Ausgabe 15-01 (20. Januar 2013)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipps
Vorstellung
   "Talefriends.de"
Autorenwissen
   "Lovelybooks.de: Sinnvoll für Autoren und Verlage?"
   von Anja Marschall
Schreibkurs
   "Dialoge spannend und informativ aufbauen, Teil 3"
   von Stefanie Bense
Spannung, der Unterleib der Literatur
   "Vollcrash"
   Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Verlagsportrait
   "Oldigor Verlag"
Frag den Experten für Verlagswesen
   (Björn Jagnow)
Frag den Experten für Drehbuch
   (Oliver Pautsch)
Frag die Expertin für Fantasy
   (Stefanie Bense)

EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

das neue Jahr hat für uns mit einer traurigen Nachricht begonnen:
Eberhard Kamprad ist am 4. Januar gestorben. Er hat für frühere
Tempest-Jahrgänge Inhaltsübersichten erstellt, nach nach AutorInnen
sortiert - viel Arbeit, die er für alle geleistet hat, die sich im
Dschungel der Artikel von inzwischen vierzehn Jahren Online-Tempest
zurechtfinden wollen, und für die wir ihm immer dankbar sein werden.

Portale für LeserInnen, allen voran Lovelybooks, spielen eine immer
größere Rolle - nicht nur für Lesende, sondern auch für AutorInnen und
andere aus der Buch- und Verlagsbranche. Anja Marschall hat für uns
Fakten und Meinungen rund um Lovelybooks zusammengestellt.

Außerdem in diesem Tempest: Im dritten Teil ihres Schreibkurses zum
Thema "Dialoge" widmet sich unsere Fantasy-Expertin Stefanie Bense
sich unter anderem der Frage, wie man seine Charaktere vom
"Herumlabern" abhält. Hans Peter Roentgen klopft einen neuen
Textanfang auf seinen Spannungsgehalt ab, Ursula Schmid-Spreer stellt
den Oldigor Verlag vor, und drei unserer ExpertInnen beantworten eure
Fragen zu ihren Fachgebieten.

Nach langer Zeit gibt es jetzt auch wieder eine Projektvorstellung.
Wer sein Schreibprojekt kurz vorgestellt haben möchte, so wie es mit
"Talefriends.de" in dieser Ausgabe geschieht, kann sich gern an die
Redaktion wenden.

Der Tipp des Monats Januar, diesmal von Michael Modler:

    Rätselt euch den Kopf frei. Wenn ihr beim Schreiben
    nicht weiter kommt, macht eine kurze History-Quiz-Pause.
    Das spült den Kopf durch und regt die Fantasie an.

Wir freuen uns, ein weiteres Jahr Tempest mit euch angehen zu können.
Voraussetzung, dass es dabei bleibt, ist aber nach wie vor eure
Mitarbeit - inhaltlich und finanziell. Darum lautet unser Wunsch fürs
neue Jahr: Wir hoffen, dass es in beiden Bereichen 2013 vorangeht,
damit wir nicht immer so hart am Limit arbeiten und planen müssen.
Euch allen ein schönes neues Jahr!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

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Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
Konto:

Jürgen Schloßmacher
Kreissparkasse Köln
BLZ 370 502 99
Kto. 11 42 17 61 63
Stichwort: "Beitrag 2013"

Wichtig: Das Konto läuft NICHT mehr auf den Namen "autorenforum",
sondern nur auf "Jürgen Schloßmacher"!

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01

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ISSN 1439-4669  Copyright 2013 autorenforum.de. Copyright- und
               Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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 INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

    Editorial
    Hall of Fame
    Schreib-Kick
    Lesetipps
    Vorstellung
       "Talefriends.de"
    Autorenwissen
       "Lovelybooks.de: Sinnvoll für Autoren und Verlage?"
       von Anja Marschall
    Schreibkurs
       "Dialoge spannend und informativ aufbauen, Teil 3"
       von Stefanie Bense
    Spannung, der Unterleib der Literatur
       "Vollcrash"
       Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
    Verlagsportrait
       "Oldigor Verlag"
    Frag den Experten für Verlagswesen
       (Björn Jagnow)
    Frag den Experten für Drehbuch
       (Oliver Pautsch)
    Frag die Expertin für Fantasy
       (Stefanie Bense)
    Impressum


TEIL 2:

    Veranstaltungen
    Ausschreibungen
    Publikationsmöglichkeiten
         mit Honorar
         ohne Honorar
    Seminare
    Messekalender
    Impressum


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HALL OF FAME:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an
redaktion at team pt autorenforum pt de.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!
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Judith Le Huray: "Das Dreierpack und der böse Wolf", Allitera Verlag
2012, Kinderroman. Ab 7 J., Märchenadaption. Infos: www.judith-
lehuray.de

Judith Le Huray: "Papino und der Taschendieb", BVK Buch Verlag Kempen
2012, Kinderkrimi. Erstleser für 2. - 4. Klasse. Infos: www.judith-
lehuray.de

Judith Le Huray: "Verliebte Blindschleiche", Schenk Verlag 2012,
Jugend-/Mädchenroman. Ab 11 Jahren, Infos: www.judith-lehuray.de

Gudrun Opladen: "Die Zecke des Zaren. Ein ganz anderer Vampirroman",
Angelika Lenz Verlag 2012. Von 6-666 Jahren, gudrun-opladen.de

Michael Romahn: "Tod im Auetal", MCE-Verlag 2012, Regional-Krimi. Mehr
Infos sowie eine Leseprobe auf www.michael-romahn.de

Birgitt Flögel: "Mütter", Gerhard Hess Verlag 2012, Familienroman.
http://www.birgitt-floegel-autorin.de


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SCHREIB-KICK:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


Unser Schreib-Kick für den Januar, diesmal von Jennifer Schreiner:

Dein Museum
...........
Zu deinen Ehren ist ein Museum errichtet worden. Schreibe über einen
Rundgang, bei dem du jemandem alles zeigst, was über dich dort
ausgestellt worden ist.

Welche Abteilungen (Kindheit, Jugend etc.) kannst du zeigen?

Erkläre deinem Besucher das Besondere an den Ausstellungsstücken, und
erzähle ihre Geschichte.


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LESETIPPS:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


http://www.literatur-verlage.de/
Eine umfangreiche Verlagsliste, nach Genres geordnet, bietet diese
Seite.

+++++

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-11/buchmarkt-bestseller-
verlage
Die "Shades of Grey"-Trilogie hat sich als Umsatzretter der Branche
für das Jahr 2012 herausgestellt. 5,7 Millionen Mal gingen die Bücher
in Deutschland insgesamt über den Ladentisch. Doch inzwischen fragt
sich die Branche auch, wie es so weit kommen konnte, dass einige
wenige Titel pro Jahr über ein Umsatzplus oder -minus entscheiden
können. Wer trägt die Schuld?

+++++

http://www.mittelalterrechner.de
Ein wunderbares Instrument für alle, die historische Romane schreiben.
Rechnet heutige Maße in mittelalterliche um, also beispielsweise Meter
in Fuß, zig Sorten von Ellen, Zoll etc.


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VORSTELLUNG:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


Talefriends.de: Spielbücher & Textadventures online spielen

Talefriends ist eine Community für das Lesen und Schreiben von
interaktiven Kurzgeschichten.

Man kennt das auch als Spielbuch, Textadventure oder interaktive
Fiction. Das Prinzip ist einfach: Der Leser kann nach jedem Absatz
selbst entscheiden, wie die Handlung der Geschichte weitergehen soll,
und erlebt auf diesem Weg ein individuelles Abenteuer. Nach dem Motto:
"Möchtest du die verlassene Waldhütte betreten" oder lieber "erst
durchs Fenster spähen"? Als Bücher war diese Art der Erzählung vor
allem in den 80ern mit der Büchern der "1000 Gefahren -  Du
entscheidest selbst" oder der "Choose your own adventure"-Reihe sehr
populär.

Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt - von
Kriminalgeschichten über Weltraumabenteuer bis zu Fanfiction lässt
sich mit dem Geschichteneditor ohne Programmierkenntnisse ein eigenes
Abenteuer erstellen und veröffentlichen. Dabei kann die Geschichte mit
Bildern und Buchcover individuell gestaltet und unendlich viele
Handlungsstränge und mögliche Enden können angelegt werden.

Veröffentlichte Geschichten finden Platz in einem Bücherregal auf
Talefriends.de und können nach den Kategorien Abenteuer, Sci-Fi,
Horror, Detektiv und Sonstige sortiert werden. Als Community ist
Talefriends sowohl für Leser und Autoren kostenlos.

