Hall of Fame
Schreib-Kick
Lese-Tipp
Leserbrief
Autorenwissen
"Neue Möglichkeiten und Pflichten
bei Online-Veröffentlichungen"
von Bjørn Jagnow
Schreibkurs
"Immer den Überblick über die Figuren
behalten ?
mit maßgeschneiderten Word- und
Excel-Tabellen"
von Gerd J. Merz (alias Christopher Stahl)
Buchbesprechung
"So finden Sie einen Verlag für Ihr
Manuskript"
besprochen von Ramona und
Thomas Roth-Berghofer
Verlagsportrait
"LOhrBär-Verlag"
Veranstaltungsbericht
"Booklover Conference 2007"
von Jennifer Schreiner
Glosse
"Das Coming-out eines Literaten"
von Janine Wilk
Frag den Experten für Verlagswesen
(Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Kriminalistik
(Nikola Hahn)
Frag den Experten für Historischen Roman
(Titus Müller)
Frag den Experten für Kinderbuch
(Michael Borlik)
Frag die Expertin für Sachbuch
(Gabi Neumayer)
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,
also: Es war einmal ein Wal, der verschluckte alle Fische im weiten,
weiten Meer. Und nur ganz wenige, die ihm besonders schwer im Magen
lagen, spuckte er wieder aus.
Nee, besser so: In einer weit entfernten Galaxis, in die sich norma-
lerweise nicht mal lebensmüde Banjijampianer verirren, gab es einst
ein schwarzes Loch. Das war so gierig, dass ihm nichts entkam ? außer
einer Handvoll Galakto-Mails ...
Nein, das ist jetzt nicht die Zeit für Metaphern, sondern für die un-
geschminkte Wahrheit. Denn etwa 200 von euch haben es Ende April so-
wieso mitbekommen, da hat Drumherumreden gar keinen Sinn: Im Laufe der
letzten Monate sind seeehr viele Mails an die Redaktion nicht bei mir
angekommen (mir ist immer noch unverständlich, was da passiert ist,
aber Hauptsache, unser Webmaster weiß warum und dass das nicht mehr
vorkommen kann, toi toi toi ...).
Und ich dachte schon, meine verzweifelten Aufrufe und Bitten um Arti-
kel würden nur auf taube Ohren bei euch stoßen! Aber weit gefehlt:
Ihr habt gemailt und gemailt, habt tolle Schreibtipps, Artikelvor-
schläge und jede Menge Meldungen für die "Hall of Fame" geschickt. Die
ist deshalb diesmal auch gleich mehrere Seiten lang. Und wieso hat die
dödelige Chefredakteurin nichts von dem Mail-Gau gemerkt?, höre ich
euch tuscheln. Weil ein paar Mails eben doch durchgekommen sind ?
wahrscheinlich über andere autorenforum-Adressen oder direkt an mich
geschickt. An alle, die mit rauchenden Fingern und wachsendem Zorn ge-
schrieben haben, ohne Antwort zu bekommen, hier deshalb eine offiziel-
le und ganz dicke Entschuldigung! Ich habe inzwischen alles beantwor-
tet. Sollte trotzdem noch jemand auf eine Antwort warten: Bitte noch
ein letztes Mal mailen! (Zur Frust-Vermeidung aber bitte generell nur
an unsere jeweils im aktuellen Tempest nachlesbaren Mailadressen!
Mails zum Beispiel, die als Antwort auf die Mails mit dem Tempest
selbst verschickt werden, können nicht bearbeitet werden.)
Was bedeutet diese ganze Mail-Katastrophe nun für euch? Vor allem
eins: Ihr dürft für die nächste Zeit zahlreiche neue und alte AutorIn-
nen mit herrlichen Satiren, aufschlussreichen Artikeln und unbezahlba-
ren Tipps und Schreib-Kicks erwarten. Und wer jetzt aufgeatmet hat:
Auch meine Rufe nach neuen Vorschlägen könnt ihr weiter erwarten! Nur
werden sie für eine Weile nicht ganz so verzweifelt klingen wie üb-
lich. Zumindest die Rufe nach Artikeln ? in unserer Kasse sieht es
hingegen sehr trübe aus. Ihr wisst ja: Wir sind auf eure freiwilligen
Beiträge angewiesen!
Und jetzt zum aktuellen Tempest: Bjørn Jagnow hat sich in das schwie-
rige, aber enorm wichtige Thema der Meldung von Online-
Veröffentlichungen bei der VG Wort eingearbeitet und klärt uns auf,
was inhaltlich und technisch zu beachten ist. Gerd J. Merz hat prakti-
sche Tipps dazu, wie man mit Word und Excel die Charaktere seines Ro-
mans im Griff behält. (Achtung: Dazu gibt es zwei PDF-Dateien auf un-
serer Website!) Jennifer Schreiner hat sich auf der "Booklover Confe-
rence 2007" umgesehen, und unsere ExpertInnen geben unter anderem Aus-
kunft zu Gewalt im Jugendbuch, zu Schmauchspuren und zum Umgang mit
Fakten im historischen Roman.
Hier noch ein Tipp zu "Hall of Fame", aus gegebenem Anlass: Lest auch
mal das eine oder andere Buch eurer Mit-TempestianerInnen! Ich habe
bislang vier Bücher von der Liste unten gelesen ? und es bei keinem
einzigen bereut.
Der Tipp des Monats Mai, diesmal von Andreas W. Moser:
Unter http://www.literaturnetz.com/content/view/6412/171/
kann man ein Benutzerkonto einrichten. Nach der Anmeldung
ist man berechtigt, eigene Blogs anzulegen, sich im Forum
zu beteiligen, an Schreibwettbewerben oder der Textwerkstatt
teilzunehmen, andere Benutzerprofile einzusehen und
die ersten Kontakte zu knüpfen.
Frühlingshafte Schreibenergie und einen in jeder Hinsicht erfolgrei-
chen Sommer wünscht euch
Gabi Neumayer
Chefredakteurin
~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto
von autorenforum.de:
Sparda Bank Südwest eG
BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2007"
Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).
Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
ISSN 1439-4669 Copyright 2007 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:
TEIL 1:
Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lese-Tipp
Leserbrief
Autorenwissen
"Neue Möglichkeiten und Pflichten
bei Online-Veröffentlichungen"
von Bjørn Jagnow
Schreibkurs
"Immer den Überblick über die Figuren behalten ?
mit maßgeschneiderten Word- und Excel-Tabellen"
von Gerd J. Merz (alias Christopher Stahl)
Buchbesprechung
"So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript"
besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer
Verlagsportrait
"LOhrBär-Verlag"
Veranstaltungsbericht
"Booklover Conference 2007"
von Jennifer Schreiner
Glosse
"Das Coming-out eines Literaten"
von Janine Wilk
Frag den Experten für Verlagswesen
(Bjørn Jagnow)
Frag die Expertin für Kriminalistik
(Nikola Hahn)
Frag den Experten für Historischen Roman
(Titus Müller)
Frag den Experten für Kinderbuch
(Michael Borlik)
Frag die Expertin für Sachbuch
(Gabi Neumayer)
Impressum
TEIL 2:
Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum
~~~~~~~~~
Auf unserer Homepage gibt es mittlerweile einen praktischen Service
für orientierungslose Tempest-LeserInnen: Inhaltsübersichten für ein-
zelne Tempest-Jahrgänge, nach AutorInnen sortiert. Eberhard Kamprad
(http://www.kamprad-online.de) hat freundlicherweise die aufwendige
Arbeit übernommen, nach und nach die Verzeichnisse für alle bisherigen
Jahrgänge zu erstellen.
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HALL OF FAME:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir würden uns freuen, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen
lasst - dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vor-
stellen können.
Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre. Zusätzlich könnt ihr in maxi-
mal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) weitere Infos zu eurem Buch unterbrin-
gen.
.......
Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen. Schickt eure Texte
unter dem Betreff "Hall of Fame" an mail-
to:redaktion at team pt autorenforum pt de.
Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden!
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Kerstin Kempker: "Die Betrogenen", Kitab-Verlag 2007, Roman. Eine Ge-
schichte vom Fremdbleiben, dem eigentlichen Betrug
Kerstin Leppert: "spüre mich", SalonLiteraturVerlag München 2007, Ly-
rik. "Ergreifend und dicht. Lyrik, die im Herzen zergeht."
Sylvia Görnert-Stuckmann: "Kaja in der Außenwelt", Fischer-Schatzinsel
2007, Jugendroman. Mögliche Zukunft in 100 Jahren ? mehr:
www.buchschmiede.de
Christa Baumann: "Theodor die kleine Maus", Hänssler-Verlag 2007, Bil-
derbuch. Von S. Malessa gemalt, mit Liedern und Bastelanregungen
Christa Baumann: "Emily die kleine Biene", Hänssler-Verlag 2007, Bil-
derbuch. Von S. Malessa gemalt, mit Liedern und Bastelanregungen
Karl Plepelits: "Der Glaube, die Berge und das Paradies", Verlag Liber
Libri 2006, Novelle. 1946. Ein Kind sucht seinen gefallenen Vater im
Paradies
Stefan Naglis: "Der Schatten des Geldes", Pendragon 2007, Kriminalro-
man. Geldwäscherei in einer Schweizer Bank wird aufgedeckt
Falko Löffler: "Drachenwächter", Spreeside Verlag 2007, Fantasy. Der
Roman erscheint zudem als Hörbuch auf 5 CDs
Spindler, Christine: "Love Takes Centre Stage ? Bühne frei für die
Liebe", Langenscheidt 2007. Zweisprachig;
http://www.christinespindler.de
Zang, Tina: "The Mystery of the Stray Dog ? Rätsel um den Streuner",
Hörbuch, 2 CDs, Langenscheidt 2007. Zweisprachig;
http://www.tinazang.de
Hagen Röhrig: "Kai Flammersfeld und die Transsylvanischen Schicksals-
kekse", Staudt-Verlag 2006, Kinder- und Jugendbuch. Ungewöhnliche und
spannende Vampirgeschichte ...
