Ausgabe 13-01 (20. Januar 2011)

Editorial
Hall of Fame
Echo-Service
Schreib-Kick
Lesetipps
Autorenwissen
   "Das Genre eines Romans"
   von Stefanie Bense
Schreibkurs
   "Was Sie von Monstern mit Reißverschluss
   lernen können, Teil 1"
   von Stephan Waldscheidt
Marketing-Ideen
   "Die eigene Autoren-Webseite"
   von Cäcilie Kowald
Buchbesprechung
   "Gut und verständlich schreiben
   in zehn einfachen Schritten"
   von Ingrid Glomp
   besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Juliane Buschhorn-Walter und Claudia von Holten
Des bösen Lektors Wörterbuch
Frag die Expertin für Fantasy
   (Stefanie Bense)
Frag den Experten für Verlagswesen
   (Bjørn Jagnow)

EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren,

Der Januar beginnt gleich mit einer pickepackevollen Tempest-Ausgabe -
also ran ans neue Schreib-Jahr!

Unsere Fantasy-Expertin zeigt im "Autorenwissen", wie man das Genre
eines Romans bestimmen kann. Im ersten Teil seines Schreibkurses führt
uns Stephan Waldscheidt plastisch vor Augen, was man auch noch von
einem grottenschlechten Film fürs eigene Schreiben lernen kann.
Cäcilie Kowald erklärt detailliert, was zu einer professionellen
Autoren-Website gehört und wie man sie erstellt. Zwei Verlegerinnen
mit einem spannenden Konzept erzählen über ihre Arbeit im Interview.
Und dann gibt es natürlich noch Schreib- und Lesetipps, den Schreib-
Kick, hilfreiche Expertenantworten, eine Buchempfehlung, Neues aus
Honeyball Lektors Wörterbuch, neue Seminare und Ausschreibung ...
Fangt also am besten gleich mit dem Lesen an, wenn ihr bis zum
nächsten Tempest alles schaffen wollt!

Der Tipp des Monats Januar, diesmal von Veronika A. Grager:

Bitten Sie Freunde, die bei Amazon, Libri etc.
schon gekauft haben, für Ihr Buch eine Rezension zu schreiben.
Wenn ich Bücher mir unbekannter Autoren kaufen will,
sehe ich mir auch die Rezis an.

Solche kurzen Tipps wie diesen fürs Editorial brauchen wir - schickt
uns bitte welche aus euren bisherigen Erfahrungen! Ihr wisst ja, die
Überraschungsverlosung kann jede/n EinsenderIn treffen ... Und wer uns
auch in diesem Jahr unterstützen möchte, damit wir den Tempest
weiterführen können: Unsere Bankdaten für euren Beitrag findet ihr
gleich unter diesem Editorial.

Ein wunderbares, befriedigendes, fröhliches neues Schreibjahr!

Gabi Neumayer
Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto
von autorenforum.de:

Sparda Bank Südwest eG
BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2011"

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01

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ISSN 1439-4669 Copyright 2011 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

Editorial
Hall of Fame
Echo-Service
Schreib-Kick
Lesetipps
Autorenwissen
"Das Genre eines Romans"
von Stefanie Bense
Schreibkurs
"Was Sie von Monstern mit Reißverschluss
lernen können, Teil 1"
von Stephan Waldscheidt
Marketing-Ideen
"Die eigene Autoren-Webseite"
von Cäcilie Kowald
Buchbesprechung
"Gut und verständlich schreiben
in zehn einfachen Schritten"
von Ingrid Glomp
besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Juliane Buschhorn-Walter und Claudia von Holten
Des bösen Lektors Wörterbuch
Frag die Expertin für Fantasy
(Stefanie Bense)
Frag den Experten für Verlagswesen
(Bjørn Jagnow)
Impressum


TEIL 2:

Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum


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HALL OF FAME:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. 60 Zeichen - und kein einziges mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an
redaktion at team pt autorenforum pt de.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr
verschickt!~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~


M. Gregory Pärm: "Mörderischer Mittsommer", Verlag Personal Novel
2010, Schweden-Krimi. Polit-Krimi über Medikamentenfälschungen.
www.paerm.com

Nicole Makarewicz: "Jede Nacht", Erzählungen, Seifert Verlag, 2010.
Mehr Infos und Leseprobe unter www.nicolemakarewicz.com

Gerlis Zillgens/Sabine Both, "Supergirls - Mission Love", Thienemann
(Planet Girl) 2010, Jugendroman. Zwei junge Mädchen retten die Welt.
http://www.zillgens.de

Gerlis Zillgens/Sabine Both, "Supergirls - Mission Manga", Thienemann
(Planet Girl) 2010, Jugendroman. Zwei junge Mädchen retten die Welt.
http://www.zillgens.de

Heinrich von der Haar: "Kinderarbeit in Deutschland. Dokumentation und
Analyse", Kulturmaschinen Verlag 2010, Standardwerk. Historisches
Grundwissen. www.HeinrichvonderHaar.de

Lorene Ross: "Der Findelkürbis und andere Geschichten", Autumnus
Verlag Berlin 2010, Kinderbuch - Fabeln. http://www.autumnus-
verlag.de/Findelkuerbis.htm

Tanja Rast: "Stadt im Schnee", Arcanum Fantasy Verlag, 2010, Fantasy.
Erschienen in der Romanreihe "Weltenwanderer"

Tanja Rast: "Odins Waisen", Arcanum Fantasy Verlag, 2010,
Wikingerfantasy. Erschienen in der Romanreihe "Aegirs Flotte"

Dietmar Füssel: "Leidenschaft - Lateinamerikanische Liebesgedichte",
Liliom Verlag 2010. http://www.dietmarfuessel.com

S. A. Urban: "Einmal Sinti und zurück", Himmelstürmer Verlag 2010,
Homoerotisches Liebesdrama. http://www.myspace.com/sigrid.a.urban

J. Walther: "Benjamins Gärten", Debüt-Verlag 2010. Coming of age &
Coming out auf dem Land, www.janas-seiten.de


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ECHO-SERVICE:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

Märchen-Schreibwerkstatt

Märchen führen uns zu der Sprache und den Motiven, die uns bewegen.
Gruppe sucht neue Mitglieder. Wir treffen uns jeden dritten Dienstag
im Monat in Berlin-Schöneberg.

Telefon: (0 30) 7 82 00 07; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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SCHREIB-KICK:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Unser Schreib-Kick für den Januar, diesmal von Jennifer Schreiner:

Wenn Du dich nicht auf wirkliche Geschehen und lebende Personen
beziehst, kannst Du dir alle möglichen Figuren ausdenken. Wähle sie
aber so aus, dass sie zu deinem Text passen. Teile nicht nur ihre
Rollen mit, sondern stelle das Unverwechselbare an ihnen, das für
deinen Text Wichtige heraus. Lass diese Figuren ihrer Rolle
entsprechend denken, fühlen, reden, aussehen und sich bewegen.
Vielleicht sind auch ihr Beruf, ihre Vorlieben und besondere
Eigenschaften oder ihre Lebensumstände wichtig.

Gruppenübung:
Jeder beschreibt eine erfundene Figur und bittet anschließend den
Übungspartner darum, eine dazu passende Geschichte zu erfinden.

Einzelübung:
Gehe in ein Cafe, Eisdiele, Kneipe, einen öffentlichen Ort, und
beobachte die Leute. Schreib ihre Besonderheiten auf. Was gefällt dir,
was gefällt dir nicht? Könnte einer von ihnen eine Rolle in deiner
Geschichte spielen? Haben sie besondere Eigenarten, die eine deiner
Personen haben könnte, um sie menschlicher zu machen?


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LESETIPPS:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


http://schriftzeit.de: "Wie Sie Romane schreiben, veröffentlichen,
vermarkten und Ihre Leser verzaubern" - darum geht es in dem neuen,
extrem lesenswerten Blog des Satirikers und Schreibexperten Stephan
Waldscheidt (Tempest-LeserInnen auch bekannt als Wärter von "Honeyball
Lektor").

http://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-und-unterhaltung-mehr-
wumms-1.987808: Mehr Wumms: Immer weniger Bücher erlangen einen immer
größeren Kultstatus. Was angesagt ist, diktiert die Gesellschaft - und
man hat sich bei Strafe völliger Uncoolness gefälligst damit zu
beschäftigen.

http://www.scriptologist.com/Magazine/Tips/Logline/logline.html: What
It Is, Why You Need It, How To Write It. A logline is a one-sentence
summary of your script.


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AUTORENWISSEN:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Das Genre eines Romans"
von Stefanie Bense

[zusammengestellt aus einem Mailwechsel zwischen unserer Fantasy-
Expertin und einer Autorin - die Red.]


Zu welchem Genre gehört mein Roman?

..........
Frage: Ich habe einen Piraten-Roman geschrieben, der im 18.
Jahrhundert in der Karibik spielt.
Grundsätzlich berücksichtige ich die zeitlichen und örtlichen
Gegebenheiten, habe aber frei erfundene Personen, Orte und sogar ein
ganzes Inselvolk darin untergebracht. Da auch Menschen mit
übernatürliche Fähigkeiten darin vorkommen (z. B. Seher) bin ich mir
nicht sicher, ob der Roman nun zur Fantasy gehört oder zu den
historischen Romanen.
..........

