schreiben von Biographien professionell Geld verdienen
Autorenworkshop mit Andreas Mäckler, Stefan Schwidder, Matthias
Brömmelhaus

Das Schreiben privater Autobiographien boomt, immer mehr Autoren und
Journalisten versuchen, mit professionellen Angeboten das Bedürfnis
nach Erinnerung zu bedienen. Doch bei den meisten bleibt es beim
Schreiben weniger Biographien im Auftrag ihrer Kunden, die zumeist aus
dem Verwandten- und Bekanntenkreis kommen. Dass es aber besser geht
und man als Ghostwriter privater Autobiographien viel Geld verdienen
kann, beweisen die Mitglieder des Biographiezentrums, einer
Vereinigung biographischer Dienstleister
(http://www.biographiezentrum.de). Sie bieten ein
Professionalisierungsseminar für Autoren an, die im Auftrag ihrer
Kunden Lebensgeschichten bearbeiten oder erstellen. Ziel ist, eine
effektive Handlungsgrundlage zu geben, die alle für die
Biographiearbeit wichtigen Themen abdeckt. Die Teilnehmer erhalten so
die Möglichkeit, künftig noch professioneller und erfolgreicher zu
arbeiten.

Termine:
31. März - 2. April 2006, Dämeritz Seehotel, 12589 Berlin-Köpenick
(Ostdeutschland)
16. - 18. Juni 2006, Hotel Krone, 86168 Niederstotzingen
(Süddeutschland)
23. - 25. Juni 2006, Seminarhotel Georg, 58453 Witten-Annen
(Westdeutschland)
14. - 16. Juli 2006, SeminarHotel Schulz, 29303 Bergen
(Norddeutschland)
21. - 23. Juli 2006, Hotel Röse, 36179 Bebra (Deutschland Mitte)

Zeit:
Beginn jeweils 14 Uhr, Ende 15 Uhr

Kosten:
EUR 450,- für Mitglieder des Biographiezentrums, EUR 520,- für
Nichtmitglieder (inkl. Übernachtungen, Vollpension,
Tagungsverpflegung)
Anmeldeschluss jeweils 5 Wochen vor Beginn des Workshops.

Anmeldung:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel. 082 43 / 99 38 46

http://www.biographiezentrum.de


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SCHREIB-KICK:
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(redaktion at team autorenforum de)


Unser Schreib-Kick für den April, diesmal von Claudia Arnold:

Zettelkästen sind ein beliebtes Instrument zur Inspiration und für
Notizen. Ein papierener Zettelkasten hat den Vorteil, dass man die
Karten räumlich ausbreiten kann und auch "fremde" Blätter dort
einsortieren kann (meiner sieht aus wie ein Altpapiercontainer). Ein
elektronischer Zettelkasten ermöglicht aber eine netzwerkartige
Verschlagwortung. Mehrere Schlagworte führen dazu, dass der Eintrag
nicht fest in einer Abteilung steckt, sondern je nach Suchanfrage hier
oder dort auftauchen kann, z. B. unter den Schlagworten "Historische
Daten Mittelalter", "Diplomatie" und "Charaktere männlich". Das lässt
sich in einem Papierkasten nur mit dem mittlerweile ausgestorbenen
100-Löcher-System nachvollziehen.

Meine Lieblingsfreeware ist der "Zettelkasten nach Luhmann" von Daniel
Lüdecke: http://zettelkasten.danielluedecke.de/. Das Schöne: Er läuft
ohne Installation, also z. B. auch von einem USB-Stick aus oder sogar
von einer Diskette, weil das Programm sehr klein ist. Was immer mir z.
B. im Internet begegnet, wird dort hemmungslos hineinkopiert. Die
Masse stört nicht beim Finden. Das Suchen läuft ab, indem man in einem
sich verzweigenden Schlagwortbaum herumklickt. Volltextsuche geht
natürlich auch.


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VIER SEITEN FÜR EIN HALLELUJA:
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(redaktion at team autorenforum de)


"Wunschkonzert - Prolog"
Text: anonym

War es das gewesen - das Leben? Wann findet Leben statt? Hatte sie
schon gelebt? Hatte sie nicht immer darauf gewartet, dass das Leben
nun endlich beginnen würde?
Immer an den nächsten Tag gedacht und für die nächste Woche, für den
nächsten Monat, den nächsten Urlaub geplant. Für die Zukunft gelebt,
jahrelang. Und plötzlich war die vermeintliche Lebensmitte vorüber,
ganz unbemerkt war sie älter geworden. Oder war sie bereits alt? Was
kam jetzt noch? Zwanzig oder dreißig Restjahre in einem alternden
Körper, der ihr immer unbekannter wurde. Der ihren Kommandos nicht
mehr widerspruchslos Folge leistete, der sein Eigenleben entwickelte.
Plötzlich schmerzten die Knie, nach dem Joggen taten die Muskeln weh.
Ein ausgedehntes spätes Abendessen ließ sie in der Nacht nicht mehr
schlafen. Die Haare wurden grau, die Haut fahl und faltig. Die
Knochen erzählten jeden Morgen beim Aufwachen vom nahen Alter. Auch
die Seele war gealtert. Misstrauisch war sie geworden, intolerant,
allem Unbekanntem gegenüber erst einmal ablehnend. Diese wunderbare,
herausfordernde Welt war auf die Größe eines Reihenhauses am Stadtrand
zusammengeschnurrt, die Träume von früher passten problemlos zwischen
die Wände ihres Wohnzimmers.

Wo waren ihre Pläne geblieben? Ihre Wünsche, ihre Hoffnungen? Was
hatte sie davon wahr machen können? War ihr Lebensentwurf gelungen?
Hatte sie denn so etwas überhaupt je gehabt - oder hatte sie ganz
einfach darauf los gelebt, das getan, was man von einem Mädchen, einer
Frau erwartet: Beruf erlernt, Mann geheiratet, Kinder aufgezogen,
Vater beerdigt. Hatte einfach alles auf sich zukommen lassen. Wie ein
Baum nicht über Regen oder Sonne entscheiden kann, sondern darauf
wartet, was an Tropfen oder Sonnenstrahlen kommt. Ein
durchschnittliches Leben, keine besondere Karriere, keine besonderen
Kinder, keine besonderen Höhepunkte - kein besonderes Leben.

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Lektorat von Hans Peter Roentgen


Was fällt an diesem Text als Erstes auf? Eine Klage über das Alter,
von einer Frau, Mutter. Nichts Besonderes, das haben wir schon
hundertmal gehört. Klischee, Midlife-Crisis-Kitsch, autobiographisch,
würde ein Kulturredakteur sagen.

Aber wir wollen hier ja nicht Texte literarisch einordnen, nicht
wissen, was ein Kritiker der Zeit oder FAZ dazu sagen würde. Hier geht
es nicht um die Frage: Ist der Text literarisch wertvoll? Hier geht es
darum, ihn besser zu machen. Kann man ihn besser machen?

Viele würden behaupten: Nein. Irrelevant. In die Tonne damit.
Hausfrauenlyrik.

Doch, behaupte ich, man kann. Jeden Text kann man besser machen.
Dadurch wird er zwar nicht im Literaturhimmel landen, aber lesbarer.
Und bei dem Versuch kann man eine Menge lernen.

Der Text ist mit seiner Klage sehr allgemein. So oder ähnlich können
das Tausende von Hausfrauen sagen - und übrigens auch berufstätige
Männer: "Wo waren ihre Pläne geblieben?" Viel zu allgemein. Zahlreiche
andere Sätze im Text sind ebenso allgemein. In Geschichten ist das der
Tod. Hier interessiert das Besondere, das Einmalige, das Konkrete,
das, was ein Bild vor uns entstehen lässt.

Wenn ein Text überladen ist mit einem Stilmittel, gibt es ein
einfaches Mittel: Alle (ja, alle!!) Stellen, wo es gebraucht wird,
streichen. Wie schaut der Text nackt, roh aus ohne seine allgemeinen
Aussagen, Fragen?

"War es das gewesen - das Leben? Plötzlich schmerzten die Knie, nach
dem Joggen taten die Muskeln weh. Ein spätes Abendessen ließ sie in
der Nacht nicht mehr schlafen. Die Haare wurden grau, die Haut fahl
und faltig. Die Knochen erzählten jeden Morgen beim Aufwachen vom
nahen Alter. Misstrauisch war sie geworden, intolerant. Die Träume von
früher passten problemlos zwischen die Wände ihres Wohnzimmers.
Mann geheiratet, Kinder aufgezogen, Vater beerdigt. Hatte einfach
alles auf sich zukommen lassen. Wie ein Baum nicht über Regen oder
Sonne entscheiden kann, sondern darauf wartet, was an Tropfen oder
Sonnenstrahlen kommt."

Das ist jetzt natürlich ein sehr karger Text. Ideal ist er immer noch
nicht. Aber überlegen wir uns nochmals die Fragen, die der Autor im
Ursprungstext gestellt hat.

Wo sind meine Träume geblieben? - Welche Träume? Genau das fehlt hier.

Hat sie früher gezeichnet, von einer Graphiker-Karriere geträumt?
"Gezeichnet hatte sie lange nicht mehr. Die Staffelei stand nicht mehr
im Schlafzimmer, sondern ganz hinten in der Garage ..."

Oder von Kindern geträumt, die sie zur glücklichen Mutter machen
würden - und nun: "Längst schon hatte sie es aufgegeben, Jan und Laura
zu bitten, das Geschirr in die Spülmaschine zu räumen ..."

Oder gibt es ein Ereignis, das vor der eigentlichen Geschichte liegt
und deshalb im Prolog Platz finden muss? "Sie drehte den Brief in der
Hand, wollte ihn erst nicht öffnen, das schlechte Gewissen, wie viele
Jahre hatte sie sich bei Gabi nicht mehr gemeldet? Sechs? Oder waren
es doch schon acht? ..."

