Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipp
Autorenwissen
"Das Autoren-Dschungelcamp"
von Jennifer Schreiner
Marketingideen
"Krimi auf Wanderschaft"
von Bettina v. Cossel
Drei Seiten für ein Exposé
"Miststück"
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Interview mit Hartmut El Kurdi
Küss mich, ich bin ein Autor!
Frag den Experten für Drehbuch
(Oliver Pautsch)
Frag den Experten für Kinderbuch
(Michael Borlik)
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
(Ute Hacker)
EDITORIAL:
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Liebe Autorinnen und Autoren,
nach einer neuen Rubrik im letzten Tempest gibt es heute eine umbe-
nannte Rubrik: "Ein Exposé zum Knutschen" heißt ab sofort "Drei Seiten
für ein Exposé" - genau wie das dazugehörige Buch von Hans Peter
Roentgen, das im Februar 2010 erscheinen wird. Wir freuen uns schon
darauf!
Auch in diesem Tempest analysiert Hans Peter Roentgen eins eurer Expo-
sés. Weitere Themen: Wie und wo sollte man als AutorIn zuerst veröf-
fentlichen? Jennifer Schreiner führt uns durchs "Autoren-
Dschungelcamp". Bettina v. Cossel stellt eine Marketingidee vor: das
Wanderbuch. Der Autor und Schauspieler Hartmut El Kurdi hat mir im
Interview Rede und Antwort gestanden, und unsere ExpertInnen beschäf-
tigen sich heute mit Rechten, Rechtschreibung und Re(d)aktionen.
Der Tipp des Monats Juli, diesmal von Katharina Gerlach:
Auf der Seite http://www.deviantart.com sind
zu jedem nur erdenklichen Thema erstaunliche,
fantastische oder ungewöhnliche Bilder
(gezeichnet, gemalt und fotografiert). Sucht doch mal
nach Bildern, die zu eurer aktuellen Geschichte passen,
und lasst euch inspirieren.
Überraschung: Diesmal wird wieder etwas verlost! Sibylle Schwertner
hat mit ihrem Schreibtipp einen echten Bücherwurm gewonnen, und zwar
einen aus Plüsch. Genau das Richtige zum Kuscheln für AutorInnen. Und
wer nun vor Neid gelb anläuft, schicke mir einfach einen Schreibtipp,
einen Lesetipp, einen Minidialog oder einen Artikelvorschlag - und
schon landet ihr in der Lostrommel fürs nächste Mal.
Und wer einen freiwilligen finanziellen Beitrag für den Tempest
schickt, landet in den Annalen des Tempest - und in unseren Herzen.
Na, ist das nichts? Einen schönen Hochsommer euch allen!
Gabi Neumayer
Chefredakteurin
~~~~~~~~~~~
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto
von autorenforum.de:
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BLZ 550 905 00
Kto. 100 724 515
Stichwort: "Beitrag 2009"
Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die Auslandsüberwei-
sungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns euren Beitrag auch
weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des Tempest).
Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte
genau so zusammenschreiben!)
IBAN: DE16 5509 0500 0100 7245 15
BIC: GENODEF1S01
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ISSN 1439-4669 Copyright 2009 autorenforum.de. Copyright- und
Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe
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INHALT DIESER AUSGABE:
TEIL 1:
Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipp
Autorenwissen
"Das Autoren-Dschungelcamp"
von Jennifer Schreiner
Marketingideen
"Krimi auf Wanderschaft"
von Bettina v. Cossel
Drei Seiten für ein Exposé
"Miststück"
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Interview mit Hartmut El Kurdi
Küss mich, ich bin ein Autor!
Frag den Experten für Drehbuch
(Oliver Pautsch)
Frag den Experten für Kinderbuch
(Michael Borlik)
Frag die Expertin für Schreibhandwerk
(Ute Hacker)
Impressum
TEIL 2:
Veranstaltungen
Ausschreibungen
Publikationsmöglichkeiten
mit Honorar
ohne Honorar
Seminare
Messekalender
Impressum
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HALL OF FAME:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen
können.
Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)
nach diesem Schema:
.......
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich
könnt ihr in maximal 60 Zeichen inklusive Leerzeichen (nicht Wörtern!)
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen.
.......
Ein Beispiel (!):
.......
Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,
Mystery-Thriller. 60 Zeichen - und kein einziges mehr!
http://www.ernstfa.de
.......
Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im Ei-
genverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.
ACHTUNG, NEU!
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr bes-
tätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in einem
Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt hat!
Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an
redaktion at team pt autorenforum pt de.
Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten. Ände-
rungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall ist,
werden ab sofort nicht mehr verschickt!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Andrea Tillmanns: "Talivan", Ulrich Burger Verlag 2009, Fantasy-
Kurzgeschichten. Weitere Infos: http://www.ub-verlag.de.tl/
Vera Klee: "Schaurig schöne Geschichten", Roegelsnap Hörbuchverlag
2009, Mystik/Horror. Hörprobe und Bestellung u. a. bei
http://www.libri.de
Miriam Pharo: "Sektion 3: Hanseapolis - Schlangenfutter", Acabus Ver-
lag 2009, Zukunftsthriller. Sex & Crime im Hamburg des Jahres 2066!
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SCHREIB-KICK:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Unser Schreib-Kick für den Juli, diesmal von Miriam Pharo:
Als Autorin muss man sich in unterschiedliche Persönlichkeiten einfüh-
len können. Besonders schwierig wird es dann, wenn es um das andere
Geschlecht geht. Beim Schreiben wurde mir mehrmals bewusst, dass ich
dabei in Klischees abzurutschen drohte. Deshalb tat ich Folgendes: Ich
verpasste meinen Figuren kurzerhand ein anderes Geschlecht: Aus einem
eitlen Modepüppchen wurde ein eleganter Mann, aus einem Machotypen
eine ungestüme, junge Frau. Die Szenen aber beließ ich so, wie sie
waren, inklusive den Dialogen. Diesen kleinen "Kunstgriff" habe ich in
meinem aktuellen Roman zweimal vollzogen und war danach verblüfft, wie
sehr die Figuren an Substanz und die Szenen an Intensität gewonnen
hatten.
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LESETIPP:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
http://www.kamprad-online.de: Wer sich über das Angebot an Literatur
zum Kreativen Schreiben informieren will, wird auf der Homepage von
Eberhard Kamprad fündig. In einer Bibliographie zum Thema findet man
über 100 Titel. Das Verzeichnis wird laufend aktualisiert.
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AUTORENWISSEN:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Das Autoren-Dschungelcamp"
von Jennifer Schreiner
Wettbewerbe, Ausschreibungen, Anthologien, Zeitschriften, (Online-
)Portale und Verlage schießen nur so aus dem Boden. Nie war veröffent-
lichen und veröffentlicht werden so leicht wie heute.
Meist werden diese Veröffentlichungsmöglichkeiten von inflationär op-
timistischen Menschen betrieben, die um ihre Kreativität kämpfen und
mit ihrem wahren Leben, denn sie betreuen die Literaturszene nur ne-
benbei. Was natürlich nichts Schlimmes ist. Im Gegenteil! Ich persön-
lich finde es toll, habe viele Freunde in der "Szene" und bewundere
ihre Leidenschaft, Organisation, Zeiteinteilung und ihren Glauben an
ihre Projekte.
Im Grunde gibt es für jeden Geschmack und jedes Genre Wettbewerbe und
Verlage oder Zeitschriften. Das ist natürlich schön, machte es aber
auch unübersichtlich und sorgt für akute Reizüberflutung. Ein Autor
muss (und sollte!) schon genau hinsehen, wo er sich die ersten Sporen
verdient.
Was nicht funktioniert: Autorensicht
Für mich fallen die Optionen, bei denen in irgendeiner Form Geld zu
bezahlen ist, aus. Seiten bezahlen kann ich auch bei BOD. Wer für sein
Projekt Geld verlangt, beweist meiner Meinung nach damit nur eines:
dass er entweder nicht an sein Projekt glaubt (und wieso sollte ich
das dann?) oder keine Zeit/Lust hat, sich auf kreativere Art um einen
Sponsor zu bemühen (und wieso sollte ich dann kreativ sein?).
