Ausgabe 14-10 (20. Oktober 2012)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipps
Schreibkurs
   "Die Szenenplanung für einen Roman - Teil 2"
   von Jurenka Jurk
   "(Haupt-)Figur: Ich kenne dich! - Teil 1"
   von Christiane Franke
Spannung, der Unterleib der Literatur
   "Das Licht im zweiten Stock"
   Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Buchbesprechung
   "Kurzprosa schreiben"
   besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Kathrin Lange
Verlagsportrait
   "Magma Verlag"
Frag die Expertin für Fantasy
   (Stefanie Bense)
Frag den Experten für Verlagswesen
   (Björn Jagnow)
Frag den Experten für Kinder- und Jugendbuch
   (Michael Borlik)

EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

habemus expertam! Unsere neue Expertin Kathrin Lange ist allerdings
nicht für Latein zuständig, sondern für etwas, das AutorInnen viel
dringender brauchen: das Plotten. Wir freuen uns sehr, dass uns die
erfolgreiche Autorin historischer Romane, die zugleich ein erfahrener
Coach ist, ab sofort unterstützt. In dem Interview, das Ursula Schmid-
Spreer mit ihr geführt hat, lernt ihr sie gleich näher kennen. Und
wenn ihr eine Frage zum Plotten habt: Kathrins Mailadresse findet ihr
unten bei den ExpertInnen.

Was erwartet euch sonst noch in diesem Tempest? Der zweite Teil von
Jurenka Jurks Schreibkurs zur Szenenplanung zum Beispiel. Und der
erste Teil eines Artikels von Christiane Franke, in dem es darum geht,
wie man seine Charaktere besser kennenlernt. Ein neues
Spannungslektorat von Hans Peter Roentgen ist natürlich auch wieder
dabei, ein weiterer Verlag wird vorgestellt und ein Buch über das
Schreiben von Kurzprosa, und drei unserer ExpertInnen beantworten
diesmal eure Fragen. Dazu gibt es Tipps, Kicks, neue Ausschreibungen
und Seminare und noch einiges mehr.

Der Tipp des Monats Oktober, diesmal von
http://www.writingforward.com/blog:

    Have fun. If youre not enjoying writing, then maybe
    its not for you. If youre not enjoying fiction writing,
    try something else like poetry, blogging, or screenwriting.
    Be open and youll find your way.

Ich rufe an dieser Stelle ja immer wieder auf, nicht nur Artikelideen,
Tipps und Kicks zu schicken, sondern auch einen finanziellen Beitrag
zum Erhalt des Tempest zu leisten, damit wir ein weiteres Jahr angehen
können. Im laufenden Jahr haben das noch nicht allzu viele getan,
darum: Wem der Tempest wichtig ist und wer ihn auch 2013 lesen möchte,
überweise bitte etwas - ob 5 oder 15 Euro, jeder Beitrag zählt!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das
Konto:

Jürgen Schloßmacher
Kreissparkasse Köln
BLZ 370 502 99
Kto. 11 42 17 61 63
Stichwort: "Beitrag 2012"

Wichtig: Das Konto läuft NICHT mehr auf den Namen "autorenforum",
sondern nur auf "Jürgen Schloßmacher"!

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des
Tempest).

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01

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ISSN 1439-4669  Copyright 2012 autorenforum.de. Copyright- und
               Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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 INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

    Editorial
    Hall of Fame
    Schreib-Kick
    Lesetipps
    Schreibkurs
       "Die Szenenplanung für einen Roman - Teil 2"
       von Jurenka Jurk
       "(Haupt-)Figur: Ich kenne dich! - Teil 1"
       von Christiane Franke
    Spannung, der Unterleib der Literatur
       "Das Licht im zweiten Stock"
       Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
    Buchbesprechung
       "Kurzprosa schreiben"
       besprochen von Gabi Neumayer
    Interview mit Kathrin Lange
    Verlagsportrait
       "Magma Verlag"
    Frag die Expertin für Fantasy
       (Stefanie Bense)
    Frag den Experten für Verlagswesen
       (Björn Jagnow)
    Frag den Experten für Kinder- und Jugendbuch
       (Michael Borlik)
    Impressum


TEIL 2:

    Veranstaltungen
    Ausschreibungen
    Publikationsmöglichkeiten
         mit Honorar
         ohne Honorar
    Seminare
    Messekalender
    Impressum


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HALL OF FAME:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:

.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-
Adresse.
.......
Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive
Homepage!
.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.

ACHTUNG!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen
muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an

redaktion at team pt autorenforum pt de.

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt!
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Karl Plepelits: "Zwei Frauen in einem Haus. 4 Erotische Erzählungen",
AAVAA Verlag 2012, erotische Liebesgeschichten. Vier vergnügliche
Variationen zum Thema "Mann und Frau".

Tobias Sommer: "Edens Garten", Septime Verlag 2012, Roman. Eden sucht
den Maulwurf und gräbt sein Leben um.

Stephanie Madea: "Night Sky 03 - Schicksal des Blutes", Sieben Verlag
2012, Paranormal Romance. Spannende Vampirliebesgeschichte.
www.stephanie-madea.com

Stephanie Madea: "A.M.O.R. 01 - Lyon", Sieben Verlag 2012, Paranormal
Romance. Spannende Vampirliebesgeschichte. www.stephanie-madea.com

Kerstin Lange: "Aufgetischt und abserviert", Cenarius Verlag 2012,
Krimikochbuch. Mehr Infos: http://www.KerstinLange.com

Jeanine Krock: "Feuerschwingen", Heyne 2012, Romantic Fantasy.
Gefallene Engel lieben gefährlich! www.jeaninekrock.de

Corinna Wieja: "Detective Invisible - Kommissar Unsichtbar",
Langenscheidt 2012, deutsch-englischer Kinderkrimi. Leseprobe:
http://www.corinnawieja.de/autorin/leseproben.html

Barbara Kettl-Römer: "Was macht mein Kind im Netz? Der Social-Media-
Ratgeber für Eltern", Linde International 2012. Was Eltern wissen
müssen. www.kettl-roemer.de

Gerd Zipper: "Der Tunnel", Prolibris Verlag 2012, Schwäbisch Gmünd-
Krimi. http://www.prolibris-verlag.de/buch/der-tunnel


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SCHREIB-KICK:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


Unser Schreib-Kick für den Oktober, diesmal von Jennifer Schreiner:

Wer weiß weiter? (Gruppenübung)

1. Schreib an den linken Rand eines leeren Blattes mit großen
Abständen Themen auf, über die du schon immer schreiben wolltest, und
reiche dann den Zettel weiter.
2. Schreib auf einen neuen Zettel alles auf, was dir zu den Themen
einfällt (z. B. eine Person oder ein Zitat), und gib auch den weiter.

Nach ca. 5 Minuten Denk- und Schreibzeit wird jeder Zettel
weitergereicht, und zwar so lange, bis alle zu ihren Ausgangspunkten
zurückgekommen sind.

Was du mit den vielen Anregungen machst, entscheidest natürlich du
selbst!


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LESETIPPS:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


http://www.andreaseschbach.de/schreiben/verlagssuche/verlagssuche.html
Der Bestsellerautor Andreas Eschbach hat eine sehr interessante Studie
zum Thema Verlagssuche in der heutigen Zeit durchgeführt. Zu welchen
Ergebnissen er dabei kam, könnt ihr unter obigem Link lesen.

+++++

http://www.youtube.com/watch?v=Rde3mtvVD0U&feature=share
Im Interview mit buchreport.de beschreibt die Publizistin Cora Stephan
die Buchbranche "Im Sog der Evolution", hinterfragt die Programm- und
Preispolitik von Verlagen (anhand von Beispielen) und wünscht sich,
dass sowohl Buchhändler als auch Verlage wieder zu Schatzsuchern
werden.

+++++

http://schreibkraftfmr.wordpress.com/2012/09/06/wahrscheinlich-ware-
goethe-der-erste-mit-facebook-account-gewesen/
Der Autor Frank Maria Reifenberg spricht mit Stefan Wendel, freier
Autorenberater (früher bei Thienemann), über Professionalisierung von
AutorInnen, neue Anforderungen und die Frage, ob Qualität sich
auszahlt.


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SCHREIBKURS:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

            "Die Szenenplanung für einen Roman - Teil 2"
                          von Jurenka Jurk


         Die Emotion der Figur

Ein Detail, das gerne aus den Augen verloren wird, ist die Emotion der
Figur. Klassischerweise hat dieser Punkt nichts in einer Szenenplanung
verloren, doch meiner Erfahrung nach hat er einen Platz darin
verdient. Betrachtet man einen Roman unter dem Aspekt des Konflikts,
so muss die Figur im Prinzip ständig scheitern (sofern es sich um eine
Geschichte mit positivem Ausgang handelt). Erst ganz zum Schluss wird
die Figur oder werden die Figuren Erfolg haben und Ziel oder Bedürfnis
erreichen.

Dabei läuft der Autor der Geschichte Gefahr, die Figur ständig in
einer Emotion steckenbleiben zu lassen. Zu Beginn der Szene war sie
wütend, am Ende ist sie noch wütender, in der nächsten Szene ist sie
zornig, dann wird sie vielleicht hysterisch und zornig. Das ermüdet
den Leser schnell. Daher achte ich darauf, die Figur mit einem anderen
Gefühl aus der Szene steigen zu lassen, als sie hineinging. Entweder
markiere ich mir das mit + und -, bzw. +++ und - - - für positive und
negative Emotionen, oder ich schreibe aus, um welche Empfindungen es
sich handelt.


         Die Brücke

Zuletzt entwickle ich die Brücke, den Übergang von einer zur nächsten
Szene. Im Verhältnis zu den meist dialog- und handlungsreichen Szenen
ist die Brücke eher ein passives Element, das beschreibt, wie es in
der Hauptperson aussieht. Auch hier verwende ich den bewährten Dreier-
Schritt. Nachdem die Figur ihr Ziel nicht zufriedenstellend erreicht
hat, wird sich in ihr (1.) ein Gefühl breitmachen (das kann das Gefühl
vom Ende der Szene sein, oder es hat sich nochmals gewandelt). Aus
diesem Gefühl entstehen (2.) Gedanken (die Figur reflektiert
vielleicht Teile des Geschehens). Am Ende wird sie jedenfalls (3.)
einen Entschluss fassen, und dieser Entschluss ist die Grundlage für
das Ziel in der nächsten Szene.


         Braucht es eine Szene?

Zuletzt bleibt nur die Frage übrig, ob wirklich die Szene das richtige
Mittel der Wahl ist. Ausschlaggebend für die Beantwortung ist, ob der
Konflikt groß genug und damit spannend genug ist und ob er genügend
mit der Hauptfrage zu tun hat, die den ganzen Roman trägt (z. B.:
Bekommen sich die Liebenden?). Ist das nicht der Fall, hat man die
Möglichkeit, eine narrative Zusammenfassung, auch summarische
Erzählung genannt, zu verwenden.