Der Piratenroman ist ein eigenständiges Genre und entwickelte sich im
18. Jahrhundert. Die Ausrichtung ist romantisch-abenteuerhaft.

Ein Roman, dessen Hauptfiguren Piraten sind, kann aber alles mögliche
sein:

1. Historischer Roman
Die Piraten sind historische Personen gewesen, wie Bartholomew
Roberts, Edward England oder Charles Vane. Du schreibst zwar fiktiv
über sie (dazu gehört auch, dass du weitere Figuren erfindest), aber
die wesentlichen Ereignisse sind ihrer Biographie entnommen.

Ein historischer Roman versucht vor allem, beim Leser die Zeit und
Lebensumstände lebendig zu machen. Auch in einem historischen Roman
können Seher, Magier oder Fabeltiere vorkommen, allerdings nur, sofern
sie ausschließlich in der Wahrnehmung deiner Piraten-Figuren
existieren und nicht als eigenständige Figuren. Im 18. Jahrhundert
glaubten ja viele an Magie, Geister und Dämonen. (Nebenbei: Seher im
Sinne von Schamanen existieren heute noch. Beispiel: "Old Jamaica Rum"
von Ernst Friedrich Löhndorff.)

2. Abenteuer-Roman
Die Piraten und alle anderen Figuren sind frei erfunden, sie verhalten
sich jedoch wie historische Personen, bleiben also im realistischen
Milieu, sofern man das bei früheren Jahrhunderten realistisch
beschreiben kann. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Abenteuer mit
einem Schuss Romantik, der exotischen Kulisse und der Handlung.
Beispiel: "Captain Blood" von Rafael Sabatini.

3. Fantasy-Roman
Die Piraten, alle anderen Figuren und die fantastischen Kreaturen sind
samt und sonders erfunden. Magie existiert auch außerhalb der Figuren,
es gibt handelnde Drachen (als eigenständige Figuren), Greife,
Leviathane etc. - je nach deinem Welten-Konzept. Diese Welt sollte in
sich konsistent sein, d. h., sie muss in sich logisch, konsequent und
stimmig sein.

Das Hauptanliegen der Fantasy ist der "sense of wonder", das Staunen
über die exotische Umgebung, die wunderbare Welt und das Wunderbare in
Magie und Kreatur. Ohne Magie oder fantastische Kreaturen funktioniert
der Roman nicht. Beispiel: "Wellenläufer"-Trilogie von Kai Meyer
(kleiner Piratenanteil).

4. Utopischer oder Science-Fiction-Roman
Auch diese Formen sind möglich, wenn z. B. die Grundkonzeption des
Romans sich auf eine soziale Utopie (Piratenstaat) oder auf SF-
Hintergründe bezieht (Zeitreisender wird zu den Piraten verschlagen
und muss seinen Weg zurück in seine Zeit erkämpfen). Oft wird aus der
Sicht des Zeitreisenden geschrieben, der die Welt, in die er geworfen
wird, als barbarisch und verwirrend empfindet und sich erst in ihr
behaupten muss, um dann (verändert durch die Heldenreise) zurückkehren
zu können. Auch wenn du statt magischer Fähigkeiten Psi-Talente für
deine Figuren nutzt, geht das eher als SF durch.

Wichtig ist, ob deine Geschichte ohne die SF-Beigaben funktionieren
würde. Falls nein, ist es SF. Falls ja, wozu sind sie dann nötig?
Beispiel: "Städte der roten Nacht" von William S. Burroughs.

5. Jugendroman
Der Schwerpunkt liegt auf dem jugendlichen Publikum, also ist
überwiegend ein/e Jugendliche/r der Held / die Heldin oder zumindest
eine wichtige Figur. Es geht um Themen, die die jugendliche
Leserschaft interessiert: Erwachsenwerden, erste Liebe, Abenteuer,
Underdog gegen den Rest der Welt, Akzeptanz in der Gruppe ... In
welchem Milieu es spielt und mit welchem Hintergrund, ist
nebensächlich oder vom Verlagsprogramm abhängig. Beispiel: "Die
Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson.

... und alle Mischformen dazwischen!


Das "Etikett"

Eigentlich solltest du wissen, was der Schwerpunkt deines Romans ist,
denn danach musst du ihn ja aufgebaut haben. Ist der actiongeladen und
bringt die magische Komponente nur als "Beifang", tendiert dein Roman
sicherlich eher Richtung Abenteuer-Roman. Wichtig ist, dass du dich
fragst: Was ist das Hauptanliegen deines Romans? Würde er ohne die
Fantasy- oder SF-Elemente funktionieren? (Falls ja: wozu benötigst du
sie dann?)

Vermutlich wird ein Lektor oder Verleger sowieso ein verlagseigenes
Etikett verwenden; manchmal steht auf eindeutiger Fantasy auch nur:
Roman.

Ich würde mir die Verlagsprogramme genau anschauen, zumindest von
jenen Verlagen, denen du das Manuskript anbieten möchtest. Was haben
sie im Programm? Welche Kategorien verwenden sie? Und dann: Schau dir
ähnliche Bücher im Buchhandel an, schreib dir Titel und Kategorie auf,
vergleiche sie mit deinem Manuskript. Wie hättest du dein Buch
etikettiert, wenn du es einem Leser verkaufen wolltest? (Wer könnte
das besser wissen als die Autorin?)


Abenteuerroman?

..........
Frage: Aufgrund deiner Ausführungen kann ich meinen Roman nun
eindeutig dem Abenteuer-Roman zuordnen. Die Handlung spielt im
Piratenmilieu in der realen Welt und besitzt viel Action, aber auch
die Romantik kommt nicht zu kurz. Ich kann auch eindeutig sagen, dass
die übersinnlichen Teile darin als "Beifang" dienen (trotzdem sind
sie unverzichtbar), um die Geschichte in bestimmten Bereichen
voranzubringen. Zwar greife ich auch auf geschichtliche Details
zurück, diese sind aber zu unbedeutend, um sie dem anspruchsvollen
historischen Roman zuordnen zu können.

Als ich mit dem Roman anfing, war er als Abenteuer-Roman gedacht, aber
mit der Zeit bin ich unsicher geworden, ob man ihn wirklich so
bezeichnen kann. Einige Verlagsprogramme habe ich mir bereits
angesehen, aber leider darin nie den Abenteuer-Roman gefunden, sondern
lediglich Fantasy oder Historischen Roman.
..........


Genrebezeichnungen im Verlagsgeschäft

Abenteuerroman ist eine sehr, sehr alte Bezeichnung, auch wenn der
Begriff erst später geprägt wurde. Im Prinzip gehört schon Homers
"Odyssee" dazu. Schau dir mal den Wikipedia-Artikel und seine Links
an: http://de.wikipedia.org/wiki/Abenteuerroman. Ganz wissenschaftlich
ist der Artikel nicht, aber für eine erste Orientierung reicht es.
Ansonsten empfehle ich Metzlers Literatur-Lexikon oder Kindlers
Literaturlexikon oder vergleichbare Werke (die man übrigens häufig in
gut sortierten Stadtbüchereien findet, auf jeden Fall aber in der
nächsten Uni-Bibliothek, wenn an der Uni Literaturwissenschaft gelehrt
wird).

Wie die Verlage ihre Romane nennen, bleibt ihnen überlassen. Aus
Marketing-Gründen wird selten bis gar nicht auf
literaturwissenschaftliche Kategorien zurückgegriffen. Eher werden
Genres herangezogen, auch schon mal Phantasiebenennungen, wenn's denn
der Verkaufbarkeit dient, also den Absatz erhöht.

Beltz nennt seine Jugendbücher beispielsweise vornehmlich Abenteuer-
Romane. Gib mal bei Amazon "Abenteuerroman" ein, da gibt es viele
Treffer.

Unter http://www.buchhandel.de findest du unter dem Button "Stöbern"
ebenfalls Kategorien aufgeführt. (buchhandel.de und buchkatalog.de
sind die Datenbanken, aus denen Buchhändler die Bücher bestellen,
sozusagen Grossisten-Kataloge; inzwischen bieten viele davon ebenfalls
Bestellfunktionen für Privatkäufe, die dann aber über Buchhandlungen
vor Ort abgewickelt werden müssen). Hier fehlt die Kategorie
Abenteuerroman, weil er recht heterogen ist. Lieber arbeiten die
Grossisten mit "festeren" Genres wie Krimi, Thriller, Fantasy - weil
sich die Leser darunter eher etwas vorstellen können.

Letztendlich wirst du deinen Roman am besten als Piraten-Roman
anbieten und im Anschreiben und / oder Exposé auf Abenteuer und
Romantik hinweisen. Was dann der Verlag auf das Cover schreibt, wirst
du meist eh nicht beeinflussen können. Das legen sie nach ihrem
Verlagsprogramm fest und nach der Meinung der Vertriebsleitung, unter
welcher Flagge der Roman sich wahrscheinlich am besten verkauft.

