Ausgabe 21-06 (20. Juni 2019)

   Editorial
   Hall of Fame
   Neues aus der Buchszene
   Schreib-Kick
   Was dem Lektorat in Klappentexten auffällt
       von Hans Peter Roentgen
   Buchbesprechung
       „Buchgenres kompakt“ von Anette Huesmann 
      besprochen von Birgit Freudemann   
   Impressum

EDITORIAL 

Liebe Autorinnen und Autoren,

Sommer, Sonne, Sätze: In diesem Tempest packt Hans Peter Roentgen seinen ganzen Erfahrungsschatz als Lektor von Klappentexten aus. In seinem Beitrag fasst er zusammen, worauf es generell bei Klappentexten ankommt.

Sommer, Sonne, Subgenres: Birgit Freudemann stellt das Buch „Buchgenres kompakt“ von Anette Huesmann vor.

Sommer, Sonne, Seminare: Im Teil 2 des Tempest findet ihr viele neue Seminare und Ausschreibungen.

Sommer, Sonne, Szene: Ramona Roth-Berghofer hat wieder das Internet nach interessanten Links für AutorInnen durchforstet.

Der Tipp des Monats, diesmal von www.writingforward.com/blog:

Explore the human condition.

Und nicht zuletzt wünschen wir euch: Sommer, Sonne, Speiseeis!

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

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Und wer nicht überweisen möchte, kann uns den Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest). 


ISSN 1439-4669 Copyright 2019 autorenforum.de. Copyright- und Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe


INHALT DIESER AUSGABE

TEIL 1

   Editorial
   Hall of Fame
   Neues aus der Buchszene
   Schreib-Kick
   Was dem Lektorat in Klappentexten auffällt
       von Hans Peter Roentgen
   Buchbesprechung
       „Buchgenres kompakt“ von Anette Huesmann 
      besprochen von Birgit Freudemann   
   Impressum


TEIL 2 (in separater E-Mail, falls ebenfalls abonniert)

   Veranstaltungen
   Ausschreibungen
   Publikationsmöglichkeiten
     mit Honorar
     ohne Honorar
   Seminare
   Messekalender


HALL OF FAME (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Die „Hall of Fame“ zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest. Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!) nach diesem Schema:

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AutorIn: „Titel“, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-Adresse.

.......

Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: „Der Fall der falschen Meldung“, Hüstel Verlag 2015, Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive Homepage!

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Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. 

ACHTUNG!

Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff „Hall of Fame“ an die Redaktion

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten. Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt! 


Heinrich von der Haar: „Der Kapuzenjunge. Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung im Berlin der 90er Jahre“, Kulturmaschinen Verlag 2019, Roman. Adoption eines Waisenkindes. www.HeinrichvonderHaar.de

Eva Mutscher: „Vom Alltag, der nicht mehr grau sein wollte“, Verlag am Eschbach 2018, Geschenkbuch/Märchen. Mut-mach-Geschichte, www.eva-mutscher-geschichten.net

Eva Mutscher: „Der Zauberhut“, Verlag am Eschbach 2019, Geschenkbuch/Märchen. Mut-mach-Geschichte, www.eva-mutscher-geschichten.net

Eva Mutscher: „Einfach mal abschalten - Raus aus dem Gedankenkarussell“, Verlag am Eschbach 2019, Geschenkbuch/Märchen. Mut-mach-Geschichte, www.eva-mutscher-geschichten.net


NEUES AUS DER BUCHSZENE (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Wir leben in turbulenten Zeiten, die Buchbranche ist in Bewegung wie nie zuvor. Ob es nun um neue Vertragsbedingungen mit Amazon geht, die zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die neuen Chancen und Möglichkeiten, die sich Verlagsautoren und professionellen Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die nächste. Damit ihr den Überblick behaltet und nichts Wichtiges verpasst, fassen wir hier alle interessanten Links zusammen, die uns jeden Monat ins Auge fallen - natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Buchhandel / Zwischenhandel


Debatte: Rowohlt veröffentlicht im Herbst fast nur Männer – ist das ein Problem?

Börsenverein reicht Kartellamtsbeschwerde gegen die Deutsche Post ein.

Börsenverein des Buchhandels – Wendepunkt am Buchmarkt.

Die Herder-Buchhandlung „Carolus Bücher“ in Frankfurt am Main macht im Juli dicht.

KIM-Studie 2018: Jedes zweite Kind liest regelmäßig in der Freizeit.

Generation 60plus kauft mehr online.


Verlage / Konzerne


50 Jahre Verlag der Autoren.

Pro Frauenkarrieren: Mehr Flexibilität!