Nennen kann man diese kurze Szenenplanung übrigens ganz
unterschiedlich. Bekannt ist sie auch als Szenenübersicht, -
visitenkarte, -exposé oder -zusammenfassung.


         Die Szenenplanung - eine Übersicht

- Wo?
- Wann? Jahr, Tag, Zeit.
- Wer? Wer spielt alles in der Szene mit, und wer ist die Haupt- /
Perspektivfigur dieser Szene?
- Was? Was muss / soll passieren, welche Informationen sollen gegeben
werden?
- Ziel der Hauptfigur? Wonach strebt die Figur, warum ist das wichtig
für sie?
- Hindernisse? Innere/Äußere und Steigerung des Konflikts in drei
Schritten.
- Ergebnis? Wird das Ziel erreicht? Ja, aber / Nein / Nein, und
außerdem. Gewöhnlich nie: Ja. Hiermit endet sonst die Geschichte.
- Emotionen der Hauptfigur? Anfangswert bei Beginn der Szene? Im
Wendepunkt der Szene wandelt sich der Anfangswert in den Endwert, der
häufig gegensätzlich ist.
- Wie? Wie handelt die Figur, und wie soll die Szene erzählt werden,
wie läuft sie ab?
- Die Brücke: 1. Gefühl, 2. Gedanke, 3. Entschluss der Hauptfigur.
Welches neue Ziel verfolgt die Figur als Nächstes?

Fragen im Anschluss an die Szenenplanung:
- Sind alle Szenen schlüssig und verbunden?
- Ist der Bezug zur zentralen Frage des Romans erkennbar?
- Sind manche Szenen überflüssig?
- Passt das Tempo der Szene zum Geschichtstyp?


         Zum Schluss

Eine solche Ausarbeitung, bei der alle Szenen eines Romans
durchgeplant werden, ist viele Seiten lang. Es drängt sich die Frage
auf: "Lohnt es sich, so viel Zeit und Mühe da hineinzustecken? Hätte
ich nicht lieber gleich den Roman selbst schreiben sollen?"

Das kann jeder Autor nur für sich beantworten. Mir hat diese Technik
bei meinem ersten Roman jedenfalls sehr geholfen. Zum Schluss hatte
ich um die 80 Normseiten reine Planung (inklusive
Figurencharakterisierung und Arbeitsexposé), bevor ich die erste Zeile
des Romans verfasste. Aber ohne diesen roten Faden hätte ich mich
verloren gefühlt und den Roman wohl nie zu Ende gebracht. Mittlerweile
brauche ich nicht mehr so starre Strukturen. Die meiste Planung findet
bei mir im Kopf und nicht mehr auf dem Papier statt. Das gelingt mir
persönlich aber nur deshalb so gut, weil ich es wenigstens ein Mal
konsequent auf dem Papier durchgeführt habe.

Aufschreiben kann man die Szenenübersicht natürlich in jede Textdatei.
Nützlich können aber auch Karteikarten sein, die man anschließend auf
einem Tisch hin- und herschieben kann. Einzelne Punkte können
natürlich noch gestrichen oder ergänzt werden, ganz nach eigener
Arbeitsweise. Am besten einfach ausprobieren, dann zeigt sich der
Nutzen dieses "Fahrplans", und der Roman kann ohne Umwege entstehen!

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Jurenka Jurk hat Kreatives Schreiben an der IB-Hochschule Berlin
studiert und gründete in Konstanz ihre Schreibschule Schreibfluss.
Dort bietet sie verschiedene Kurse an, auch eine Ausbildung zum
Romanautor. 2012 erschien ihr Roman "Verliebt bis in die Haarspitzen".
http://www.schreibfluss.com


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SCHREIBKURS:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)


             "‘(Haupt-)Figur: Ich kenne dich!‘ - Teil 1"
                        von Christiane Franke

Wer kennt das nicht: Eine Szene ist nicht rund, irgendetwas stimmt
nicht, aber man weiß nicht, was. Das liegt ganz oft daran, dass der
Autor seine Figuren nicht genau kennt. So kommt es zu hölzernen
Dialogen, Handlungen, die in sich nicht stimmig sind, weil die
Figuren, würde man sie fragen, so gar nicht handeln würden. Der Fehler
liegt oft darin, dass wir unsere Personen zwar vom Äußeren her
beschreiben können - 175 groß, schlank / dick / untersetzt, blonde
lange Haare / gar keine Haare / kurzer Igelputz -, dass uns aber ihr
Innenleben und vor allem ihre Vergangenheit fremd sind.

Aber jede unserer Figuren plumpst nicht jungfräulich in unsere
Geschichten, ihr Handeln basiert auf dem, was sie in ihrem bisherigen
Leben erlebt hat! Daher ist es für uns als Autor wichtig, unsere
Figuren so gut wie möglich zu kennen.


         Geburt und Kindheit

Wann sind sie geboren? Nicht nur das Jahr, sondern auch Tag und Monat.
Einem im Sternzeichen Löwe Geborenen werden ganz andere Grundzüge
attestiert als einem Fisch, einer Waage oder einem Skorpion. Das ist
ein Pfund, mit dem wir als Autor wuchern können.

Welche Familiensituation herrschte zu Hause? Einzelkind? Ältestes?
Mittleres von Dreien? Eines von Fünfen? Die Figur wird sich anders
verhalten, je nachdem, ob sie ein verwöhntes Einzelkind oder eines von
mehreren Geschwistern ist. Wie sah die Kindheit aus? Kindergarten: ja
/ nein? Schule: Haupt-, Realschule oder Gymnasium? Ist es ihr leicht
gefallen, zu lernen? Oder musste sie sich schon immer anstrengen, um
zu erreichen, was sie möchte? Ist sie ein Kämpfer? Ein Mitläufer oder
eher derjenige, der immer Pech hat?

Niemals zwei Figuren mit gleicher Kindheit anlegen! Unbedingt eine
Kindheit anlegen, sonst bekommt jede Figur automatisch und
unbeabsichtigt die des Autors.


         Hobbys

Ist unsere Figur sportlich oder träge? Macht sie immer noch Sport, hat
sie den in der Jugend betrieben, oder guckt sie nur gern bei
Sportveranstaltungen zu? Live? Oder im Fernsehen?

Ist sie kreativ? Malt gern? Tanzt? Singt im Chor? Wenn ja:
Männergesangverein, Frauenchor, Kirchenchor? Spielt sie gern Karten?
Rommé, Canasta, Bridge, Skat oder Doppelkopf?

Welche Fernsehsendungen schaut sie gern? Serien mit Herz-Schmerz?
Polizei- oder Krimiserien? Rosamunde-Pilcher-Filme, weil die
Landschaft so schön ist und die Welt so heil?


         Stärke, Schwäche oder Tic

Jede Figur hat etwas, das sie ganz besonders gut kann. Und etwas, das
sie überhaupt nicht kann. So könnte A ein Zahlenmensch sein, der sich
alle Telefonnummern nebst der zugehörigen Namen merkt, mit denen er in
den letzten 20 Jahren zu tun hatte. Dafür verlegt A grundsätzlich
seinen Autoschlüssel. Nicht den Haustür-, nein, nur den Autoschlüssel.
Bei B hingegen beginnt jedes Mal sein rechtes Augenlid zu zucken, wenn
er sich nicht wohl fühlt.  Das führt schon dazu, dass seine Frau ihn
in der letzten Zeit immer argwöhnischer betrachtet. B bügelt
leidenschaftlich gern, dafür kann er keinen Nagel in die Wand
schlagen; nicht einmal ein simples IKEA-Regal kann er zusammenbauen.


         Sprache

Ein Teil der Hobbys der Figur wird in ihren Sprachgebrauch mit
einfließen. So kann ein Kartenspieler im Gespräch durchaus mal
fordern: "So, nun aber Karten auf den Tisch", oder ein Skat-Spieler
sagt: "Hosen runter!", ein Sportler wird in Stresssituationen auch
bitten: "die Dinge sportlich zu sehen", ein musikalischer Mensch
könnte in einem Streit durchaus sagen: "Na hör mal, der Ton macht die
Musik!" Die Sprache unserer Figuren setzt sich u. a. aus ihrer
Sozialisation, ihren Hobbys und der Schulbildung zusammen.

Wichtig dabei: Darauf achten, dass zwei Figuren nie dieselbe Art zu
sprechen haben! Das ist gerade für Dialoge wichtig, so dass man
erkennen kann: Diesen Satz kann nur Person A oder Person B gesagt
haben. Oder die Art, etwas anzusprechen, kann nur von A oder B kommen.


         Ego und Verhalten

Was ist die Figur für ein Mensch: ängstlich / zurückhaltend oder offen
und frei? Ist sie mit ihrer Figur zufrieden, oder ärgert sie sich über
die Schuhgröße? "43 für Frauen, da kriegt man ja kaum vernünftige High
Heels!"

Wie verhält sie sich im Restaurant? Ist sie forsch und schnell bei der
Bestellung und für den Fall, dass ihr etwas nicht passt? Oder dauert
es ewig, bis sie sich entscheidet? Isst sie immer das Gleiche, oder
variiert sie gern? Besucht sie überwiegend das gleiche Restaurant,
oder experimentiert sie gern? Fährt dazu vielleicht sogar in eine
andere Stadt / einen anderen Ort?

Lässt sie in Gesprächen andere zu Wort kommen, oder ist sie selbst
zurückhaltend und hört lieber zu?

[Weitere Fragen gibt es im zweiten Teil dieses Artikels im nächsten
Tempest. - die Red.]

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Christiane Franke ist Autorin und Dozentin für Kreatives Schreiben.
Sie war für den Deutschen Kurzkrimipreis "Tatort Eifel" nominiert und
erhielt 2011 das Schreibstipendium "Tatort Töwerland". In ihren
Romanen ermitteln die Kommissarinnen Oda Wagner und Christine Cordes
an der Nordsee. Sie ist auch Herausgeberin von Anthologien und hat
jede Menge Kurzkrimis geschrieben. www.christianefranke.de


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig?

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen
hat, kann sie mir schicken.

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht
überschreiten!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

                    "Das Licht im zweiten Stock"
            Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen

Vorgeschichte:
Ein als Kriegsinvalide getarnter ehemaliger Frontsoldat (Fred) ist mit
seinen Freunden Hans und Leni Teil einer Widerstandsgruppe. Mit Hans
setzt er Flugblätter auf und verteilt sie nachts, in Frauenkleidern.