Wir freuen uns über Besucher und natürlich über Autoren, die sich im
Schreiben von interaktiven Texten versuchen möchten :http://
www.talefriends.de


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AUTORENWISSEN:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


         "Lovelybooks.de: Sinnvoll für Autoren und Verlage?"
                         von Anja Marschall

Schon länger gibt es höchst erfolgreiche Leser-Communities auf der
anderen Seite des großen Teichs, und seit einigen Jahren nehmen sie
auch bei uns ihren Platz ein. Die derzeit größte Lesergemeinde im
deutschsprachigen Netz ist wohl die Plattform Lovelybooks.de, die nach
eigenen Angaben, knapp eine halbe Million Nutzer hat. Gegründet 2006
von Sandra Dittert und der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, ließ
Lovelybooks (LB) mit den Jahren mehr und mehr virtuelle Lesergemeinden
hinter sich. Der Markt ist seither überschaubarer geworden, und
Plattformen wie Büchertreff.de rangieren mit nur einigen hundert
Besuchern pro Monat weit hinter LB, die auf über 400.000 monatliche
Besucher kommen. Damit ist LB im heutigen Buchmarkt für Autoren und
Verleger zu einem Aktivposten geworden, den man nicht mehr ignorieren
kann. Ein Grund, sich diese kostenlose Buchcommunity einmal näher
anzuschauen.


         Was LB bietet

Kommt man auf die erste Seite von LB, wird man schier erschlagen von
all den Leserunden, Bestenlisten, Empfehlungen, Gruppen, Verlosungen,
Buchpreisen usw. Ein Grund für die Betreiber, Anfang 2011 die Optik
der Site zu vereinfachen, ohne auf Inhalte verzichten zu müssen. LB
bietet Lesern die Möglichkeit, ein eigenes virtuelles Bücherregal
aufzustellen, Buchempfehlungen dort einzustellen und sich mit anderen
Leuten über die Bücher zu unterhalten.

Bei einer Datenbank von über vier Millionen Büchern hat der geneigte
Nutzer übrigens selten den Eindruck, dass das Buch per se dem Tode
geweiht sei. Zwar kommt LB damit nicht an die Datenbank der
amerikanischen Community Librarything.com heran, die nach eigenen
Angaben bereits 2005 über 70 Millionen Bucheinträge im Angebot hatte,
doch LB mausert sich von Jahr zu Jahr. So haben mittlerweile
deutschsprachige Verlage LB für sich entdeckt und bieten seit 2011
sogenannte Leserunden an. Dort liest eine ausgewählte Schar von rund
20 Lesern das jeweilige Buch des Verlags Kapitel für Kapitel durch.
Man tauscht sich darüber aus, schreibt Rezensionen, bewirbt das Buch
im eigenen Blog und wird so zum Marketingunterstützer des Buches, des
Autors und auch des Verlags. Im Gegenzug erhält man dafür das zu
besprechende Buch kostenlos.


         Wie Verlage von LB profitieren können

Für alle ein Gewinn. Solange das Buch gefällt, denn es kann auch
passieren, dass ein Buch von den Lesern öffentlich verrissen wird.
Verlage haben die Meinungsbildung der Leser bei LB nur bedingt in der
Hand. Das ist anders, wenn Anzeigen geschaltet werden, Büchertische in
Buchhandlungen gekauft oder Artikel in Zeitungen und Magazine lanciert
werden. Doch genau hier kommt es dank LB zu einer gewissen
Demokratisierung des Marktes, wenn kleine Verlage - ohne Werbebudgets
für Anzeigen usw. - auf gleicher Position in Leserunden starten wie
die großen.

Generell kann LB für Verlage ein sensibler Gratmesser für Trends und
Wünsche der Leserschar sein. Hier können Verlage von ihren Lesern
lernen, gibt Sandra Thoms vom Dryas Verlag, Frankfurt, zu bedenken.
"Bei Lovelybooks habe ich mit sehr engagierten Lesern spannende
Diskussionen zu Büchern meines Verlags führen können. Das hatte
durchaus auch Einfluss auf die Programmgestaltung", sagt sie.



         AutorInnen und LB

Von Autorenseite ist LB eine seltene Gelegenheit, ganz dicht an den
Leser heranzukommen. "Sie sind einem nicht verpflichtet, sie müssen
nicht nett zu mir sein", sagt eine Autorin, die es nach vier
Leserunden wissen muss. "Wenn ich Mist gebaut habe, sagen sie es mir
1:1." Tatsächlich betonen alle Autoren, die für diesen Artikel befragt
wurden, dass es genau dieses Feedback ist, dass sie so begeistert.
"Den größten Effekt für Autoren hat LB wegen der vielen Rezensionen,
die die TeilnehmerInnen der Leserunden schreiben", erklärt Gabi
Neumayer, die Kinder- und Jugendbücher schreibt. Diese Feedbacks
können von Autoren auch als exklusive Weiterbildungsmaßnahme
verstanden werden, denn nicht selten beginnt der Autor nach einigen
Tagen mit seinen Lesern in der Leserunde, das eigene  Buch ganz neu zu
sehen, eben durch die Augen der LeserInnen.

Wobei es sich vor allem um "Leserinnen" handelt, denn LB wird zum
überwiegenden Teil von Frauen genutzt. Mehr als die Hälfte, nämlich
rund 61 Prozent der Nutzer von LB im Alter zwischen 20 und 39 Jahren
sind weiblich. Das ist ungewöhnlich, denn normalerweise finden sich
unter den Lesenden außerhalb des Netzes gemeinhin nur 29 Prozent
Frauen in dieser Altersklasse. Damit bietet sich LB vornehmlich für
Bücher an, deren Inhalte Frauen interessieren.

Abschließend kann gesagt werden, dass LB für Autoren und Verlage eine
Chance ist, den sonst anonymen Leser einmal persönlich kennenzulernen.
Diese Bekanntschaft kann für künftige Projekte fruchtbar und
inspirierend sein, muss es aber nicht.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Anja Marschall lebt als Journalistin und Autorin in Schleswig-
Holstein. 2012 erschien ihr erster hist. Krimi "Fortunas Schatten".
Ihr nächstes Buch ist der Cornwall-Krimi "Das Erbe von Tanston Hall"
(erscheint März 2013). Sie initiierte den ersten Krimipreis von SH,
den "Nord Mord Award", und ist Mitglied im Syndikat sowie
Pressesprecherin der Mörderischen Schwestern. www.anja-marschall.de


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SCHREIBKURS:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

         "Dialoge spannend und informativ aufbauen, Teil 3"
                         von Stefanie Bense


         5. Wie gebe ich im Dialog wieder,
         dass eine unheimliche Atmosphäre herrscht?

Die Figuren reden ja nicht im Vakuum, aber selbst da müssen sie ihre
Ausdrucksweise (z. B. über Sprechfunk im Raumanzug) ihrer Umgebung
anpassen. Sie können in der Taverne herumbrüllen oder flüsternd
Geheimnisse austauschen. Sie können in deinem unheimlichen Setting
wispern, aber dennoch gehört und bedroht werden. Vielleicht werden sie
stiller und stiller. Reden sie über ihre Angst, kommentieren sie mit
coolen Sprüchen oder wollen sie mit Späßen ablenken?

Frag dich: Was ist an der Umgebung unheimlich? Was würden die Figuren
merken? Was sie nervös machen? Ein Echo? Eine Räumlichkeit, die alle
Laute verschluckt? Vielleicht weichen deine Figuren auf Handzeichen
aus. Düster, kalt und abweisend? Wie fühlt sich die Umgebung an?
Vielleicht sieht man den Hauch beim Sprechen oder eine Figur stellt
fest, dass man ja nicht mal die Worte vor den Lippen sehen kann, wenn
man redet. Was sagen die Figuren dann, wovon reden sie und wie? Welche
Geräusche zeigen das Unheimliche, jenseits von Türenknarren und
Eulenrufen? Gute Beispiele oder Anregungen findet man in Hörbüchern
oder Hörspielen im Radio.

Raum, Zeit und Atmosphäre kannst du direkt im Wortinhalt aufnehmen,
aber auch durch Reaktionen verdeutlichen:

.....
"Uh!"
"Was ist los?"
"Hörst du das nicht?"
"Was denn?"
"Da stöhnt jemand."
"Blödsinn!"
"Doch, da stöhnt wer."
"Wieso flüsterst du?"
"Weil man uns vielleicht belauscht - hier hallt jedes Wort bis in die
letzte Ecke."
"Du bist ein furchtsames Häschen."
"Na, dann geh du doch und schau nach, wer da herumstöhnt."
"Komm mit. Dieses Zimmerlabyrinth ist viel zu ..."
"Düster? Unheimlich?"
"Quatsch, zu riesig, um es allein abzusuchen."
.....

