Ausgabe 13-12 (20. Dezember 2011)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipps
Autorenwissen
   "Was mache ich, wenn ...?
   Fragen und Antworten zu Schreibproblemen, Teil 2:
   Figuren entwickeln und lebendig gestalten""
   von Stefanie Bense
   "Kritikfähigkeit statt blindem Optimismus"
   von Ranka Keser
Buchbesprechung
   "Verführung mit Worten"
   besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Timo Kümmel

EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

im zweiten Teil von Stefanie Benses Artikel zu Schreibproblemen - der,  
wie wir es von ihr kennen, von nützlichen Tipps und anschaulichen  
Beispielen nur so strotzt - geht es darum, wie man Figuren entwickelt  
und lebendig gestaltet und wie man die richtige Erzählperspektive  
findet. Unverzichtbar nicht nur für angehende AutorInnen - auch Profis  
finden darin jede Menge Hilfreiches. 

Mit dem Dauerbrenner-Thema "Kritik" beschäftigt sich Ranka Keser in  
ihrem Beitrag und hinterfragt dabei einen der beliebtesten  
Schreibtipps. Das Interview mit dem Illustrator Timo Kümmel haben  
Ramona und Thomas Roth-Berghofer geführt und vieles erfahren, das auch  
für AutorInnen spannend ist. Wie sexy Schreiben sein kann, darum geht  
es in der Buchbesprechung. Und wer dann immer noch nicht genug Stoff  
für die (wenigen) freien Tage zwischen den Jahren hat, kann sich mit  
Schreib-Kicks, -Tipps und neuen Ausschreibungen beschäftigt halten ... 

... oder mal wieder Gedichte lesen oder auch hören: Unsere  
Lyrikexpertin Martina Weber ist bis zum Ende des Jahres Gast im  
Frankfurter Literaturtelefon. Ruft doch mal an unter: (0 69) 24 24 60  
21.  

Der Tipp des Monats Dezember, diesmal von Bettina von Cossel: 

    Ich neige dazu, mich zu Hause selbst abzulenken,  
    wenn ich eigentlich schreiben sollte. Kaffee kochen,  
    E-Mail checken ... Jetzt gehe ich ins Cafe, wenn ich mich  
    zu Hause nicht konzentrieren kann, und habe fast mein ganzes 
    letztes Buch im Starbucks geschrieben. Ohne mich dort  
    ins Internet einzuloggen, selbstverständlich. 

Siegerin unserer letzten Überraschungsverlosung für dieses Jahr ist  
Pia Helfferich. Wenn ihr wie sie Artikelvorschläge, Schreibtipps oder  
andere Kurzbeiträge einsendet, könntet ihr nächstes Jahr ebenso  
unfassbar glücklich über einen unserer Autorengewinne sein wie die  
bisherigen GewinnerInnen - also los, die Feiertage genutzt und ran an  
die Tempest-Tipps! (Und nebenbei noch schnell den freiwilligen  
Jahresbeitrag überwiesen.) 

Kommt alle wohlbehalten und voller Schreibenergie ins neue Jahr, das  
wünscht euch das gesamte Tempest-Team! 

  Gabi Neumayer 
  Chefredakteurin 

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Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto  
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BLZ 550 905 00 
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Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die  
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns  
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des  
Tempest). 

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
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ISSN 1439-4669   Copyright 2011 autorenforum.de. Copyright- und 
               Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
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 INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

    Editorial 
    Hall of Fame 
    Schreib-Kick 
    Lesetipps 
    Autorenwissen 
       "Was mache ich, wenn ...? 
       Fragen und Antworten zu Schreibproblemen, Teil 2: 
       Figuren entwickeln und lebendig gestalten"" 
       von Stefanie Bense 
       "Kritikfähigkeit statt blindem Optimismus" 
       von Ranka Keser 
    Buchbesprechung 
       "Verführung mit Worten" 
       besprochen von Gabi Neumayer 
    Interview mit Timo Kümmel 
    Impressum 


TEIL 2: 

    Veranstaltungen 
    Ausschreibungen 
    Publikationsmöglichkeiten 
         mit Honorar 
         ohne Honorar 
    Seminare 
    Messekalender 
    Impressum 


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HALL OF FAME: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -  
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen  
können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)  
nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich  
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen  
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage- 
Adresse. 
....... 
Ein Beispiel (!): 

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,  
Mystery-Thriller. 60 Zeichen - und kein einziges mehr! Inklusive  
Homepage! 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im  
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.  

ACHTUNG! 
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr  
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in  
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt  
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen  
muss, Lektorat bezahlt o. Ä. 

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an  
redaktion at team pt autorenforum pt de.  

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen  
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.  
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall  
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt! 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 


Guido Kniesel: "Der Proband", KBV-Verlag 2011, Thriller. Hirnforscher  
ködern einen Trinker. www.guidokniesel.de 

Caroline Bohn: "Entdecken, was wirklich zählt. Gefühle in der  
Lebensmitte", Kreuz Verlag 2011, Ratgeber und Lebenshilfe für Frauen,  
www.institutbohn.de 

Yvonne Kopf: "Lilo Lametta", Verlag Monika Fuchs 2011, abenteuerlicher  
Kinderroman. 112 Seiten, http://www.lilo-lametta.de 

Bettina von Cossel: "Todesspiel auf Juist", Wellhöfer Verlag 2011. Ein  
Juist-Krimi. http://www.wellhoefer-verlag.de 

Christa Baumann: "Verregnete Sonntage", neukirchener aussaat 2011. Aus  
der Reihe "Familie aktiv", www.christa-baumann.de 

Christa Baumann: "Lebendiger Herbst" ", neukirchener aussaat 2011. Aus  
der Reihe "Familie aktiv", www.christa-baumann.de 

Paul Mesa: "Die kleine Göttin der Fruchtbarkeit", rororo 2011,  
Familien-Roman. Skandale, Geister, Liebe, Kaffee, Portugal.  
paulmesa.de 


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SCHREIB-KICK: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Unser Schreib-Kick für den Dezember, diesmal von Ursula Schmid-Spreer: 

Beschreiben Sie etwas völlig Unwirkliches oder Phantastisches. Heben  
Sie Naturgesetze auf! Kann auf einer runden Insel alles rund sein?  
Kann jemand morgens in ein Tier verwandelt aufwachen? Kann jemand  
leibhaftig sich selbst begegnen? Kann jemand auf einer Wolke leben  
oder in einem Blumentopf hausen? Können Tiere einen Aufstand machen?  
Können alltägliche Dinge ins Maßlose und Wahnsinnige gesteigert  
werden, z. B. Computer als Ehepartner? 


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LESETIPPS: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


http://www.text-manufaktur.de/detailseite/items/der-autor-und-seine- 
figur.html   
Der Autor Markus Orths im Gespräch mit der Textmanufaktur über das  
Entwickeln und Strukturen seiner Texte, den richtigen Tonfall seiner  
Figuren, die richtige Distanz zum eigenen Werk und wie einem Netzwerke  
helfen können. 