In Buchhandlungen liegen übrigens kostenlose Verlagsprogramme und
Fachzeitschriften wie "Buchjournal" aus, die Neuerscheinungen
rezensieren oder vorstellen. Die kann man sich mitnehmen und gut zur
Verlagsrecherche nutzen. Ansonsten hilft auch mal eine Nachfrage bei
einer freundlichen Buchhändlerin (am besten nicht gerade im
Stoßgeschäft), ob es ausgewiesene Abenteuer-Literatur gibt und wo die
Piraten-Romane stehen. Auch in einer Stadtbücherei kann man dazu etwas
finden; meist kennen sich die Bibliothekare/innen dort gut aus, weil
sie häufig gefragt werden.


Ein praktischer Tipp

Übrigens: Ich kenne das gut, dass man irgendwann so im Romanmanuskript
steckt, dass man "das große Ganze" aus dem Blick verliert: "War doch
als Abenteuer gedacht, aber was ist es jetzt?" Da hilft es, einen ganz
kurzen Klappentext zu verfassen, wie man ihn hinten auf Buchcovern
findet, der die wichtigsten Hauptanliegen deines Romans aufnimmt - am
besten in nicht mehr als 60 Worten. Das ist nebenbei eine gute Übung,
um zu testen, ob einem klar ist, worum es im Buch eigentlich geht.

Diesen Klappentext oder auch eine Stichwortsammlung kannst du dir an
den PC kleben oder unter die Schreibtischunterlage klemmen oder
sonstwie sichtbar anbringen. So dass du immer mal wieder einen Blick
darauf werfen kannst.

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Emden, gibt Schreibkurse und führt
eine Roman-Werkstatt, http://www.romantisch.essdeh.de, veröffentlicht
sporadisch und schreibt an ihrem dritten Roman.


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SCHREIBKURS:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Was Sie von Monstern mit Reißverschluss lernen können, Teil 1"
von Stephan Waldscheidt

Als Autoren haben wir den Vorteil, dass wir unsere Zeit selbst dann
sinnvoll verwenden, wenn andere sie verschwendet sähen: beim Lesen
missratener Bücher und Ansehen schauderhafter Filme. Je schlechter das
Werk, desto mehr lässt sich lernen. Mehr lernen lässt sich nur an
guten Bücher oder Filmen. Und es macht mehr Spaß. Grundsätzlich kann
man sagen: Je weiter ein Werk von einer angestrebten Ideallinie
abweicht, desto eher fallen Abweichungen auf.

Kürzlich habe ich mir im Kino den Science-Fiction-Streifen "Skyline"
angesehen, eine dieser Nicht-ganz-billig-Produktionen, die aber ohne
Stars auskommen müssen, ein Film, der vor allem auf den DVD-Markt
zielt. Im Trailer gab es ein paar gelungene Aliens, und da ich Aliens
mag, je größer und widerlicher, desto besser, bin ich ins Kino. Ich
habe damit gerechnet, dass der Film schlecht sein würde. Die Aliens
immerhin sind so, wie man sich Invasoren aus dem All vorstellt: groß,
gnadenlos, gefräßig, ein bisschen schleimig und großzügig mit Augen
und Tentakeln ausgestattet. Und dank Digitaltechnik sieht man nicht
mal den Reißverschluss im Monster-Anzug.


Klischees

Der Film beginnt mit zwei Menschen im Bett. Sie erwachen von einem
Licht draußen. Das Licht ist blau. Die Frau steht auf. Sie geht aber
nicht, wie zu erwarten wäre, zum Fenster (Monika Musterfrau: "He,
mitten in der Nacht und ein intensives blaues Licht über ganz Los
Angeles, das muss ich mir ansehen."), nein, diese junge Frau geht
schnurstracks ins Bad. Wo sie sich übergibt.

Der Anfang mit Menschen im Bett ist ein Klischee, vor allem, wenn sie
gerade aufwachen. Das soll die heile Welt symbolisieren und die
unausweichliche Überraschung noch überraschender machen, diese Störung
des Alltags, die die Geschichte in Fahrt bringt. In diesem Fall war
die Überraschung das blaue Licht aus dem Himmel.

Dass die Frau sich übergibt, ist das nächste Klischee. Sofort wusste
ich: Sie ist schwanger. Wenn nüchterne Frauen im gebärfähigen Alter
sich im Kino übergeben, sind sie grundsätzlich schwanger. Vermutlich
gibt es da eine Verordnung, die das den Drehbuchautoren vorschreibt.

Dass weder Elaine noch ihr Freund gleich ans Fenster gehen und durchs
Rollo linsen, macht den Film zu Beginn schon so unglaubwürdig, dass
man den wenig sehenswerten Rest bereits ahnt.

Nach dieser zweiminütigen Szene hätte man das Kino verlassen können.
Bei Romanen kann man ähnlich schnell erkennen, was man im Weiteren von
ihnen zu erwarten hat. Kein Lektor hätte nach dieser Anfangssequenz
das Manuskript weitergelesen. Wieso dennoch immer wieder aus Skripts
dieser Qualität Filme gemacht werden, die Millionen kosten, ist eins
der Rätsel, die einem wohl nur ein Mann aus Hollywood erklären kann.

Wie geht es in Skyline weiter? Elaines Freund Jarrod hört aus dem
Nebenzimmer einen Schrei, rennt hinüber und findet eine aufgelöste
junge Dame, Denise, und ein offenes Fenster. Das blaue Licht draußen
zieht Jarrod an. Er geht zum Licht, wobei sein Gesicht unschöne
Krampfadern entwickelt. Stop.


Rückblenden

Hier begeht der Filmemacher den nächsten Fehler: Er blendet zurück. 14
Stunden zuvor landen Jarrod und Elaine in Los Angeles, wo sie zum
Geburtstag von Jarrods Freund Terry eingeladen sind, ein stinkreicher
Freund, in dessen Luxusapartment ein großer Teil des Films spielt
(Budgetbeschränkung, ick hör dir trapsen). Offenbar wissen Regisseur
und Produzent um die Qualität ihres Films. Denn sie vertrauen ihrer
Geschichte nicht. Statt sie chronologisch aufzubauen, beginnen sie mit
der ersten Action-Sequenz. Sie wollen die Zuschauer schnell an die
Angel haken. Sie vermuten (und vermutlich vermuten sie richtig), dass
der typische Zuschauer eines solchen Films nicht wegen der lästigen
Backstory gekommen ist, sondern eins und nur eins will: Action.

Verzichten Sie als Romanautor auf solche Mätzchen. Erstens reißen Sie
damit den Leser, der es sich gerade in Ihrer Geschichte gemütlich
gemacht hat, gleich wieder aus dem Sessel. Und zweitens haben Sie -
und Ihre Geschichte - solche billigen Tricks doch gar nicht nötig.


Die emotionale Verbindung zum Zuschauer

Ich weiß nicht, wem es zu verdanken ist, dass man bei "Skyline" an
dieser Stelle überhaupt eine Rückblende eingeschoben hat. Wer auch
immer es war, hat vermutlich irgendwo gelesen, dass Leser oder
Zuschauer erst eine emotionale Verbindung zu den Charakteren aufbauen
sollten. Denn erst dann fiebern sie richtig mit ihnen mit.

Leider wird die emotionale Verbindung trotz dieses Kunstgriffs nicht
geschaffen. Das verhindert das Drehbuch aus Plattheiten und Dialogen,
das wie aus anderen (schlechten) Filmen zusammengeschnitten wirkt. Ein
Kritiker von indieWIRE, Drew Taylor, schreibt, das Skript verfüge
weder über die erzählerische Qualität noch über die grundlegenden
Erzähltechniken, um mit diesem grellen Chaos oder den banalen
menschlichen Dramen in irgendeiner Weise zu fesseln. Viel schöner
klingt das im Original: "≠SkylineŒ, for all its ≠let‚s put on a showŒ
low-budget gumption, doesn‚t have the storytelling skills or the basic
narrative fundamentals to make any of the flashy mayhem (or mundane
human drama) compelling in the slightest. Instead, computer-generated
doo-dads zip across the screen without much dazzle, employing the
workmanlike sizzle of a top-shelf video game. For all its sizzle, it
doesn‚t mean a damn thing."
(http://blogs.indiewire.com/theplaylist/archives/2010/11/11/review_sky
line_is_a_bore_brain-sucking_dreck). Megan Lehman von The Hollywood
Reporter schreibt: "Skyline is a spasmodic and incoherent shambles
hampered by an astoundingly stupid screenplay." Zu schön zum
Übersetzen.


Handwerkszeug

Mit Joshua Cordes und Liam OŒDonnell haben zwei Profis aus Hollywood
das Skript verbrochen. Beide haben zwar bei vielen Filmen mitgewirkt,
aber noch nie als Drehbuchautoren. Das merkt man. Wer weiß, wie ein
Special Effect funktioniert, weiß noch nicht automatisch, wie eine
gute Geschichte funktioniert.

Für Sie stellt sich die Frage: Bin ich handwerklich schon so weit,
mich an einen Roman zu wagen? Die sollten Sie ehrlich beantworten,
auch mit Hilfe von Testlesern oder sogar Profis, und lieber noch
weiterlernen - und viel, viel schreiben.