Dazu können die Sprechenden sich umschauen, in dunkle Ecken spähen,
zusammenzucken, bis sie ängstlich oder panisch reagieren, zittern,
starr werden oder weglaufen.

Etwas ist unheimlich, wenn man es nicht kennt, nicht identifizieren,
nicht zuordnen kann. Es ist zugleich vertraut und unvertraut, eine
verdrängte Erinnerung, eine Urangst vor etwas Unbestimmten, etwas, das
sowohl real als auch irreal erscheint. In das Bekannte schleicht sich
das Fremde, Unbekannte. Damit kann auch eine helle, aufgeräumte
Umgebung, die anfangs normal erscheint, unheimlich werden, z. B. durch
unerklärliche Leere, grelles oder schwankendes Licht,
Farberscheinungen, Stille, Kälte oder Hitze, Geräusche, Begegnungen 

All das kann im Dialog angedeutet oder angesprochen werden. Wichtig
ist jedoch, wie deine Figuren reagieren, was in ihnen angelegt ist,
worüber sie sprechen und wovon sie schweigen würden.


         6. Wann verwende ich Sprecherverben?
         Wie vermeide ich "sagen, fragen"?

Wenn es darum geht, dem Leser schnell zu vermitteln, wer spricht, dann
gibt es gegen "sagen" und "fragen" nichts einzuwenden. Bei zwei
Figuren kann man sogar recht zügig die Sprecherverben (Inquit-Formeln)
ganz weglassen, wenn klar ist, wer welchen Standpunkt vertritt und
welche Eigenheit beim Sprechen hat: Die Eigenheiten, Modulationen etc.
identifizieren den Sprechenden. Es gibt kein Rezept, man muss ein
Gefühl dafür entwickeln, wann der Leser Hinweise auf die Sprechenden
benötigt - oder man testet es mit Probelesern aus.

Sobald jedoch mehr als zwei reden, es Pausen oder Unterbrechungen im
Dialog gibt oder die Zuordnung der Sprechenden dem Leser Probleme
machen könnte, solltest du durch Sprecherverben oder Handlung
anzeigen, wer redet. Bei längeren Dialogen werden die Verben "sagen"
und "fragen" jedoch schnell langweilig. Neutrale Wendungen wären etwa:
antworten, zurückgeben, berichten, widersprechen, erzählen,
wiederholen, wissen wollen 
Aber man kann auch mit Verben die Art und
Weise charakterisieren: lispeln, brüllen, flüstern, rufen, schreien,
brummen (nicht möglich bei s-Lauten), näseln, stammeln, leiern,
krächzen 
-  Das ist Geschmackssache. Beachte jedoch, dass wertende
Sprecherverben mit Vorsicht zu genießen sind, da sie oft eher den
Autor spiegeln als die Figur: mahnen, jammern, beschweren, klagen,
jubeln, beschwören ...

Viele Autoren und Schreibratgeber behaupten, dass Verben wie "sagen"
vom Lesenden kaum wahrgenommen werden, etwa so wie Kapitelzählungen
oder Seitenzahl. Sind da, werden aber nicht bewusst gelesen. Mir geht
das nicht so. Mich stören zu viele "sagte er", "fragte sie", ebenso
wie mich Nebenbei-Handlungen stören, die als reine Alibi-Aktionen
erkennbar sind, um die Sprechenden zu identifizieren (Kaffee trinken,
rauchen, aufblicken, Haare zurückstreichen).

Richtig ärgern können mich übertriebene oder falsch angewandte
Sprecherverben sowie Adverbien, die mir die Sprechweise überdeutlich
erklären. Zum Beispiel:
-  "Hier bin ich!", lächelte er. - Wie kann man Worte lächeln? Wenn
schon, dann: "Hier bin ich!" Er lächelte.
- "Du Versager!", schnaubte sie. - Schon mal versucht? Wenn man
schnaubt, stößt man Luft in einem Stoß durch die Nase aus. Wie soll
man da Worte bilden?
- "Ergib dich!", brüllte er laut. - Dreifach gemoppelt:
Ausrufezeichen, Verb, Adverb.
- "Nicht in diesem Leben!", schnappte sie schnippisch in ihrer
unvergleichlichen Art. - Man lese das mal laut ... Hält der Autor mich
als Leserin für begriffsstutzig? Und was ist diese unvergleichliche
Art? Warum wird sie mir nicht gezeigt, statt behauptet?

Benutze Sprecherverben und -handlungen bewusst, lies sie laut und in
der Abfolge des Dialogs, dann entwickelst du schnell ein Gefühl dafür,
wie der Dialog fließen soll.


         7. Wie kann ich meine Figuren davon abhalten,
         herumzulabern?

Knappheit im Dialog beschreibt eine angemessene Länge sowohl des
Gesamtdialogs als auch der Redebeiträge und der
Sprecheridentifikatoren bzw. -aktionen. Angemessen heißt: So viel wie
nötig, so wenig wie möglich. Ob ein Dialog insgesamt kurz und knapp
wird (wie bei einem heftigen Streit) oder länger und ausführlicher,
weil eine Figur der anderen etwas erzählt, das hängt von der Situation
und der Funktion des Dialogs ab.

Hier arbeitest du mit Tempo und Rhythmus. Schnelles Tempo heißt:
Schlagabtausch, wenig Sprecherverben, häufige Rednerwechsel. Rhythmus
beschreibt das Verhältnis von Rede und Pausen, Unterbrechungen,
Wiederholungen, Redeanteilen ...

Wie hält man einen Dialog knapp? Du musst wissen, was der Dialog
bewirken soll, musst ihn logisch aufbauen und ihn flüssig halten. Geht
es darum, Informationen aus einem unwilligen Zeugen zu kitzeln, kann
der Dialog auch zähflüssig sein - es liegt in seiner Funktion zu
stocken, auszuweichen, mühsam vorangetrieben zu werden. Ist es jedoch
ein Streit, sollte der Schlagabtausch mehr Tempo haben, sich steigern
und einen Höhepunkt erreichen. Auch bei Tempo, Rhythmus und Knappheit
gibt es keine Rezepte, man muss ein Gefühl dafür entwickeln. Besonders
aber muss man sich sensibilisieren, um die Figuren vom Labern
abzuhalten.

In "Wort für Wort" (München, 2004) nutzt Elizabeth George dazu ihre
"Geschwätzvermeidungsstrategie" (GVS). Sie lässt die Figuren etwas
parallel zum Dialog tun, das wesentlich (!) für die Geschichte ist
oder wird. Entweder als Symbol oder Vorausdeutung für ein späteres
Geschehen oder als etwas, das die Figur charakterisiert, oder als
Atmosphäre, die später relevant wird. Meist schafft sie es sogar,
mehrere Funktionen mit einem Dialog abzudecken. Ihre Figuren
verstecken etwas, beweisen ein Talent oder eine Fertigkeit, bereiten
etwas vor, lenken von etwas ab 
Außerdem steht in jedem Gespäch für
mindestens eine Figur, besser für alle Beteiligten, etwas auf dem
Spiel.


Formales
........
Noch ein paar Tipps zum Format des Dialogs:
- Jeder Sprecherwechsel wird auf eine neue Zeile gesetzt (Beispiele A
bis D), ggf. zusammenhängend mit der dazugehörigen Aktion des
Sprechers.
- Anführungsstriche stehen am Anfang und Ende der wörtlichen Rede.
Schließt die wörtliche Rede mit Punkt, Fragezeichen oder
Ausrufezeichen, dann stehen die Anführungszeichen hinter dem
Satzzeichen. Wird die wörtliche Rede mit einem Komma abgeschlossen,
auf das ein Sprecherverb o. Ä. folgt, dann stehen die
Anführungszeichen vor dem Komma. "Ist mir egal", sagte er.
- Unterbrechungen der wörtlichen Rede stehen außerhalb der
Anführungszeichen. Wörtliche Rede steht in Anführungszeichen. "Ist mir
egal", sagte er, "völlig egal."
- Bricht ein Dialog ab, wird das durch Auslassungspunkte
gekennzeichnet. Bricht man mitten im Wort ab, stehen die
Auslassungpunkte direkt am Wort, wird der Satz abgebrochen, werden die
Punkte mit Leerzeichen angeschlossen.  "Ist es ni..." setzte sie an. -
Er wedelte mit seiner Hand. "Ist es doch! Und überhaupt ..."
- Es gibt verschiedene Arten von Anführungszeichen. Dazu siehe
http://www.wörtlicherede.de/anfuehrungszeichen.htm Im Deutschen und in
der Belletristik sind jene gebräuchlich, die aussehen wie 99 (am
Anfang) und 66 (am Ende) sowie Guillemets wie >> und <<.

Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, bei Dialog und Erzählung die
Satzzeichen korrekt anzuwenden. Das gehört zum grundlegenden Handwerk
von Autoren.

Hier für Eilige eine Checkliste Dialog:
- Worum geht es im Dialog, was ist das Thema des Gesprächs? Wozu ist
der Dialog an dieser Stelle der Geschichte notwendig?
- Wer ist beteiligt? Wer vertritt welche Position und warum?
- Wer hat welche "Regieanweisung" für das Gespräch?
- Wer dominiert wie das Gespräch?
- Was steht auf dem Spiel? Wer verliert was?
- Wer spricht wie über wen?
- Wie stellen sich die Figuren selbst dar?
- Wo wird in welcher Form geredet? Was für eine Atmosphäre wird
vermittelt?
- Wie steigert sich der Dialog?
- Welche Informationen sollen vermittelt werden? Welche Fragen soll
sich der Leser stellen? Welche werden beantwortet?
- Welche Überraschungen gibt es für die Figuren und / oder den Leser?
- Wie geht danach die Szene oder der Text weiter?

Sorge dafür, dass Dialoge lebendig, spannend und flüssig lesbar sind,
dann ziehen sie den Leser in deine Geschichte und können zum
Pageturner werden.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt Schreibkurse und
führt eine Roman-Werkstatt, http://www.romantisch.essdeh.de,
veröffentlicht sporadisch und schreibt an ihrem dritten Roman.


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen
hat, kann sie mir schicken.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten!
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                             "Vollcrash"
            Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen


"Wir ziehen aus?" Emilia starrte ihren Vater Frederik entsetzt an.
Seit sie denken konnte, hatte sie mit ihm bei Onkel Richard und dessen
Familie gewohnt und nun wollte Freddy von einem Tag auf den anderen
ihr altes Leben aufgeben.
Hatte er noch alle Tassen im Schrank? Ihm musste bewusst sein, dass
keiner von ihnen beiden für solch einen Schritt bereit war. Freddy
seufzte. "Mir war klar, dass du nicht begeistert sein würdest, Mia,
aber bitte versuch wenigstens, meinen Standpunkt zu verstehen."
"Nicht begeistert? Dass ich nicht lache!" Emilia war sauer.
Musste ihr Vater sie mit seiner blöden Idee ausgerechnet an einem
sonnigen Sonntagnachmittag überfallen?
Wollte er ihr unbedingt die Vorfreude auf die Sommerferien, die in
einer Woche begannen, nehmen? "Mia, bitte hör mir eine klitzekleine
Minute lang zu. Begreif doch, es geht um unsere Zukunft!", versuchte
ihr Vater sie zu beschwichtigen, doch Emilia wandte sich von ihm ab.
Na prima! Anscheinend plante Freddy die gemeinsame Zukunft seit
neuestem in Entenmuttermanier und erwartete, dass sie, Emilia, das
Küken, ihm blindlings nachfolgte.
Zählte ihre Meinung denn nicht?
Kümmerte es ihn nicht, dass sie bisher mit Onkel Richard als
Autoritäts- - das klang wahrscheinlich ernster, als es in Wirklichkeit
war - und Tante Carolin als weiblicher Bezug sperson ein geordnetes
Leben geführt hatte?
Emilia bezweifelte, dass ihr Vater es schaffen würde, einen eigenen
Haushalt zu führen, geschweige denn sich um einen pubertierenden
Teenager wie sie zu kümmern.
Musste er es darauf ankommen lassen und es ihr auch noch beweisen?
Wenn Emilia daran dachte, wie überfordert er allein schon mit dem
Wäschewaschen wäre!
Bisher hatte Tante Carolin diese Aufgabe übernommen und, um ehrlich zu
sein, war Emilia sich sicher, dass Freddy sich noch nie auch nur im
Entferntesten mit einer Waschmaschine auseinandergesetzt hatte.
Und das Kochen! Er benutzte entweder zu viel Salz oder zu wenig,
vergaß den Braten im Ofen oder goss aus Versehen Salatöl in die
Backmischung. Alles in allem war Freddy für jegliche Art von
Hausarbeit ungeeignet, und Emilia hatte keine Lust, sämtliche
häuslichen Pflichten zu übernehmen.
"Könntest du mit deiner männlichen Version der Emanzipation nicht
warten, bis ich an die Uni gehe?", bettelte sie und sah ihren Vater
flehend an. Sein entschlossener Gesichtsausdruck verriet jedoch, dass
Protest zwecklos war. "Es ist Zeit auszuziehen, Mia. Ich kann nicht
ewig bei Richard und Carolin wohnen bleiben und dich mitversorgen
lassen. Schließlich bin ich kein überforderter Siebzehnjähriger
mehr!", rechtfertigte Freddy sich.
"Zudem habe ich den Kaufvertrag für unser Haus bereits
unterschrieben."
"Komm schon, Mia, du darfst uns besuchen, so oft du möchtest!",
versuchte Onkel Richard, der gerade rechtzeitig ins Wohnzimmer
gekommen war, um ihr Gejammer mit anzuhören, Emilia aufzumuntern.
Liebevoll verstrubbelte er ihr krauses Haar.
Besuchen, ja. Aber das war nicht dasselbe.
Nachdem Onkel Richard sich in den Garten verzogen hatte, waren Vater
und Tochter wieder allein und wechselten Blicke verschiedener
Emotionen.
Emilia begann bei Wut und kam mittels Gesichtsakrobatik über Vorwurf
bei Dickköpfigkeit an, während Freddy Augen, Lippen und Lachmuskeln so
geschickt einsetzte, dass er direkt von Autorität zu Mitgefühl sprang.
Am Ende musste Emilia lachen, und ihr Vater stimmte mit ein.
Das musste sie ihm lassen: Es war unmöglich, lange böse auf ihn zu
sein. Sie freute sich nicht auf den geplanten Auszug, doch fürs Erste
war ihre Wut verraucht. "Gegen unser Leben war Einsteins Gedankengang
zur Relativitätstheorie vermutlich der reinste Spaziergang!", scherzte
Freddy.
Immer noch lachend schlenderten Emilia und Freddy hinaus in den
Garten, den Duft des frischen Käsekuchens, den Tante Carolin auf der
Terrasse servierte, in der Nase.

Die zwei Sommerferienmonate bis zum Auszug vergingen wie im Flug, da
Emilia und ihr Vater viel mit den Umzugsvorbereitungen beschäftigt
waren.
Freddy hatte seiner Tochter den Umzug zunächst durch gutes Zureden ein
wenig schmackhaft machen können, doch im Laufe der Ferien waren ihre
Bedenken zurückgekehrt.
Nach einigem Grübeln war Emilia klar geworden, dass sie sich partout
nicht mit der Aufteilung ihrer Familie anfreunden konnte. Aus diesem
Grund fürchtete sie das Ende der Sommerferien, auch wenn sie sich
freute, bald nicht mehr wie auf heißen Kohlen sitzend auf den Umzug
warten zu müssen.
Gerade als sie sich sicher war, keinen Umzugskarton mehr sehen zu
können, stand der große Tag unmittelbar bevor.
Am letzten Abend in ihrem alten Zuhause ging Emilia mit einem unguten
Gefühl zu Bett.