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AUTORENWISSEN: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                      "Was mache ich, wenn ...? 
              Fragen und Antworten zu Schreibproblemen 
         Teil 2: Figuren entwickeln und lebendig gestalten" 
                         von Stefanie Bense 


         Wie mache ich meine Figuren lebendig? 

Manchmal benötigt eine Figur überhaupt keine Beschreibung. Sie wird  
deutlicher, indem sie handelt. Ein großwüchsiger Held wird sich oft  
bücken oder den Kopf einziehen müssen. Damit zeige ich, dass er groß  
ist, ohne es zu benennen. Aktionen sind immer interessanter als nackte  
Daten. Daher: Show, don‚t tell! 

Augen-, Haarfarbe, Größe, Gewicht? Nicht unbedingt wichtig, es sei  
denn, diese Eigenschaften machen den Helden zum Außenseiter oder zu  
etwas Besonderem. Wie Figuren sprechen, sich dabei bewegen und wie  
über sie gesprochen wird, charakterisiert sie ebenfalls, auch  
Lieblingswörter oder -wendungen. Vorsicht bei Dialekt, der wirkt  
geschrieben oft holprig oder gestelzt. 

Hobbies, Vorlieben, Lieblingsfarbe, -speisen, Musikgeschmack? Prima,  
wenn du‚s weißt, vor allem für Ticks und Verhaltensweisen, die die  
Figur dem Leser schnell charakterisieren (Martini, geschüttelt, nicht  
gerührt - James Bond). So etwas wirkt jedoch oft stereotyp oder  
schablonenhaft. Auch solche Informationen vermisst ein Leser nicht,  
wenn Figuren lebendig über ihr Verhalten charakterisiert werden. 

Ticks, Marotten, Neurosen, Zwänge, Psychosen? Sehr interessant,  
solange sie nicht behauptet werden ("Hexe Ada hatte einen Putzzwang"),  
sondern gezeigt ("Alle drei Tage schrubbte Hexe Ada ihre Tiegel und  
Schälchen, Kolben, Pfannen und Flaschen, staubte ihr Magiebuch ab und  
kämmte ihren Besen")! Solches Verhalten lässt sich gut in Handlung  
umsetzen. Was bringt einen Helden mit Flugangst mehr in  
Schwierigkeiten, als wenn er per Besen oder fliegendem Teppich reisen  
muss? Wie geht eine waschzwanggeplagte Magierin damit um, die Wüste zu  
durchqueren? 

Dasselbe gilt für Charakterzüge wie humorvoll, besitzergreifend,  
intolerant, kleinlich, hilfsbereit, freundlich ... Wie sieht das in  
Handlung umgesetzt aus? Denk dir eine Bühne, auf der Schauspieler  
diesen Charakterzug darstellen müssen. 

Herkunft, Erziehung, Sozialisation, Schule, Beruf, Ausbildung? Arbeite  
die Hintergründe deiner Hauptfiguren gut aus, da hier die Grundlagen  
für die Probleme der Figur, ihre Orientierung, ihre Stärken und  
Schwächen gelegt werden müssen. 

Beziehungen zu Eltern, Geschwistern, Vorgesetzten, Kollegen/innen,  
Geliebten, Gatt/inn/en, Kindern, Enkeln, Freunden, Gegnern, Feinden?  
Das ist der Stoff, aus dem Konflikte entstehen können. Einer will  
dies, der andere das Gegenteil. Und aus dem Konflikt ergibt sich  
Handlung. Also sind Beziehungsgeflechte sehr wichtig, aber nicht als  
Datenpaket, sondern als lebendiges Muster: Wer mag wen, wer  
beeinflusst wen, wer lässt sich beeinflussen, wo steht der Held? 

Besonders ergiebig sind die Ziele, Wünsche, Träume, Traumata,  
bedeutungsvolle Erfahrungen, schmerzliche Erlebnisse, Geheimnisse,  
größte Erfolge einer Figur. Sie leiten hin zu Motiv, Verhalten und  
innerem Konflikt. 

Wichtig: Einmal eingeführte Ticks, Eigenheiten, Charakterzüge,  
Anomalien etc. müssen (!) dem Autor ständig präsent sein, auf dass sie  
sich stets auf die Handlungen der Figuren auswirken. Mit allen Vor-  
und Nachteilen (nützlich: Figurenblatt). Nur ein-, zweimal erwähnte  
Eigenheiten wirken aufgesetzt, es sei denn, es geht um eine unwichtige  
Nebenfigur. Hauptfiguren benötigen eine starke und bleibende  
Charakterisierung. 

Frage dich auch, was der Leser von deiner Figur halten soll. Welchen  
Eindruck soll sie hinterlassen?  


         Warum tun meine Figuren, was sie tun? 

Du kennst ihre Funktionen in der Story: Protagonist / Held, Antagonist  
/ Gegner, Helfer, Begleiter / Chronist, Informant, Romanze? Das ist  
gut, reicht aber nicht. Figuren können erst zielgerichtet handeln,  
wenn drei Dinge klar sind:  
- das Motiv (warum sie handeln) 
- das Verhalten (wie sie handeln) 
- der innere Konflikt (was ihr Handeln erschwert) 

Und zwar für jede Szene, jeden Plotteil, jeden Handlungsbogen und  
Erzählstrang. Nie darf eine Figur etwas ohne Grund tun! Es mag jedoch  
sein, dass der Grund erst später klar wird oder dass sich hinter dem  
offensichtlichen später ein anderes Motiv ergibt. Handeln ist ein Verb  
(Tätigkeitswort), also frage dich, was deine Figuren tun. 


Motiv und Ziel: 
............... 
Arbeite für deine Figuren aus, was sie innerhalb der Story erreichen  
wollen und warum. Was bedeutet es für den Antagonisten, wenn er "die  
Welt verderben will"? Warum sollte er das wollen? Was hat er davon,  
und wie begründet er das vor sich selbst? Warum nimmt der Protagonist  
/ Held den Kampf auf? Wie stehen sie zu den anderen Figuren (vor allem  
Freund / Feind)? Woher stammen ihre Haltungen, Motivationen und Ziele  
(Erziehung, Erleben wie z. B. Traumata, Einbindung in die Gesellschaft  
...)? Wie verändert die Geschichte die Figuren (was haben sie gelernt,  
verloren oder gewonnen, wie sind sie gewachsen)? 


Verhalten:  
.......... 
Wie handelt jemand - spontan oder zögerlich (woher kommt das)? Welche  
Ticks, Zwänge, Eigenarten hat die Figur, wie setzt sie sie ein, und wo  
sind sie hinderlich? Wie agieren und wie reagieren die Figuren, was  
ist ihnen lieber? Grundsätzlich sollten Figuren eher aktiv als passiv  
sein, sonst treiben sie die Handlung nicht voran. 


Innerer Konflikt:  
................. 
Worin sind die Figuren stark oder schwach? Wie rechtfertigen sie ihre  
Handlungen sich gegenüber, Liebsten oder Obrigkeiten gegenüber  
(besonders wichtig für Antagonisten)? Mit welchen Mitteln wollen deine  
Figuren ihr Ziel oder ihre Wünsche durchsetzen? Was sie kostet das,  
was müssen sie aufs Spiel setzen? Wo stehen sie sich selbst im Weg? 