[Teil 2 erscheint im Februar-Tempest. - Die Red.]

**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stephan Waldscheidt, Schriftsteller und Autoren-Coach. Zuletzt
erschienen: Die kleine Göttin der Fruchtbarkeit, Kindler 2010 (als
Paul Mesa). Auf http://schriftzeit.de bloggt er werktäglich übers
Schreiben und Veröffentlichen von Romanen. Fragen, Kommentare,
Einwände willkommen.


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MARKETINGIDEEN:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Die eigene Autoren-Webseite"
von Cäcilie Kowald

Sie haben sich die vielen Artikel im Tempest und die wohlmeinenden
Ratschläge von Freunden und Autorenkollegen zu Herzen genommen und
wollen nun auch endlich eine Autorenseite ins Internet stellen. Sie
haben Ihre Vita überarbeitet, ein schönes Pressefoto,
Bestellinformationen zu Ihren Büchern, ein paar hübsche Leseproben -
und jetzt? Wie wird daraus eine Webseite, ohne dass Sie einen Knoten
im Hirn oder ein Loch im Geldbeutel bekommen?

Keine Sorge, es ist gar nicht so schwer. Wer gar keine Lust auf
Technik hat, sollte sich vielleicht für ein paar Stunden einen
kompetenten Helfer suchen. Aber man muss kein Internet-Crack sein, um
mit relativ wenig Aufwand zu einer ordentlichen Webseite zu kommen -
und diese auch angemessen pflegen zu können.


Domain und Provider

Bevor es überhaupt losgehen kann, brauchen Sie eine Adresse für Ihre
Webseite, eine Domain. Und einen Server, auf dem diese Adresse rund um
die Uhr erreichbar ist. Den stellt Ihnen ein Webhosting-Provider (auch
kurz: Webhost) zur Verfügung.

Provider gibt es wie Sand am Meer; eine Übersicht und Empfehlungen
finden Sie z. B. auf http://www.webhostlist.de. Für eine kleinere
private Seite benötigen Sie nicht viel technische Ausstattung, so dass
die Kosten nur wenige Euro im Jahr betragen dürften.

Als Adresse sollten Sie nach Möglichkeit Ihren Namen verwenden - also
www.helmut-superautor.de. Wenn Sie Max Müller heißen und die Adresse
www.max-mueller.de leider schon vergeben ist, versuchen Sie es mit
www.autor-max-mueller.de oder www.max-mueller-schreibt.de. Das hat
auch den Vorteil, dass Sie nicht versehentlich von Leuten besucht
werden, die eigentlich den Dachdecker Max Müller suchen ...


Selbst pflegen oder nicht?

Als Nächstes sollten Sie sich entscheiden, ob Sie Ihre Webseite selbst
betreuen oder dauerhaft von jemand anderem pflegen lassen möchten.
Letzteres bedeutet, dass Sie sich nicht auf Ihre eigenen technischen
Fertigkeiten verlassen müssen, kann aber auch Aktualisierungen
verlangsamen und auf Dauer eine Menge Geld kosten. Grundsätzlich kann
man sagen: Je schicker eine Webseite ist, je mehr Animationen und
hübsche Effekte sie hat, desto mehr Programmierkenntnisse und desto
mehr Aufwand ist nötig, um sie zu erstellen - und auch, um sie zu
pflegen.

Wenn Sie darauf nicht verzichten wollen und jemanden alles machen
lassen, sollten Sie darauf achten, dass Inhalt und Design
programmiertechnisch voneinander getrennt sind. Das ermöglicht Ihnen,
später einmal das Design umzustellen, ohne gleich jede einzelne Seite
überarbeiten zu müssen. Sie können das Ihrem Webhelfer einfach so
sagen - wenn er (oder sie) nicht versteht, was Sie meinen, sollten Sie
sich ohnehin jemand anderes suchen.

Wer zumindest ein bisschen Spaß an technischem Gebastel hat und auf
jeden Fall seine Seite selbst pflegen möchte, ist am besten bedient
mit einem Content-Management-System. Die simpelsten Systeme dieser
Art, die aber auch am einfachsten zu bedienen sind, sind Blogging-
Plattformen wie die Open-Source-Software WordPress. Und keine Sorge,
Sie können sie auch verwenden, wenn Sie nicht bloggen wollen.


Die eigene Webseite mit WordPress realisieren

Wenn Sie schnell starten wollen, können Sie einfach auf
http://www.wordpress.com - kostenlos! - einen Account anlegen und
loslegen. Gegen eine geringe Gebühr können Sie auch die
Standardadresse - hubertsuperautor.wordpress.com - auf Ihre eigene
Webadresse www.helmut-superautor.de umleiten lassen. Oder Sie
installieren WordPress auf Ihrem eigenen Server bei Ihrem Webhosting-
Provider - das kostet nichts, denn WordPress ist Open Source. Sie
müssen nur beim Abschluss des Webhosting-Vertrags darauf achten, dass
die technischen Voraussetzungen für WordPress erfüllt sind, und dazu
wahrscheinlich doch ein etwas größeres Paket wählen (technisch
gesprochen, müssen MySQL inklusive einer Datenbank und php 4.3 oder
höher enthalten sein).

Das deutsche WordPress einschließlich Anleitung für die Installation
gibt es auf http://wordpress-deutschland.org. Die Installation dauert
keine fünf Minuten, und direkt danach ist WordPress betriebsbereit.
Erst einmal sind noch keine Inhalte da, und das Ganze hat einen
ziemlich scheußlichen Einheitslook; dafür hat man nach dem Log-in eine
hübsche Administrationsseite mit einem übersichtlichen Menü vor sich,
mit dem man das alles ändern kann.


Ein Design wählen
.................
Es gibt für WordPress unzählige frei verfügbare Designs (in Wordpress
heißen sie "Themes"), unter denen Sie nur wählen müssen - allerdings
kann einem bei der schieren Fülle schnell der Kopf schwirren. Für den
Anfang wählen Sie am besten ein möglichst schlichtes, dessen Farbe zu
Ihrem Werk passt. Als Autorin von Vampirliebesgeschichten liegt man
mit Schwarz-Rot nie verkehrt; wenn Sie literarische Belletristik
schreiben, ist alles möglich und Sie können einfach zu Ihren
Lieblingsfarben greifen. Gut ist, wenn der Seitenkopf ein Foto
enthält; man kann es leicht durch ein eigenes ersetzen und hat damit
schon eine persönliche Note gesetzt.

Das Gute ist: In WordPress ist die Trennung von Inhalt und Design
konsequent umgesetzt. Wenn Sie also später merken, dass Ihre Webseite
zu düster oder zu bunt oder zu lila ist, können Sie das einfach
ändern, ohne große Zeit- oder Datenverluste.

In jedem Fall sollten Sie sich bei der Auswahl und Anpassung des
Designs von jemandem helfen lassen, der damit Erfahrung hat. Denn weil
in WordPress jeder mitmachen darf, der will, gibt es auch jede Menge
Themes, die von Laien erstellt wurden - und die können Ihre schöne
professionelle Autorenwebseite schnell ganz schön dilettantisch
aussehen lassen.


Statische Seiten erstellen
..........................
Alle Informationen über Sie und Ihr Schreiben, die auf eine gute
Autorenwebseite gehören - Vita, Leseproben, Buchvorstellungen,
Termine, Kontaktmöglichkeiten - legen Sie jetzt als "Seiten" an. Dazu
klicken Sie einfach im Menü auf "Seiten" - "Neue anlegen", und Sie
bekommen ein Formular angezeigt, in das Sie einfach Ihren Text
eingeben können. Eine kleine Leiste mit Icons, die jedem Office-
Benutzer vertraut sein dürften, hilft bei der Formatierung. Dann in
der rechten Spalte auf "publizieren" klicken - fertig ist Ihre erste
Webseite!


Aktuelle Inhalte einbinden
..........................
Außer Seiten kennt WordPress aber auch Artikel. Das sind keine ganzen
Seiten, sondern Nachrichten, die automatisch auf Ihrer Homepage
veröffentlicht werden - die jeweils neueste wird oben eingefügt.

Ursprünglich war das gedacht, um einen Blog zu schreiben, eine Art
Online-Tagebuch. Doch auch, wenn Sie nur ab und zu Neuigkeiten haben,
können Sie die Artikel-Funktion hervorragend nutzen. Sie haben einen
Lesungstermin? Prima, schreiben Sie eine Nachricht: "Ich lese am 24.
Dezember in der Bücherstube Krippenstroh in Bethlehem. Im Anschluss
gibt es eine Signierstunde und Lebkuchen." Sie haben endlich statt des
alten Fotos, das Onkel Hermann auf dem Gartenfest aufgenommen hat, ein
paar hübsche Fotos vom Fotografen machen lassen? Auch toll, schreiben
Sie: "Neue Pressefotos jetzt auf der Download-Seite." Das
Publikationsdatums Ihres Buches rückt näher? Wie aufregend, schreiben
Sie: "Noch zehnmal schlafen, bis 'Warten auf das Christkind' in den
Läden liegt! Ich bin ja so aufgeregt!"