Als ich am kommenden Donnerstag zu Hans ging, war es schon
spätherbstlich und weitaus kälter als die Woche zuvor. Überall lag
verdorrtes Laub, das unter meinen Füssen und den Krücken raschelte.
Ich ging übrigens immer ohne die Krücken zu Hans hinauf, denn ich
musste ja schnell sein und wollte nicht auf der Treppe angetroffen
werden. Außerdem kannte mich in dieser Gegend ja sowieso niemand. Hier
war ich nur ein anonymer Besucher, noch dazu ein höchst anständiger,
weil ich ja beim Betreten des Hauses die Straßenschuhe auszog. Ich
versteckte also die Krücken wie gewohnt hinter dem Bushäuschen, sah
mich noch einmal um und wartete auf das Zeichen von Hans.
Ich starrte auf die schwarze Wand am Ende des langgezogenen Gartens.
Da war es! Zweimal an, zweimal aus. Erwartungsvoll näherte ich mich
dem Haus. Ich hatte ungefähr die halbe Strecke zurückgelegt, als
unerwartet ein Wagen mit quietschenden Reifen laut um die Ecke fuhr.
Es war eine schwarze Limousine, die nun etwas langsamer die Straße
herunterkam. Instinktiv drehte ich mich um und ging wieder vom Haus
weg. Ich war schon im Dunkel des Bushäuschens verschwunden, als der
Wagen vor dem Haus von Hans anhielt. Aber seltsamerweise stieg niemand
aus. Ein, zwei Minuten vergingen - nichts! Ich stellte mir vor, wie
Hans oben auf mich wartete, und dachte daran, loszugehen. Da wurden
plötzlich die Autotüren aufgestoßen und zwei Männer in schwarzen
Mänteln sprangen heraus. Ich duckte mich, doch die Männer gingen zu
Hans‘ Haus. Ein dritter Mann stieg aus und blieb beim Wagen. Ich hörte
ein kurzes metallisches Klicken, dann zog Rauch zu mir herüber.
Offenbar hatte sich der Mann eine Zigarette angezündet.
Ich machte mir keine Illusionen. Die beiden Männer würden nicht ohne
Hans aus dieser Tür dort kommen, und obwohl ich das wusste, konnte ich
nicht weggehen. Ich hätte mich sofort aufmachen, mich in die
Sicherheit meiner Wohnung flüchten müssen. Es war verrückt, hier zu
bleiben. Was hätte ich denn tun wollen? Hätte ich mich auf die zwei
Männer stürzen, "Lauf, Hans!" schreien und mich vom dritten Mann
niederschießen lassen sollen? Während ich an diese Möglichkeit dachte,
kamen die Männer, meinen besten Freund vor sich her schiebend, aus dem
Haus. Hans schien für einen Moment lang in meine Richtung zu blicken.
Jetzt hätte ich losrennen müssen, aber ich zögerte. Zwei Sekunden
später war er im Wageninnern verschwunden, die Türen wurden zugeknallt
und die schwarze Limousine brauste davon.
Ich weiß nicht mehr genau, was dann geschah. Ich versank in eine Art
Koma. Ich konnte nichts mehr denken, nichts mehr entscheiden.
Irgendwie muss ich in dieser Nacht nach Hause gekommen sein. Auch an
die darauf folgende Woche kann ich mich kaum erinnern. Ich weiß beim
besten Willen nicht mehr, was ich in diesen Tagen gedacht oder gemacht
habe. Doch! An etwas erinnere ich mich: an ein Gefühl abgrundtiefer
Scham, so wie damals, als ich mir im Schulgottesdienst in die Hosen
gemacht hatte, weil ich nicht mitten in der Predigt aufstehen und
hinausgehen wollte.

Irgendwann war wieder Samstagabend, und ich ging auf meinen Krücken in
den Garten hinunter, um Leni zu treffen.
"Sie haben Hans verhaftet!", flüsterte sie mir, völlig aufgeregt, als
Erstes zu. Ich spürte, dass sie mich im Dunkeln ansah und auf meine
Reaktion wartete.
"Ich weiß, ich habe es schon gehört", log ich - unfähig ihr zu sagen,
dass ich ja dabei gewesen war, alles mit eigenen Augen gesehen und
eigenen Ohren gehört hatte. Ich nahm sie in die Arme, und sie ließ es
geschehen. Es schien auch das einzig Richtige in dieser Situation.
"Fred, was ist, wenn sie dich auch erwischen?", stieß sie schluchzend
hervor.
"Keiner hat mich je bei Hans gesehen", entgegnete ich, um sie zu
beruhigen.
Ach, hätte ich Leni doch unter anderen Umständen kennengelernt! So
hatte ich immer nur Angst um sie und sie Angst um mich, und das war im
Grunde völlig verkehrt. Wir konnten uns keine Angst, keine Fehler und
keine Sentimentalitäten leisten.
"Ich werde anstelle von Hans weitermachen", sagte ich in die Stille
hinein.
"Aber die Druckerei haben sie doch auch ausgehoben!", erwiderte Leni
und sagte mir damit etwas, das ich noch nicht wusste. Ich meinem Kopf
drehten sich nun alle Zahnräder, arbeitete mein Gehirn auf Hochtouren.
Ich suchte das, was ich eben gehört hatte, in seiner ganzen Tragweite
zu begreifen.
"Ich werde die Zettel eben von Hand schreiben", sagte ich nach einer
Weile, im Grunde selbst wenig überzeugt von dieser Möglichkeit, aber
irgendetwas musste ich doch tun!
"Vielleicht sollten wir einfach aufhören", meinte Leni leise, es klang
aber genauso wenig überzeugend.
"Lass mich noch eine Weile darüber nachdenken", sagte ich schließlich.
"Wir treffen uns wieder in einer Woche und besprechen dann alles, ja?"
"Ja, Fred", sagte Leni, drückte fest meine Hand, und ließ mich ohne
weiteren Abschied im Dunkeln zurück.

Noch in derselben Nacht setzte ich ein Flugblatt auf. Es war hitziger,
lauter, verzweifelter, prophetischer und apokalyptischer als alle
Flugblätter, die wir bis dato geschrieben hatten. Natürlich spielte da
meine ganz persönliche Verzweiflung, meine Resignation und mein Zorn,
und das stetige Schwanken zwischen diesen beiden Polen eine Rolle.
Nein, an Aufgabe war nicht zu denken, wir mussten weiterkämpfen, bis
zu unserem eigenen Untergang, wenn es sein musste. In diesen Endzeit-
Parolen fühlte ich zum ersten Mal eine Art innere Übereinstimmung mit
den Ideen unserer Volksvisionäre, ein Umstand, der mir völlig absurd
erschien, und der mich das erste geschriebene Flugblatt sogleich
zerreißen ließ. Aber auch der zweite Entwurf ging in dieselbe
Richtung, es kam immer wieder das Gleiche heraus. Nein, es ging ums
nackte Überleben, jede Schönung schien verfehlt. Es war Aug um Auge,
Zahn um Zahn, Hans um Hans, und Fred um Fred.
Am Sonntag begann ich mit der Reinschrift meines Textes
(schlussendlich entschied ich mich für die erste "apokalyptische"
Version) und fand die Arbeit sehr mühsam. Ich musste ja meine
persönliche Handschrift so gut es ging verstecken und in einer Art
steifer Druckschrift, die ich mithilfe eines Lineals so gerade wie
möglich hielt, mehrere Blätter füllen. Wenn ich mich verschrieb,
musste das ganze Blatt neu gemacht werden, denn Radieren ging nicht,
und ein verpatztes apokalyptisches Pamphlet war wohl das Allerletzte.
Irgendwann kam mir die Idee: Ich hatte als Bub zum Schreibenlernen so
eine Art Holzschablone, wo man die Buchstaben nachfahren konnte,
besessen. Ja genau, so etwas brauchte ich, das würde mir unendlich
viel Zeit sparen! Aber woher nehmen? Ich konnte nicht gut in die Stadt
fahren und eine Schablone zum Plakatmalen verlangen. Das war zu
riskant.
Da fiel mir der Schuppen im Garten und die vielen Holzteile und -
leisten, die darin herumlagen, ein. Der Schuppen war ja früher von
Frau Fesslers Mann für Tischlerarbeiten verwendet worden. Sie hatte
seine Sachen, wohl aus Sentimentalität, nie weggeworfen, ging aber
auch niemals hinein. Ich wollte sie fragen, ob ich vielleicht ein
kleines Stück Holz zum Basteln haben könnte. Das würde sie bestimmt
nicht ablehnen, überhaupt wenn ich ihr dafür ein Glas Marmelade
brachte. Ja, so könnte es gehen ...
Drei Tage später hatte ich mir - in Tischlerdingen völlig unerfahren -
unter größten Mühen eine passable Holzschablone zugeschnitten und
ausgefeilt. Und diese angestrengte Tätigkeit hatte mir auch meine
Energie und meine Entschlossenheit zurückgegeben. Endlich tat ich
wieder etwas, hatte eine Aufgabe vor mir und konnte Leni am Samstag
etwas Positives berichten.
Am Donnerstag hatte ich bereits einen Stapel Flugblätter fertig,
weitaus weniger als die von der Druckerei, aber es war ein Anfang. Als
ich am Nachmittag in den Schuppen hinunter humpelte, um dort ein wenig
aufzuräumen, hatte ich die Idee, noch ein kleines Stück für mich
privat - sozusagen zur Tarnung - anzufertigen. Ich machte ein kleines,
leicht geschwungenes Holzherz, polierte es und lackierte es in einem
hellen, abgedämpften Rot. Ich wollte es Leni schenken, nicht diesen
Samstag, aber vielleicht ein andermal ...

Als ich Leni im Samstag von der Schablone und den Flugblättern
erzählte, schien sie sich mit mir zu freuen, obwohl sie immer wieder
davon anfing, wie gefährlich das war und ob es nicht doch noch eine
andere Möglichkeit gäbe? "Schau Leni, ich bin der Einzige, der das
jetzt machen kann, das siehst du doch ein, oder?" Sie gab mir recht
und ließ sich von meinem Enthusiasmus anstecken. Wahrscheinlich hatte
sie sich die ganze Woche Sorgen um mich gemacht und gedacht, ich würde
mich aus dem Fenster stürzen oder mich vor eine Tram werfen. Ja, sie
schien erleichtert darüber, dass es mir wieder besser ging, und das
freute mich sehr. So sehr, dass ich ihr beim Abschied das rote Herz in
die Hand drückte, glücklich darüber, dass sie im Dunkeln nicht die
Röte, die ich plötzlich auf meinen Wangen fühlte, sehen konnte. Sie
fragte: "Was ist das?"
"Schau es dir daheim an", sagte ich, "ich habe es selbst gemacht ..."

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

                  Lektorat von Hans Peter Roentgen

Eine Geschichte, die an das dritte Reich und die Geschwister Scholl
erinnert. Das muss nicht schlecht sein. Aber man muss die Bedingungen
dieser Zeit und die Folgen für die Protagonisten kennen und den Leser
nachempfinden lassen.

Stellen Sie sich vor, Sie leben in einer Gesellschaft mit
Geheimpolizei, Sie arbeiten in einer Widerstandsgruppe und dann wird
einer aus dieser Gruppe verhaftet. Wie reagieren Sie? Was für Gefühle
beherrschen Sie?