Beschäftige dich mit deinen Figuren, bis du weißt, warum und wie sie  
tun, was sie tun. Je besser du deine Figuren kennst, desto besser  
kannst du sie vermitteln. Gerade die kleinen Eigenheiten machen  
Figuren lesens- und liebenswert. Du weißt einfach, dass der Held bei  
der strategischen Besprechung einer Schlacht in der Nase bohrt  
(Langeweile und Respektlosigkeit). Es gibt im Internet und im Tempest  
jede Menge Informationen dazu, wie man seine Figuren lebendig  
darstellen kann. Schau ins Archiv vom Tempest oder - ein gutes  
Beispiel unter vielen - auf die Website von Pia Helfferich. 


         Brauche ich innere und / oder äußere Konflikte  
         für meine Figuren? 

Den inneren Konflikt fechtet die Figur mit sich selbst aus, den  
äußeren mit einer anderen Figur, der Natur, der Gesellschaft, dem  
Schicksal etc. 

Die Figur wird durch einen inneren Konflikt reichhaltig und  
kontrastreich, doch muss er in Gedanken, Gefühle und Mimik  
ausgedrückt, besser: in Handlungen umgesetzt werden. Das ist nicht  
einfach. Schwankt jemand zwischen Ehrgeiz und Faulheit, wie reagiert  
er, wenn ein existentieller Kampf beginnt? Wie sieht sie aus, diese  
Zwickmühle? Woran kann man das von außen erkennen? Auf inneren  
Konflikten basieren häufig Liebesgeschichten, Psychokrimis,  
Verwandlungen (Vampir, Werwolf) und Entwicklungsgeschichten  
(Jugendlicher wird erwachsen). Aber auch einzelne Erzählstränge, die  
sich einem Hauptstrang unterordnen, der eher an äußeren Konflikten  
orientiert ist, z. B. verbotene Liebe in einer Weltrettungs-Story. 

Der äußere Konflikt führt direkt in die Handlung, denn deine Figur tut  
etwas, und jemand oder etwas anderes hält dagegen. Hier gibt es mal  
klare Gegnerschaften, mal ist es nicht deutlich oder es stellt sich  
noch heraus, wer Freund und wer Feind ist. Immer stehen Figuren für  
bestimmte Positionen als Handlungsträger. 

Konflikte führen dazu, dass Figuren handeln. Handlung aber ergibt erst  
die Geschichte. 

(ausführlicher in Tempest 9-06 und 9-07: "Handeln ist ein Verb, oder:  
Wie man eine Figur in die Handlung führt", 2 Teile, von Stefanie  
Bense) 


         Wer soll meine Geschichte erzählen? 


Aus welcher Sicht du erzählst, das nennt man (Erzähl-)Perspektive. Es  
gibt generell die Ich- und die Er-/Sie-Form - und in letzterer kann  
man drei verschiedene Perspektivarten unterscheiden: 


1. Neutrale Perspektive 
....................... 
Du verwendest eine "Kamera", die nur sieht und hört. Keine Gedanken  
oder Gefühle der Figuren kommen vor, nur das, was eine Kamera zeigen  
kann. Solch eine Perspektive wirkt sehr distanziert, kühl und  
gefühlsarm, kann aber gerade für hochemotionale, kaum begreifbare  
Geschehen passend sein.  

Beispiel: "Der Magier hob seinen Stab und ein blaues Licht leuchtete  
auf, erlosch dann aber schnell. Der Stab zersprang, der Mann krümmte  
sich. Sein Gegner lachte und hob die Faust. Hinter ihnen zerrten die  
Reittiere an ihren Fesseln." (s. besser: Helga M. Novak:  
Schlittenfahren, Kurzgeschichte von 1968). 


2. Personale Perspektive 
........................ 
Du erzählst aus einer oder mehreren Figuren heraus, wobei die Figuren  
sich klar abgrenzen und ggf. abwechseln (möglichst pro größerer  
Einheit wie Kapitel, da Leser sich gern in eine Figur "einlesen"). Du  
kannst darstellen, was die jeweilige Figur sieht, hört, riecht,  
schmeckt, ertastet, denkt und fühlt. Alles, was die Figur wahrnimmt.  
Aber nichts, was sie nicht wahrnehmen kann. Die personale Perspektive  
geht oft ebenso nah an die Figur wie die Ich-Perpsektive, klingt  
jedoch etwas weniger persönlich. Außerdem fällt der Wechsel zwischen  
mehreren Erzählfiguren damit meist leichter.  

Beispiel: "Er hob seinen Stab, kaum dass ihm sein Arm wieder  
gehorchte. Blau leuchtete die Esche auf, doch er konnte das Feld nicht  
halten, es zitterte und erlosch. Nein! Splitter flogen, Holz  
zersprang. Als der Schmerz ihn packte, krümmte er sich. Was wurde nun  
aus Maja? Suong lachte und ballte die Faust, als wolle er ihn  
zerquetschen. Hinter sich hörte er die Reittiere an ihren Fesseln  
zerren." 


3. Auktoriale Perspektive 
......................... 
Dein Erzähler führt die Figuren wie ein Puppenspieler und erzählt aus  
der Übersicht, aus allen Köpfen, Herzen und Zeiten (= allwissender  
Erzähler). Er muss nicht persönlich sprechen, aber er ist abgehoben  
stets präsent. Beispiel: "Der Magier hob seinen Stab, obwohl er  
wusste, dass er noch nicht kräftig genug war. Blau leuchtete das  
uralte Eschenholz auf, das Magier seit Jahrhunderten zum Kampf  
züchteten, doch das Feld erlosch. Schlimmer noch, der Stab zersprang.  
Splitter flogen hinter die Kämpfer zu den Reittieren, die ängstlich an  
ihren Fesseln zerrten. Der Magier krümmte sich vor Schmerzen und  
dachte an Maja. Suong lachte und ballte die Faust. Ja, er wollte den  
anderen zerquetschen." 


4. Die Ich-Perspektive 
...................... 
Sie nutzt einen Erzähler (nicht identisch mit Autor!), der von sich  
als Ich spricht. Das ist sehr distanzlos. Der Leser wird schnell in  
die Geschichte gezogen. Aber die Perspektive ist begrenzt, da  
Perspektivwechsel leicht verwirren oder unmöglich sind und da nur  
erzählt werden kann, was das Ich wahrnimmt. Zudem wirkt die Ich- 
Perspektive trügerisch leicht zu schreiben, obwohl sie durch ihre  
Grenzen ziemlich schwierig durchzuhalten ist.  

Beispiel: "Ich hob meinen Stab, kaum dass mein Arm mir wieder  
gehorchte. Blau leuchtete die Esche auf, doch ich konnte das Feld  
nicht halten, es zitterte und erlosch. Nein! Splitter flogen, Holz  
zersprang. Als der Schmerz mich packte, krümmte ich mich. Was wurde  
nun aus Maja? Suong lachte und ballte die Faust, als wolle er mich  
zerquetschen. Hinter uns hörte ich die Reittiere an ihren Fesseln  
zerren." 


