Ausgabe 13-05 (20. Mai 2011)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipps
Spannung, der Unterleib der Literatur
   Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Buchbesprechung
   "Die Schreibfitness-Mappe"
   besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit der Verlegerin Martina Campbell, Sieben Verlag
Des bösen Lektors Wörterbuch
Frag den Experten für Verlagswesen
   (Bjørn Jagnow)

EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

Spannend schreiben - gar nicht so einfach. Das zeigt sich auch im  
neuen Lektorat von Hans Peter Roentgen, in dem er uns einmal mehr  
praxisnah vor Augen führt, wie Spannung funktioniert und wie man sie  
erzeugen kann - allen Ablenkungen zum Trotz. 

Außerdem bringt euch der sonnige Mai-Tempest: ein Interview mit der  
Verlegerin Martina Campbell vom Sieben Verlag, jede Menge neue Lese-  
und Schreibanregungen, eine erhellende Expertenantwort und mehrere  
böse Lexikoneinträge von Honeyball Lektor. Neue Ausschreibung und  
Seminare gibt‚s natürlich auch, im zweiten Teil des Tempest. 

Der Tipp des Monats Mai, diesmal gefunden auf  
http://www.writingforward.com/blog: 

    Remember the credence of all writers:  
    butt in chair, hands on keyboard. 

Der Gewinner der aktuellen Überraschungsverlosung ist mit seinen "Küss  
mich, ich bin ein Autor!"-Minidialogen in unsere Lostrommel gekommen.  
Herzlichen Glückwünsch an Pit Gutzmann zu seinem neuen Leselämpchen!  
Wenn ihr mir Artikelvorschläge, Kurztipps fürs Editorial (dringend  
gesucht!) oder Erfahrungsberichte schickt, kann euer Name bei der  
nächsten Verlosung ebenfalls hier stehen. 

Genießt den Frühling, und schickt uns doch auch mal wieder frische  
Tipps und Beitragsideen, damit der Tempest weiter blüht und gedeiht! 

  Gabi Neumayer 
  Chefredakteurin 

~~~~~~~~~~~ 
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto  
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Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die  
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns  
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des  
Tempest). 

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
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ISSN 1439-4669   Copyright 2011 autorenforum.de. Copyright- und 
               Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
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 INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

    Editorial 
    Hall of Fame 
    Schreib-Kick 
    Lesetipps 
    Spannung, der Unterleib der Literatur 
       Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen 
    Buchbesprechung 
       "Die Schreibfitness-Mappe" 
       besprochen von Gabi Neumayer 
    Interview mit der Verlegerin Martina Campbell, Sieben Verlag 
    Des bösen Lektors Wörterbuch 
    Frag den Experten für Verlagswesen 
       (Bjørn Jagnow) 
    Impressum 


TEIL 2: 

    Veranstaltungen 
    Ausschreibungen 
    Publikationsmöglichkeiten 
         mit Honorar 
         ohne Honorar 
    Seminare 
    Messekalender 
    Impressum 


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HALL OF FAME: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -  
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen  
können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)  
nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich  
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen  
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage- 
Adresse. 
....... 
Ein Beispiel (!): 

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,  
Mystery-Thriller. 60 Zeichen - und kein einziges mehr! Inklusive  
Homepage! 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im  
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.  

ACHTUNG! 
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr  
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in  
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt  
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen  
muss, Lektorat bezahlt o. Ä. 

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an  
redaktion at team pt autorenforum pt de.  

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen  
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.  
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall  
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt! 
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Regine Kölpin (Hrsg.): "Deichleichen - Friesisch-herbe Kurzkrimis vom  
Jadebusen bis zum Dollart", KBV Verlag 2011, Kurzgeschichten 

Sabina Lorenz: "Aufhellungen", P. Kirchheim Verlag 2011, Roman.  
http://www.kirchheimverlag.de/index/lorenz-frame.htm 

Sonja M. Kientsch: "Die Ma-Ma-Ma-Mayers: Mama hebt ab", Scm R.  
Brockhaus-Verlag 2011, Kinderbuch. Zum Vor- oder Selberlesen (6-11  
Jahre) 

Sonja M. Kientsch: "Die Ma-Ma-Ma-Mayers: Der Schatz im Wald", Scm R.  
Brockhaus-Verlag 2011, Kinderbuch. Teil 2 der Mayer-Reihe 

Sonja M. Kientsch: "Leon, Luka und die Wilde Hilde", Scm R. Brockhaus- 
Verlag 2010, Erstlesebuch. http://www.lesefuchs-online.de 

Andrea Tillmanns: "Floßfahrt, Wippe und Regenbogen", Dreieck-Verlag  
2011, Kindergarten-Praxisbuch. Physik kann Kindern Spaß machen!  
www.dreieck-verlag.de 

Astrid Pfister: "Parrish`s magischer Spielzeugladen", Verlag Pia  
Bächthold, 2011, Kinderroman. In Zusammenarbeit mit der Stiftung "help  
and hope" 

Renée Holler: "Tatort Geschichte. Intrige am Hof des Sonnenkönigs",  
Loewe Verlag 2011, Kinderbuch. Ein Ratekrimi um Ludwig XIV.  
www.reneeholler.com 

Ursula Schmid-Spreer: "Die Nürnbergerin", AAVAA Verlag, Kriminalroman.  
http://www.wordart-nuernberg.de/Home.Uschi.htm 


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SCHREIB-KICK: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Unser Schreib-Kick für den Mai, diesmal von Pit Gutzmann: 

"Es war zehn Uhr morgens, und ich hatte schon die erste Kanne Tee  
intus. Ich hatte nur gelesen, nichts geschrieben. Es ging einfach  
nicht mehr. Nicht nach dem, was passiert war ..." 

