Ausgabe 24-10 (20. Oktober 2022)

   Editorial
   Hall of Fame
   Neues aus der Buchszene
   Autorenwissen
     „Überarbeitung und Lektorat: Emotionen“
     von Hans Peter Roentgen
   Schreibkurs
     „Wie man mit Creepypastas Horror schreibt“
     von Nora-Marie Borrusch
   Buchbesprechung
      „Das ABCD der Typographie“
      besprochen von Meike Blatzheim

   Drei Fragen
      „A. S. Dowidat“
   Verlagsportrait
      Edition Paashaas Verlag (EPV)
   Impressum

EDITORIAL 

Liebe Autor*innen,

pünktlich zum trüben Wetter ist der Tempest diesmal besonders voll mit Anregungen und Tipps. So führt Nora-Marie Borrusch uns ins Schreiben von Mini-Horror-Storys ein, den "Creepypastas". Hans Peter Roentgen zeigt, wie wir Emotionen erzählen können, so dass die Leser*innen mitfiebern. Meike Blatzheim stellt uns ein wunderschönes Buch über Schriften vor, Ramona Roth-Berghofer hat Infos und Anregungen für Autor*innen im Netz gesammelt, und unsere "Drei Fragen" beantwortet diesmal A. S. Dowidat. (Kopiert euch die Fragen, und schickt uns eure kurzen [!!] Antworten, wenn ihr professionell schreibt. Dann findet auch ihr euch demnächst im Tempest wieder.] Außerdem hat Ursula Schmid-Spreer zu dieser Ausgabe wieder einmal ein Verlagsportrait beigesteuert.

Unser Tipp des Monats ist übrigens die perfekte Einleitung zu Hans Peter Roentgens neuem Artikel über Emotionen!

Der Tipp des Monats, diesmal von Jean Lee Latham:

“[The] reader is not primarily interested in plot. He is interested in what happens because he is interested in the character it happens to. No incident has any place in the story unless it has an emotional impact on the character - and on the reader.“

Passt auf euch auf, und lasst euch nicht unterkriegen! 

   Gabi Neumayer
   Chefredakteurin


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Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt, aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto:

     Jürgen Schloßmacher
     Kreissparkasse Köln
     BIC: COKSDE33XXX 
     IBAN: DE23 3705 0299 1142 1761 63
     Stichwort: „Beitrag Tempest“

Ihr könnt auch über unsere Website direkt per Paypal überweisen!

Und wer nicht überweisen möchte, kann uns den Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest). 


ISSN 1439-4669 Copyright 2022 autorenforum.de. Copyright- und Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe


INHALT DIESER AUSGABE

TEIL 1

   Editorial
   Hall of Fame
   Neues aus der Buchszene
   Autorenwissen
     „Überarbeitung und Lektorat: Emotionen“
     von Hans Peter Roentgen
   Schreibkurs
     „Wie man mit Creepypastas Horror schreibt“
     von Nora-Marie Borrusch
   Buchbesprechung
      „Das ABCD der Typographie“
      besprochen von Meike Blatzheim

   Drei Fragen
      „A. S. Dowidat“
   Verlagsportrait
      Edition Paashaas Verlag (EPV)
   Impressum


TEIL 2 (in separater E-Mail, falls ebenfalls abonniert)

   Veranstaltungen
   Ausschreibungen
   Publikationsmöglichkeiten
     mit Honorar
     ohne Honorar
   Seminare
   Messekalender


HALL OF FAME (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Die „Hall of Fame“ zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest. Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen können.

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!) nach diesem Schema:

.......

AutorIn: „Titel“, Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage-Adresse.

.......

Ein Beispiel (!):

Johanna Ernst: „Der Fall der falschen Meldung“, Hüstel Verlag 2015, Mystery-Thriller. Dann noch 60 Zeichen - und keins mehr! Inklusive Homepage!

.......

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. 

ACHTUNG!

Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen muss, Lektorat bezahlt o. Ä.

Schickt eure Texte unter dem Betreff „Hall of Fame“ an die Redaktion

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten. Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall ist, werden nicht mehr verschickt! 