Aus wessen Perspektive du die Story erzählst, hängt davon ab, wer am  
meisten leidet. Für wen steht am meisten auf dem Spiel? Wer muss am  
stärksten bluten, verliert am meisten? DAS ist die interessanteste  
Figur. Falls du eine mehrpersonale Perspektive wählst, kannst du  
zwischen den Figuren wechseln, die die Geschichte am stärksten  
vorantreiben, z. B. Held / Gegner. 



         Warum wirken meine Figuren so hölzern und stumpf? 

Das kann einerseits an der mangelnden Motivation der Figuren (s. o.)  
liegen, etwas zu tun, oder an der unsinnlichen, abstrakten  
Handlungsweise. Wenn man alle Sinne beteiligt, wenn man aus dem  
Erleben schreibt, wirken Figuren selten stumpf. 

"Zeta lief über die Wiese, streichelte über Blumen und schaute einem  
Bienenschwarm nach. In der Ferne hörte sie einen Troll grummeln." -  
Das ist abstrakt, bloß benannt und löst keine Anteilnahme aus, trotz  
sehr aktiver Verben. Besser: "Zeta lief über die Wiese, das Gras  
kitzelte an ihren Fußsohlen, ab und zu noch nass vom Tau, der Boden  
federte wie ein flauschiger Teppich. Sie strich über Blumenköpfe,  
samtweich, stachlig-piekend, pudriger Blütenstaub, es roch würzig-süß.  
Ein Bienenschwarm stob auf, und Zeta blieb stehen. Es summte und  
brummte um sie herum, aber keine Biene flog gegen sie oder stach. Dann  
hörte Zeta einen Troll grummeln. Als würde es in der Ferne donnern. In  
ihrer Brust dröhnte es mit, ein dumpfes Echo. Sie drehte sich um und  
lief. Wer sie nicht erwischte, konnte sie nicht fressen! Sie rannte  
schneller." Das ist länger, aber auch mit allen Sinnen beschrieben:  
Zeta riecht, ertastet Blüten, hört und fühlt, zum Schluss hat sie  
Angst, ohne dass ich das benennen muss. Sinneseindrücke, Reaktionen  
und ein Satz im inneren Monolog reichen aus, um es den Leser erleben  
zu lassen. 

Wirken deine Figuren weiterhin hölzern, prüfe, ob sie zu passiv sind.  
Denken sie zu viel und handeln zu wenig? Gibt es lange Monologe oder  
Grübelphasen? Gibt es Dialoge, die nichts Neues bieten, die vor sich  
hinplätschern? Dann frage dich, was mit dem jeweiligen Teil in der  
Story erreicht werden soll. Ist die Innensicht der Figur wirklich  
notwendig, um zu verstehen, was sie tut? Kürze oder verflechte sie mit  
einem inneren Konflikt. Für Dialoge nutzt Elizabeth George (Krimi)  
eine GVS = Geschwätzvermeidungsstrategie, d. h., ihre Figuren tun  
etwas Wichtiges, während sie reden, z. B. etwas verstecken, ein  
Talent, eine Handfertigkeit zeigen, etwas vorbereiten, was später  
relevant wird. Außerdem steht in dem Gespräch etwas auf dem Spiel:  
Eine will Informationen verschweigen, die andere von etwas ablenken,  
ein Dritter manipulieren ... 


         Wie beschreibe ich eine unbekannte fantastische Figur,  
         die dem Leser völlig neu ist? 

Fantasy-Figuren benötigen Fantasy-Hintergrund.  Wie Figuren in einem  
Historischen Roman eben viel Lokalkolorit, Geschichte und  
Alltagsgeschichte benötigen, um lebendig zu werden, so müssen auch  
Fantasy-Figuren in ihren Eigenheiten und ihrem Alltagsleben gezeigt  
werden. Und zwar in jenen, die für Story und Handlung wesentlich sind.  
Die kann man in Figurenblättern (Bilder, Checklisten der  
Charaktereigenschaften, Kindheitserlebnisse ...) festhalten oder ins  
Arbeitsexposé schreiben. In der Geschichte selbst muss man die  
Informationen dosiert verteilen und in Szenen umsetzen. 

Das gilt auch für die Fantasy-Elemente selbst. Wenn etwa ein  
besonderes Magiesystem in deiner Fantasy-Welt existiert und die  
Hauptfiguren auf dieser Grundlage handeln, musst du natürlich die  
Funktionsweise dieser Magie darstellen, weil sonst niemand versteht,  
warum deine Hauptfiguren so handeln, wie sie es tun. Übersetze die  
Magiemethodik in eine Szene, wie auf der Bühne. 

Eine Phara auf Sevra - das ist nicht selbsterklärend. Um zu verstehen,  
dass sie z. B. nicht weinen darf und Trauer daher anders ausdrückt,  
muss ich sie in einer spezifischen Situation zeigen (die wichtig für  
den Plot der Story ist!). Dabei reicht eine kurze Erklärung: "Septisa  
ist Phara auf Sevra, wie schon ihre Mutter, die sie vor den Intrigen  
der Phara-Magierinnen beschützt. Als ihre Mutter stirbt, geht Septisa  
auf den traditionellen Trauerweg. Und ihre Gegnerinnen nutzen das, um  
Septisa in noch größere Gefahren zu stürzen, als der Weg bereithält  
..." (Achtung, dies ist eine Exposé-Kurzfassung, keine szenische  
Ausarbeitung!) 

Hier ist also die traditionelle Trauer eine Wanderschaft, die die  
Heldin in Gefahr bringt, gesteigert dadurch, dass sie nicht nur einen  
gefährlichen Weg zu beschreiten, sondern auch noch Gegnerinnen zu  
bekämpfen hat und dabei ohne Schutz der Mutter dasteht. 

Ist Phara ein Gattungsbegriff oder eine Rassenbezeichnung, muss ich  
erklären, inwieweit das für die Story relevant ist. Und was davon für  
die Hauptfiguren wiederum wichtig ist. Zum Beispiel: "Eine Phara weiß  
genau, wann ihr Gegenüber lügt. Nur Septisa nicht, denn sie ist eine  
Taub, eine, die keine Lügen erkennen kann. Bislang hat sie sich unter  
den Phara behauptet, geschützt durch die Intrigen ihrer Mutter, doch  
nun stirbt ihre Mutter und Septisa muss ..."(auch hier: Exposé, keine  
Szene!) 

So ist Septisa eine Außenseiterin, die sich jetzt ohne die angeborenen  
Fähigkeiten der Phara behaupten muss. All das ist wichtig für den  
Plot, denn Septisa muss innerhalb dieser Vorgaben handeln. Aber bitte  
das Ganze nicht als Infoblock dem Leser vorklatschen! Wichtig ist,  
dass du dich nicht in Weltbeschreibungen, Rassemerkmalen oder Details  
verlierst und alles einfach aufzählst, sondern dass du es in Aktionen  
der Figuren umsetzt. 