Na? Fällt euch eine Fortsetzung ein? Was müsste passieren, damit  
selbst ihr hartgesottenen Schriftsteller die Feder weg legt? 


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LESETIPPS: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


http://www.buchreport.de/nachrichten/presseschau/presseschau_nachricht 
/datum/2010/12/20/umbruch-fuer-den-stationaeren-buchhandel.htm: Die  
"SZ" befragt Douglas-Chef Henning Kreke im Interview zur Bedrohung des  
stationären Handels durch das Internet über steigende Konsumlust und  
neue Ladenkonzepte. 


http://www.telegraph.co.uk/culture/culturevideo/7528322/Authors-Nicci- 
French-on-plot.html: The husband-and-wife team behind the thrillers of  
Nicci French talk about plot, inspiration, character, structure and  
how to get published. 


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig? 

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei  
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender  
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen  
hat, kann sie mir schicken. 

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die  
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu  
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer  
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der  
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht  
überschreiten! 
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                            "Dämonentod" 

Ich hasste es, wenn man mich anschoss. 
Zwar konnte mir die Kugel dank Daddys Zauber nichts anhaben, aber es  
fühlte sich einfach bescheuert an, wie die Kugel sich in den Zauber  
bohrte, der mich beschützte. Fast schon glaubte ich den Schmerz zu  
spüren, das Gefühl, wie Fleisch und Knochen dem Druck nachgaben. Aber  
dennoch war Dads Zauber zu stark; er verwandelte die Kugel in Staub  
und ließ mich unverletzt zurück. 
"Dämliche Parasiten", knurrte ich wütend und betastete langsam meinen  
Arm, um sicherzustellen, dass die Kugel den Zauber nicht beschädigt  
hatte. Es wäre nämlich ziemlich schlecht, wenn der Zauber, der mich  
mehr oder weniger unverwundbar machte, ausgerechnet jetzt nachlassen  
würde. Zu meinem Glück hielt der Zauber stand, auch, als meine  
Verfolger noch weitere Kugeln auf mich abfeuerten. 
Okay, die Typen hinter mir hießen nicht wirklich Parasiten. Sie wurden  
nur so genannt. Die korrekte  Bezeichnung wäre ja "Unterklassendämon",  
aber meiner Meinung nach klang es viel zu nett. Diese Dämonen  
ernährten sich von der Dunkelheit eines Menschen, übernahmen ihre  
Körper und zerfraßen deren Seelen, bis nur eine leere Hülle übrig  
blieb, die sie kontrollieren konnten. Alles, was sie taten, brachten  
nur Schlechtes. Sie verdienten keinen anderen Namen als Parasiten. 
Ich lief ein wenig schneller, auch wenn ich wusste, dass dies nichts  
brachte. Kaum hatte ich den Gedanken fertig gedacht, riss mich einer  
der Parasiten auch schon zu Boden. Ich hatte gerade noch rechtzeitig  
reagiert, damit ich mich mit den Händen abstützen konnte, aber dennoch  
landete der Besessene mit seinem ganzen Körper auf mir. Ich ächzte und  
stieß den Typen mit all meiner Kraft weg. Zwar rutschte der Parasit  
neben mich, aber er drückte mich immer noch mit seinem Körper zu  
Boden, sodass ich nicht aufstehen konnte. 
Der Parasit holte aus und rammte sein Messer in mein Schutzschild,  
worauf das harte Metall wie  Schokolade zerbrach und nur eine kleine  
Lücke in den Zauber riss. Shit, sie hatten Waffen, die mit einem Fluch  
belegt waren! 
Seine schmierigen Finger befühlten meine Kleidung und ich spürte  
seinen widerlichen Atem im Gesicht. Auf einmal riss er ein Ärmel  
meiner Designerbluse herunter und drückte meinen Arm fest zu Boden,  
damit das Mal an meinem linken Unterarm ihm offenbart wurde. 
"Sie ist es", schnarrte er zu seinen Kollegen, die langsam näher kamen  
und sich in meine Nähe knieten. "Hades' kleiner Liebling." Der Parasit  
hatte wohl schon seit längerem kein Wasser mehr vom Nahen gesehen:  
Sein Atem stank nach Fleisch und Blut, während seine ungekämmten Haare  
zottelig von der Stirn hingen. Seine verdreckte Hand mit den widerlich  
dicken Fingern tastete sich über meinen Hals, auf der Suche nach dem  
Loch in Dads Zauber, den sie nutzen konnten, um mich zu töten. 
Ich blieb erst still liegen, damit er dachte, ich würde aufgeben. Und  
dann, als er sich in Sicherheit wiegte, trat ich voller Kraft mit  
meinen hohen High Heels zu. Direkt in die empfindliche Stelle eines  
Mannes. Zwar mag der Parasit ein Dämon sein, aber sein Wirt war ein  
Mann und da konnte er nicht verhindern, einen schrillen Schrei  
auszustoßen. 