Natürlich Sorge um den verhafteten Freund, Scham, weil Sie bei der
Verhaftung passiv waren. Vor allem aber Angst: Wird der Freund im
Verhör zusammenbrechen, wenn die Polizei ihn foltert? Doch vom
Letzteren findet sich nichts im Text. Auch die anderen Gefühle werden
behauptet, nicht gezeigt.


         Den Leser das Geschehen miterleben lassen

Zunächst eine Woche, in der der Ich-Erzähler wie im Koma lebt. Sich an
nichts mehr erinnert. Klingt das glaubwürdig? Eher nicht, denn
eigentlich müsste er sich jetzt um die eigene Sicherheit und um die
von Lena sorgen. In Gefahrensituationen kommt das Koma erfahrungsgemäß
erst hinterher. Wenn die Gefahr vorbei ist.

Aber selbst wenn er nach der Verhaftung eine Woche im Koma verbringt,
selbst dann möchte der Leser das erleben. Die Behauptung: "Ich versank
in eine Art Koma. Ich konnte nichts mehr denken, nichts mehr
entscheiden. Irgendwie muss ich in dieser Nacht nach Hause gekommen
sein. Auch an die darauf folgende Woche kann ich mich kaum erinnern.
Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, was ich in diesen Tagen
gedacht oder gemacht habe" bleibt eine Behauptung. Sie lässt den Leser
diese Starre nicht erleben. Und er gewinnt den Eindruck, dass diese
Starre vom Autor behauptet wird, weil er nicht weiter weiß, weil ihm
die Vorstellung fehlt.

Vergleichen Sie damit die Szene der Verhaftung. Der Mann, der neben
dem Fahrzeug steht und raucht, hier erleben wir die Szene, das wird so
geschildert, dass beim Leser das Kopfkino in Gang gesetzt wird.

Was also tun, wenn man Starre schildern will? Vielleicht so:

..........
Ich blieb am nächsten Morgen einfach im Bett liegen, mir war es egal,
was meine Wirtin dachte und was der Postbote, dem ich nicht öffnete.
Irgendwann würden sie kommen, mich festnehmen und, wenn ich nicht
öffnete, die Tür eintreten. Ich hatte es verdient. Ich hatte nicht
eingegriffen, als sie Hans verhafteten. Hatte nur überlegt, und dann
war es zu spät gewesen, ich war und blieb ein Zauderer. Ich konnte
nichts erreichen, weil Zauderer nie etwas erreichen.
..........

Natürlich ist das ein Kunstgriff. Denn in diesem Text erinnert sich
der Ich-Erzähler sehr gut an die Zeit, zumindest kann er sagen, wie er
sie verbracht hat und warum er so passiv war. Aber solche Kunstgriffe
brauchen Sie. Der Leser will die dramatischen Momente miterleben,
selbst wenn das Drama im passiven, entsetzten Nichtstun besteht.


         Konkret statt abstrakt

Dann kommt Lena ins Spiel. In sie ist Fred verliebt, aber die Umstände
erlauben es ihnen nicht, zueinander zu finden. Gute Idee. Doch auch
dieser Dialog bleibt blass. Einmal, weil die Bedrohung, was mit Hans
bei der Polizei geschieht, was das für Folgen hat, wenn er
zusammenbricht, völlig außen vor bleibt.

Diese abstrakte Schilderung setzt sich beim Flugblatt fort. Das
Schneiden der Schablone dürfen wir miterleben, dass Flugblatt selbst
nicht. Das sei "apokalyptisch", teilt uns der Autor mit. Aber wie
sieht apokalyptisch aus? Was steht im Text? Wie soll er die Menschen
aufrütteln? Wir erfahren es nicht.

Dabei muss gar nicht mal das ganze Flugblatt im Text auftauchen. Ein
kurzes Beispiel würde genügen.

..........
Ich legte meine Wut über den Krieg, über die Verkrüppelten und die
Toten in den Text, über die Mütter, die die Hitlerbilder auf den
Misthaufen warfen, wenn sie erfuhren, dass ihr Sohn gefallen war, nur
um sie am Morgen wieder an die Wand zu hängen, weil sie Angst vor der
Polizei hatten.
..........

Aber vielleicht spielt die Szene gar nicht im Dritten Reich? Wo dann?
Was schreibt Fred in seinen Text? Dass wir der Szene gar nicht
entnehmen können, in welchem diktatorischem System sie spielt, zeigt,
wie abstrakt das Ganze geschildert wird. So anschaulich, wie der
rauchende dritte Mann bei der Verhaftung neben dem Auto steht, so
anschaulich sollte auch der Rest des Textes sein.

Wir müssen dabei sein. Wir müssen das als Leser erleben. Nur dann wird
die Szene ihr Potential ausspielen können.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher "Vier Seiten für ein
Halleluja" über Romananfänge und "Drei Seiten für ein Exposé".
Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert. Und vor kurzem ist sein
Krimi "Der Plotter" bei Conte erschienen.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

                        "Kurzprosa schreiben"
                    besprochen von Gabi Neumayer

Die wenigsten AutorInnen beginnen ihre Schreibversuche mit einem
Roman. Die meisten wenden sich zuerst einmal kurzen Textformen zu. Und
davon gibt es eine Menge: Anekdote und Aphorismus, Fabel und Groteske,
Kalendergeschichte und Parabel ...

Die Journalistin, Redakteurin und Schreibgruppenleiterin Eleonore
Wittke beschäftigt sich in ihrem Ratgeber mit genau diesen kleinen
Formen. Sie stellt jede von ihnen vor, benennt ihre Besonderheiten und
illustriert sie mit Textbeispielen aus ihren Schreibwerkstätten - und
auch aus der Literaturgeschichte. Denn auch wenn Kurzprosa gerade für
SchreibanfängerInnen ein geeignetes Feld bietet, um viele verschiedene
Dinge auszuprobieren, so ist sie doch keineswegs AnfängerInnen
vorbehalten: Von Äsop bis Brecht, von Hebbel bis Schiller reichen die
Belege in diesem Buch.

Ein großer Teil des Buches ist der Vorstellung der verschiedenen
Kurzformen gewidmet. Darüber hinaus gibt es Tipps und Techniken zur
Themenfindung, zu den Voraussetzungen und Zutaten fiktionalen
Schreibens (hier nicht ganz passend "guter Stil" genannt) und zum
Schreibprozess selbst.

Wer sich speziell für die ganz kurzen Prosaformen interessiert (die
Kurzgeschichte kommt schon nicht mehr vor, da sie deutlich länger ist
als die vorgestellten Formen), findet hier genug Anregungen, Tipps und
Beispiele, um sich in jeder der Formen auszuprobieren. Die
theoretischen Beschreibungen lesen sich manchmal etwas zu allgemein,
aber das wird durch die vielen Beispiele wieder ausgeglichen.


Eleonore Wittke: "Kurzprosa schreiben. Praktische Einführung", 2010,
144 Seiten, 14,90 Euro, Sieben Verlag


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INTERVIEW:
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de)

          "Solange das Kribbeln noch da ist, ist alles gut"
                     Interview mit Kathrin Lange

Kathrin Lange ist unsere neue Expertin, und zwar fürs "Plotten". Sie
hat einige Jahre lang die Autorenzeitschrift "Federwelt" herausgegeben
und veröffentlicht seit 2005 historische Romane und Jugendbücher. Der
Jugendthriller "Schattenflügel" ist ihr dreizehntes veröffentlichtes
Buch. Aktuell schreibt sie an einem Thriller für Erwachsene.

Ursula Schmid-Spreer: Zu Beginn gleich die Standardfrage: Wie kamst du
zum Schreiben? Gab es eine "Initialzündung"?

Kathrin Lange: Eigentlich nicht direkt. Ich habe angefangen zu
schreiben, als ich ungefähr 14 Jahre alt war. Damals erst einmal für
mich selbst und heimlich, weil es mir peinlich war. Meiner Umgebung
habe ich erzählt, ich schriebe Tagebuch, bis meine Großmutter schlau
und ziemlich listig meinte, sie könne sich einfach nicht vorstellen,
dass ich so viel erlebt habe, dass es für Stunden am Schreibtisch
reicht. Na ja, da musste ich mich dann outen.


USS: Was unsere Leser immer interessiert. Wie hast du einen Verlag
gefunden? Und wie lange dauerte die Suche?

KL: Bücher zu veröffentlichen war in den ersten Jahren natürlich nicht
das Ziel. Das kam erst später. Viel später sogar. Ich habe nach dem
Abitur eine Lehre zur Verlagsbuchhändlerin begonnen, weil ich in die
Branche wollte. "Etwas mit Büchern machen", das war meine Motivation.
Und dann kam irgendwann der Wunsch, meine Texte auch zu
veröffentlichen - hauptsächlich durch Anregung von Freunden, die
meinten, ich solle es doch mal versuchen. Ziel war es, bis zum
dreißigsten Geburtstag den ersten Roman auf dem Markt zu haben - was
nicht geklappt hat. Fünfunddreißig war ich, was jetzt auch endlich
deine Frage beantwortet. Bei mir hat die Suche nach einem Verlag Jahre
gedauert, inklusive der üblichen Tour durch die Ablehnungsmühle, einem
Reinfall mit einer Agentur und allem, was so dazugehört.


USS: Was hat dich bewogen, "The Tempest" als Expertin zur Verfügung zu
stehen? (Darüber freuen wir uns natürlich sehr!)

KL: Vor einigen Jahren habe ich begonnen, das Schreiben zu
unterrichten - zuerst an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in
Wolfenbüttel, inzwischen auch in anderen Institutionen wie z. B. dem
Literaturhotel Franzosenhohl in Iserlohn. Ich habe schon immer gern
das weitergegeben, was ich selbst kann. Und da war der Schritt,
Tempest-Expertin zu werden, ja nicht so groß.


USS: Was bedeutet dir das Schreiben?

KL: Ich bezeichne es immer als eines meiner beiden Beine, auf denen
ich stehe. Schneide es mir ab, und ich falle. Das andere Bein ist
natürlich meine Familie.


USS: Du hast gut zwei Jahre die Federwelt geführt, die du von Titus
Müller übernommen hattest. Das war bestimmt sehr viel Arbeit. Wie bist
du an die Beiträge gekommen? Und was war letztendlich der Auslöser
dafür, die Federwelt an Sandra Uschtrin abzugeben?

KL: Die "Federwelt"-Jahre waren die anstrengendsten meines Lebens,
glaube ich. Es ist wirklich viel Arbeit, eine solche Zeitschrift am
Laufen zu halten, Beiträge zu suchen, selbst zu schreiben, teilweise.
Ich hatte allerdings ein gutes Netzwerk, das mir immer geholfen hat,
an Artikel zu kommen. Parallel dazu habe ich ja noch gearbeitet, hatte
zwei Kinder und musste irgendwie meine eigenen Romane schreiben. Die
waren dann letztlich der Grund, warum ich die "Federwelt" an Sandra
Uschtrin weitergereicht habe. Ich erinnere mich, dass Sandra Uschtrin
genau an dem Tag bei mir war, um den gesamten Verlag mit einem
Umzugswagen nach München zu holen, als ich das erste druckfrische
Exemplar von "Jägerin der Zeit" aus dem Briefkasten gezogen habe.