Auch keine Option: wenn in der Ausschreibung schon steht, dass der
Gewinner erst vor Ort bekanntgegeben wird, aber 10 Leute zur Preisver-
leihung eingeladen werden - ohne Reisekostenzuschuss und ohne dass die
Höhe des Preises eine Anreise rechtfertigt. (Wir Autoren haben also
nicht nur zu viel Zeit, sondern auch zu viel Geld.)
Fazit: Dass bei einem Wettbewerb oder einer Veröffentlichung in einer
Anthologie oder Zeitschrift keine Reichtümer zu erwarten sind, sollte
jedem Autor von vornherein klar sein. Aber ein Belegexemplar sollte es
schon geben.
Was nicht funktioniert: Herausgebersicht
Zweimal habe ich eine öffentliche Ausschreibung für eine Anthologie
betreut: "Das Helena Syndrom" und "Die Satan GmbH".
Ich wusste bis dahin nicht, wie viele verschiedene Arten es gibt, sei-
nen Text zu formatieren. Es kann doch nicht so schwer sein, einfach
Arial/Times New Roman, Größe 12, 1.5 Abstand zu nehmen, oder?
"Sehr geehrte Damen und Herren?" Ich bin ich, und niemand sonst. Stand
auch so in der Ausschreibung. Wer bei mir Damen und Herren sucht, ist
falsch!
Das Thema: Von einem Autor erwarte ich, dass er lesen kann. Aber ich
bekam die abenteuerlichsten Themenkreationen zugeschickt - mit etwas
Glück fand ich nach langem Suchen manchmal noch irgendwo ein Wort oder
einen Satz, das/der das Ganze passender machen sollte.
Kurzgeschichte - KURZgeschichte! Wer kommt auf die Idee, ein ganzes
Manuskript einzureichen, wenn ich eine Kurzgeschichte suche? Ich bin
doch keine Papier-Wiederverwertungsanlage!
Fazit: Wenn sich der Autor keine Mühe gibt, wieso ich dann?
Tipps zur Vorgehensweise
Erst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, was man eigentlich
erreichen möchte.
- Möchte man in einer Literaturzeitschrift, einer Zeitschrift, einer
Anthologie oder online veröffentlicht werden?
- Möchte man Geld damit gewinnen/verdienen?
- Wie hoch setzt man seine Erwartungen an sich selbst an? (Sprich:
Fängt man "klein" an und arbeitet sich dann zum Pulitzerpreis vor,
oder will man sofort nach dem entferntesten Ziel greifen?)
- Danach sollte man sich überlegen, welches Genre einem liegt. (Das
ist manchmal tatsächlich ein ganz anderes als das, was man gerne
schreibt.)
Wenn man sich über oben genannte Punkte sicher ist, schaut man sich
die Ausschreibungen, zum Beispiel im "Tempest", genau an und entschei-
det dann, welche passen. (Anfangs nicht zu viele aussuchen!)
Danach geht es ans Schreiben, Überarbeiten, Lektorieren. Falls noch
Zeit bleibt, empfehle ich einen kritischen(!) Testleser, um eventuelle
Ungereimtheiten aufzudecken. Dazu eignen sich sehr gut Literaturforen.
Da tummeln sich ein Haufen Gleichgesinnter und helfen sich gegensei-
tig. Das hat auch noch den Vorteil, dass man an den Texten anderer
ebenso lernen kann wie an den eigenen.
Nun nur noch die Vorgaben prüfen (Länge, Format etc.) und das Ganze
mit einem netten Anschreiben (!) losschicken und warten.
Viel Glück!
PS: Von Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Geschmäcker sind ver-
schieden. Außerdem schreibt man immer mal wieder eine Geschichte, die
man selber toll findet - und der Rest der Welt nicht. Ich musste als
Herausgeberin auch schon tolle Geschichten aussortieren, weil es eben
eine ähnliche gab mit etwa derselben Rahmenhandlung, die ich einen
Tick besser fand.