         Was mache ich, wenn meine Figuren nicht wollen,  
         wie ich will? 

Wenn sie sich sträuben oder eigene Wege gehen, kann das auf vier  
Ursachen zurückzuführen sein: 
- Der Autor kennt seine Figuren nicht gut genug. 
- Das Beziehungsgeflecht ist nicht klar, jede Figur handelt für sich,  
ohne Bezug. 
- Der Plot legt eine Richtung fest, die Figuren marschieren in die  
andere. 
- Die Geschichte ist nicht eindeutig. 

Wenn du deine Figuren nicht gut genug kennst, arbeite sie  
detaillierter aus. Vor allem zu Motiven, Zielen, Handlungsweisen,  
Konflikten etc. (s. o.) 

Wenn das Beziehungsgeflecht nicht klar ist, nutze Mindmap oder  
Cluster, Tableau oder Organigramm, um bildlich darzustellen, wer mit  
wem wie verbunden ist, wer von wem abhängig, welche Beziehungen  
bestehen, wo Brüche Figuren trennen ... Mach dir klar, wo Konflikte  
der Figuren untereinander herrschen und wie sie ausgelebt werden. Gibt  
es überraschende Verbindungen der Figuren? Existieren Geheimnisse? 

Wenn dein Plot anders laufen soll als die Figuren laufen möchten,  
frage dich, woran das liegt. Klebst du zu sehr an der Planung, oder  
lässt du den Figuren zu viel Freiraum? Dann wirst du dich entscheiden  
müssen, was Vorrang haben soll: Plan oder Phantasie, logisch  
durchdachter Plot oder neu zu entdeckende Aktionen. Bedenke, dass  
alles beim Lesen eine Einheit ergeben soll; wenn du also zu viel im  
Plot mäanderst, weil es dir und deinen Figuren Spaß macht, wirst du  
später viel überarbeiten müssen. 

Wenn die Geschichte nicht eindeutig ist, versucht sie zu viel auf  
einmal: Entwicklungsstory und Weltenrettung und Liebesgeschichte und  
Magierkrieg und mythische Saga ... Nicht, dass das nicht ginge, doch  
müssen dann die Erzählstränge sauber ineinandergreifen statt wild  
durcheinander zu wuseln. Das ist machbar, aber schwierig. Es ist, als  
ob man etliche Partien dreidimensionalen Schachs parallel spielt. Und  
wenn es dich verwirrt, verwirrt es auch deine Figuren - und  
letztendllich den Leser. Willst du deine Figuren wieder führen, statt  
von ihnen geführt werden, überlege dir, welcher Erzählstrang die  
Hauptgeschichte bildet und wie die Figuren damit umgehen werden.  

(Näheres dazu in Teil 3 im nächsten Tempest beim Thema "Plotplanung".) 

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Emden, gibt Schreibkurse und führt  
eine Roman-Werkstatt, http://www.romantisch.essdeh.de, veröffentlicht  
sporadisch und schreibt an ihrem dritten Roman. 


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AUTORENWISSEN: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


             "Kritikfähigkeit statt blindem Optimismus" 
                          von Ranka Keser 

"Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch  
Kritik gerettet werden." Das soll der Positivdenker Norman Vincent  
Peale gesagt haben. Bedauerlicherweise stimmt das, und ich will auch  
gerne erläutern, warum: 


         Lernen von den Meistern? 

Wenn man erfahrene Autoren fragt, welche Tipps sie angehenden Autoren  
geben können, lauten die zwei beliebtesten Antworten: a) viel lesen  
und b) niemals aufgeben. Mit Punkt a stimme ich völlig überein, bei  
Punkt b habe ich so meine Schwierigkeiten.  

Natürlich macht man sich bei angehenden Autoren viel beliebter, wenn  
man sagt, sie sollten die Hoffnung nicht aufgeben, als wenn man ihnen  
den Tipp gibt, sie sollen dankbar sein für jede Kritik. Kritik kann  
unbequem sein, sehr sogar. Sie kann endlose Diskussionen eröffnen, und  
wenn man einen Autor kritisiert, muss man sich Dinge anhören wie: "Sie  
haben das Manuskript nicht verstanden" oder: "Das ist nun einmal mein  
persönlicher Stil." Natürlich kann das stimmen, und es ist nun einmal  
so, dass die Beurteilung eines Manuskripts subjektiv ist. Tatsächlich  
kommt es gar nicht so selten vor, dass Geschichten in den Lektoraten  
Gefallen finden, man sie aber nicht unterbringen kann. So gesehen ist  
der Satz: "Das passt leider nicht in unser Verlagsprogramm" zwar oft  
eine Ausrede, aber manchmal stimmt er eben doch.  

Ich würde Punkt b ändern in den Tipp: Nehmen Sie jede Kritik dankbar  
an. Mitunter kann es besser sein, die Hoffnung aufzugeben und dafür  
ein neues Manuskript anzufangen. 


         Entscheidungen treffen, nicht diskutieren 

Ich habe meinen neuen Krimi an mehrere Verlage geschickt und bekam  
Absagen aufgrund des Schauplatzes Kroatien. Der Lektor eines großen  
Verlagshauses meinte, der Krimi hätte ihm sehr gut gefallen und er  
würde ihn gerne noch einmal lesen, wenn ich den Schauplatz nach  
Deutschland verlegen würde. Auf meinen Einwand, es gebe aber doch auch  
Skandinavien-Krimis und Italien-Krimis etc., war seine Antwort, da  
müsse man aber eine neue Reihe eröffnen.  

Langer Rede kurzer Sinn: Mein Krimi liegt in der Schublade. Ich habe  
nicht vor, den Schauplatz zu ändern. Ja, auch erfahrene Autoren können  
Sturköpfe sein. Letztendlich geht es nicht darum, als Autor alles  
blind zu übernehmen und zu ändern, sondern zu begreifen, was  
funktioniert und was nicht funktioniert. Ist man bereit, Kompromisse  
einzugehen, oder will man seinen persönlichen Stil beibehalten? Es ist  
sicher auch ein Zeichen von Weiterentwicklung als Autor,  
differenzieren zu können, was als persönlicher Stil gelten kann und  
was grobe Schnitzer sind.  

Diskutieren Sie nicht mit Lektoren oder Testlesern! Rechtfertigen Sie  
sich nicht, aber unterlassen Sie es bitte auch, den Kritiker zu  
maßregeln oder ihn gar der Inkompetenz zu bezichtigen.  

Eines meiner Jugendbücher hat sich sehr schlecht verkauft. Wie ich  
erfahren habe, lag es daran, dass viele Leser nach den ersten Seiten  
das Buch wieder zurück ins Regal gestellt haben, weil der Einstieg zu  
lange dauerte. Ich wünschte, ich hätte damals auf eine Bekannte  
gehört, die mir sagte, sie habe nur weitergelesen, weil sie eben meine  
gute Bekannte sei, andernfalls hätte sie das Buch zur Seite gelegt.  