Jürgen Göbel: "Informationstheorie und Codierungsverfahren ? Grundla-
gen und Anwendungen", VDE-Verlag 2007, Fachbuch Informations- und Kom-
munikationstechnik. ISBN 978-3-8007-2935-7
Olaf Büttner, "Schlaf, mein Junge, schlaf ein", Sauerländer Verlag,
2006, Thriller / Jugendbuch. Es begann mit einem Date ? dann kam der
Alptraum ...
Olaf Büttner, "Tod im Hafen", Sauerländer Verlag, 2007, Thriller / Ju-
gendbuch. Eine Serie von Überfällen hält die Stadt am Meer in Atem.
Angela Kreuz: "Warunee", Spielberg Verlag 2007, Roman. Ein thailän-
disch-deutsches Mädchen überlebt den Tsunami
Stefan Fandrey: "Hexengericht", Verlagsgruppe Lübbe 2006, Historischer
Roman. Verrat und Mord im Zeitalter der Inquisition!
Petra Schier: "Mord im Dirnenhaus", rororo 2007, historischer Roman.
Der zweite Roman um die kluge Apothekerin Adelina
Günter Suda: "Frei werden für Bindung", Lerato-Verlag 2006, Sachbuch.
Aufstellungen in Einzelsitzungen bei Partnerschaftsproblemen
Bianca Stücker: "Schaulaufen für Anfänger. Eine prinzipielle Liebesge-
schichte für uncoole Leser", Fischer Taschenbuch Verlag 2007, Roman.
Noch mehr Geheimwissen gibt es unter www.bianca-stuecker.de
Marina Jenkner: "WUPPERlyrik ? Poetische und fotografische Streifzüge
durch Wuppertal", Heiner-Labonde-Verlag 2006, Lyrik-Foto-Band. ISBN 3-
937507-10-8
Wolfgang Trips: "Das Ordinarischiff", Verlag Ulmer Manuskripte 2006,
Historischer Roman. Über die Ulmer Donauschiffer im 18. Jahrhundert
Antje Ippensen und Markus Kastenholz: "Tiamat 2", Virpriv-Verlag Edi-
tion Nocturno, 2006, Endzeitsaga. Widerstand erwacht gegen die Dämo-
nenherrschaft ...
Antje Ippensen: "In Memorial Yuka Tan", Bd. 69 der Serie "Gaarson Ga-
te", Hary Production 2007, Science Fiction. Von Liebhabern und anderen
Todfeinden im Weltall
Helmut Hansen: "Die Physik des Mandala", Windpferd Verlag 2007, Sach-
buch. Parallelen zwischen Buddhismus und Relativitätstheorie
Alice Gabathuler, "Blackout", Thienemann Verlag 2007, Jugendkrimi.
Mehr unter: www.alicegabathuler.ch
Hartmann-Heesch, Heike S.: "Vertrauenssache ? Erzählungen und Reflexi-
onen", Mohland Verlag 2006. Liebe-Sucht-Tod, Infos/Leseprobe:
www.papiersinfonie.de
Viola Moebius: "Die Rache ist mein ? Laura Berling und das Profil des
Mörders", Neuer Europa Verlag 2006, Krimi. Thriller mit Gespür für
die Abgründe der Protagonisten
Janine Wilk: "Sex und andere Peinlichkeiten", Lerato-Verlag 2006, Sa-
tire-Roman. Infos zum Buch, Leseproben & Gewinnspiel www.janine-
wilk.de
Andrea Tillmanns: "Drachenfeuer", Crago Verlag 2006, Phantastische Er-
zählungen. ISBN 3-937440-32-1, mehr Infos auf www.andreatillmanns.de
Monika Gerstendörfer: "Der verlorene Kampf um die Wörter ? Opferfeind-
liche Sprache bei sexualisierter Gewalt. Ein Plädoyer für eine ange-
messenere Sprachführung", Junfermann 2007, Sachbuch. Verzerrte Bilder,
bagatellisierende Sprache und die Realität
Hilke Rosenboom: "Das Handbuch für Prinzessinnen", Carlsen 2006, Kin-
derroman. Ein ganz andere Prinzessinnengeschichte. Ab 9 Jahre.
Hilke Rosenboom: "Das falsche Herz des Meeres", RandomHouse 2006, A-
benteuerroman. Lieben und Reisen, Rabat und Venedig.
Ingrid Schmitz, "Sündenfälle", Gmeiner Verlag 2006, Kriminalroman. Mia
Magaloff ermittelt. www.krimischmitz.de
Boris Koch: "Der Schattenlehrling ? ein Shadowrun-Roman", Fantasy Pro-
ductions 2006, Cyberpunk-Fantasy. Über den gebrochenen Traum vom Da-
sein als "dunkler Held"
Gudrun-Aimée Spalke: "Wald, Mehr als nur Bäume", Kinderleicht Wissen
Verlag, 2006, Kinder-Sachbuch. Kompakt, informativ, ab 5 Jahre,
http://www.bennyblu.de
Corinna Luedtke: "Die Nächte mit Paul oder der Tag ist anderswo", tra-
fo verlag 2006, Roman. Geschichte einer Liebe, die zur Gefangenschaft
wird.
Stephan Sigg: "Scheibe... dumm gelaufen", Blaukreuz-Verlag 2006, Kurz-
geschichten. Zum Thema "Jugendliche + Alkohol": www.stephansigg.com
Stephan Sigg: "Emmas SchokoLADEN", TransFair / MVG-Medien 2006, Kin-
derbuch. Geschichte zum Thema "Fairer Handel", www.stephansigg.com
Daniel Morawek: "Caffè della vita", Brendow Verlag 2007, Roman. Eine
geheimnisvolle Sizilienreise. http://littlejeremy.de
A. C. Sansone: "Diese eine Reise", von Loeper Literaturverlag 2006,
Jugendroman. Zum Thema Flüchtlinge und Asyl
Rudi W. Berger: "Spitzenrausch", Roman, amicus-Verlag 2006. Spitzenma-
cher Höhnert lebt dagegen und geht daran zugrunde
Marina Jenkner: "Nimmersatt und Hungermatt. Essstörungen bewältigen."
Verlag Frauenoffensive 2007, Kurzgeschichten. ISBN 978-3-88104-377-9,
Infos: www.marina-jenkner.de
Angelika Hüting: "Tödliche Heimkehr", Emons Verlag 2007, Krimi. Maria
hilft, nur einem nicht ... Mord im Wallfahrtsort
Susann Sitzler: "Vorstadt Avantgarde. Details aus Zürich-
Schwamendingen", Limmat Verlag 2007, Sachbuch. Essay aus einem übel
beleumdeten Zürcher Stadtquartier
Gudrun-Aimée Spalke: "Berufe ? bei der Bahn", Kinderleicht Wissen Ver-
lag, 2007, Sachbuch. www.bennyblu.de, ab 5 Jahre
Gerd Scherm: "Der Nomadengott", Heyne Verlag 2006, Roman. Herrlich ko-
misches Fantasy-Buch http://www.nomadengott.de
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SCHREIB-KICK:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Unser Schreib-Kick für den Mai, diesmal von Angelika Dettloff:
Vor Jahren habe ich regelmäßig (Frauen-)Zeitschriften gelesen und mir
viele, wie ich fand, anregende, besonders lustige, skurrile oder ein-
fach nur schöne Fotos aus den Beiträgen, Reklamebeilagen und Reporta-
gen herausgeschnitten, bevor die Zeitschriften in die Papiertonne wan-
derten. Diese Fotos und Fotoausschnitte habe ich dann in einer "Inspi-
rationsmappe" gesammelt und nach Themen geordnet (Körperteile, Port-
raits von jungen Frauen, Portraits von alten und charismatischen Frau-
en, Kinder, Tiere, Materialien, Portraits von jungen Männern, Port-
raits von alten und charismatischen Männern, auffällige Frisuren
etc.).
Eigentlich dienten mir diese Bilder als Inspiration beim Zeichen und
Malen. Nun habe ich gemerkt, dass mir die Mappe auch beim Erschaffen
meiner Figuren viele Anregungen gibt. Suche ich z. B. eine Besonder-
heit für eine Figur und stolpere dann in meiner Inspirationsmappe über
Mick Jaggers breiten Mund, eine schrille Taschensammlung oder eine
hochgetürmte Frisur, muss ich mich nur noch für eines davon entschei-
den.
Inzwischen denke ich darüber nach, ob ich mir nicht eine Sammlung al-
ter Geo-Hefte auf dem Flohmarkt kaufe und mir auch eine solche Inspi-
rationsmappe für Schauplätze machen sollte.
