Ausgabe 5-09 (20. September 2003)

Schreib-Kick
Echo-Service
Autorenwissen
    "Wie ihr (k)einen Verlag findet"
    von Hans Peter Roentgen
Marketingideen
    "Lesertipp"
Schreibkurs
    "Lebendige Figuren - Teil 2"
    von Mareen Göbel
Buchbesprechung
    "Autorenkalender 2004"
    besprochen von Gabi Neumayer
    "Traumberuf Autor"
    besprochen von Ramona Roth-Berghofer
Interview mit der Autorin Juli Zeh
Interview mit Literaturagent Roman Hocke
Essay
    "Charakterschwäche"
    von Tatjana Stern
Stephan Waldscheidts kleine Autorentypologie
    "Das Genie"
Frag den Experten für Drehbuch
    (Oliver Pautsch)
Frag den Experten für Verlagswesen
    (Bjørn Jagnow)
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,

wer die Abo-Zahlen des Tempest verfolgt, wird sich bei der letzten
Ausgabe gewundert haben: Wieso ist die Zahl plötzlich unter die
5000er-Marke gesunken? Laufen uns die LeserInnen in Scharen davon?
Glücklicherweise nicht. Thomas Roth-Berghofer hat unsere Abo-Liste
einfach einmal gründlich bereinigt und einige Hundert tote Mailboxen
aussortiert. Das amtliche Endergebnis findet ihr oben.

Eine andere Frage taucht immer wieder auf: Wie kommt unsere Auswahl
der Seminare im zweiten Teil des Tempest zustande? Was viele nicht
wissen (und deshalb wird es Zeit, dass ich auch mal im Editorial dar-
auf hinweise): Wir können und wollen nicht jedes Seminar jedes Anbie-
ters dort aufnehmen. Das wäre einerseits viel zu viel für unseren
kleinen Newsletter, andererseits finden wir, dass kommerzielle Anbie-
ter für die Aufnahme ebenso unsere - bescheidenen - Anzeigenpreise be-
zahlen sollten wie die Anbieter anderer Dienstleistungen, Bücher etc.
auch. Daher findet ihr im Seminarteil Seminare nicht kommerzieller An-
bieter, solche von AutorInnen, die regelmäßig für den Tempest schrei-
ben oder als ExpertInnen zur Verfügung stehen, und eben bezahlte von
kommerziellen Anbietern. Wer sich zu den Letzteren zählt, kann sich
vertrauensvoll an Ramona Roth-Berghofer wenden,
mailto:werbung at autorenforum punkt de.

Aber jetzt zum September-Tempest. Er ist wieder einmal randvoll mit
praktischen Tipps und spannenden Interviews. Hans Peter Roentgen zeigt
euch, wie ihr (k)einen Verlag findet; im zweiten Teil von Mareen Gö-
bels Schreibkurs erfahrt ihr, wie ihr lebendige Figuren schafft; Tat-
jana Stern beschäftigt sich in ihrem Essay "Charakterschwäche" eben-
falls mit Figuren; Stephan Waldscheidt hat sich in seiner Autorentypo-
logie diesmal "das Genie" vorgenommen; die Autorin Juli Zeh und der
Literaturagent Roman Hocke stellen sich und ihre Arbeit in ausführli-
chen Interviews vor. Außerdem gibt es zwei Buchbesprechungen, den
Schreib-Kick, Expertenauskünfte zu Drehbuch und Verlagswesen - und er-
freulicherweise auch wieder einmal eine Marketingidee und einen Bei-
trag im Echo-Service.

Dazu eine Anmerkung: Manche unserer beliebten Rubriken sind mittler-
weile halb verwaist - die Marketingideen und der Echo-Service bei-
spielsweise. Das sind Rubriken, die wir nur mit Hilfe eurer Beiträge
aufrecht erhalten können. Also: Nutzt sie, schreibt uns, teilt euer
Wissen und eure Erfahrungen! Viele von euch denken wahrscheinlich,
dass es ja immer genug Beiträge gibt - bei diesen hohen AbonnentInnen-
zahlen! Nun ja, wir haben das Glück, einige sehr engagierte und treue
AutorInnen zu unseren MitarbeiterInnen zählen zu dürfen. Aber das
Feedback und die Beiträge von allen anderen nehmen mit steigender Abo-
Zahl immer mehr ab. Bitte verlasst euch nicht darauf, dass andere das
für euch erledigen! Unsere Erfahrung belegt das Gegenteil. Also: Her
mit eurer Kritik, euren Ideen, euren Artikeln!!

Der Tipp des Monats September, diesmal von Helmut Hansen:

    Will man für den Eingang eines Skriptes
    eine Bestätigung vom Verlag, ist der Versand
    per Rückschein hilfreich, da der Verlag
    den Erhalt schriftlich bestätigen muss.
    Bei Herzens-Skripten kann diese Versandform
    die richtige sein - trotz des
    erheblichen Mehraufwandes an Porto.

Schickt mir bitte Schreibtipps und -kicks, gern auch Erfahrungsberich-
te und Artikel (die letzten beiden bitte vorher mit mir absprechen).
Und wie wäre es, mal wieder den Echo-Service zu nutzen? Bei etwa 5 000
AbonnentInnen findet ihr sicher die richtigen SchreibpartnerInnen,
Schreiborte, Fahrgemeinschaften für Buchmessen - oder was ihr sonst
sucht! Redaktionsschluss dafür ist jeweils der 10. des Monats (für
Beiträge gilt der 5., für Anzeigen der 12.).

  Gabi Neumayer
  Chefredakteurin

~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser
Konto:

autorenforum.de
SEB Mainz (früher: BfG)
BLZ 550 101 11
Konto 14 24 18 99 00
Stichwort: "Beitrag 2003"

Für AuslandsabonnentInnen: Seit dem 1. Juli wurden die Auslandsüber-
weisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag
auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
ISSN 1439-4669   Copyright 2003 autorenforum.de. Copyright- und
                 Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

   INHALT DIESER AUSGABE:


TEIL 1:

      Editorial
      Inserate
      Schreib-Kick
      Echo-Service
      Autorenwissen
         "Wie ihr (k)einen Verlag findet"
         von Hans Peter Roentgen
      Marketingideen
         "Lesertipp"
      Schreibkurs
         "Lebendige Figuren - Teil 2"
         von Mareen Göbel
      Buchbesprechung
         "Autorenkalender 2004"
         besprochen von Gabi Neumayer
         "Traumberuf Autor"
         besprochen von Ramona Roth-Berghofer
      Interview mit der Autorin Juli Zeh
      Interview mit Literaturagent Roman Hocke
      Essay
         "Charakterschwäche"
         von Tatjana Stern
      Stephan Waldscheidts kleine Autorentypologie
         "Das Genie"
      Frag den Experten für Drehbuch
         (Oliver Pautsch)
      Frag den Experten für Verlagswesen
         (Bjørn Jagnow)
      Impressum


TEIL 2 (nur für Abonnenten):

      Ausschreibungen
      Publikationsmöglichkeiten
           mit Honorar
           ohne Honorar
      Seminare
      Messekalender
      Impressum


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Aus organisatorischen Gründen liegt der Anzeigenschluss für den Tem-
pest am 12. jedes Monats. Später eingegangene Anzeigen können wir dann
erst für die nächste Ausgabe berücksichtigen.


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SCHREIB-KICK:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


Unser Schreib-Kick für den September, diesmal von Heike Prassel
(www.romansuche.de):

Manchmal wollen Figuren sich nicht in den Plot einfügen, oder es er-
gibt sich erst gar kein Plot, der zu den Figuren passt. In diesem Fall
stelle ich mir vor, ich wäre die Hauptfigur meiner Geschichte, und er-
zähle die Geschichte mit ihrer Sprache, aus ihren Augen und mit ihren
Emotionen. Dabei kommen sehr interessante Aspekte aufs Papier, die mir
als Autorin nicht eingefallen wären, wohl aber der Hauptfigur.

Da jeder Mensch und somit auch jede Figur die Dinge aus anderen Blick-
winkeln sieht, mache ich das Gleiche im Anschluss mit allen wichtigen
Figuren der Geschichte. So entstehen lebendige Figuren, mit einer ei-
genen Sprache, die wirklich nur das tun, was zu ihrem Charakter passt.


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ECHO-SERVICE:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


Suche Kontakt zu schreibenden Menschen in München, die die Bücher
"Schreiben in Cafes" und / oder "Wild Mind - Living The Writer´s Life"
von Natalie Goldberg gelesen haben und genauso begeistert davon waren
wie ich, für gemeinsame Schreibsessions nach Natalie Goldbergs Vorbild
und generellen kreativen Austausch. Freue mich auf eure Mails, Melanie
(mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).


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AUTORENWISSEN:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                   "Wie ihr (k)einen Verlag findet"
                        von Hans Peter Roentgen


"Wie finde ich einen Verlag" ist der häufigste Titel von Schreibbü-
chern. Nicht, dass falsch wäre, was sich dort findet – meist ist es
durchaus fundiert -, schlimmer: Es ist die richtige Antwort auf die
falsche Frage.

Natürlich sollte man Manuskripte an Verlage als Normseiten ausdrucken.
Natürlich sollte man einen literarischen Text nicht an Perry Rhodan,
ein Kochbuch nicht an S. Fischer schicken. Alles richtig. Doch selbst
wenn ihr das beachtet, werdet ihr – wenn es euer erster Roman ist –
nur die üblichen Absagebriefe bekommen. Wetten?


          Wie sind Bestsellerautoren an einen Verlag gekommen?

Ich habe einige Autoren im Tempest interviewt
(http://www.textkraft.de/pageID_600050.html). Juli Zeh, Andreas Esch-
bach, Josef Haslinger, Alexander Wichert und Tom Liehr gehören dazu.
Eigentlich interessierte mich vor allem, wie man Romane schreibt, die
von Verlagen angenommen werden.

Erfahren habe ich Unerwartetes: Alle diese Autoren, die unterschiedli-
che Texte in unterschiedlichsten Genres schreiben, haben eines gemein-
sam: Ihr erster veröffentlichter Roman war nicht ihr erster Roman. Und
ich habe bei weiteren Autoren nachgeforscht. Gleiches gilt auch für
Stephen King und J. K. Rowling. Noch etwas ist allen gemeinsam: Sie
haben mindestens zehn, meist aber eher zwanzig Jahre geschrieben, be-
vor sie veröffentlich wurden.