"Drrrrrr!" Oh nein! Emilia presste mürrisch ihr Kopfkissen gegen die
Ohren.
Wie sehr hatte sie gehofft, dass dieser Tag nie anbrechen würde, und
nun klingelte ihr Wecker bereits so früh. Kaum hatte sie es geschafft,
den Umzug aus ihren Gedanken zu verbannen, drängte er sich zurück in
ihr Leben! Frechheit! Wieso und weshalb und warum konnte nicht alles
beim Alten bleiben? Gerne hätte Emilia weitergeschlafen, denn Lust,
aufzustehen und in Freddys euphorisches Gesicht zu sehen, hatte sie
nicht.
Im Erdgeschoss konnte sie Maria und Alex mit dem Frühstücksgeschirr
klappern hören. Sie hätte sich denken können, dass ihre Cousine und
ihr Cousin es an einem so aufregenden Tag nicht länger im Bett
ausgehalten hatten. Aufregend! Emilia schnaubte verächtlich.
Genau jenes nervtötende Wort hatte ihr Vater tags zuvor benutzt.
"Alex, du Trottel! Jetzt muss ich die ganzen Scherben aufkehren",
ertönte plötzlich Marias schrille Stimme. Anscheinend hatte Alex einen
Teller oder eine Tasse auf den Boden fallen lassen und war prompt von
seiner Schwester zurechtgewiesen worden.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

                  Lektorat von Hans Peter Roentgen

Emilia steckt mitten in der Pubertät, und genau da eröffnet ihr Vater
ihr, dass sie ausziehen werden. Bisher lebten sie zusammen mit Onkel,
Tante, Cousine und Cousin in einem Haus, und Emilia hat nicht die
geringste Lust, das zu ändern. Doch ihr Vater bleibt hart - und hat
bereits den Kaufvertrag unterschrieben. Ziemlich happig, sie wird sich
neue Freunde suchen müssen, eine neue Klasse besuchen, und ihr Vater
ist unfähig, einen eigenen Haushalt zu führen. Meint Emilia. Doch dann
bringt er sie zum Lachen und alle Bedenken sind vergessen. Ein wenig
kehren sie zwar zurück, haben aber keine Folgen.

Haben Sie es gemerkt?


         Ein Konflikt verpufft

Da wird ein erheblicher Konflikt aufgebaut - und dann verpufft alles.
Der Beginn fesselt, ein zentraler Konflikt wird eingeführt, der Leser
erlebt ihn mit im Dialog zwischen Vater und Tochter und in dem, was
die Tochter sich zu der ganzen Sache denkt.

Glauben Sie, dass Emilia das so einfach durch eine scherzhafte
Bemerkung ihres Daddys vergessen wird? Ich nicht. Vor allem glaube
ich, dass damit der Autor eine Chance vergibt. Denn dieser Konflikt
trägt es in sich. Er wird Folgen haben, Emilia wird sich mit einer
neuen Umgebung auseinandersetzen müssen, sie wird eine Menge Wut im
Bauch haben, und ich höre schon, was sie ihrem Vater sagen wird, wenn
der sie auffordert, doch bitte die Waschmaschine zu bedienen, weil er
nicht weiß, was die Knöpfe bedeuten.

Vielleicht kann er sie wirklich mit einer witzigen Bemerkung
kurzfristig besänftigen. Aber Emilia ist nicht in dem Alter, in dem
Kinder bereit sind, ihren Eltern schnell zu verzeihen. Sie wird das
Thema wieder aufs Tapet bringen. Spätestens am Abend oder zum
morgendlichen Frühstück. Und allein wegen eines mitfühlenden Blicks
wird sie darauf nicht verzichten.

Dabei ist es möglicherweise gar keine schlechte Idee, erst mal die
Luft ein wenig rauszulassen. Die Spannung hat sich aufgeladen - dann
kann der Vater sie lockern, Emilia muss lachen. Daddy ist glücklich,
alles gut gelaufen. Bis Emilia ihm dann bei der nächsten unpassenden
Gelegenheit alles aufs Butterbrot schmieren wird. "Du kannst doch
nicht mal eine Waschmaschine bedienen!", dürfte noch das Harmloseste
sein, das dann auf den Tisch kommt.

Tatsächlich wird auch im Text betont, "dass sich Emilia partout nicht
mit der Aufteilung ihrer Familie anfreunden konnte". Nur leider wird
das einfach behauptet, im Gegensatz zum Anfang erlebe ich dieses
Gefühl nicht. Und behaupten kann ein Autor viel, wenn die Seiten weiß
sind. Wir Leser wollen das aber erleben, gezeigt bekommen.

Konflikt wäre also genug da. Und deshalb bietet es sich einfach an,
diesen Konflikt konsequent zu nutzen, statt ihn verpuffen zu lassen.

Natürlich wäre es auch möglich, dass der Konflikt hier verpufft, weil
er gar nicht so wichtig für die Geschichte ist. Vielleicht beginnt die
Geschichte erst richtig nach dem Umzug, Emilia muss sich in einer
völlig neuen Umgebung zurechtfinden, die Klassenkameraden hänseln sie,
sie muss den ganzen Haushalt schmeißen, Daddy steckt ihre
Superklamotten in die Kochwäsche ...

Auch das wäre eine Möglichkeit. Dann könnte die Geschichte direkt mit
dem Einzug beginnen. Und nur ein kurzer Text würde davon erzählen:
"Vor drei Monaten hatte ihr Vater ihr eröffnet, dass sie umziehen
würden. Aus heiterem Himmel. Ohne sie auch nur zu fragen."

Ein kurzer Einschub, der auf einen Konflikt vor dem Beginn der
Geschichte verweist. Aber ihn nicht weiter ausführt, weil die
Geschichte selbst später einsetzt.


         In das Denken eintauchen

Schauen Sie sich folgenden Abschnitt noch mal an. Denkt so ein
Teenager?

.....
"Kümmerte es ihn nicht, dass sie bisher mit Onkel Richard als
Autoritäts- - das klang wahrscheinlich ernster, als es in Wirklichkeit
war - und Tante Carolin als weiblicher Bezugsperson ein geordnetes
Leben geführt hatte?"
.....

In dem Alter denken die meisten oft altklug. Sie wissen viel, nur die
Eltern halten sie für doof. Dabei blicken die doch gar nichts!
Insofern passt der Abschnitt - aber nicht ganz. "Das klang
wahrscheinlich ernster ...", dieser Einschub ist der Einschub eines
Erwachsenen. Eines abgeklärten Erwachsenen. Aber Emilia ist keine
Erwachsene und obendrein außer sich, also im Moment ganz gewiss nicht
abgeklärt. Ich würde den Einschub streichen. Und vielleicht eine
Erklärung nachschieben:
.....
Kümmerte es ihn nicht, dass sie bisher mit Onkel Richard als
Autoritätsperson und Tante Carolin als weiblicher Bezugsperson ein
geordnetes Leben geführt hatte? Sie wusste, wie wichtig das war. Sie
hatte erst neulich ein Psychologiebuch über Pubertät gelesen.
.....

Ein ähnliches Problem ergibt sich bei diesem Absatz:

.....
"Nachdem Onkel Richard sich in den Garten verzogen hatte, waren Vater
und Tochter wieder allein und wechselten Blicke verschiedener
Emotionen. Emilia begann bei Wut und kam mittels Gesichtsakrobatik
über Vorwurf bei Dickköpfigkeit an während Freddy Augen, Lippen und
Lachmuskeln so geschickt einsetzte, dass er direkt von Autorität zu
Mitgefühl sprang."
.....

Die Idee ist gut, Gesichtsausdrücke zu benutzen, um die Emotionen
auszudrücken. Aber man könnte es geschickter machen. Vielleicht so:

.....
Onkel Richard verzog sich in den Garten, und Vater und Tochter
wechselten Blicke. Emilias begann bei Wut, wechselte zum Vorwurf und
endete bei Dickköpfigkeit. Nie, nie würde sie sich darauf einlassen,
das würde sie Vater nie verzeihen. Aber Freddy setzte seine Augen,
Lippen und Lachmuskeln so geschickt ein, dass er direkt von Autorität
über Mitgefühl zum Lachen sprang. Und Emilia konnte nicht anders, sie
musste einstimmen.
.....

"Gesichtsakrobatik" ist ein sehr abstrakter Begriff. Natürlich kann
man ihn genau deshalb als Gegensatz einsetzen und so Witz erzeugen.
Aber in unserem Fall klappt das nicht so recht, deshalb würde ich es
weglassen und mich stattdessen stärker auf Emilias Gefühle und
Gedanken konzentrieren.

Und was ist mit den Wörtern "Wut", "Vorwurf", "Dickköpfigkeit" etc.?
Sind sie nicht auch abstrakt?

Das sind Wörter, die Gefühle beschreiben. Nicht so schwerfällig wie
"Gesichtsakrobatik", sie klingen nicht so bürokratisch. Natürlich
zeigen sie keine Gefühle, sie benennen sie. Aber an dieser Stelle geht
es um den Witz, und deshalb finde ich, dass man sie hier stehen lassen
kann.