An diesen beiden Beispielen möchte ich Ihnen eines veranschaulichen:  
Den Schauplatz des Krimis werde ich nicht ändern, weil dieser  
Kritikpunkt nichts mit Qualität zu tun hat. Das Jugendbuch hätte ich  
unbedingt noch einmal überarbeiten sollen, weil es aufgrund des  
schwerfälligen Anfangs kaum Leser fand.  

Versuchen Sie herauszufinden, ob die Kritik berechtigt ist und ob das  
Manuskript davon profitieren könnte. Lassen Sie sich nicht verbiegen,  
aber seien Sie auch nicht so vermessen zu glauben, dass Ihr erstes  
Manuskript ein Meisterwerk ist. Glauben Sie mir, ich bin froh, dass  
mein erstes Manuskript heute unauffindbar ist. Damals glaubte ich  
auch, ich hätte einen potenziellen Bestseller geschrieben. 


         Wen suchen Sie sich als Testleser aus? 

Meiden Sie unbedingt Hobby-Lektoren, die auf ihrer Homepage schreiben:  
"Ich lektoriere Ihr Werk ganz behutsam und greife nicht aggressiv in  
Ihr Manuskript ein." Einen großen Bogen sollten Sie auch um solche  
machen, die schreiben: "Ich weiß gar nicht, warum die Verlage sich  
ständig darüber beschweren, dass sie nur Schrott bekommen. Ich  
jedenfalls bekomme meistens ganz wunderbare Texte." Hier werden Sie  
nicht kritisiert, sondern bezahlen dafür, als Autor gestreichelt zu  
werden. Das bringt Sie als Autor aber nicht weiter! 

Machen Sie sich darüber Ihre Gedanken. Ich möchte Ihnen eines mit auf  
den Weg geben: Es gibt einen Dienstleister im Internet, der  
Manuskripte gegen Bares zu Büchern macht und verkündet, dass er 10 %  
aller Manuskripte ablehnen muss, weil sie unzumutbar sind! 

Nun kann es leider auch passieren, dass Sie ein sauberes Manuskript  
abgeben und der Dienstleister ein Schrottprodukt produziert. Das  
gibt‚s auch. Das ist mir mit BoD passiert. Mein Buch "25 DONTs für  
Autorinnen und Autoren" wurde von einer erfahrenen Verlagslektorin  
korrigiert und war sozusagen fehlerfrei. Das Endprodukt war ein  
Desaster mit fehlenden Buchstaben, hässlichen Lücken und w statt  
Fragezeichen. Ich musste das Buch vom Markt nehmen, weil ich das  
meinen Lesern nicht zumuten konnte. Recherchieren Sie also gründlich,  
wem Sie Ihr Manuskript überlassen möchten.  


         Seien Sie solidarisch 

Wer es schafft, ein Buch in einem renommierten Verlag zu  
veröffentlichen, möchte dieses Buch auch unter die Leser bringen;  
verständlich. Die Autoren organisieren Lesungen und lesen gratis! Oder  
sind in Buchhandlungen für Dumpingpreise zu haben.  

Doch wer gratis liest, der wird nicht vor großem Publikum stehen, denn  
eines ist in unseren Köpfen tief verankert: Was nichts kostet, ist  
nichts wert. Abgesehen davon fallen Sie damit allen anderen Autoren in  
den Rücken. Ich kenne eine Autorin, die ihr Kinderbuch für 2 % Honorar  
verschleudert hat. Eine andere meinte, wenn Diogenes ihren Roman  
veröffentlichen würde, dann würde sie sogar aufs Honorar verzichten.  
Es kommt nicht von ungefähr, dass die Verlage mittlerweile miese  
Konditionen anbieten, denn die Eitelkeit der Autoren lässt ihnen freie  
Bahn. Wenn man die Kollegen diesbezüglich kritisiert, stößt man auf  
Unverständnis. 

Als mir ein Jugendbuchverlag 4 % Honorar anbot, lehnte ich dankend ab.  
Auf mein Angebot, eine Staffelung nach Verkaufszahlen zu machen, die  
6,7 und 8 % beträgt, sagte die Lektorin, so viel habe ja noch nie  
jemand verlangt. Wir beendeten das Gespräch, und eine Stunde später  
rief sie noch einmal an. Der Verlagsleiter habe sich einverstanden  
erklärt.  

Lassen Sie sich durch Kritik nicht entmutigen, sondern inspirieren.  
Egal, ob es Kritik am Text ist oder die Art und Weise, wie Sie Ihr  
Buch vermarkten. Hören Sie zu, machen Sie sich Gedanken, und überlegen  
Sie, was das Beste für Sie und Ihr Buch ist. Trotz allem gilt  
natürlich: Bleiben Sie sich treu! 

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Ranka Keser veröffentlichte ihr erstes Buch 1995, ein Jugendbuch bei  
Beltz & Gelberg. Danach hat sie mehrere Kinder- und Jugendbücher  
geschrieben, später Krimis und Ratgeber, auch unter Pseudonym. Die  
Autorin wird demnächst einen Verlag gründen. 


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BUCHBESPRECHUNG: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


    "Verführung mit Worten. 33 Quickies für erfolgreiche Texte" 
                    besprochen von Gabi Neumayer 

Schreiben ist wie Sex, Schreiben ist sexy? Als ich den Titel dieses  
Ratgebers las, war ich eher abgetörnt. Klar, Sex sells, dachte ich ...  
Aber passt diese Metapher auf das Schreiben, lässt sie sich  
durchhalten - und was springt an Lustgewinn, äh: Gewinn fürs Schreiben   
am Ende heraus? Um es vorwegzunehmen: Es passt, es klappt, und  
AutorInnen, die sich darauf einlassen, werden mit einer Menge Schreib-  
und, ja, auch Lustgewinn belohnt. 

Sexy Texte sind für Angermayer solche, die unterhalten, unterhaltsam  
informieren und/oder unterhaltsam zu einer Reaktion bewegen. Mit  
Beispielen und einer Übersicht über verschiedene Verführertypen mit  
ihren (Schreib-)Stärken und -Schwächen geht es los. Im umfangreicheren  
zweiten Teil des Buches geht es dann an die Quickies: 33 kurze  
Schreib-, Denk-, Kreativitäts- und Selbstüberlistungsübungen, mit  
denen AutorInnen die verschiedensten Bereiche Ihrer  
Schreibpersönlichkeit kennenlernen, entdecken und trainieren können.  
Und jeder Quickie lässt sich innerhalb weniger Sekunden oder Minuten  
durchführen. Manches kennt man schon, anderes ist neu und  
überraschend. Aber alles lohnt sich - egal wo im Schreibprozess man  
gerade steht, mit welchen Problemen man kämpft und wo es gerade hakt. 

Dieser Ratgeber verhilft zu mehr Spaß am Schreiben, hält praktische  
Werkzeuge für die unterschiedlichsten Schwierigkeiten von AutorInnen  
bereit und trainiert sogar so etwas schwer Fassbares wie Schreib- 
Intuition und Schreibfluss. Und das alles kurzweilig, clever, witzig,  
praxisnah und unterhaltsam. Bis hierhin habe ich die allzu  
naheliegenden Formulierungen vermieden, aber abschließend werde ich  
nun doch schwach: Echt ein geiles Buch! 


