Inserate
Schreib-Kick
Leserbriefe
Autorenwissen
"Das professionelle Exposé: So präsentieren Sie
Ihr Sachbuchprojekt einem Verlag"
von Oliver Gorus
Buchbesprechung
"Über Theater schreiben"
besprochen von Ben Sonnborn
Interview mit Rainer Wekwerth
Verlagsportrait
"Storia-Verlag"
vorgestellt von Ursula Schmid-Spreer
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
"Wie komme ich an ein Stipendium?"
von Stephan Waldscheidt
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
(Ute Hacker)
Frag den Experten für Verlagswesen
(Björn Jagnow)
Frag den Experten für Drehbuch
(Oliver Pautsch)
Frag die Expertin für Fantasy
(Stefanie Bense)
Frag die Expertin für Kriminalistik
(Nikola Hahn)
Frag den Experten für Heftromane
(Arndt Ellmer)
Hall of Fame
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,
es ist so weit: Der Tempest wird zehn Jahre alt! Ganz herzlichen Dank
für die lieben Mails, die uns bisher schon zum Jubiläum erreicht ha-
ben. Zu diesem denk- und feierwürdigen Anlass sind wir in die staubi-
gen Katakomben von autorenforum.de hinuntergestiegen und haben neben
einigen Skeletten unsensibler Lektoren und raffgieriger Verleger his-
torische Dokumente von unschätzbarem Wert ausgegraben. Einige davon
nämlich drei Exemplare der allerersten Print-Tempest-Ausgaben verlo-
sen wir unter denen, die uns bis zum 10. Januar neue Schreibtipps fürs
Editorial schicken (maximal 5 Zeilen). Und in der nächsten Ausgabe
gibt es dann die große Enthüllungschronik zu zehn Jahren Tempest. Wir
brauchen nur noch ein wenig Zeit für die Geschichtsfälsch... äh: Ge-
schichtsschreibung.
Eine Änderung gilt ab sofort: autorenforum.de ist nun wieder ein nor-
maler Club (was man so normal nennt ...). Ein Effekt davon ist, dass
wir keine kommerziellen Anzeigen mehr annehmen. Für private Aufrufe
steht euch aber nach wie vor der Echo-Service zur Verfügung. Damit ist
es auch mal wieder Zeit für meinen wie gewöhnlich recht dringenden
Aufruf (den 46., den 84.? Chronist, bitte recherchieren!): Wir brau-
chen eure finanzielle Unterstützung, um den Tempest auch weiterhin am
Leben zu halten nach dem Wegfall der Anzeigen nun umso mehr. Bitte
überweist euren freiwilligen Jahresbeitrag auf unser neues Konto (Da-
ten dazu unter dem Editorial).
Und nun zum Inhalt dieser Ausgabe. Endlich ist mal wieder was für die
SachbuchautorInnen unter euch dabei: Oliver Gorus zeigt, wie man ein
Sachbuchprojekt erfolgreich präsentiert. Außerdem gibt es ein Inter-
view mit dem Autor Reiner Wekwerth, eine Buchbesprechung, ein neues
Verlagsportrait, viele Expertenantworten und Honeyball meldet sich
zurück, was uns schon einige unruhige Nächte wegen des ungewissen
Schicksals seiner vor kurzen noch so lebendigen Nachfolgerin Biggi
Bäumchen beschert hat ... Wer übrigens nicht genug bekommen kann von
unserem wunderbaren Haussatiriker Stephan Waldscheidt, sollte jetzt
schon seinen neuen Antiratgeber vorbestellen (und dabei sparen):
"Schreib den verd... Roman! Die simple Kunst, einen Bestseller zu ver-
fassen" gibt es ab 15. Februar 2006 bei Uschtrin.
Der Tipp des Monats Dezember, diesmal von mir:
http://www.buero-philipp.de/Resources/ausgezeichnet.pdf:
Hier gibt es "Ausgezeichnet! 2005", eine 80-seitige Broschüre
mit Infos zu zahlreichen Literaturpreisen als PDF-Datei.
(Für viele davon ist allerdings keine Eigenbewerbung möglich.)
Feiert mit uns, und helft uns mit euren Beiträgen Tipps, Artikeln,
Marketingideen und nicht zuletzt auch freiwilligen Jahresbeiträgen ,
den Tempest auch in Zukunft lebendig, informativ und nützlich für alle
AutorInnen zu halten. Wir freuen uns darauf, mit und für euch weiter-
zumachen!
Gabi Neumayer
Chefredakteurin
~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf unser
Konto:
Sparda Bank Südwest eG
BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2005"
ACHTUNG: NEUES KONTO!
Das alte bleibt aber auch noch eine Weile bestehen.
Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).
Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
ISSN 1439-4669 Copyright 2005 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:
TEIL 1:
Editorial
Inserate
Schreib-Kick
Leserbriefe
Autorenwissen
"Das professionelle Exposé: So präsentieren Sie
Ihr Sachbuchprojekt einem Verlag"
von Oliver Gorus
Buchbesprechung
"Über Theater schreiben"
besprochen von Ben Sonnborn
Interview mit Rainer Wekwerth
Verlagsportrait
"Storia-Verlag"
vorgestellt von Ursula Schmid-Spreer
Fragen Sie Honeyball, Lektor und Autorenfresser
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(Björn Jagnow)
Frag den Experten für Drehbuch
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Frag die Expertin für Kriminalistik
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Frag den Experten für Heftromane
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Hall of Fame
Impressum
TEIL 2 (nur für Abonnenten):
Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum
~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Martin Eberhard
Kamprad (http://www.ekamprad.de) hat freundlicherweise die aufwendige
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen
Jahrgänge zu erstellen.
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Kleinanzeigen
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Ab sofort werden keine neuen Kleinanzeigen mehr angenommen. Für priva-
te Aufrufe steht euch aber weiterhin der Echo-Service zur Verfügung.
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INSERATE:
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(mailto:werbung at team punkt autorenforum punkt de)
Coaching / Script-Doctoring
Ihr Protagonist weiß nicht, was er tun soll? Sie kommen nicht weiter,
werden nie fertig, wissen nicht, wohin? Dann sind Sie bei uns richtig.
Für fortgeschrittene Hobby-Autoren, ambitionierte Neu-Autoren und
Fortgeschrittene, die einfach den Faden verloren haben. Professionel-
les Lektorat und Korrektorat von bewährtem Team. Ebenfalls im Angebot:
Überprüfung / Umgestaltung des Handlungsverlaufs, der Spannungsbögen
und der Glaubwürdigkeit bzw. Verständlichkeit des Textes. Wir kümmern
uns ebenfalls um die atmosphärische Dichte, Ausdruck, Satzbau und
Stimmigkeit der Charaktere, falls notwendig, Neuentwicklung dieser E-
lemente. Arbeitsziel ist ein verlagsgerechtes, vorlagefähiges Manu-
skript, unter besonderer Berücksichtigung der wichtigen ersten Seiten.
Was noch? Wenn gewünscht, Beratung / Ausbildung in Stilfragen, Erstel-
lung von professionellen Exposees und Treatments, Orientierungshilfen
(für wen schreibe ich, welches Genre, welcher Verlag kommt in Be-
tracht?). Honorar nach Vereinbarung. Betreuung telefonisch oder per E-
Mail, regional (Hamburg) auch persönlich möglich. Tel. 040/2275339,
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
__________
Romanwerkstatt 2006
Die Romanwerkstatt richtet sich an alle, die ernsthaft schreiben und
sich an längeren TeXten versuchen möchten. Deshalb ist die Teilnehmer-
zahl auf 12 begrenzt. Selbstverständlich könnt und sollt ihr mit euren
eigenen Projekten, Figuren und Plots arbeiten oder diese entwickeln.
Es wird um Figuren und Plots gehen, um Übergänge, Einstiegssätze, Dia-
loge, kurz, um alles, was bei einem Romanprojekt wichtig ist. Ihr
könnt auch bereits vorhandene TeXtteile in der Romanwerkstatt vorstel-
len und diskutieren.
Dabei werden nicht nur wir Trainer eure TeXte kommentieren, sondern
auch die anderen Teilnehmer. So bekommt ihr eine breitere Rückmeldung
und lernt außerdem, an TeXten zu arbeiten.
Weitere Informationen findet Ihr unter:
http://www.textkraft.de/pageID_597246.html
__________
Bringen Sie Manuskripte und Bücher auf Erfolgskurs
mit http://www.scriptscreening.com/ für Leser, Verlage und Autoren
__________
Endlich! Wir konnten uns der Nachfrage nicht verschließen: Ab sofort
gibt es eine Hörbuchfassung von Eine Alte Dame Ging Hering, Rich
Schwabs zweitem Büb-Klütsch-Roman. 2 CDs mit Ausschnitten, gelesen und
mit Musik versehen vom Autor selbst. Zu bestellen unter
www.richschwab.de, Preis 18, Euro plus 3, Versandkosten.
Schöne Feiertage!