         Die Mutter fehlt

Wer meine Kolumnen kennt, weiß, dass ich kein Freund langatmiger
Erklärungen bin. Damit wirft man den Leser in der Regel nur aus der
Handlung und verliert die Spannung. Aber manchmal muss man dennoch
etwas erklären. Denn der Leser muss orientiert sein. Am besten
gelingen solche Erklärungen, wenn sie nicht vollständig sind, sondern
genügend Fragen offenlassen.

Hier in unserem Text wird überhaupt nichts über die Mutter gesagt. Sie
kommt einfach nicht vor. Vater und Tochter wohnen, seit Emilia denken
kann, bei Tante und Onkel. Hier würde ich eine kurze, unvollständige
Erklärung einbauen. Vielleicht so:

.....
Seit sie denken konnte, hatte sie mit ihm bei Onkel Richard und dessen
Familie gewohnt. Seit damals, als Mama den Unfall hatte. Und nun
wollte Freddy von einem Tag auf den anderen ihr altes Leben aufgeben.
.....

Natürlich weiß ich nicht, was mit der Mutter passiert ist. Ob sie tot
ist, ob sie einfach gegangen ist oder was sonst auch passiert sein
mag. Aber ein kleiner Hinweis, nicht mehr als eine kurze Andeutung,
wäre nützlich. Man sollte darauf achten, dass der Leser orientiert
ist, aber nicht alles weiß, sondern offene Fragen bleiben.


         Satzlänge

Gerade bei Jugendbüchern - aber keineswegs nur dort - sollte man auf
die Satzlänge und vor allem auf Verschachtelungen achten.

.....
"?Komm schon, Mia, du darfst uns besuchen, so oft du möchtest!?,
versuchte Onkel Richard, der gerade rechtzeitig ins Wohnzimmer
gekommen war, um ihr Gejammer mit anzuhören, Emilia aufzumuntern."
.....

Das ließe sich einfacher formulieren:

.....
"Komm schon, Mia, du darfst uns besuchen, so oft du möchtest!",
versuchte Onkel Richard Emilia aufzumuntern. Er war gerade rechtzeitig
ins Wohnzimmer gekommen, um ihr Gejammer mit anzuhören.
.....

Zum Schluss noch eine weitere Überlegung. Vater und Tochter wohnen bei
Onkel und Tante, seit Emilia denken kann, also vermutlich seit
mindestens zwölf Jahren. Jetzt meint der Vater: "Es ist Zeit
auszuziehen, Mia. Ich kann nicht ewig bei Richard und Carolin wohnen
bleiben und dich mitversorgen lassen."

Das klingt merkwürdig. Zwölf Jahre hat er es ausgehalten, und jetzt
fällt es ihm plötzlich ein? Jetzt, wo die Tochter sowieso bald aus dem
Haus gehen wird?

Nein, ich will damit nicht sagen, dass man das streichen sollte. Leute
haben oft merkwürdige Vorstellungen. Vor allem dann, wenn sie die
eigentlich wichtigen Sachen nicht erzählen wollen oder können. So
etwas ist das Salz in Geschichten. Später können wir die Gründe
kennenlernen, warum der Vater gerade jetzt die lange vergessenen
Emanzipationsgefühle entdeckt.

Aber Teenager erkennen Schwächen der Erwachsenen (und vor allem der
Eltern) sehr schnell. Und schlachten die zu ihrem eigenen Nutzen aus.
Sprich: Emilia dürfte bald klar sein, dass das ein fragwürdiger Grund
ist, und sie wird in diese Kerbe hauen. Was dem Vater vermutlich gar
nicht gefallen wird. Noch ein Element, das man zur Verschärfung des
Konflikts benutzen kann.

Was zeigt, dass Konflikte das A und O bei Geschichten sind. Und dass
es sich immer lohnt, ihre Entwicklung im Auge zu behalten und für die
Geschichte zu nutzen.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge und "Drei Seiten für ein Exposé".
Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert. Und vor kurzem ist sein
Krimi "Der Plotter" bei Conte erschienen.


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VERLAGSPORTRAIT:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


Oldigor Verlag
Andrea Wölk
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         Verlagsgründung

Andrea Wölk hat den Oldigor Verlag gegründet. Sie beschäftigt einen
festen und zwei freiberufliche Mitarbeiter. Wölk ist als Autorin und
Verlegerin tätig. Sie arbeitete als gelernte Steuerfachangestellte und
war 16 Jahre selbständig als Buchführungshelferin.

Der Oldigor Verlag sollte zuerst als Eigenverlag dienen. Bereits nach
einem halben Jahr kamen jedoch die ersten Skripte. Einige davon waren
so gut, dass man sie einfach verlegen musste. So kam die erste Autorin
mit ins Boot. Schnell wuchs die Anzahl der neuen Autoren auf 17 heran.


         Programm und Philosophie

Das Programm beschränkt sich auf: Fantasy aller Art, Krimi / Thriller,
Jugendromane, Unterhaltungsromane mit dem Schwerpunkt Liebesromane und
kurze Romane zwischen 100 und 190 Seiten (unsere Pusteblumen-Serie;
Bücher für schnell mal zwischendurch) und jetzt neu Anthologien.

Die Philosophie: Leichtigkeit! Die Bücher vom Oldigor Verlag sind
leicht zu tragen, leicht zu lesen, leicht zu bezahlen, und der Verlag
hofft, etwas Leichtigkeit in das Leben der Leser zu bringen. Nach dem
Motto: "Ein gutes Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche mit
sich trägt."


         Welche Autoren wurden bisher verlegt?

Rike Stienen, Inka-Gabriela Schmidt, Klaus Kormann, Carina Mueller,
Sabine B. Procher, Dirk Ullsperger, Reni Dammrich, Mina Kamp, Lexa
Holland, Alexandra Balzer, Lee Bauers, Andrea Reichart,  Andrea Wölk,
Angela Hünnemeyer, Claus Karst und (demnächst) Maggie Jung.


         AutorInnen gesucht?

Oldigor sucht Autoren/Innen aus den o. g. Bereichen. Allerdings wurde
die Aufnahme neuer Autoren auf 4 bis 5 pro Jahr beschränkt, damit der
Verlag langsam wachsen kann.


         Konditionen

Die Autoren erhalten 10 Prozent des Nettoverkaufspreises des Buches,
25 Prozent des Nettoverkaufspreises des E-Books (Anmerkung: Hierüber
wird meist der Buchdruck finanziert, da die Bücher sich nicht so
schnell verkaufen, da die Autoren meist keinen großen Namen haben), 10
Freiexemplare. Autoren können ihre Bücher darüber hinaus mit 40 %
Autorenrabatt erwerben.


         Was ist besonders wichtig?

Der Oldigor Verlag behandelt die Autoren so, wie Frau Wölk selbst als
Autorin von einem Verlag behandelt werden möchte. Dem Verlag ist ein
gutes Miteinander wichtig, daher nimmt der Verlag nicht zu viele
Autoren eines Genres auf, sondern achtet auf eine gute Mischung. Frau
Wölk kann bestätigen, dass alle Autoren sich untereinander gut
verstehen.


         Zukunftspläne, Perspektiven

Der Verlag soll wachsen, aber langsam. Das Hauptaugenmerk soll auf dem
Bereich Fantasy liegen, da dies ein sehr großes Feld ist, dabei sollen
aber die übrigen Genres nicht vernachlässigt werden. Der Oldigor
Verlag ist überzeugt davon, dass auch ein kleiner Verlag überlebt, der
sich keine besondere Nische sucht.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


Drehbuch: Oliver Pautsch
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Fandom: Thomas Kohlschmidt
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Fantasy: Stefanie Bense
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Heftroman: Arndt Ellmer
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Historischer Roman: Titus Müller
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Kriminalistik: Kajo Lang
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Lesungen: Rüdiger Heins
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Lyrik: Martina Weber
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Plotten: Kathrin Lange
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Sachbuch: Gabi Neumayer
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Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss
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Schreibgruppen: Ute Hacker
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Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
                            sf-autor at experte pt autorenforum pt de
Übersetzung: Barbara Slawig
                       uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de
Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                        verlagswesen at experte pt autorenforum pt de

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Experten-Special:
.................