USS: Glaubst du, dass man heute ohne Agent überhaupt noch eine Chance
hat, in einem Verlag unterzukommen?

KL: Klar! Es gibt natürlich Autoren, die ohne Agent arbeiten. Das muss
man allerdings können. Man muss in der Lage sein, sich hinzustellen
und seine eigenen Werke offensiv zu vertreten. Für mich wäre das
nichts, abgesehen davon, dass ein Agent sich ja auch um so
unangenehme, aber leider wichtige Dinge wie Zahlen und Abrechnungen
kümmert.


USS: Übst du deinen "Brotberuf" Verlagskauffrau noch aus? War das
ausschlaggebend, dich mit dem Genre historischer Roman zu befassen und
dementsprechend auch ein Buch zu schreiben?

KL: Zur ersten Frage: Nein. Dazu hätte ich heute überhaupt keine Zeit
mehr. Das Schreiben und das Unterrichten füllen mich zeitlich zu sehr
aus. Was ich allerdings tue, und zwar mit sehr viel Freude, ist, für
den Dryas-Verlag als Herausgeberin einer Reihe historischer Romane,
der "Grünen Fee", zu arbeiten. Dabei mache ich schon einmal auch
Lektoratsarbeit, also, wenn ich es genau überlege, dann ist das
eigentlich teilweise doch der Beruf der Verlagskauffrau. Das wird mir
gerade so bewusst.


USS: Du hast auch einmal einen Ausflug in das Jugendbuch gemacht. Gibt
es mehr davon?

KL: Das Jugendbuch-Genre ist eines meiner Standbeine. Neben
historischen Romanen bei der Fischer Schatzinsel habe ich ja aktuell
einen Jugendthriller bei Arena auf dem Markt. In dieser Richtung
entsteht gerade eine sehr gute, fruchtbare Zusammenarbeit. Da wird
also in der nächsten Zeit noch einiges von mir kommen.


USS: Wie viel Zeit nimmt das Schreiben bei dir ein? Du hast ja auch
noch eine Familie und einen Hund! Wie bringst du das alles unter einen
Hut?

KL: Das werde ich oft gefragt. Heute ist es ja nicht mehr ganz so
heftig wie früher, aber es ist, leider muss ich das sagen, auch wenn
es blöd klingt, eine Frage der Selbstorganisation und auch der
Disziplin. Ich habe da einige Methoden entwickelt, speziell was das
Schreiben von langen Texten angeht, die es einfacher machen. Das ist
übrigens eines der Themen, die ich über den Tempest gern weiterreichen
möchte.


USS: Wie kamst du dann auf die Idee, Krimi und Historisches
miteinander zu verbinden?

KL: Die "Seraphim"-Reihe, die im Aufbau-Verlag erscheint und von der
in diesem Oktober der dritte Band auf den Markt kommt, sind
historische Krimis, eigentlich mehr historische Thriller. Das
Crossover kam zustande, weil ich selbst gern Krimis und Thriller lese
und meine historischen Romane nach und nach immer mehr in Richtung
Thriller tendierten. Aber der Auslöser war tatsächlich ein Besuch in
Nürnberg, bei dem mein Mann und ich die Felsengänge unter der Stadt
besichtigt haben. Na, und aus dem faszinierten "Daraus müsstest du
unbedingt mal ein Buch machen!" meines Mannes ist dann die Idee für
die Reihe entstanden.


USS: Was bedeuten Wörter für dich? Hat sich deine Einstellung zum
Schreiben im Laufe der Zeit verändert?

KL: Hm. Darüber muss ich erst einmal einen Moment nachdenken.
Eigentlich waren Wörter für mich immer klarer, verständlicher als
Zahlen. Schon als Kind habe ich gern Geschichten erzählt. Insofern ist
Sprache und das Arbeiten damit für mich nur die logische Konsequenz
aus meiner Vorliebe. Meine Einstellung zum Schreiben hat sich -
glücklicherweise kann ich sagen - bisher nicht geändert, auch wenn es
natürlich etwas anderes ist, professionell zu schreiben, sprich, seine
Brötchen damit zu verdienen. Der Druck ist höher. Aber damit kann ich
zum Glück ganz gut umgehen. Und solange das Kribbeln immer noch da
ist, wenn ich einen neuen Roman anfange, ist alles gut.


USS: Mittlerweile gibst du ja auch viele Kurse, die sich immer
größerer Beliebtheit erfreuen. Lernst du eigentlich auch etwas dabei,
wenn du diese Kurse gibst?

KL: Jedes Mal! Manchmal sind es handwerkliche Dinge, die mir plötzlich
bewusst werden, und manchmal habe ich auch richtige Aha-Erlebnisse.
Das bezieht sich allerdings nicht immer nur auf Schreibtechniken oder
Literaturwissenschaftliches, sondern ganz oft auch auf
Zwischenmenschliches. Ich glaube, dass dies einen wesentlichen Teil
meiner Faszination fürs Unterrichten ausmacht.


USS: Was machst du, wenn du merkst, der Kurs entgleitet dir, da sind
Leute dabei, die sind nur auf Konfrontation aus?

KL: Das kommt zum Glück sehr selten vor, aber wenn es mal geschieht,
habe ich eine Art Spezialwaffe. Freundlichkeit. Dann regelt sich das
nämlich oft von selbst, weil die Leute merken, dass sie mit Gemoser
bei mir nicht das erreichen, was sie wollen, nämlich dass ich ihre
schlechte Laune übernehme. Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht,
dass Leute, die in Seminaren auf Konfrontation gebürstet sind, oftmals
schon ziemlich viele Demütigungen in Hinsicht auf ihr eigenes
Schreiben erlebt haben. Wenn die spüren, dass sie bei mir mit Ihrem
Schreiben und ihrem Text ohne Wenn und Aber ernst genommen werden,
dann entspannen sich viele. Anders sieht es aus, wenn Leute in meine
Seminare kommen, die einfach nur beweihräuchert werden wollen. Das
gibt schon mal Stress, denn wenn ich einen Text für schlecht halte,
dann sage ich das auch. Lob muss man sich bei mir erarbeiten, das hat
einmal eine Teilnehmerin als Begründung dafür angegeben, warum sie
mich für eine Auszeichnung als Fernlehrerin vorgeschlagen hat. Und
genau so ist es.


USS: Was machst du noch alles neben Workshops und dem Schreiben von
Büchern? Lesungen?

KL: Lesungen sind bei mir ein kleinerer Teil des Broterwerbs. Ich bin
für den Bödeckerkreis ab und an in Schulen unterwegs. Dann gebe ich
eine wöchentliche Schreib-AG an der Schule meiner Kinder,
hauptsächlich, weil es mir Spaß macht, so junge Menschen zum Schreiben
anzuleiten. Nun ja, und zusätzlich bin ich als Romancoach unterwegs,
den man engagieren kann, wenn es mit dem eigenen Stoff nicht so recht
klappen will.


USS: Gehörst du Organisationen an? Zum Beispiel dem
Schriftstellerverband, den Freien Autoren oder ...? Bringst du dich
ein?

KL: Ich bin Mitglied beim Autorenverband "Quo Vadis" für den ich in
den letzten Jahren ziemlich viel gearbeitet habe, u. a. als
Vorsitzende und aktuell als Organisatorin des Sir-Walter-Scott-Preises
für den besten deutschsprachigen Roman. Dann bin ich auch noch eine
"Mörderische Schwester", wobei ich hier nicht ganz so viel Zeit habe,
mich einzubringen, wie ich gern möchte.


USS: Bringt das etwas, wenn man sich so einer Vereinigung anschließt?

KL: "Quo Vadis" hat mir zu Anfang meiner Karriere eine Menge geholfen
und die "Mörderischen Schwestern" aktuell ebenfalls, z. B. in Hinsicht
auf Recherchen. Ich bin eine Networkerin, und würde jedem, der Bücher
veröffentlichen will, raten, es ebenso zu halten. Mit dem richtigen
Netzwerk ist es schlicht und ergreifend einfacher, sich in dieser hart
umkämpften Branche zu behaupten.


USS: Wenn du an einem Roman arbeitest, entwickelst du ihn, indem du
dir vorher ein Konzept erstellst? Wie ist die Vorbereitung?

KL: O je. Darüber könnte ich jetzt hier ein ganzes Buch schreiben. Ich
versuche, es in ein paar Sätze zu packen. Meine Romane entstehen meist
aus einer Szenenidee. Das bedeutet, ich habe eine sehr konkrete Szene
vor Augen, wie z. B. die im "Seraphim", dass eine Leiche gefunden
wird, die mittels Schwanenflügeln in einen Engel verwandelt worden
ist. Diese Szene skizziere ich so genau wie möglich. Und dann fange
ich an zu recherchieren, überlege mir Szenen, die davor stehen könnten
und zu "meiner" Szene hinführen. "Nach vorne plotten" nenne ich das.
Wenn das getan ist, folgt das "Nach-hinten-Plotten", indem ich Szenen
ausarbeite, die "meiner" folgen. Irgendwann einmal, das ist der Plan,
werde ich einen Ratgeber über diese Methode schreiben. Den
Arbeitstitel habe ich schon: "Plotten für Chaoten."


USS: Woher nimmst du deine Ideen? Liest du viel historische Romane?

KL: Ich schaue mir natürlich die meisten historischen Romane an, aber
wirklich lesen tue ich davon, ganz ehrlich gesagt, nur wenige, denn es
ist ganz seltsam: Es blockiert mich. Wenn ich an einem historischen
Roman schreibe, lese ich lieber Thriller oder Phantastisches. Meine
Ideen kommen eher "aus dem Leben", z. B. weil ich, wie in Nürnberg,
ein interessantes Setting entdecke. Eine interessante Inschrift an
einem Haus kann da schon ausreichen, oder aber ich stoße in den
diversen Fachzeitschriften, die ich abonniert habe, auf ein Thema, das
mich fasziniert.


USS: Was liebst du an deinen Figuren, wenn du sie entwickelt hast?

KL: Ich mag es, wenn sie vielschichtig daherkommen, kleine Brüche
haben, wie eben echte Menschen. Wenn ich Figuren entwickele, nähere
ich mich ihnen meist über ihre Backstory. Daraus entwickelt sich dann
teilweise sogar der Plot.


USS: Was macht dir mehr Spaß? Das Recherchieren an den Orten, das
Charakterisieren der Figuren, einen Plot entwickeln?

KL: Das ist ungefähr gleichwertig. Für alles gibt es seine Zeit, würde
ich sagen. Den größten Flow allerdings habe ich beim reinen Schreiben,
nachdem der Plot ausgearbeitet ist und ich die Szenen
"runterschreibe". Ich überarbeite erst im nächsten Zug, so dass ich
beim reinen Schreiben in meine Welt völlig eintauchen kann.