__________
Mit dem Schreiben von Biographien professionell Geld verdienen
Autorenworkshop mit Andreas Mäckler, Stefan Schwidder, Matthias Bröm-
melhaus
Das Schreiben privater Autobiographien boomt, immer mehr Autoren und
Journalisten versuchen, mit professionellen Angeboten das Bedürfnis
nach Erinnerung zu bedienen. Doch bei den meisten bleibt es beim
Schreiben weniger Biographien im Auftrag ihrer Kunden, die zumeist aus
dem Verwandten- und Bekanntenkreis kommen. Dass es aber besser geht
und man als Ghostwriter privater Autobiographien viel Geld verdienen
kann, beweisen die Mitglieder des Biographiezentrums, einer Vereini-
gung biographischer Dienstleister (http://www.biographiezentrum.de).
Sie bieten ein Professionalisierungsseminar für Autoren an, die im
Auftrag ihrer Kunden Lebensgeschichten bearbeiten oder erstellen. Ziel
ist, eine effektive Handlungsgrundlage zu geben, die alle für die Bio-
graphiearbeit wichtigen Themen abdeckt. Die Teilnehmer erhalten so die
Möglichkeit, künftig noch professioneller und erfolgreicher zu arbei-
ten.
Termine:
31. März - 2. April 2006, Dämeritz Seehotel, 12589 Berlin-Köpenick
(Ostdeutschland)
16. - 18. Juni 2006, Hotel Krone, 86168 Niederstotzingen (Süddeutsch-
land)
23. - 25. Juni 2006, Seminarhotel Georg, 58453 Witten-Annen (West-
deutschland)
14. - 16. Juli 2006, SeminarHotel Schulz, 29303 Bergen (Norddeutsch-
land)
21. - 23. Juli 2006, Hotel Röse, 36179 Bebra (Deutschland Mitte)
Zeit:
Beginn jeweils 14 Uhr, Ende 15 Uhr
Kosten:
EUR 450,- für Mitglieder des Biographiezentrums, EUR 520,- für Nicht-
mitglieder (inkl. Übernachtungen, Vollpension, Tagungsverpflegung)
Anmeldeschluss jeweils 5 Wochen vor Beginn des Workshops.
Anmeldung:
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Tel. 082 43 / 99 38 46
http://www.biographiezentrum.de
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SCHREIB-KICK:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
Unser Schreib-Kick für den Dezember, diesmal von Jenni Schreiner:
Gruselgeschichte (für Gruppen)
A. Jedes Gruppenmitglied bekommt drei Zettel. Auf den ersten werden
Stichworte über eine normale Situation in der Nacht geschrieben (Aus-
gangslage), auf den zweiten eine Wahrnehmung, die etwas Gruseliges an-
deutete (z. B. eine unerwartete Begegnung, Schatten, Geräusche). Auf
den dritten Zettel schreibt jeder anschauliche Formulierungen darüber,
wie auf das Unheimliche reagiert wird (Empfindungen, Körperreaktionen,
Ausrufe ...).
B. Die Zettel werden verlost. Anschließend verarbeitet jeder die drei
Bausteine zu einer Gruselgeschichte.
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LESERBRIEFE:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
Liebes Team des Autorenforums, Herausgeber des Tempest!
Seit längerem schon bin ich treue Leserin Ihres Newsletters, den ich
jeden Monat gespannt erwarte.
Viele wertvolle Tipps und Anregungen hab ich Ihrem Newsletter und
auch der Internetplattform zu verdanken.
Für Ihre Mühe, Ihr Wissen und Können mit angehenden und routinierten
Autor(inn)en zu teilen; Informationen, News, Termine, Wettbewerbe usw.
zu recherchieren und weiterzugeben, dafür möcht ich mich mit Weih-
nachtsgedanken aus eigener Feder bei Ihnen bedanken.
Besinnliche Festtage und viel Erfolg im kommenden Jahr wünscht Ihnen
herzlichst
Gabi Kolaja
++++++++++
Liebes Autorenforum, lieber Tempest!
Nach meiner Rechnung feiert ihr diesen Monat das 10-jährige Jubiläum.
Stimmts? Wenn ja, gratuliere ich euch allen ganz herzlich. Eure Bei-
träge sind für mich ein wichtiger Faktor. Ich freue mich auf jede Aus-
gabe und bin immer sehr gespannt darauf, was kommen wird.
Ich wünsche euch allen eine schöne Advent- und Weihnachtszeit und al-
les Gute für das neue Jahr.
Mit herzlichen Grüßen
Ursula Roffler
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AUTORENWISSEN:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
"Das professionelle Exposé:
So präsentieren Sie Ihr Sachbuchprojekt einem Verlag"
von Oliver Gorus
Viele Sachbuchautoren schreiben im Exposé zu viel über den Inhalt und
liefern dem Verlag zu wenige Verkaufsargumente. Dabei ist das Exposé
Ihr Verkaufsprospekt gegenüber dem Verlag. Wenn Sie an Ihr Buch den-
ken, steht für Sie womöglich Ihr spezielles Thema im Vordergrund für
den Verlag steht im Vordergrund, ob es sich um ein gutes Geschäft han-
delt. Deshalb sollte das Exposé Ihr Projekt als Verlagsprodukt präsen-
tieren. Je besser Sie sich in die Lage derjenigen versetzen können,
die über den Zuschlag zu Ihrem Projekt entscheiden, und je mehr Aspek-
te Sie berücksichtigen, die bei dieser Entscheidung den Ausschlag ge-
ben, desto größer sind Ihre Chancen.
Die Entscheidung über neue Bücher trifft im Verlag die Programmkonfe-
renz. Diese besteht aus Vertretern von Lektorat, Vertrieb, Marketing
und Presseabteilung sowie Geschäftsleitung und Herstellung. Jeder
Teilnehmer hat die seiner Rolle im Geschäftsprozess entsprechende
Sicht auf Ihr Projekt und muss durch passende Argumente überzeugt wer-
den.
Die meisten Verlage haben ein spezielles Formular für Projektvorschlä-
ge, womit der Lektor der Programmkonferenz ein neues Projekt vor-
stellt. Die Basis dafür bildet Ihr Exposé. Sie stellen es dem Verlag
am besten als offene Microsoft Word-Datei zur Verfügung, damit der
Lektor Informationen leicht in das Formular übernehmen kann.
Welche einzelnen Elemente sollte Ihr Exposé enthalten, damit die Pro-
grammkonferenz begründet entscheiden kann?
Titel, Umfang, Zeitplan und Positionierung
Platzieren Sie zunächst den Arbeitstitel und den Untertitel Ihres
Buchprojekts sowie Ihren Namen und ggf. die Namen Ihrer Co-Autoren
deutlich hervorgehoben auf der ersten Seite des Exposés. Der Verlag
braucht außerdem für seine Planung einige weitere Daten: Zunächst ge-
ben Sie an, ob Ihr Manuskript bereits vollständig erstellt ist oder ob
Sie ein Konzept und einen Probetext haben. Das Letzte ist der Ideal-
fall, denn die Non-Fiction-Verlage wollen Konzepte, nicht Manuskripte
angeboten bekommen anders als z. B. im Feld der Belletristik.
Der Verlag möchte außerdem wissen, wann Sie das vollständige Manu-
skript abgeben können, denn daraus errechnet sich unter Berücksichti-
gung des Vorlaufs für Marketing und Produktion der Erscheinungstermin.
Da Sie nicht wissen, wie lange es dauern wird, bis Sie einen Vertrag
erhalten und mit der Manuskriptarbeit beginnen können, geben Sie am
besten einen relativen Zeitpunkt an, beispielsweise "sechs Monate nach
Vertragsunterzeichnung".
Den geplanten Umfang sollten Sie im Exposé in Zeichen inklusive Leer-
zeichen angeben, das ist eindeutiger als die Seitenzahl. Die Zeichen-
zahl ermittelt Ihre Textverarbeitung. Haben Sie bereits ein Probekapi-
tel geschrieben, können Sie den Gesamtumfang Ihres geplanten Buchs
leicht schätzen. Diese Umfangsschätzung sollte auch für den Verlag mit
Blick auf den Probetext und das vorläufige Inhaltsverzeichnis stimmig
und leicht nachvollziehbar sein. Geben Sie zusätzlich auch an, ob Sie
Abbildungen planen und wie viele es werden sollen.
Als Nächstes sollte Ihr Exposé Aussagen zur Positionierung beinhalten.
In welche Abteilung und in welches Regal soll der Buchhändler Ihr Buch
einsortieren? Oft geht das aus dem Arbeitstitel nicht eindeutig her-
vor. Verbirgt sich hinter "Alles einfach!" ein Buch für die Wirt-
schaftsabteilung, oder soll der Titel in das Regal Lebenshilfe? Gehen
Sie im Zweifel in eine große Buchhandlung und schauen Sie sich die
Regalbezeichnungen an.
Die Zielgruppe
Machen Sie auch möglichst genaue Angaben zur Zielgruppe. Der Verlag
will die Zielgruppe kennen, damit das Marketing darauf abgestimmt wer-
den kann. Die Definition der Zielgruppe und ihre Erreichbarkeit sind
in der Programmkonferenz oft Anlass zu kontroversen Diskussionen zwi-
schen Lektorat, Vertrieb und Marketing. Bei Fachbüchern lässt sich die
Zielgruppe im Exposé meist nach der Berufsbezeichnung oder -rolle ein-
grenzen. So hat z. B. das Buch "Effektives Projektmanagement" als
Zielgruppe "Projektleiter, Projektmitarbeiter und verantwortliche Ma-
nager".