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A. Marschall: „Der Henker von Hamburg“, Emons 2022, historischer Krimi. 1899: eine ital. Diva in Hamburg bringt den Tod, H. Sötjes 5. Fall

Jens Burmeister: „Trügerische Toskana“, Ullstein 2022, kulinarischer Krimi. www.jensburmeister.com

Martin Heimberger: „Der Bulle und der Schmetterling – Folge 2: Der Marder geht um“, beTHRILLED (Bastei-Lübbe) 2022, humorvoller Cosy-Krimi. Als E-Book und Audio-Download, www.martin-heimberger.de


NEUES AUS DER BUCHSZENE (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Wir leben in turbulenten Zeiten, die Buchbranche ist in Bewegung wie nie zuvor. Ob es nun um neue Vertragsbedingungen mit Amazon geht, die zunehmende Digitalisierung des Marktes oder all die neuen Chancen und Möglichkeiten, die sich Verlagsautoren und professionellen Selfpublishern bieten: Eine Nachricht jagt die nächste. Damit ihr den Überblick behaltet und nichts Wichtiges verpasst, fassen wir hier alle interessanten Links zusammen, die uns jeden Monat ins Auge fallen - natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 


Interview


„Das Wichtigste sind die Figuren.“ Interview mit Bestsellerautor Andreas Izquierdo.

Ingrid Noll über ihr Leben: „Jammerlappen nerven mich.“

Interview mit Bastei-Lübbe-CEO Soheil Dastyari: „Die digitale Welt ist nun einmal viel schneller, als es ein Buchverlag sein kann.“

Interview mit Roland Kaehlbrandt: „Unsere Sprache ist ein Schatz.“ 


Verlage / Buchhandel / Konzerne


Neues Projekt im Buchhandel: Wenn das Schaufenster lebt.

Bücher werden teurer – und das müssen sie auch.

Deutsche kaufen immer mehr Bücher online.

Unabhängige Verlage unter Druck.


Kultur / Politik / Literaturszene


„Lektionen“ von Ian McEwan: Ein ganzes Leben und drei Länder.

Warum Sie ein Buch immer zweimal lesen sollten.

Ukrainische Schriftsteller in Europa: Wie der Krieg die Gefühle verdreht.

Gesichter des Bösen 


Messen / Veranstaltungen


Frankfurter Buchmesse. Awareness-Team streift durch die Hallen. 


Podcast


Schreibzeug-Podcast: Alles über das Lektorat. 


Auszeichnungen / Wettbewerbe


Deutscher Buchpreis für Kim de l'Horizon.

Autor Shehan Karunatilaka aus Sri Lanka erhält Booker Prize. 


 AUTORENWISSEN (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


„Überarbeitung und Lektorat: Emotionen“

von Hans Peter Roentgen

Bereits auf den ersten Seiten eines Manuskripts fällt mir auf, ob es Emotionen weckt. Denn das entscheidet darüber, ob Leserinnen und Leser das Buch überhaupt lesen werden. Denn ob eine Geschichte spannend ist, hängt davon ab, ob sie Emotionen weckt. Geschichten, die die Leserinnen kalt lassen, werden nicht gekauft.

Und beim Lektorat merkt man bei solchen Texten: Da fehlt ein Gewürz: Emotion. Doch wie kann man nachwürzen?

Das Wichtigste bei dem Emotionen: Der Leser muss Gefühle entwickeln, nicht der Autor.

Und was weckt Gefühle? Menschen interessieren sich für andere Menschen. Wenn etwas Menschen passiert, die man gern hat, dann fiebert man mit.

 

Emotionen nicht behaupten, sondern zeigen

„Manfred hatte Angst.“

Immer wieder lese ich solche Sätze in den Lektoratstexten. Da behauptet die Autorin ein Gefühl. Weckt das Gefühle beim Leser? Nein.

Warum nicht? Weil wir nicht wissen, was Manfred Angst macht. Weil der Autor das Gefühl behauptet, uns aber nicht zeigt.

Wie überarbeitet man nun Stellen im Manuskript, an denen Gefühle nur behauptet werden?

Lassen Sie etwas passieren. Verwandeln Sie die Autorenbehauptung in eine konkrete Szene, möglichst anschaulich.

„Die Tür flog auf. Ein maskierter Mann richtete seine Pistole auf Manfred.“

Jetzt kann jeder Leser nachvollziehen, dass Manfred Angst hat, Sie müssen es gar nicht mehr schreiben.