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LESE-TIPP:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
http://www.ken-follett.com/: Hier erfährt man Interessantes über das
Leben und das Werk des Bestellerautors Ken Follett: Ken Follett - Ein
Erzähler - angeboren oder anerzogen?
http://www.aveleen-avide.blog.de: Hier findet ihr Video-Interviews mit
Leuten, die selbst schreiben oder auf andere Weise mit Büchern zu tun
haben.
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LESERBRIEF:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Ich bin jetzt 19 Jahre alt, Schüler, und seit einiger Zeit Hobbyau-
tor. Und da seid vor allem auch ihr schuld. Dafür möchte ich mich
herzlichst bedanken.
Mit jeder neuen Ausgabe des Tempest habt ihr erneut die Flamme in mir
geweckt, die durch Stress in der Schule, Umzug, Sport und alles andere
in den Hintergrund gerückt ist. Jeden Monat habt ihr mich aufs Neue
inspiriert, mich daran erinnert, wie viel Spaß es mir macht, zu
schreiben.
Ich möchte ganz ehrlich sein, ich habe in meinem ganzen Leben erst et-
wa 10 Romane gelesen, habe damit vor ca. 3 Jahren erst angefangen.
Computerspiele und Sport haben bis jetzt mein Leben bestimmt. Durch
eines meiner Lieblingsspiele bin ich auf so genannte Fanfictions ge-
kommen, mein erster Kontakt zu kreativem Schreiben, und nach weiterer
Recherche habe ich zu euch gefunden.
Wenn ich mir das jetzt anschaue, sehe ich, dass ihr schon seit fast 10
Jahren regelmäßig diesen Newsletter auf die Beine stellt, und davor
habe ich wirklich eine Unmenge an Respekt. Viele tolle Projekte ster-
ben oft nach spätestens einem Jahr, weil die Gründer keine Zeit oder
Lust mehr dafür haben. Ihr beweist wirklich, dass ihr das Durchhalte-
vermögen eines Autors habt! :D
Ich möchte mich mit diesem Brief einfach nur bei euch allen bedanken,
ihr macht schon so lange einen großartigen Job, und ich wollte euch
einfach etwas zurückgeben.
Viel Glück, was auch immer das Schicksal für euch vor hat.
Manuel Schweigert
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AUTORENWISSEN:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Neue Möglichkeiten und Pflichten bei Online-Veröffentlichungen"
von Bjørn Jagnow
Nachdem inzwischen selbst altehrwürdige Institutionen ihre Aktivitäten
auf das Internet ausgedehnt haben, können Veröffentlichungen im Netz
nicht länger als kuriose Sonderfälle gelten. Seit Mitte 2006 erfasst
und archiviert die Deutsche Nationalbibliothek neben dem gedruckten
auch das elektronische Kulturleben für die Nachwelt. Und die Verwer-
tungsgesellschaft Wort wird für 2007 erstmals Gelder für die Nutzung
urheberrechtlich geschützter Texte im Internet ausschütten. Was bedeu-
tet das für Autorinnen und Autoren?
Die VG Wort und Metis
Urheberrechtlich geschützte Werke werden nach der Erstveröffentlichung
vielfach zweitverwertet. Während Taschenbuchausgaben und Auszüge di-
rekt vom Verlag vergütet werden, würden Autorinnen und Autoren z. B.
für Vervielfältigungen am Kopierer und die Nutzung in Leihbüchereien
kein Honorar erhalten, gäbe es nicht die Verwertungsgesellschaft Wort.
Die VG Wort erhebt im Auftrag von Urhebern und Verwertern Gebühren von
Kopiergeräteherstellern, Bibliotheken u. a. und schüttet diese Tantie-
men dann an ihre Auftraggeber aus. Bisher fanden dabei jedoch nur ge-
druckte Veröffentlichungen Berücksichtigung. Für 2007 will die VG Wort
erstmals insgesamt 5 Millionen Euro für Online-Publikationen ausschüt-
ten. Das ist allerdings nur ein Teil der bisher gesammelten 12 Millio-
nen. Der Rest wird später ausgeschüttet, wenn das System genügend An-
meldungen gesammelt hat.
Wie bei gedruckten Veröffentlichungen entscheidet der Umfang der Nut-
zung auch bei Netzpublikationen über die Ausschüttungen. Da hier aber
nicht die Anzahl der in Bibliotheken vorrätigen Exemplare oder der in
einer Stichprobe erfassten Kopien zur Berechnung herangezogen werden
kann, muss die Nutzung von Netzpublikationen anders ermittelt werden.
Das System der VG Wort heißt Metis (Meldesystem für Texte auf Inter-
netseiten) und verlangt eine technische Zählung der Zugriffe, die ent-
sprechend in die Website integriert werden muss. Für die eigenen In-
ternetaktivitäten haben Autorinnen und Autoren dies selbst in der
Hand. Ob Verlage die Zählung der VG Wort annehmen und integrieren,
bleibt abzuwarten. Bisher ist der Andrang gering ? allerdings haben
viele Verlage die neue Einnahmequelle noch gar nicht bemerkt.
Technische Aspekte der VG-Wort-Zählung
Die Zählung der VG Wort ist auf zwei Wegen möglich. Bei HTML-basierten
Internetveröffentlichungen wird ein winziges und unsichtbares "Bild"
in die Seite integriert, ein so genannter Zählpixel. Bei jedem Aufruf
der Seite wird dieses Bild vom VG-Wort-Server geladen und damit die
Nutzung gezählt. Dies funktioniert bei statischen HTML- und bei dyna-
mischen Seiten, die mit Perl, PHP oder anderen Sprachen erzeugt wer-
den, aber letztlich eine HTML-Datei produzieren.
Der Zählpixel kann dagegen nicht von Text-Dateien, Word- oder Power-
point-Dokumenten geladen werden. Auch PDFs können so nicht gezählt
werden. Bei allen Dateien, die nicht auf HTML basieren, wird die Zäh-
lung nicht eingebaut, sondern vorgeschaltet. Statt von der Website di-
rekt auf ein PDF zu verlinken, wird stattdessen auf die VG Wort ver-
linkt. Diese zählt dann die Anfrage und reicht sie an das Zieldokument
weiter. Der Nutzer reist also nicht direkt von A nach B, sondern von A
nach C nach B. ? Das Ziel ist aber dasselbe.
Zählen will die VG Wort nur menschliche Nutzer, keine Suchmaschinen.
Wiederholungsabrufe sollen zudem nicht mehrfach zählen. Dazu wendet
die VG Wort Techniken an, die auch die Werbeindustrie verwendet, um
vom Computer auf seinen Nutzer zurückzuschließen. Aber gerade hier
gilt Nietzsches Ausspruch von der Wahrheit, die "hinreichend genau an-
gepasster Irrtum" sei. Bei entsprechenden Einstellungen ist ein und
derselbe Computer für die Technik nicht wiederzuerkennen und zählt da-
her mehrfach, während eine noch so große Personengruppe, die sich ge-
meinsam um einen Monitor versammelt, nur als eine Nutzung gezählt
wird. Bei gedruckten Veröffentlichungen gibt es das gleiche Problem in
anderer Ausführung: Ein Exemplar eines Buches wird möglicherweise gar
nicht, von einer Person oder von vielen gelesen. Solange diese Abwei-
chungen einigermaßen gleichmäßig gestreut sind, sind sie vernachläs-
sigbar. Sie haben dann rechnerisch keinen Einfluss auf den Vertei-
lungsschlüssel der Tantiemen. Die teilweise lautstarke Kritik am Me-
tis-System ist daher nicht wirklich berechtigt. Die Online-Zählung ist
hinreichend genau.
Anmeldung von Netzpublikationen bei der VG Wort
Da die VG Wort die Nutzung von Veröffentlichungen im Internet nur in
Kooperation mit dem Website-Betreiber zählen kann, steht vor der Aus-
schüttung ein gewisser Verwaltungsaufwand.
Neben dem Wahrnehmungsvertrag ? der für jeden Urheber erforderlich
ist, der von der VG Wort Tantiemen beziehen will ? ist außerdem eine
Registrierung für das Online-Meldesystem der VG Wort erforderlich. Wer
über dieses System bereits gedruckte Werke meldet, kann die Zugangsda-
ten auch für die Meldungen von Netzpublikationen verwenden.
Nach diesen einmaligen, auf die Person des Urhebers bezogenen Anmel-
dungen bei der VG Wort folgen die Anmeldungen für jeden einzelnen
Text, der im Internet veröffentlicht wurde. Meldefähig sind belletris-
tische Texte, ebenso wie Wissenschafts-, Fach- und Sachliteratur. Au-
ßer bei Lyrik müssen sie allerdings eine Mindestlänge von 1.800 Zei-
chen haben. Ist der Text meldefähig, müssen Autorinnen und Autoren an-
geben, wo im Internet die Veröffentlichung erfolgt. Das können durch-
aus mehrere Websites sein, z. B. die eigene und die eines Verlags.
Zum Schluss erhält man von der VG Wort eine Ordnungsnummer für die
Netzpublikation, die den wesentlichen Teil des Zählpixels bzw. der
Zählweiterleitung ausmacht. Sie muss dann entsprechend an allen Stel-
len im Netz integriert werden, wo der Text veröffentlicht wird.
Wichtig: Der Text darf sich nach Anmeldung nicht mehr verändern, denn
dann müsste er als geänderte Ausgabe erneut gemeldet werden! Die VG
Wort vergleicht dazu mehr oder minder regelmäßig die gemeldete Inter-
net-Adresse mit der eingereichten Kopie.