Beim Ratgeber besteht die Zielgruppe mehr oder weniger aus den Betrof-
fenen. Das Buch "Leukämie was nun?" richtet sich dann z. B. an "Be-
troffene, ihre Angehörigen und Pflegepersonal". Personenkreise, für
die das Buch sonst noch interessant sein könnte, obwohl es sich nicht
direkt an sie richtet, lassen Sie besser weg. Beim letztgenannten Bei-
spiel also etwa "Ärzte". Denn sonst stiften Sie beim Verlag nur Ver-
wirrung über die exakte Positionierung.
Das Thema
Das Thema und seine aktuelle Relevanz für die Zielgruppe ist der
nächste Punkt Ihres Exposés. Aber Vorsicht: Der Lektor will hier nicht
über viele Seiten den Inhalt Ihres Buches erklärt bekommen, sondern
einen oder vielleicht zwei prägnante Absätze lesen, die er so am bes-
ten auch an den Vertrieb weiterreichen kann. Wichtiger als inhaltliche
Ausführlichkeit ist es, den Verlag davon zu überzeugen, dass Ihr Thema
aktuell und von großem Interesse für die potentiellen Buchkäufer ist.
Liefern Sie dazu möglichst Beweise oder Belege aus Studien, der Presse
usw.
In einem weiteren Absatz beschreiben Sie, wie Ihr Buch das Thema genau
umsetzen wird und welchen konkreten Nutzen der Leser davon hat. Zeigen
Sie dem Verlag, dass Sie nicht nur das Thema beherrschen, sondern es
auch dem Medium Buch gerecht aufbereiten können. Nennen Sie hier auch
Merkmale, die die Darstellungsweise besonders interessant machen, etwa
zahlreiche Beispiele oder einzigartiges Bildmaterial.
Die Konkurrenz
Der nächste Punkt, die Konkurrenzanalyse, ist vor allem für den Ver-
trieb des Verlages sehr wichtig. Konkurrenzwerke sollten Sie mit bib-
liographischen Angaben (Autor, Titel, Untertitel, Verlag, Erschei-
nungsjahr) in Ihrem Exposé auflisten. Sinnvoll ist, auch einige Titel
aus dem erweiterten Wettbewerbsumfeld zu benennen. Sie zeigen damit,
dass Sie sich mit dem Markt beschäftigt haben. Bücher, deren Erschei-
nungstermin oder letzte Neuauflage schon länger zurückliegt oder die
derzeit nicht mehr lieferbar sind, können Sie unberücksichtigt lassen.
Entscheidend ist die deutliche Abgrenzung Ihres Buchs von Konkurrenz
und Marktumfeld. Nennen Sie klare, nachvollziehbare und sachliche,
konzeptionelle Unterscheidungsmerkmale. Auf keinen Fall sollten Sie
Konkurrenzwerke werten, also etwa als "langweilig" oder "oberfläch-
lich" bezeichnen, oder behaupten, dass Ihr Buch schlicht besser sei.
Eine rein qualitative Abgrenzung zur Konkurrenz ist nämlich für den
Vertrieb schlicht wertlos: Am Markt zählt, welches Buch eine Allein-
stellung hat oder zuerst da war.
Der Autor
Der Verlag erwartet auch Angaben zu Ihrer Person. Fügen Sie hier nicht
einfach einen Lebenslauf ein, sondern überlegen Sie, welche Informati-
onen der Verlag gebrauchen kann. Der Verlag will wissen, was gerade
Sie befähigt, genau dieses Buch zu schreiben, und inwiefern Sie das
Thema auch glaubwürdig verkörpern. Die Presseabteilung will vor allem
eine Story für die Journalisten.
Wenn Sie beratend tätig sind, können Sie allseits bekannte Vorzeige-
kunden nennen. Und wenn Sie bereits etwas veröffentlicht haben, soll-
ten Sie das unbedingt erwähnen. Auch ist es geschickt, schon im Exposé
darauf hinzuweisen, was Sie selbst zur Vermarktung des Buchs beitragen
wollen. Vielleicht bieten Sie regelmäßig Seminare an und können dort
das Buch einsetzen oder bewerben?
USPs
Schließlich empfiehlt es sich, schlagende Verkaufsargumente für Ihr
Buch in Stichpunkten aufzuzählen. Solche so genannten USPs (Unique
Selling Propositions) sind das Handwerkszeug der Verlagsvertreter.
Bringen Sie hier an, was Ihr Buch einzigartig macht. Ein Verkaufsargu-
ment ist etwa, wenn es sich um das einzige Buch zum Thema handelt. (A-
ber Vorsicht: Das muss hundertprozentig stimmen, denn spätestens der
Buchhändler weiß es sonst besser ...) Beim Sachbuch ist häufig der
Neuigkeitswert oder die Exklusivität der gewährten Einblicke ein Al-
leinstellungsmerkmal, manchmal die besondere Position oder Kompetenz
des Autors, manchmal eine besondere Darstellungsweise.
Die Gliederung
Sie ergänzen Ihr Exposé nun noch um die vorläufige Gliederung. Dann
formatieren Sie das gesamte Exposé klar, übersichtlich und möglichst
schlicht, in einer auch für geschäftliche Korrespondenz üblichen
Schriftgröße (beispielsweise Times New Roman 12 Punkt). Schicken Sie
es gemeinsam mit einem Probetext an den Lektor, mit dem Sie vorher
persönlich gesprochen haben. Niemals sollten Sie es unverlangt versen-
den, wenn Sie nicht riskieren möchten, neben dem Schreibtisch des Lek-
tors auf dem großen Stapel zu landen, der von Praktikanten regelmäßig
durch das Versenden von Standardabsagen im Wachstum begrenzt wird.
Wenn Ihr Exposé prägnant und aussagekräftig ist und genügend Verkaufs-
argumente enthält, wird Ihr Buchprojekt seine gerechte Chance in der
Programmkonferenz erhalten.
Alle Bestandteile auf einen Blick
Die Bestandteile eines Exposés für Non-Fiction-Bücher hier noch einmal
auf einen Blick. Die Reihenfolge der einzelnen Punkte ist dabei nicht
entscheidend.
Name des Autors bzw. der Autoren
Arbeitstitel inklusive Untertitel
Status des Projekts
Abgabetermin
Umfang, Zahl der Abbildungen
Regalplatz im Buchhandel und Genre (Buchgattung)
Zielgruppe
Buchthema und Relevanz für die Zielgruppe
Umsetzung des Themas und Nutzen für den Leser
Konkurrenz
Über den Autor (die Autoren)
USPs (Verkaufsargumente)
Gliederung
Probetext (separat)
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Oliver Gorus ist Autorenberater und Geschäftsführer der Literaturagen-
tur Gorus, Engen und Berlin. Sein Buch "Erfolgreich als Sachbuchautor"
erscheint im Herbst 2006 beim Verlag Gabal.
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BUCHBESPRECHUNG:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
"Über Theater schreiben"
besprochen von Ben Sonnborn
Es gibt viele Textgattungen, die es lohnen, näher betrachtet zu wer-
den; die Theaterkritik ist eine davon. Was ist eigentlich ein Theater-
rezensent, und worin besteht seine Aufgabe? Ist er Teil der Inszenie-
rung, ein Empfänger, der die ihm von der Bühne zugeworfenen Bälle auf-
fängt, also Erster Repräsentant des gesamten Publikums? Oder gehört er
nicht zum Theater, darf nicht dazugehören, sondern muss aus größtmög-
licher Distanz seine Urteile fällen?
Unter anderem diesen Fragen geht das Buch "Über Theater schreiben" von
Kai Splittgerber und Stephan Porombka nach, in dem sieben Interviews
mit Theaterkritikern aufgezeichnet wurden. In den Gesprächen entfalten
diese Kritiker die Poetiken ihrer individuellen Arbeitsweise. Es geht
"um die Beobachtung des Theaterbetriebs und um die Möglichkeit, über
das Theater die Kultur zu beobachten".
Eva Behrend, Redakteurin bei "Theater heute", gibt über ihre Vorstel-
lung einer Kritik zu Protokoll: "Darüber schreibe ich: meine subjekti-
ve Wahrnehmung möglichst präzise beschreibend, mit einer gewissen Se-
herfahrung, mit einem gewissen rhetorischen Aufwand."
Sie empfiehlt das intensive Studium von Kritiken, nicht nur des In-
halts, sondern auch der Form wegen, und daran anschließend die Nachah-
mung, damit man verinnerlicht, auf welche Weise Texte funktionieren.
Das klingt für Literaten vertraut, und einige werden auch schon den
Trick von Robin Detje kennen, der im Café schreibt, damit er sich sel-
ber überzeugen kann, dass er nicht arbeitet, sondern bloß Kaffee
trinkt und ein bisschen herumtippt.