Die beliebte Meinung: Da setzt sich jemand hin, schreibt einen Roman,
und der wird zum Bestseller, scheint ein Mythos zu sein. Ein beliebter
zwar, den die Zeitungen immer wieder verbreiten, aber dennoch ein My-
thos.

Wer das erste Mal eine Hahnenkamm-Abfahrt ohne Sturz schafft, ist des-
halb noch kein Rennass. Wer sein erstes Tor geschossen hat, noch nicht
reif für die Bundesliga. Und wer "Ende" unter seinen ersten Roman
schreibt, ist deshalb noch lange nicht reif für eine Veröffentlichung.
Traurig? Vielleicht. Aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Was viele Autoren noch sagten: dass sie heute froh sind, dass niemand
das erste Werk verlegen wollte. Natürlich steht das nicht in den übli-
chen Interviews, die ihr in den Tageszeitungen findet. Das wollen die
nicht hören, und deshalb fragen sie nicht danach. Schließlich würde es
die schöne Legende vom Shooting Star zerstören.

Auch auf dem Buchmarkt dauern Wunder etwas länger. Nichts dagegen,
dass ihr happy seid, wenn ihr "Ende" unter euer erstes Werk setzt. War
ich auch. War vermutlich schon Homer, als er sein erstes Lied voll-
bracht hatte, aber das war wohl kaum die Ilias und auch nicht die O-
dyssee.


          Ausnahmen bestätigen die Regel: Wenn ihr einen Namen habt

Natürlich gibt es Ausnahmen von der Regel. Wenn ihr einen Namen habt
wie Dieter Bohlen oder eure Mutter Madonna heißt, dürfte sich auch eu-
er erstes Buch verkaufen und deshalb einen Verlag finden. Der Verlag
wird euch sogar einen erfahrenen Ghostwriter zur Seite stellen.

Doch die Regel ist es nicht. Tom Liehr hat Anfang der Neunziger den
ersten und den dritten Platz des Playboy-Geschichtenwettbewerbs gewon-
nen und einen Agenten gefunden. Ich habe eines seiner Romanprojekte
lesen dürfen, es war witzig geschrieben, aber es fehlte die Tiefe.
Dann kam sein Text "Radionights". In der Gruppe ProjektPhönix waren
alle begeistert, selbst Leute, die sonst nie bei einem Text gleicher
Meinung sind. Die Reaktion auf den Text unterschied sich deutlich von
der auf Toms vorherige Texte. Der Roman hatte, was seinen Vorgängern
fehlte – und fand auch prompt einen Verlag (Aufbau). In diesem März
ist es erschienen.

Wenn euer Roman nur Standardabsagen erntet, überlegt einmal, ob es an
dem Text liegen könnte und eurer fehlenden Erfahrung. Fünf Jahre
Schreiberfahrung sind nicht viel. Dann seid ihr fortgeschrittene An-
fänger, mehr nicht. Gute Autoren sind wie gute Weine: Sie brauchen
viel Zeit, um zu reifen.


          Verlage lesen eingesandte Manuskripte nicht

Das ist auch ein Mythos unter Nachwuchsautoren – die dennoch trotz
dieser Klagen unverdrossen ihre Manuskripte an Verlage senden. Und es
stimmt. Von den allermeisten Manuskripten werden nur die ersten Seiten
gelesen. Weil dann bereits feststeht, dass das Manuskript nicht zur
Veröffentlichung taugt. Arrogant? Sicher. Aber nicht ohne Grund. Auf
einem Seminar vor etlichen Jahren in Langen zeigte der Eichborn-Lektor
uns, wie man anhand der ersten vier Seiten bereits die Hauptprobleme
eines Textes erkennt. Ihr werdet es mir nicht glauben, aber glaubt es
mir trotzdem: Es geht. Schon auf den ersten Seiten sieht man, ob ein
Autor nicht weiß, welche Geschichte er erzählen will, sein Erzählziel
nicht kennt. Ob seine Figuren blasse Pappkameraden sind. Ob er endlos
beschreibt, aber nichts erzählt. Ob er die einfachsten Grammatikregeln
des Deutschen nicht beherrscht. Ob sein Stil wie ein Schlafmittel
wirkt. Ob die Sprache holpert, als hätten die Sätze einen Achter.

Falls eines dieser oder andere Probleme bereits in den ersten Seiten
auftauchen, wandert das Manuskript unweigerlich mit Standardabsage zum
Autor zurück. Ich muss es wissen, ich habe oft genug solche Absagen
aus meinem Briefkasten gezogen.

Doch dann gab es den Roman "Stimmen". Plötzlich waren etliche Testle-
ser begeistert. Die Rückmeldungen klangen anders. Nicht mehr so dis-
tanziert, offenbar unterschied sich der Text von den bisherigen. Und
als ich den Roman wegschickte, erhielt ich zwar auch einige Standard-
Ablehnungen, aber plötzlich auch persönliche Briefe. Zwei wollten das
ganze Manuskript haben. Einer schrieb, leider falle mein Text nicht in
sein Metier, aber er fände ihn sehr gut. Kurz gesagt, die Reaktion auf
den Text war ganz anders als vorher.

Ein Standardrückschreiben bedeutet nicht mehr und nicht weniger als:
"Das reicht (noch) nicht."


          Schreiben lernt man schreibend

Je mehr man schreibt, desto besser kann man’s. Also im stillen Kämmer-
lein so lange Romane schreiben, bis man endlich einen guten Text hat?
Nein, ganz im Gegenteil. Tauscht eure Romane mit anderen Romanschrei-
bern aus, das Internet bietet da viele Möglichkeiten. Stellt das erste
Kapitel, die erste Szene in Diskussionsforen vor, in Lesekreisen, in
einer Schreibgruppe. Und wenn die ersten Leser euren Köder schlucken
und den ganzen Text lesen wollen, wisst ihr, dass ihr eine wesentliche
Hürde geschafft habt. Jetzt könnt ihr langsam daran denken, den Text
an Verlage zu senden.

Vorher ist das Porto rausgeschmissenes Geld, die Zeit, die ihr zit-
ternd auf die Antworten wartet, vertan.

Übrigens gelingt es auch den wenigsten Drehbuchautoren, ihr erstes
Drehbuch zu verkaufen. Linda Seger, die mehr als 2 000 Drehbuchprojek-
te betreut hat, sagt, dass es vier bis fünf Drehbücher und mindestens
fünf Jahre dauere, bis ein Autor erstmals eine Option oder ein Dreh-
buch verkauft habe. "Einige Autoren, die ich kenne, erzielten ihren
ersten Durchbruch mit dem achten oder neunten Drehbuch und wurden dann
in Hollywood ‚hoch’ gehandelt. Aber um herausragende Werke zu schaf-
fen, um ein Meister auf seinem Gebiet zu werden, braucht man erheblich
länger. Selbst der ungeheuer erfolgreiche Steven Spielberg hat jahre-
lang mit Filmen herumgespielt, bevor ihm der kommerzielle Durchbruch
gelang. Und es dauerte noch mal zwanzig Filme und fünfundzwanzig Jah-
re, bevor er den Oskar für ‚Schindlers Liste’ bekam." (Linda Seger,
Wie gute Autoren noch besser werden, Emons Verlag)

Also genießt das Gefühl, wenn euer erstes Buch fertig ist. Zeigt es
möglichst vielen Leuten, hört euch an, was sie meinen. Notiert es
euch. Was könnt ihr aus diesen Rückmeldungen lernen, was sind offenbar
eure Stärken und Schwächen? Aber spart das Porto für unverlangt einge-
sandte Manuskripte. Dat krieje mer später.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Hans Peter Roentgen ist einer der Moderatoren der Schreibwerkstatt
www.Textkrafttraining.de, Mitglied der Phoenix-Schreibgruppe
(http://www.roentgen-software.de/phoenix/phoenix.html) und schreibt
Artikel, Rezensionen und Geschichten
(http://www.textkraft.de/pageID_600054.de.html) sowie Computerprogram-
me.


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MARKETINGIDEEN:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

++++++++++++++++++++
Manfred Kramesberger
++++++++++++++++++++

Obgleich ich ein paar negative Erfahrungen anderer Autoren gelesen
hatte, habe ich doch mehrere Buchhandlungen besucht und mein vor kur-
zem erschienenes Buch vorgestellt. Ich habe immer ein Buch gratis ab-
gegeben und zwei bis fünf Exemplare (je nach Größe der Buchhandlung)
auf Kommission deponiert.

Erstaunt war ich, dass mit einer einzigen Ausnahme alle Buchhandlungen
sofort bereit waren, mein Buch in die Regale zu stellen. Natürlich
verdienen die Buchhandlungen auch damit, und sie haben eigentlich kein
Risiko. Lediglich den Platz für das Buch müssen sie zur Verfügung
stellen. Als (sicherlich nicht überzubewertende) kleine zusätzliche
Möglichkeit, das Buch bekannt zu machen, kann ich diese Maßnahme ei-
gentlich schon empfehlen.

Zusätzlich habe ich noch ein schönes Poster gedruckt. Darauf steht der
Hinweis: "Hier in Ihrer Buchhandlung." Vielleicht hat auch das der Sa-
che ein wenig geholfen.


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SCHREIBKURS:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

                     "Lebendige Figuren - Teil 2"
                           von Mareen Göbel


          Wie erschaffe ich lebendige Charaktere?

Nebenfiguren können skizzenhaft sein; der Zeitungsjunge, der unserer
Heldin am Anfang eine Zeitung andreht, kann ruhig einfach ein Zei-
tungsjunge sein. Kein Leser interessiert sich dafür, ob er einen Zwil-
lingsbruder hat.

Bei den Hauptfiguren kommen wir damit nicht davon. Von denen erwarten
wir Tiefe. Niemand kann sich in einen Zeitungsjungen hineinversetzen,
wenn der kurz durchs Bild radelt, aber bei Hauptfiguren muss ich die
Möglichkeit zur Identifikation anbieten. Sie müssen wirkliche Eigen-
schaften haben.