Karen Christine Angermayer: "Verführung mit Worten. 33 Quickies für  
erfolgreiche Texte", 2011, 176 Seiten, 15,99 Euro, Kösel-Verlag 


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INTERVIEW: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

                    "Um den Inhalt zu spiegeln,    
       suche ich mir eine Romanszene oder ein Sinnbild aus" 
                      Interview mit Timo Kümmel 

Timo Kümmel ist freiberuflicher Illustrator mit zahlreichen  
Veröffentlichungen im In- und Ausland. Ihm verdanken Thriller wie  
"Alles bleibt anders" (Siegfried Langer, Atlantis Verlag) oder "Die  
Bruderschaft des Schwertes" (Christoph Lode, Goldmann Verlag) ihr  
Gesicht. In diesem Jahr wurde ihm für seine künstlerische Arbeit der  
Kurd-Laßwitz-Preis für das beste Titelbild im Bereich der  
deutschsprachigen Sciencefiction verliehen. Fasziniert, wie wir von  
illustrativen Talenten wie Timo Kümmel sind, haben wir ihn um ein  
Interview gebeten. 


Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Lieber Timo Kümmel, wir haben Ihre  
Buchcover-Galerie schon etliche Male besucht und sind jedes Mal aufs  
Neue fasziniert. Welche Überlegungen spielen für Sie beim Entwickeln  
eines Covers eine entscheidende Rolle? 

Timo Kümmel: Bei meiner direkten Zusammenarbeit mit den Verlagen ist  
es sehr selten der Fall, kommt aber schon mal vor, dass mir direkte  
Vorgaben gemacht werden, was als Motiv (also bspw. auch die  
Farbgebung) gewünscht wird. Für gewöhnlich habe ich aber völlig freie  
Hand, und da steht für mich natürlich der inhaltliche Bezug zum Roman  
an oberster Stelle. Idealerweise suche ich mir eine Romanszene oder  
ein Sinnbild aus, um den Inhalt zu spiegeln. Von vornherein versuche  
ich auch die Typografie mit einzubeziehen, ihr den nötigen Platz zu  
bieten, damit sie sich harmonisch ins Bild einfügt. Da ich für einige  
Verlage die Umschlaggestaltung gleich mit besorge, ist das ein  
fließender und spannender Prozess.  


RRB/TRB: Wie kommen Sie auf die Ideen für Ihre Illustrationen? Wie  
entwickelt sich eine Buchcover-Idee in Ihrem Kopf, auf dem Papier und  
am Computer? 

TK: Die engagierten Kleinverlage bieten mir meist die Möglichkeit,  
ebenso beherzt an Buchprojekte heranzugehen. Mittlerweile schaffe ich  
leider nicht mehr alles, aber im Idealfall lese ich jedes Manuskript,  
bevor ich auch nur einen Covervorschlag formuliere. 

Wird folglich kein direkter Gestaltungswunsch an mich herangetragen,  
entscheide ich mich selbst nach der Lektüre für ein Bild, das mir am  
eindrücklichsten erscheint, und versuche, es den Verlegern und Autoren  
schmackhaft zu machen. 

Dabei bin ich jemand, der lieber erst mal für sich in seinem stillen  
Kämmerlein werkelt und die anderen vor vollendete Tatsachen stellt.  
Einen Reigen an Entwürfen zur Auswahl zu stellen oder halbfertige  
Bilder vorzulegen, das war noch nie meines. Lieber füge ich im  
Anschluss Korrekturwünsche ein oder erarbeite ein völlig neues Bild,  
wenn es abgelehnt wird. 

Ich habe durch die Lektüre folglich ein fixes Bild vor Augen und suche  
mir dann meine Referenzmaterialien zusammen. In der Regel 30 bis 100  
eigene Fotos, aus deren Schnipseln ich mir am Computer eine Collage  
zusammenfriemele, bis mein Grundgerüst steht. Danach beginnt die  
eigentlich Arbeit, aus dem Schnipsel-Chaos einen stimmungsvollen Guss  
zu formen. Hierfür male ich mit meinem Grafiktablett über die Collage  
bis hin zum fertigen Bild.  

Schlussendlich folgt die Typografie und zumeist einige  
Korrekturwünsche von Seiten des Verlages, der Autoren und Betaseher.  


RRB/TRB: Wie lange arbeiten Sie im Durchschnitt an einem Cover? 

TK: Das kann sehr stark variieren, je nach Motivaufwand. Üblicherweise  
brauche ich ein bis zwei Wochen, es kann aber auch schon mal schneller  
gehen oder länger dauern. Grundsätzlich konnte ich über die letzten  
zwei Jahre mein Tempo deutlich steigern. 


RRB/TRB: Wie umfangreich ist bei der Gestaltung die Zusammenarbeit mit  
dem Verlag oder dem Autor? 

TK: Das hängt bei einem Direktauftrag vom jeweiligen Verlag und Autor  
ab. Manchmal bekomme ich auch keine Einsicht in die Manuskripte oder  
nur kleine Textauszüge und / oder direkte Gestaltungsanweisungen. Darf  
ich das Manuskript vorab lesen, ist es mir auch wichtig, den Autoren  
ein Feedback zu geben, sie nach ihren Wünschen zu fragen und nach  
getaner Arbeit in die Korrekturrunde mit den Verlegern mit  
einzubeziehen. Im Idealfall gibt es also drei Parteien, die mit dem  
Ergebnis glücklich sind und darauf Einfluss nehmen konnten. 

Verkauft meine Agentur ein Bild, liegt alle weitere Gestaltung in  
Händen des Verlages, davon erfahre ich in der Regel auch erst wenige  
Wochen oder Monate vorm Druck etwas und habe keinerlei Einfluss.  


RRB/TRB: Wie kamen Sie zum Illustrieren beziehungsweise Grafikdesign?  
Gab es ein bestimmtes Schlüsselerlebnis? Haben Sie Vorbilder? 

TK: Von Kindesbeinen an lag mir die Malerei in den Händen, aber  
tatsächlich war ich als Teenager vor meinen ersten grafischen  
Gehversuchen im Fandom primär als Autor aktiv. Doch Grafiker wie  
Fabian Fröhlich, CARYAD, Michael Marrak und Oliver Ferreira, die mit  
ihren großartigen Tuschezeichnungen manche Fanzines zu wahren  
Kleinoden erhoben, übten einen unwiderstehlichen Reiz auf mich aus. 

Mit der Begeisterung des Betrachters war es für mich nur eine logische  
Konsequenz, den Stift selbst in die Hand zu nehmen. Seitdem, also  
circa seit Mitte der 90er, versuche ich mich als Illustrator. Vorerst  
nur in Tusche, später in Öl und seit über einem halben Jahrzehnt mit  
dem Computer. 


RRB/TRB: Wir wir gesehen haben, haben Sie vor Ihrem Studium der Freien  
Malerei und Grafik eine Ausbildung zum Holzbildhauer gemacht. Hat  
diese erste Ausbildung einen Einfluss auf Ihre grafische Arbeit? 