"Über Theater schreiben" enthält für alle Kritiker, egal ob sie Thea-
ter, Film oder Literatur unter die Lupe nehmen, wichtige Anregungen,
damit sie sich über die Kriterien ihrer Beurteilung bewusst werden
können und über ihre Rolle und Verantwortung auf dem Markt der Kunst-
produktionen. Und nicht zuletzt lädt es dazu ein, den eigenen Schreib-
prozess zu hinterfragen und experimentell zu erweitern.
Kai Splittgerber, Stephan Porombka: "Über Theater schreiben. Werk-
stattgespräche mit Theaterkritikern", 2005, 243 Seiten, 15,40 Euro,
Verlag Glück & Schiller
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INTERVIEW:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
"Nur stimmige Details geben einem Roman die Tiefe, die er braucht"
Interview mit Rainer Wekwerth
Rainer Wekwerth gehört zu jenen beneidenswerten Autoren, die schon als
Kind wussten, dass sie einmal Schriftsteller werden wollten. Mit sie-
ben Jahren brachte er seine erste Kurzgeschichte zu Papier, "Der I-
gel", fünf Sätze, die er noch heute aufbewahrt. 1996 erschien sein
Kinderbuch "Emilys wundersame Reise ins Land der Träume"und wurde für
mehrere Buchpreise nominiert. Seither sind 16 Bücher von ihm erschie-
nen, in Publikumsverlagen wie Heyne, Scherz oder Fischer, darunter
auch sein dritter Thriller: "Das Hades-Labyrinth". Doch damit ist bei
Rainer Wekwerth noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.
Er veranstaltet Schreibkurse und ist auch Literaturagent.
Ramona Roth-Berghofer: In diesem Jahr ist Ihr Roman "Das Hades-
Labyrinth" im Fischer-Verlag erschienen, ein Psychothriller, der in
den unterirdischen Tunneln und Höhlen der Stadt Lichtenfels angesie-
delt ist und in dem es um die Rache eines Mannes geht, der Unfassbares
hat erleiden müssen. Ihre historischen Bezüge, Ihre Recherchen reichen
dabei zurück bis ins 15. Jahrhundert. Wie kamen Sie auf die Idee zu
diesem Roman? Wie sind Sie beim Recherchieren und Schreiben, beim Ver-
weben der Fakten und der Ihnen vorschwebenden Fiktion vorgegangen?
Sind Sie mehr ein intuitiver Autor, oder planen Sie jedes Detail im
Voraus?
Rainer Wekwerth: Es ging mir in diesem Buch darum, einen Menschen zu
zeigen, der alles verloren hat, was das Leben lebenswert macht. Ich
wollte eine Figur erschaffen, die außerhalb unserer Gesellschaft exis-
tiert, die ein Dasein führt, das uns unbegreiflich ist. Besonders in-
teressant war für mich dabei, wie meine Hauptfigur Daniel Fischer ver-
sucht, sich zurück ins Leben zu tasten, nur um festzustellen, es gibt
für ihn kein Leben mehr. Adam, ein wahnsinniger Mörder, hat ihm sein
Leben genommen, und nur Adam kann es ihm wiedergeben. Daniel Fischer
muss sich seinen Ängsten und einem übermächtigen Gegner stellen, wenn
er eine Zukunft haben will. Er muss dahin zurückkehren, wo ihm alles
angetan wurde und wo die Schrecken der Vergangenheit auf ihn warten.
Die Idee zu diesem Roman war die Figur Daniel Fischer, deren Schicksal
ich mit dem Schicksal eines Wahnsinnigen verknüpfte. Die historischen
Bezüge ergaben sich, als ich den Schauplatz der Story festlegte. Ich
wollte einen exotischen Ort, nah und doch vollkommen fremd, also ver-
lagerte ich den Beginn und das Ende der Geschichte unter die Erde, in
Höhlen, Schächte und natürliche Tunnel. Daraus ergab sich allerdings
die Problematik, dass ich erklären musste, warum sich Fischers Gegen-
spieler in eine Welt ohne Licht zurückgezogen hat. Die historischen
Bezüge zu Vlad Dracul ergaben sich dann wie von selbst.
Normalerweise plane ich alle Details und den kompletten Handlungsab-
lauf, aber bei diesem Roman habe ich mich auf die Geschichte eingelas-
sen. Ich kannte nur den Anfang und hatte eine vage Ahnung vom Ende.
RRB: Wie umfangreich gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Lekto-
rat des Fischer-Verlags?
RW: Der Fischer-Verlag bekam den fertigen Text und machte Verbesse-
rungsvorschläge, die aber die Geschichte nur unwesentlich verändert
haben.
RRB: Hatten Sie Einfluss auf die Titelwahl, die Wahl des Buchcovers
oder den Klappentext?
RW: Ein klares "Nein". Ich hatte verschiedene Titel vorgeschlagen, a-
ber der Verlag entschied sich für "Das Hades-Labyrinth", ein Titel,
der für mich nicht ausdrückt, was ich wollte. Da ich Grafik-Designer
von Beruf bin, habe ich natürlich ein Cover gestaltet, aber auch hier
ging der Verlag, ebenso wie im Klappentext, eigene Wege.
RRB: Wie kamen Sie zum Schreiben? Gab es ein bestimmtes Schlüsseler-
lebnis?
RW: Ich wusste schon mit sieben Jahren, dass ich Schriftsteller werden
will. Kaum konnte ich schreiben, habe ich auch schon die erste Ge-
schichte zu Papier gebracht. Ich behaupte immer, dass man sich seine
Leidenschaft nicht aussuchen kann, sondern dass die Leidenschaft sich
den Menschen aussucht. Wäre es anders, würde heutzutage niemand mehr
Kunst, sondern Wirtschaftinformatik studieren.
RRB: Wie lange arbeiten Sie im Durchschnitt an einem Roman?
RW: Ungefähr ein Jahr lang. Viel Zeit verwende ich dabei auf Recher-
che, denn ich bin der Ansicht, nur stimmige Details geben einem Roman
die Tiefe, die er braucht, um glaubhaft zu sein.
RRB: Wie sieht der Alltag Ihres Autorenlebens aus?
RW: Da ich vom Schreiben nicht leben kann, arbeite ich hauptberuflich
als Grafik-Designer. Das bedeutet, neben meinem Beruf und meinen Auf-
gaben als Ehemann und Vater bleibt mir nur nachts die Zeit, zu schrei-
ben. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist es manchmal hart, sich an
den Computer zu setzen und nicht die Flucht an die Glotze anzutreten.
RRB: Sie schreiben unter dem Pseudonym Jonathan Abendrot Kinderbücher
und unter dem Pseudonym David Kenlock u. a. Ihre Thriller. Was hat Sie
bewogen, Ihr letztes Pseudonym aufzugeben?
RW: Als ich begann, internationale Thriller zu schreiben, dominierten
die amerikanischen und englischen Autoren den Buchmarkt. Man hätte es
einem deutschen Autor schlichtweg nicht abgenommen, dass er auf diesem
Niveau mithalten kann. Ein deutscher Autor, der seine Handlung in den
USA spielen, amerikanische und chinesische Geheimdienste agieren lässt
und dabei eine Story schreibt, die düstere Visionen einer möglichen
Zukunft für die gesamte Menschheit aufzeigt, das wäre so, als versuche
ein amerikanischer Koch einen rheinischen Sauerbraten zu kochen. Die
Zutaten mögen stimmen, aber ein deutscher Koch könnte es bestimmt bes-
ser.
Durch die Erfolge meiner deutschen Kollegen Andreas Eschbach und Frank
Schätzing haben das Lesepublikum und die deutschen Verlage begriffen,
dass es auch hierzulande Autoren gibt, die sich keineswegs vor der in-
ternationalen Übermacht verstecken müssen.
RRB: Warum geben Sie Schreibkurse?
RW: Im Gegensatz zu den USA, wo man an jeder Highschool, jedem College
und jeder Universität Kurse im kreativen Schreiben belegen kann, ist
Deutschland in dieser Hinsicht Entwicklungsland. Amerikanische Autoren
sind schon am Beginn ihrer Karriere wesentlich professioneller und
handwerklich besser ausgebildet als ihre deutschen Kollegen, die sich
alles mühsam selbst beibringen müssen. Da verwundert es nicht, dass
die Bestsellerlisten von amerikanischen Autoren belegt werden.
In Deutschland zählt nur die "hohe" Literatur, und diese Autoren wer-
den in den Augen der Öffentlichkeit bereits als Genies geboren. Dass
es ebenso eine Kunst ist, spannende und anspruchsvolle Unterhaltungs-
literatur zu schreiben, hat man hierzulande noch nicht begriffen. Aber
bei allem Talent, auch das Handwerk will gelernt sein. Oder würden sie
sich von einem Chirurgen operieren lassen, der zwar talentiert ist,
aber keine medizinische Ausbildung hat?
RRB: Was bewog Sie, seit diesem Jahr auch als Literaturagent tätig zu
werden?