Zeigen, nicht behaupten (show, don’t tell), das sollte jeder Autor
sich über den Computer hängen. Der Satz ist wichtig, vermutlich gibt
es keinen, gegen den Anfänger öfter verstoßen (auch arrivierte Autoren
übrigens). Was ist an meiner Figur Besonderes, was hat sie erlebt, was
unterscheidet sie von Tausenden anderen, die auch ihre Träume begraben
mussten?

Welche Träume sind also hier begraben worden? Der zweite Schritt bei
einem solchen Text wäre also, die allgemeinen Fragen mit Inhalt, mit
Ereignissen, Bildern zu füllen. Nur so entsteht eine Geschichte. Dann
- aber nur dann! - darf es auch ruhig mal ein allgemeiner Satz sein,
der kommentiert. Denn beim Schreiben ist es nicht anders als beim
Kochen. Ein Prise Knoblauch würzt das Essen. Aber wenn es zur Hälfte
aus Knoblauch besteht, werden es nur noch wenige genießen wollen.

"War es das gewesen - das Leben?", das halte ich für einen Satz, der
dem verbesserten Text durchaus vorangestellt werden kann, ein guter
erster Satz, wenn es danach konkret wird.

Die Fragen im Ursprungstext sind ja keineswegs unsinnig. Ganz im
Gegenteil. Sie führen uns zu dem, was wichtig ist am Text. Nur sollte
man sie deshalb nicht in den Text schreiben. Sondern sich überlegen,
wie die Antworten aussehen, welche konkreten Bilder sich dazu finden.
Und die, aber nur die, gehören in die Geschichte.

Das gilt eben auch für Prologe. Ein Prolog kann den Leser in die
Geschichte einführen. Er ist aber kein Platz für allgemeine, banale
Aussagen. Trotzdem können sich aus banalen Fragen spannende Texte
entwickeln. Man muss nur tiefer schürfen, von der Oberfläche zum
Eigentlichen kommen.


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BUCHBESPRECHUNG:
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(redaktion at team autorenforum de)


"Schreib den verd... Roman!"
besprochen von Gabi Neumayer

Kaufen. Lesen. Weitere Exemplare kaufen und verschenken. Mehr will ich
zu diesem Buch gar nicht sagen. Denn die Zeit, die ihr mit dem Lesen
einer Besprechung verbrächtet, ginge ja nur von der Zeit ab, die ihr
stattdessen mit Stephan Waldscheidts Ratgeber - Anti-Ratgeber
verbringen könntet. Also: Kaufen. Lesen.

Worum es geht? Herrje, ist das nicht völlig egal? Wenn Stephan
Waldscheidt ein Thema anpackt, ist es doch immer das Gleiche: Man
lacht sich schlapp, gruselt sich auch hin und wieder, weil er die
Dinge so witzig und dabei so unheimlich und gnadenlos auf den Punkt
bringt - und lernt zu allem Überfluss auch noch was.

Na gut, für alle, die jetzt noch nicht ihren Mantel übergeworfen
haben, um zur nächsten Buchhandlung zu eilen: In diesem Buch geht es
ums Schreiben. Darum, wie es geht. Oder besser: darum, wie es auf
keinen Fall und unter gar keinen Umständen geht. Wobei viele
AutorInnen den Unterschied (noch) nicht kennen. Und auch die
Erfahrensten ertappen sich garantiert irgendwann beim Lesen dieses
Buches dabei, wie sie sich verstohlen umsehen, bevor sie hektisch ihr
Manuskript hervorholen, um schnell eine Pappfigur, einen langweiligen
Einstieg, eine peinliche Dialogstelle oder einen haarsträubenden
Wendepunkt im Plot zu bearbeiten.

"Der Autor hat immer Recht." Das ist nur der erste von zahllosen
Merksätzen, die dieses Buch zu einem so hilfreichen Begleiter von
AutorInnen in allen Lebens- und Schreibenslagen werden lässt. Die
Merksätze fassen knackig all das zusammen, was wir AutorInnen
beherzigen sollten, so beispielsweise: "Das Partizip Präsens
benutzend, erweisen Sie sich als besser schreibend" oder "Echte
Freundschaft wird es auch in Zukunft nur zwischen einem Mann und
seinem Hund geben".

Es gäbe noch viel zu sagen - zu den trügerisch altmodisch wirkenden
Cartoons, der bissigen Autorentypologie, die Tempest-LeserInnen
bereits aus ihrem Lieblingsnewsletter kennen, und dazu, dass Stephan
Waldscheidt zu der äußerst seltenen Spezies der begnadeten Satiriker
in unserem Land gehört. Aber jetzt reicht’s wirklich: Los! Kaufen!


Stephan Waldscheidt: "Schreib den verd... Roman!", 2006, 220 Seiten,
21 Euro, Uschtrin Verlag


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INTERVIEW:
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(redaktion at team autorenforum de)


"Ein Gefühl für Sprache, für Spannung und für Charaktere"
Interview mit Christoph Hardebusch


Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Im April 2006 ist Ihr erster Roman,
"Die Trolle", im Heyne Verlag erschienen. "Die Trolle" soll den
Abschluss der Serie um Tolkiens Geschöpfe bilden, in der auch Markus
Heitz und Bernhard Hennen mit "Die Zwerge" und "Die Elfen" bereits
erschienen sind. Tolkiens Universum ist inzwischen ja alleine schon
durch die geniale Verfilmung von Peter Jackson in aller Bewusstsein.
Doch vom Tolkien-Universum schon einmal gehört zu haben oder gar die
Bücher zu kennen, ist noch mal eine ganz andere Sache, als ein Buch zu
schreiben, das in diesem Universum spielt. Wie sind Sie beim
Recherchieren und Schreiben vorgegangen? Sind Sie mehr ein intuitiver
Autor, oder planen Sie jedes Detail im Voraus?

Christoph Hardebusch: Zunächst einmal spielt "Die Trolle" nicht in
Mittelerde. Aber natürlich steckt trotzdem eine Menge Recherche in dem
Buch. Ich arbeite mit einer Mischung, ich plane den groben Ablauf im
Voraus, schreibe aber eher intuitiv.


RRB/TRB: Wie umfangreich war die Zusammenarbeit mit dem Lektorat des
Heyne Verlags?

CH: Sehr umfangreich. Das Team bei Heyne hat mir von der ersten bis
zur letzten Seite geholfen. Mehrere Lektoren haben noch während des
Schreibens die Texte mitgelesen und zeitnah Feedback gegeben. Die
Zusammenarbeit war sehr gut, und ich bin froh, dass Heyne sich so
intensiv um mich gekümmert hat.


RRB/TRB: Hatten Sie Einfluss auf die Wahl des Buchcovers oder auf den
Klappentext?

CH: Nur bedingt. Das Cover ist ja mehr oder weniger durch die
Gestaltung der ganzen Serie vorgegeben, und die Klappentexte wurden
von Heyne verfasst.


RRB/TRB: Wie kamen Sie zum Schreiben? Gab es da ein bestimmtes
Schlüsselerlebnis?

CH: Ehrlich gesagt, bin ich da eher hinein gerutscht. Lesen ist schon
immer eines meiner größten Hobbys gewesen, und es erschien mir nur
natürlich, selber zu schreiben. Meine ersten Werke waren Geschichten
zu Rollenspielcharakteren, und irgendwann habe ich einfach begonnen,
auch Geschichten und Ideen aufzuschreiben. Aber es wirklich
professionell zu versuchen wäre mir nie in den Sinn gekommen, wenn
nicht meine jetzigen Agentinnen an mich herangetreten wären.


RRB/TRB: Wie lange arbeiten Sie im Durchschnitt an einem Roman? Wie
sieht vor allem Ihr Schreiballtag neben ihrem Brotberuf bei einer
Werbeagentur aus?

CH: Rein vom Schreiben her nicht allzu lange, da ich recht schnell
schreibe, wenn ich im Stoff drin bin. Dazu kommt allerdings viel
Arbeit drum herum: Recherche, Plot festlegen, Charaktere entwickeln
und so weiter. Meine Arbeit in der Werbeagentur habe ich für die Dauer
des Schreibens an "Die Trolle" ausgesetzt, das war einfach nicht zu
schaffen. Mein Alltag während des Schreibens war eigentlich recht
einfach: morgens aufstehen, frühstücken, an den Rechner setzen und
schreiben. Normalerweise habe ich einen festen Plan, was ich an diesem
Tage schaffen will. Dann wird geschrieben und überarbeitet, bis ich
zufrieden bin. Je nach Länge kann ich nachmittags schon fertig sein,
oder ich sitze bis spät in die Nacht an dem Text. Mitten in der Arbeit
aufhören, kann ich nicht, weshalb ich so lange schreibe, bis ich von
der Passage überzeugt bin.


RRB/TRB: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Autor, eine gute
Autorin aus?

CH: Ich finde, es liegt im Auge des Betrachters, was ein guter Autor
ist. So mancher auf den Bestsellerlisten gehört für mich nicht dazu,
während man in kleinen Anthologien manchmal wahre Perlen findet.
Generell braucht man als Autor wohl vor allem ein Gefühl für Sprache,
für Spannung und für Charaktere und deren Entwicklung.


RRB/TRB: Sie werden von der Literaturagentur Schmidt und Abrahams
vertreten, die sich auf Sciencefiction, Fantasy und Historische Romane
spezialisiert hat. Was hat Sie dazu bewogen, sich von einer
Literaturagentur vertreten zu lassen? Wie kamen sie zusammen?

CH: Ich war und bin mit meinen Agentinnen privat befreundet und hatte
vorher keinerlei Aspirationen, professionell zu schreiben, da ich
meine Chancen auf Veröffentlichung zu schlecht bewertet hatte.
Irgendwann sprachen sie mich an und baten mich, für sie eines meiner
Konzepte auszuarbeiten. So entstand über einen längeren Zeitraum mein
erster Entwurf für "Sturmboten", der dann Heyne vorgelegt wurde.