Bjørn Jagnow hat seine Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt
- thematisch sortiert und aktualisiert:

"Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung für Autoren 2012", E-Book,
2,99 Euro, http://www.amazon.de/gp/product/B007VD3OL6/


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
---------------------------------------------------------------------
         (Bjørn Jagnow) verlagswesen at experte pt autorenforum pt de

Frage:
In meiner Zeit als Autor hat sich so viel angesammelt, dass ich gerne
ein Buch mit Gedichten und Geschichten herausbringen möchte. Da ich
annehme, dass dies bei "normalen" Verlagen kaum möglich sein wird,
dachte ich an BoD. [...] Nun bin ich auch am Fertigstellen eines
Romanes, der meiner Meinung nach die Qualität hat, um bei einem
"normalen" Verlag angenommen zu werden (evtl. über eine Agentur). Nun
meine Fragen:

1) Bin ich durch die Veröffentlichung meines Buches mit Gedichten und
Geschichten bei BoD schon so "verbrannt", dass kein Verlag mehr meinen
Roman annehmen würde. Welche Nachteile sehen Sie da noch?
2) Wäre es besser, bei diesen Chancen (bin 63 Jahre alt), auch gleich
den Roman und evtl. weitere Bücher bei BoD herauszubringen, da sowieso
durch eventuell Qualität und Alter keine Chance bei "normalen"
Verlagen besteht?
3) Sollte ich vielleicht erst den Roman zur Veröffentlichung bei
"normalen" Verlagen anbieten und bei eventueller Annahme dann ein Buch
mit Gedichten und Geschichten bei diesem Verlag herausbringen? [...]


Antwort:
1) Es gibt Buchhändler und Lektoren, die Selbstverlag in jeder Form
ablehnen und Autoren, die das nutzen, als "verbrannt" betrachten.
Andererseits ist es inzwischen nicht mehr ungewöhnlich, wenn man unter
eigener Regie veröffentlicht. Zudem ist es ein wundervoller Test, ob
ein Autor ein Publikum begeistern kann - kein Verlag muss Geld
investieren und sieht trotzdem Rezensionen, Leserkommentare etc.

Geschichten- oder Gedichtsammlungen funktionieren im Buchhandel
ohnehin nicht sonderlich gut. Dort suchen Leser meist nach einer
längeren oder zusammenhängenden Lektüre. Geschichten lassen sich
einzeln durchaus als E-Books verkaufen, weil hier oft Spontankäufe per
Handy greifen, wenn jemand etwas "genau jetzt" lesen will. Zwischen
diesen beiden Polen kann man sich mit einer Anthologie im Selbstverlag
probieren. Viele "große" Verlage finden sich dafür ohnehin nicht.

2) Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen sinkenden Erfolgschancen und
dem Alter beim Schreiben. Im Gegensatz zu gängigen
Arbeitsverhältnissen ist Alter für Autoren nicht so ausschlaggebend.
Natürlich ist ein erfolgreicher Roman von einem jungen Autor etwas
Erwähnenswertes, aber oft wird Reife und Erfahrung bei einem Autor
mehr geschätzt.

3) Ein Verlag, der Romane gut veröffentlichen kann, muss nicht
zwingend qualifiziert sein, Geschichtensammlungen gut zu vermarkten.
Lyrik ist ohnehin etwas ganz anderes als Romane - damit erreicht man
nicht einmal die gleiche Lesergruppe. Ich würde mich daher nicht so
sehr auf eine "Alles-aus-einer-Hand"-Lösung versteifen. Es sieht
einfacher aus, nur einen Verlag finden zu müssen statt drei, aber es
ist vielleicht so, als wenn man zur Jagd geht und ein Tier schießen
will, das ein Geweih hat, nach Schwein schmeckt und im Wasser
schwimmt.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler. Unter http://bjoernjagnow.blogspot.com/ bloggt er über
die Zukunft der Medien, über Rollenspiele und andere Themen.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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            Oliver Pautsch (drehbuch at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Ich frage mich, ob es grundsätzlich möglich ist, nur mit Drehbuch-
Ideen, also Kurz-Treatments ein Einkommen zu erzielen. Ich komme aus
dem Journalismus (Preisträgerin des ARD-Kurt-Magnus-Preises) und habe
als Autorin bereits viele Produktionen im Hörfunk und Print-Medien
abgeliefert.  [...] Zeitbedingt könnte ich allenfalls Exposés und
Treatments abliefern. Haben Sie vielleicht den ein oder anderen Tipp
für mich?


Antwort:
Hier kommt mein Tipp: Nehmen Sie sich Zeit. Die Zeit zur Ausarbeitung.

Billy Wilder berichtet, meine ich mich zu erinnern, wie er mitten in
der Nacht mit einer tollen Idee erwacht. Er hat Zettel und Stift neben
dem Bett, notiert seinen Geistesblitz und schläft wieder ein. Am
nächsten Morgen liest er seinen Zettel und darauf steht: "A man falls
in love with a woman."
Klingt bescheuert. Ist aber keine schlechte Idee. Wenn man z.B. "Romeo
& Julia" oder "Pretty Woman" daraus macht.

Oder anders: Stellen Sie sich die Frage, warum Erfolgsautoren wie
Stephen King oder Haruki Murakami (setzen Sie Ihren Erfolgsautor ein)
ihre Manuskripte immer noch selbst schreiben. Anstatt nur den Samen
der Idee zu spenden.

Arbeitsteilung ist im Bereich Stoffentwicklung für TV & Film in
manchen Arbeitsfeldern möglich. Ideenspender sind jedoch eher selten.
Selbst in so arbeitsteiligen Formaten wie der Daily Soap gibt es keine
reinen Ideengeber, die Geld damit verdienen.

Ich glaube, es ist auch eine Frage des Vertrauens. Film ist eine teure
Angelegenheit. Und wer sollte einem Autor vertrauen, der "nur" die
Grundidee zu einem Stoff liefert? Anstatt das Ganze von A bis Z
durchzuziehen? Es zu versuchen, dann gefeuert zu werden und jemand
anders die Story übernehmen lassen zu MÜSSEN, ist üblich und eine ganz
andere Geschichte. Als Ideengeber wird man so allerdings ebenfalls
nicht berühmt.

Nebenbei: Wer soll Autoren bezahlen und für voll nehmen, die nur
fremde Ideen ausarbeiten? Davon gibt es natürlich einige, aber ...

Und noch was:  Es von A bis Z durchzuziehen ist mühsam - aber es lohnt
sich!

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft.
Später ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber
direkt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für
Kurzfilme, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.
http://www.pautsch.net


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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         Stefanie Bense (fantasy at experte pt autorenforum pt de


Frage:
Ich liebe es, Bücher zu lesen, und schreibe selber sehr sehr gerne,
doch leider habe ich große Selbstzweifel, dass meine Geschichten nicht
interessant sind oder andere Leute nicht berühren würden, dies macht
mir sehr zu schaffen, da ich ja gerne schreibe. Was kann ich dagegen
machen?


Antwort:
Zweifel und Selbstzweifel kennt jede/r, die/der schreibt. Das ist ganz
natürlich (sofern es keine selbstzerstörerischen Zweifel sind), weil
man ja stets was Neues anfängt, eine (schreiberische) Reise ins
Ungewisse antritt - und daher mit der Angst vor dem Unbekannten fertig
werden muss. Ich kann dir die Selbstzweifel nicht nehmen, und das wäre
auch nicht gut. Zweifel schützen vor Verletzungen, verlangen, dass man
sich sicherer wird, bevor man an die Öffentlichkeit geht, wollen
sagen, dass man noch nicht so weit ist.

Woher soll man wissen, ob es für andere interessant ist? Diese Frage
stellt sich bei jeder Story neu, selbst wenn man schon sehr lange Zeit
schreibt. Aber keine Bange ...

Es gibt vier Möglichkeiten, darauf zu reagieren:

1. Du behältst deine Geschichten für dich, weil dir das Schreiben
wichtiger ist, als die Storys öffentlich zu machen. Damit schreibst du
eher bzw. nur für dich. Was zählt, ist der Spaß, Geschichten zu
erfinden. Ohne Publikum.

Das hat den Vorteil, dass du nicht überarbeiten musst, dass deine
"Schätze" unangetastet bleiben und du dich für das Schreiben nicht
rechtfertigen musst. Nachteilig ist jedoch, dass deine Storys sich
kaum weiterentwickeln, dass du viel langsamer lernen wirst, dass deine
Kritikfähigkeit den eigenen Werken gegenüber nur minimal gedeiht oder
sogar unrealistische Formen annimmt. Selbstkritik wird dann von Das-
ist-alles-Schrott bis zu Meine-Stories-sind-genial schwanken. Das
Schreiben ist Selbstzweck. Und es fehlt der Zweck, wozu eigentlich
Geschichten erzählt werden: Erleben der Geschichte durch Leser oder
Zuhörer. Aber du kannst glücklich mit dieser Lösung werden, wenn es
(nur) darum geht, zu schreiben, zu erfinden, die Bilder aus dem Kopf
und Herzen aufs Papier zu bringen.