Gelegentlich liest man, Hauptfiguren müssten größer sein als das Le-
ben. Manche Genres leben davon. Im Liebesroman müssen die Liebenden
schön sein, sie müssen besser im Bett sein (beim ersten Mal!), als je-
der von uns nur träumen kann. Figuren im Action-Genre laufen mit einer
Kugel in der Schulter noch herum und kämpfen, während jeder von uns
sich – Todesgefahr oder nicht – vor Schmerz am Boden winden würde,
falls wir nicht vor Angst und Schock direkt tot umfallen. Luke Skywal-
ker muss natürlich der letzte Jedi sein und der begabteste von allen.
- Also: Müssen unsere Charaktere so herausstechen?

Jein. Es ist meine ganz persönliche Meinung, aber das Wichtigste ist
nicht, dass die Figuren überlebensgroß sind (wie soll ich Mitleid ha-
ben mit jemandem, der keinen Schmerz fühlt oder nur ein bisschen?).
Das Wichtigste ist, dass sie glaubwürdig und vielschichtig sind. Luke
Skywalker (der eignet sich ziemlich gut) ist bei aller Sonderbegabung
und Außergewöhnlichkeit dann am "besten", wenn die anderen Aspekte he-
rauskommen; er ist ein Bauerntrampel, ein Idealist, naiv und tollpat-
schig. Er hat also zumindest zwei Seiten: das, was er war (Bauer auf
Tatooine), gegen das, was er sein wird (Jedi-Obermufti). Der langsame
Wechsel, sein Hineinwachsen in die neue Rolle machen den Charakter in-
teressant; er hat zwei Ebenen.


          Mehrere Ebenen
Hauptfiguren sollten mehrere Ebenen haben, unbedingt. Das macht sie
menschlich. Literatur lebt davon, von Menschen für Menschen über Men-
schen zu sein; es geht immer um menschliche Themen wie Liebe, Verrat,
Hass, Hoffnung, Freiheit. Menschen sind widersprüchlich.

Etwa: Der Antagonist ist innerlich von Rache zerfressen, Rache ist
seine wesentliche Antriebsfeder, er lebt, atmet und tötet für die Ra-
che. Zugleich aber darf er das nach außen hin nicht zeigen. Die "inne-
re" Ebene und die "äußere" treffen sich hier. Wenn ich zeige, wie er
im "privaten" Kreis einmal fast die Beherrschung verliert, läuft der
Charakter in dem Buch auf den Ebenen "innerlich / geheim", "privat"
und "öffentlich" – in allen dreien verhält er sich anders, aber er
bleibt derselbe Charakter.

Ein anderer Charakter war mal ein Prinz, aber seine Familie wurde ge-
stürzt. Jetzt zieht er als Söldner über die Lande. Auch das führt zu
Widersprüchen: Das Problem liegt auf den Ebenen "Vergangenheit", "Ge-
genwart". Verschärfen kann ich das noch mit einer dritten Ebene: Unser
Söldner-Prinz verliebt sich und will sich eigentlich zur Ruhe setzen –
er hofft für die Zukunft auf Ruhe und Frieden; in seiner Vergangenheit
als Prinz unwahrscheinlich und geradezu lachhaft als Söldner.

Diese Ebenen können sich austauschen: Entweder gibt es einen Konflikt
(irgendwann rastet der erste Antagonist so aus, dass er die Trennung
nicht mehr aufrecht erhalten kann), manchmal eine Entwicklung von ei-
ner in die andere (unser Söldner-Prinz begreift, dass er sich dem bö-
sen Feind stellen muss, bevor er Frieden haben kann – und wir können
für ihn hoffen, dass die schöne Schankmaid ihn dann noch immer liebt).

Es ist ohnehin immer nützlich, wenn eine Hauptfigur einen inneren Kon-
flikt hat. Darth Vader ist nur eine Figur und kein Abziehbild, weil
der Konflikt zwischen Stolz / Vaterliebe und Hass  / Furcht / Ehrgeiz
ihm diese Tiefe gibt.

Manchmal verbirgt der Charaktere eine Ebene. Manchmal erschafft man
eine Figur, die sich nicht in die Karten schauen lässt. Einige meiner
Figuren haben Geheimnisse vor mir oder überraschen mich (gell, Ira-
to?).

Ich habe zum Beispiel eine Idee für eine Story, auch schon eine Haupt-
figur, aber die bleibt leblos. Ich komme nicht "rein", die Figur
bleibt ein Abziehbild, kein Mensch wird sich dafür interessieren, ich
am allerwenigsten.


          "Warm werden"

Es gibt einige Methoden, "warm zu werden". Ich kann ein Interview mit
der Figur machen. Ich mache das oft vorm Schlafengehen oder im Bus –
still für mich im Kopf, aus Rücksicht auf die normale Bevölkerung:
-"Sag mal, was hast du als Nächstes vor?"
-"Das werde ich dir nicht auf die Nase binden. Du arbeitest für die
Gegenseite."
-"Findest du das nicht ein bisschen paranoid?"
-"Hör mal zu, Schätzchen. Ich wäre nicht so weit gekommen, wenn ich
jedem dahergelaufenen Hansel was über meine Pläne erzählen würde."
-"Immer die Ruhe. Willst du mir vielleicht was Unverfängliches über
dich erzählen?"
-"Nur, wenn ich im nächsten Kapitel den schwarzhaarigen Sänger ins
Bett kriege."
-"Öm. Der hat aber mit der Handlung nichts zu tun."
-"Das ist allein dein Problem."

Selbst, wenn sie sich etwa so kooperativ zeigen wie dieser hier, ver-
raten sie zumindest einen Teil ihrer Denke und wie sie sprechen. Auch
das ist nützlich. Unser Freund hier ist paranoid, unhöflich, schroff
und verwendet blumige Ausdrücke ("auf die Nase binden"), wir kriegen
also eine ungefähre Vorstellung, wie er sich anderen Leuten gegenüber
verhält.

Eine andere Möglichkeit ist, sich in die Figur hineinzuversetzen und
Tagebuch zu schreiben:
"Nach der letzten Begegnung mit dem Helden fühle ich mich irgendwie
scheiße. Dem fällt alles zu, und alle lieben ihn. Ich rackere mich
hier ab, hab’s immer schwerer gehabt als der, und was kriege ich?
Nicht mal ein Schulterklopfen. Das ist so ungerecht, warum kann ich
nicht der Held sein ...?"

Der hier ist zum Beispiel selbstmitleidig, und er ist neidisch.

Manchmal hilft es sogar, einen Freund oder Bekannten zu bitten, in die
Rolle des Charakters zu schlüpfen, und ihm dann Fragen zu stellen.
Spielt ein Gespräch. Am Anfang ist das etwas peinlich, und vielleicht
werdet ihr sogar ärgerlich, weil der andere den Charakter "falsch"
sieht. Analysiert aber sehr genau, was der andere sagt – oft legen sie
den Finger in die Wunde ("Der würde das nie tun. Das ergibt nämlich
keinen Sinn."). Autsch. Aus dieser Methode ergeben sich häufig Überra-
schungen und gute Ideen. Ach ja: Lachen ist erlaubt. So was kann sehr
witzig sein, und Kreativität darf auch Spaß machen.


          Die Ziele der Charaktere

Abgesehen von der angesprochenen Tiefe, die wir erreichen wollen, kann
es nützlich sein, sich über die Ziele eines Charakters klar zu werden.

Ziele würde ich kurz-, mittel- und langfristig ansetzen:
- kurzfristig: Romeo möchte das Duell mit Tybald gern überleben, das
in der nächsten Szene stattfindet.
- mittelfristig: Romeo will Julia.
- langfristig: Romeo will ein reicher, angesehener und glücklicher
Patrizier von Verona werden (na ja, das war wohl nichts).

Diese Ziele werden die Handlungen der Figur beeinflussen – Menschen
versuchen, Ziele zu erreichen, und verändern dafür ihre Position, sie
machen was, werden aktiv, begegnen dabei Widerständen. Sich über die
Ziele klar zu werden nützt selbst dann etwas, wenn der Charakter die-
ses Ziel nicht erreicht (Romeo stirbt vorher). Charaktere, die Ziele
haben, hängen nämlich nicht in der Story herum, ohne zu wissen, was
sie mit sich anfangen sollen. Ziel-lose Charaktere sind meist flach
und langweilig, bleiben passiv, die Handlung "passiert" um sie herum,
ohne dass sie einen Anteil daran haben.

          Das Aussehen

Es ist nützlich, zu wissen, wie jemand aussieht. Manche Autoren
schneiden Bilder aus Zeitungen aus und heften interessante Gesichter /
Leute ab (oder über dem Computer an die Wand). Sich die wichtigen Cha-
raktermerkmale auf Karten aufzuschreiben verhindert zumindest, dass
unser Charakter am Anfang des Buches braune Augen hatte und am Ende
blaue.

Macht euch das mit dem Aussehen aber nicht zu einfach. Gibt es  etwas,
worauf der Charakter stolz ist oder wofür er sich schämt (tolle Haare,
aber eine krumme / zu große / zu kleine Nase)? Ist er eitel, wenn er
so gut aussieht? Wie weit unterstützt er sein Aussehen? Wenige Men-
schen sind ganz ohne Hilfsmittel schön. Make-up, Sport, vernünftige
Ernährung. Macht sich euer Charakter darum Gedanken? Hat er eine
Speckrolle, weil er ein Frustfresser ist? Ist sie mit ihrer Haarfarbe
zufrieden? Zupft sie ihre Augenbrauen?

Stellt euch vor, euer Charakter steht morgens auf. Folgt ihm ins Bad,
beobachtet, welches Duschgel er nimmt, wie er sich die Zähne putzt.
Was für Kleidung bevorzugt sie? Was trägt er auf der Arbeit? In der
Freizeit? Wie oft treiben sie Sport? Was essen sie am liebsten? Alko-
hol, Rauchen, Schokolade irgendwo dabei? Welche Marke und wie viel?


          Herkunft / Hintergrund

Wo kommt der Charakter her? Aus einer Kleinstadt, einer Großstadt, vom
platten Land oder aus einem anderen Land? Wie beeinflusst das seine
Einstellung zu Menschen und zum Leben im Allgemeinen?

Was ist mit der Familie? Vater, Mutter, Geschwister, Kinder, Großel-
tern, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen? Neffen? Nichten? Sein Ver-
hältnis zu ihnen? Lieblings-Verwandte? Irgendjemand, den er nicht aus-
stehen kann? Was ist mit der angeheirateten Tante? Gibt es schmutzige
Geheimnisse in der Familie? Funktioniert sie? Gibt es Neid, Rivalität,
Unterstützung in der Familie?