 

Eine Person wählen, nicht viele

„Der Heeresbericht meldet heute heftige, verlustreiche Kämpfe im Gebiet der südlichen Westfront.“

Das ist noch sehr allgemein. Natürlich wissen wir, dass da viele gefallen sind. Aber viel eindrücklicher ist es, das Schicksal eines einzigen Soldaten zu schildern. Erich Maria Remarque hat die Gräuel des ersten Weltkriegs in „Im Westen nichts Neues“ anhand eines Soldaten gezeigt. Und das ist sehr viel eindrücklicher, weckt viel mehr Gefühle als das Schicksal ganzer Armeen.

 

Tiere, Aliens und Technik vermenschlichen

Und was ist mit Tieren, Alien, Natur, Technik? Verwandeln Sie sie in lebende Wesen. Zeigen Sie sie, als wären sie lebendig.

„Der Berg war im Winter gefährlich, das wusste Manfred.“

Das ist recht abstrakt. Besser wirkt es so:

„Der Berg grollte. Spuckte Schnee in die Luft.“

 

Allgemeines am Schluss

Dürfen Sie nie Gefühle benennen? Doch, manchmal kann das nützlich sein. Aber eine wichtige Faustregel dafür lautet:

Erst die konkrete Szene. Dann die allgemeine Zusammenfassung.

„Der Berg grollte. Spuckte Schnee in die Luft. Manfred bekam Angst.“

Hier wissen die Leserinnen, warum Manfred Angst bekam. Und ahnen, jetzt wird es gleich schlimm werden.

Natürlich kann man auch den letzten Satz noch anschaulicher formulieren:

„Der Berg grollte. Spuckte Schnee in die Luft. Manfred schauderte und beschleunigte seine Schritte.“

Damit bauen Sie das Gefühl in eine Handlung ein (er beschleunigte seine Schritte).

Also: Achten Sie bei der Überarbeitung auf Stellen, in denen Gefühle nur behauptet werden. Und überarbeiten Sie sie so, dass die Szenen den Leser die Gefühle erleben lassen. 

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Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher „Vier Seiten für ein Halleluja“ über Romananfänge, „Drei Seiten für ein Exposé“, „Schreiben ist nichts für Feiglinge“, „Klappentext, Pitch und weiteres Getier“ und „Was dem Lektorat auffällt“. Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert.  

 


 SCHREIBKURS (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


„Wie man mit Creepypastas Horror schreibt“

von Nora-Marie Borrusch

 Im Internet kursieren Creepypastas, also kurze Grusel- und Horrorgeschichten, die durch Kopieren / Adaptieren weitergegeben werden. Sie beschäftigen sich mit Mysterien rund um Computer (Darknet, Computerspiele), Technik (komische Bilder, Videos, Ausstrahlungen), Mörder, Monster und Außerirdische. Kurz: mit allem, das einen an der grundsätzlichen Standfestigkeit und Sicherheit der Realität zweifeln lässt.

Sie arbeiten mit Vorausdeutungen, Emotionen, Urängsten und Abgründen von Menschen. Sie arbeiten mit Kleinigkeiten, die eigentlich nicht schlimm sind, wenn man sie einmal macht, und zum Grauen werden, wenn man in einer Zeitschleife gefangen ist.
 
Horror ist ein ganz eigenes Genre. Kennen Sie diese Fremdheit? Dieses vage Gefühl, dass etwas falsch ist, nicht so, wie es sein sollte, aber man kann es nicht direkt sagen? Ist dort etwas im Augenwinkel? Nicht, wenn man genau hinsieht. Aber wenn dort etwas säße? Etwas Bösartiges, das einem mit tiefschwarzen Augen hinterherstarrt und seine Krallen in den Rahmen des offenen Fensters gräbt, bereit zum Sprung ... Wenn Sie es dort hören würden, wie es keucht und geifert, weil es gleich seine Klauen in Ihre Eingeweide graben wird ... Aber da ist nichts. Nur ein Schauer läuft plötzlich Ihren Rücken runter, und Sie schließen lieber schnell das Fenster.

Es geht um Gefühle, um den Anschein, um eine bedrohliche Stimmung, die zumindest anfangs mehr mit den Ängsten als mit tatsächlicher Bedrohung auftrumpft. Vielleicht ist in der Szene / im Absatz alles ganz normal. Aber ein Wort passt nicht hinein, ein Wort hat eine negative Konnotation, ein Wort ist scheinbar dem Lektor durch die Lappen gegangen ... Aber nur scheinbar. Denn dieses eine Wort verzerrt das idyllische Bild, dieses eine Wort hinterlässt einen Nachgeschmack, eine Frage, die unheimliche Ahnung, dass etwas nicht gut enden wird.
 