RRB/TRB: Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit der Agentur Schmidt und
Abrahams aus?

CH: Die Agentur kümmert sich hervorragend um mich. Sie übernimmt all
die formalen Arbeiten, mit denen man sich sonst herumplagen müsste,
stellt Kontakte zu Verlagen her und vertritt mich dort. Ich glaube,
gerade der Erstkontakt mit einem Verlag ist für einen jungen,
unveröffentlichten Autor die größte Hürde, und es war sehr gut, dass
Schmidt & Abrahams diese für mich genommen haben. Zudem geben mir
meine Agentinnen Hilfestellung beim Verfassen der Texte, was mir sehr
geholfen hat.


RRB/TRB: Wird Ihr Buch auch im Ausland gelesen werden?

CH: Das kann ich noch nicht sagen. Im deutschsprachigen Raum
sicherlich, aber sonst? Es würde mich sehr freuen, aber ich denke,
dass es für deutsche Fantasy schwerer ist, im englischsprachigen Raum
verlegt zu werden, als anders herum.


RRB/TRB: Gibt es sonst noch ein Genre, das Sie als Schriftsteller
reizen würde? Wie sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus?

CH: Sciencefiction würde mich auf jeden Fall auch reizen. Aber ich bin
mit Fantasy sehr zufrieden, sie bietet einem Autor einfach so viele,
schöne Möglichkeiten, seine Ideen zu verwirklichen. Im Moment stehe
ich in Gesprächen über ein neues Buch. Mehr kann ich noch nicht
verraten, außer dass es Fantasy mit einem Einschlag werden soll, der
mir sehr liegt.


RRB/TRB: Welchen Roman (welche Zeitschrift, welche Kurzgeschichte)
lesen Sie gerade? Was hat Sie am stärksten beeindruckt?

CH: Zurzeit lese ich die Autobiographie von Antony Kiedis. Für einen
Red-Hot-Chili-Peppers-Fan wie mich ist sie sehr interessant. Das Buch
bzw. die Serie, die mich momentan am meisten beeindruckt, ist George
R. R. Martins "A Song of Ice and Fire". Wirklich ganz groß und nur zu
empfehlen.


RRB/TRB: Ihr Rat für angehende Autoren?

CH: Wenn man einen Verlag sucht, sollte man die Finger von Book on
demand und Druckkostenzuschuss-Verlagen lassen. Eine Agentur kann den
wichtigen Erstkontakt einfacher herstellen. Ansonsten gilt: Sich
Feedback von ehrlichen Freunden einholen und nicht aufgeben.


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INTERVIEW:
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(redaktion at team autorenforum de)


"Das Lesen schreibt die schönsten Geschichten"
Interview mit Olaf Kutzmutz
von der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel


Ursula Schmid-Spreer: Wie lange gibt es die Akademie schon?

Olaf Kutzmutz: Seit zwanzig Jahren, wir feiern im April unser
Jubiläum.


USS: Wie viele Angestellte hat die Akademie?

OK: Die Akademie hat zwanzig Angestellte, dazu jeweils einen jungen
Mann oder eine junge Frau, die bei uns ihr "Freiwilliges soziales Jahr
im kulturellen Bereich" verbringen.


USS: Welche Schwerpunkte werden angeboten?

OK: Wir bieten Kurse und Tagungen in fünf Programmbereichen an:
bildende Kunst, Musik, Museum, Theater und Literatur. Dazu kommt eine
Rubrik kulturpolitischer Diskurs.


USS: Welche Klientel möchten Sie überwiegend ansprechen?

OK: Offiziell und laut Satzung klingt unser Auftrag so: "Der Verein
dient der Weiterbildung von haupt-, neben- und ehrenamtlichen Kräften,
die kulturelle Bildung [in den oben genannten Programmbereichen] in
der Bundesrepublik Deutschland einschließlich Berlins vermitteln." Wir
haben das zu einem einfachen Slogan verdichtet, der für die Akademie
als "Ort für Kunst, Kultur und ihre Vermittler" wirbt.


USS: Wer pflegt die Webseite?

OK: Wir haben für unseren Webauftritt unter
http://www.bundesakademie.de einen EDV-Assistenten, René Schaaf, der
sich um die Website, Mailings und viele andere technische Dinge
kümmert.


USS: Welche Idee stand dahinter? Kurse gibt es auch an den
Volkshochschulen! Worin besteht der Unterschied zwischen der Akademie
und einer Volkshochschule?

OK: In den siebziger Jahren war es ein politischer Wunsch, neben den
Bundesakademien in Trossingen und Remscheid eine weitere im Norden
Deutschlands zu schaffen. Es dauerte rund zehn Jahre, bis feststand,
dass diese Akademie in Wolfenbüttel ihren Sitz finden sollte. Damals
gab es noch die so genannte Zonenrandförderung für solche Vorhaben,
was für die Finanzierung des Unternehmens den Ausschlag für
Wolfenbüttel gab.

Wir möchten die Angebote der Volkshochschulen nicht verdoppeln.
Deswegen sind unsere Kurse und Tagungen so gemacht, dass sie in der
Regel Teilnehmer erfordern, die bereits Volkshochschulerfahrung oder
Vergleichbares hinter sich haben. Ich rate deshalb bei Telefonaten
lieber von einer Teilnahme ab, wenn nicht die entsprechenden
Voraussetzungen vorliegen. Zudem sind viele Kurse nur besuchbar, wenn
vorher Arbeitsproben eingesandt werden, auf deren Basis die
Teilnehmergruppe zusammengestellt wird. Wir verstehen jede Anmeldung
bei uns erst einmal als Bewerbung um einen Seminarplatz. Das klingt
elitär, dient aber dazu, die Qualität zu halten, für die unsere
Akademie ins Leben gerufen wurde und mittlerweile bekannt ist.


USS: Bekommen Sie Zuschüsse vom Land Niedersachsen?

OK: Wir werden vor allem vom Land Niedersachsen subventioniert,
darüber hinaus erhalten wir eine Projektförderung vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung. Darüber hinaus bekommen
wir Zuwendungen von Stiftungen und / oder Kooperationspartnern. Den
Rest erwirtschaften wir durch Teilnehmerbeträge. Was wären wir ohne
diese Zuschüsse? Wenn die Akademie betriebswirtschaftlich geführt
werden müsste, wären die Teilnehmerbeiträge fünfmal so hoch, statt 150
dann rund 800 Euro für ein Wochenende. Der politische Wille hinter der
Subvention ist eindeutig: Fortbildung soll erschwinglich sein, aber
durchaus nicht umsonst angeboten werden. Denn was nichts kostet ...


USS: Der Veranstaltungsort ist sowohl das Schloss als auch die
Schünemannsche Mühle. Wurde sie renoviert und als Tagungsort umgebaut?

OK: Wir haben das große Glück, mit der Schünemannschen Mühle ein
eigenes Gästehaus mit 35 Zimmern und attraktiven Seminar- und
Tagungsräumen zu haben. Die Renovierung der Mühle Anfang der neunziger
Jahre ist sowohl in praktischer wie in architektonischer Hinsicht als
Glücksfall zu betrachten. Und im Schloss arbeiten zu dürfen, ist schon
ein tolles Gefühl. Hinter historischer Fassade erwarten die Teilnehmer
Seminarräume mit angenehmer Atmosphäre, die über den neuesten
technischen Standard verfügen. Bei rund 140 Veranstaltungen, die wir
pro Jahr anbieten, sind wir froh, auf derart viele Räume zurückgreifen
zu können.


USS: Sie sind Programmleiter für Literatur. Welche Position haben Sie
noch inne?

OK: Der Beruf an der Akademie lässt nicht viel Zeit für anderes. Bei
rund zwei Dutzend Kursen und Tagungen im Jahr wundert das kaum. Ein
großer Teil der sonstigen Zeit geht für Buch- und Publikationsprojekte
ab. Wir haben an der Akademie eine Reihe "Wolfenbütteler
Akademietexte", die vor allem Tagungen und Sonderprojekte
dokumentiert. Dort sind so unterschiedliche Projekte vertreten wie das
mit Andreas Eschbach und Klaus N. Frick herausgegebene Sciencefiction-
Experiment "Wolf N. Büttel: Sie hatten 44 Stunden. Roman und
Dokumentation" oder der mit Adrian La Salvia betreute Band "Halbe
Sachen. Wolfenbütteler Übersetzergespräche IV-VI. Erlanger
Übersetzerwerkstatt I-II". Beide Bände erscheinen demnächst.


USS: Sie haben vorher als Journalist für Zeitung und Fernsehen
gearbeitet. Was hat Sie bewogen, zur Akademie zu gehen?

OK: Hier sah ich eine Chance, meine Neigungen zum Beruf zu machen. Ich
hatte vor der Stellenausschreibung nie etwas von dieser Akademie
gehört und erst im Laufe der Zeit gemerkt, was sich von Wolfenbüttel
aus alles für die Literatur tun lässt. Das gibt mir auch nach sieben
Jahren noch die Energie, mit Eifer die Sache der Literatur zu
betreiben und nach neuen Themen und alternativen Formen der
Vermittlung zu suchen. Der große Reiz an dem Job: die unendlichen
Möglichkeiten, Programme zu gestalten. Und das nicht zuletzt durch
einen Direktor, der uns bei dieser Arbeit freie Hand lässt.


USS: Was haben Sie studiert? Worin Ihren Doktor gemacht?

OK: Deutsche Philologie vor allem, daneben Kunstgeschichte und
Philosophie. Bei Karl Heinrich Hucke habe ich über einen Dramatiker
des frühen 19. Jahrhunderts unter dem Titel "Grabbe. Klassiker ex
negativo" promoviert.


USS: Schildern Sie uns bitte Ihren Arbeitsalltag!