RW: Seit ich als Schriftsteller bekannt wurde und mit meinen Lesern in
Kontakt kam, gab es immer wieder die hoffnungsvolle Frage: "Ich
schreibe auch, und die Meinung eines professionellen Schriftstellers
wäre sehr hilfreich für mich. Könnten Sie mal meinen Text lesen?" Und
da ich schlecht "Nein" sagen kann, tat ich das in den meisten Fällen
auch. Überraschenderweise waren einige der Texte sehr gut, die Autoren
oder Autorinnen hoch begabt. Also habe ich Kontakte zu Verlagen und
Agenten hergestellt. Irgendwann kam mir dann der Gedanke, das Potenti-
al der an mich herantretenden Autoren und mein eigenes Potential, Ta-
lent zu erkennen, zu nutzen.
Einen weiteren Grund lieferten meine Schreibkurse, die ich schon seit
Jahren gebe. Auch hier stoße ich immer wieder auf herausragende Talen-
te. Da ich den harten und mühsamen Weg bis zu einer Veröffentlichung
kenne, war mir klar, dass es viele der Autoren nicht schaffen würden,
selbst bei einem Verlag unterzukommen oder einen Agenten zu finden.
Irgendwann, nach unzähligen Absagen, würden sie frustriert aufgeben,
und so sollte es nicht sein. Ich kenne die Verlagswelt und die Proble-
me der Autoren, es lag also nahe, meinen Service für Nachwuchsautoren
um die Agenturtätigkeit zu erweitern.
Allerdings halte ich beides streng getrennt. Ich versuche eindeutig
klarzustellen, dass die Agentur nicht dazu da ist, meine Schreibkurse
mit Teilnehmern zu versorgen. Autoren, die sich direkt an die Agentur
wenden (und das ist der Großteil), werden im Fall einer Absage nicht
zu meinem Schreibkurs eingeladen. Autoren, die von mir eine Absage
erhalten, können und sollen nicht an meinen Schreibkursen teilnehmen.
Andersherum arbeite ich mit Autoren, die von mir einen Agenturvertrag
erhalten, intensiv, kostenlos und außerhalb der Schreibkurse weiter,
bis sie einen Stand erreicht haben, bei dem ich mit ruhigen Gewissen
und Zuversicht an die Verlage herantreten kann.
RRB: Gibt es noch irgendein Genre, das Sie als Autor sonst noch reizen
würde? Wie sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus?
RW: Ich möchte gern noch einen historischen Roman schreiben und mich
danach auf Geschichten konzentrieren, die nur aufgrund ungewöhnlicher
Figuren leben. Also weniger "Action", dafür mehr "Menschlichkeit".
RRB: Welchen Roman (welche Zeitschrift, Kurzgeschichte ...) lesen Sie
gerade? Was hat Sie am stärksten beeindruckt?
RW: Ich lese gerade James Meek, "Die einsamen Schrecken der Liebe".
Beeindruckt hat mich in letzter Zeit C. C. Humphreys "Die Hand der An-
na Boleyn", ein großartiger Abenteuerroman voller Leben.
RRB: Hätten Sie sonst noch einen Rat für angehende Autoren?
RW: Schreiben. Schreiben. Schreiben. Und niemals aufgeben.
RRB: Vielen Dank für das Interview.
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VERLAGSPORTRAIT:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
Storia-Verlag
Struck & Hartmann GbR
Gerlosstraße 10
81671 München
Telefon: (0 89) 62 42 29-18
Fax: -19
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
http:/www.storia-verlag.de
Gründer des Verlags sind Sarah Ines Struck und Frank H. Hartmann. Der-
zeit gibt es keine weiteren Mitarbeiter/innen.
Beide Verleger üben derzeit neben der Verlagsarbeit und ihren kreati-
ven Tätigkeiten als Autorin und Fotograf noch einen Brotjob aus: Sarah
Ines Struck als PR-Redakteurin, Frank H. Hartmann als Gastronom.
Anlass für die Verlagsgründung
Die Idee, einen Verlag zu gründen, hatte jeder der beiden Verleger
schon seit mehreren Jahren. Im Jahr 2000, als sie sich kennen lernten,
sprachen sie das erste Mal darüber. Im Frühjahr 2004 war dann der
richtige Zeitpunkt vom Instinkt her und natürlich auch finanziell.
Der Verlag wurde offiziell im Frühjahr 2004 gegründet und brachte sei-
ne erste Veröffentlichung im Oktober 2004 heraus. Im Jahr 2005 stellte
er sein erstes richtiges Programm vor mit drei ganz unterschiedli-
chen Neuerscheinungen, die für die drei zukünftigen Felder des Ver-
lagsprogramms stehen.
Programm, Philosophie, Schwerpunkte
Das Programm des Verlages steht unter dem Motto der Lust (nicht nur,
aber auch der erotischen) und des Genießens (geistig, körperlich, emo-
tional, kulinarisch etc.).
Inspiriert wurden Frau Struck und Herr Hartmann zum Beispiel von Clau-
dia Gehrkes Konkursbuchverlag und Benedikt Taschens Taschen-Verlag, um
nur zwei zu nennen.
Die drei Schwerpunkte sind zurzeit: erstens Belletristik mit eroti-
schem Touch und Erotika mit Niveau, zweitens Sachbücher und Ratgeber
über Genießerthemen und drittens Fotobände. Später kommen eventuell
als vierter Schwerpunkt noch Reisebücher hinzu.
AutorInnen
Bisher haben die beiden Verleger zwei erotische Anthologien herausge-
geben, die erste mit 44 AutorInnen (Amour fou, Lyrik & Prosa, 2004),
die zweite mit 31 (Mordlust, Erotic Crime Stories, 2005), die der Sto-
ria-Verlag über Ausschreibungen gefunden hat.
Außerdem hat der Verlag dieses Jahr ein erotisches Kochbuch mit der
Autorin Rose Marie Donhauser gemacht (Fingerfood for Lovers, Kulinari-
sches für davor, danach und mittendrin, 2005). Von diesem Buch erhofft
sich der Storia-Verlag sehr viel, denn die beiden Verleger glauben,
dass die Zeit und das Publikum (wieder?) reif sind für eine neue Sinn-
lichkeit. Gerade in einer Zeit, in der zu viel über Nützlichkeit gere-
det wird.
Frau Struck und Herr Hartmann sind sehr glücklich, dass Frau Donhau-
ser, die als Kochbuchautorin schon recht arriviert ist, mit ihrem
Liebhaberprojekt (und das ist es im wahrsten Sinne des Wortes) zum
Storia-Verlag gekommen ist. Damals war der Verlag noch ein Ein-Buch-
Verlag mit nicht viel mehr als einer Vision. Die Autorin hatte in dem
Buchhändlermagazin BuchMarkt einen Artikel über die Verlagsgründung
gelesen und dem Verlag vertraut.
Außerdem wurde eine Fotoreihe mit dem Fotoband über Landschafts- und
Naturfotografien von Frank H. Hartmann begonnen (Soier Momente, Bilder
aus dem Pfaffenwinkel, 2005).
AutorInnen gesucht?
Ja, der Verlag sucht noch AutorInnen: Es wird voraussichtlich auch
nächstes Jahr wieder eine Anthologie-Ausschreibung geben (Arbeitsti-
tel: ReiseLust, Genre: Prosa, Thema: erotische Reiseerlebnisse, Ein-
sendeschluss und Erscheinungsdatum stehen noch nicht fest; weitere
Einzelheiten zur Ausschreibung werden demnächst auf der Webseite ver-
öffentlicht. Interessierte Autoren können sich gerne in den Autoren-
verteiler eintragen: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. , sie
werden dann informiert).
Im nächsten Jahr möchte der Verlag im Bereich Belletristik / Erotika
einen Roman herausbringen gerne auch von einer/m Jungautor/in. (Ma-
nuskripteinsendungen bitte nicht unaufgefordert per Post, sondern als
E-Mail mit Exposé und einer Leseprobe vom Anfang des Manuskriptes
an: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. ).
Im Bereich Genuss / Ratgeber und Fotoband steht das Programm für 2006
schon ziemlich fest. Frau Struck und Herr Hartmann sind aber für gute
Ideen, die in das Konzept passen, jederzeit offen.
An Lyrik sind die beiden zwar prinzipiell interessiert, planen aber
aktuell keinen Lyrikband.
Nicht interessiert ist der Verlag an Fantastik, Horror, Märchen, Me-
moiren u. Ä.
Konditionen
Anthologie-AutorInnen erhalten ein Freiexemplar und die (freiwillige)
Möglichkeit, ermäßigte Subskriptionsexemplare zu bestellen.
Bei Einzelveröffentlichungen orientiert sich der Verlag am Normvertrag
des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Vorschüsse können derzeit
aber leider nicht bezahlt werden. Der Storia-Verlag nimmt selbstver-
ständlich keine Druckkostenzuschüsse.
Die Manuskripte sollten möglichst als Normseiten formatiert werden;
eine Beispielvorlage dazu findet sich auf der Verlags-Webseite unter
den Autoren-Infos.
Inhaltlich soll das Buch gut und spannend erzählt und sauber recher-
chiert sein (ob Belletristik oder Ratgeber), den Leser verführen und
in eine unbekannte Welt entführen. Der Leser soll an und über Grenzen
getrieben, aber nie belehrt werden. "Das Amt des Dichters ist nicht
das Zeigen der Wege, sondern vor allem das Wecken der Sehnsucht."