Natürlich nutzte ich diesen Augenblick, entriss mich dem Parasiten  
Nummer eins und wollte wieder loslaufen. Aber ein anderer packte mein  
langes, dunkelrotes Haar und zwang mich zum Stillstehen. 
Plötzlich spürte ich ein Windhauch. Und einen Moment später schrie  
Bierbauch auf und sank tot zu Boden. Die Augen unnatürlich weiß  
verdreht, schlug sein lebloser Körper auf dem Asphalt auf. Ich stieß  
einen erschrockenen Schrei aus. 
"Nicht einmal ein dummes, sterbliches Kind könnt ihr töten." Die raue  
Stimme kam von oben. Sofort hob ich den Kopf, aber ich konnte nur ein  
Schatten erkennen. Sekunden später war es der namenlose Parasit, der  
getötet wurde. "Ein wehrloses, unfähiges Menschenkind." Voller Panik  
drehte sich Nummer eins, der einzig Verbliebene von meine Verfolger,  
um sich, doch trotzdem kippte er auf einmal ebenfalls um. Ohne dass  
ich etwas Verdächtiges gesehen hatte. 
"Hallo, Kleine." Die sinnliche Stimme erklang neben meinem Ohr, und  
als ich erschrocken herumfuhr, sah ich wieder nichts. "Ich bin hier  
oben." Dem Klang der Stimme folgend riss ich den Kopf nach oben. 
Eine Gestalt saß am Dach des Hauses neben mir. Moment! Er stand doch  
eben noch neben mir! Wer war es? Wer konnte in so kurzer Zeit drei  
Parasiten samt ihrer Wirte töten? Wer konnte sich so schnell bewegen?  
Ich konnte nur dunkelrotes Haar erahnen. Es war ein junger Mann. Und  
als er meinen Blick auf sich spürte, leckte er sich auf so eine Weise  
das Blut von den Fingern, dass mir der Atem wegblieb. Doch dann  
richtete er seinen Blick auf mich; einzig seine rot leuchtende Augen  
konnte ich in der Dunkelheit erkennen. 
Ein Jaspis. 
"Zeit zu sterben, Süße", hauchte er verführerisch, als flirtete er  
gerade mit mir und hätte nicht beschlossen, mich zu töten. Dann hob er  
eine Hand ∑ und plötzlich fingen überall um mich herum in den Schatten  
rote Augen an zu glühen. Mittelklassendämonen, kurz, Zombies.  
"Shit", zischte ich. Jetzt war mein Tod sicher. 
Einer der Zombies schoss in unglaublicher Geschwindigkeit aus den  
Schatten auf mich zu. Ich kniff panisch die Augen zusammen, bereitete  
mich seelisch schon auf die auf mich zukommende Schmerzen vor. 

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                  Lektorat von Hans Peter Roentgen 

Ein Mädchen auf der Flucht, mit einem magischen Schutz vom Daddy und  
einem Haufen Unterklassedämonen, die sie verfolgen. 

Eine schöne Erzählstimme, wir haben eine gute Vorstellung von der Ich- 
Erzählerin, und einen spannenden Plot gibt es auch. An Person oder  
Handlung gibt es also nichts zu bekritteln. Trotzdem überzeugt die  
Szene nicht so ganz. Was fehlt also? 

Einmal das Tempo. Erst im vierten Absatz erfahren wir, dass sie läuft,  
vorher erfahren wir ihre Überlegungen, und die klingen nicht nach  
jemand, der außer Atem durch die Gassen hetzt. Zumal sich zwischendrin  
im Text auch immer wieder Erläuterungen finden. Und was ist mit den  
Bezeichnungen der Dämonen? "Unterklasse-Dämon" oder  
"Mittelklassedämon" ist zwar eine witzige Idee - aber noch passt der  
Witz nicht ganz. Da sollte man etwas andere Begriffe, Begriffe mit  
mehr Pointe wählen. Wie wäre es mit "Dämonen-Prekariat"? 


         Die ersten Absätze 

Nehmen wir mal die ersten beiden Absätze. Das Wichtigste, nämlich dass  
Daddys Zauber die Kugeln abhält, erfahren wir gleich zu Beginn. Da  
lohnt es sich, die Reihenfolge umzudrehen. Und wie fühlt es sich an,  
wenn sich die Kugel in den Zauber bohrt? Hier wird nur gesagt, wie es  
sich fast anfühlt. Versuchen wir es mal. 

.......... 
Ich spürte, wie die Kugel sich in meinen Rücken bohrte, aber das war  
natürlich Einbildung. In Wirklichkeit verwandelte sie sich in Staub  
und zerstob auf dem Strassenpflaster. Dads Zauber war einfach zu  
stark, als dass mich eine Kugel hätte verletzen können. 
.......... 

Und was ist mit dem Absatz, in dem sie ihren Arm betastet, um zu  
prüfen, ob er verletzt ist? Eigentlich weiß sie ja, dass sie durch  
Kugeln nicht verletzt werden kann, und eigentlich sollte sie sich  
sputen, bevor die Dämonen mit wirkungsvolleren Waffen über sie  
herfallen. Und die Überlegungen, wie unangenehm es wäre, wenn der  
Zauber nachlassen würde, bremsen ebenfalls. Dieser Absatz müsste  
eindeutig mehr Tempo erhalten.  

.......... 
"Dämliche Parasiten" knurrte ich und lief weiter, wobei ich den Arm  
betastete, ob der Zauber nachließ. Er ließ nicht nach.  