Viel mehr braucht es nicht, und aus Ihrer Visitenkarte im Internet
wird eine Kommunikationsplattform. Mit der Zeit werden Sie Erfahrung
und Übung bekommen, und wer weiß, vielleicht wollen Sie dann gar nicht
mehr aufhören.

Wenn Sie keine Nachrichten auf Ihrer Webseite veröffentlichen wollen,
können Sie den Blog übrigens auch abstellen. Dazu wählen Sie unter
"Einstellungen " - "Lesen" als Startseite einfach eine der statischen
Seiten aus, fertig.


Klein anfangen, stetig wachsen

Gleichgültig, ob Sie mit WordPress arbeiten oder sich für eine andere
technische Lösung entscheiden: Das Gute am Web ist, dass man Dinge
stets ändern kann. Anders als bei einem Buch, das ist, wie es ist,
sobald es gedruckt wurde, können Sie einfach mit dem anfangen, was Sie
schon haben, und dann nach und nach ergänzen. Wenn Sie noch keine
Leseproben haben - macht nichts, stellen Sie schon einmal Ihre Vita,
Kontaktdaten und eine Liste Ihrer Lesungstermine online. Achten Sie
nur darauf, dass alles, was Sie online stellen, Sie als
professionellen Autor erscheinen lässt. Also lieber gar keine
Leseprobe als nur eine Geschichte, die Sie in der Grundschule
geschrieben haben ...

Den Pflegeaufwand für Ihre Seite halten Sie überschaubar, wenn Sie
langfristige und aktuelle Inhalte strikt trennen. In der
Autorenbiographie sollte also nicht stehen "In diesem Jahr bekam ich
den Tempest-Förderpreis", sondern "Im Frühjahr 2010 bekam ich den
Tempest-Förderpreis" - damit Sie nicht an Silvester Ihre Webseite nur
deswegen aktualisieren müssen.

Natürlich sollte man wenigstens einmal im Jahr die ganze Webseite
kontrollieren, ob Informationen überholt sind oder etwas Wichtiges
hinzugekommen ist. Aktuelle Informationen wie Termine und Neuigkeiten
sollten Sie ohnehin lieber auf eine eigene Seite schreiben - diese
Seite sollten Sie allerdings dann tatsächlich aktuell halten, also
mindestens einmal im Monat, besser noch einmal in der Woche
aktualisieren. Denn nichts sieht verwahrloster aus als eine Webseite,
auf der der letzte "aktuelle" Termin bereits ein halbes Jahr alt ist.


Erreichbar sein

Nein, Sie müssen nicht Ihre Handy-Nummer im Netz veröffentlichen. Oder
besser gesagt: Tun Sie es nicht! Sie haben schließlich ein Recht auf
Privatheit, und die ist im Netz ohnehin allzu schnell dahin.
Andererseits müssen Sie natürlich Ihren Lesern oder wohlgesonnenen
Journalisten eine Möglichkeit geben, an Sie heranzukommen. Zumal jede
Webseite, gleich ob privat oder kommerziell, der so genannten
Impressumspflicht unterliegt, und das heißt: Name und Adresse einer
für die Webseite verantwortlichen Person müssen sein.

Daneben sollten Sie sich eine E-Mail-Adresse speziell für Ihre
Webseite einrichten - beispielsweise Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! - und die
Post getrennt von Ihrer privaten E-Mail-Adresse abrufen. Sie
reduzieren übrigens die Gefahr, mit unerwünschten Werbemails zugemüllt
zu werden, wenn Sie die E-Mail-Adresse nicht ausschreiben, sondern
info(at)meine-webseite(punkt)de oder info (a) meine-webseite (.) de.

Zusätzlich können Sie sich bei sipgate eine kostenlose VoIP-Nummer
(Voice over IP, also Telefon per Internet) einrichten. Wenn Sie kein
Telefon anschließen (was Sie nicht müssen bzw. ohne ein entsprechendes
Modem auch gar nicht können), können Sie den Anschluss so einrichten,
dass Anrufe automatisch auf einen virtuellen Online-Anrufbeantworter
geleitet werden; Sie bekommen die Nachrichten dann als Audio-Datei per
E-Mail zugeschickt.

Auf diese Weise können Sie ohne große technische Infrastruktur Ihre
berufliche von Ihrer privaten Korrespondenz getrennt halten. Natürlich
sollten Sie Ihre E-Mails täglich abrufen und auf Anfragen schnell
reagieren. Aber Ihre richtige Telefonnummer kennen nach wie vor nur
Ihre Freunde.


Von anderen lernen

Vorbildliche Autoren-Webseiten:

http://ingoschulze.com ?
Die Webseite von Ingo Schulze ist noch "richtig" programmiert (für
Insider: HTML mit CSS), mit minimalistischem Design und ohne
Schnickschnack, aber es ist alles da, was man braucht. Einziger
Minuspunkt: Die Lesungstermine sind so angeordnet, dass man zu den
aktuellen nach unten blättern muss.

http://www.janine-wilk.de ?
Janine Wilk hat sich für ein komplettes Content-Management-System
entschieden, das für eine einfache Autoren-Webseite eigentlich eine
Nummer zu groß ist - Joomla. Damit hat sie jedoch alle Freiheiten, mit
einem ähnlichen Comfort wie Wordpress. Wichtig auch bei ihr: Die
Gliederung ist klar, und alle wesentlichen Informationen sind schnell
zu finden.

http://www.mopsfidele-zeiten.de
Ich bin mir nicht sicher, wie Regine C. Henschel ihre Webseite gemacht
hat, aber ich bin sicher, dass ein professioneller Webdesigner seine
Hand im Spiel hatte. Dies ist ein Beispiel für eine technisch
aufwendige Seite, die jedoch einen sehr guten Gesamteindruck
vermittelt, der perfekt zu ihren Büchern passt. Sie werden jedoch auch
feststellen, dass sich die Gliederung kaum von den anderen
unterscheidet - der technische Aufwand ist also zwar hübsch, aber
nicht unbedingt nötig.

Und hier noch zwei Beispiele für Autoren-Webseiten, die mit Wordpress
realisiert wurden und ohne großen technischen Aufwand auskommen, dabei
aber sehr ansprechend und individuell sind:?
- http://www.noramelling.de/?
- http://www.sabrinajanesch.de

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Cäcilie Kowald ist seit 12 Jahren PR- und Marketing-Beraterin sowie
Absolventin der Tkt-Romanwerkstatt 2009. Obwohl sie bereits zahlreiche
Webseiten von Unternehmen und Künstlern betreut hat, ist ihre eigene
Webseite eine permanente Baustelle - aber das liegt einzig und allein
an ihr und nicht an WordPress!


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BUCHBESPRECHUNG:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Gut und verständlich schreiben in zehn einfachen Schritten"
von Ingrid Glomp
besprochen von Gabi Neumayer


Um es gleich zu sagen: Dies ist ein Praxis-Ratgeber für Menschen, die
nicht hauptberuflich schreiben - zum Beispiel WissenschaftlerInnen,
Trainer, Praktikerinnen, die sich in ihren Artikeln, Büchern oder
Vorträgen verständlich ausdrücken möchten. Aber auch AutorInnen können
von Glomps Ratgeber profitieren. Denn zum einen sind einige
Verständnishemmer (um nicht zu sagen: -hämmer) auch unter Profis weit
verbreitet, zum anderen wird verständliches Schreiben immer dann
schwierig, wenn man über ein Thema sehr viel weiß. Und AutorInnen, die
die Recherche ernst nehmen, sind immer auch ExpertInnen, die manchmal
zu viel wissen, um noch einfach und klar schreiben zu können.

Kurz, verständlich, praxisnah: So ist auch dieser Ratgeber selbst.
Glomp stellt die zehn größten Feinde eines guten und verständlichen
Schreibstils vor, unter anderem das Passiv, den Negativstil,
Wiederholungen, Nominalstil, "Blähwörter" und falsche Bezüge. Außerdem
gibt es einige hilfreiche Anmerkungen zu Grammatik, Groß- und
Kleinschreibung und Zeichensetzung.

Aber Glomp bleibt bei der Analyse nicht stehen: Sie zeigt Alternativen
auf und ermöglicht damit ihren LeserInnen, die Übungen am Ende jedes
Kapitels erfolgreich anzugehen.

Als Lektorin und Autorin, die sich jahrelang mit Sachtexten
beschäftigt hat, kann ich dieses Buch nur empfehlen: Die ausgewählten
Probleme gehören tatsächlich zu den wichtigsten, die Darstellung ist
ebenso gut wie verständlich. Für die Zielgruppe (s. o.) ein
wunderbarer und zeitsparender Weg, die eigenen Texte schnell und
effektiv deutlich zu verbessern. Und AutorInnen, die Nachhilfe im
verständlichen Schreiben oder einfach eine Erinnerungshilfe brauchen
können, sind mit diesem Buch ebenfalls bestens bedient.