OK: Nicht jeder Tag verläuft gleich, auch wenn es freilich Routinen
gibt. Derzeit beschäftigt mich zum Beispiel die Vorbereitung von zwei
Tagungen. Da müssen bei der einen Tagung kurz vorher noch alle
Referenten abtelefoniert, bei der anderen ein Flyer mit Hochdruck in
Auftrag gegeben werden. Der fiktive Standardtag könnte so aussehen:

9.30 Uhr: Mails checken, Telefonate
10.30 Uhr: Was ist an Papierpost eingegangen?
12 Uhr: Briefe und Mails schreiben, Ideen notieren
13.30 Uhr: Gespräch mit meiner Sachbearbeiterin über die Kurse der
nächsten Zukunft
15 Uhr: Redigieren eines Aufsatzes
17 Uhr: Internetrecherche zu einer Tagung
18 Uhr: Antwort auf weitere Mails

Bei Seminartagen sieht alles ein bisschen anders aus. Da geht der
Dienst schnell mal bis Mitternacht oder länger. Da Arbeit und Freizeit
in meinem Beruf jedoch nicht streng getrennt sind, ist das letztlich
kein Problem. Zudem hängt die Arbeit stark von saisonalen Faktoren ab,
ob mich gerade die heiße Phase der Programmplanungen vereinnahmt, eine
Tagung vor der Tür oder Praktikanten ins Haus stehen.


USS: Wie arbeiten Sie an den Veranstaltungen im Jahresprogramm mit?

OK: Ich bin verantwortlich für die Programmideen, nehme mitunter aber
Vorschläge auf, die von außen an mich herangetragen werden. Gemeinsam
mit den Gastdozenten stimme ich den Text fürs Jahresprogramm und zu
gegebener Zeit die Kurse ab. Fast alle Kurse laufen kooperativ, das
heißt, ich wirke entweder als Co-Dozent oder zumindest als Moderator
mit. Den einen oder anderen Kurs leite ich auch selbst. Die große
Bandbreite unserer Kurse ist nur dadurch möglich, dass wir in der
Regel mit Gastdozenten arbeiten, die ihren Bereich in hervorragender
Weise vertreten.


USS: Welcher Kurs liegt Ihnen besonders am Herzen?

OK: Der nächste Kurs ist immer der schönste? Das stimmt nicht ganz,
aber ich habe das Glück, meine Arbeit stark selbst zu bestimmen. So
gibt es keine Kurse, die man gar nicht mag, und sehr viele, auf die
ich mich schon freue. So auf die beiden Tagungen zu "Autor und Markt"
und "NON FICTION" (2./3. Mai) zum Sachbuchschreiben sowie Kurse mit
Ingo Schulze und Harald Martenstein im Oktober.


USS: Woher beziehen Sie Ihre Ideen für die Kurse?

OK: Offene Ohren, offene Augen und eine Grundhaltung, auch scheinbar
unmögliche Projekte zu probieren. So möchte ich gern einmal McDonald’s
als Kooperationspartner für ein Schreibprojekt für junge Menschen
gewinnen ("Mein erster Burger") oder Politiker im Bundestag das
"Deutsche Literaturabzeichen (DLA)" machen lassen, ein Format, das wir
im Februar an der Akademie ausprobiert haben. Generell denke ich bei
so manchem Projekt an die Breitenwirkung, denn inhaltlich gute Arbeit
und Popularität müssen sich nicht ausschließen. So ist beim DLA die -
jetzt nicht mehr heimliche - Strategie: Wenn die Politiker erst einmal
das Abzeichen gemacht haben, dann werden auch die Schulen leichter
nachziehen. Denn das DLA ist wie gemacht für Schreibprozesse, bei
denen man etwas lernt und noch jede Menge Spaß hat.


USS: Schreiben Sie selber auch?
OK: Ich veröffentliche vor allem Literatur über Literatur. Mein
Schwerpunkt ist mittlerweile die Literatur der Gegenwart, was mit
meinem Beruf an der Akademie zu tun hat. Derzeit arbeite ich an einer
Biographie zu Jurek Becker und mit Stephan Porombka an einem Band
"Lauter Lehrmeister. Geheimpapiere aus der Dichterschule", der im
Frühjahr 2007 bei Luchterhand erscheint.


USS: Bei Veranstaltungen, die Sie mit moderieren, bleiben Sie oft noch
in der geselligen Runde sitzen. Brauchen Sie den Kontakt zu den
Teilnehmern? Was nehmen Sie davon an Ihren Schreibtisch mit?

OK: Für mich gehören die Gespräche mit den Teilnehmern zur Arbeit
dazu. So erfahre ich genauer, mit wem ich es zu tun habe und wie ein
Kurs ankommt. Bei aller Nützlichkeit solcher Gespräche gibt es aber
auch eine andere Dimension: Zu manchen Teilnehmern, die häufiger zu
uns kommen, hat sich über die Jahre fast schon eine Freundschaft
entwickelt.


USS: Welchen Rat geben Sie Autoren mit auf den Weg?

OK: Das Lesen schreibt die schönsten Geschichten. Also, ran an den
Bücherschrank und wild kopieren - bis es etwas Eigenes wird.


USS: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

OK: Wie fast jeder: die Wunschmaschine. Die anderen zwei Wünsche
könnte ich dann großherzig spenden. Und wenn ich mich nicht so billig
von dieser Frage verabschieden würde: eine Welt, in der jeder die
Akademie kennt, den ihre Angebote interessieren.


USS: Was wünschen Sie sich von den Teilnehmern?

OK: Ein dickes Fell für Textkritik und den Mut, selbst eine Sprache
der Kritik auszuprobieren.


USS: Ihr Leitmotto:

OK: ... und gib uns das ewige Lesen.


USS: Vielen Dank, Herr Kutzmutz, für die Zeit und das ausführliche
Gespräch!


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VERLAGSPORTRAIT:
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(redaktion at team autorenforum de)

Maximilian Dietrich Verlag
Inhaber: Jürgen Schweitzer
Weberstraße 36
87700 Memmingen
Telefon: (0 83 31) 28 53
Fax: (0 83 31) 49 03 64
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.maximilian-dietrich-verlag.de/index.htm


Verlagsgeschichte

1949 gründete Maximilian Dietrich in Ziemetshausen einen Verlag. Wenig
später zog der Verlag nach Memmingen. Der spätere Inhaber, Herr Curt
Visel, gründete seine Kunst Edition. 2002 wurden beide Verlage durch
Jürgen Schweitzer übernommen. Jürgen Schweitzer ist hauptberuflich
Verleger und hat noch einen zweiten Verlag (Edition Curt Visel - ein
Verlag für Buchillustration und Druckgraphik, u. a. Zeitschrift
"Graphische Kunst").


Programm und Philosophie

Früher hatte der Verlag ein allgemein belletristisches Sortiment. Er
verlegte das Komplettwerk der lettischen Schriftstellerin Zenta
Maurina. Heute gibt Herr Schweitzer überwiegend Regionalia aus dem
Allgäu und einige Krimis aus der Region heraus. Es sind hauptsächlich
illustrierte Bücher.

Eine Auswahl der AutorInnen, die bisher verlegt wurden: Volker
Klüpfel, Michael Kobr, Brigitte Mauderer, Reiner Nothelfer, Robert
Naegele; illustrierte Bücher zu Dostojewskij, Voltaire, Jean Paul,
August Bürger, Christian Morgenstern, Theodor Fontane, Friedrich
Dürrenmatt, Franz Kafka, Heinrich Heine, Annette von Droste-Hülshoff.


AutorInnen gesucht

Jürgen Schweitzer sucht AutorInnen, hauptsächlich im Bereich
Regionalia und Biographien. Er wünscht sich immer neue Ideen - und
dass die Manuskripte nicht langweilig sind. Es gelten die klassischen
Konditionen im Buchverlag.


Zukunftspläne, Perspektiven

Der Verleger möchte noch viele Bücher im Regionalbereich Allgäu und
Krimis herausgeben.

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Ursula Schmid-Spreer ist Lehrerin für Gesundheitsberufe (Zahnmedizin).
Sie schreibt gerne Briefe, Tagebuch und Kurzgeschichten. In
Anthologien und Literaturzeitschriften sind Geschichten von ihr
publiziert worden. Das Märchenbuch "Florian Floh" wurde im Thomas-
Rüger-Verlag, Nürnberg, veröffentlicht. Auch organisiert sie
Autorentreffen und Stammtische und gibt Kurse in kreativem Schreiben.


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VERANSTALTUNGSBERICHT:
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(redaktion at team autorenforum de)


"Eindrücke von der Leipziger Buchmesse 2006"
von Heike Reiter und Ursula Schmid-Spreer


"Warum ist es so wichtig, dass wir lesen lernen? Damit wir uns
beschäftigen können, wenn der Fernseher mal kaputt geht."


Geduld und Gelassenheit sind angesagt

Die Wahrscheinlichkeit, dass man zu Fuß in einen Stau gerät, ist eher
gering. Wenn aber Menschen und Bücher aufeinander treffen, steigt
diese Wahrscheinlichkeit sprunghaft an. 126.000 Besucher, das sind 17
% mehr als letztes Jahr, schoben sich durch die Hallen. Da kann es
passieren, dass man vom Messeeingang bis zum Verlagsstand der Wahl
schon einmal eine Dreiviertelstunde unterwegs ist und dabei die meiste
Zeit in einem schier unendlichen Menschenwurm steckt. Geduld ist also
angesagt und eine gute Portion Gelassenheit. Beides ist auch dann
empfehlenswert, wenn sich Hunger, Durst oder dringendere Bedürfnisse
einstellen.

"Die Erwartungen wurden übertroffen", sagte Wolfgang Marzin,
Vorsitzender Geschäftsführer der Leipziger Messe GmbH. Auch der
Börsenverein des deutschen Buchhandels zeigte sich äußerst zufrieden,
denn nicht nur der Umsatz bei den Kinderbüchern ist um 15 % gestiegen.