.......... 

Nehmen wir den nächsten Absatz: Hier wird viel über die Parasiten  
erzählt, das sollte man straffen, da muss mehr Tempo rein, wie es sich  
für eine Verfolgungsszene gehört: 

.......... 
Okay, die Typen hießen nicht wirklich Parasiten. Die korrekte   
Bezeichnung wäre ja "Dämonenprekariat", aber das klingt viel zu nett.  
Sie ernähren sich von den Seelen der Menschen, übernehmen ihre Körper  
und zerfressen sie, bis nur eine leere Hülle übrig bleibt. So wollte  
ich nicht enden. 
.......... 

Hier habe ich gekürzt, mich auf die grundlegenden Aussagen beschränkt  
und das ins Präsens gesetzt - so klingt es lebendiger. 


         Die Bedrohung 

Dann kommt der nächste Absatz, und da läuft sie "ein wenig schneller".  
Klingt nicht sehr bedrohlich, wenn man nur ein wenig schneller laufen  
muss, vor allem dann nicht, wenn es nichts bringt.  

Ach ja, warum bringt es nichts, schneller zu laufen? Das würde uns  
sagen, was hier bedrohlich wäre, aber das fehlt im Text. Warum rennt  
sie nicht, so schnell sie kann? Warum würde das nichts bringen? Wenn  
das hier stünde, hätten wir ein besseres Bild der Situation und der  
Gefahr. So klingt dieser Absatz nur sehr geruhsam.  

Dann reißt ein Dämon sie zu Boden. Jetzt wird es bedrohlich, aber  
vorher wird noch erwähnt, dass sie einen Gedanken zu Ende denkt. Das  
nimmt der Bedrohung die Gefahr. Obendrein wird in der Szene ein  
Rücksprung gemacht ("Ich hatte gerade noch rechtzeitig reagiert"),  
eine Erzählung, die plötzlich ins Plusquamperfekt wechselt. Und sie  
stößt den Parasiten beiseite, und trotzdem liegt er immer noch auf  
ihr. Wie das? Entweder kann sie ihn zu Seite drücken, dass er neben  
ihr liegt, oder er liegt immer noch auf ihr. 

Versuchen wir es einmal ohne Zeitwechsel und mit etwas mehr Bedrohung: 

.......... 
Ich raste los, doch ein Parasit war noch schneller. Er riss mich zu  
Boden. Im Fallen drehte ich mich und konnte mich mit den Händen  
abstützen, aber dennoch landete der Besessene mit seinem ganzen Körper  
auf mir und drückte mich zu Boden. Ich ächzte und stieß ihn mit all  
meiner Kraft von mir. Doch er ließ sich nicht wegstoßen. 
.......... 

Und so sollte auch die Szene geschildert werden, in der er ihr das  
Messer in den magischen Schutz rammt: 

.......... 
Der Parasit zog ein Messer und rammte es in meinen Schutzschild. Das  
harte Metall zerbröselte wie Schokolade. Aber es riss eine kleine  
Lücke in den Zauber. Shit, sie hatten Waffen, die mit einem Fluch  
belegt waren! 
Dann drückte er meinen Arm fest zu Boden und riss den Ärmel meiner  
Gucci-Bluse ab. Das Mal an meinem linken Unterarm kam zum Vorschein. 
.......... 

Vor allem der letzte Satz ist wichtig. "Damit das Mal an meinem linken  
Arm ihm offenbart wurde", da fällt die Geschichte aus der Perspektive  
der Ich-Erzählerin heraus, und außerdem wird die Hauptsache - dass er  
das Mal sieht - in einen Nebensatz verpackt. 


         Anschaulich, aber keine Erläuterungen 

Dann verkündet der Dämon, dass sie die richtige Person gefunden haben  
und wir erfahren von schlechtem Atem und zotteligen Haaren. Aber  
Letztere werden sehr pauschal geschildert, man müsste dem Leser  
deutlicher ein Bild vor Augen führen. Vielleicht so: 

.......... 
"Sie ist es", schnarrte er, "Hades' kleiner Liebling." Sein Atem stank  
nach verfaultem Fleisch, und seine zotteligen Haare fielen mir ins  
Gesicht. Seine Hand tastete mit den dicken Fingern über meinen Hals  
und suchten nach einem Loch in Dads Zauber. 
.......... 

Hier habe ich alle überflüssigen Erläuterungen gestrichen. Dass er das  
Loch im Zauber sucht, um sie zu töten, wird sich jeder Leser denken.  
Auch im nächsten Absatz finden sich zu viele Erklärungen, außerdem  
wird ein Dämon sich nicht damit begnügen, jemanden bloß zum  
Stillstehen zu zwingen. Besser wäre hier: 

.......... 
Ich blieb erst still liegen, dann, als er sich in Sicherheit wiegte,  
trat ich voller Kraft mit den High Heels zu. Direkt in die  
empfindliche Stelle eines Mannes. Zwar haben Parasiten keine Eier,  
aber sein Wirt schon, und dessen Schmerz ließ den Parasiten aufheulen.  
Das nutzte ich und sprang auf. Aber ein anderer packte mein langes  
Haar und riss mich wieder zu Boden. 
.......... 