VG-Wort-Zählung noch problematisch
Es bleibt abzuwarten, wie die Ausschüttung für Netzpublikationen aus-
fallen wird. Neben den Problemen bei der Akzeptanz durch AutorInnen
und Verlage, bei der Anmeldung und bei der Technik (siehe unten) ist
auch noch offen, ab welchem Zählerstand tatsächlich Tantiemen ausge-
zahlt werden. Bisher ist eine Messlatte von 3.000 Zugriffen anvisiert,
die jeder Text erreichen muss. Eventuell wird dieser Wert noch angeho-
ben oder gesenkt. Ob geänderte Texte für die Ausschüttung mit der Ori-
ginalfassung zusammengerechnet werden, ist bisher auch noch nicht er-
sichtlich. An vielen Ecken ist Metis noch im Experimentierstadium ?
besser als nichts ist es aber allemal.
Deutsche Nationalbibliothek im Netz
Die Deutsche Nationalbibliothek archiviert im Auftrag des Staates die
Entwicklung des Sprachguts. Im letzten Jahr wurden ihre Aufgaben in
einer Gesetzesänderung neu festgelegt: Waren es zuvor nur Druckwerke,
die in die Sammlung aufgenommen wurden, fallen jetzt auch Netzpublika-
tionen unter die Archivpflicht. Dazu muss der (Selbst-)Verleger für
jede Veröffentlichung eine Kopie kostenlos der Deutschen Nationalbib-
liothek zur Verfügung stellen. Wie schon bisher bei gedruckten Veröf-
fentlichungen kann die Verweigerung zur Abgabe des Pflichtexemplars
durch ein Ordnungsgeld erzwungen werden.
Für Versäumnisse bei Netzpublikationen stehen Sanktionen derzeit al-
lerdings nicht an. Die Nationalbibliothek gibt zu, dass sie zunächst
einmal die nötigen Ressourcen und Routinen aufbauen muss, um eine flä-
chendeckende Archivierung der Online-Veröffentlichungen überhaupt
leisten zu können. Den Anfang sollen alle Publikationen im Internet
machen, die gedruckt üblicherweise archiviert werden würden, also Bel-
letristik, Lyrik, Wissenschafts-, Sach- und Fachliteratur. Später sol-
len dann auch Weblogs, Wikis und andere Formen der Schriftkultur er-
fasst werden. Ein ehrgeiziges Ziel, das man zu Recht als Sisyphos-
Aufgabe bezeichnen kann.
Abgabe von Pflichtexemplaren
Die Ablieferungspflicht für Netzpublikationen trifft den Verleger. Au-
toren, die keine eigene Website betreiben oder dort keine Werke veröf-
fentlichen, müssen sich um die Deutsche Nationalbibliothek keine Ge-
danken machen. Alle anderen Autorinnen und Autoren müssen sich zu-
nächst registrieren und können dann mit den entsprechenden Zugangsda-
ten Pflichtexemplare anmelden und übermitteln. Dazu wird erst ein Mel-
debogen mit Angaben zum Werk (Titel, Verfasser, Themengebiet, Dateityp
...) ausgefüllt. Anschließend erhält man eine Bearbeitungsnummer, un-
ter der das Pflichtexemplar per FTP übermittelt werden muss. Dann ar-
chiviert die Deutsche Nationalbibliothek die Netzpublikation auf ihrem
Server.
Sollte es vom (Selbst-)Verleger gewünscht sein, dass das Werk kosten-
frei zugänglich ist, kann es auch online bei der Nationalbibliothek
abgerufen werden. Bei kostenpflichtigen oder anders zugangsbeschränk-
ten Veröffentlichungen ist der Zugriff auf den internen Server der
Deutschen Nationalbibliothek begrenzt.
URN: Die Internet-ISBN
Für Netzpublikationen bietet die Nationalbibliothek eine weitere Funk-
tion, die zudem direkt dem (Selbst-)Verleger nutzt und erst in zweiter
Linie der Pflege des Kulturguts. Unter der Bezeichnung URN kann man
für jede Netzpublikation eine dauerhafte Adresse, eine Art Internet-
ISBN bekommen. Jede URN (Uniform Ressource Name) ist genau einer Netz-
publikation zugeordnet und kann auch als Weiterleitung genutzt werden.
Da die Zieladresse der URN jederzeit vom (Selbst-)Verlag geändert wer-
den kann, eignet sich die URN als feste Adresse und Zitierquelle.
Selbst wenn die eigene Website einmal ausfällt, kann die Netzpublika-
tion noch erreicht werden ? die Nationalbibliothek bietet dann bei
frei zugänglichen Werken automatisch den Zugriff auf ihr Online-Archiv
an. Technisch möglich wird dies, weil zuerst die Erreichbarkeit der
Zieladresse vom URN-System geprüft wird, bevor die Weiterleitung zum
Original oder zum Archiv aktiviert wird.
Möglichkeiten für Autoren
Die VG Wort bietet mit der Metis-Zählung zusätzliche Einnahmequellen.
Ob man direkt auf der eigenen Website erstveröffentlicht oder vergrif-
fene Druckausgaben im Internet zweitverwertet: Schafft man es, genü-
gend Leser zum Zugriff zu motivieren, erhält man wenigstens kleine Ho-
norare von der VG Wort.
Die URN eignet sich als Marketingtool, denn über sie bleibt jedes Werk
dauerhaft erreichbar. Sollte man einmal die eigene Internetadresse
wechseln oder auch bloß von statischen auf dynamische Seiten umstei-
gen, würden sonst alle externen Links ins Leere laufen. Teilt man da-
gegen in Pressemeldungen und auf der eigenen Website nur die URN mit,
geht kein Klick mehr ins Leere.
Probleme im Zusammenspiel von Metis und URN
Leider können sich die VG-Wort-Zählung und die URN-Weiterleitung auch
gegenseitig blockieren. Häufigster Fall wird wohl die Veröffentlichung
von PDFs sein, bei denen die Zählweiterleitung der VG Wort vorgeschal-
tet wird. Trägt man diese VG-Wort-Adresse nämlich in der URN-
Verwaltung ein, geht nichts mehr: Die URN prüft, ob die Adresse er-
reichbar ist. ? Das Metis-System verweigert den Zugriff, damit der
Zähler nicht schon bei der Prüfung aktiviert wird. ? Die URN-Auflösung
läuft ins Leere und liefert kein Ergebnis.
Seit Jahresanfang ist VG Wort und Deutscher Nationalbibliothek das
Problem bekannt, doch bisher ist Besserung nicht in Sicht. Möglicher-
weise würde es genügen, wenn der Zähler bloß bei Zugriffen und nicht
bei Anfragen hochgesetzt würde. Jedenfalls gibt es von den Technikern
der VG Wort noch keinen Lösungsvorschlag. Einstweilen muss man die URN
daher auf eine andere Seite (Frontpage) lenken, auf der dann das PDF
mit VG-Wort-Zähler verlinkt ist. Sobald die Technik läuft, kann man
dann umstellen.
Das ist nicht perfekt, aber ? wie gesagt ? besser als nichts.
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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann,
Buchhändler und freier Lektor: http://www.bjoernjagnow.de/. Er berät
in Urheberrechtsfragen auch für den Vorstand Medien der Vereinten
Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Wiesbaden.
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SCHREIBKURS:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Immer den Überblick über die Figuren behalten ?
mit maßgeschneiderten Word- und Excel-Tabellen"
von Gerd J. Merz (alias Christopher Stahl)
Irgendwann verliert man den Überblick über Familienbande, Geburtstage,
Ereignisdaten, Haarfarbe, Größe und was Plot und Figuren noch so alles
benötigen, um ohne Bruch glaubwürdig rüberzukommen.
Peinliche Fehler
Zumindest ging es mir bisher so. Es ist schon peinlich genug, wenn ak-
ribisch lauschende ZuhörerInnen einen bei der Lesung darauf hinwei-
sen, dass im Herbst halt keine Feldlerchen mehr in die Lüfte steigen
(der Hinweis auf die Schlafmützigkeit der von mir beschriebenen Lerche
verpuffte am Unwillen der ehemaligen Biologielehrerin, meinen Anspruch
auf schriftstellerische Freiheit zu akzeptieren). Aber noch peinlicher
wird es, wenn man durch Leserbriefe darauf aufmerksam gemacht wird,
dass man das deutsche Schul- und Studiensystem auf den Kopf gestellt
und die PISA-Studie ad absurdum geführt hat, indem man einer 18-
Jährigen die Bestallung zur Rechtanwältin bescheinigt.
Da kann eine Story noch so spannend und logisch durchdacht sein, ein
Cliffhanger den nächsten jagen, die Dialoge noch so flüssig, witzig,
schlagfertig und geistreich ablaufen ? geneigte LeserInnen "koffern"
sich nicht nur am sprachlichen Lapsus oder einer grammatikalischen
Entgleisung auf, nein, sie scheinen Jahreszahlen systematisch auf
chronologische Klippen und Familienzugehörigkeiten auf genetische Un-
zulänglichkeiten abzuklopfen. Und haben sie dann etwas gefunden, ver-
blasst der Rest des mit Herzblut geschriebenen Romans vor der Dominanz
(momentaner) Nebensächlichkeiten.