Schule? Wie steht der Charakter zur Schule? Immer gute Noten? Beliebt?
Der Außenseiter? Der dicke Junge in der ersten Reihe – wenn der über
den Charakter an seine Freundin schreiben würde, wie hätte er ihn in
Erinnerung? Was waren Lieblingsfächer? Welchen Abschluss hat der Cha-
rakter? Studium? Wie hat er das finanziert, welche Nebenjobs hat er
gemacht, oder hat er reiche Eltern oder einen Gönner, vielleicht was
geerbt?

Erste Liebe – gut gelaufen, Desaster oder noch immer mit der Sandkas-
tenliebe zusammen?


          Einstellungen / Vorlieben

Wie sind Einstellungen zu Geld, Liebe, Sex, Karriere? Was ist sein
Lieblingsgericht? Wovor hat er Angst? Wer sind Feinde, Freunde? Welche
Art Musik hört er? Welche Partei wählt er / würde er wählen? Findet
er, dass der Zweck die Mittel heiligt?
Der Katalog der Fragen könnte ewig weitergehen – das ist nur die grobe
Richtung (und für Fantasy vielleicht nicht immer hilfreich).

Stellt euch diese Fragen, selbst wenn solche Sachen nie in der Story
auftauchen. Niemand wird erfahren, wie das erste Kaninchen unserer
Heldin hieß. Aber wir bekommen ein gutes Bild des Charakters, und je
lebensechter das ist, desto besser können wir uns in ihn hineinverset-
zen.


Ich weiß immer, was meine Figuren gern essen, welche Art Menschen sie
attraktiv finden oder was ihre Lieblingsfarbe ist.

Hört euren Charakteren zu und gebt ihnen nicht immer die gleichen Ei-
genschaften oder eure eigenen. Probiert was aus, hört den Figuren zu –
es lohnt sich.


          Und wo kriege ich gute Charaktere her?

Kurz: aus dem Leben. Aus Beobachtungen. Es ist nützlich, Menschen zu
beobachten, im Café, in der Schule, auf der Straße. Wie bewegen sie
sich? Was für eine Geschichte könnte hinter der gebückten Oma mit den
Stützstrümpfen und dem rosa Kittel stecken, die ihr jeden Nachmittag
in der Straßenbahn seht? Wurde sie ausgebombt? Hat sie eine Schwester?
Mag sie Nougattorte, oder geht das mit dem Gebiss nicht mehr so gut?
Blättert sie sofort zu den Kreuzworträtseln oder erst zu den Horosko-
pen, wenn sie ihre Zeitung geholt hat?

Lasst eure Phantasie spielen. Beobachtet Menschen in der freien Wild-
bahn. Jeden Tag. So oft ihr könnt. Nehmt was zu schreiben mit, und
macht Notizen. Die Notizen und Überlegungen bilden den Grundstock für
lebendige Charaktere, selbst wenn wir einen Fantasy-Roman schreiben.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Mareen Göbel ist Dozentin bei http://www.textkrafttraining.de, Kultur-
und Literaturwissenschaftlerin und füllt die Zeit nach dem Examen und
vor dem Berufsleben mit dem Schreiben ihres vierten Romans – die ers-
ten beiden sind unter Pseudonym bei Heyne erschienen, der dritte liegt
ihrem Agenten vor. Bei Fragen und Kommentaren:
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                        "Autorenkalender 2004"
                     besprochen von Gabi Neumayer


Die 42erAutoren sind inzwischen vielen von euch bekannt - nicht zu-
letzt deshalb, weil ihr einige von ihnen auch im Tempest durch ver-
schiedene Artikel kennen gelernt habt. Jetzt hat die umtriebige Auto-
rengruppe einen Kalender für 2004 vorgelegt, der speziell auf AutorIn-
nen zugeschnitten ist.

Was ist alles drin? Zum Beispiel dies:
- ein Kalendarium mit zwei Seiten pro Woche, darin für jeden Tag ein
literarisches Ereignis (von "Das Sams kommt zu Herrn Taschenbier" bis
zur Erstaufführung von "Godot") und für jede Woche ein Zitat
- zwölf Kurzgeschichten zum Thema "42" aus dem "2nd Short Story Award"
der 42erAutoren
- eine Darstellung der 42erAutoren
- Schreibanregungen
- Beiträge zu den Grundlagen des Schreibens (Charaktere, Plot,
Schreibblockade, Lesungen, Exposé etc.), kompetent und oft auch amü-
sant zu lesen
- eine Checkliste zur Selbstbefragung: "Schriftsteller werden?"
- Listen: Literaturbüros, Agenturen, Literaturpreise
- Recherche-Links
- Adressbuch, Postgebühren, Platz für Notizen
- ein Mitgliedsantrag für die 42erAutoren
- ein Lesebändchen (sehr praktisch!)

Was ich mir als Autorin in einem Kalender außerdem wünschen würde,
sind Termine von Events, die viele AutorInnen interessieren, bei-
spielsweise Buchmessen. Auf die Listen der Literaturbüros und -preise
hätte ich dafür verzichten können, die kann man auch an vielen anderen
Stellen nachschlagen. Und statt literarischer Zitate hätte ich lieber
noch mehr Schreibanregungen gehabt - aber das ist Geschmackssache, und
jedem kann man es sowieso nicht recht machen.

Insgesamt ist der "Autorenkalender 2004" gut durchdacht, professionell
gemacht und vor allem für AutorInnen, die am Anfang ihres Schreible-
bens stehen, ein hervorragender Begleiter durchs nächste Jahr. Nicht
zuletzt ist er auch eine gute Werbung für die 42erAutoren, die sich
vor Mitgliedsanträgen vermutlich kaum werden retten können, wenn der
"Autorenkalender" erst mal unters Volk gebracht wird ...



42erAutoren (Hrsg.): "Autorenkalender 2004", A6-Format, 256 Seiten,
7,80 Euro, Verlag Die Werkstatt, Bezug über Buchhandel oder
www.autorenkalender.de

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Meine aktuellen Veröffentlichungen: "Schulgeschichten" für Erstlese-
rInnen, je drei bzw. fünf Storys in "Krimigeschichten", "Abenteuerge-
schichten" und "Freundschaftsgeschichten" für Kinder ab 10 Jahren (al-
le bei Gondolino); Downloadkurs "Die professionelle Überarbeitung",
erhältlich bei http://www.storials.com. Weitere Infos:
http://www.gabineumayer.de und http://www.bato-schreibt.de.


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BUCHBESPRECHUNG:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)

                          "Traumberuf Autor"
                 besprochen von Ramona Roth-Berghofer


Wer sich von der Faszination Buch mitreißen lässt und veröffentli-
chungsreif schreibt, der sollte sich auch nicht von der Faszination
Buchmarkt abschrecken lassen. In "Traumberuf Autor" findet der noch
unbedarfte Autor in Kürze alle wesentlichen Informationen, die er über
die Buchbranche wissen muss. Dass das Thema Literaturagentur dabei
nicht zu kurz kommt, liegt sicher daran, dass die Autoren selbst Inha-
ber und Mitarbeiter einer namhaften Agentur für Literatur und Illust-
ration sind und die Wägbarkeiten und Unwägbarkeiten des Marktes aus
eigener Erfahrung bestens kennen.

Sehr ausführlich wird aber nicht nur auf die Konstellationen Autor /
Verlag und Autor / Agentur / Verlag eingegangen, auch der für Laien
schier undurchschaubare Verlagsvertrag wird sachkundig und verständ-
lich für den Leser zerlegt und wieder zusammengesetzt.  Und was ge-
schieht überhaupt, wenn Kontaktaufnahme und Präsentation bei einem
Verlag Erfolg haben? Was geschieht nach der Annahme zur Publikation?
Was geschieht, wenn man den Verlagsvertrag unterschrieben in der Ta-
sche hat? Ist der weitere Erfolg damit gesichert? "Traumberuf Autor"
hat sich auch mit diesen vielfach unterschätzten Fragen auseinander
gesetzt.

Fazit: Auch wenn mich der eindringliche, bisweilen etwas zu "agentur-
zentrierte" Tonfall ein wenig unangenehm berührt hat, so enthält die-
ser Führer doch reichlich genug gute und vor allem realistische Tipps,
Anregungen und Unterweisungen, um als Leitfaden weiterempfohlen zu
werden.


Joachim Jessen, Martin Meyer-Maluck, Bastian und Thomas Schlück:
"Traumberuf Autor", 2001, 178 Seiten, 14,90 Euro, mvg


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INTERVIEW:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


            "Man trifft zufällig einen Nerv bei den Lesern"
                        Interview mit Juli Zeh


Juli Zeh studierte am deutschen Literaturinstitut und bekam für Ihren
Erstling "Adler und Engel" 2001 den Deutschen Bücherpreis für das "er-
folgreichste Debüt". Das Buch ist im April 2003 auch als Taschenbuch
bei btb erschienen.


Hans Peter Roentgen: "Adler und Engel" ist ein Roman wie ein Thriller:
Ständig wird der Leser überrascht, und doch gibt es einen roten Faden,
scheint die Autorin die Handlung genau geplant zu haben. War das so?
Haben Sie mit einem Plotentwurf angefangen oder erst einmal drauflos
geschrieben?

Juli Zeh: Ich wurde inzwischen schon so oft nach dem Planentwurf für
Adler und Engel gefragt, dass ich weiß, wie unglaubwürdig meine Ant-
wort darauf klingen muss: Es hat nie einen Plan gegeben. Der Roman ist
aus einer Ursuppe entstanden, aus dem Chaos, aus einer Textmenge von
zweitausend Seiten. Zu einem sehr späten Zeitpunkt der Bearbeitung,
nämlich im letzten halben Jahr, habe ich angefangen, mir Gedanken um
die Handlung zu machen. Davor folgte alles nur der Intuition, und ich
wusste nicht mal, ob ein Roman daraus wird oder - gar nichts.


HPR: Damit befinden Sie sich ja in guter Gesellschaft; es gibt zahl-
reiche so genannte Bauch-Autoren, die erst mal schreiben und sich erst
bei der Überarbeitung Gedanken um die Handlung machen. Wie haben Sie
das gemacht? Haben Sie die Szenen ausgeschnitten und auf dem Tisch
hin- und hergeschoben, bis es passte? Sich überlegt, mit welchen wei-
teren Szenen Sie den vorhandenen zu einem roten Faden verhelfen kön-
nen?