Dann werden die Dämonen hinweggefegt. Hier könnte man noch etwas  
polieren, aber im Großen und Ganzen stimmt die Szene. Danach der  
Schluss, der junge Mann, der sich das Blut von den Fingern leckt. Da  
wird viel zu ausführlich räsonniert, wer dieses Wunder vollbracht hat.  
Besser, man lässt die Szenerie eindrücklich wirken: 

.......... 
"Hallo, Kleine", hauchte eine sinnliche Stimme neben mir. Ich fuhr  
erschrocken herum, sah aber niemand.  
"Ich bin hier oben." Ich riss den Kopf hoch und schaute nach oben. 
Eine Gestalt saß am Dach des Hauses. Es war ein junger Mann. Und er  
leckte sich auf eine Art das Blut von den Fingern, dass mir der Atem  
wegblieb. Dann richtete er seinen Blick auf mich; einzig seine rot  
leuchtende Augen konnte ich in der Dunkelheit erkennen. 
Ein Jaspis. 
"Zeit zu sterben, Süße", hauchte er verführerisch, als flirtete er  
gerade mit mir. Er hob eine Hand, und plötzlich glühten überall rote  
Augen auf. Mittelklassendämonen, im Volksmund auch Zombies genannt.  
.......... 

Und dann der schöne Schluss: "Jetzt war mein Tod sicher." Damit würde  
ich das Kapitel bzw. die Szene enden lassen. Was die Zombies dann tun,  
erfahren wir im nächsten Kapitel. Und der Leser muss weiterblättern. 

Sprache und Tempo sind für Spannung ganz wichtig. Allzu viele  
Überlegungen sollte man streichen, vor allem solche, die der Leser  
sowieso selbst nachvollziehen kann. Und die Sprache sollte ebenfalls  
zum Tempo beitragen. Zwar ist Sprache in Thriller und Horror nicht so  
wichtig wie in literarischen Texten, dennoch sollte man auf sie  
achten. Sie ist oft das Tüpfelchen auf dem I, die der Szene die  
richtige Spannung verleiht. 

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher "Vier Seiten für ein  
Halleluja" über Romananfänge und "Drei Seiten für ein Exposé".  
Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert. 


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BUCHBESPRECHUNG: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                     "Die Schreibfitness-Mappe" 
                    besprochen von Gabi Neumayer 

Welcher Schreibtyp bin ich? Planer, Drauflosschreiber,  
Patchworkschreiber? Diese Frage stellt sich jeder irgendwann, der  
beruflich schreibt oder schreiben muss. Und in vielen Ratgebern gibt  
es Selbstchecks, mit denen man das herausfinden können soll. Fragen,  
Antworten und die daraus abgeleiteten Tipps gehen dabei nur leider  
selten über das Niveau eines Psychotests in einer lllustrierten  
hinaus.  

Ganz anders im neuen Buch des profilierten Schreib-Coachs Ulrike  
Scheuermann. Hier werden Fragen gestellt, die einen wirklich zum  
Nachdenken und zu neuen Erkenntnissen bringen. Diese Autorin nimmt ihr  
Gegenüber ernst, und das macht ihr Coaching zu etwas ganz Besonderem.  
Denn niemand entspricht nur einem Schreibtyp, und deshalb kann auch  
niemand pauschal "therapiert" werden. Vielmehr gilt es, die konkrete  
Ursache für ein Problem zu identifizieren und dort anzusetzen. Darüber  
hinaus hat jeder Schreibtyp nicht nur Schwachstellen, sondern auch  
Vorzüge, die die Arbeit an anderer Stelle erleichtern können. Schon  
aus diesem Grund sollte man sich überall in diesem Buch abgucken, was  
man nur kann. 

Aber es geht nicht nur um Schreibtypen. Es gibt auch zahllose Tipps  
und 35 konkrete Übungen mit präzisen Hinweisen, wann welche Übung von  
Nutzen sein kann - von Denkbildern über Gedankensprint und  
Schreibgespräch bis zum Sprechschreiben und Rückstrukturieren -, mit  
denen man tatsächlich substantiell etwas am eigenen Schreiben  
verändern und verbessern kann. 

Außerdem lernt man in diesem außergewöhnlichen Buch jede Menge "echte  
SchreiberInnen" kennen, die mit den unterschiedlichsten Problemen  
kämpfen. Ob Jens, Martin oder Tamara: Bei jedem entdeckt man als  
LeserIn mindestens ein Schreibhemmnis, das man auch von sich selbst  
kennt. "Sigrun glaubt, alles muss rein", "Norbert schreibt zu knapp",  
"Larissa bleibt ständig stecken", "Katrin strukturiert endlos um" - so  
heißen einige der Kapitel in Teil 2 des Buches: "15 typische  
Problemfälle und wie sie sich lösen lassen". Das mit der Lösung ist  
keineswegs zu viel versprochen, denn die Analyse geht in die Tiefe und  
fördert dann tatsächlich Anhaltspunkte zutage, an denen man ansetzen  
kann. 

Auch wenn es nicht für professionelle AutorInnen geschrieben ist:  
Dieses Buch kann jedem, der schreibt, ganz neue Impulse geben und  
helfen, das eigene Schreibverhalten nachhaltig zu verbessern. Sehr  
empfehlenswert! 