Nun möchte ich derartige Überprüfungen vor Drucklegung nicht aus-
schließlich meiner "geliebten" und verehrten Lektorin überlassen. Und
natürlich nehme ich den Anspruch an Authentizität ernst. Daher habe
ich mir einige EDV-gestützte Hilfsfunktionen geschaffen.
In Word: Infos zu den Figuren
In einer Word-Tabelle speichere (und pflege) ich wesentliche Informa-
tionen zu den Figuren. Diese übernehme ich dann auch ins Exposé und ?
in meinen Büchern ? vor dem ersten Kapitel. Dabei trenne ich nach
Zentralfigur(en) und Platzhaltern; Nebenfiguren nehme ich in der Regel
nicht in der Tabelle auf.
Die Spalten beinhalten:
A) Name, eventuell Spitzname, Alter zum Zeitpunkt des Geschehens
Beispiel: Heribert Koman, "Bertl", 51
B) Identifizierende Details
Beispiel: Kriminalhauptkommissar bei der Polizeiinspektion Alzey, mit
ausgeprägter Abneigung gegenüber Paragraphenreiterei und einem Hang zu
eigenmächtigen Handlungen. Hager, etwa 1,95 Meter groß, schütteres,
ergrautes Haar. Lebt nach geschiedener Ehe mit seiner Kollegin Dagmar
Keller zusammen.
In Excel: Verbindungen zwischen den Figuren
In einer Exceltabelle entwerfe (und pflege) ich ein Organigramm, in
dem die Verbindungen der Zentralfigur(en) und der Platzhalter zu er-
kennen sind.
Mittels Zeichensatz (untere Leiste im Excel) zeichne ich ein Rechteck,
und mit der rechten Maustaste erhalte ich die Möglichkeit, es zu be-
schriften (Name, Alter). Ebenfalls in der unteren Leiste gibt es "Au-
toformen". Dort wiederum, wenn man das gesamte Fenster öffnet (Doppel-
pfeil nach unten anklicken), gibt es die Möglichkeit der "Verbindun-
gen", mit denen ich die Beziehungen als Linien darstelle. Der Vorteil
der "Verbindungen" liegt darin, dass man die Rechtecke verschieben
kann, ohne dass die Verknüpfung "abreißt".
In Excel: Lebensdaten
Und für die Lebensdaten meiner Figuren schließlich nutze ich eine Ex-
celtabelle mit den Spalten:
A) "Ereignis"
Beispiel: Geburtsdatum, Todestag, Hochzeitstag, Schulabschluss, Umzug,
u. v. a. m.
B) "Jahr" (Jahr des Geschehens) als Zahl
Beispiel 2006. ? Mit einer Excelformel wird automatisch berechnet, wie
alt die Figur in eben diesem (Ereignis-)Jahr (hier: 2006) ist. Jede
Änderung im Roman, aus welchen Gründen auch immer, wird in dieser Ta-
belle nachvollzogen, und ich habe immer das richtige Alter.
Noch ein Tipp dazu: Unter: http://www.schulferien.org/kalender/ findet
man ein Kalendarium, das bis ins Jahr 1750 zurückgeht. So kann man je-
den Wochen- und Feiertag authentisch herausfinden.
C) "im Alter von"
... gibt das Alter der Figur bei einem weiteren Geschehen ? vor der
beschriebenen Gegenwart ? an.
Weitere Spalten sind D) "Name", E) "Geschehen/Bezug" und F) "Hinwei-
se".
Die drei beschriebenen Tabellen werden natürlich immer wieder auf ei-
nen aktuellen Stand gebracht. Sie hängen in Augenhöhe an meinem
Schreibplatz.
Wer dazu weitere Fragen hat, kann mir gerne eine Mail schicken: mail-
to:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. .
*****
Achtung: Beispiele für die beiden zuletzt beschriebenen Excel-Tabellen
gibt es als PDF-Dateien zum Download unter http://www.autorenforum.de!
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Gerd J. Merz, geb. 1944, wohnt in Rheinhessen, ist Fachbuch- und Kri-
miautor (Pseudonym Christopher Stahl). Seine Krimis "Mörderische Bi-
lanz", "Schwarzes Geld für schwarze Schafe" und "Tödliche Veranlagung"
spielen im Steuerberater-Milieu und in Rheinhessen. Sie sind als Serie
angelegt; der vierte erscheint im Oktober. Er führt Krimiwanderungen
durch, für die er speziell einen Kurzkrimi schreibt.
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BUCHBESPRECHUNG:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript"
besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer
Wer sein Manuskript professionell veröffentlicht sehen will, für den
ist Sylvia Englerts Ratgeber eine unverzichtbare Informationsquelle in
Sachen Buch- und Medienmarkt. Das Standardwerk ist gerade in der 6.,
aktualisierten und erweiterten Auflage erschienen und um viele wert-
volle Tipps und wichtige Adressen bereichert worden.
In Teil 1, "Der Weg zur Veröffentlichung", geht es unter anderem dar-
um, wie man Fehler bei der Vorarbeit vermeidet, welche Schritte für
eine Manuskriptunterbringung wichtig sind und was Agenten für Autoren
tun können. Teil 2 handelt davon, was zu tun ist, wenn ein Zusage da
ist. Teil 3 zeigt schließlich, wie Autoren und Autorinnen sich selbst
fördern können, sei es über Literaturzeitschriften, öffentliche Lesun-
gen, Autorengruppen und Verbände, Workshops, Schreibkurse und Fern-
schulen, Stipendien oder Wettbewerbe und Literaturpreise.
Ein weiteres wichtiges Thema des Ratgebers: Literatur online. Was
bringt das Internet einem Autor? Was bringt es, eigene Texte im Inter-
net zu veröffentlichen, und welche Texte eignen sich dafür? Auch hier
findet der Leser nicht nur praxisnahe Informationen, sondern auch in-
teressante Surftipps für Autoren.
Kurzum: Als Autorin, Journalistin und Lektorin schöpft Sylvia Englert
in "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript" aus einem Erfah-
rungs- und Wissensschatz (ergänzt durch zahlreiche Interviews, z. B.
mit Autoren, Lektoren, Agenten, Kursleitern und Veranstaltern), auf
den kaum ein Autor verzichten kann.
Sylvia Englert: "So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript", 6.,
aktualisierte und erweiterte Auflage 2007, 322 Seiten, 17,90 Euro,
Campus Verlag
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VERLAGSPORTRAIT:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
LOhrBär-Verlag
Dieter Lohr
Obermünsterstraße 2
93047 Regensburg
Telefon: (09 41) 7 08 16 16
Fax: (07 21) 1 51 28 80 56
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
http://www.lohrbaerverlag.de
Gegründet wurde der Verlag 2004. In den Jahren 2005 und 2006 erschien
je ein Hörbuch in der jeweiligen Monats-Bestenliste des Hessischen
Rundfunks.
Dieter Lohr hat einen klassischen "Eine-Frau-und-ein-Mann-Verlag" ge-
gründet. Anlass für die Verlagsgründung war der Umstand, dass es mitt-
lerweile Hörbuchverlage zwar gibt wie Sand am Meer; Herr Lohr sich al-
lerdings mit seinem Programm absetzen möchte.
Programm und Philosophie
Das Programm des LOhrBär-Verlags und seine Philosophie gehen Hand in
Hand. Für Dieter Lohr ist ein Roman ? heruntergelesen von einer Spre-
cherin oder einem Sprecher, womöglich auf zehn oder mehr CDs, ohne ir-
gendwelche "Extras" ? kein Hörbuch und weder für die SprecherInnen
noch für die HörerInnen eine Freude. Derlei habe seine Berechtigung in
Blindenbibliotheken. Ansonsten trage es zur Analphabetisierung der
Welt bei und sei in der Regel ? langweilig. Selber lesen findet der
Verleger da weitaus spannender. Außerdem würden solche Hörbücher dem
Medium Audio-CD nicht gerecht werden.
Beim LOhrBär-Verlag werden Texte aufbereitet: entweder hörspielmäßig
(verschiedene Sprecher, Hintergrundgeräusche etc.) und mit musikali-
scher Begleitung. Oder: Die Autorin/der Autor liest selbst.
Daraus folgt, dass die vom Verlag vertonten Werke relativ kurz sind.
Einen fünfhundertseitigen Roman szenisch aufzubereiten und mit Hinter-
grundgeräuschen und Musik zu unterlegen wäre ein immenser Aufwand. Au-
ßerdem wird stundenlanges Zuhören auf die Dauer langweilig, egal wie
spannend die Produktion ist. In der Regel produziert der LOhrBär-
Verlag einfache CDs. Doppel-CDs sind bereits die Ausnahme.
Daraus folgt außerdem eine gewisse Vorliebe für Erzählungen und Kurz-
geschichten (Romanausschnitte sind nach Ansicht von Dieter Lohr eben-
falls unbefriedigend).
AutorInnen gesucht?
Der LOhrBär-Verlag sucht immer Autoren. Man sollte sich jedoch klar
sein, dass es ein kleiner Verlag ist. Das heißt: Bis Dieter Lohr dazu
kommt, ein Manuskript zu lesen, kann viel Zeit vergehen.
Abgesehen von der Form: Der Verlag will nichts Pornographisches,
nichts Rechtslastiges, nichts Triviales. Keine Lyrik, keine Kinderbü-
cher.