Verlagsbesuche

Unser Ziel war es dieses Jahr, kleinere Verlage aufzusuchen. Wirklich
alle ließen sich auf Gespräche ein und erzählten über Gründung,
Werdegang und Philosophie ihrer Verlage. Manche gaben unumwunden zu,
dass sie Autoren an den Druckkosten beteiligen, manche lehnten es
vehement ab. Und dann gab es noch Verlage, die sich in einer Grauzone
bewegen. Belletristik, die sich gut verkaufen lässt, finanziert der
Verlag; Lyrikbändchen oder individuelle Sachbücher wie "Das
Schlafverhalten der dreibeinigen Wüstenrennsemmel" müssen größtenteils
vom Autor finanziert werden. Alle kleinen Verlage versicherten
glaubhaft, sich intensiv um den Vertrieb zu kümmern und Lesungen zu
organisieren. So auch der DüsselArt Verlag von Frau Kerpen, die ihre
Autorin Heike Reiter zu einer Lesung anmeldete, die im Forum "Leipzig
liest" stattfand.

Dort ist der Geräuschpegel hoch, die Luft stickig. Durch die Gänge
links und rechts des Forums schlängelt sich der Menschenwurm. Das
Forum aber ist wie eine kleine Welt in sich. Wie eine Insel im Trubel
liegt es da. Ein bisschen Dekoration, ein Lesepult mit Mikrofonen, ein
paar Trennwände - das ist eine Oase inmitten der Hektik. Hier setzt
man sich gern hin, vergisst die schmerzenden Füße und den
überbeanspruchten Rücken. Man lässt sich von den Lesenden entführen
und hört zu. Die Zuhörer kommen so zahlreich, dass die
Sitzgelegenheiten knapp werden. Manche sitzen auf dem Boden, andere
bleiben stehen. Ein schönes Gefühl, in diesem Rahmen vor so vielen
interessierten Zuhörern lesen zu können!


Kurzeindrücke

Halle 3: das Comic Paradies. Es hatte sich schnell herum gesprochen,
dass für verkleidete Besucher der Eintritt kostenfrei war. So sah man
nicht nur im Comic-Salon kostümierte Menschen. Kleine Darth Vaders,
Roboter und Draculas machten aus der Buchmesse ein farbenprächtiges
Spektakel.

Ferne Länder: Verlage aus Island, den Niederlanden, Russland, Polen
und noch vielen anderen Ländern boten ihre Bücher in den jeweiligen
Landessprachen an. Auch Lesungen gab es - ebenfalls in Landessprache.
Die Stiftung Buchkunst Frankfurt hatte dies möglich gemacht.

Rings um eine Leseinsel konnte man die Verlagsprogramme junger
unabhängiger Verlage bestaunen. Die Leseinsel wurde mit Unterstützung
des Einrichtungshauses Smow! gebaut. Kookbooks gewann den mit 5.000
Euro dotierten Förderpreis als bester Newcomer der Branche.


Messeschluss

18:00 Uhr: Kurz vor Messeschluss wurde es ruhiger. Der Menschenwurm
wurde dünner. Die Hallen schienen zu wachsen. Über der Glashalle ging
die Sonne unter und tauchte alles in einen zarten, fast kitschig
wirkenden rosafarbenen Schein. An den Ständen wurde aufgeräumt. Nur
wenige Besucher schlenderten noch durch die Gänge. Über Lautsprecher
wurde das Ende des Messetages verkündet.

Nun brachen auch die Aussteller auf. Durch die nahezu leeren Gänge
ging es hinunter zum Ausgang. Wie entvölkert lag alles da. Ein Traum,
das Messegelände fast für sich allein zu haben! Ein Traum in der Tat,
denn am Ausgang, bei den Garderoben und an der Straßenbahnhaltestelle
war er dann plötzlich wieder da, der riesige, nicht enden wollende
Menschenwurm ...

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Heike Reiter, geb. 1969, Veröffentlichungen u. a. in Anthologien,
Literaturzeitschriften und Hörfunk. Romane: "Jenseits des
Wächtersteins" 2003, "Traumscherben" 2004, "Im Bann der Flöte" 2006,
Kurzgeschichtensammlung "Der Juwelengarten" 2006 - alle DüsselART
Verlag, www.heikereiter.here.de.


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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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(redaktion at team autorenforum de)


Immer wieder fragen mich Leser, was eigentlich Schreibseminare bringen
- außer Geld für den Veranstalter, Sex mit Fremden für den Kursleiter
und Frustration für die Teilnehmer (vor allem für die, die keinen Sex
mit dem Kursleiter hatten). Lohnt es sich für einen aufstrebenden
Autor, dafür mehrere hundert Euro auszugeben?

Ich wollte mir ein solches Seminar einmal etwas genauer ansehen und
habe mich zu diesem Zweck unter falschem Namen (und mit falschen,
buschigen Augenbrauen) für den zweitägigen Workshop "Lyrik-Schreiben
mit beiden Hirnhälften" in der alten Klosterscheunenschule Brunsbüttel
angemeldet. Veranstalter: Die Bunte Akademie; Leistungen: 1
Übernachtung, 1 Frühstück, 2 Mittagessen, 1 Abendessen, Kaffee, Kuchen
und nicht alkoholische Getränke sowie Gurkensalat satt; Kosten: 279
Euro.

Der erste Eindruck: uninspirierend. Wer nicht aus sich selbst schöpfen
kann, wird dem tristen Tagungsraum nichts literarisch Verwertbares
abgewinnen. Ein typisches Klassenzimmer mit Stühlchen für Erstklässer,
auf der Klapptafel vorne ist die Hoffnung von Grün in Grau
umgeschlagen. In der Ecke hinten steht noch ein Schüler, der, wie er
mir erzählt, von seiner Lehrerin dort vergessen wurde. Vor siebzehn
Jahren. Seither lebt der junge Mann, der sich selbst als "etwas zu
autoritätshörig" beschreibt, von den Abfällen der Seminarteilnehmer
und dem, was ihm Pilger bringen, die ihn für einen Heiligen halten.
Dabei sei er, wie er mir flüsternd verrät, einfach nur ein ungezogener
Schüler, der seiner Lehrerin eine Reißzwecke auf den Stuhl gelegt hat.

Nach und nach tröpfeln die Teilnehmer ein, vornehmlich Frauen im
besten Alter zwischen siebzehn und siebenundsechzig, dicke, dünne und
eine Schwarzhaarige, die nie ihre Sonnenbrille abnimmt. Außer mir ist
nur noch ein Mann mit von der Partie, ein ausgezehrter, ganz in Trauer
gewandeter junger Kerl, dessen Blick ebenso zittert wie seine Finger.
Er riecht nach Zigarettenrauch und Verzweiflung. Die Frauen sehen
dagegen recht fidel aus - gegen Shaking Stevens hier sähe wohl jeder
recht fidel aus. Man kommt schnell ins Gespräch, wie heißt du, wo
kommst du her, hast du schon veröffentlicht, wie finde ich einen
Verlag , warum hat mein Mann kein Verständnis für meine Schreiberei,
fandest du das letzte Buch von Irving auch so scheiße, ist der
Gurkensalat gut, hoffentlich kommen noch ein paar richtige Männer, der
Seminarleiter soll ja echt süß sein.

Dann betritt der Seminarleiter den Raum. Es ist eine Sie.
"Doktor Brunner ist leider krank geworden", sagt die Mittvierzigerin
und setzt sich hinters Pult, nicht ohne vorher den Stuhl eingehend zu
untersuchen. Die Frauen im Raum stöhnen verhalten.
"Frau Kellermeister?", wimmert der junge Mann aus seiner Ecke.
"Benno?", ruft Frau Kellermeister. "Bist du das?"
"Ja. Darf ich mich jetzt bitte setzen? Ich bin auch ganz brav."
"Nein."
Der schneidende Klang dieses Wortes gibt den Ton der kommenden zwei
Tage vor. Ich mag starke Frauen, bin aber nicht nur mit dieser Meinung
unter den Teilnehmern isoliert.
Frau Kellermeister entpuppt sich als gute Lehrerin, auch als eine
gerechte. Jeder von uns muss mal in die noch freie Ecke, darf dann
aber meistens schon nach einer halben Stunde zurück auf seinen Platz.
Als Frau Kellermeister meine Taschen filzt, bin ich froh, dass ich
keine Reißzwecken dabei habe.

Wir beginnen mit Gedichten, die sich reimen. Frau K. wirft einen Vers
in den Raum, wir müssen einen Vers erfinden, der sich darauf endreimt.
So vergeht die erste Stunde. Der Gurkensalat in der Pause ist
exzellent (mit frischem Dill!). Eine Teilnehmerin, eine schüchterne
Blondine mit einer Vorliebe für experimentelle Haikus, teilt ihre
Portion mit Benno in der Ecke.

Nach der Pause erfahren wir alles über das menschliche Hirn, zumindest
alles, was Frau Kellermeister für wissenswert erachtet, was nicht sehr
viel ist. Ich lerne, dass Männer sich auf einen Teil ihres Hirns
beschränken und sich so optimal auf eine Aufgabe konzentrieren können,
während bei Frauen immer mehrere Bereiche des Großhirns aktiv sind.
Die Schwarzhaarige mit der Sonnenbrille applaudiert. Irgendwo habe ich
die Frau schon mal gesehen. Benno ist der Gurkensalat nicht bekommen,
und er fragt, ob er mal raus darf.
"Nein", sagt Frau Kellermeister.
Unser aller Mitgefühl ist bei dem jungen Mann, aber wir können ihm
nicht helfen.