Ingrid Glomp: "Gut und verständlich schreiben in zehn einfachen
Schritten. Ein Ratgeber und Workshop", 2010, 80 Seiten, 9,80 Euro, BoD
(auch fürs iPhone)


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INTERVIEW:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)


"Der Erste ist immer der schwerste"
Interview mit den Verlegerinnen
Juliane Buschhorn-Walter und Claudia von Holten


Wir sind Juliane Buschhorn-Walter und Claudia von Holten auf der
Frankfurter Buchmesse begegnet und haben dabei ihr Projekt "Amiguitos"
kennengelernt, eine Spielsprachschule, die 2004 gegründet wurde und
Kindern ohne Leistungsdruck spielerisch über zweisprachige Bücher,
authentische Musik, landestypische Märchen, abwechslungsreiche
Spielideen und vieles mehr die Sprachen Spanisch und Italienisch
vermittelt.


Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Liebe Frau Buschborn-Walter, liebe
Frau von Holten, wie kamen Sie nach Ihren Hochschulstudien auf die
Idee zu diesem Großprojekt? "Amiguitos" ist ja weit mehr als nur ein
Verlag. Dadurch können die Kinder nicht nur die Sprache, sondern auch
die Kultur des jeweiligen Landes kennenlernen.

Juliane Buschhorn-Walter/Claudia von Holten: Amiguitos ist als lokale
Spielsprachschule entstanden. Das war so: Wir haben 2002 die private
spanischsprachige Kleinkindgruppe "las mariquitas e. V." in Bremen
gegründet. Wir waren beide als ehrenamtliche Vorstandsmitglieder
eingebunden. Es gab eine enorme Nachfrage nach einem solchen Angebot,
aber nur acht Plätze für Kinder zwischen 1 und 3 Jahren. Doch viele
Eltern wären auch mit einem Spanischangebot, das nur einmal in der
Woche - möglichst in ihrer Region - stattfindet, sehr zufrieden
gewesen. So ist die Idee "Amiguitos" entstanden, und Anfang 2004
startete die erste mobile Spielsprachgruppe für Kindergartenkinder.
Bereits nach einem Jahr existierten 18 Gruppen in Bremen und dem
Umland und wir hatten zahlreiche muttersprachliche Spielleiterinnen.

Doch Anfragen hatten wir nicht nur in Bremen, sondern bundesweit. Für
eine professionelle Vermarktung war Begleitmaterial in Form von
Arbeitsheften und einer eigenen Musik-CD unabdingbar. 2007 konnten wir
die ersten Verlagsprodukte veröffentlichen und hatten so ein zweites
Standbein. Seit 2011 konzentrieren wir Gründerinnen uns auf das
Verlagsgeschäft. Parallel bieten wir ein Dach für Spielsprachschulen,
die nach unserem Konzept in ganz Deutschland und Österreich Kurse
anbieten, und schulen über Webseminare interessierte Pädagogen. Es
ging uns immer darum, dass Sprache erlebbar werden muss. Das geht nur,
wenn alle Sinne einbezogen werden. Es braucht Musik, Bücher, Fotos,
gesprochene Sprache, Spiele, Rezepte (also Geschmacks- und
Geruchserlebnisse) etc. Deshalb ist "Amiguitos" nicht nur irgendein
Verlag für Kinderbücher.


RRB/TRB: In diesem Jahr ist unter anderem Ihr spanisch-deutsches Buch
"fútbol en España / Fußball in Spanien" für die Kinder erschienen.
Worauf haben Sie bei den Texten oder Quizfragen ganz besonderen Wert
gelegt? Und wie schreibt man überhaupt ein zweisprachiges Buch?

JBW/CvH: Neben unseren Unterrichtsmaterialien bieten wir auch
zweisprachige Bücher an. Das sind einerseits Geschichten und Fabeln
aus den hispanoamerikanischen Kulturräumen, aber auch Sachbücher. Bei
allen Büchern hatten wir dabei immer im Hinterkopf, dass sich die
Bücher auch für erwachsene Spanischlerner eignen sollten. Nach unserem
Buch rund um das Thema Weihnachten in Spanien und Lateinamerika haben
wir 2009 begonnen, am Buch "fútbol en España / Fußball in Spanien" zu
schreiben. Wir waren uns da schon sicher, dass Spanien Weltmeister
wird!

Besonders Kinder lernen Sprache nicht als Selbstzweck, sondern
brauchen nach unserer Erfahrung ein interessantes Thema, über das sich
das Erlernen der Sprache quasi nebenbei ergibt. Fußball begeistert
viele Menschen und ist ein interkulturell sehr interessantes Thema.
Denn in Spanien sind einige Dinge, wie die Berichterstattung rund um
den Fußball, ganz anders, als wir es kennen. Dazu lässt sich am Thema
Fußball auch die spanische Geschichte beleuchten, und einige
Geschichtsereignisse haben sich zum Teil sehr deutlich auf den Sport
ausgewirkt.

Und wie schreibt man so ein mehrsprachiges Buch? Genauso wie auch ein
einsprachiges. Unser Konzept ist es, Geschichte(n) zu erzählen und die
Begeisterung zu vermitteln, die wir selbst für den
hispanoamerikanischen Kulturraum mitbringen. Es ist immer erst eine
Sprache da, die dann möglichst treffend (also nicht wortwörtlich)
übersetzt werden muss. Teile haben wir erst in Deutsch geschrieben,
andere erst in Spanisch. Wichtig ist am Ende, dass jeder Absatz
zweimal da ist, halt in jeder Sprache einmal.


RRB/TRB: In der Presse wurden Ihre Lehrwerke sehr gelobt, u. a. in der
HÖRZU, bei SAT1 oder Radio Bremen. Wie wir lasen, hat auch der
renommierte Schauspieler Peter Lohmeyer mit seiner markanten Stimme in
spanischer Sprache für Ihre Hörbücher gelesen, und sie konnten sogar
die chilenischen Liedermacher Ulli Simon und Ramòn Gorigoitia für ihr
Hörbuch-Projekt gewinnen. Wie kommt ein solches Hörbuch zustande? Gibt
es dafür zuvor eine Art Drehbuch?

JBW/CvH: Wir konnten Peter Lohmeyer für unsere CD "cantado y contado
para los amiguitos" als Sprecher gewinnen. Darauf sind wir noch heute
stolz, denn wir hatten ja zu dem Zeitpunkt noch kein einziges
Verlagsprodukt vorzuweisen. Wir wussten aber auch, dass ein bekannter
Name für das ganze Projekt "Amiguitos" notwendig war. Eine zweite
Herausforderung war, dass Peter die Texte ja auch in Spanisch sprechen
musste. Das war aber unproblematisch, denn er hatte für einige Filme
Spanisch gelernt und ist ein großer Fan insbesondere der kubanischen /
lateinamerikanischen Kultur. Dazu ist er Bildungsbotschafter und setzt
sich als Familienvater aktiv für gute Schulbildung ein. So war es
schnell möglich, ihn für die Sache zu gewinnen.

Die Textauswahl haben wir immer mit Blick auf die Themenwelten aus
unserem Konzept zusammengestellt. Es sollte vor allem vielfältig und
authentisch sein, also neben kleinen Geschichten und Gedichten auch
Zungenbrecher und Quatschreime enthalten. Claudia von Holten hat vor
der Gründung von "Amiguitos" in einem kleinen Label - Musikverlag und
Konzertagentur - in Bremen gearbeitet, und über die bestehenden
Kontakte kamen wir mit Ulli Simon und Ramòn Gorigoitia ins Gespräch.
Denn neben einigen Liedern, die wir lizenzieren konnten, wollten wir
auch einige Stücke, die exklusiv für uns im Studio aufgenommen wurden.
Dazu gehören insbesondere die Begrüßungs- und Abschiedslieder, die die
Kinder immer am Anfang und am Ende der Stunden singen, und auch einige
Lieder, die wir in einer bestimmten Interpretation haben wollten. Es
sollte mit der "cantado y contado para los amiguitos"-CD eine
Silberscheibe entstehen, die auch für Erwachsene attraktiv ist, nicht
nur für Kinder, denn Kinder hören ja auch gerne in der Familie und
gemeinsam mit ihren Eltern Musik oder Texte.

Und eine solche Produktion beginnt, wie auch jedes Buch, mit dem
Anfang, also in diesem Fall mit der Auswahl des ersten Liedes. Dann
haben wir die Lieder und Texte passend zu den Themen unserer
Lehrmaterialien zusammengestellt. Nach vorbereitenden Gesprächen mit
den Künstlern wurden Termine im Studio vereinbart und die Tracks
eingespielt. Als Regisseure fungierten dabei wir selbst, damit wir
sicherstellen konnten, dass insbesondere die Texte so rüberkommen, wie
wir es uns beim Schreiben vorgestellt hatten. Danach wurde alles
abgemischt und gemastert. Während die CDs im Presswerk erstellt
wurden, mussten parallel natürlich die Grafik und das Cover
ausgearbeitet werden. Hier ist es superwichtig, ein ausführliches
Briefing für die professionelle Grafikerin zu erstellen, um Zeit und
Geld zu sparen. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn die Lieferung
kommt und man sein erstes Werk in Händen hält!


RRB/TRB: Der Erfolg Ihres Unterrichtssystems gründet auf der
sogenannten Immersion. Was bedeutet das?

