Ich habe den Verdacht, dass es sich bei [...] um einen Druckkostenzuschussverlag handelt.

Ich fand im "Spiegel" eine Anzeige des [...]-Verlags, dass man neue Autoren suche. Da ich den Verlag aber nicht im Handbuch für AutorInnen finde und mir manches seltsam erscheint ("Prüfung der Manuskripte innerhalb von zwei Wochen"), habe ich den vagen Verdacht, dass das ein Druckkostenzuschussverlag sein könnte. Haben Sie da Informationen? Oder ist das tatsächlich ein seriöser Verlag, wie es die Internetseiten verkünden?

Zunächst einmal möchte ich vorausschicken, dass ich den [...]-Verlag nicht beurteilen kann, weil ich keine eigenen Erfahrungen mit diesem Haus gemacht habe. Ich weiß daher nicht, ob es ein Druckkostenzuschussverlag ist - zumal es durchaus der Fall sein kann, dass ein Verlag 99 % seiner Veröffentlichungen von den Autoren (teil)finanziert und 1 % ohne Autorenbezuschussung.

Mein Tipp lautet daher immer, dass man sich einen Vertragsvorschlag geben lässt, wenn das Lektorat Interesse signalisiert, und man diesen Vertrag sehr genau liest. Dort steht ja drin, wer welche Verpflichtun- gen eingeht. Und solange nichts unterschrieben ist, schadet so ein Entwurf auch nicht.

Allerdings ist es nicht typisch, dass Verlage Geld für Werbung ausgeben, sofern sie nicht direkt mit dieser Werbung wieder Geld verdienen wollen. Sprich: Die Anzeige soll Erlöse erzielen. Lebt der Verlag üblicherweise von den Lesern, macht er normalerweise Werbung um Leser und nicht um Autoren.

Selbst wenn mal eine Anzeige für Lieferanten (also: Autoren) geschaltet werden sollte, dann nicht in der Publikums-, sondern in der Fachpresse. Für die Suche nach qualifizierten Schriftstellern ist die Anzeige im "Spiegel" eigentlich zu teuer!

beantwortet von:Bjørn Jagnow (4-05)

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