(Hermann Hesse)
Zukunftspläne, Perspektiven
Kurzfristig: Das aktuelle Programm soll gut promotet werden. Mittel-
fristig: Nächstes Jahr will der Storia-Verlag mindestens vier neue Bü-
cher machen. Langfristig: Frau Struck und Herr Hartmann wollen ideel-
len und finanziellen Erfolg für sich und die Autoren erwirtschaften.
Das Besondere des Verlags
Klein, wendig, unabhängig, professionell, leidenschaftlich ... Ansons-
ten, urteilen Sie selbst!
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FRAGEN SIE HONEYBALL, LEKTOR UND AUTORENFRESSER:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
Sehr geehrter Herr Honeyball,
nachdem ich mit Hilfe Ihres Ratschlages beachtliche Erfolge bei Lite-
raturwettbewerben erzielt habe (Sie gestatten, dass ich ein wenig an-
gebe: die bronzene Ehrennadel in Plastik beim Taxöldern-Bodenwöhrer
Wettbewerb für transsexuelle Nachwuchslyriker, Rubrik Sonett), bin ich
jetzt neugierig darauf, ob Sie mir auch zu einem zweiten finanziell
lukrativen Standbein verhelfen können. Kurzum: Wie komme ich an ein
Stipendium?
Im Voraus vielen Dank für Ihre Hilfe
Kim E. Ragnarökk
++++++++++
Sehr geehrter Herr, werte Frau Ragnarökk,
ach, Taxöldern-Bodenwöhr! Da kommen alte Gefühle hoch. Herrliche Ober-
pfalz! Eiskalte Winternächte am Kamin zusammen mit den Mädels vom ka-
tholischen Frauenbund Taxöldern. Oder die Fackelwanderung mit der
Freiwilligen Feuerwehr! Mein überwältigender Sieg beim Preisschafskopf
im Gasthof Schiessl in Bodenwöhr, die Treffen des Kalligraphiezirkels,
die Sommernächte am See. Das waren noch Zeiten. Da musste ich mich
noch nicht mit unfähigen Autoren herumärgern, musste nicht jeden Monat
saudumme Fragen ... aber ich schweife ab. Die Adventszeit und das her-
annahende Fest machen mich immer nostalgisch.
Zu Ihrer Frage. Tatsächlich bereitet es vielen guten Autoren große
Probleme, ein Stipendium zu erhalten. Egal ob von Bund, Land oder ei-
nem anderen Träger finanziert, stets scheinen die Kriterien undurch-
sichtig, die Vergabemethoden zufällig, die Jurymitglieder Analphabe-
ten. Viele der Begünstigten sind zu offenkundig Stümper. Das alles ist
richtig. Dennoch geben nicht wenige Autoren sich große Mühe, beweisen
Zähigkeit, in der Hoffnung, mit jedem Male, mit jedem Werk, das besser
ist als sein Vorgänger, erhöhten sich ihre Chancen.
Das Gegenteil ist der Fall. Je besser ein Autor schreibt, desto gerin-
ger sind seine Chancen auf ein Stipendium. Was seine Berechtigung hat.
Ein guter Autor braucht kein Stipendium, weil er irgendwann von allei-
ne einen Verlag findet und es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch er
vom Erfolg gefunden wird. Bedürftig sind die im Schreiben Schwachen.
Den Schwächsten der Schwachen, ihnen, denen selbst ein Druckkostenzu-
schussverlag seine mit Goldintarsien verzierte Tür aus illegal be-
schafften Tropenhölzern (!) vor der Nase zuschlägt, soll ein Stipendi-
um helfen, sich wenigstens kuschelig dicke Zeitungen für die Parkbänke
leisten zu können, auf denen sie überwintern müssen.
Doch einfach einen schlechten Text einzusenden wird Ihnen nicht hel-
fen. Die Kommissionsmitglieder, die über die Geldvergabe entscheiden,
sind nämlich so trainiert, dass sie den miserablen Text eines miserab-
len Autors vom miserablen Text eines guten Autors unterscheiden kön-
nen. Hermann Hesse etwa bekam vor allem deshalb kein Stipendium für
seinen Roman "Das Glasperlenspiel", weil er sich zuvor schon einige
Male als recht passabler Schreiber er- und bewiesen hatte.
Demzufolge: Verschweigen Sie sämtliche Veröffentlichungen und Preise,
damit gar nicht erst der Verdacht aufkommt, Sie könnten schreiben. Ih-
re Vita sollte keinerlei Affinität zum Berufsstand des Schriftstellers
erkennen lassen. Behaupten Sie frech, einer Dynastie von mittellosen
Analphabeten zu entstammen. Fragt man nach Ihrer Haupteinnahmequelle,
schreiben Sie: "je nachdem, was abends im Hut ist". Bedenken Sie: Sti-
pendien werden nicht vergeben, um Autoren zu helfen, sondern um das
Image der vergebenden Institution aufzupolieren. Und was verhilft dem
Image zu schönerem Glanz als die Rettung eines schreib- und lebensun-
fähigen Idioten vor Hungertuch und -tod?
Unabhängig von Ihren Fähigkeiten helfen natürlich auch bei der Stipen-
dienvergabe Beziehungen (nur eine Rabenmutter wird dem eigenen Sohn
ein Stipendium abschlagen können!), Hartnäckigkeit (viele Stipendien
werden nur deshalb gewährt, weil die Kommission nach dem dreiundsieb-
zigsten Antrag desselben Autors innerhalb von zwei Wochen klein bei-
gibt) sowie die handelsüblichen Mafia-Methoden wie Bestechung, Ein-
schüchterung, Erpressung, trockene Pizza usw., die Sie bitte bei Ihrem
Italiener um die Ecke erfragen.
In Bodenwöhr bin ich übrigens immer gerne ins "Latino Bambino" gegan-
gen. Sicher, das ist nichts Aufregendes, aber solide italienische Kost
finden Sie dort allemal. Und den Honiglikör, den es im Dorfladen von
Taxöldern gibt: ein Gedicht! Ach, wenn ich doch noch in Boden wöhr /
Geld und Ruhm gäb dafür gern ich her.
Ihnen, den Abonnenten des Tempest, sämtlichen Taxöldenern und Boden-
wöhrern und allen anderen, die noch an den Weihnachtsmann glauben, ein
frohes Fest und an guadn Rutsch wünscht
Ihr Honeyball
PS: Grüße auch von Biggi (Weihnachts-)Bäumchen
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Stephan Waldscheidt, freier Autor. Aktuell: "DIE HARTZ-KRIEGER Das
finale Rettungsbuch für Deutschland und seine Arbeitslosen". Satire.
Gryphon, ISBN 3-937800-30-1. Vorschau: "Schreib den verd... Roman!".
Die simple Kunst, einen Bestseller zu verfassen. Ein Anti-Ratgeber. Ab
15. Februar 2006 bei Uschtrin. Schon jetzt vorbestellen und sparen!
Mehr auf http://www.waldscheidt.de.
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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema - kei-
ne Manuskripte zur Beurteilung. Speziell unsere Expertin für Litera-
turagenturen nimmt keine neuen AutorInnen an; Anfragen dazu sind daher
zwecklos.
Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.
Drehbuch: Oliver Pautsch
mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Fandom: Thomas Kohlschmidt
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Fantasy: Stefanie Bense
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Heftroman: Arndt Ellmer
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Historischer Roman: Titus Müller
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Kinderbuch: Gabi Neumayer
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Kriminalistik: Nikola Hahn
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Lesungen: Rüdiger Heins
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Lyrik: Martina Weber
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Sachbuch allgemein: Gabi Neumayer
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Sachbuch Medizin/Psychologie: Maja Langsdorff
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Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
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Schreibgruppen: Ute Hacker
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Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
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Technische Literatur, CDs, Internet: Reinhard Mermi
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Übersetzung: Barbara Slawig
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Verlagswesen: Bjørn Jagnow
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SCHREIBHANDWERK:
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Ute Hacker (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. )
Frage:
Seit inzwischen zwei Monaten schreibe ich an einer Fantasygeschichte
[...] Ich denke, dass sie, wenn sie fertig ist, irgendwo so um die 200
Seiten lang sein wird. [...] Da ich ohne Feedback nicht schreiben
kann, habe ich mich entschlossen, die Geschichte immer kapitelweise in
einem Forum zum Lesen freizugeben unter der Bedingung, dass jeder
Lesende mir sagt, wie er die Kapitel findet. [...] Von einer meiner
Leserinnen habe ich nach den ersten 10 Kapiteln die Nachricht bekom-
men, dass in der Geschichte sehr viele Dialoge sind [...] Darf es nur
eine bestimmte "Menge" an Dialogen in einem Buch geben?
Antwort:
Es gibt keine Regel, wie viel Dialog in einem Roman sein darf! Da ha-
ben Sie völlig freie Hand. Allerdings: Wenn Sie viele Kritiken dieser
Art bekommen, sollten Sie darauf eingehen und Ihren Text überprüfen.
Denn oftmals wirkt etwas, was Sie ganz toll finden, auf den Leser
furchtbar. Wenn es nur eine oder zwei Stimmen sind, kann und muss man
damit leben. Sind es aber mehr, dann hat man etwas falsch gemacht und
sollte es ändern.