Endlich gibt es Kaffee und Kuchen sowie Gurkensalat (mit frischer
Petersilie!). Man unterhält sich angeregt, erste Telefonnummern werden
ausgetauscht. Meine will niemand haben, was mir nur recht ist. Wie Sie
wissen, kann ich Autoren nicht ausstehen. Frau Kellermeister hingegen
... Mir gefallen ihre Beine unter dem viel zu engen Ledermini. Die
schüchterne Blondine - sie heißt Margit - teilt ihren Bienenstich mit
Benno. Zum ersten Mal höre ich Benno kichern.
Ich gehe zur Kellermeisterin (wie wir unsere Lehrerin inzwischen
insgeheim nennen) und nicke zu den beiden in der Ecke hinüber.
"Finden Sie nicht, dass der arme Kerl mal eine Pause verdient hätte?"
"Nein", sagt die Kellermeisterin und rammt sich ein Stück Herrentorte
mit solcher Gewalt in den Mund, dass ich mich wundere, als sie die
Gabel unversehrt herauszieht. "Ich habe Sie durchschaut", sagt sie
dann und blinzelt mir zu.
Ich kann nicht leugnen, dass ob dieses Belegs für meine Bekanntheit in
der Szene der literarischen Connaisseure meine Brust voller Stolz
anschwillt, die rechte meiner falschen Augenbrauen juckt.
"Sie wissen, dass ich Honeyball Lektor bin?"
"Wer?", flüstert Sie. "Nein. Ich weiß, dass du scharf auf mich bist."
Dann ist die Pause zu Ende.

Die Stunde wird hart. Mir stößt der Gurkensalat auf, und die
Kellermeisterin ignoriert mich. Dafür hat sie die arme Margit auf dem
Kieker, die Benno immer wieder schüchterne Blicke zuwirft. Beim
dritten schüchternen Blick platzt der Kellermeisterin der Kragen und
sie legt die arme Margit übers Knie. Margit trägt eine geblümte
Baumwollunterhose, auf der die Schläge nur verhalten klatschen. Im
Unterricht geht es um irgendetwas mit Sonetten und um die
Hirnanhangdrüsen-Verwandtschaft von Rilke und Ringelnatz. Die
Schwarzhaarige mit der Sonnenbrille stellt daraufhin eine krude
feministische Theorie auf, in der Braunbären, Restaurants und die
russische Raumstation vorkommen. Ich muss ein Gedicht über die im Wind
wogenden Wipfel der Weiden schreiben. Ich hasse Gedichte; Gedichte
hassen mich. Als ich es vorlese, kichert eine dicke Dichterin, deren
nackte Unterarme so beängstigend schwabbeln wie ihre Brüste. Ich werde
sie mal zu mir zum Essen einladen, nur sie und ich und mein großes
Tranchiermesser (vulgo: Motorsäge).

Der erste Tag ist zu Ende. Abendessen. Angeregte Unterhaltung.
Frischer Gurkensalat (mit Kerbel!). Margit fehlt. Wir können uns
denken, wo sie ist. Die Kellermeisterin ignoriert mich weiter, nur um
zum Dessert (Eis Fürst-Pückler-Art mit Obstsalat aus der Dose) auf
einen der leeren Plätze neben mir zu rutschen und mir eine Nummer ins
Ohr zu flüstern: "Fünf."
"Ist das deine Zimmernummer?", flüstere ich zurück.
"Das ist das, was ich heute Nacht von dir erwarte, Freundchen."
Ich verzichte auf das Dessert.

Margit sieht beim Frühstück müde, aber glücklich aus. Ich will nicht
wissen, wie ich aussehe. Vom Geruch des Gurkensalats wird mir übel,
dennoch reiche ich der Dicken mit den nackten Unterarmen - Barbara -
mehrmals Butter und Konfitüre. Ich mag mein Fleisch durchwachsen.

Die Stunden ziehen sich. Die Kellermeisterin ignoriert mich. Zum
Glück. Ich ignoriere den Unterricht, lächle Barbara zu, während ich im
Kopf Kochrezepte wälze. Spickbraten? Oder lieber ein Irish Stew à la
Joyce? Die mit der Sonnenbrille beobachtet mich. Vielleicht sollte ich
sie auch gleich einladen. Margit hat ihren Stuhl zu Benno geschoben.
Sie halten Händchen. Irgendwie geht der Tag zu Ende. Zum Abschluss
hält Margit bei der Kellermeisterin um Bennos Hand an. Er könne sich
nicht selbst versorgen, ohne Schulabschluss, er brauche sie. Die
Kellermeisterin zeigt für diesen altruistischen Gedanken wenig
Verständnis. Nach einer erneuten Abreibung (Margit trägt eine
zartblaue Seidenunterhose) wird die schüchterne Blondine von der
Kellermeisterin in die andere Ecke gestellt, Gesicht zur Wand. Wir
anderen gehen, die Kellermeisterin löscht das Licht. Ich denke an die
beiden Königskinder in ihren Ecken.

"Ich werde ein Gedicht schreiben", raunt der junge Mann in Schwarz mir
zu, der während der beiden Tage kein Wort gesagt hat. "Über die beiden
Liebenden in dem dunklen Klassenzimmer. Es waren zwei Königskinder,
die hatten einander so lieb ..." Ich lasse ihn stehen, steige in mein
Auto und will nach Hause fahren.
Unter dem Scheibenwischer klemmt ein Zettel. Es ist ein Gedicht.

Deine Gräuel sind zu Ende
Ab Morgen siehst du nur noch Wände
Und vor dem Fenster Gitterstäbe
Als ob es keine Freiheit gäbe

Von Barbara? Der Kellermeisterin? Keine meiner Hirnhälften fühlt sich
angesprochen. Ich schaue auf und blicke in die Mündung einer Pistole.
Wer die Waffe auf mich richtet, in der anderen Hand eine schwarze
Perücke, die Sonnenbrille auf der Stirn, ist niemand anderes als diese
untalentierte Biggi Bäumchen, die mir bereits meine Stellung beim
Tempest streitig gemacht hat.

"Honeyball Lektor, ich nehme Sie vorläufig fest wegen des Verdachts
auf Autorenmord in siebenundvierzig Fällen. Hände aufs Steuer, dort,
wo ich sie sehen kann."
"Was ... Wer sind Sie?"
"Hauptkommissarin Birgit Baum, verdeckte Ermittlerin der Soko
’Autorenkannibale’. Raus aus dem Wagen. Das Spiel ist aus."

(Fortsetzung folgt?)

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Stephan Waldscheidt, freier Autor. Druckfrisch bei Uschtrin: "Schreib
den verd... Roman!. Die simple Kunst, einen Bestseller zu verfassen.
Ein Anti-Ratgeber." Hardcover, 220 Seiten. "Witzig. Klug. Für Leute
wie mich, die ihren Beruf zu ernst nehmen, das ideale
Entspannungsbuch. Ich habe gelacht und dazugelernt." (Titus Müller).
Leseproben, Cartoons und mehr auf http://www.waldscheidt.de/sdvr/.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für
Literaturagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind
daher zwecklos.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


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Fandom: Thomas Kohlschmidt
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Kinderbuch: Gabi Neumayer
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Kriminalistik: Nikola Hahn
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Lesungen: Rüdiger Heins
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Lyrik: Martina Weber
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Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
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Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
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Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
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Schreibgruppen: Ute Hacker
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Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
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Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
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Übersetzung: Barbara Slawig
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Verlagswesen: Bjørn Jagnow
verlagswesenat experte autorenforum de



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FRAG DIE EXPERTIN FÜR LYRIK:
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Martina Weber (lyrikat experte autorenforum de)


Frage:
Früher veröffentlichte ich häufig Gedichte in der Samstagsbeilage
einer Regional-Tageszeitung. Das wurde auch gut honoriert und die
Redaktion nahm oft und gerne Sachen von mir. Leider wurde diese Rubrik
dann eingestellt. Gibt es andere Zeitungen mit dieser Möglichkeit? Wie
komme ich da an Informationen? Man hat ja bei den vielen nicht den
Überblick und kann nicht alle anschreiben. Lohnt es sich, Zeitungen
wie z. B. der ZEIT einmal etwas zu schicken, oder kann man das bei so
einer Zeitung gleich vergessen, wenn man nicht schon bekannt ist?


Antwort:
Da ich selbst keine Erfahrungen mit der Veröffentlichung von Lyrik in
Tageszeitungen habe, habe ich in meinem literarischen Umfeld
herumgefragt: Niemand konnte mir einen Hinweis geben. Deshalb kann ich
Ihnen leider keinen konkreten Tipp geben, welche Tages- oder
Wochenzeitungen Gedichte suchen und den Abdruck honorieren. Ich
fürchte, es gibt eine allgemeine Tendenz, die Lyrik aus Tageszeitungen
herauszuhalten. Wenn ich Lyrik in Tages- oder Wochenzeitungen lese,
stammt sie fast immer von etablierten Lyrikerinnen oder Lyrikern. Der
Nachwuchs wird hier leider nicht gefördert.

Wenn Sie aber selbst aktiv werden und bei einzelnen Tages- und
Wochenzeitungen nachfragen möchten, ob Interesse an der
Veröffentlichung von Gedichten besteht, kann ich Sie auf die
Zusammenstellung der Tages- und Wochenzeitungen in dem von Sandra
Uschtrin und Michael Joe Küspert herausgegebenen "Handbuch für
Autorinnen und Autoren" verweisen (6. Auflage, Seite 222 bis 228).
Hier finden Sie jeweils Post- und Internetadressen sowie Telefon- und
Faxnummern.

Vermutlich wird der Abdruck von Gedichten in Zeitungen bezahlt. In
Literaturzeitschriften und Anthologien ist dies selten der Fall.
Entweder wird dies damit begründet, dass die Redakteure und / oder
Herausgeber der Zeitschrift auch nichts verdienen, oder etwas
fadenscheinig damit, dass man Lyrik schon deshalb nicht angemessen
bezahlen kann, weil sie unbezahlbar sei.