USS: Liest du gerne? Hast du viele Bücher über das "Schreiben"
gelesen, bevor du selbst mit dem Schreiben begonnen hast?

KL: Ich lese sehr gerne. Meine Kinder bezeichnen mich als Buch-Nerd,
und das bin ich wohl auch. Allerdings habe ich, bevor ich mit dem
Schreiben begann, keinen einzigen Ratgeber gelesen. Macht das
überhaupt jemand? Man beginnt doch aus einem inneren Antrieb heraus zu
schreiben, denke ich. Und erst später, wenn man merkt, dass es so was
wie Handwerk gibt, fängt man an, sich für Ratgeber (oder Seminare) zu
interessieren. Mein Ratgeber-Regal ist überaus umfangreich, allerdings
schaffe ich inzwischen neue Ratgeber hauptsächlich deswegen an, weil
ich wissen will, ob ich sie meinen Studenten empfehlen kann.


USS: Welches Buch liegt auf deinem Nachtkästchen? Und hast du ein
Lieblingsbuch?

KL: Aktuell liegt auf meinem Nachtkästchen "Mystic River" von Dennis
Lehane, den ich für seine Sprache sehr schätze und dem ich versuche
nachzueifern. Mein absolutes Lieblingsbuch ist "Die geheime
Geschichte" von Donna Tartt und - fast gleichwertig - "Die Frau des
Zeitreisenden" von Audrey Niffenegger.


USS: Als du dein erstes Buch veröffentlicht hast, hast du dich da
selber unter Druck gesetzt, um gleich ein Nachfolgeprojekt zu
etablieren? Oder wollte der Verlag gleich ein zweites Buch haben?

KL: Da war ich recht strategisch. Weil ich (Stichwort Netzwerk!) von
etablierten Kollegen wusste, wie schwierig das zweite Buch wird, wenn
man mit dem ersten bereits auf dem Markt ist und auch kritisiert wird,
hatte ich "Das achte Astrolabium" bereits zu achtzig Prozent fertig,
als "Jägerin der Zeit" erschien. In dieser Hinsicht konnte ich dann
ganz entspannt sein.


USS: Was meinst du - hat Druck auch positive Seiten?

KL: Kommt darauf an, wie man tickt. Ich weiß, dass es Leute gibt, die
ohne den Druck eines näherrückenden Abgabetermins nicht fertig werden.
Ich kenne aber genauso viele Leute, die unter Druck blockieren und gar
nichts fertig bekommen. Das muss man, glaube ich, für sich selbst
herausfinden. Mir macht Druck nicht so viel aus - in Hinsicht auf das
Schreiben, meine ich. Aber frag mal meine Familie: Wenn ich
Abgabetermindruck habe, werde ich ziemlich unleidlich, behauptet man.


USS: Wie gehst du mit Kritik um?

KL: Das kommt darauf an, wie man Kritik versteht. Ich habe drei
Testleser, die meine Manuskripte bekommen, bevor sie ins Lektorat
gehen: mein Mann, der Vielleser ist, und zwei Freundinnen, die
ebenfalls schreiben. Deren Kritik ist mir wichtig. Wenn ihnen etwas
nicht gefällt, dann schreibe ich um und ändere.

Wenn du mit Kritik allerdings die am gedruckten Buch meinst, also
Rezensionen, dann sieht es anders aus. Ich versuche, mich von
negativer Kritik nicht zu sehr beeindrucken zu lassen (was manchmal
schwierig ist, besonders wenn sie unsachlich daherkommt). Über
positive Rezensionen freue ich mich natürlich, aber auch da versuche
ich, auf dem Teppich zu bleiben und mir zu sagen, dass es letztendlich
immer nur eine Meinung ist. Das hilft in beide Richtungen.


USS: Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Hast du schon Ideen für neue
Bücher, für neue Projekte? Möchtest du mehr in das Coaching gehen bzw.
mehr Seminare geben?

KL: Aktuell habe ich gut zu tun. Es sind zwei Projekte unter Vertrag,
eines bei Blanvalet, eines bei Arena. Der Aufbau-Verlag möchte weiter
historische Romane mit mir machen, und hier gibt es einige spannende
Ideen zu neuen Themen. Ferner denke ich an einer Jugendbuch-Idee
herum, von der meine Agentin sehr begeistert ist, über die ich aber
noch nichts verraten kann.

Was das Coaching angeht, baue ich das gerade zusammen mit Sandra Thoms
vom Dryas-Verlag aus. Wir sind dabei, eine Romancoaching-Agentur ins
Leben zu rufen, die unter dem Namen romanmentoren.de laufen wird. Und
der Ratgeber "Plotten für Chaoten" spukt natürlich auch in meinem
Hinterkopf.


USS: Möchtest du weiter Historisches schreiben, oder lesen wir von dir
zukünftig Kinder- bzw. Jugendbücher? Wie schaut es mit Fantasy oder
gar SF aus?

KL: Es wird von mir weitere historische Romane geben, wie eben schon
verraten. Fantasy, das Genre, mit dem ich als Jugendliche angefangen
habe, ist im Moment eher nicht das Thema, wobei ich durchaus einige
Ideen für größere Fantasy-Projekte habe. SF steht ebenfalls aktuell
nicht an, was sich aber in dem Moment ändert, in dem mir eine richtig
gute Idee kommt. Ich bleibe da flexibel.


USS: Beantwortest du alle Mails oder Briefe, die dir Leser schreiben?
Freust du dich darüber?

KL: Ich freue mich immer über Kontakte mit LeserInnen und versuche
auch, jede Mail und jeden Brief zu beantworten. Bisher ist mir das
gelungen, und ich hoffe, dass ich es auch in Zukunft so halten kann.


USS: Jetzt gebe ich dir mal die Gelegenheit, dich in eine literarische
Figur zu versetzen. Wer wäre das denn? Fällt dir jemand spontan dazu
ein?

KL: Grace aus "Moonfleet" von John Meade Falkner. Ich würde die ganze
Geschichte um Blackbeards Diamanten gern einmal aus ihrer Sicht
erzählen. Bei Falkner ist sie ja eher eine Randfigur.


USS: Wen oder welchen Literaten würdest du gerne mal treffen wollen?

KL: Vor einem Jahr hätte ich an dieser Stelle noch ohne zu Zögern
geantwortet: Robert B. Parker. Leider ist der inzwischen gestorben.
Also muss ich überlegen. Ich glaube, ich würde gern einmal Joanne K.
Rowling treffen und sie fragen, ob das viele Geld, das sie mit Harry
Potter verdient hat, sie glücklicher gemacht hat, als sie früher war.


USS: Du hast drei Wünsche frei. Was wünscht du dir?

KL: 1. Gesundheit und ein langes Leben für mich und alle, die ich mag.
(Ist das ein Wunsch oder schon mehrere?)
2. Einen Bestseller.
3. Auch danach noch immer das Kribbeln beim Schreiben zu verspüren.


USS: Hast du ein Leitmotto?

KL: An meiner Schreibtischlampe hängt der Spruch "Schlafen kann ich,
wenn ich tot bin." Das ist aber eher als Scherz gemeint, hoffe ich
zumindest. Als echtes Leitmotto könnte vielleicht Heraklit herhalten:
Alles fließt. Darüber kann man so herrlich und intensiv meditieren.


USS: Was rätst du angehenden AutorInnen? Soll man an Wettbewerben /
Anthologien teilnehmen?

KL: Ich habe das nur sehr selten getan und es auch ohne geschafft. Das
liegt jedoch daran, dass ich schon immer eine Langstreckenautorin war
und nicht so gern kurze Texte schreibe, die ja für Anthologien
gebraucht werden. Wenn die Wettbewerbe und Anthologien seriös sind,
schaden sie aber auf keinen Fall.


USS: Und zum Schluss: Welche Tipps kannst du unseren Lesern mitgeben?

KL: Schreibt mit Herzblut. Alles andere kommt hinterher.

Und hier findet ihr die Homepage von Kathrin Lange:
http://www.kathrin-lange.de


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VERLAGSPORTRAIT:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)

Magma Verlag GbR
Maren und Willi Winter
Alte Dorfstraße 7
19217 Rieps / Cronskamp
Telefon: (03 88 73) 3 35 50

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.magma-verlag.de

Maren und Willi Winter sind gleichzeitig Gründer und Mitarbeiter des
Magma-Verlags. Die beiden Gründer sind hauptberuflich Puppenspieler.
Ihr Tourneetheater ist in ganz Deutschland unterwegs. Außerdem
layoutet Maren Winter Web- und Printmedien und schreibt historische
Romane, die bei Heyne bzw. Rowohlt erschienen sind.


         Anlass für die Verlagsgründung

Erster Anlass, sich mit einer Verlagsgründung zu beschäftigen, war die
Tatsache, dass zu dem vergriffenen Roman "Das Erbe des Puppenspielers"
nach wie vor Lesungen angefordert werden. Aber Lesungen ohne
Büchertisch wirken ziemlich kümmerlich. Einen anderen seriösen Verlag
für das bereits veröffentlichte Buch zu finden war utopisch, also
blieb nur der Eigenverlag.

Den entscheidenden Anstoß gab das Publikum bei Figurentheater-
Aufführungen. Eltern fragten nach den Geschichten der Stücke,
Kindergärten hätten gerne die Texte in ihrer Gruppe, um sich gemeinsam
zu erinnern.

Bücher zum Film werden ja oft verlegt, aber Kinderbücher zum
Kinderstück? Durch den PoD-Anbieter Createspace ergab sich die
Möglichkeit, Bücher herauszugeben, ohne in finanzielle Vorleistung
treten zu müssen.

Weitere Projektideen stellten sich ein, für die nun auch andere
Autoren ins Boot geholt werden sollten.

Im Mai 2012 wurde der Verlag gegründet. Im Juni 2012 erschien als
Erstes das Testbuch "Ein Vogel, der vom Himmel fiel" von Maren Winter,
das als Printbuch erscheint, außerdem erschien das Buch als E-Book
(Kindle und epub).


         Programm und Philosophie

Bei den angestrebten Inhalten handelt es sich hauptsächlich um
Nischenbereiche, mit denen sich größere Verlage wenig befassen:
Literatur zu ungewöhnlichen oder regionalen Themen, kleine
Geschichten, Sachbücher, die die Verleger selbst interessieren,
Theaterstücke als Kinderbuch und nicht zuletzt Neuauflagen
vergriffener Werke. Neue Romane machen sie nicht, das nötige Lektorat
könnten sie nicht leisten.

Alle Bücher sind über Amazon zu beziehen. Die Printausgaben bekommen
zwar eine Verlags-ISBN, und sie werden auch ins VlB eingetragen,
dennoch werden sie kaum im Buchhandel auftauchen. Es lohnt sich also
nur, wenn die Autoren eigene Vertriebswege nutzen können.