TK: Tatsächlich entschied ich mich damals aus rein pragmatischen  
Gründen für die Holzbildhauer-Ausbildung. Ich fühlte mich nach der  
Fachoberschule Gestaltung noch nicht reif für ein Kunststudium.  
Plastisches Gestalten liegt mir durchaus nahe, aber Holz wäre nicht  
mein bevorzugtes Material ...  

Die Ausbildung war ein sehr interessanter und ein intensiver  
Lebensabschnitt, und ich möchte sie auf keinen Fall missen. Sicherlich  
wurde dadurch auch mein räumliches Denken geschult und findet  
Niederschlag in meinen Arbeiten. 


RRB/TRB: Wie erlernt man als Illustrator den Umgang mit verschiedenen  
Medien wie Computer, Bleistift oder Öl? Ganz zu schweigen von den  
Techniken Stimmung, Farbgebung, Portrait, Kontraste oder Proportionen?  
Ist man da mehr Autodidakt - wie es viele Autoren sind -, oder  
studiert man all das an der Hochschule? 

TK: Trotz meiner langen "Lehre" würde ich mich in erster Linie als  
Autodidakt bezeichnen. Natürlich nimmt man in den Schulen viel mit,  
vor allen Dingen die reine Praxis- und Erfahrungszeit, aber nicht jede  
Schule bietet die ausreichenden Ressourcen, um sich spezielle  
Techniken zu erarbeiten. Wenn man darauf hofft, sollte man sich vorher  
bis ins Detail schlau machen und Einrichtungen suchen, die genau das  
auf dem aktuellen Entwicklungsstand vermitteln können. 

Was ich am Computer verbreche, habe ich mir alles selbst beigebracht.  


RRB/TRB: Wie sieht Ihr Grafiker-Alltag aus? Wie dürfen wir uns Ihre  
Künstlerwerkstatt vorstellen? 

TK: Früher ordnete sich mein kompletter Lebensraum der Malerei unter.  
Selbst parallel zum Kunststudium und den fast jederzeit offenen  
Ateliers hatte ich noch eine zweite Staffelei und alle nötigen  
Malmittel daheim stehen. Meine Wohnungen waren immer mehr (heillos  
chaotischer) Arbeits- denn Wohnraum. Zu meinen "schlimmsten" Zeiten,  
als ich mich für das Kunststudium vorbereitete, hatte ich in Flur,  
Bad, Küche, Schlaf- und Wohnzimmer alles voll trocknender Ölbilder  
stehen. Da blieb nur ein schmaler Trampelpfad, um von A nach B zu  
kommen ∑ Die nach Terpentin und Farbe riechende Luft konnte man  
schneiden. 

Heutzutage sieht das ganz anders aus. Da sind nur mein Schreibtisch,  
der Computer, mein Grafiktablett und ich. Meine Lungen und das  
Lebensgefühl im Allgemeinen danken es mir, aber die leidenschaftliche  
Künstlerseele trauert diesem Katastrophenalarm schon mal wehmütig  
hinterher. 

Feste Arbeitszeiten habe ich nicht, mal bin ich schon um 7 oder 8 Uhr  
morgens diszipliniert dabei, mal komme ich erst nachmittags in die  
Gänge, bin dann aber noch bis 4 Uhr morgens zugange. Ich sehe einfach  
zu, dass ich am Ende der Woche mindestens 45 Stunden gearbeitet habe,  
dann bin ich zufrieden. 


RRB/TRB: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Grafiker aus? 

TK: Beobachtungsgabe, ein individuell ästhetisches Auge und -  
zumindest gelegentlich - ausgefallene Bildthemen. 

Ich denke, bei allen Kreativen, ob nun Grafikern, Autoren oder  
Sängern, muss unterm Strich nicht immer die Technik ausschlaggebend  
sein, viel mehr Tragkraft hat ein gewisser - nicht unbedingt näher zu  
erklärender - Zauber, der sich über die individuelle Sichtweise und  
Handschrift transportiert. Hier klärt sich, ob man sein Publikum  
findet und wie groß es sein wird. 


RRB/TRB: Arbeiten Sie auch an anderen illustrativen Themen wie Comics,  
Werbeplakate oder Mode? Welche anderen Themen könnten Sie reizen? 

TK: Ich bin tatsächlich sehr auf Bücher fixiert ∑ Vorstellen kann ich  
mir alles Mögliche, aber von mir aus würde ich den Stein vermutlich  
nicht ins Rollen bringen, da müsste man mich schon drauf ansprechen.  

Grundsätzlich lasse ich mich gerne für jeglichen Unfug begeistern. 


RRB/TRB: Hätten Sie noch einen besonderen Rat für angehende Grafiker  
und Grafikerinnen? 

TK: Ich würde mich selbst nach wie vor als angehenden Grafiker  
bezeichnen, der nach einem gewitzten MacGyver für die turmhohen  
Treppenstufen Ausschau hält ∑ Anderen zu raten wäre vermessen.  

Es ist leider kein lilalaune Ponyhof, dessen sollte man sich bewusst  
sein. Da lockt weder ein simples Leben noch Geld. Um auch nur die  
ersten Hindernisse zu meistern, sollte man es wirklich von Herzen  
wollen und sich berufen fühlen!  


RRB/TRB: Herzlichen Dank für das Interview! 

TK: Ich habe zu danken! Und einen lieben Gruß an die Leser! 


[Mehr über Timo Kümmel und seine Arbeit erfahrt ihr auf seiner  
Homepage http://timokuemmel.wordpress.com. - die Red.] 


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -  
keine Manuskripte zur Beurteilung. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


Drehbuch: Oliver Pautsch 
                            drehbuch at experte pt autorenforum pt de 
Fandom: Thomas Kohlschmidt 
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Fantasy: Stefanie Bense 
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Heftroman: Arndt Ellmer 
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Historischer Roman: Titus Müller 
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Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik 
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Kriminalistik: Kajo Lang 
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Lesungen: Rüdiger Heins 
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Lyrik: Martina Weber 
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Sachbuch: Gabi Neumayer 
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Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss 
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Schreibgruppen: Ute Hacker 
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Schreibhandwerk: Ute Hacker 
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Sciencefiction: Andreas Eschbach 
                            sf-autor at experte pt autorenforum pt de 
Übersetzung: Barbara Slawig  
                       uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de 
Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
                        verlagswesen at experte pt autorenforum pt de 

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Experten-Special: 
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Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen  
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt  
und in einem Buch zusammengefasst - thematisch sortiert und  
aktualisiert: 

Björn Jagnow: "Fragen und Antworten zu Urheberrecht, Verlagswesen und   
Vermarktung", 2009, 188 Seiten, 10,00 Euro, Edition Octopus 



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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen  
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit  
getrennter Mail kommt 
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ 

Einsendeformalien: 
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Rücksprache - erwünscht. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin  
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Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet  
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 Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de  
 Gabi Neumayer                redaktion at team pt autorenforum pt de 
 Stefan Schulz                     webmaster at autorenforum pt de 
 Thomas Roth-Berghofer  
                  Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de 
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