Grundsätzlich soll in einen Text nur, was für die Handlung wichtig
ist. Wenn Sie Ihre Figuren also seitenweise über etwas reden lassen,
was nicht relevant ist, ist das tatsächlich zu viel Dialog.
++++++++++
Frage (Fortsetzung):
Ich weiß nicht, was ich außer Monologen und Dialogen schreiben soll,
denn ich kann ja nicht einfach in die Köpfe meiner anderen Charaktere
schauen. Sicher mache ich auch die Beschreibungen für die Umgebungen,
ich gebe Informationen über die Leute, die mit ihr zu tun haben, nur
halt alles aus ihrer Sicht und so was nenn ich eigentlich Monolog.
Antwort:
Grundsätzlich unterscheidet man bei einem Roman zwischen Erzählpassa-
gen und Dialogen. Einen Monolog gibt es nur, wenn jemand über Seiten
hinweg alleine redet, oder den sog. inneren Monolog, d. h., jemand
führt ein Selbstgespräch im Kopf. Was Sie Monolog nennen, ist meines
Erachtens eine normale Erzählpassage, die Sie aus der Sicht der jewei-
ligen Figur erzählen. Das ist aber kein Monolog.
Es gibt mehrere Möglichkeiten der Perspektive. Sie können als Autorin
durchaus in die Köpfe Ihrer Figuren schauen und dies dem Leser mittei-
len. Das ist die sog. auktoriale Perspektive. Sie war früher sehr ge-
bräuchlich, gilt heute als veraltet, wird aber wieder zunehmend ver-
wendet.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Ute Hacker schreibt Kurzgeschichten und Romane für Kinder und Erwach-
sene. Sie ist Mitglied der International Online Writing Group. Derzeit
arbeitet sie an einer Anthologie mit ihren Krimikurzgeschichten, im
Frühjahr erscheint der dritte Band ihrer zweisprachigen Kinderkrimi-
serie für Langenscheidt. Mehr Informationen auf
http://www.utehacker.de.
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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Bjørn Jagnow (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. )
Frage:
Erst einmal: großes Lob an die Webseite und die Antworten der Exper-
ten, denen man wirklich das Fachwissen und die gute Motivation an-
merkt.
Ich habe gerade mein erstes Manuskript eine, wie ich finde, wirklich
gute Fantasy-Kurzgeschichte in einen Wettbewerb eingereicht und da-
bei ein Pseudonym verwendet. Das habe ich mir einfach ausgedacht und
mal im Internetbuchhandel recherchiert, ob der Name nicht bereits ver-
wendet wird. Meine Fragen: Muss ich den Name irgendwie schüt-
zen/eintragen lassen o. Ä.? Meine Adresse liegt dem Verlag zwar vor,
aber könnte nicht jemand Dritten gegenüber behaupten, er habe das Ma-
nuskript geschrieben? Ist es wirklich so einfach: überlegen, ob sich
das Pseudonym gut anhört und ob es noch frei ist?
Antwort:
Das Pseudonym muss nicht separat geschützt werden Näheres siehe mei-
ne Ausführungen unter http://www.bjoernjagnow.de/pseudonyme.php.
Jemand anderes kann sich dem Verlag gegenüber nicht einfach als Ver-
fasser ausgeben, denn der Verlag kennt ja Originalautor und Original-
adresse. Es besteht also kein Unterschied zu der Situation ohne Pseu-
donym.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Bjørn Jagnow, Jahrgang 72, ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Ver-
lagskaufmann, Buchhändler und freier Lektor.
http://www.bjoernjagnow.de/. Er leitet zudem die Redaktion der Feder-
welt, Zeitschrift für Autorinnen und Autoren:
http://www.federwelt.de/.
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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Oliver Pautsch (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. )
Frage:
[...] Ich habe bereits zwei fertige Drehbücher zu Hause rumliegen.
Eins für Film und ein Theaterstück. [...] Aber mein größtes Problem
ist das Patent. Eine Bekannte, die ebenfalls Drehbücher schreibt, hat
gesagt, ich muss die Geschichten unbedingt patentieren lassen, bevor
da irgendwas mit gemacht wird. Klar, versteh ich auch, denn ich will
ja nicht, dass jemand meine Ideen klaut!
Aber meine Frage ist jetzt, wie mach ich das denn mit dem Patent?
[...]
Antwort:
Glauben Sie mir, es gibt kein Patent auf Drehbücher. Denn wenn es eins
gäbe, ich hätte es mir bereits patentieren lassen ;-)
Doch ich glaube zu wissen, was Ihre Bekannte meint. Immer wieder
taucht das Thema "Ideenklau" in der Autorenschaft und Netzwelt auf.
Auf der Homepage des Verbands Deutscher Drehbuchautoren
http://www.drehbuchautoren.de finden Sie in der Kategorie FORUM unter
FRAGEN & ANTWORTEN eine sehr ausführliche Stellungnahme auf die Frage:
"Kann ich ein Drehbuch / Treatment / Exposé ohne Gefahr aus der Hand
geben?"
Dort werden auch Ihre Fragen zum Thema Ideenklau und zum Schutz eines
Drehbuchs sehr gut beantwortet.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber di-
rekt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurzfil-
me, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY:
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Stefanie Bense (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. )
Frage:
Seid 2002 arbeite ich nun schon mit einer Gruppe an einem Online-
Rollenspiel [...]. Für diesen Zweck haben wir eine riesige Hinter-
grundwelt mit Göttern, Chroniken, Städten, Karten, Ländern, Kriegen,
Naturkatastrophen und und und kreiert. Das Ganze bietet also einen gu-
ten und kompletten Hintergrund für einen Roman. Nun habe ich mich mit
einem anderen Mitarbeiter unseres Projekts und weiteren [...] darüber
gesprochen, vielleicht einen Roman zu schreiben, der auf der Hinter-
grundwelt basiert. [...] Meine Frage ist nun:
Glauben Sie, dass ein Roman, der sich auf ein Spiel bezieht, eine
Chance auf dem Markt hat? Man muss das Spiel im Grunde nicht kennen
und es ist alles wie im Genre üblich gehalten, allerdings mache ich
mir Sorgen darum, dass die Verlage, sobald sie sehen, dass sich das
Ganze auf eine virtuell entwickelte Hintergrundwelt bezieht, dankend
ablehnen werden.
Und: Kann man einen Roman mit mehreren Personen schreiben, ohne den
Leser zu verwirren, und das Ganze dann auch noch nur über das Inter-
net?
Antwort:
Rollenspiele, ob online oder per Brett, sind mir zwar nicht unbekannt,
aber sie faszinieren mich bei weitem nicht so wie ein gut geschriebe-
ner Roman. Die Arbeit, die ihr euch mit dem Aufbau einer Welt macht,
finde ich bewundernswert. Trotzdem kann man eine Rollenspiel-Welt
nicht in einen Roman "übersetzen". (Ich arbeite gerade mit jemandem
zusammen, der das ebenfalls schmerzhaft erfahren musste.)
Romanwelten funktionieren anders als Rollenspiel-Welten. Je besser ei-
ne Rollenspiel-Welt ausgearbeitet ist, desto schwieriger wird es, sie
in einen Roman zu bringen (s. dazu auch Anfrage an mich und Antwort im
Tempest 7-9), denn sie ist zu detailliert. Oft wollen die Autoren
verständlicherweise all die schönen erfundenen Dinge, Landschaften,
Völker, Karten, Städte etc., unterbringen und das liest sich dann
wie ein gehetzter Reiseroman. Zugunsten des Globalen werden die De-
tails vernachlässigt. Die sinnlich-konkreten Details aber sind genau
das, was eine Welt im Roman lebendig werden lässt.
Versuchen die AutorInnen dann, die Details einzufügen, nachzutragen
oder dazu zu erfinden, endet das entweder in einem unüberschaubaren
Katalog von Einzelheiten, die man für die Welt anlegen muss, damit al-
le sich daraus bedienen können, oder in einem heillosen Durcheinander:
Der eine schreibt von blauen Ternia, die süß duften und sich für Tee
eignen, der andere schreibt von derselben Blüte, dass sie giftig ist.
Hinterher hat man dann Romane, in denen sich die Details widerspre-
chen, was den Leser meist irritiert oder wütend macht, denn er möchte
ja eine konsequente Welt, in die er eintauchen kann. (Wenn ihr mit
mehreren Autoren arbeitet, potenziert sich dieses Problem!)
Rollenspieler entwickeln ihre Welt, um darin mit ihren Figuren Aben-
teuer zu erleben. Romanautoren entwickeln ihre Welt, weil die Ge-
schichte (!) diese Welt benötigt. Das heißt: Für Autoren richtet sich
das Setting, die Bühne, die Welt nach der Geschichte, die erzählt wer-
den soll. Die Welt ordnet sich der Geschichte unter. Beim Rollenspiel
ist das umgekehrt.
Eine Geschichte ergibt sich dadurch, dass Figuren handeln, weil sie
etwas wollen, nicht wollen, vermissen, brauchen, abwehren ... Sowohl
im Rollenspiel als auch im Roman gibt es die Handlungsmuster Reise,
Suche und Abenteuer; selbst die sind jedoch im Roman nicht so ein-
schichtig wie im Rollenspiel (sondern mit mehr Charakterentwicklung,
Nebenhandlung und thematischer Tiefe verbunden).