Der Reihenfolge nach wurden bisher verlegt: Angela Kreuz, Rea Revekka
Poulharidou, Elfi Hartenstein, Dieter Lohr, Barbara Krohn, Matthias
Kneip, Eugen Oker, Ludwig Bemelmans, Florian Sendtner, Karin Holz, Ma-
rita A. Panzer, Joseph Berlinger.
Der Verlag produziert drei bis fünf Hörbücher pro Jahr. Bis also ein
angenommenes Manuskript verhörbucht wird, kann noch mehr Zeit verge-
hen; im Schnitt ist der Verlag immer mindestens auf ein Jahr im Voraus
"ausgebucht".
Die Auflagenhöhe hält sich in Grenzen. Bislang ist im Verlag noch nie-
mand reich geworden ...
Konditionen
Dieter Lohr schließt mit seinen Autoren einen Verlagsvertrag, der vom
normalen Standard-Vertrag nicht abweicht. Der LOhrbär-Verlag ist kein
Druckkostenzuschuss-Verlag, egal wie getarnt auch immer. Im Gegenteil:
Die Konditionen sind, was die prozentuale Beteiligung angeht, sogar
besser als die manch großer Verlage. Dort gelten nämlich Hörbuchrechte
als Nebenrechte, wohingegen der LOhrbär-Verlag als reiner Hörbuchver-
lag Hörbuchrechte natürlich als Hauptrechte versteht und auch vergü-
tet.
Praktisch ist in absoluten Zahlen die schönste prozentuale Beteiligung
nicht viel wert, wenn die Verkaufszahlen nicht stimmen. Wer Literatur
schreibt, weil er damit Geld verdienen will, der sollte aus zweierlei
Gründen sofort wieder damit aufhören: Erstens funktioniert es in den
allerwenigsten Fällen, zweitens liest sich das dergestalt motiviert
Geschriebene genau so: als wäre es geschrieben worden, um Geld einzu-
bringen. Und damit ist es für den Verlag in der Regel schon nicht mehr
interessant.
Dieter Lohr bittet die Manuskripte nicht länger als zehn Seiten einzu-
reichen. Das schont Wald und Drucker, meint er. Es reicht bereits aus,
um sich ein Bild zu machen. Eine Biobibliographie hingegen wäre sehr
dienlich.
Zukunftspläne, Perspektiven
Das Modewort der Zeit heißt "wachsen". Klar, man wächst mit seinen
Aufgaben, und die Auflagenzahlen sind immer steigerbar. Darüber hinaus
aber will der Verlag ein "kleiner" Verlag bleiben. Klein, aber fein in
dem Sinne, dass Dieter Lohr vom großen Hype unabhängig bleiben will.
Wer hundert Mitarbeiter und mehr, ein großes Vertriebssystem, Miete
und Strom für riesige Verlagshäuser bezahlen muss, der MUSS den Best-
sellern hinterher hecheln, sprich den kleinsten gemeinsamen Nenner al-
ler Hörer dieser Welt bedienen. Der LOhrBär-Verlag will auch in Zu-
kunft anspruchsvolle Literatur vertonen, ohne sich an irgendwelche
Trends verkaufen zu müssen, und das mit aller Zeit und Liebe, die da-
für nötig sind.
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VERANSTALTUNGSBERICHT:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Booklover Conference 2007"
von Jennifer Schreiner
Auch dieses Jahr fand die von Angela Weiß (Verlag Plaisir d´Amour) or-
ganisierte Booklover Conference in Wiesbaden statt. Die elegante Ku-
lisse für diese in Europa einzigartige Liebesromanmesse bildete das
Hotel Oranien, ein 4-Sterne-Traditionshotel im Herzen der Landeshaupt-
stadt Hessens. Vom 4. bis zum 5. Mai trafen sich dort Leser, Buchinte-
ressierte, Autoren, solche, die es werden wollen, und andere Künstler.
Während die Liebesroman-Konferenzen in der USA bekannt, beliebt und
nicht mehr wegzudenken sind, betritt die Booklover Conference in
Deutschland immer noch Neuland und ist vielen Autoren unbekannt. Dabei
versteht sich die BLC als Event, bei dem alle Beteiligten rund um die
immer beliebter werdenden Liebesromane zusammentreffen können. Natio-
nale und internationale Autoren, Leser und Verlage können sich zwang-
los kennen lernen, alte Kontakte können aufgefrischt und neue ge-
knüpft werden. Selten haben Leser die Möglichkeit, bekannte Autorinnen
so ungezwungen kennen zu lernen wie hier, oder Autoren die Chance,
Verlage und Agenturen so hautnah zu erleben.
Das Programm
In diesem Jahr fand die BLC statt unter dem Motto "Männer in Kilts
Highlander-/Schottland-Liebesromane: Overkill oder toll?" und "Mangas:
(Nicht) nur eine Jugend-Popkultur? Der Einfluss von Mangas auf die
(Liebesroman-)Literatur". Das abwechslungsreiche Programm bot Veran-
staltungen über historische Recherchen, Selbstvermarktung für Autoren
und Hörbücher bis hin zu Programmplanung von Verlagen.
Und obwohl sich alles um Bücher drehte, fehlte es nicht an helfenden
Seminaren und Tipps, wie man selber einen gelungenen Liebesroman
schreibt oder ihn an den Mann bzw. die Frau bringt. So berichteten
beispielsweise Nadja Kossack (Hoffmann & Campe Verlag) und Lars
Schultze (Media Partner Literaturagentur) über die Zusammenarbeit von
Literaturagent und Verlag, die Autorin Sandra Schwab über die Selbst-
vermarktung im Internet für Autoren und die Cora-Redakteurin Bettina
Steinhage über die Stoffauswahl für die "Historical"- und "Tiffany
Liebe & Lachen"-Reihen.
Angeregt plauderten erfahrene Autorinnen wie Jeanine Krock, Eva Indra
und Astrid Martini gemeinsam mit Verlegerinnen und Agentinnen aus dem
Nähkästchen, bauten Klischees und Vorurteile ab und ließen sich in dem
gesellig-lockeren Kreis auf Diskussionen ein. So konnten Wissen erwei-
tert, Informationen ausgetauscht und neue Trends aufgespürt werden.
Doch nicht nur die Workshops, Verlosungen und Empfänge rundeten das
Bild ab, auch die englischsprachige Lesung mit Kathleen Givens, Juli-
anne Lee, Sandra Schwab, Trisha Fitzgerald-Petri, Marie Treanor und
Kyla Logan sorgten zusammen mit den deutschsprachigen Lesungen von
Jeanine Krock ("Der Venuspakt"), Sandra Henke ("Begierde des Blutes"),
Emilia Jones ("Club Noir"), Rebecca Michele ("Die Treue des Highlan-
ders"), Elke Meyer ("Kassandras Träume") und Kira Hawke ("Das Lied des
Shahdaan") für regen Zuspruch, der nur noch von der Erotiklesung ge-
toppt wurde.
Irina von Bentheim, Schauspielerin und Synchronstimme von Sarah Jessi-
ca Parker, las aus den Romanen "Tokyo Sins" (Sarah Schwartz), "Mond-
kuss" (Astrid Martini), "Küss mich, Lügner" (Ednor Mier), "Waffen der
Leidenschaft" (Patricia Amber), "Gefangene des Piraten" (Samara Fra-
ser) und "Zwillingsblut" (Jennifer Schreiner)
Internationales Flair
Da viele Autoren und Interessierte nicht nur aus ganz Deutschland an-
gereist waren, sondern auch aus Amerika und Großbritannien kamen,
wechselten sich die Workshops und Lesungen in Englisch und Deutsch ab.
Unbestrittene Stars der BLC waren jedoch die Bestsellerautorinnen
Kathleen Givens und Julianne Lee aka Julianne Bedford. Die beiden tum-
melten sich während der gesamten Veranstaltung auf Seminaren und im
großen Ausstellungsraum und waren ebenso hautnah zu erleben wie die
deutsche Bestsellerautorin Nele Böhm.
Nach einem abschließenden Sektempfang folgte eine Signierstunde mit
Gratis-Büchern, die sich großer Beliebtheit erfreute. Viele Fans nutz-
ten die Gelegenheit, sich eine persönliche Widmung geben zu lassen.
Aber auch die Freunde von "ungewöhnlicheren" Künsten kamen in einem
Seminar auf ihre Kosten. Juliane Seidel (Zeichnerin und Leiterin des
Projekt "Ars", http:www.ars.de.ms) stellte Techniken des Manga-
Zeichnens vor und vertiefte so das Seminar zu Shonen-ai und Yaoi-
Literatur von Tanja Meurer und Kira Hawke.
Mehr Infos
Allen, die sich mehr Informationen über die BLC, ihre Autorinnen, die
Veranstalterin und das Programm wünschen, sei die Homepage
http://www.booklover empfohlen.
Das Sonderheft zur Booklover 2006 ist auf der Homepage der Herausgebe-
rin Ulrike Stegemann zu bestellen: http://www.elfenschrift.de.
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Jennifer Schreiner wurde 1976 in Gelsenkirchen geboren, ist Magister
der Philologie, Autorin und Herausgeberin. Ihre Geschichten erschienen
in zahlreichen Anthologien (u. a. Ubooks "Honey", Boccaccio "Wild nach
dem Erdbeermund") und Zeitschriften (u. a. Feigenblatt-Magazin, Elfen-
schrift). Mehr zu ihr und ihrem bissig-erotischen Vampirroman "Zwil-
lingsblut" unter http://www.JenniferSchreiner.com.