JZ: Es gab kein einheitliches Verfahren - ich glaube, ich habe die
Szenen gedanklich ausgeschnitten und im Kopf hin und her geschoben.
Jedenfalls ähnelte die Arbeit schon sehr einem Puzzlespiel oder dem
Anfertigen eines Mosaiks. Natürlich habe ich große Teile des Romans
auch erst in dieser letzten Bearbeitungsphase geschrieben - "Übergän-
ge" nannte ich das damals für mich. In Wahrheit liegt in diesen "Über-
gängen" ein Großteil der Substanz der Geschichte.


HPR: Haben Sie die Personen geplant, ihnen eigene Lebensläufe gegeben,
oder sind die durch das Schreiben entstanden?

JZ: Die Personen sind beim Schreiben entstanden. Die Figur "Jessie"
gibt es aber schon seit langer Zeit, sie taucht bereits als Hauptfigur
in einem früheren, unveröffentlichten Roman von mir auf.


HPR: Wie ist eigentlich die Spannung in den Text gekommen?

JZ: Schwer zu sagen, das könnten andere besser beurteilen als ich. Ich
denke, dass ein Großteil der Spannung auf sprachlicher Ebene erzeugt
wird - ich versuche einen Stil, in dem der Leser immer wieder durch
"schräge" Wahrnehmungen, Beschreibungen und Bilder überrascht wird,
als ginge er durch ein Labyrinth und wisse nie, was hinter der nächs-
ten Ecke auf ihn wartet. Zum anderen Teil wird im Lauf der Geschichte
ein Geheimnis aufgedeckt - Max’ Vergangenheit und die Hintergründe von
Jessies Tod -, und das ist eine klassische Spannungs-Struktur.


HPR: Oft findet der Leser in Adler und Engel kurze Stellen, die un-
wichtig erscheinen, aber später wieder aufgegriffen werden und so ei-
nen Sinn bekommen. Für mich war das ein Element, das Spannung erzeugt
hat. Waren diese Verweise von Anfang an drin, oder sind sie erst bei
der Überarbeitung hereingekommen, als sie sich Gedanken um die Hand-
lung machten?

JZ: Tut mir leid, das weiß ich wirklich nicht mehr. Vieles ist intui-
tiv passiert. Aber das Wiederaufgreifen von Motiven gehört zu einer
meiner höchsten Arbeits-Regeln: Es darf kein loses Ende aus dem Roman
hängen. Wenn irgendwo ein Kranich am Himmel vorbeifliegt, dann muss
der Kranich noch einmal auftauchen - und sei es in Gestalt einer Möwe
oder einer Taube.


HPR: Wie viel Zeit hat es gekostet, die Erstfassung zu schreiben, und
wie viel Zeit haben Sie für die Überarbeitung benötigt? Wie umfang-
reich war dann das Lektorat im Verlag?

JZ: Ich habe etwa drei Jahre an dem Roman geschrieben, allerdings
nicht kontinuierlich, sondern "immer mal wieder". Das letzte halbe
Jahr war der eigentlich intensive Zeitraum der Fertigstellung. Das
Lektorat war sehr intensiv. Ein befreundeter Schriftsteller war mein
Lektor. Er besuchte mich in Leipzig, und wir saßen vier Tage lang von
morgens bis abends nebeneinander auf der Couch und lasen uns gegensei-
tig das Buch vor, Wort für Wort, und sprachen über Änderungen.


HPR: Die meisten Texte müssen gekürzt werden, sagen Lektoren immer
wieder. Wie war das bei Adler und Engel im Lektorat? Wurde da auch ge-
kürzt? Wie viel?

JZ: Es wurde gar nicht gekürzt. Zwar flogen ein paar Textstellen raus,
dafür kamen neue hinzu. Der Endumfang entsprach fast genau dem Umfang
meiner Rohfassung, war sogar ein bisschen länger geworden.


HPR: Sie haben am deutschen Literaturinstitut studiert. Hätte Adler
und Engel ohne dieses Studium anders ausgesehen?

JZ: Weiß ich nicht. Wahrscheinlich. Am Literaturinstitut habe ich in
rasantem Tempo zu etwas gefunden, das man den "eigenen Stil" nennen
könnte. Zudem hätte ich vermutlich ohne das Literaturinstitut gar
nicht so viel Zeit in ein literarisches Projekt investiert. Ich hätte
mich allein auf mein Jurastudium konzentriert und das Schreiben wei-
terhin allein als Freizeitbeschäftigung betrieben, so wie ich es seit
meiner Kindheit tue.


HPR: Was ist das Wichtigste, das Sie im Studium für Ihr Schreiben ge-
lernt haben?

JZ: Distanz zum eigenen Text zu entwickeln. Es ist wichtig, zu einem
möglichst frühen Zeitpunkt der Bearbeitung den Text ein Stück weit als
Werk einer anderen Person zu betrachten. Sonst ist es unmöglich, eine
Haltung dazu zu finden.


HPR: Wie lange schreiben Sie schon Geschichten? Hatten Sie vor Adler
und Engel schon einmal einen Roman begonnen, oder war es der erste
Versuch?

JZ: Ich habe vor Adler und Engel schon drei Romane geschrieben. Ich
schreibe seit meinem siebten Lebensjahr.


HPR: Wie war das mit Ihren Mitstudenten? Hatten die auch schon etliche
Romane in der Schublade, als sie in Leipzig anfingen?

JZ: Die wenigsten hatten schon lange Texte verfertigt. Für die meisten
Jungautoren bedeutet "der erste Roman" eine Hürde, die man nimmt wie
bei einer Gipfelbesteigung, und wenn man oben ist, steckt man die Fah-
ne rein. Ich bin sehr froh, dass ich angefangen habe, "Romane" zu
schreiben, bevor es mir überhaupt richtig bewusst geworden ist, was
ich da tue - so konnte ich viel entspannter damit umgehen. Aber ein
Mitstudent behauptet zum Beispiel, bereits sieben Romane in der Schub-
lade zu haben. Er ist sogar noch ein bisschen jünger als ich.


HPR: Andreas Eschbach hat "Spannung" mal "den Unterleib der Literatur"
genannt. Jeder weiß, dass es ihn gibt, aber Literaten sprechen ungern
darüber. Für viele anspruchsvolle Schreiber ist "Spannung" suspekt,
auch wenn sie es ungern zugeben. Welche Rolle spielten "Spannung" und
"Plot" in Ihrem Studium?

JZ: In meinem Studium spielte das eigentlich keine Rolle. Am Litera-
turinstitut konzentrieren wir uns vor allem auf stilistische Fragen,
da man hier mit einer gewissen Objektivität über Vorhandenes und
Nichtvorhandenes sprechen kann, während der "Plot" eine sehr persönli-
che Sache des Autors ist und Spannung in Literatur, anders als in
Drehbüchern oder Trivialromanen, nicht durch feststehende Plotkon-
strukte erzeugt wird, sondern durch ein diffiziles Zusammenwirken von
Form und Inhalt - darüber lässt sich kaum sprechen, weil es keine Wor-
te dafür gibt. Man muss es fühlen können, als Autor und als Leser. Ein
Buch ohne Spannung ist für mich langweilig und nicht lesenswert. Ich
quäle mich ungern durch Bücher. Allerdings ist Spannung, wie gesagt,
keine Plot-Frage. Es gibt Bücher, in denen fast nichts passiert, und
trotzdem sind sie unendlich spannend.


HPR: Was nahm bei der Diskussion der Studententexte den größten Raum
ein?

JZ: Wie gesagt, Stilfragen. Der Versuch besteht darin, die Intention
des Textes (nicht die des Autors) herauszufinden und zu überlegen, wie
man dem Text bei der Verwirklichung dieser Intention hilft.


HPR: Also quasi das Ziel des Textes freizulegen und dem Autor zu hel-
fen, damit er dorthin kommt?

JZ: Ich glaube, der Autor empfindet das nicht immer als Hilfe. Manch-
mal auch als Vergewaltigung. Mein Gefühl bei den Textbesprechungen war
immer: Ich helfe nicht dem Autor, sondern dem Text. Von vielen Arbei-
ten erfährt man auch nicht, ob der Autor die Hinweise der anderen Stu-
denten und Dozenten jemals umgesetzt hat. Das Ziel dieser Art von
Textarbeit besteht (für mich) darin, den Text als ein Wesen mit eige-
nem Willen zu begreifen. Das Verfahren kann man dann später auch auf
eigene Texte anwenden.


HPR: In Deutschland gibt es, wenn man den Zeitungen glauben darf, ein
"Fräuleinwunder". In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe von jun-
gen Autorinnen erfolgreich veröffentlicht worden. Woran, glauben Sie,
liegt das?

JZ: Weil mit der Entstehung von "Popliteratur" die Literatur plötzlich
medientauglich geworden ist. Dazu braucht man hübsche, junge, am bes-
ten weibliche Gesichter (und Körper). Was medientauglich ist, lässt
sich gut verkaufen. Endlich konnte der staubige Goethe vom Sockel ge-
holt und die Literatur als etwas Appetitliches vermarktet werden.


HPR: Nach "Adler und Engel" erschien "Die Stille ist ein Geräusch",
ein Reisebericht aus einem Bosnien, das so ganz anders aussah, als
sich der Leser das vorstellt. Sie haben dort das Wort von "Balkanhel-
den" geprägt, Journalisten, die berichten, was man zu Hause hören
will. Auch in der Literatur gibt es Klischees und immer mehr Autoren,
die schreiben, was der Leser (angeblich) lesen hören möchte. Die Ver-
lage sagen, dass sich nur solche Bücher verkaufen würden. Stimmt das?
Gehen wir einem Zeitalter der Klischeeliteratur entgegen, sind die Le-
ser immer weniger bereit, sich auf Neues einzulassen?