Ein Roman wird eine Geschichte erst, wenn sie logisch und konsequent
einem Spannungsbogen folgt, Wendepunkte setzt, Verwicklungen einfügt,
Konflikte benutzt, um die Figuren ins Handeln zu bringen, eine nach-
vollziehbare Szenenfolge hat, die Figuren glaubwürdig entwickelt und
darin das Setting integriert. Rollenspiele dagegen arbeiten viel mit
Unvorhersagbarkeiten (Würfel, überraschende Entscheidungen der Mit-
spieler, ausgelassene Hinweise etc.).
Auch sollte ein Roman, der sich verkaufen lässt, eine konsequente Er-
zählerstimme haben (was bei mehreren Autoren ebenfalls ein Problem
darstellt, schreiben sie an einem Stück). Machbar ist, dass Autoren
jeweils eigene Romane in einer Reihe veröffentlichen, die alle auf ei-
ner Welt spielen. Oder dass jeder eine Perspektivfigur hat, die einen
Teil der Geschichte bestreitet. Die Story wird so portioniert. Zur
letzten Möglichkeit benötigt die Gruppe dann aber einen starken Orga-
nisator/Lektor, der die Übergänge glättet, die Details vereinheit-
licht, den Zeitrahmen im Auge behält, das Tempo der Szenen beachtet,
kurz das Ganze zu einem Guss fügt.
Ich habe bereits an vier Projekten selbst mitgearbeitet, wo mehrere
Autoren zusammen einen Roman verfassen wollten. Drei Projekte sind ge-
scheitert. Eines war von Andreas Eschbach, Klaus Frick und Olaf Kutz-
mutz derart gut organisiert, dass es tatsächlich funktioniert hat. Wir
haben eine Handlung für einen SF-Roman entwickelt, sehr lange an den
Szenen und ihrer Abfolge gebastelt, mehrere Perspektivfiguren ausgear-
beitet, die Raumstation und das Raumschiff recht grob skizziert, 384
Seiten geschrieben und das mit fünfzehn Schreibenden und alles an
einem Wochenende. Verrückt, anstrengend aber es hat geklappt, und
das Ergebnis ist nicht übel. Jedoch waren die Leute alle erfahrene Au-
torinnen und Autoren, die selbst schon Romane geschrieben haben oder
gerade dabei sind.
Was häufiger funktioniert, sind Romane, die von nur zwei Autoren ge-
meinsam verfasst werden. Und das auch nur, wenn beide auf einer Wel-
lenlänge liegen oder sich ergänzen.
Welche Marktchancen ein Roman hat, der auf einem Rollenspiel basiert,
kann ich nicht beurteilen. Ich weiß, dass selbst DSA-Romane hart um
ihre Existenz kämpfen müssen. Und das ist ein weit verbreitetes Set-
ting. Dazu sind mehrere Projekte anderer Welten-Romane auf der Kippe,
z. B. Gezeitenwelt. Wenn ihr mit einem "unbekannten" Setting kommt,
werden Verlage die Verkaufbarkeit sicherlich nicht sehr hoch einschät-
zen.
Anders dürfte das aussehen, wenn ihr im Internet veröffentlichen
wollt. BOD würde sich da anbieten, mit wechselseitigen Links und Lese-
proben auf der Rollenspiel-Seite. Dann kann das Buch je nach Bestel-
lung gedruckt werden. Das wird euch allerdings viel Arbeit kosten,
denn ihr müsst ein reprofähiges Manuskript erarbeiten, und ein wenig
Geld, denn der Betreiber will Gebühren für seinen Service. Die Chance,
dort zu veröffentlichen, ist aber ungleich größer, als wenn ihr das
Projekt einem Verlag anbietet.
Fazit: Vergesst, ob euer Roman später zu veröffentlichen ist! Schreibt
ihn einfach, nehmt das als Spaß-Projekt, als Hobby, als Erweiterung
eurer Domain. So könnt ihr lockerer, mit weniger Druck die Sache ange-
hen und schauen, was dabei herauskommt. Denn der Schreibspaß darf
nicht zu kurz kommen! :-)
Mein Rat: Fangt mit Geschichten an, die jede/r erst einmal für sich
schreibt. Tauscht die Stories untereinander aus, so dass ihr abschät-
zen könnt, ob ihr zusammen einen Roman zustande bringen werdet. Dabei
lassen sich auch noch jene Lücken der Welt füllen oder Uneinheitlich-
keiten ausbügeln, die für einen Roman tödlich wären.
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Stefanie Bense lebt und arbeitet in Hannover, gibt seit 1993 Schreib-
kurse, veröffentlicht sporadisch und schreibt - was sonst - an ihrem
ersten Roman. Kontakt: mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. .
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK:
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Nikola Hahn (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. )
Frage:
Trägt ein Polizist, der beispielsweise einer Vermisstenanzeige vor Ort
nachgeht, eine Waffe? Wenn ja: was für eine? Und könnte er allein un-
terwegs sein, oder ist üblicherweise noch jemand dabei?
Antwort:
Ja. Wenn ich Ermittlungen vor Ort mache, gehört die Waffe dazu! Es
gibt allerdings Kollegen, die nicht immer eine Waffe mitnehmen, wenn
sie rausfahren, aber das ist nicht okay!
Zur Waffe: Pistole, Sig Sauer, 9 mm, in Sonderkommissariaten (z. B.
Organisierte Kriminalität) auch Revolver.
Üblicherweise werden Ermittlungen zu zweit gemacht; leider ist es de
facto auch manchmal so, dass man allein raus muss (insbesondere bei
Leichensachen, aber auch bei Vermissten durchaus nicht unüblich!).
Aber auch das wird von Dienststelle zu Dienststelle (und sicherlich
auch in den Bundesländern) unterschiedlich gehandhabt.
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Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes-
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen
im Internet: http://www.nikola-hahn.com.
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HEFTROMANE:
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Arndt Ellmer (mailto:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. )
Frage:
Ich möchte einen Heftroman veröffentlichen. Was muss ich tun, damit
mein Roman (Genre: Liebe) auch veröffentlicht wird? Soll ich das ganze
Manuskript an den Verlag schicken oder nur ein Expose ? Was würde ich
für so einen Roman als Honorar bekommen?
Antwort:
Ich würde erst bei den Redaktionen anfragen, in welchen Genres über-
haupt Autoren gesucht werden. Sollten Sie die Technik des Exposé-
schreibens schon erlernt haben, verfassen Sie ein Exposé, und schrei-
ben Sie 20 bis 30 Seiten des Romananfangs im üblichen Seitenspiegel.
Schicken Sie beides ein.
Die Honorare sind je nach Genres unterschiedlich. Die Anfängerhonorare
beginnen im Bereich Frauenroman ca. bei 400 Euro pro Manuskript.
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Jahrgang 1954. Autor seit 1980. Seit 1981 ATLAN-Serie, seit 1983 PERRY
RHODAN. Über 300 Hefte, 150 für PERRY RHODAN, 20 Taschenbücher, ein
Dutzend Hardcover, u. a. "Im Netz der Nonggo". CD-ROM über die
"Blues". Arbeiten für Serien wie "Der Hexer", "Die Ufo-Akten", "Vampi-
ra", "Dämonenland", Krimis, Frauenromane sowie Hörspiele. Treatment
für einen Fernseh-Thriller.
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HALL OF FAME:
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(mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de)
Ja, die Lage auf dem Buchmarkt ist schwierig, und manchmal glaubt man,
man wird es nie schaffen, ein Buch zu veröffentlichen. Aber andere
schaffen es ja auch!
Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald einmal
vorstellen können.
Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......
Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail-
to:redaktion at team punkt autorenforum punkt de. Wir berücksichtigen ausschließlich
Meldungen, die nach dem obigen Schema gemacht werden!
++++++++++
Andrea Tillmanns: "Der dritte Armreif", Crago Verlag 2005, phantasti-
sche Erzählungen. ISBN 3-937440-26-7, weitere Infos auf
www.pixiworld.de
Helmut Hansen: "Von der Entdeckung Gottes am Rande des Universums",
Verlag Via Nova 2005, Sachbuch. Thema Gottesbeweis, Infos:
www.moderne-metaphysik.de
Luisa Hartmann: "Schwarz-Rot-Gold", Panini Verlag 2005. Kinderkrimi.
Zur TV-Serie KiKa-Krimi.de. Ab 12, Thema Rechtsextremismus
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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn-
ter Mail kommt!
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de erwünscht.
Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt werden. Das Urheber-
recht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.
Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: mail-
to:beitrag at team punkt autorenforum punkt de.
Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.
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I M P R E S S U M
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Herausgeber:
Ramona Roth-Berghofer mailto:public.relations at team punkt autorenforum punkt de
Gabi Neumayer mailto:redaktion at team punkt autorenforum punkt de
Stefan Schulz mailto:webmaster at autorenforum punkt de
Thomas Roth-Berghofer
mailto:Thomas.Roth-Berghofer at team punkt autorenforum punkt de
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