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GLOSSE:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Das Coming-out eines Literaten"
von Janine Wilk
Bisher habe ich mein literarisches Schaffen nicht unbedingt an die
große Glocke gehängt. Besonders seit ich festgestellt habe, dass die
Menschen das Talent eines Schriftstellers umso höher bewerten, je wei-
ter er von ihnen weg wohnt. Vermeiden Sie es also bitte, sich in Ihrer
direkten Nachbarschaft als Schriftsteller zu outen, denn es gilt für
Ihre Mitmenschen als schlichtweg undenkbar, dass ausgerechnet Sie (!)
literarisches Talent besitzen sollten. Schließlich sieht man Sie jeden
Morgen in einem Ihrer karierten Frotteepyjamas am Schlafzimmerfenster
stehen, und jeder hat noch in Erinnerung, wie Sie letztens auf der
Straße beim Verabschieden Ihrer Geburtstagsgäste schwankend versucht
haben, sich an einem Wedel Ihrer Thujahecke festzuhalten. Dabei weiß
doch jeder, dass ein wahrer Schriftsteller, Deutschlands nächster Goe-
the oder Schiller, nie solch menschliche Seiten an den Tag legen wür-
de!
So kam es in der Vergangenheit auch recht selten vor, dass ich mich
als Schriftstellerin zu erkennen gab. Vor kurzem jedoch schaute eine
gestresste Sachbearbeiterin irritiert von meinem frisch ausgefüllten
Formular auf.
"Lassen Sie doch die dummen Witze!", wurde ich von ihr gerügt.
"Das ist mein voller Ernst."
"Mittellose Schriftstellerin? Das ist doch kein Beruf!"
So einfach gebe ich mich nicht geschlagen. "Aber Hausfrau, wie?"
"Natürlich!"
"Ich bin als Hausfrau genauso wenig rentenversichert wie als mittello-
se Schriftstellerin.
Wenn mir der Staat schon die Verliererkarte gibt, dann will ich we-
nigstens selbst bestimmen, wie ich sie nenne! Und meine Verliererkarte
heißt Schriftstellerin!"
Neben totalem Unverständnis kann man auch wahre Begeisterungsstürme
für sein literarisches Schaffen ernten, was aber fast noch schlimmer
ist. So wie vor einiger Zeit, als ich in einer Physio-Praxis zur Mas-
sage weilte:
"Frau Wilk, haben Sie eine Idee, warum Sie im Schulter- und Nackenbe-
reich so verspannt sind?"
"Nun, ich sitze sehr viel am Computer."
"Darf ich fragen, warum?"
Ach was soll´s, dann sag ich es eben. "Ich bin Schriftstellerin."
"Wie wundervoll!" Dann kam der Satz, der mir mittlerweile den Angst-
schweiß auf die Stirn treibt: "Ich schreibe auch, wissen Sie!"
O nein, bitte nicht!!
"Natürlich nicht so wie Sie. Nur so für mich selbst. Nichts Großarti-
ges. Aber rein zufällig habe ich meine Arbeiten hier unter der Massa-
geliege deponiert. Werfen Sie doch bitte einen Blick darauf."
"Wie? Jetzt?"
"Natürlich. Sie haben doch Zeit. Ich massiere Sie, und Sie lesen sich
mein Manuskript durch."
Nun fragen Sie sich vielleicht, wie meiner Meinung nach die richtige
Reaktion auf ein Schriftsteller-Outing aussehen sollte. Die Antwort
ist einfach: Es wäre von meinem Gegenüber sicherlich nicht zu viel
verlangt, ob meines offenkundigen Genies vor Ehrfurcht zu erstarren
und als Zeichen des Respekts leicht an Gesichtsfarbe zu verlieren.
Nach einigen Schrecksekunden (Minimum drei) sollte ein derart aufge-
regtes Gestammel einsetzen, dass man nur noch schwer die Muttersprache
des Betreffenden heraushören kann. Er möchte mir damit sagen, dass er
sich überglücklich schätze, mich endlich persönlich kennen zu lernen,
denn er sei ein großer Verehrer der Autorin Janine Wilk. Als Reaktion
darauf nicke ich äußerst verständnisvoll, wie es nun mal meine Art
ist, und schreibe dem Sterblichen (als Autorin bin ich selbstverständ-
lich unsterblich, denn meine Werke überdauern mich) eine Widmung in
eines meiner Bücher, die er natürlich permanent bei sich trägt. Ja, so
simpel wäre das im Grunde.
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Janine Wilk ist Autorin von Satire, Lyrik, Kinder- und Jugendliteratur
und Kurzprosa. Auf ihrer Homepage http://www.janine-wilk.de gibt es
unter anderem Infos zu ihrer neuesten Veröffentlichung "Sex und andere
Peinlichkeiten", amüsante Leseproben, ein Gewinnspiel und vieles mehr.
"Sex und andere Peinlichkeiten", 200 Seiten, Paperback ISBN 3-938882-
10-7, 9,95 Euro.
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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.
Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.
Drehbuch: Oliver Pautsch
drehbuch at experte pt autorenforum pt de
Fandom: Thomas Kohlschmidt
fandom at experte pt autorenforum pt de
Fantasy: Stefanie Bense
fantasy at experte pt autorenforum pt de
Heftroman: Arndt Ellmer
heftroman at experte pt autorenforum pt de
Historischer Roman: Titus Müller
historischer.roman at experte pt autorenforum pt de
Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik
kinderbuch at experte pt autorenforum pt de
Lesungen: Rüdiger Heins
lesungen at experte pt autorenforum pt de
Lyrik: Martina Weber
lyrik at experte pt autorenforum pt de
Sachbuch: Gabi Neumayer
sachbuch at experte pt autorenforum pt de
Schreibaus- und fortbildung: Uli Rothfuss
fortbildung at experte pt autorenforum pt de
Schreibgruppen: Ute Hacker
schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de
Schreibhandwerk: Ute Hacker
schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de
Sciencefiction: Andreas Eschbach
sf-autor at experte pt autorenforum pt de
Übersetzung: Barbara Slawig
uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de
Verlagswesen: Bjørn Jagnow
verlagswesen at experte pt autorenforum pt de
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.................
Experten-Special:
.................
Björn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen Ur-
heberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten sieben Jahre ge-
sammelt und stellt sie euch jetzt als kostenloses PDF zur Verfügung.
Das Tolle daran: Die Fragen sind nun thematisch geordnet, das elektro-
nische Format erlaubt eine schnelle Volltextsuche ? und Björn hat au-
ßerdem alle Antworten überarbeitet und aktualisiert. Ob ihr Infos
sucht zu Ausfallhonorar, Book on demand, Buchpreisbindung, Druckkos-
tenzuschussverlag, Exposé, Honorar, ISBN, Leseprobe, Nebenrechte,
Plagiat, Titelschutz, Verlagsgründung, Zitat oder ... Hier werdet ihr
fündig: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-tempest1-9.
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR VERLAGSWESEN:
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Bjørn Jagnow (verlagswesen at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
Zurzeit schreibe ich einen autobiographischen Roman, in dem mein Weg
aus einer Kindheit voller Misshandlung und Missbrauch in die Freiheit
beschrieben wird. Immer wieder habe ich von den Persönlichkeitsrechten
der Menschen gelesen, die in Romanen zu erkennen sein könnten. Selbst
wenn ich die Namen noch so sehr verfremde, würden sich Menschen, die
mich [...] missbraucht haben, sofort wiedererkennen, denn es steht
mein Name auf dem Buchcover. Wie lange haben denn nur die Täter Rech-
te? Zudem laufe ich Gefahr, dass ich wegen Verbreitung jugendgefähr-
dender pornographischer Schriften im Gefängnis lande, wenn ich auch
nur leise Details der Untaten [...] beim Namen nennen würde. Unter
welchen Bedingungen kann ich denn wenigstens irgendeinen Vorteil aus
meiner Geschichte ziehen, die mich beinahe mein Leben gekostet hätte?
Ich bin ratlos und offenbar so rechtlos wie damals ...
Antwort:
So sehr ich Ihr Bedürfnis, Ihre Erlebnisse aufzuschreiben und zu ver-
öffentlichen, verstehen kann, es ist rechtlich heikel.
Generell gibt unser Rechtssystem Opfern nicht die Möglichkeit, Rache
zu üben. Täter zu richten, ist Aufgabe der Gerichte ? sie zu strafen,
Aufgabe des Justizvollzugs. Öffentliche Abrechnungen in Biographien
sind weder mit noch ohne Urteil zugelassen. Das mag gefallen oder
nicht, aber wer dagegen verstößt, macht sich selbst haftbar, manchmal
sogar strafbar.
Sie können dagegen Ihre Biographie möglichst stark abwandeln, z. B.
Namen komplett neu erfinden, Ereignisse verändern, Beschreibungen von
Personen nicht an realen Menschen orientieren ? und dann unter Pseudo-
nym veröffentlichen. Vermutlich wird dann keiner der Täter riskieren,
sich selbst zu diffamieren, indem er behauptet, sich wiederzuerkennen.
"Genugtuung" bietet diese Variante vielleicht weniger, dafür kann sie
trotzdem befreiend sein, weil Sie sich das Thema von der Seele schrei-
ben.