JZ: Das ist alles Unsinn. Es gibt vielleicht Autoren, die schreiben,
was der Leser angeblich hören will, aber das sind schlechte Autoren,
die keine lange Karriere vor sich haben - und "Karriere" meine ich
nicht im Sinne von "Erfolg", sondern im Sinne eines kontinuierlichen
Arbeitens an literarischen Zielen. Der Wunsch, gefallen zu wollen und
Erfolg zu haben, ist nicht ausreichend als Motivation für die Quäle-
rei, die es bedeutet, einen ernsthaften Roman zu schreiben. Das ist
mehr als anstrengend, und jeder wirft die Flinte ins Korn, der nicht
obsessiv ist. Und der "Leser" ist keineswegs dumm. In Deutschland
neigt man ständig zu der Ansicht, das so genannte Volk, die so genann-
te Masse sei oberflächlich, leicht zu unterhalten und ziemlich verblö-
det - solche Ansichten spiegeln sich in politischen und kulturellen
Diskursen permanent wieder. In Wahrheit gibt es einfach Interessen-
gruppen. Eine Interessengruppe liest gern - und die ist nicht dumm.
Sie will gute Bücher mit einer ernst gemeinten Aussage. Natürlich hat
auch schnelle Unterhaltungsliteratur Platz auf dem Markt. Aber sie
wird die ernsthafte Literatur niemals verdrängen. Warum sollte sie?
Menschen schreiben und lesen seit Tausenden von Jahren.


HPR: Demnach stimmt nicht, was Verlagsleute immer wieder behaupten:
Ein Roman müsse bestimmte Elemente enthalten, damit er sich verkauft?
Sollten Autoren Ratschläge wie: "Ihre Heldin muss ein Single sein, die
Leserinnen wollen das so" besser vergessen? Ich weiß von Autorinnen,
denen Lektoren mit solchen Argumenten Änderungen ans Herz legen.

JZ: Ich würde jedem Lektor und jedem Agenten mit der flachen Hand ins
Gesicht schlagen, wenn er mir so etwas nahe legt. Allerdings ist meine
Meinung zu diesen Fragen auch besonders streng, man könnte fast sagen:
konservativ. Sicher kann man es auch entspannter sehen und denken: Ein
Roman ist ein Produkt, das sich vermarkten lassen muss. Für mich aber
ist ein Roman ein Stück Kunst. Ob es sich verkauft, ist völlig unge-
wiss. Man trifft zufällig einen Nerv bei den Lesern - und sie mögen
das Buch. Niemand kann das vorhersagen. Es ist Unsinn, dass eine "Sin-
gle-Gesellschaft" nur Single-Bücher lesen will - zum Beispiel. Viel-
leicht will sie lieber Familiensagas lesen - was in diesem konkreten
Beispiel übrigens zutrifft, wenn man sich den Erfolg südamerikanischer
Literatur auf dem deutschen Markt anguckt. Hätte man auch dem Autor
von "Hundert Jahre Einsamkeit" sagen müssen: Da kommen ja gar keine
Singles vor in dem Buch? Bei dieser Vorstellung merkt man sofort, wie
absurd und vermessen es ist, den Inhalt eines Romans marktgerecht zu-
schneiden zu wollen.

Ich kann allen Autoren nur wärmstens empfehlen: Sie müssen Selbstbe-
wusstsein entwickeln bezüglich ihrer Arbeit. Man darf die Literatur
nicht mit der Bürde belasten, gleichzeitig finanzielle Existenzgrund-
lage sein zu müssen - sonst wird man erpressbar. Niemand stirbt daran,
mit ein paar Stunden Arbeit am Tag seinen Lebensunterhalt zu verdie-
nen. Dann bleibt genug Zeit zum Schreiben, und man kann tun und las-
sen, was man für richtig hält. Das gilt zumindest für alle, die ernst-
hafte Literatur schreiben wollen.


HPR: Mittlerweile gibt es auch in Deutschland eine Menge Schreibbü-
cher, Zweitausendeins hat eine eigene Buchreihe zum Creative Writing.
Haben Sie solche Bücher gelesen? Was halten Sie davon?

JZ: Nein, hab ich nicht gelesen, deshalb weiß ich nicht, was ich davon
halte. Ich glaube nicht, dass es etwas bringt, Bücher übers Schreiben
zu lesen. Anders ist das mit Büchern übers Drehbuchschreiben. Die Ar-
beit an Drehbüchern folgt ganz strikten Regeln, und diese muss man er-
lernen.


HPR: Was kann ein Autor überhaupt in Kursen, in Büchern, am Literatur-
institut oder sonst wo lernen? Was muss er mitbringen, kann ihm nie-
mand beibringen?

JZ: Der Autor kann lernen, was er will und wie wichtig es ihm ist. Er
kann sein Gefühl für Sprache weiterentwickeln und verstehen lernen,
was ein "durchgehaltener" Stil ohne unangenehme Schwankungen ist. Mit-
bringen muss er Obsession und natürlich ein Talent für das Erzeugen
von Sprache.


HPR: Welchen Rat würden Sie Nachwuchsautoren geben? Was sollte man un-
bedingt beachten, wenn man schreiben möchte, eine Veröffentlichung an-
strebt?

JZ: Man soll gar nichts beachten. Wer schreiben will und muss, der
schreibt. Wenn es gut ist, was er macht, wird er eines Tages jemanden
finden, der ihn veröffentlicht. Der Markt sucht händeringend nach ta-
lentierten Autoren, egal ob jung oder alt. Aber man kann nicht zum Au-
tor "werden", wenn es einen nicht dazu drängt. Kunst ist nun mal kein
Beruf - so sehr sich das manch einer auch wünschen mag.


HPR: Also wie Georges Simenon, der Vater des Kommissars Maigret, mal
sagte: "Wenn Sie nicht schreiben müssen, lassen Sie’s!"?

JZ: Ganz genau so ist es. Schreiben macht keinen Spaß - fast nie. Wa-
rum sollte man es tun, wenn kein innerer Zwang dazu antreibt? Wer Pop-
star werden will, kann auch Gitarrespielen lernen.


HPR: Eines Nachts wachen Sie auf, und ein gut aussehender Zauberer
steht neben Ihrem Bett und sagt: "Juli Zeh, Sie haben gezeigt, dass
gute Unterhaltung und Literatur kein Gegensatz ist. Das soll Ihnen be-
lohnt werden, Sie haben einen Wunsch für Ihre weiteren Texte frei."
Was wünscht sich Juli Zeh?

JZ: Oh, sehr schön, auf diesen Zauberer warte ich schon lange. Ich
wünsche mir, dass es mir endlich gelingt, eine neue Erzählperspektive
zu entwickeln: Ich bin sehr auf der Suche nach einer Möglichkeit für
modernes auktoriales Erzählen (Tod der Ich-Erzählung!), dessen Tonfall
nicht altbacken, sondern im Gegenteil flott und anregend wirkt. Bei
jedem neuen Versuch renne ich mit dem Kopf gegen eine andere Wand. Da
könnte mir der Zauberer ruhig ein bisschen helfen.

HPR: Herzlichen Dank für das Gespräch.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Hans Peter Roentgen betreibt zusammen mit Judith Tepesch die Schreib-
werkstatt "Textkrafttraining" (http://www.roentgen-
software.de/sws/sws.htm), ist Mitglied der Phoenix-Schreibgruppe
(http://www.roentgen-software.de/phoenix/phoenix.html) und schreibt
phantastische Geschichten (http://www.roentgen-
software.de/eigen/eigen.html) und Computerprogramme.


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INTERVIEW:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                   "Große Geschichten (er)zählen"
               Interview mit Literaturagent Roman Hocke


Ramona Roth-Berghofer: Herr Hocke, auf Ihrer Website http://www.ava-
international.de schreiben Sie, dass sich Ihre Agentur bewusst als Au-
toren- und Verlagsagentur versteht, aber auch als eine Full-Service-
Agentur. Was dürfen wir darunter verstehen?

Roman Hocke: Alles dreht sich nur noch um Vermarktung, wer spricht
noch über Inhalte? Wir wollen nicht allein eine Vermarktungsstelle von
Manuskripten sein, sondern stehen den Autoren von der ersten Idee bis
zum fertigen Buch zur Seite, um eine Geschichte so weit zu optimieren,
dass sie eine echte Chance bei den Lesern hat. Das setzt allerdings
voraus, dass wir nur eine kleine Anzahl von Autoren vertreten, um mit
ihnen so intensiv zusammenarbeiten zu können. Und dass die Chemie zwi-
schen uns stimmt.

RRB: In den USA sind Literaturagenturen ja schon lange ein fester Be-
standteil der Buch- und Medienbranche. Wird das in der Zukunft in
Deutschland / Europa ähnlich sein?

RH: Je komplexer die Märkte werden und je weiter sich die Verlage zu
imposanten Vertriebsmaschinerien entwickeln, die sich kaum noch mit
Autoren und deren Ideen auseinander setzen, umso wichtiger wird die
Rolle von Agenten als feste Ansprech-, Gesprächs- und Arbeitspartner
für Autoren. Wir erleben einen richtigen Systemwandel.


RRB: Welches Know-how benötigt eine Autoren- und Verlagsagentur, um in
der heutigen Buch- und Medienbranche erfolgreich zu sein?

RH: Ein Agent sollte Verlagsarbeit in allen Bereichen von der Pike auf
erfahren haben. Nur dann kann er einen guten Job machen und zwischen
Autoren und Verlagen effektiv vermitteln. Ich bin 17 Jahre an maßge-
bender Stelle in einem Verlag tätig gewesen, bevor ich mich 1997 als
Literaturagent selbständig machte. Und mein Partner, Reinhold G. Ste-
cher von der AVA, ist seit 40 Jahren im Verlagsgeschäft zuhause, davon
über 20 Jahre als literarischer Agent.


RRB: Die Situation im Verlagswesen sieht zur Zeit nicht eben gut aus.
Verlage melden Konkurs an, verkleinern sich, schränken ihr Buchpro-
gramm ein etc. Was bedeutet das für Sie als Agentur? Welche Schwierig-
keiten erleben Sie? Wie reagieren Sie auf diese veränderten Bedingun-
gen? Und wie sollten Autoren und Autorinnen darauf reagieren?

RH: Die Verlagskrise bringt eine enorme Reduzierung der Titelanzahl
mit sich. Immer weniger Buchprojekte können publiziert werden. Weniger
Autoren erhalten eine Chance. Da gibt es meiner Ansicht nach nur eine
wirkliche Strategie: Auf Qualität setzen. Große Geschichten erzählen.
Den Geschichten nicht nur Erlebnisstärke, sondern auch Tiefe verlei-
hen. Damit sie wahr werden und betroffen machen. Schließlich ist bei-
des wichtig: Unterhaltung und Nutzen.