Neue Partnerschaft für das Hörbuch: Lübbe Audio und Sony Music arbeiten künftig zusammen.


Rechtliches / Politik / Gesellschaft


Ein gefährlicher Trend: Wir dürfen großen Techunternehmen nicht zu viel Macht überlassen.

Nach hitzigen Diskussionen: Die Urheberrechtsreform wird noch einmal überarbeitet.

Umstrittene Urheberrechtsreform: Polen klagt vor dem EuGH.

Druckindustrie hat zu kämpfen.


Kultur / Literaturszene


Realismus in der Sprechblase: Fontanes „Unterm Birnbaum“ gibt es jetzt als Comic.

„Gut für die Weltliteratur“: Wie Marcel Proust dem Tod beim Duell entging.

Originale, Gekürztes, Comics: Welche Version von Anne Franks Tagebuch sollte man lesen?

Comeback der Westerncomics.

„Verkäuflichkeit von Literatur“: Ein Blick in aktuelle Verlagsvorschauen.

Herta Müller über Europa: Sie ersticken die Grundrechte.


Book meets Film


Frankfurter Buchmesse Film Awards 2019. Filmstoffe gesucht!


Preise / Wettbewerbe 


Deutscher Selfpublisher-Preis 2019.

Bewerbungsstart für den Deutschen Verlagspreis. Stärkung der Indies!

Christina Viragh für ihr Werk ausgezeichnet.

Literaturpreis der Europäischen Union. Das sind die Gewinner.

Warum der neue Sachbuchpreis an den Lesern vorbeigeht.

Ein Buch für Kopf und Herz: Jokha Alharthi mit Man Booker International Prize ausgezeichnet.

Chico Buarque erhält Camões-Literaturpreis.

Rheingau Literatur Preis 2019: Dörte Hansen erhält Preisgeld und Rheingau Riesling.

Vorlesewettbewerb: Gewinner in NRW ausgezeichnet.


Messen / Veranstaltungen


Loveletter Convention: AutorInnen und Fans von Romance-Romanen treffen sich in Berlin.

Frankfurter Buchmesse organisiert Hörbuch-Bereich neu.

Kongress Deutsche Fachpresse 2019. Transformation beginnt in den Köpfen.

5.000 Besucher: Literaturfestival Lit:Potsdam zieht Bilanz.


AutorInnen / Selfpublishing


Selbstbewusstseinstraining für Self-Publisher. Durchatmen und mitmachen!

Kommissare, Aliens, Drachen: So unterscheiden sich Genres im Selfpublishing.


Digitalisierung


Not just a man's business: Here's a list of 50 awesome thrillers by female authors.

Gefahr oder Chance: Wie entwickelt sich die Literatur im Internet?

Modern Book Culture and the internet: What has changed?

Digitale Zukunft: Ein Blick nach Südkorea.

Hatespeech, Hetze, Diffamierungen schon lange vor Social Media.

Erträumen Androiden bald unsere Geschichten? Storytelling und KI.

KU und Partner gründen Open Research Library: Ein Ort für Open Access.


International


„Something needs to happen“: Potential buyers bid for Barnes & Noble.

How indie bookshops are fighting back.

„Am I hallucinating?“: How a debut novelist won the world's richest book prize.

„The best publishing experience possible“: Nigerian twins built online platform for authors.

Walt Whitman, born 200 years ago: Three New York exhibitions celebrate America's greatest poet.

Reformation in the African book industry: The Lagos Action Plan, explained.

Turkish novelist Elif Shafak says: Writers must show support for prosecuted authors.

John Boyne transgender discussion: What are writers allowed to write about?

They want to sell books? Then publishers need to invest in new technology.

„It's a mess“: UK authors write letter warning about Brexit.

International Congress of Young Booksellers: Annual conference held in Norway.

„I love everything big“: James Ellroy on books he admires and his own development.

Author Jennifer Weiner urges female writers: Don't be ashamed to promote and praise your work!


SCHREIB-KICK (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Der Kick des Monats, diesmal von Maike Frie: 

Kommunikation führt oft zu Missverständnissen. Bei Dialogen in Texten ist das oft gewünscht, denn Konflikte bringen die Handlung voran.

Nimm einen gesprochenen Satz und überlege, wie er unterschiedlich gemeint sein könnte – und wie verschiedene Figuren ihn auffassen könnten und was daraus für Konflikte entstehen können. Beispiel: „Ich gehe jetzt spazieren.“ Oder: „Findest du nicht auch, es zieht hier?“
 


WAS DEM LEKTORAT IN KLAPPENTEXTEN AUFFÄLLT (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


von Hans Peter Roentgen

Ich habe in den letzten Jahren unzählige Klappentexte gelesen und lektoriert. Und dabei einige Erfahrungen gesammelt, was gute Klappentexte ausmacht und welche Fehler man vermeiden sollte.
 