Ulrike Scheuermann: "Die Schreibfitness-Mappe. 60 Checklisten,  
Beispiele und Übungen für alle, die beruflich schreiben", 2011, 144  
Seiten (Großformat), 19,90 Euro, Linde Verlag 


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INTERVIEW: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


            "Wir sind dankbar für jedes gute Manuskript" 
    Interview mit der Verlegerin Martina Campbell, Sieben Verlag 


Im September 2006 gründete Martina Campbell den Sieben Verlag. Im  
April 2007 eröffnete die Verlegerin mit Gian Carlo Ronellis Debüt- und  
Mystery-Thriller "Goweli - Der letzte Engel" das Verlagsprogramm.  
Seither hat sich der Sieben Verlag zu einer regelrechten  
Talentschmiede für talentierte Nachwuchsautoren entwickelt. Autorinnen  
wie Tanya Carpenter, Olga A. Krouk, Jennifer Benkau und Andrea  
Gunschera wurden von Martina Campbell entdeckt, und so ist der Verkauf  
von Taschenbuchlizenzen an große Publikumsverlage inzwischen ein  
weiteres Standbein des Verlags. 


Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Liebe Martina Campbell, was hat Sie  
dazu veranlasst, selbst einen Verlag zu gründen? Und wie kamen Sie auf  
diesen faszinierenden Verlagsnamen? 

Martina Campbell: Zunächst hatte ich eigene Erfahrungen als Autorin  
gesammelt. Als "Joy Fraser" schrieb ich beispielsweise für den Moments  
Verlag. Da mich die Hintergrundarbeit mehr und mehr faszinierte, lag  
es irgendwann nahe, den Schritt zum eigenen Verlag zu wagen. Nicht um  
mich selbst zu verlegen, sondern um anderen Autoren die Möglichkeit zu  
geben, ihre Werke zu präsentieren. Mir schwebte natürlich schon eine  
Richtung vor, und der Verlagsname kam mir spontan in den Sinn, weil  
die Zahl Sieben nicht nur magischen Charakter hat, sondern in meinem  
Leben öfter eine Rolle spielte. Es passte einfach. Außerdem gefiel mir  
der Klang. 


RRB/TRB: Wie wir sahen, lag der Schwerpunkt des Verlagsprogramms zu  
Beginn beim Mystery-Thriller, der Phantastik, der Fantasy-Romance bzw.  
dem Frauenroman. Inzwischen haben sich dem Verlagsprogramm längst  
Rubriken wie "Historischer Roman", "Krimi/Thriller", "Sachbuch" und  
Regionales" hinzugesellt. Wie kam es zu dieser doch sehr umfassenden  
Programm-Erweiterung? 

MC: Es war eher anders herum. Wenn man neu anfängt, möchte man vielen  
Ideen eine Chance geben. Leider hat uns die Wirklichkeit in Form des  
Buchmarktes schnell gelehrt, dass man nicht auf allen Hochzeiten  
tanzen kann. Sich zu spezialisieren war also das Ziel. Von Anfang an  
hing mein Herz an der Paranormal Romance. Leider schrieben das damals  
nur wenige Autoren, so dass wir mit Tanya Carpenter erst mal recht  
allein dastanden. Erst als sich das Genre am Markt festigte, bekamen  
wir auch weitere Autoren aus diesem Bereich hinzu. Nun konnten wir  
unserem Ziel entgegenstreben. Und Genres, die bei uns leider nicht so  
erfolgreich waren, haben wir eingestellt. Dazu gehören Thriller,  
Krimis, historische Romane, Frauenromane. 

Somit haben wir heute die Situation, dass wir in unserem Programm über  
ein kleines und, wie wir finden, sehr schönes allgemeines Programm in  
den oben genannten Kategorien verfügen, auf das wir auch sehr stolz  
sind, das aber aus vertriebstechnischen Gründen nicht weiter ausgebaut  
wird. Paranormal Romance mit all ihren Facetten ist hingegen unser  
Schwerpunkt geworden. In diesem Bereich kommen allein in diesem Jahr  
noch bis zu zehn Neuerscheinungen, auf die wir uns sehr freuen.  
Nebenbei bauen wir noch unseren Sachbuch- und Ratgeber-Bereich weiter  
aus. Diese Struktur hat sich aufgrund der Veränderungen auf dem  
Buchmarkt und der Geburtsstunde eines neuen Genres in Deutschland für  
mich zu meinem Wunschverlag entwickelt. Dafür bin ich sehr dankbar. 


RRB/TRB: Welche Voraussetzungen muss ein Manuskript erfüllen, damit  
Sie den Autor unter Vertrag nehmen?  

MC: Es muss vor allem durch Stil und Sprache überzeugen.  
Genrespezifisches, das neue Autoren oft nicht kennen, kann man  
besprechen und ggf. im Lektorat noch ausfeilen. Stimmt aber das Gerüst  
schon nicht, ist meist alle Mühe vergebens. Wir sind jedoch immer  
gerne bereit, mit unerfahrenen Autoren zu arbeiten, von denen wir  
glauben, dass sie ein ausbaubares Talent mitbringen. 


RRB/TRB: Wie sieht die Zusammenarbeit mit Ihren Autoren aus? Sind  
deutsche Autoren tatsächlich schwerer aufzubauen als ihre  
amerikanischen Kollegen? Wie gesagt, der Sieben Verlag ist uns gerade  
als Talentschmiede ins Auge gefallen. 