Wenn man sich schnell draufschaffen möchte, wie Horror funktioniert, sind Creepypastas ideal. Einfach mal https://creepypasta.fandom.com/de/wiki/Deutsches_Creepypasta_Wiki durchgucken.

 

Persönlicher Tipp


Der YouTuber Taybor trifft meinen Geschmack. Er liest Geschichten aus dem Wiki, die Autoren sind auch verlinkt, man findet sie im o. g. Wiki. Besonders gefallen haben mir „Der Raum“ (eigentlich passiert erst mal nichts, die Beschreibung der Gefühle erzeugt Spannung), „Die verdrehte Welt“ (deren Texte ich nicht ohne ein Schauern anhören kann) und „Wenn der Abend naht“ (eine Geschichte voller Liebe und Schönheit, in der man die Feinheiten erkennt, mit denen Horror erzeugt werden kann). Aber vielleicht sollten Sie sich das nicht nachts anhören ...
 

Übung


Schreiben Sie eine Creepypasta. Wie das geht, finden Sie heraus, indem Sie auf YouTube Geschichten hören oder hier https://creepypasta.fandom.com/de/wiki/Hilfe:Wie_schreibe_ich_eine_Creepypasta%3F und hier nachlesen: https://creepypasta.fandom.com/de/wiki/Hilfe:Creepypasta_Klischees.
 

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Nora-Marie Borrusch promoviert in Musikwissenschaft über Mittelalter-Rock, bearbeitet als Lektorin im VfLL am liebsten Fantasy-Romane, hat einen Papageienschwarm und schreibt das eine oder andere Geschichtchen. Wer mehr wissen will, findet Infos unter www.lektorat-agapenna.com

 


BUCHBESPRECHUNG (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


„Das ABCD der Typographie“

besprochen von Meike Blatzheim

Eine Graphic Novel über die Geschichte der Schrift und der Typographie? Als ich das wunderschön gestaltete Buch entdeckte, war klar: Das muss ich haben! Elf französische Comic-Künstlerinnen und -Künstler haben für den Band jeweils ein Kapitel über verschiedene Aspekte der Typographie gestaltet. Es geht um die Anfänge der Schrift bei den Sumerern und Römern, die Erfindung des Buchdrucks, aber auch um die Entwicklung einzelner Schrifttypen.

Wann und weshalb entstand eigentlich die serifenlose Schrift? Wie wirkten sich technische und gesellschaftliche Neuentwicklungen auf Typographie aus? Wer erfand so berühmte Schriften wie die Helvetica oder die Futura? Und warum setzten sich manche Schriften durch, während andere so schnell wieder verschwanden, wie sie modern geworden waren?

Natürlich passt ein Buch über Typographie, noch dazu eines über ihre Geschichte und nicht ihre Anwendung (obwohl das in Ansätzen auch vorkommt), nicht so recht in die Kategorie „Schreibratgeber“. Es ist aber ein wunderschöner, bibliophiler Band, aus dem man einiges darüber lernt, wie Bücher gestaltet werden.

Insbesondere für Self-Publisher*innen ist das Buch meiner Meinung nach deshalb auch nützlich, denn es schult den Blick für verschiedene Schrifttypen und ihren Einsatz – etwas, das gerade Anfänger*innen nicht immer bewusst ist. Für alle anderen ist es „nur“ eine Reise durch die Geschichte der Schrift, die viel Spaß macht.

 

David Rault (Hrsg.): „Das ABCD der Typographie“, aus dem Französischen von Edmund Jacoby, Verlagshaus Jacoby & Stuart 2021, 128 Seiten, 25 Euro

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Meike Blatzheim, auch bekannt als TEXTGEFÄHRTIN, studierte Kreatives Schreiben an der Universität Hildesheim und arbeitete viele Jahre als Verlagslektorin. Heute ist sie freie Lektorin und Literaturübersetzerin und vermittelt außerdem in Schreibwerkstätten und als Autorencoach ihr Wissen an alle, die das Schreiben ebenso lieben wie sie (https://textgefaehrtin.de).