Mit den Autoren möchten die Verleger ein Team auf Augenhöhe bilden, in
dem sich beide Seiten einsetzen, nicht mit Geld, sondern mit Elan.


         Welche Autoren wurden bisher verlegt?

Maren Winter, Amrei Thieß, Judith Solms.


         AutorInnen gesucht?

Autoren, die ein vergriffenes Werk wiederbeleben möchten, und Autoren,
die nicht nur schreiben, sondern für ihr spezielles Buchprojekt
spezielle Vertriebsmöglichkeiten einsetzen wollen, können uns am
besten per Mail erreichen. Für den Start in eine belletristische
Autorenkarriere sind andere Verlage allerdings besser geeignet.

?
         Konditionen

Die Autoren liefern den Text und eventuelle Illustrationen in
digitaler Form.

Der Verlag gibt dem Projekt ein öffentliches Gesicht: Cover, Satz,
Umwandlung in druckfähige Dateien, Umwandlung ins E-Book-Format für
Kindle (epub muss gesondert abgesprochen werden).

Der Verlag verlangt kein ausschließliches Veröffentlichungsrecht, so
bleiben die Rechte weiterhin bei den Autoren.

Der Verkaufserlös wird aufgeteilt: 40 % Verlag, 60 % Autor
(Anhaltspunkt: bei einem E-Book für 3,50 Euro werden z. B. 2,32 Euro
aufgeteilt).

Der Verlag bewirbt die Bücher auf seinen Webseiten. Bieten sich
passende Gelegenheiten an, werden die Bücher natürlich auch dort
vorgestellt. Die Autoren kümmern sich um weitere Werbe- und
Vertriebsmöglichkeiten, z. B. Vorträge, Lesungen, soziale Netzwerke
...


         Was ist besonders wichtig?

Der Magma-Verlag ist ein kleiner Verlag, der auf kleiner Flamme kocht.
Die Grossisten bleiben außen vor. Stattdessen strebt der Verlag eine
enge Zusammenarbeit mit den Autoren während des gesamten Produktions-
und Vertriebsprozesses an. Der Titel wird genauso mit allen
Beteiligten abgestimmt wie die Covergestaltung. Der Verlag macht das
jeweilige Buch mit dem Autor gemeinsam, alle sollen es am Ende mögen.


         Zukunftspläne, Perspektiven

Belletristik: Der vergriffene Roman "Das Erbe des Puppenspielers" wird
neu aufgelegt. Danach können vergriffene Romane anderer Autoren
folgen. Weitere kleine Bücher mit Kurzkrimis von verschiedenen
AutorInnen sind geplant, außerdem Dorfgeschichten aus dem regionalen
Umfeld.

Kinderbücher: Die Reihe "Das Buch zum Theaterstück" wird uns zunächst
mit drei eigenen Inszenierungen beschäftigen. Gespräche mit Kollegen
sind geplant.

Sachbücher: Im Zeitalter von Computergesteuerten Licht- und Tonanlagen
möchte der Verlag für die "kleine Bühne" die alten technischen Tricks
ausgraben: Donnerblech und Windmaschine, verblüffende Lichteffekte,
Feuer aus Samen usw. Außerdem soll ein Fotoband mit Porträts von
Theaterpuppen entstehen, der eventuell periodisch erscheinen kann.
Ähnlich wie "In Literaturzeitschriften veröffentlichen" möchte der
Verlag weitere Bücher zu Teilbereichen des Autorenalltags entwickeln.
Zudem sollen beide Fachbereiche verbunden und Ratgeber zum
"Stückeschreiben" herausgebracht werden.


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


Drehbuch: Oliver Pautsch
                            drehbuch at experte pt autorenforum pt de

Fandom: Thomas Kohlschmidt
                              fandom at experte pt autorenforum pt de

Fantasy: Stefanie Bense
                             fantasy at experte pt autorenforum pt de

Heftroman: Arndt Ellmer
                           heftroman at experte pt autorenforum pt de

Historischer Roman: Titus Müller
                  historischer.roman at experte pt autorenforum pt de

Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik
                          kinderbuch at experte pt autorenforum pt de

Kriminalistik: Kajo Lang
                       kriminalistik at experte pt autorenforum pt de

Lesungen: Rüdiger Heins
                            lesungen at experte pt autorenforum pt de

Lyrik: Martina Weber
                               lyrik at experte pt autorenforum pt de

Plotten: Kathrin Lange
                             plotten at experte pt autorenforum pt de

Sachbuch: Gabi Neumayer
                            sachbuch at experte pt autorenforum pt de

Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss
                         fortbildung at experte pt autorenforum pt de

Schreibgruppen: Ute Hacker
                      schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de

Schreibhandwerk: Ute Hacker
                     schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de

Sciencefiction: Andreas Eschbach
                            sf-autor at experte pt autorenforum pt de

Übersetzung: Barbara Slawig
                       uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de

Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                        verlagswesen at experte pt autorenforum pt de


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Experten-Special:
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Bjørn Jagnow hat seine Fragen und Antworten zu den Themen
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt
- thematisch sortiert und aktualisiert:

"Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung für Autoren 2012", E-Book,
2,99 Euro, http://www.amazon.de/gp/product/B007VD3OL6/


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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          Stefanie Bense (fantasy at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Ich habe noch nie professionell geschrieben, weshalb ich meinen Roman
nach "Rezept" schreibe (ich hab mich für die Schneeflocken-Methode von
Randy Ingermanson entschieden).

Doch auch wenn ich nach "Vorlage" arbeite, so tauchen doch immer
wieder Fragen auf, die man als Anfänger selbst nicht lösen kann. [...]

1. Ist es möglich, Fantasy und Science-Fiction erfolgreich miteinander
zu vermischen, ohne dass es dem Leser auffällt? Bei mir spielt die
Geschichte im zukünftigen Europa, doch Europa ist als solches nicht zu
erkennen. Der Leser glaubt, sich in einer Fantasy-Welt mit magischen
Wesen zu befinden. Dies soll auch so sein, doch: Ist es ratsam, dem
Leser von Anfang an klar zu machen, dass der Roman in unserer
zukünftigen Welt spielt, um ihn nicht zu verwirren? Denn meine Idee
ist es, es dem Leser erst nach und nach zu enthüllen, jedoch wird er
am Schluss nicht mit Sicherheit sagen können, ob sich das Ganze nun
wirklich in unserer Welt abgespielt hat oder nicht.

2. Ist es für einen Anfänger wie mich möglich, den Roman aus drei
verschiedenen Perspektiven zu erzählen? Wie mach ich das am Besten,
ohne den Leser zu langweilen oder zu verwirren? [...]

3. Was ist für sie, als Fantasy-Expertin, Fantasy? Wie definieren Sie
diesen Begriff? Und vor allem, wo vermischen sich Ihrer Meinung nach
die Grenzen von Fantasy und Science-Fiction?


Antwort:
Zunächst einmal: Jede/r Autor/in schreibt nach einem "Rezept" -
zumindest nach ihrem eigenen. Alle suchen sich aus dem, was sie
erfahren, sich erarbeiten und woanders abschauen, eine
Werkzeugsammlung, die für sie funktioniert. Bei mir funktioniert eine
Mischung aus Orson Scott Cards MICE-Methode, Campbells Heldenreise,
Bickhams Scene-Structure-Methode und etliche Einzelstrategien wie z.
B. die Geschwätzvermeidungsstrategie für den Dialog von Elizabeth
George. Ingermanson stellt mit seiner Schneeflockenmethode ebenso
einzelne Werkzeuge zusammen, die es bereits gab. Er macht (nur?) einen
Ablauf daraus.

Da ich mich schlecht nur auf Charaktere oder Handlung konzentrieren
kann, wachsen beide bei mir parallel statt nacheinander in der
Planungsphase des Romans. Beim Schreiben kann sich dann noch einiges
ändern, aber die groben Eckdaten, Spannungsbögen und Plotstrukturen
liegen bereits fest.

Ein Werkzeugkasten ist keine Vorlage! Eine Vorlage würden Sie nutzen,
falls Sie aus einem Fantasy-Roman die Struktur übernehmen, z. B.:
Harry Potter - Ihr Held ist jung und wächst ungeliebt bei Verwandten
auf, er hat eine besondere Fähigkeit und wird zur Ausbildung
"eingezogen". Er kommt in ein Institut, in dem er sich zurechtfinden
und beweisen muss, und stört dabei einen mächtigen Gegner auf. In
vielen Abenteuern lernt er seine Fähigkeit zu beherrschen und
anzuwenden, lernt, mit dem Verlust seiner Eltern umzugehen, und wird
eine eigenständige Persönlichkeit, die den Feind im Showdown bezwingt
- kurz: eine Entwicklungsgeschichte vom Underdog zum Helden.

Nun zu den Fragen:

zu 1:
Klar, man kann Fantasy und Science-Fiction mischen. Gibt es auch
schon: Marion Zimmer Bradley hat es in den Achtzigern mit ihren
Darkover-Romanen getan: die ersten sind sehr fantasymäßig, die anderen
werden schnell SF; aber die Grundlage ist klar Social-Science-Fiction
(wie entwickelt sich eine abgeschnittete menschliche Kolonie unter
Psi-Einfluss der Einheimischen?). Susanne Gerdom ("Anidas
Prophezeiung") arbeitet damit, dass hinter einer Fantasy-Welt die
Realität SF steht, also SF-Figuren mit hochtechnischen Waffen und
Geräten im Fantasy-Ambiente auftauchen. Mich hat das beim Lesen sehr
gestört, weil die Fantasy-Welt der Hauptheldin sehr intensiv
gezeichnet wurde und ich es als Fantasy gekauft hatte.

Dem Leser wird eine solche Mischung immer auffallen. Es ist nur die
Frage, ob der Leser die Mischung "schluckt" bzw. ob es ihm gefällt,
solche Mischgenres zu lesen. Mich, ehrlich gesagt, stört es, wenn ich
einen Fantasyroman angefangen habe, dann eine SF-Lösung vorgesetzt zu
bekommen. Es ist sehr viel schwieriger, SF und F glücklich und nahtlos
miteinander zu verweben, als sich auf ein Genre zu beschränken.

Zur Unterscheidung: In einer Fantasy-Welt funktioniert Magie, sie ist
sogar so essentiell, dass die Story zusammenbrechen würde, wenn man
sie streichen müsste, eventuell gibt es Fabelwesen und Götter als
selbständige Figuren, aber relevant sind sie selten; dagegen geht SF
von einer technisierten Welt aus, extrapoliert von heutigen
Entwicklungen, und auf keinen Fall funktioniert dort Magie, alles ist
naturwissenschaftlich erklärbar.

Was Sie mit Ihrer Weltenkonstruktion beschreiben, ist keine SF,
sondern ein post-apokalyptisches Szenario. Das kann Hintergrund für SF
wie für Fantasy sein. Etwa: Moorcocks Elric von Melniboné lebt ebenso
in einem apokalyptischen Land, doch durch sein Seelentrinker-Schwert,
die Verwicklung mit Göttern (die aktive Figuren sind) und seine Magie
ist es eindeutig Fantasy.