Klappentext ist Werbung


Jeder Klappentext ist eine Werbung wie das Cover und der Titel. Er soll dazu verleiten, das Buch zu kaufen und zu lesen. 
 

Drei Elemente hat jeder Klappentext


Schon Aristoteles wusste, dass jede Geschichte in drei Teile zerfällt: Anfang, Mitte und Ende. Das weiß auch jeder Werbetexter, und es gilt ebenfalls für Klappentexte. Überhaupt haben Klappentexte viel mehr mit Geschichten zu tun, als mancher meint, und viele Schreibregeln gelten auch hier. Schließlich hat es seine Gründe, dass viele erfolgreiche Autoren in der Werbung gearbeitet haben.

Vor allem für neue Autorinnen und Autoren sind Klappentexte extrem wichtig. Wer bereits eine Fanbase hat, kann einfach „Der neue Roman um Inspektor Meier“ als Klappentext verwenden. Und bei Stephen King wäre „Der neue Stephen King“ bereits eine gute Werbung.
 

Der Anfang


Der Anfang, der erste Satz, entscheidet darüber, ob der Leser überhaupt den Klappentext weiterliest oder das Buch beiseitelegt oder es wegklickt. Er soll neugierig machen.

Das bedeutet, dass er das Besondere des Buches herausstellen muss. „Ein spannender Krimi um einen Mord“, das ist nicht so spannend, besser, Sie wählen das Besondere. „Der Kopf des Bürgermeisters steckt auf der Fahnenstange vor dem Rathaus, und seine Vertreterin hat kein Alibi, dafür aber viele Neider“ - das lässt eher ahnen, um was für ein Buch es sich handelt. Klappentexte sollen wie Geschichten möglichst anschaulich sein, „show, don’t tell“ gilt auch hier. Und Sie müssen natürlich die Zielgruppe ansprechen; in unserem Beispiel Krimileser, die politische Intrigen lieben. 
 

Der zentrale Konflikt


Wählen Sie einen Satz, der den zentralen Konflikt benennt, die spannende Frage, um die ihr Buch kreist. Das muss nicht völlig neu sein: Ein Roman, der das Thema Romeo und Julia anspricht, ist sicher gut, Anspielungen auf Archetypen (David und Goliath, Oliver Twist o. Ä.) ebenfalls. 

Aber Sie sollten dabei nicht vergessen zu sagen, welche spezielle Version dieser Geschichte es ist. „Mustafa kommt aus einer salafistischen Familie, Gabys Eltern sind fanatische AfD-Anhänger“, da läuft im Kopf des Lesers sofort ein Film ab. Wenn die beiden sich verlieben, ist Konflikt angesagt.

Das ist wichtig: Der Klappentext soll keine Nacherzählung sein, sondern im Leser einen Film ablaufen lassen, einen, den er unbedingt zu Ende sehen will. Und dazu muss er das Buch kaufen.
 

Der Pitch


Für den ersten Satz eignet sich besonders der Pitch, der Satz, mit dem Sie Ihre Geschichte vorstellen können. Wer einen Klappentext schreibt, sollte sich also auch den Pitch der Geschichte überlegen. Zum Beispiel: „Mustafa kommt aus einer salafistischen Familie, Gabys Eltern sind fanatische AfD-Anhänger, und beide verlieben sich ineinander.“

Der Mittelteil


Der Mittelteil sollte den Konflikt anschaulicher schildern. „Mustafa wird von Neonazis verfolgt. Gaby, eine Karatekämpferin, kann den Anführer ausschalten, die anderen fliehen.“ Da haben wir nicht nur einen anschaulichen Anfang der Geschichte, sondern auch gleich etwas Besonderes. Nicht der Mann rettet die Frau, sondern die Frau den Mann.

Generell eignet sich der Einstieg gut für den Klappentext. Was setzt die Geschichte in Gang? Das ist eine gute Möglichkeit, den Mittelteil zu gestalten.
 

Das Ende


Der erste und der letzte Satz sind entscheidend in Werbetexten. Der erste soll den Leser verführen, den ganzen Text zu lesen, der letzte soll in Erinnerung bleiben. Und zum Kauf führen.

Hier ist eine Frage gut oder eine Zusammenfassung des Themas. Der Schlusssatz darf auch allgemeiner sein. „Romeo und Julia in Wattenscheid“ oder „Zwei Jugendliche im Kampf gegen Eltern und Vorurteile“.