JBW/CvH: Immersion heißt eigentlich "Eintauchen in ein Sprachbad". Es
meint, dass Kinder eigentlich keine Übersetzung brauchen; je jünger
sie sind, desto weniger brauchbar ist die Übersetzung und desto
einfacher ist es für ein Kind, weitere Sprachen zu erlernen. Es ist ja
genetisch nicht festgelegt, wie viele Sprachen ein Mensch lernen kann,
und monolinguale, also einsprachige Menschen sind - weltweit gesehen -
in der Minderheit. Da Kinder über das Thema begeistert werden und über
Inhalte lernen, ist die Sprache in diesem Moment eine Randerscheinung.
Basiert das Unterrichtsmaterial auf einem "Lernen mit allen Sinnen"
und ermöglicht immersives Lernen (also durch aktive Veranschaulichung,
Vormachen eines bestimmten Spiels, Bildkarten, Geräusche, Geruch
etc.), ist es für Kinder bis ca. 10 Jahre die effektivste und auch
einfachste Methode, Fremdsprachen zu erlernen. Letztendlich lernen sie
so die "Fremdsprache" wie ursprünglich ihre eigene Mutterprache. Für
die Kinder macht es einfach nur Spaß, Neues zu entdecken, es hat
nichts mit Vokabellernen oder Hausaufgaben oder anderen Stressfaktoren
zu tun!


RRB/TRB: Sie arbeiten inzwischen auch mit Webseminaren. Wie ist so ein
Seminar organisatorisch und inhaltlich aufgebaut?

JBW/CvH: Webseminare eliminieren Reise- und Raumkosten sowie die
Reisezeit, und zwar sowohl für den Teilnehmer als auch für den
Dozenten. Dadurch können mehr Themen zu einem deutlich reduzierten
Preis und zeitlich flexibel angeboten werden, und für viele (z. B.
Mütter) wird die Teilnahme dadurch erst möglich. Wir haben bislang nur
intern mit Webseminaren gearbeitet, sprich die neue Technik getestet.
Dies hat uns so überzeugt, dass wir ab Mitte Januar 2011 mit Hilfe
einer Software unsere Schulungsangebote für Pädagogen und Dozenten als
Webseminare anbieten. Damit sich alle gleichzeitig über Webcams sehen
können, ist bisher die Teilnehmeranzahl auf fünf begrenzt.

Organisatorisch ist es natürlich etwas anders, als wenn sich Menschen
an einem Tisch treffen. Es muss klare Spielregeln geben, wann wer
spricht und in welcher Umgebung sich alle Teilnehmer treffen. So
vorteilhaft es für die Teilnehmer ist, nicht für die Schulung reisen
zu müssen: Spielende Kinder im Hintergrund, Staubsauger-Geräusche oder
andere Störgeräusche sind für die ganze Gruppe hinderlich. Auch müssen
die Teilnehmer disziplinierter sein, z. B. darf nicht einfach ohne
Ankündigung zwischengefragt werden wie in einem Vor-Ort-Seminar. Da
die starke Konzentration auf Webcambild und -ton sehr intensiv ist,
haben wir entschieden, dass keine Schulungseinheit pro Tag länger als
2,5 Stunden gehen sollte, deshalb sind die Schulungsangebote häufig
auf mehrere Tage verteilt. Inhaltlich sind die Seminare aber genauso
aufgebaut wie die traditionellen Angebote, die wir bis Ende 2010
gemacht haben.


RRB/TRB: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag als Verlegerinnen und Autorinnen
aus? Wie wir gesehen haben, haben Sie auch Familie.

JBW/CvH: So wie für alle selbständigen Verleger und Autoren auch. Es
gibt bestimmte Zeitfenster, in denen wir arbeiten können und es
(meistens) auch machen. Da wir Kinder haben, ist es natürlich nicht
möglich, unbegrenzt zu arbeiten. Das wäre aber ja auch nicht gesund
und unnatürlich. Durch die Kinder hat der Alltag einen festen
Rhythmus, und wenn man diesen für sich nutzen kann, ist man am Ende
auch sehr effektiv. Kreativität lässt sich aber auch nicht in ein
festes Zeitfenster pressen. Wenn einem eine gute Idee kommt, kann man
sie auch auf dem Spielplatz aufschreiben oder sich noch mal abends
bzw. am Wochenende hinsetzen.

RRB/TRB: Inzwischen ist "Amiguitos" mit seiner Sprachschule nahezu in
der ganzen Bundesrepublik und auch in Österreich präsent. Bitte
erzählen Sie uns etwas über Ihre "Amiguitos"-Partner und die Gruppen
in all den Städten. Sie haben ja sogar ein Fähnchen auf Helgoland!

JBW/CvH: Unsere Partnerinnen sind Geschäftsfrauen wie wir. Einige sind
Deutsche bzw. Österreicher, andere Muttersprachler z. B. aus Chile,
Argentinien, Kuba, Mexiko, Guatemala oder Spanien. Da sich alle in
einem internen Netzwerk austauschen, ist eine breite interkulturelle
Kompetenz vorhanden. Die Vielfalt ist für die Marke "Amiguitos" sehr
wichtig und immer auch eine Quelle der Inspiration. Denn keiner kennt
alle Details aus allen Kulturräumen, in denen Spanisch gesprochen
wird. Alle Partnerinnen haben eine starke Affinität zur Sprache und
Kultur und viel Spaß an der Arbeit mit Kindern. Bis 2010 hat es auch
eine Gruppe auf Helgoland gegeben. Leider ist die chilenische
Spielleiterin, die die Gruppe geleitet hat, fortgezogen. Deshalb gibt
es aktuell kein Angebot auf der Insel. Es sind aber Ferienkurse in
Planung.


RRB/TRB: Hätten Sie noch einen Rat für unsere Jungautoren und
Jungverleger?

JBW/CvH: Wie heißt es so schön: "Der Erste ist immer der schwerste."
Diese Erfahrung haben wir auch machen müssen. Je mehr Routine hinein
kommt, desto gelassener kann man mit Termindruck oder kreativen
Durststrecken umgehen. Hilfreich sind für uns immer der gemeinsame
Austausch und das gegenseitige Korrekturlesen. So sind im Laufe der
Arbeit an einem Thema schon viele kreative Ideen entstanden. Es ist
ein "learning on the job". Mit zunehmender Erfahrung versteht man den
Markt und seine Mechanismen besser, und so ist es auch generell
wichtig, eine konkrete Marktnische für sich zu identifizieren und
diese Leserschaft gezielt anzusprechen. Leider ist durch die enorme
Flut an Neuveröffentlichungen und die Struktur des Buchmarktes aus
unserer Sicht das Geschäft nicht einfacher geworden. Dafür gibt es
durch die neuen Medien natürlich auch mehr Möglichkeiten für das
sogenannte "Guerilla-Marketing".

Für junge Autoren und Autorinnen muss klar sein, dass sie fehlendes
Kapital durch Netzwerkpflege wettmachen müssen. Wer sich teure
Anzeigen nicht leisten kann, der muss sich selbst und sein Produkt
nach vorne stellen. Am Ende ist jedes Produkt, auch ein tolles Buch
oder ein interessantes Hörbuch, erklärungsbedürftig und braucht seinen
Raum für Rezensionen, Besprechungen, Präsentationen oder Lesungen.
Nach dem Schreiben ist die "Vermarktung" z. B. über Presseartikel,
Empfehlungen und Lesungen entscheidend für den Erfolg eines Titels.


RRB/TRB: Vielen Dank für das Interview!

(Weitere Information über "Amiguitos" findet ihr auf
http://www.amiguitos.de)


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DES BÖSEN LEKTORS WÖRTERBUCH:
---------------------------------------------------------------------
(redaktion at team pt autorenforum pt de)


Mängelexemplar, preisreduziertes
Per Stempel entwertetes Buch, das zugleich den Autor als Ladenhüter
abstempelt.

Manuskript
In Publikumsverlagen willkommenes Heizmaterial für die kalte Zeit
zwischen Frankfurter und Leipziger Buchmesse.

Märchen
Klappentext eines Romans.

Metapher
Kropf.

Muse
Frau; typischerweise nie da, wenn man sie am dringendsten braucht.