 


DREI FRAGEN (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Mehr als zweitausend Tempest-Leser*innen – da liegt ein enormer Erfahrungsschatz verborgen, ob es nun ums Schreiben selbst geht oder um das Finden eines Verlags. Diesen Schatz möchten wir ausgraben und mit unserer neuen Rubrik zugänglich machen. Gewaschen, geschliffen und poliert, fürs sofortige Tragen ... äh ... Umsetzen.

Jeden Monat beantworten hier Autor*innen, die bereits in einem Verlag veröffentlicht haben, drei Fragen, und zwar kurz und knapp. Wenn du dich auch beteiligen möchtest: Kopier dir die drei Fragen aus dem Text, und schick sie mit deinen kurzen (!) Antworten an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.


„A. S. Dowidat“


1. Wie hast du bei deiner ersten Veröffentlichung einen Verlag gefunden? Und falls es über eine Agentur war, wie hast du sie von deinem Manuskript überzeugt?

2017 habe ich einen Roman als Selfpublisherin veröffentlicht, der 2018 prompt auf der Shortlist des Deutschen Selfpublishing-Preises gelandet ist. Dadurch kam eine persönliche Empfehlung an den adeo-Verlag zustande, der dann den nächsten Roman von mir veröffentlichte. 


2. Was ist dein ultimativer Schreibtipp oder deine liebste Kreativ-Übung?

Auf die erste Seite eines neuen Textes kommt groß die Überschrift „Entwurf“. Und dann schreibe ich so los, als würde ich gerade einer Freundin den Roman erzählen wollen. Wenn es mal hakt, stehe ich auf und gehe durchs Zimmer oder aufs Klo.  


3. Nenne deinen wertvollsten Schreibratgeber (als Buch, Person oder Internetseite).

Joyce Carol Oates: „Beim Schreiben allein“ - Handwerk und Kunst. Für mich sehr inspirierend und immer wieder neu motivierend. 

Zur Autorin

Mit drei malte ich Kreise und erklärte, das seien meine Gedanken. Heute fasse ich diese in Buchstaben, Worte und Sätze. Wenn ich nicht schreibe, arbeite ich als Klinikseelsorgerin. Ein Verlagsroman, zwei Romane im SP, zwei Romane in der Mache. Weitere Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, u. a. Am Erker, Konzepte - Zeitschrift für Literatur, DUM - Das ultimative Magazin. www.asdowidat.de 

 


 VERLAGSPORTRAIT (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


 

Edition Paashaas Verlag (EPV)
Inhaberin: Manuela Klumpjan
Im Lichtenbruch 52
D-45527 Hattingen
Telefon: (0 23 24) 5 69 27 17
Fax: (0 23 24) 5 69 27 86

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.verlag-epv.de

 

Der Verlag wurde 2010 von Manuela Klumpjan gegründet, ursprünglich nur, um ihr eigenes Buch zu verlegen. Dass er dann so schnell so groß geworden ist, war nicht geplant, gefällt ihr aber sehr gut.

EPV steht nicht nur für Edition Paashaas Verlag, sondern auch für emotional, packend, vielseitig.
Aller Anfang ist schwer – das gilt auch für neue Autoren und Autorinnen. Daher freut man sich, wenn gerade auch Newcomer den Service nutzen und der Verlag seine Erfahrung zur Verfügung stellen darf. Eine langjährige Zusammenarbeit ist der Verlegerin sehr wichtig. Nur gemeinsam kann man lernen und sich stetig verbessern.

 

Welche Autor*innen wurden bisher verlegt?

Die Edition Paashaas Verlag hat inzwischen mehr als 35 Stammautoren mit eigenen Büchern und zahlreiche Autoren, die immer mal wieder in diversen Anthologien vertreten sind. Eine genaue Übersicht findet sich direkt auf der Homepage www.verlag-epv.de, alphabetisch sortiert:
http://www.verlag-epv.de/a---b.html

 

Autor*innen gesucht?

„Gesucht“ ist hier der falsche Begriff. Natürlich freut sich der Verlag über die zahlreichen Einsendungen neuer Manuskripte. Inzwischen müssen sogar viele Manuskripte abgelehnt werden, einfach aus dem Grund, dass die Kapazität an Veröffentlichungen begrenzt ist.

 

Konditionen

Unsere Bedingungen fürs Einreichen von Manuskripten finden Sie hier. http://www.verlag-epv.de/manuskripte-einreichen.html.