Wenn jemand der Tempest-LeserInnen eine Idee hat, wie man die Lyrik
wieder in Tageszeitungen hineinbekommt oder welche Tageszeitungen
nicht etablierten Lyrikerinnen und Lyriker eine Chance zur
Veröffentlichung geben, wäre ich für einen Hinweis dankbar.

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Martina Weber ist Autorin und Herausgeberin des im November 2004
erschienenen Buches "Zwischen Handwerk und Inspiration. Lyrik
schreiben und veröffentlichen". Inhaltsverzeichnis, Cover etc. s.
www.uschtrin.de/weber.html, Rezension s. www.titel-forum.de (Rubrik
Lyrik). Einige ihrer Gedichte finden sich unter
http://www.poetenladen.de/martina-weber.html.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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Bjørn Jagnow (verlagswesenat experte autorenforum de)


Frage:
Im vergangenen Jahr schrieb ich das Magazin [...] an und fragte nach,
ob generell Interesse an der Veröffentlichung von Kurzgeschichten
bestünde. Dies wurde bejaht. Als ich daraufhin drei meiner Arbeiten
zur Durchsicht zusandte, erhielt ich lediglich eine
Empfangsbestätigung mit der Bitte, eine Kurzvita zuzusenden, die bei
eventueller Publikation einer meiner Storys erscheinen würde. Ich
mailte die Vita und hörte danach nichts mehr vom Verlag. - Einen Monat
später - ich war gerade im Urlaub - traf folgende Mail bei mir ein:

"Hallo, habe gerade die neue [...] aus der Druckerei erhalten. Teil
mir doch bitte deine Adresse mit, damit ich dir ein Beleg-Exemplar
zuschicken kann!"

Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, war ich mehr als
überrascht. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal, auf welche
meiner Storys die Wahl gefallen war und ob tatsächlich eine davon
publiziert worden war. Von einem Honorar war bislang nicht die Rede
gewesen, da derartige Gespräche nach meiner Erfahrung mit allen
anderen Verlagen im Buch- und Magazin-Bereich erst nach der Auswahl
der Story geführt werden. Auf meine vorsichtige Nachfrage nach einem
Honorar [...] wurden jegliche Zahlungen kategorisch abgelehnt.

Nun ja, es folgten Mahnungen, ein Mahnbescheid und schließlich nun ein
Zivilverfahren, bei dem ich mein nicht erhaltenes Honorar einfordere.

Als ich heraus fand, dass [...] eine tatsächliche Auflage von 65.000
Exemplaren hat und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus
vertrieben wird, orientierte ich mich bei meiner Forderung an
Magazinen ähnlicher Auflagenhöhe und wählte einen eher mittleren
Seitenpreis von 200 Euro.

Obwohl ich alle Fakten belegen kann (auf Anfrage angeforderte
Manuskripte, Auflagenzahl des Magazins etc.), glaubt mein Anwalt, dass
es vor Gericht schwierig werden könnte zu beweisen, dass es durchaus
üblich ist, vor Veröffentlichung einer Story mit dem Autor in Kontakt
zu treten, bzw. vollkommen unüblich ist, ohne Wissen des Autors und
entsprechende Rücksprache eine seiner Arbeiten zu publizieren.

Meine Frage bzw. Bitte geht nun an Sie, ob Sie mir vielleicht einen
Tipp geben könnten, wo ich eine derartige Bestätigung erhalten könnte.


Antwort:
Mein Eindruck ist, dass Sie bisher sehr korrekt und juristisch sauber
vorgegangen sind. Das Einzige, was ich bemängeln möchte ist: Sie haben
eventuell den falschen Anwalt.
Er scheint sich im Urheberrecht und den damit verbundenen Branchen
nicht auszukennen. Es ist unerheblich, ob es üblich ist, bei einem
Autor die Verwendung vorher anzufragen.

Selbst wenn eine solche Anfrage nicht üblich wäre, haben Sie Anspruch
auf eine "angemessene Vergütung". Dies ist ausdrücklich so im
Urheberrechtsgesetz genannt. Ihre Schätzungen für ein angemessenes
Honorar erscheinen mir sehr plausibel.

In der Praxis ist es durchaus üblich, die Auswahl einer oder mehrere
Texte dem Autor zu bestätigen. Schon allein deswegen, weil der Verlag
nicht davon ausgehen kann, dass einer Veröffentlichung honorarfrei
überhaupt zugestimmt wird. Der Verlag kann sich auch nicht auf
irgendwelche AGBs oder das Kleingedruckte im Impressum zurückziehen,
denn dann muss der Verlag beweisen, dass Sie diese AGBs oder Klauseln
beim Einreichen gekannt haben. Dieser Beweis ist nur in seltenen
Fällen möglich und die Gültigkeit solcher AGBs und Klauseln ohnehin
zweifelhaft.

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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann,
Buchhändler und freier Lektor: http://www.bjoernjagnow.de/. Er leitet
zudem die Redaktion der Federwelt, Zeitschrift für Autorinnen und
Autoren (http://www.federwelt.de) und ist Mitglied des Landesvorstands
der Linkspartei in Rheinland-Pfalz.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK:
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Nikola Hahn (kriminalistikat experte autorenforum de)


Frage:
Ich arbeite an einem Roman, der sich um eine Entführungsgeschichte
dreht. In diesem Zusammenhang habe ich folgende vier Fragen:

1. Wenn ein Erwachsener verschwindet (ohne sichtbare Spuren auf
fremdes Einwirken; bezeichnet man dies als "Fremdverschulden"?) -
müssen die Angehörigen der verschwundenen Person dann tatsächlich 48
Stunden warten, ehe die Polizei die Ermittlungen aufnimmt?

2. Meine zweite Frage betrifft die Fähigkeiten von Spürhunden. Nehmen
diese immer automatisch die Spur einer Person auf, die "am
frischesten" ist? Zum Kontext: In meinem Roman sucht ein Spürhund die
Gegend vor der Wohnung einer vermissten Person ab. Nun hat diese
Person in den letzten Tagen ihres Verschwindens von der Wohnung aus
unterschiedliche Richtungen eingeschlagen. Kann ein Hund hier also die
frischeste Spur herausfiltern?

3. Wenn ein erwachsener Mensch verschwindet und es so rein gar keine
Hinweise auf ein Verbrechen gibt: Wie viel Zeit / Personal kann die
Polizei in einen solchen Fall investieren? Hat sie genug Kapazität, um
etwa sämtliche Freunde und Bekannte der verschwundenen Person zu
befragen? Wenn es einen Verdachtsmoment gibt - wie lange und intensiv
werden Leute dann beschattet? Und noch eine wichtige Frage: Darf die
Polizei auf reinen Verdacht hin Telefone abhören?

4. Stimmt es wirklich, dass jeden Tag in unserem Land so viele Leute
spurlos verschwinden? Gibt es hierfür Statistiken, wo man sich
informieren kann?


Antwort:
Bevor ich zur konkreten Antwort auf Ihre Fragen komme, erlaube ich
mir, einige allgemeine Anmerkungen zu machen, auch im Hinblick darauf,
dass ja meine Antworten nicht nur Ihnen, sondern auch anderen Tempest-
Lesern helfen sollen.

Ich bekomme recht viele Fragen zum Thema Kriminalistik und zu fast
allen Gebieten des polizeilichen Tätigwerdens. Nun bin ich zwar
Kriminalpolizistin und habe jahrelang in Raub- wie auch Mordfällen
ermittelt und kenne mich entsprechend aus, aber das Einsatzfeld der
Polizei insgesamt ist so groß, dass unmöglich jeder Beamte auf allen
Gebieten alles wissen kann. Das bedeutet für mich, dass ich bei
einzelnen Fragen auch selbst "ermitteln" muss, um eine kompetente
Antwort geben zu können, und dass es auch hier und da mal vorkommt,
dass ich keine Auskunft geben kann oder darf - z. B. weil ich nie in
diesem Bereich gearbeitet habe (Spürhunde) oder bei taktischen
Maßnahmen (die aus guten Gründen der Geheimhaltung unterliegen und von
Beamten nicht weitergegeben werden dürfen).

Es gibt jedoch ein tolles Medium (nicht nur für Autoren), um Antworten
auf alle möglichen Fragen zu bekommen: das Internet. Ich selbst nutze
Suchportale, um für meine Romane zu recherchieren, und ich bin immer
wieder erstaunt, wie viele Autoren dieses unglaubliche Wissensfeld
einfach unbeackert liegen lassen. Sicherlich muss man Informationen
aus dem Netz grundsätzlich kritisch hinterfragen; aber wie einfach es
ist, Antworten selbst auf ungewöhnliche Fragen zu bekommen, möchte ich
an zweien Ihrer Fragen demonstrieren. Da mir zu Frage 2 und 4
ausreichende Kenntnisse fehlen, habe ich über Google einfach die
entsprechenden Suchbegriffe eingegeben und die Antworten gefunden, die
ich Ihnen unter Ihre Fragen kopiert habe. Beide Quellen sind - sollten
die Ausschnitte nicht genügen - auch für weitere Recherchen gut.
Insbesondere gibt es auf der Hundeseite einen Chat - oder Sie
versuchen, den Autor des entsprechenden Artikels zu kontaktieren, um
weitere Infos zu bekommen.

Selbstverständlich sehe ich es nicht als meine Aufgabe, für andere
Recherearbeit zu erledigen. Deshalb habe ich nur ausnahmsweise einmal
die Texte recherchiert, um zu zeigen, auf welch einfache Art man zu
Antworten kommen kann.

Und noch einen Tipp möchte ich geben, bevor ich dann - endlich! - zu
den Antworten auf Ihre Fragen komme: Wenn jemand Krimis schreibt, in
denen die Polizei(arbeit) regelmäßig eine Rolle spielt, empfiehlt es
sich, die wichtigsten Gesetze anzuschaffen: das Strafgesetzbuch
(StGB), in dem die Tatbestandsmerkmale der verschiedenen Straftaten
genannt werden, und die Strafprozessordnung, aus der sich ergibt,
unter welchen Voraussetzungen die Polizei tätig werden darf (z. B. bei
Observationen, Telefonüberwachung, Durchsuchungen). Beide Gesetze gibt
es für wenig Geld beim Verlag C. Beck zu kaufen - oder, wenn´s auch
eine gebrauchte Ausgabe tut, für noch weniger Geld über Antiquariate
im Netz.