..........
aus: Dr. Honeyball Lektor / Stephan Waldscheidt (Hrsg.): "Zehn Gründe,
eine Schriftstellerin zu heiraten", Satire, 128 Seiten mit Abbildungen
und Cartoons. Mehr dazu: http://www.waldscheidt.de


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
---------------------------------------------------------------------
Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


Drehbuch: Oliver Pautsch
drehbuch at experte pt autorenforum pt de
Fandom: Thomas Kohlschmidt
fandom at experte pt autorenforum pt de
Fantasy: Stefanie Bense
fantasy at experte pt autorenforum pt de
Heftroman: Arndt Ellmer
heftroman at experte pt autorenforum pt de
Historischer Roman: Titus Müller
historischer.roman at experte pt autorenforum pt de
Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik
kinderbuch at experte pt autorenforum pt de
Lesungen: Rüdiger Heins
lesungen at experte pt autorenforum pt de
Lyrik: Martina Weber
lyrik at experte pt autorenforum pt de
Sachbuch: Gabi Neumayer
sachbuch at experte pt autorenforum pt de
Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss
fortbildung at experte pt autorenforum pt de
Schreibgruppen: Ute Hacker
schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de
Schreibhandwerk: Ute Hacker
schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de
Sciencefiction: Andreas Eschbach
sf-autor at experte pt autorenforum pt de
Übersetzung: Barbara Slawig
uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de
Verlagswesen: Bjørn Jagnow
verlagswesen at experte pt autorenforum pt de

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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt
und in einem Buch zusammengefasst - thematisch sortiert und
aktualisiert:

Björn Jagnow: "Fragen und Antworten zu Urheberrecht, Verlagswesen und
Vermarktung", 2009, 188 Seiten, 10,00 Euro, Edition Octopus


*********************************************************************
FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
---------------------------------------------------------------------
Stefanie Bense (fantasy at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Eigentlich schreibe ich im Stillen, keiner meiner Familie soll es
erfahren, und ich versuche es, so gut es geht, heimlich. Als
"gebranntes Kind" wird man vorsichtiger, und ich tippe alles in meinen
PDA, was anfangs mühsam war, doch nun recht gut funktioniert, denn ich
kann ihn immer schnell verstecken. Durch diesen Umstand wächst meine
Geschichte täglich um etwa tausend Wörter, die mir meistens in der
Nacht einfallen. Und das schon seit vielen Monaten. Es ist schwierig
mit niemanden darüber reden zu können, vor allem nicht über den
Inhalt. Mittlerweile sind es so viele Worte ... ich habe schon Angst,
dass es kein Ende nehmen wird.

Die Angst besteht insofern darin, als mich die Befürchtung jagt, die
Idee, die ich hüte wie einen Schatz, mir weggenommen werden kann.
Eigentlich hatte ich nie vor, meine Geschichte herauszugeben, denn ich
schreibe nur, um meinen Kopf zu befreien, und entschloss mich, mit
meiner engsten Vertrauten darüber zu reden. Sie findet den Inhalt und
die Idee der darin geschilderten Persönlichkeiten sehr gut. Ich stelle
nun eine Frage in der Hoffnung, dass mir eventuell weitergeholfen
werden kann:

Kann man den Charakter einer Romanfigur rechtlich schützen lassen wie
in einem Patent? Ganz einfaches naives Beispiel: Die Charaktere haben
eine Fähigkeit die bisher in keiner Romanfigur seit Gedenken der
Menschheit vorkam. Wenn das so möglich wäre, könnte ich mich
vielleicht entschließen, das Buch, das mittlerweile aus drei Büchern
besteht und ein viertes entwickelt sich wie von alleine, doch
vorzustellen.


Antwort:
Schade, dass du dein Schreiben sogar vor deinen Familienangehörigen
versteckst. Schöner wäre es, wenn sie dich unterstützten, zumindest
moralisch.

Besser als mit Freunden, Verwandten und Geliebten jedoch kann man sich
mit Gleichgesinnten austauschen. Such dir eine Schreibgruppe in der
Nähe, vielleicht über die Volkshochschule, vielleicht über
Kulturvereine - oder gründe selbst eine. Wichtig ist, dass es in der
Gruppe darum geht, Texte zu besprechen und sich handwerklich
weiterzuhelfen, anstatt sich gegenseitig "in die Pfanne zu hauen" oder
"Lobhudelei" zu betreiben. Kaffeetrinken und Kuchen mag nett sein,
bringt einen aber kaum in der Schreibfertigkeit weiter.

Möglich wäre auch, dass du über ein Netzwerk oder eine Online-
Schreibgruppe Mitstreiter in deiner Region findest. Du könntest auch
im Tempest einen Aufruf starten ...

Eine Idee kann dir nicht "weggenommen" werden, weil sie dir nicht
gehört. Ideen sind nicht geschützt. Geschützt sind Werke. Also
Ausführungen der Ideen. Wenn du ein Manuskript, einen Text, eine
Geschichte geschrieben hast, dann ist DIESE Geschichte geschützt,
nicht die Idee, die sie beinhaltet.

Eine Romanfigur ist - soweit mir bekannt - als Teil des
urheberrechtlich geschützten Werkes geschützt: als spezifische,
eigenständige Ausführung. Die Frage ist dann die "Gestaltungshöhe"
oder "Schöpfungshöhe". Ein beliebiger Detektiv lässt sich nicht
schützen, die spezifische Figur Sherlock Holmes aber schon.

Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Urheberrecht findest Du
Informationen und Links zu dem Thema. Patente gelten nur für
technisch-naturwissenschaftliche Erfindungen, nicht für künstlerische
oder geisteswissenschaftliche Werke.

Das Urheberrecht ist recht kompliziert, und ich kann dir keinesfalls
eine Rechtsauskunft geben. Soweit mir bekannt ist, gehören
Romanfiguren zu der eigenen Autorenleistung, die das Urheberrecht
schützt. (Im Anglo-Amerikanischen ist kein Urheber- sondern ein Copy-
Recht gültig, das eine ganz andere Auslegung erfährt.)

Wem willst du dein Manuskript denn vorstellen?

Falls es um Verlage oder Herausgeber geht, kannst du keine
Urheberrechte, sondern nur Verwertungsrechte abtreten bzw. verkaufen.
Und Herausgeber bzw. Lektoren und Verleger haben keinerlei Interesse
daran, etwas zu "stehlen" oder "fremde Ideen" zu verwerten, denn sie
wollen originelle und handwerklich gut gemachte Manuskripte kaufen, zu
Büchern verarbeiten und den Lesern (mit Gewinn) verkaufen. Was hätten
sie davon, eine Idee zu verwerten, die noch nicht als brauchbares und
verkaufbares Manuskript vorliegt?

Falls es darum geht, dein Werk in einer Schreibgruppe vorzustellen,
dann tu es nur, wenn du Vertrauen zu den Mitgliedern hast. Stell erst
einmal "ungefährliche" Ausschnitte oder andere Geschichten vor.
Nebenbei: Einen ganzen Roman vorzustellen oder gar mehrere Bücher
dürfte auf Kapazitätsprobleme stoßen. Ich kenne mehrere
Romanwerkstätten - dort wird stets mit Ausschnitten, nicht mit dem
gesamten Werk gearbeitet.

Ich verweise auf die vielen guten Antworten von Björn Jagnow im
Tempest zum Thema Urheberrecht und auf meinen Tempest-Artikel vom
November 2008, "Schreckgespenst Ideenklau". Es ist mir immer noch ein
Rätsel, warum so viele Autoren/innen und solche, die es werden
möchten, Angst davor haben, dass ihre Ideen und Figuren gestohlen
werden. Warum sollte sich das lohnen?

Mag sein, dass das anders ist, sobald man einen Bestseller geschrieben
hat (s. J. K. Rowling). Hier "lohnen" sich Klagen um Namen (Harry
Potter / Larry Potter), weil es um Milliardenbeträge geht. Aber wenn
dein Roman noch kein Bestseller ist ...

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Stefanie Bense lebt und arbeitet in Emden, gibt Schreibkurse und führt
eine Roman-Werkstatt, http://www.romantisch.essdeh.de, veröffentlicht
sporadisch und schreibt an ihrem dritten Roman.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Ist es erlaubt Markennamen in einem Buch zu nennen? [...] Kann (darf)
man zum Beispiel schreiben, dass man in einem Audi fährt oder bei
McDonalds etwas erlebt? Oder dürfen Markennamen nicht genannt werden?
Ich frage deshalb, weil einige Firmen sich vielleicht in ein falsches
Licht gestellt sehen. Oder kann man das Ganze umgehen, wenn man es
einen Roman nennt?


Antwort:
Generell darf man Marken nennen. Aber sobald eine Marke anders
dargestellt und insbesondere bewertet wird, als es dem Markeninhaber
gefällt, wird es heikel. Markenbildung ist ja ein teurer und
aufwendiger Prozess, d. h., wenn eine Veröffentlichung diese Marke
schädigt, dann ist das ein Vermögensschaden für den Markeninhaber. Das
ist nur dann gesellschaftlich akzeptiert, wenn die Marke diese
Abwertung durch Tatsachen selbst verschuldet hat (also in
journalistischen Arbeiten) oder wenn die Marke so "allgegenwärtig"
ist, dass sie fiktive Darstellungen "ertragen" muss. Beides sind
allerdings Fälle, die gerne erst vor Gericht geklärt werden, und man
sollte sich als Autor fragen, ob man unbedingt mit multinationalen
Konzernen und ihren Rechtsabteilungen die Klingen kreuzen möchte.
Zumal es z. B. einstweilige Verfügungen geben kann, die den Verkauf
des Buches behindern oder verbieten, bis der Streit geklärt ist.

Ich würde also Markennamen möglichst vermeiden bzw. lediglich als
beiläufige Dekoration nennen (aber möglichst nicht bewerten). Es hilft
nämlich nicht, wenn man "Roman" darauf schreibt.

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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler (http://www.bjoernjagnow.de/). Sein Fantasy-Thriller
"Wilde Jagd" ist als kostenloses PDF lieferbar (http://nbn-
resolving.de/urn:nbn:de:0062-wildejagd1-8).


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