Jeder Autor erhält einen Autorenvertrag (Rechte und Pflichten des Autors und Verlags) und einen individuell auf das Buchprojekt zugeschnittenen Buchvertrag. Dort werden die Marge, Lieferzeiten, Lieferbereiche (deutschlandweit oder international), Autorenrabatte, Kündigungsfristen, Lektorat, Cover- und Buchgestaltung wie Größe, Papiersorte, Hard- oder Softcover, Bilder etc. geregelt. Da dies ganz individuell erfolgt, kann der Verlag dazu keine pauschalen Angaben machen. 

Ganz wichtig ist, dass der Paashaas Verlag kein Druckkostenzuschussverlag ist. Natürlich will der Verlag, gemeinsam mit den Autoren, an den Büchern verdienen. Von Verlagen, die Geld für die Veröffentlichung verlangen, möchte sich der Verlag ganz klar distanzieren.

 

Was ist besonders wichtig?

Der Edition Paashaas Verlag verlegt keine Bücher mit religiösen, politischen und/oder pornografischen Inhalten und weigert sich ebenfalls, gewaltverherrlichende Schriften zu veröffentlichen. Auch Lyrikbände werden nicht mehr publiziert.

Der Schwerpunkt liegt im Bereich Belletristik und Ratgeber. Besonders wichtig ist der Inhaberin auch der persönliche Kontakt zu den Autoren. Die Chemie zwischen dem Verlag und dem Autor muss einfach auch stimmen. Ein gutes Manuskript alleine reicht nicht. Auch muss nach der Veröffentlichung weiter eine enge Zusammenarbeit stattfinden, damit ein Buch gut vermarktet werden kann. Deshalb sollte jeder Autor, jede Autorin auch in den Social-Media-Kanälen aktiv mitarbeiten, bereit sein, Lesungen zu veranstalten, und insgesamt einfach präsent sein.

 

Zukunftspläne, Perspektiven

Der Verlag hofft sehr, dass bald wieder mehrere größere Veranstaltungen wie Lesemarathone oder Stadtfeste geplant werden können. Zurzeit fehlen die Corona-bedingt abgesagten Auftritte auch vor großem Publikum.

Bei den Büchern wird der Verlag noch mehr auf Qualität setzen und hoffen, dass sich auch neue Autorinnen und Autoren mit ungewöhnlichen Themen melden – der „stinknormale“ Liebesroman mit immer gleichen Klischees interessiert weniger. Sozialkritische Romanzen zum Beispiel zwischen Randgruppen (Behinderungen, Trauma, Geschichten zwischen unterschiedlichen Kulturen oder so etwas, es sollte einfach nicht alltäglich sein) haben eher eine Chance auf Veröffentlichung. Darauf wird der Verlag auch in Zukunft verstärkt das Augenmerk richten und in diesem Bereich auch gerne Newcomern eine Chance geben, sofern ein Grundmaß an literarischem Können und die entsprechende Motivation vorhanden sind.

 


UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN


Bitte schickt den Expert*innen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - keine Manuskripte zur Beurteilung. Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber gelöscht wird.

Fragen (anonymisiert) und Antworten werden in der Regel hier im Tempest veröffentlicht, damit auch andere Autor*innen davon lernen können. Wer das aber nicht möchte, schreibt das bitte ausdrücklich dazu.
 

Drehbuch  Oliver Pautsch Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Fantasy Stefanie Bense Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Heftroman  Arndt Ellmer Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Historischer Roman  Titus Müller Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kinder- und Jugendbuch Sylvia Englert Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Kriminalistik Kajo Lang Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Lyrik Martina Weber Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Marketing Maike Frie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Recherche  Barbara Ellermeier Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Sachbuch Gabi Neumayer Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Schreibaus- und -fortbildung  Uli Rothfuss Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Schreibhandwerk Ute Hacker Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Science-Fiction Andreas Eschbach Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 


Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, den ihr separat abonnieren müsst.


Einsendeformalien 
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rücksprache - erwünscht. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor. 
Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet werden.


 IMPRESSUM


Herausgeber*innen
Gabi Neumayer (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Ramona Roth-Berghofer (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Stefan Schulz (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Thomas Roth-Berghofer (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Jürgen Schloßmacher (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


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Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Zugesandte Artikel können von der Redaktion bearbeitet und gekürzt werden.

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