MC: Das ist ein schönes Kompliment, danke! Wobei ich aber einschränken  
möchte, dass wir die Talente nicht "schmieden" in dem Sinne, denn die  
Autoren bringen ihr Talent ja schon mit. Man könnte eher sagen, wir  
hatten bisher das große Glück, großartige Talente zu entdecken. Wir  
arbeiten auf lockere und aufrichtige Weise mit den Autoren zusammen.  
Ein Manuskript wird so lange gemeinsam überarbeitet, bis alle  
Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden sind.  

Die Frage nach dem Aufbau amerikanischer Kollegen stellt sich uns  
nicht, denn diese gehen mit anderen Voraussetzungen an den Start in  
Deutschland. Sie haben den Vorteil, in ihrem Heimatland bereits  
erfolgreich gewesen zu sein. Unsere Autoren müssen mit neuen Ideen  
jedes Mal wieder neu den Leser überzeugen, den Markt erobern. Sie  
haben diese "Vorschusslorbeeren" nicht. 


RRB/TRB: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Verlegerin, Lektorin und  
Redakteurin aus? Ihr Arbeitspensum muss immens sein. 

MC: Ich beginne den Arbeitstag morgens wie jeder andere, beende ihn  
aber manchmal erst spät in der Nacht. Besonders wenn eine  
Neuerscheinung raus muss oder sich sehr viele eingesandte Manuskripte  
angesammelt haben. Text-Arbeit kann aber auch mal auf der Terrasse  
erledigt werden, so dass ich mich auch in hektischeren Zeiten immer  
noch zu den Privilegierten zähle, die ihr Hobby zum Beruf machen  
konnten, und jede Minute davon genieße.  

Hinzu kommt, dass ich nicht alles allein mache. Mittlerweile habe ich  
ein wundervolles Team, bestehend aus Grafikern, Lektoren, Korrektoren.  
Auch für die Pressearbeit bin ich nicht mehr allein zuständig. All das  
hilft natürlich sehr. Der Spaß an der Arbeit und vor allem an unseren  
tollen Titeln, die Freude über den Erfolg unserer Autoren ist nach wie  
vor ungebrochen und spornt an. Mein Mann und meine Familie passen auch  
auf mich auf, damit ich nicht eines Tages unter Burnout leide. 


RRB/TRB: Die Buchcover des Sieben Verlags sind richtige Hingucker. Wie  
arbeiten Sie mit Ihren Grafikdesignern zusammen? 

MC: Danke, das freut mich sehr, und ich gebe das gerne weiter. Wenn  
ein Projekt dem Ende entgegengeht und das Kind quasi was zum Anziehen  
benötigt, wird unseren Grafikern das Buch vorgestellt. Mitunter geben  
wir eine Richtung an, äußern unsere Vorstellungen. Wir bekommen dann  
Entwürfe, und gemeinsam mit meiner Lektorin entscheide ich, welcher  
Entwurf letztlich den Zuschlag erhält. Unsere Grafiker sind so  
grandios, dass sie uns mit ihren Entwürfen immer wieder verblüffen,  
und Cover-Entscheidungstage sind oft unsere liebsten. 


RRB/TRB: Möchten Sie selbst eines Tages noch einmal zum Autorendasein  
zurückkehren? 

MC: Ich denke nicht, dass ich noch einmal selbst schreiben werde, aber  
man kann nie wissen. Dazu habe ich eigentlich keine Zeit mehr. Mit der  
Gründung des Verlags habe ich mich für diesen Weg entschieden und  
bedauere es nicht. 


RRB/TRB: Welches Buch/Magazin lesen Sie gerade? Was hat Sie davon  
besonders beeindruckt? 

MC: Leider komme ich seit ein paar Jahren viel zu selten zum privaten  
Lesen. Manuskripte prüfen ist sehr zeitaufwendig. Abonniert habe ich  
allerdings die "Federwelt", eine großartige Autorenzeitschrift, für  
die ich mir immer die Zeit nehme. 


RRB/TRB: Hätten Sie noch einen Rat für angehende Autoren? 

MC: Mein wichtigster Rat ist: Sich mit dem Handwerk befassen, wie ein  
Maurer das Mauern erst erlernen muss. Es gibt in jedem Beruf Regeln,  
Tricks, Tipps, die man kennen sollte. Viele Menschen denken sich, "ich  
habe eine Geschichte im Kopf, ich schreibe ein Buch". Dabei haben  
viele offenbar nicht mal in ein Buch in ihrem Regal geschaut, um sich  
beispielsweise über die simpelsten Zeichensetzungsregeln zu  
informieren. Ein dilettantisch abgegebenes Manuskript beeindruckt  
keinen Lektor oder Agenten. Ein sprachlich miserables ebenfalls nicht,  
da kann die Geschichte noch so ausgefallen und gut sein. Flapsige  
Umgangssprache, emotionsloses Erzählen und hoffnungsloser Genre-Mix  
sind die meisten Probleme unverlangt eingesandter Manuskripte. So  
viele gute Ideen müssen abgelehnt werden, weil die Ausführung  
ungenügend bis schlecht ist. Das finden wir sehr schade.  

Was Grund genug für uns war, in unserem Verlag Schreibratgeber für  
Autoren ins Programm zu nehmen. Ohne hier massiv Eigenwerbung  
betreiben zu wollen, rate ich doch jedem unerfahrenen Autor, sich  
Schreibratgeber näher anzusehen. Beispielsweise Hans Peter Roentgens  
"Vier Seiten für ein Halleluja" und "Drei Seiten für eine Exposé" oder  
Susanne Streckers "Schreibstilratgeber", der die häufigsten  
Anfängerfehler aufzeigt. Sehr viel mehr Manuskripte hätten gute  
Chancen auf Veröffentlichung, hätten sich die Autoren besser  
informiert. Es macht keinen Spaß, Absagen zu schreiben. Im Gegenteil,  
wir sind dankbar für jedes gute Manuskript. 