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Bjørn Jagnow ist Schriftsteller, Verlagsfachwirt, Verlagskaufmann,
Buchhändler und freier Lektor. Sein Fantasy-Thriller "Wilde Jagd" ist
jetzt gedruckt (http://www.bjoernjagnow.de/) und als kostenloses PDF
lieferbar (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-wildejagd1-8).
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR KRIMINALISTIK:
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Nikola Hahn (kriminalistik at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
Ich befasse mich mit dem Schreiben von Drehbüchern und würde gerne
wissen, wie lange Schmauchspuren nachzuweisen sind.
Antwort:
Es gilt der in der Kriminalistik fast überall gültige Satz: Es kommt
drauf an. Will heißen: Der Zustand und die "Haltbarkeit" von Spuren
hängen in jedem Fall von den Umständen des konkreten Einzelfalles ab.
Wenn sich der Täter seine Hände gründlich reinigt, kann er die
Schmauchspuren vernichten. Tut er das nicht oder nicht richtig, sind
Partikel auch "über längere Zeit" nachweisbar. Wie lange konkret,
hängt wirklich von den Umständen ab. Deshalb kann ich Ihnen keine kon-
krete Zeitangabe geben.
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Nikola Hahn ist Kriminalhauptkommissarin und Fachlehrerin an der Hes-
sischen Polizeischule in Wiesbaden; nebenberuflich arbeitet sie als
Autorin mit dem Schwerpunkt historische Kriminalromane. Informationen
im Internet: http://www.nikola-hahn.com. [Aber bitte keine Fragen mehr
senden!]
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR HISTORISCHE ROMANE:
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Titus Müller (historischer.roman at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
Mein Vater ist in dem Lexikon eines berühmten Museums auf die Eintra-
gung über einen Menschen gestoßen, die an sich schon ein Exposé ist
und so interessant und spannend, das er mich fragte, ob ich darüber
nicht einen historischen Roman schreiben wolle. [...] Da die Story
wirklich spannend ist und ich nach einigem Nachdenken schon mehr als
das Gerüst zu einem Roman im Kopf hatte, fing ich an, ernsthaft zu re-
cherchieren. Aber dann hat sich ziemlich schnell rausgestellt, dass es
diese Figur nie gegeben hat. [...] Was also soll ich tun? Aufgrund des
Lexikon-Eintrags den Roman schreiben? Oder besser nicht? Wenn die Fi-
gur wirklich gelebt hätte, wäre es keine Frage. Aber so? Dann wäre es
nur ein Roman, der in historischer Zeit spielt. [...]Vielleicht ist es
ja normal, das in Bibliotheksverzeichnissen gelogen wird. Vielleicht
ist genau diese Lüge ja aber auch etwas, was solch einen Roman inte-
ressant macht.
Ich weiß es nicht.
Antwort:
Hier würde ich zwei Dinge unterscheiden: den Entstehungsmythos und den
eigentlichen Roman. In der Werbung wird gern ein Entstehungsmythos
verbreitet, um ein Produkt interessant zu machen. Mein eigener Verlag
hat das gerade mit dem Roman "Das Sakrament" getan: Man streute die
Nachricht, dass der Agent von Ken Follett vom jungen Autor dieses Ro-
mans derart überzeugt war, dass er ihm auf unbegrenzte Zeit seine Vil-
la zur Verfügung stellte, damit er einen Roman schrieb, der "Die Säu-
len der Erde" in den Schatten stellt. (Mythos bedeutet nicht, dass
nicht etwas Wahres daran ist.)
Ob du für deine Geschichte publik machen willst, dass sie auf einem
gefälschten Lexikonartikel beruht, musst du selbst entscheiden. Es
könnte kontraproduktiv sein, weil du damit den Leser gleich zu Beginn
hinter die Kulissen führst, und er will sie doch so gern für echt hal-
ten. Andererseits könnte es helfen, Journalisten für den Roman zu in-
teressieren, weil es eine spannende Geschichte dazu zu erzählen gibt.
Was den Roman selbst betrifft: Es gibt keine Regel, dass Historische
Romane nur von Personen handeln dürfen, die es wirklich gab. Deine Le-
ser erwarten, dass die Zeit korrekt geschildert wird und die eine oder
andere authentische Figur auftritt ? dein Protagonist kann aber ohne
Probleme fiktiv sein. Die Mehrheit der Historischen Romane hat fiktive
Protagonisten. Oft fühlen wir uns als Autoren einfach nicht frei, ei-
nem bekannten Monarchen oder Gelehrten eine Geliebte anzudichten, die
er nie hatte. Fiktive Protagonisten geben mehr Freiraum. Und sie kön-
nen ja in der Umgebung einer historisch verbürgten Person leben, so
dass trotzdem ein Einblick in deren Leben gegeben wird.
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"Spannender als jeder Katastrophenfilm." (Deutschlandradio Kultur)
"Voller Details, Bilder, Düfte." (Bild am Sonntag)
Titus Müller: Die Brillenmacherin, 440 Seiten, 9,95 Euro
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR KINDERBUCH:
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Michael Borlik(kinderbuch at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
Ich arbeite zurzeit an einem Jugendbuch, bei der der zwölfjährige Pro-
tagonist im Lauf der Geschichte mehrere verbrecherische Handlungen
(inkl. Körperverletzung) begeht. Meine Frage: Ist ein solcher Stoff
für Jugendbücher geeignet? Mir fallen zwar einige ein, die Gewalt
beinhalten, aber keins, bei dem die Helden die Gewalttäter sind.
Und: Für welche (Alters-)Zielgruppe sollte ich diesen Stoff anbieten?
Und sollte das Alter der Zielgruppe mit dem Alter des Helden überein-
stimmen? D. h., falls das Buch ab 13 wäre, sollte dann auch der Junge
13 Jahre alt sein?
Antwort:
Zu Ihrer ersten Frage: Es kommt immer darauf an, wie Sie mit dem Thema
umgehen. Gewalt kommt in Jugendbüchern vor, sollte jedoch nicht ver-
herrlicht werden. Aber ich denke, das versteht sich von selbst. Ihr
Buch muss also in dieser Hinsicht eine klare Aussage treffen. Falls es
sich bei Ihrer Geschichte um einen Jugendkrimi handelt, sollte der
Straftäter am Ende von der Polizei geschnappt werden. Oder der Straf-
täter könnte im Laufe der Geschichte erkennen, wie falsch sein Handeln
ist. Er leistet Wiedergutmachung oder stellt sich gar selbst der Poli-
zei.
Zu Ihrer zweiten Frage: Da ich den Inhalt Ihrer Geschichte nicht ken-
ne, kann ich mich nur schwer dazu äußern. Jugendkrimis sind in der Re-
gel ab 12 bzw. 13 Jahren. Ihr Protagonist sollte immer ein paar Jahre
älter sein, also 14 bis 17 Jahre.
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Michael Borlik, 1975 geboren, machte 1995 sein Abitur und ging an-
schließend in eine kaufmännische Ausbildung, die er 1998 erfolgreich
abschloss. Seit 2001 erfolgte eine Reihe von Veröffentlichungen. Über-
wiegend schreibt er Kinder- und Jugendbücher, die u. a. bei Ueberreu-
ter, Thienemann und Arena erscheinen. Seit Sommer 2005 ist er freier
Schriftsteller. Mehr Infos unter http://www.borlik.de.
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SACHBUCH:
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Gabi Neumayer (sachbuch at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
Ich bin dabei, ein Buch über [...] zu schreiben. [...] Das Ganze möch-
te ich mit schönen, guten, hochwertigen Bildern illustrieren und dafür
bekannte und weniger bekannte Künstler ansprechen. Soll / Muss ich das
als Autorin machen, oder ist das prinzipiell Aufgabe des Verlages?
Wenn ich's mache und Maler finde, denke ich, finde ich einen Verlag,
wenn ich einen Verlag habe, denke ich, findet man auch Maler ? ein
Zirkelschluss.
Antwort:
Grundsätzlich sind die Illustrationen meist Sache des Verlags, denn er
muss sich ja auch um die Rechte kümmern und darum, was sie kosten. Es
spricht allerdings nichts dagegen, dass Sie vorab schon einmal Künst-
ler ansprechen ? nur feste Absprachen sollten Sie mit ihnen noch nicht
treffen und auch nicht schon Bilder "in Auftrag" geben, weil im Endef-
fekt das alles mit dem Verlag geklärt werden muss.
Aber das ist kein Problem, denn Ihr Buch verkaufen Sie garantiert
nicht über die Bilder, sondern über ein überzeugendes Konzept / Exposé
(Thema, Gliederung, Zielgruppe etc.) und einen entsprechenden Probe-
text! ? Wenn Sie zusätzlich sagen können, dass Sie einen bekannten
Künstler "in der Hinterhand" haben, der dafür auch etwas zeichnen wür-
de, ist das gut, aber absolut nicht notwendig.
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Gabi Neumayers letzte Sachbuch-Veröffentlichung ist der Ratgeber
"Praxismappe für überzeugende Geschäftsbriefe", erschienen 2006 bei
Eichborn. Weitere Infos: http://www.gabineumayer.de.
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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn-
ter Mail kommt!
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de ? nach Rück-
sprache ? erwünscht. Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt
werden. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.
Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an: mail-
to:beitrag at team pt autorenforum pt de.
Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse
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