Aus Ihrer Beschreibung der Weltkonzeption habe ich keine Fantasy-
Elemente herauslesen können. Nur exotische Tiere oder Wesen reichen
nicht, um etwas zur Fantasy zu machen. Welche Art von Magie
funktioniert in Ihrer Welt? Wo ist sie entscheidend für die Story?

Vampire z. B. sind keine Magier, sie sind unsterblich (fast) und
sicherlich besonders stark und anziehend - aber es sind Figuren aus
dem Horrorgenre, nicht der Fantasy. Sie benötigen keinerlei Magie, um
zu funktionieren. Auch wenn jetzt die Definitionen durch
Verkaufsstrategien der Verlage und unsaubere Etikettierungen
aufgeweicht werden und Vampirromane unter "Dark Fantasy" oder
"Romantic Horror" vermarktet werden.

zu 2:
Drei Perspektiven zu verwenden kann eine Erleichterung sein, wenn z.
B. die Story in verschiedenen Ebenen (geografisch, zeitlich o. a.)
spielt. Dann kumulieren die drei Perspektiven zum Schluss, damit sie
die Lösung der Story ergeben. Drei Perspektiven können jedoch auch
schwierig sein, wenn die Struktur der Story sie nicht verlangt, z. B.,
wenn alle eine gemeinsame Heldenreise unternehmen, denn alle drei
Perspektivfiguren brauchen eine eigene Stimme, eigene Motive, Ziele,
Wünsche und Handlungsweisen. Außerdem verteilt man das Leserinteresse
von einer Figur auf drei - das ist haarig, weil man sich leichter mit
einer Figur als mit dreien identifiziert; also kann der Leser eher
eine Lieblingsfigur wählen und ungeduldig werden, wenn die anderen
Perspektiven erzählt werden.

Als Erstes machen Sie sich klar, wozu Sie drei Perspektiven benötigen.
Müssen Dinge erzählt werden, die nicht aus der Sicht der Hauptfigur
erzählt werden können, weder durch Informationen im Dialog noch durch
eigenes Erleben? Könnte man das anders lösen?

Falls drei Perspektiven absolut unabdingbar sind, entwerfen Sie
unterschiedliche Figuren, geben Sie ihnen eine relevante Aufgabe in
der Story, legen Sie deren Motive, Stärken, Schwächen, Handlungsweisen
und Erzählstimme fest. Achten Sie darauf, dass die Stimme nicht zu
übertrieben gerät (Dialekt, unlesbare Verstümmelungen oder
Weitschweifigkeit ...). Achten Sie auch darauf, dass jede Figur etwas
Relevantes leisten muss, damit man sie nicht ersatzlos streichen kann.
Etwa: Wenn Figur A nicht lernt, Magie anzuwenden, kann sie Figur B
nicht retten - und B würde sterben.

Wenn Sie die Figuren ausgearbeitet haben, stricken Sie die
Verknüpfung. Was haben die Figuren miteinander zu tun? Wo entstehen
Bündnisse, Gegner- und Feindschaften, Lieb- und Freundschaften? Wo
kreuzen sich Stärken und Schwächen, ergänzen sich oder heben sich auf?
Wie, wie oft, in welcher Reihenfolge und zu welchen Spannungspunkten
in der Story sollen sie sich treffen, mit welchem Ziel und welchem
Ergebnis?

Dann entwerfen Sie für jede Perspektive - die ja auch Erzählstränge
sind - einen Spannungsbogen. Figur A will dies, muss etliche
Hindernisse überwinden, kämpft mit XYZ, wird gefangen und erreicht
schließlich ihr Ziel. Figur B will etwas anderes, muss sich gegen JKL
durchsetzen, muss sich einige Hilfsmittel erkämpfen und 
Figur C will
die Welt retten, muss sich erst aus dem Sklavendasein kämpfen, muss
fliehen, muss sich gegen RST wehren, findet ihre Fähigkeiten, und mit
ihrer Hilfe ...

Diese drei Stränge müssen dann zu einem Strang verwoben werden. Es
muss ein Ganzes ergeben. Die drei dürfen sich nicht einfach nur zum
Showdown treffen, es sei denn die Story braucht es so. Das heißt, dass
Sie Verknüpfungen schaffen müssen, ohne die die Story nicht
funktioniert.

Beispielsweise: Figur A bringt ihren Gegner dazu zu fliehen, dadurch
stößt der Gegner in einer anderen Stadt auf Figur B, die dabei ist
..., während Figur C dem Gegner hilft, weil ... Es können
Überschneidungen, kausale Abhängigkeiten und Konsequenzen, Parallelen
(eine Figur reitet über Land, die andere wird in der Stadt vom Pferd
niedergetrampelt), Abfolgen oder Verschränkungen sein. (Das wird eine
Menge Arbeit!)

Noch ein Tipp: Machen Sie sich zwischendurch immer mal klar, wenn Sie
eine Perspektive schreiben, was die anderen beiden gerade tun /
erleben. Es mag Sie aus Ihrer Schreib-Perspektive reißen, ist aber
notwendig, um die Abläufe möglichst gut aufeinander abzustimmen.

Wenn ich hier mal Reklame für ein Produkt von "einer von uns" machen
darf: Gabi Neumayer hat drei Perspektiven in ihrem SF-Roman "Als die
Welt zum Stillstand kam" verwendet: ein Mädchen, zwei Jungen - alle
recht unterschiedlich, mit eigener Stimme, alle auf ein Ziel
zusteuernd, jede/r mit eigener Story und eigenem Verhalten, jede/r
muss etwas lernen, etwas ablegen, etwas erkämpfen, damit sie
letztendlich zur Lösung beitragen können.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Emden, gibt Schreibkurse und führt
eine Roman-Werkstatt, http://www.romantisch.essdeh.de, veröffentlicht
sporadisch und schreibt an ihrem dritten Roman.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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        Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
In dem Zeitraum vor 6-18 Monaten haben ich etlichen Verlagen ein
Romanmanuskript angeboten.  [...] Nachdem ich die Kritiken verstanden
und angenommen habe und auch dadurch, dass ich in dieser Zeit
dazugelernt habe, habe ich einige Schwächen meines Manuskriptes
begriffen und dieses noch einmal überarbeitet. [...]

Wie kommt es bei Verlagen an, die das "erste Manuskript" abgelehnt
haben, wenn ich ihnen das "neue" Manuskript anbiete? Einerseits ist es
jetzt eine andere Geschichte, sie ist anders aufgebaut, der
Schreibstil ist angepasst worden, andererseits wird dasselbe Thema
behandelt [...] Würde ich mir mit diesem Vorgehen sozusagen den "Zorn
der Verlage zuziehen" [...], oder ist ein solches Vorgehen akzeptabel
und vielleicht sogar üblich? Und wenn ich mein Manuskript ein zweites
Mal einreiche, sollte ich dann darauf hinweisen, dass ich ein
verändertes Manuskript zum zweiten Mal einreiche, oder sollte ich
besser darauf verzichten?


Antwort:
Ich sehe hier ein paar Variationen, auf die ich unterschiedlich
reagieren würde:

1) Der Ansprechpartner im Verlag ist nicht mehr derselbe: Der neue
Ansprechpartner kann nicht wissen, was schon einmal eingereicht wurde
(kein Verlag führt Listen dazu). Ein Hinweis ist unnötig.

2) Der Ansprechpartner ist derselbe und hat auch inhaltliche
Rückmeldung gegeben: Dieser Ansprechpartner erinnert sich sehr
wahrscheinlich an die erste Einsendung, spätestens wenn er das
Manuskript liest. Hier ist ein Hinweis unbedingt nötig, um
Irritationen zu vermeiden, und auch sinnvoll, weil die
Verbesserungsvorschläge aufgenommen wurden.

3) Der Ansprechpartner ist derselbe, hat aber nur eine Standardantwort
als Ablehnung verschickt: Ob sich dieser Ansprechpartner an das
Manuskript erinnert, ist fraglich. Auf keinen Fall wird die Erinnerung
positiv besetzt sein, denn dann hätte er sich vermutlich die Mühe
gemacht, eine ausführlichere Antwort zu schreiben. Wahrscheinlich ist
hier ein Hinweis auf die erste Einsendung nicht hilfreich.

Bei Variation Nummer 3 besteht natürlich das Risiko, einen Lektor zu
verprellen. Andererseits gehört es zum Alltag, dass Autoren an ihren
Werken arbeiten und sie verbessern. Das dürfte einen Lektor
normalerweise nicht aufregen. Außerdem wird das Buch bestimmt nicht
veröffentlicht, wenn es nicht noch einmal angeboten wird.

Allerdings sollte eines gut überlegt sein: Verlage, die mit "passt
nicht ins Programm" geantwortet haben, haben womöglich Recht. Da
sollte man als Autor zumindest ernsthaft überlegen, warum man das
anders sieht und den Verlag mit einer wiederholten Einreichung
"bekehren" will.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann und
Buchhändler. Unter http://bjoernjagnow.blogspot.com/ bloggt er über
die Zukunft der Medien, über Rollenspiele und andere Themen.


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR KINDER- UND JUGENDBUCH:
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        Michael Borlik (kinderbuch at experte pt autorenforum pt de)


Frage:
Ich habe einige Kinderbücher fertig geschrieben, konnte bisher aber
niemanden finden, der mir beim Illustrieren hilft. Ich habe gelesen,
dass die meisten Verlage auch unillustrierte Versionen annehmen, um
diese selbst zu bearbeiten. Leider konnte ich bisher keinen dieser
Verlage finden, und meine Geschichten wurden aufgrund der
Unvollständigkeit abgelehnt. Haben Sie einen Tipp zu geeigneten
Verlagen für mich?


Antwort:
Es ist richtig, dass in den meisten Fällen der Verlag einen
Illustrator beauftragt. Es ist also nicht nötig, Ihre Geschichten
vorab illustrieren zu lassen.

Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich in den Buchhandlungen oder im
Internet umzusehen und nach einem Verlag zu suchen, zu dessen Programm
Ihre Bücher thematisch passen. Nicht jeder Verlag veröffentlicht jedes
Genre.

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Michael Borlik, 1975 geboren, ist freier Schriftsteller, der bereits
über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht hat. Mehr Infos zu
seinen Büchern unter http://www.borlik.de.


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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit
getrennter Mail kommt
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach
Rücksprache - erwünscht. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin
bzw. beim Autor.

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:

beitrag at team pt autorenforum pt de.

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden.

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 Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de
 Gabi Neumayer                redaktion at team pt autorenforum pt de
 Stefan Schulz                        webmaster at autorenforum pt de
 Thomas Roth-Berghofer
                  Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de
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                  juergen.schlossmacher at team pt autorenforum pt de
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