RRB: Auf welche Gebiete hat sich die AVA-International spezialisiert?
Vertreten Sie z. B. auch ausländische Verlagshäuser?

RH: Wir arbeiten ausschließlich mit Autoren zusammen, zu denen wir ei-
ne sehr direkte und persönliche Beziehung unterhalten. Deswegen ver-
treten wir auch keine ausländischen Verlagshäuser,  gerne aber auslän-
dische Autoren. Ideen und Geschichten (in der Belletristik wie auch im
Sachbuch) wachsen aus den Beziehungen von Menschen zueinander.


RRB: Wie viele Manuskripte erhalten Sie pro Monat? Wie viele nehmen
Sie davon als vermittelbar an? Und wie viele werden davon letztendlich
an einen Verlag vermittelt?

RH: Kann man auf diese Frage tatsächlich statistisch antworten? Ich
glaube nicht. Wir bekommen sehr viele, allzu viele Manuskripte im Mo-
nat. Und nur den wirklich kleinsten Teil können wir vermitteln. Das
Allermeiste ist einfach nicht gut, bestenfalls gut gemeint. Trotzdem
schmecke ich in die eingegangenen Manuskripte selbst hinein. Das eine
oder andere Mal habe ich in meinem Leben auf diese Weise tolle Stoffe
und Autoren entdeckt. Das ist selten gewesen und immer sehr mühsam
durchzusetzen.


RRB: Was sind die häufigsten Ablehnungsgründe für einen Text?

RH: Allzu oft werden Geschichten geschrieben, die es bereits gibt. O-
der die nicht wirklich ernst genommen oder nicht gemeint werden. Oder
deren Gestalt nicht wirklich ausgereift ist. Neue Geschichten zu er-
finden und leicht zu machen, klingt so leicht, ist aber wohl das
Schwierigste, was es gibt.


RRB: Wie gehen Sie beim Vermitteln der Manuskripte Ihrer deutschspra-
chigen Autoren und Autorinnen vor? Wie treten Sie an Verlage heran?

RH: Mit Überzeugung und Leidenschaft. Aber nur, wenn sie aus einem Le-
severgnügen entstanden sind.


RRB: Wenn Sie ein Manuskript annehmen, wie lauten Ihre Konditionen?
Wie lange ist beispielsweise die Kündigungsfrist oder wie hoch Ihr Er-
folgshonorar? Nehmen Sie eine pauschale Vermittlungsgebühr? Bearbei-
tungsgebühr etc.?

RH: Die Konditionen sind die üblichen Prozente und fallen ausschließ-
lich im Erfolgsfall an. Bearbeitungsgebühren gibt es nicht. Und die
Kündigungsfristen sind kurz und einfach: Wenn man beschließt, nicht
mehr zusammen zu arbeiten, dann sollte man sich dazu auch nicht mehr
zwingen. Nicht im kreativen Bereich jedenfalls.


RRB: Müssen Autoren auch dann eine Vermittlungsgebühr bezahlen, wenn
sich ein Manuskript nicht vermitteln lässt?

RH: Nein. Nicht die Gebühr soll mich als Agent in die Pflicht nehmen,
sondern die Überzeugungskraft einer Geschichte.


RRB: Verbleibt das Urheberrecht beim Autor / bei der Autorin oder geht
es an die Agentur über?

RH: Das Urheberrecht verbleibt immer beim Autor. Eine Agentur kann
keine Rechte erwerben. Nicht mal Verwertungsrechte. Nur die Vermitt-
lungsrechte können in Anspruch genommen werden. Das ist gesetzlich al-
les sehr klar- und weitsichtig festgelegt.


RRB: Haben Manuskripte von Agenturen eine größere Chance als Manu-
skripte, die unverlangt an einen Verlag geschickt werden?

RH: Sicher. Schon allein die Tatsache, dass eine Vorauswahl vorgenom-
men wird, macht jede Einsendung einer Agentur für die Programmverant-
wortlichen eines Verlages interessanter. Das ist im besten Fall die
Empfehlung eines Geschichtenprofis.

RRB: Welchen Rat würden Sie Nachwuchsautoren geben? Was sollte man un-
bedingt beachten, wenn man eine Veröffentlichung anstrebt?

RH: Wenn Freunde oder Verwandte einen Text loben, so sagt das viel-
leicht etwas über die zwischenmenschlichen Bande des Autors aus, noch
nicht aber über seine schriftstellerischen Qualitäten. Diese resultie-
ren aus Leidenschaft und handwerklichem Können. Ich möchte Manuskripte
lesen, aus denen solche Leidenschaft spürbar wird, das Ringen um eine
Frage, der Widerspruch zum Common Sense, das Spiel mit der Wirklich-
keit. Auch will ich als Leser nicht mit Meinungen und Antworten zuge-
schüttet werden. Da schätze ich eine gut gestellte Frage wesentlich
mehr. Und denken Sie daran: Qualität setzt sich immer durch. Sie haben
aber nur einen Schuss frei. Schreiben Sie also gleich und von Anfang
an das ganz große Buch Ihres Lebens, und nicht erst als Alterswerk.

RRB: Herzlichen Dank für das Interview.


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ESSAY:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


            "Charakterschwäche - Ein Monolog über Mitleid,
                       Gott und das Schicksal"
                          von Tatjana Stern


"... und er stürzte von der Klippe in den Tod."

Ach ... Musste er wirklich sterben?

Hat er das etwa verdient nach hundert Seiten Mühsal? Nach allem, was
ich ihm angetan habe? Solch ein jähes, grausames Ende ... Kann ich das
wirklich mit der reinen Logik der Romanhandlung entschuldigen? Oder
rede ich mich nur heraus, übertünche meine abscheuliche Mordlust an
wehrlosen Romancharakteren mit vermeintlich vernünftigen Argumenten?

Lieber Himmel, wehrlos sind sie wahrhaftig! Stecken handlungsunfähig
in diesem mitleidlosen Word-Dokument, nicht in der Lage, irgendetwas
gegen ihre Exekution zu unternehmen. Haben treu gedient, für mich und
das höhere Ziel der Geschichte gelitten, Schmerzen ertragen, gekämpft
und geschwitzt. Und das soll’s dann gewesen sein? Ein kurzes, be-
schwerliches Romanleben für nichts und wieder nichts. Nur dafür, dass
der Leser am Ende des Romans noch einmal so richtig geschockt wird.
Und im Endeffekt nur dafür, dass sich das Buch dadurch gut liest. Und,
führen wir das mal weiter, nur dafür, dass es sich gut verkauft und
ich Millionär werde.

Ich bin ein schlechter Mensch. Grausam, geldgierig, erfolgshungrig.
Mit einem Wort: ein Autor. Ein Henker, ein Schinder, ein Egoist, wie
er im Buche ... nein, auf dem Buchcover steht. Schämen sollte ich
mich. Ob man auch für den Mord an einer fiktiven Person in die Hölle
kommt?
Nun, ich könnte meinen armen Protagonisten auch wieder auferstehen
lassen. Einfach so. Schließlich ist es mein Buch, meine Geschichte,
mein Protag!

Okay, vielleicht passt ein solch mitleidvolles Ende nicht in die Sto-
ry. Vielleicht ist es wider die Logik der ganzen Handlung. Vielleicht
werde ich das so veränderte Werk niemals an den Verlag bringen. Aber
was ist das schon gegen ein Dasein als friedliebender, gerechter
Mensch? Was ist das schon gegen eine Ewigkeit im Himmelreich?

"... und er wäre um ein Haar von der Klippe gestürzt. Jedoch konnte er
sich gerade noch an einer der knorrigen Wurzeln festhalten, die dort
aus dem Erdreich ragten. Ächzend zog er sich hinauf und dankte dem gü-
tigen Geist, der ihn in letzter Sekunde vor dem grausamen Tod errettet
hatte."

Nun ja ...

Nein! Er muss sterben, weil sonst die ganze Geschichte einfach nur un-
glaubwürdig klingt! Er ist dazu auserkoren, zu sterben. Fast wie Got-
tes Sohn. Ja, das klingt aufbauend. Eventuell ist der grausame Tod
schlicht das Schicksal meines Protagonisten. Gottgewollt. Tja, und was
kann ich als kleiner, unbedeutender Autor schon groß ausrichten gegen
die unergründlichen Entscheidungen des Herrn? Nichts. Na eben!

"... und er stürzte von der Klippe mit einem letzten, heroischen
Schrei auf den Lippen: ‘Vater, warum hast du mich verlassen?’"

So hat doch alles wieder seine Ordnung.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Tatjana Stern ist Autorin aus Leidenschaft und schreibt unter Pseudo-
nymen in verschiedenen Genres. Sie nimmt sich selbst als Schriftstel-
lerin nicht immer so ernst und verfasst deshalb gerne satirische Es-
says über das bewegte und bewegende Autorendasein. Kontakt unter:
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


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STEPHAN WALDSCHEIDTS KLEINE AUTORENTYPOLOGIE:
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                                  (mailto:redaktion at autorenforum punkt de)


                              "Das Genie"

"Es gibt keinen größern Trost für die Mittelmäßigkeit, als dass das
Genie nicht unsterblich sei." (Johann Wolfgang Goethe, Maximen und Re-
flexionen)

Der einzige Grund, warum dieser Typ Autor nicht Gott wurde, ist, dass
die Stelle bereits vergeben ist. Zu seinen Lieblingsbegriffen gehören
"trivial", einige hundert Fremdwörter, die niemand sonst je gehört
hat, und "Sie Arschloch". Schreibend lässt er die Welt an seinem Geni-
us teilhaben.
Sein Leben ist viel zu kurz, weiß er, um alles zu sagen, was es für
ihn zu sagen gäbe, die Menschen zu dumm, es zu begreifen. Folglich ist
er zornig, zornig auf die Menschen mit ihrem langsamen Verstand, zor-
nig auf die Natur, die seine Lebenszeit begrenzt, zornig auf Verlage,
PC-Hersteller, Softwareprogrammierer, die Bäckereifachverkäuferin und
Hunde sowie auf jeden anderen, der kreucht, fleucht oder ihm einfach
nur im Weg ist.