Auch dazu ein Hinweis: Obwohl ich natürlich die (modernen)
Vorschriften kenne, habe ich zur korrekten Recherche die jeweiligen
historischen Ausgaben der Strafprozessordnung und des Strafgesetzbuchs
besorgt, die mir wichtige Hinweise geben, wie und unter welchen
Vorausetzungen die Polizei früher tätig wurde.

So, und nun zu Ihren Fragen:


zu 1:
Nein. Es gibt keine "Wartefrist" bei Vermissten. Entweder besteht ein
Grund für polizeiliches Tätigwerden, dann wird sofort etwas getan,
oder es besteht keiner, dann wird auch keine Vermisstenanzeige
aufgenommen.

Wenn ein Erwachsener verschwindet, und es liegen keinerlei Hinweise
auf einen Selbstmord(versuch) oder eine Straftat vor, handelt es sich
nicht um einen Vermissten im Sinne des Straf-/Polizeirechts.

Erwachsene haben das Recht, selbst über ihren Aufenthaltsort zu
bestimmen und ebenso zu entscheiden, ob und wen sie davon
unterrichten. So makaber es sich anhört: Wenn der Ehemann zum
Zigarettenholen geht und nicht wiederkommt und es liegen keine
Hinweise wie beschrieben vor, dann ist das seine eigene Entscheidung.
(Ich lasse jetzt mal Dinge wie Verstöße gegen die Unterhaltspflicht
etc. außen vor.)

Die Polizei wird in diesem Fall also gar nichts investieren, sondern
denjenigen, der eine Anzeige aufgeben will, darauf hinweisen, dass
kein Vermisstenfall für die Polizei vorliegt.

Wie Sie schon an der Definition sehen können, hängt die Beurteilung,
ob Vermisster oder nicht, stark von den Umständen des Einzelfalls ab.
Um diese beurteilen zu können, muss der Beamte sich also genauestens
informieren und ggfs. auch entsprechende Ermittlungen vornehmen.
Sollte sich ein Verdacht auf eine Straftat (egal, welche) ergeben,
wird er die Anzeige aufnehmen.

Die weiteren Maßnahmen hängen ebenso von den Umständen des
Einzelfalles ab. Besteht der Verdacht auf einen Selbstmord (wurden z.
B. entsprechende Äußerungen gemacht) oder auf ein Verbrechen (Mord,
Totschlag), werden natürlich sofort umfangreiche Suchmaßnahmen
eingeleitet, Leute befragt etc. Dafür werden dann auch die
entsprechenden Beamten zugezogen und eingesetzt. Je nach Brisanz des
Falles können das mehr oder weniger Beamte sein.


zu 2:
Ich bin keine Expertin für Spür-/Fährtenhunde. Die folgenden Infos
stammen aus dem Internet.

"Die Fährte benötigt grundsätzlich eine Mindestliegezeit von 30
Minuten. Erst dann hat sich der so genannte Geruchskanal bzw. das
Duftfeld entwickelt, das sich ab diesem Zeitpunkt langsam wieder
abbaut.
Der Geruch der Fährte besteht aus mehreren Elementen. Zum einen
entwickelt sich (nach etwa 30 Minuten) ein fährtenspezifischer Geruch
durch die Boden- und Vegetationsverletzung. Zum anderen verliert jeder
Mensch kleine Partikel der Haut, der Haare, der Kleidung. Des weiteren
bildet sich ein Duftkanal durch den menschlichen Geruch (Schweiß, Deo,
Parfüm etc.), der aber, je nach Wind- und Wetterlage, relativ
schnellflüchtig ist.

Bei Prüfungen werden so genannte Verleitungen (kreuzende Fremdfährten)
eingefügt. Diese Verleitungen haben den Nachteil, dass ihr Duft
intensiver ist als der eigentliche Fährtengeruch oder aber sich kaum
vom eigentlichen Fährtengeruch unterscheidet."
(Quelle: http://www.hundezeitung.de/ausbildung/faehrtenhunde.html)

Zusatz von mir: Die Ausführungen geben zwar keine direkte Antwort,
aber sie legen es nahe, dass es ist, wie Sie annehmen, und sind ein
Ansatzpunkt, um weiter zu recherieren.


zu 3:
Teil 1 der Frage habe ich unter 1. schon beantwortet.

Zu Teil 2: Ob und wie lange jemand "beschattet" wird, hängt von der
Art des "Verdachtsmoments" ab. Der Verdacht muss konkret genug sein.
Auch dies ergibt sich wiederum aus den schon zitierten Umständen des
Einzelfalls. Ich kann daher keine allgemeingültige Antwort geben.

Für eine Observation sind darüber hinaus die gesetzlichen Vorgaben der
Strafprozeßordnung zu beachten.

Zu Teil 3: Nein. Es müssen auch hier konkrete Anhaltspunkte vorhanden
sein. Bei Straftaten muss der zuständige Staatsanwalt einen Antrag auf
Telekommunikationsüberwachung bei Gericht stellen, über den der
Ermittlungsrichter entscheidet. "Einfach mal so auf Verdacht" darf die
Polizei in Deutschland keine Telefone abhören!


zu 4:
Auch hier bin ich im Netz fündig geworden:

"Die einzige verlässliche Quelle für Vermisstenzahlen in Deutschland
ist das Bundeskriminalamt. Allerdings sind selbst diese Zahlen nur mit
äußerster Vorsicht nutzbar: Die meisten Vermissten tauchen nach
wenigen Stunden wieder auf. Hinzu kommen etliche Fälle von
Kindesentzug ins Ausland durch einen ausländischen Elternteil.
Allerdings wird auch klar: Die Straßenkinderzahl kann sich in
Deutschland nur zwischen 1.500 und 2.500 Fällen pro Jahr bewegen. Alle
höher gegriffenen Zahlen erscheinen daher unseriös."
Statistik "Vermisste (ohne Kindesentzug)", Quelle: Bundeskriminalamt
Wiesbaden, Pressestelle; Stand: 2. April 2002
(Quelle:
http://64.233.183.104/search?q=cache:3yNepRnEGKMJ:www.offroadkids.de/S
tatistik.13.0.html+Vermisste+%2BStatistik&hl=de)

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Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der
Hessischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen
im Internet: http://www.nikola-hahn.com.


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KINDERBUCH:
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Gabi Neumayer (kinderbuchat experte autorenforum de)

Frage:
Ist es wirklich so, dass Verlage / Lektorate ein Anschreiben und
Exposé in Papierform erwarten resp. wünschen? Sind Anschreiben per E-
Mail inklusive pdf-Anhang eines Exposés komplett chancenlos? Von
Autorenseite (Kosten und Logistik) gedacht, ist ein E-Mail-Versand
natürlich deutlich unkomplizierter.

Beim Versand von Presse-Informationen hat sich die Einstellung der
Zeitschriften- / Zeitungs-Redaktionen in den letzten fünf Jahren
deutlich geändert: Wo früher E-Mails schlicht untergegangen sind und -
wenn überhaupt - ein Fax die bessere Chance hatte, wahrgenommen zu
werden in der Fax-Flut, so ist heute der Versand via E-Mail erwünscht
und akzeptiert. Hat sich vielleicht bei den Verlagen in der letzten
Zeit auch etwas getan? Oder bleibt’s beim Papierversand, weil man
Papiere direkt stapeln kann? (siehe Überlastung von Lektoraten
)


Antwort:
Nach den Erfahrungen, die mir von anderen AutorInnen und auch von
Lektorinnen berichtet wurden, kann man sich den Versand unverlangter
(!) Manuskripte per Mail getrost schenken. Auch dann, wenn man die
Mail jeweils ganz individuell auf den Verlag zugeschnitten formuliert
(das ist sowieso ein absolutes Muss!), werden Manuskriptanhänge so gut
wie nie geöffnet.

Das liegt nicht nur an der immer präsenten Virengefahr, sondern vor
allem daran, dass für die Lektorinnen nicht nur noch ein unverlangtes
Manuskript dazu kommt - sie müssen es auch noch selbst ausdrucken!
Denn da es durchaus üblich ist, die Manuskripte in der "Freizeit" zu
lesen, verwenden fast alle Lektorinnen offenbar heute noch
Papierausdrucke statt Dateien.

Natürlich können Sie auf diesem Weg auch mal Glück haben. Aber dann
sicher nicht mit einem Anhang, sondern mit einer Mail, in der Sie Ihre
Idee und das Potential für den Verlag in wenigen Sätzen so gekonnt
"pitchen", das die Lektorin mehr wissen möchte und Ihr Exposé und /
oder Manuskript anfordert.

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Gabi Neumayers letzte Kinderbuchveröffentlichungen (als "Bato"):
"Hexengeschichten" (Vignettengeschichten für Kinder ab 4),
"Piratengeschichten" (für LeseanfängerInnen), "Die Spur führt zum
Fußballplatz" (Ratekrimis für LeseanfängerInnen), alle Gondolino 2006.
Weitere Infos: http://www.gabineumayer.de.http://www.bato-schreibt.de.


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HALL OF FAME:
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(redaktion at team autorenforum de)

Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man,
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere
schaffen es ja auch!

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal
vorstellen können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in
maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch
unterbringen.
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte
unter dem Betreff "Hall of Fame" an
redaktion at team autorenforum de. Wir berücksichtigen
ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!

++++++++++

Verena Rabe: "Ein Lied für die Ewigkeit", Knaur 2006, Roman. ISBN:
978-3-426-62972-7


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
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