Ganz wichtig: Ist der letzte Satz allgemein, muss er sich auf den Mittelteil beziehen, damit der Leser weiß, was gemeint ist. Der Mittelteil bildet den Anker, an dem der Schlusssatz andockt.
 

Rhetorische Fragen


Oft stehen am Schluss rhetorische Fragen. „Werden die beiden zusammenkommen?“ beim Liebesroman. „Wird der Kommissar den Mörder fassen?“ beim Krimi. Diese Fragen sind rhetorisch, weil die Liebenden traditionellerweise im Liebesroman zusammenkommen, und beim klassischen Krimi wird am Schluss der Mörder verhaftet. Die spannende Frage ist hier nicht, ob, sondern wie das Liebespaar trotz aller Schwierigkeiten zusammenkommt, wie der Kommissar die Schwierigkeiten überwindet und den Mörder fasst. 

Wenn Sie am Schluss eine Frage stellen, dann bitte nur eine. Auch hier ist weniger mehr. Der Schlusssatz soll in Erinnerung bleiben.
 

Klischees


Auch im Klappentext gibt es Klischees. „Ein furchtbares Familiengeheimnis kommt ans Tageslicht“ oder „Danach ist nichts mehr, wie es war“ sind Beispiele. Weil diese Formulierungen zu Tausenden in Klappentexten stehen, lassen sie im Leser keinen Film ablaufen und sind deshalb wirkungslos. Sparen Sie sich solche Worthülsen.
 

Falsche Versprechungen


Aus dem Klappentext sollte hervorgehen, was für eine Geschichte das ist. Nichts schlimmer, als wenn der Klappentext die Käufer in die Irre führt. Wenn Sie im Restaurant eine Pizza bestellen und ein Tiramisu bekommen, sind Sie nicht begeistert. Nicht anders, wenn der Klappentext eine andere Geschichte verspricht als die, die der Leser dann bekommt.

Beispiele von Klappentextlektoraten

Buchtipp: Hans Peter Roentgen: „Klappentext, Pitch und anderes Getier“, ISBN 978-3-746043562, Book on demand

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Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher „Vier Seiten für ein Halleluja“ über Romananfänge, „Drei Seiten für ein Exposé“, „Schreiben ist nichts für Feiglinge“ und „Klappentext, Pitch und weiteres Getier“. Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert.


 


BUCHBESPRECHUNG (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


„Buchgenres kompakt. Handbuch der Genres von Actionthriller bis Zeitgeschehen“ 

von Anette Huesmann
vorgestellt von Birgit Freudemann


Autorinnen und Autoren müssen nicht länger grübeln, welchem Genre sie ihr Werk zuordnen sollten, wenn sie dieses Handbuch als Orientierungsbasis nutzen. 

Auch wenn die Genrezuweisungen in der Literatur nicht eindeutig sind – was Anette Huesmann an vielen Beispielen aufzeigt –, ist die Genrefrage immer ein Merkmal zur ersten Orientierung. Über Art und Umfang einer plausiblen Genrezuweisung versucht die Autorin mit ihrem schlauen, überschaubaren und sehr informativen Handbuch Antworten zu geben.

Sie betrachtet die Inhalte, die eine Festlegung auf ein bestimmtes Subgenre nahelegen, wenn auch im allgemeinen Verständnis und Sprachgebrauch keine eindeutigen Abgrenzungen feststellbar sind. Während ein Genre weite Teile des Inhalts erfasst, wird beim Subgenre nur ein Teil des Inhalts bedeutend oder ein Genre-Mix offenbar.

Die Autorin hat für ihre Untersuchung ein moderneres Unterscheidungsmodell entwickelt: Literatur – Mainstream – Heftroman. Sie kennzeichnet es als ein Kontinuum, in das sie alle Literatur einordnen kann. Die übliche Unterscheidung nach Epik, Lyrik, Dramatik kann ihr zufolge nicht mehr im Vordergrund stehen, auch nicht die Frage, ob literarischer Roman oder Unterhaltungsroman. 