Diese Erkenntnis seiner Unzulänglichkeit, obwohl er doch zulänglicher
ist als alle anderen, lähmt ihn (paralysiert ihn, wie er sagen würde),
dem kurzen Schreiben im Rausch folgen weit längere Phasen der Untätig-
keit. Sein Kopf steckt voller Wörter, doch sein Mund kann sie nicht
alle zur gleichen Zeit herauslassen, es kommt zum Stau; seine Finger,
so schnell sie auch tippen mögen, können der Flut seiner Gedanken oft
nicht folgen. Dann entstehen solche Sätze: "Mamma, Schnulli fall. A-
ah!"


          Typische Themen

Auflehnung gegen das Schicksal und gegen Gott
Über sich hinauswachsen im Scheitern
Wechselwirkungen von ß-Titanium-Legierungen mit Prä-Oxidantien der
Hasselbladt-Gruppe in supraleitenden Nanostrukturen
Analverkehr


          Textprobe

"Das konsekutive Element in der scheinbar naturgewollten Diskrepanz
zwischen Stoikern und Mystikern alterniert die luzide Grundaussage ex
lateralis causam, einzig vorausgesetzt, dass die Werke Meister Eckards
und die, zumindest die epochal früheren, Senecas nicht wirklich mate-
rialistisch und teleologisch präzisieren, sondern weit darüber hinaus
gehend auch die originären Epizentren altgriechischen Logos mit dem
hinduistischen Weg des Großen Fahrzeugs konterkarieren, sprich: dass
die alten Griechen es lieber mit Jünglingen trieben als mit Frauen."

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Stephan Waldscheidt, Jg. 67, beglückt derzeit Lektoren mit dem (schwer
wiegenden, Schreibtisch biegenden) Manuskript seines ersten histori-
schen Romans. ("Das nennen Sie einen Vorschuss, Herr Verleger? Der
Nächste bitte!") Bei Walzwerk, Berlin, erschienen: "Weitgehend Höllen-
fahrten", ein Buch mit Erzählungen. Daneben Veröffentlichungen in
Zeitschriften und auf seiner Website http://www.waldscheidt.de


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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - kei-
ne Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Litera-
turagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind daher
zwecklos.

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.


  Drehbuch: Oliver Pautsch
                                      mailto:drehbuch at autorenforum punkt de
  Fandom: Thomas Kohlschmidt
                                        mailto:fandom at autorenforum punkt de
  Fantasy: Stefanie Bense
                                       mailto:fantasy at autorenforum punkt de
  Heftroman: Arndt Ellmer
                                     mailto:heftroman at autorenforum punkt de
  Historischer Roman: Titus Müller
                            mailto:historischer.roman at autorenforum punkt de
  Kinderbuch: Gabi Neumayer
                                    mailto:kinderbuch at autorenforum punkt de
  Kriminalistik: Reiner M. Sowa
                                 mailto:kriminalistik at autorenforum punkt de
  Literaturagenturen: Petra Hermanns
                                       mailto:agentin at autorenforum punkt de
  Lyrik: Martina Weber
                                         mailto:lyrik at autorenforum punkt de
  Reiseführer: Gabriele Kalmbach
                                  mailto:reisefuehrer at autorenforum punkt de
  Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
                                      mailto:sachbuch at autorenforum punkt de
  Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
                                     mailto:med.psych at autorenforum punkt de
  Schreibgruppen: Ute Hacker
                                mailto:schreibgruppen at autorenforum punkt de
  Schreibhandwerk: Ute Hacker
                               mailto:schreibhandwerk at autorenforum punkt de
  Sciencefiction: Andreas Eschbach
                                      mailto:sf-autor at autorenforum punkt de
  Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
                                       mailto:techlit at autorenforum punkt de
  Übersetzung: Barbara Slawig
                                 mailto:uebersetzerin at autorenforum punkt de
  Verlagswesen: Bjørn Jagnow
                                  mailto:verlagswesen at autorenforum punkt de


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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                     Oliver Pautsch(mailto:drehbuch at autorenforum punkt de)


Frage:
Bin 59 Jahre alt [...] und habe schon seit Jahren einige wie ich finde
lohnende Medienideen, weiß aber auch, wie schnell ein Sender oder die
Bediensteten in Versuchung geraten und eine Idee einfach klauen. Der
ehemalige Intendant vom ZDF, Stolte, gab es unumwunden in der Süddeut-
schen zu. Werde mich dann rechtlich wie im Patentgeschäft per Notar-
hinterlegung absichern, ebenso bei Freunden in New York (auch Anwälte
und harte Hunde).

Deshalb möchte ich zum Beispiel eine spezielle Gameshow-Serie (auch
wenn manche Leute sagen, Gameshows sind out) bis ins Kleinste fertig
schreiben. Wie Drehbücher aussehen, weiß ich, wie ein Sendeablaufplan
für eine Gameshow oder ein Sendeablaufplan für eine sozialkritische
Show wie z. B. "Ein Fall für Escher" aussieht, weiß ich nicht.

Meine Frage: Wie kommt man an einen Ablaufplan solch einer Sendung o-
der ähnlicher Sendungen wie Frontal 21, Plusminus, Akte 03/24 (Sat1)?
Haben Sie für mich eine Lösung, oder wissen Sie wer mir da behilflich
sein kann? [...]


Antwort:
Vielen Dank für Ihre Anfrage. In der Regel werden deutsche Game- und
Infotainmentshows in Lizenz von Produzenten im Senderauftrag herge-
stellt. Schon das alte deutsche "Gründerfernsehen" hat sich dieser Me-
chanismen bedient. Serien, Soaps und Shows werden und wurden gern in
Lizenz aus dem Ausland erworben und "adaptiert". Selbst "Ekel Alfred"
von Wolfgang Menge war so ein Fall. Das Original kam aus England.

Moderne Serien und Soaps werden ähnlich "sicher" produziert. "Wer wird
Millionär?" und viele andere erfolgreiche Formate werden auch heute
aus dem Ausland eingekauft, NACHDEM sie dort erfolgreich ausgestrahlt
wurden.

Es ist ein deutsches Problem: Hier wird gern auf Erprobtes aus dem
Ausland vertraut, bevor man sich selbst die (Sender-)Finger verbrennt.
Risikobereitschaft und Entdeckergeist sind hier auf Produzentenseite
eher selten. Aber zu finden! Ich will Sie nicht entmutigen.

Wenn Sie Scripts und / oder Ablaufpläne zu den gängigen Formaten lesen
möchten, kann ich nur empfehlen, sich direkt an die Produktionsfirmen
zu wenden. Diese finden Sie im Abspann der jeweiligen Sendungen. Man
wird auch dort, wie bei den Sendern, verhalten und misstrauisch sein,
und Ideenklau befürchten, obwohl das in den meisten (lizensierten)
Fällen natürlich absurd ist. Doch wenn Sie Ihren Charme spielen las-
sen, besteht durchaus Hoffnung, dass Ihnen Einblick gewährt wird.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber di-
rekt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurzfil-
me, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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                  Bjørn Jagnow (mailto:verlagswesen at autorenforum punkt de)


Frage:
Fast alle Verlage, Zeitschriften und Wettbewerbe verlangen, eingesand-
te Manuskripte sollten "unveröffentlicht" sein. Einige (wie zum Bei-
spiel die Storyolympiade) schreiben ausdrücklich, dies beträfe auch
Veröffentlichungen im Internet. Nur gilt auch allgemein ein Text im
Internet als "veröffentlicht"? Und wie ist das mit überarbeiteten Tex-
ten?


Antwort:
Nehmen wir einmal an (mein aktuelles Problem), ich habe eine Kurzge-
schichte in ein Internetforum gestellt, dort mit den Lesern disku-
tiert, noch einmal überarbeitet und möchte sie nun einer Zeitschrift
anbieten, die "unveröffentlichte Manuskripte" verlangt. Habe ich jetzt
ein Problem oder nicht?

Oder noch extremer, ich lasse die überarbeitete Story übersetzen und
biete sie einer englischsprachigen Zeitschrift an. Gilt sie nun als
schon veröffentlicht oder unveröffentlicht?

Veröffentlichung heißt im Rechtsgebrauch, dass der Autor das Werk ei-
ner Mehrzahl von Personen zugänglich gemacht hat. Allerdings ist damit
nicht gemeint, dass mehrere Personen das Manuskript innerhalb eines
Verlags gelesen haben, sondern erst wenn das Werk "draußen" zu lesen
ist. Ist der Personenkreis streng "limitiert", z. B. auf bestimmte
Verlagsmitarbeiter oder ausgewählte Personen aus Ihrem Freundeskreist,
ist dies keine Veröffentlichung.

Der Abdruck in einem Vereinsmagazin oder die Wiedergabe in einem Forum
gilt als Veröffentlichung, denn es ist eine Mehrzahl von Personen be-
teiligt, und der Personenkreis ist nicht fest begrenzt, sondern hängt
von den Anmeldungen bzw. dem individuellen Zugriff ab. Jeder könnte
Mitglied werden oder das Forum besuchen - also ist das Werk veröffent-
licht.

In der Verlagspraxis wird man das vermutlich sehr unterschiedlich
handhaben. Kleinveröffentlichung von unter 100 Exemplaren (z. B. in
einem Clubmagazin) werden bei Belletristik in der Regel ignoriert. Im
wissenschaftlichen Bereich dagegen ist das definitiv eine Veröffentli-
chung, die sich störend für weitere Nutzungen auswirkt.

                    **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**

Bjørn Jagnow, Jahrgang 72, ist gelernter Verlagskaufmann, Buchhändler
und Verlagsfachwirt. Sein Fachbuch "Marketing für Autoren. Der Weg zur
erfolgreichen Veröffentlichung" ist inzwischen in der 2. erweiterten
und aktualisierten Auflage erschienen!
http://www.bjoernjagnow.de/web.pl?marketing-fuer-autoren.html


+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn-
ter Mail kommt!
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht.
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber-
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.

Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:
mailto:beitrag at autorenforum punkt de.

Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.

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                        I M P R E S S U M
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Herausgeber:
   Ramona Roth-Berghofer       mailto:public.relations at autorenforum punkt de
   Gabi Neumayer                      mailto:redaktion at autorenforum punkt de
   Stefan Schulz                      mailto:webmaster at autorenforum punkt de
   Thomas Roth-Berghofer  mailto:Thomas.Roth-Berghofer at autorenforum punkt de
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"The Tempest" ist ein kostenloser Newsletter für Autorinnen und Auto-
ren. Abonnenten sind herzlich aufgefordert, den Newsletter weiter-
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