RRB/TRB: Herzlichen Dank für das Interview! 


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DES BÖSEN LEKTORS WÖRTERBUCH: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Schusterjunge 
Junger Schuster. 

Sprache 
Das am wenigsten geeignete Mittel zur Kommunikation. 

Stapel (im Buchladen) 
Achttausender für Autoren. 

Starautor 
Autor, der mehr signiert als schreibt. 

.......... 
aus: Dr. Honeyball Lektor / Stephan Waldscheidt (Hrsg.): "Zehn Gründe,  
eine Schriftstellerin zu heiraten", Satire, 128 Seiten mit Abbildungen  
und Cartoons. Mehr dazu: http://www.waldscheidt.de 


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
--------------------------------------------------------------------- 
Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -  
keine Manuskripte zur Beurteilung. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


Drehbuch: Oliver Pautsch 
                            drehbuch at experte pt autorenforum pt de 
Fandom: Thomas Kohlschmidt 
                              fandom at experte pt autorenforum pt de 
Fantasy: Stefanie Bense 
                             fantasy at experte pt autorenforum pt de 
Heftroman: Arndt Ellmer 
                           heftroman at experte pt autorenforum pt de 
Historischer Roman: Titus Müller 
                  historischer.roman at experte pt autorenforum pt de 
Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik 
                          kinderbuch at experte pt autorenforum pt de 
Kriminalistik: Kajo Lang 
                       kriminalistik at experte pt autorenforum pt de 
Lesungen: Rüdiger Heins 
                            lesungen at experte pt autorenforum pt de 
Lyrik: Martina Weber 
                               lyrik at experte pt autorenforum pt de 
Sachbuch: Gabi Neumayer 
                            sachbuch at experte pt autorenforum pt de 
Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss 
                         fortbildung at experte pt autorenforum pt de 
Schreibgruppen: Ute Hacker 
                      schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de 
Schreibhandwerk: Ute Hacker 
                     schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de 
Sciencefiction: Andreas Eschbach 
                            sf-autor at experte pt autorenforum pt de 
Übersetzung: Barbara Slawig  
                       uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de 
Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
                        verlagswesen at experte pt autorenforum pt de 

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Experten-Special: 
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Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen  
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt  
und in einem Buch zusammengefasst - thematisch sortiert und  
aktualisiert: 

Björn Jagnow: "Fragen und Antworten zu Urheberrecht, Verlagswesen und   
Vermarktung", 2009, 188 Seiten, 10,00 Euro, Edition Octopus 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN: 
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         Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Ich plane ein Buchprojekt mit Erfahrungsberichten von Menschen, die  
ich in speziellen Foren suche möchte. Was muss ich beachten? Was ist  
erlaubt? Wie sollte ich Betroffene am besten um Auskünfte bitten? Es  
handelt sich um ein sehr weit verbreitetes, empfindliches Problem.  
Vermutlich möchten denn die Leute, sollte ich welche finden, in  
anonymisierter Form berichten. 


Antwort: 
Grundsätzlich müssen Sie immer die Erlaubnis von Personen einholen,  
die Sie in einer Veröffentlichung darstellen oder wiedergeben wollen.  
Selbst dann, wenn Sie diese Personen anonymisieren. Wie Sie diese  
Erlaubnis dokumentieren, bleibt Ihnen überlassen, aber falls jemand  
später in Frage stellt, ob Sie etwas von ihm / ihr veröffentlichen  
durften, müssen Sie belegen können, dass er / sie zugestimmt hatte.  
Dazu eignen sich schriftliche Unterlagen, bei einem mündlichen  
Interview auch eine Aufzeichnung etc. pp. Speicherungen von E-Mails  
und Forenbeiträgen hingegen sind eher unzuverlässig, weil sie leicht  
manipuliert werden können und daher kein stichhaltiger Nachweis sind. 

Wenn Sie um Erlaubnis fragen, müssen Sie mitteilen, was und wie  
(Textform, Audio, Video ...) Sie veröffentlichen wollen. Falls  
erforderlich, können Sie vereinbaren, welche Passagen nicht  
veröffentlicht werden, oder auf andere Wünsche des Interviewten  
eingehen. Die Erlaubnis der Personen vorausgesetzt, ist alles weitere  
- gerade bei empfindlichen Themen - eher eine diplomatische als eine  
rechtliche Aufgabe. 

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und  
Buchhändler (http://www.bjoernjagnow.de/). Sein Fantasy-Thriller  
"Wilde Jagd" ist als kostenloses PDF lieferbar (http://nbn- 
resolving.de/urn:nbn:de:0062-wildejagd1-8). 


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen  
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit  
getrennter Mail kommt 
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Einsendeformalien: 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach  
Rücksprache - erwünscht. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin  
bzw. beim Autor.  

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Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet  
werden. 

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 Gabi Neumayer                redaktion at team pt autorenforum pt de 
 Stefan Schulz                     webmaster at autorenforum pt de 
 Thomas Roth-Berghofer  
                  Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de 
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