Sie verdeutlicht, welche Aspekte nichts mit Genres oder Subgenres zu tun haben, aber als Ordnungsprinzipien gelten, z. B. Humor. Schließlich gibt es humorvolle Bücher in allen Genres. „Ein Krimi kann eine Komödie sein, ebenso eine Horrorgeschichte oder ein Fantasyroman.“ (S. 19) Auch eine Klassifizierung nach Zielgruppen ist nicht adäquat. „Genres lassen sich anhand der Textmerkmale klassifizieren, Zielgruppen dagegen werden anhand der Merkmale der Lesenden definiert.“ (S. 20) 

Anette Huesmann analysiert 98 Genres und Subgenres ausführlich und 80 Genres und Subgenres in Stichworten, benennt dazu 198 Synonyme und die historischen Vorgänger der Genres und Begründer der Subgenres. Den Inhalt aller zugeordneten literarischen Werke umreißt sie durch spezifische Merkmale. Alle Beispiele für Genres und Subgenres lassen sich anhand der in diesem Handbuch durchgängig verfolgten Struktur beschreiben: Charakteristik, Entstehung, Besonderheit, Aktuelle Beispiele. 

Genres und Subgenres über Jahrhunderte hinweg ordnet sie und setzt sie in Beziehung zueinander. Ausführlich nimmt sie sich den Kriminalroman und seine Unterarten vor und die neuen Bezeichnungen wie Reisekrimi, Genusskrimi, Ethno-Krimi. Überschneidungen der Subgenres zeigen sich z. B. bei Gartenkrimi, Klosterkrimi, Kirchenkrimi, Friedhofskrimi und „Bumbling Detective Mystery“ (die ermittelnde Hauptfigur ist immer schlecht gelaunt, s. S. 49). 

Bei der Fülle von aktuellen Subgenres staunt man, gewisse Vorläuferromane schon Jahrhunderte vor unserer Zeit verorten zu können. Das Genre „Science-Fiction“ zeigt sich in einem Buch von 1405, einem Vorläufer der Utopien, das Subgenre „Apokalypse“ in antiken Texten mit apokalyptischen Motiven oder in der Weltuntergangsschrift „Muspilli“ aus dem Jahr 870 n. Chr. 

Wenn auch die fiktionale Literatur den größten Raum in diesem Buch einnimmt, wird dennoch die nicht fiktionale Literatur (Gebrauchsliteratur) nicht außer Acht gelassen. An erster Stelle stehen das Sachbuch und seine Subgenres, das wissenschaftliche und das politische Sachbuch, Nature Writing, True Crime (Gerichtsberichterstattung), Historische Dokumentation und Nachschlagewerke. Unter den ersten bekannten Texten der Menschheit befinden sich sachbezogene, z. B. medizinische oder geistliche Texte und Zaubersprüche, auf mesopotamischen Tontafeln in Keilschrift notiert, und Listen, die Landwirtschaft und Verwaltung betreffen. 

Populärwissenschaftliche Sachbücher werden der gleichen Differenzierung unterzogen. Auch hier ein Blick in die Antike, wo erste schriftliche Wissenssammlungen entstanden. Genres und Subgenres von Lehrbuch, Ratgeber, Kochbuch, Reiseführer und von Biographien, Memoiren und Tatsachenromanen werden betrachtet. 

Wer die Fülle aller Genres und Subgenres erfassen möchte, kommt nicht umhin, sich dieses Nachschlagewerk anzuschaffen. 

Anette Huesmann: „Buchgenres kompakt. Handbuch der Genres von Actionthriller bis Zeitgeschehen“, 2019, Dr. Anette Huesmann, www.die-schreibtrainerin.de, BoD – Books on Demand, Norderstedt, 187 Seiten inklusive Index: Genres und Subgenres 

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Bücher waren mir immer wichtig, aus der Sicht der Buchhändlerin, des Autors, des Verlags, der Redaktion, der Lektorin. Hilfreich war zudem mein Studium der Philosophie, Politik und Ethnologie. Vor einigen Jahren wanderte ich mit dem Lektorat ins Fichtelgebirge, wo ich in schönster Natur für Autoren und Verlage Manuskripte bearbeite und gelegentlich auch selbst schreibe.
www.schreibwerkstatt-bf.de


UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN


Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - keine Manuskripte zur Beurteilung. Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber gelöscht wird.
 

Drehbuch  Oliver Pautsch Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Fantasy Stefanie Bense Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Heftroman  Arndt Ellmer Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Historischer Roman  Titus Müller Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kinder- und Jugendbuch Sylvia Englert Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kriminalistik Kajo Lang Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Lyrik Martina Weber Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Marketing Maike Frie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Recherche  Barbara Ellermeier Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Plotten Kathrin Lange Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sachbuch Gabi Neumayer Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Schreibaus- und -fortbildung  Uli Rothfuss Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Schreibhandwerk Ute Hacker Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Science-Fiction Andreas Eschbach Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, den ihr separat abonnieren müsst.


Einsendeformalien 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rücksprache - erwünscht. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor. 
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