2. Du erarbeitest dir eine Ist-mir-doch-egal-Haltung und viel
Selbstbewusstsein und ein dickes Fell, damit du es aushalten kannst,
wenn mit der Zeit kaum noch jemand etwas von deinen Storys lesen /
hören will. Das Publikum investiert Zeit in deine Stories, wenn man
sie liest oder ihnen zuhört, und Geld, wenn man die Medien (Bücher,
Hörbücher, E-Books ...) kauft. Also will ein "zahlendes" Publikum auch
etwas bekommen: Unterhaltung, Spannung, Wissenswertes, Zeitvertreib,
Gedankenfutter, ästhetischen Genuss ... je nach Story und eigener
Laune. Wenn es das von deinen Stories nicht bekommt, bleibt das
Publikum über kurz oder lang weg.

Vorteil: Alles, was du schreibst, ist in deinen Augen gut. Du
benötigst kaum Selbstkritik und erhältst deine Bestätigung allein
dadurch, dass du deine Storys geschrieben hast und vorstellen kannst.
Das Schreiben ist Bühne. Reaktionen, Verbesserungen und Kritiken
interessieren nicht. Nachteil: Deine Stories und du werden sich nur
langsam bis gar nicht weiterentwickeln. Aber du kannst damit glücklich
werden, denn es geht nur darum, dich selbst darzustellen.

3. Du stellst deine Geschichten nur noch Leuten vor, von denen du
weißt, dass sie sie gut finden werden, also Freundinnen, Freunden,
Eltern, Bewunderern, Fans ... Dieses Publikum wirst du nicht
verlieren, sie werden dich stets beklatschen, denn sie mögen dich und
wollen, dass du sie magst. Vielleicht wird irgendwann lustlos
geklatscht, vorsichtig gesagt: "Du könntest ja mal ..." oder sich
herausgeredet, um nicht mehr lesen / zuhören zu müssen. Aber dieses
Publikum ist auf jeden Fall positiv eingenommen und das Schreiben
Hobby ohne Anspruch.

Vorteil: Du bekommst Bestätigung, vielleicht sogar noch mehr Schwung,
um zu schreiben. Nachteil: Entwicklung, Dazulernen und
Experimentierfreude werden nicht gefördert. Aber du kannst damit
glücklich werden, wenn es dein Ziel ist, bewundert zu werden.

4. Du arbeitest so lange und intensiv an deinen Geschichten, bis du
das Bestmögliche daraus gemacht hast. Dann kannst du guten Gewissens
deine Story loslassen. Und deine Selbstzweifel. Wenn dein Publikum
Kritik übt, hörst du zu (ohne Ja, aber), machst dir ggf. Notizen und
arbeitest damit. Das heißt, du kannst Kritikpunkte akzeptieren und die
Storystellen dahingehend überarbeiten, oder verwerfen und anders
überarbeiten. Auf jeden Fall solltest du über Kritik nachdenken,
solange diese sie konkret ist ("Das hier ist blöd", ist keine konkrete
Kritik, besser: "Wenn die Heldin hier zaubert, warum kann sie das dann
nicht, als sie überfallen wird?" oder "An dieser Stelle wirkt der Held
auf mich sehr nüchtern, obwohl er doch herzzerreißend traurig sein
müsste").

Also such dir als Publikum am besten eine Gruppe Schreibender, die
handwerklich orientiert ist: eine Schreibwerkstatt, ein Autorenkreis,
einen Schreib-Workshop ... Letzten Endes lernst du, Selbstzweifel zu
akzeptieren, da sie warnen und schützen. Schreiben ist Profession, im
besten Falle: Berufung.

Nachteil: Es ist viel Arbeit. Klar, man muss lernen, Kritik als
Textkritik (nicht Kritik am Autor) zu verstehen, auszuhalten und
umzumünzen in konkrete Verbesserungen an der Geschichte. Ja, man muss
auch lernen, Kritik richtig einzuschätzen. Klar, anfangs schürt das
die Selbstzweifel. Jedoch man macht damit Fortschritte.

Vorteil: Es ist der harte, aber dafür intensivere und lohnendere Weg.
Du wirst dich und deine Storys weiterentwickeln, Handwerk lernen,
ausprobieren, manchmal an einer Story scheitern, immer öfter die
Geschichten tiefer, lebendiger und lesenswerter machen - kurz: Deine
Stories werden wachsen und du auch.

Es ist Arbeit, wird dich fordern und fördern und manchmal verletzen,
aber du kannst damit glücklich werden, wenn es dir darum geht, dass
Schreiben mehr ist als Bühne, Hobby und Selbstzweck.

Übrigens: Man wächst nicht im konfliktfreien Raum (das gilt für
Figuren ebenso wie für Autoren); Erst Widerstände, Unsicherheiten,
Fehler, Zweifel und Schmerz fordern uns heraus, entwickeln unsere
Stärken und lassen uns wachsen.

An den Storys mit anderen Gleichgesinnten zu arbeiten beseitigt die
Selbstzweifel nicht, aber es hält sie im Zaum. Denn du nutzt eine
Schreibgruppe als geschützten Raum, in dem idealerweisealle daran
interessiert sind, ehrlich Feedback zu geben und die Geschichten zu
verbessern. Damit sollte (schon in euren Statuten) klar sein: Lob
meint Lob, Kritik meint Kritik - beides am Text.

Für mich scheiden sich hier jene, die gerne schreiben, von jenen, die
professionell schreiben. Professionelle Autoren/innen arbeiten an den
Storys bis zur Reife, gehen mit ihren Selbstzweifeln konstruktiv um,
nutzen und schätzen konkrete Kritik, anstatt ihr auszuweichen, sind
ständig neugierig und lernbereit, fabulieren gern und sind sich
bewusst, dass sie letztendlich eine "Ware" verkaufen. Doch um zu
schreiben, muss man ja nicht verkaufen.

Versteh mich bitte recht: Es ist genauso legitim, nur für sich oder
Freunde schreiben zu wollen, das Schreiben ganz aufzugeben und ein
anderes Hobby zu suchen, wie sich für den Autorenberuf zu entscheiden.
Alle Möglichkeiten sind berechtigt. Auch ist die Wahl nicht lebenslang
festgelegt. Nur - entscheiden musst du dich, sonst wirst du zerrieben.

Diese Möglichkeiten gelten generell, ebenso aber für jede Geschichte.
Es gibt Storys von mir, die liegen "in der Schublade" und werden sie
wahrscheinlich nie verlassen, weil sie für mich unveränderlich sind.
Einige sind schlecht, manche sind gut, aber sie sollen so bleiben wie
sie sind. Doch für die meisten Geschichten wünsche ich mir Publikum,
und das bedeutet, dass ich daran arbeiten muss, sie so gut wie möglich
zu machen und sie dann loszulassen. Wenn ich das mir Bestmögliche aus
der Story herausgeholt habe, dann darf auch der Selbstzweifel
schweigen.

Frag dich: Was ist dein Ziel, deine Motivation beim Schreiben?
Möchtest du den Selbstzweck, das Hobby, die Bühne - oder die Berufung?
Erst wenn du das ehrlich beantworten kannst, wirst du entscheiden
können, wie du mit deinen Selbstzweifeln umgehen willst.

Lass dir Zeit! Lerne, schreibe, probiere aus! Ich möchte dir Mut
machen, den harten Weg zu gehen, solange du dabei nicht den Spaß am
Schreiben verlierst. Du kannst später immer noch entscheiden, zu
verkaufen, also das kommerzielle Publikum anzupeilen, oder nicht.
Zunächst schreibe. Und teste deine Geschichten in einer geschützten
Gruppe aus, zum Lernen, nicht zur Selbstdarstellung. Hier kannst du
experimentieren, Erfahrungen sammeln, spielen, etwas wagen, ohne dass
du gleich in der vollen Öffentlichkeit stehst. Du wirst dadurch
sicherer, wie du mit Kritik umgehst (auch mit deinem inneren
Kritiker), wie du das Handwerk anwendest, wie du auftrittst und was
dir deine Geschichten bedeuten.

Zweifelst du dann immer noch, frag dich, was der Zweifel dir sagen
will. Statt ihn zu bekämpfen, nutze ihn.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt Schreibkurse und
führt eine Roman-Werkstatt, http://www.romantisch.essdeh.de,
veröffentlicht sporadisch und schreibt an ihrem dritten Roman.


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