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Wer mehr über die Autorin Jennifer Schreiner oder ihr aktuelles, dämo-
nisches Fantasy-Romance-Buch "Eine Löwin für die Bestie" erfahren
will, kann ihre Homepage http://www.JenniferSchreiner.com besuchen.
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MARKETINGIDEEN:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Krimi auf Wanderschaft"
von Bettina v. Cossel
Bücher sind zu schade, um im Regal zu verstauben. Sie möchten um die
Welt wandern und möglichst viele Leser in ihren Bann ziehen. Man könn-
te einen gelesenen Schmöker also weiterschenken, im Internet verkau-
fen, an einer Buchbörse tauschen oder für Book-Crosser im Park frei-
lassen.
Meinen Kriminalroman "Mörderische Schnitzeljagd" habe ich bei
http://www.buechereule.de als Wanderbuch angeboten. Das macht man ganz
einfach im Forum unter der Rubrik Wanderbücher. Dort werden die ange-
botenen Bücher kurz beschrieben und eine maximale Anzahl von Lesern
bestimmt, zu denen das Buch wandern darf - üblicherweise nicht mehr
als zehn Personen -, und nach kürzester Zeit ist die Liste voll.
Bestimmte Benimmregeln zum pfleglichen Umgang verstehen sich von
selbst, z. B. keine Eselsohren in die Seiten zu knicken oder ein Buch
nicht vollzuqualmen. Und dann geht's los: Der Buchbesitzer schickt dem
Ersten auf der Liste das Buch. Nach dem Lesen gibt der Erste es an den
Zweiten usw., bis das Buch zum Schluss wieder zu Hause landet.
Mir als Autorin hat die Reise meiner "Mörderischen Schnitzeljagd"
nicht nur netten Kontakt zu Fans dieses Krimigenres beschert, sondern
auch verschiedene Rezensionen. Einer der Leser, bei denen das Buch auf
der Wanderschaft vorbeikam, kaufte anschließend meinen Kriminalroman
"Die hässliche Ente" und stellte dieses Buch seinerseits als Wander-
buch ein.
Das Ganze ist ein prima Konzept. Die Leser kommen kostenlos an die
tollsten Bücher. Die Buchbesitzer machen Platz im Regal, das Beste aus
gelesenen Büchern und viele Leser glücklich. Und weil die Bücher durch
die Wanderschaft bekannter werden, haben auch die Autoren etwas davon
- mit etwas Glück sogar eine gute Rezension.
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Bettina v. Cossel lebt seit 19 Jahren mit Mann, vier Kindern und Hund
in England. Neben Kriminalromanen schreibt die Autorin kriminelle
Kurzgeschichten für verschiedene Anthologien. Sie ist Mitglied bei den
Mörderischen Schwestern sowie im Syndikat. "Die hässliche Ente" ( Le-
rato Verlag 2007), "Mörderische Schnitzeljagd" (Lerato Verlag 2008),
"Tod in den Dünen" (Wellhöfer Verlag Sommer 2009).
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DREI SEITEN FÜR EIN EXPOSÉ:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
Exposés sind der Alptraum vieler Autoren. Wie kondensiert man 400
Seiten Text auf zwei, wie presst man einen Elefanten durch ein
Nadelöhr?
Hans Peter Roentgen will zeigen, wie es gemacht wird. Aber nicht ab-
strakt, sondern wie bei "Vier Seiten für ein Halleluja" an praktischen
Beispielen. Wer also immer schon wissen wollte, warum sein Exposé
nicht funktioniert und wie man es verbessern kann, der kann es ihm per
E-Mail schicken. Maximal 5.000 Anschläge (inklusive Leerzeichen), wenn
möglich RTF-Format. Wer möchte, kann auch eine Kurzfassung ("Pitch")
seines Projekts mitsenden, eine Darstellung der Geschichte in drei
Sätzen, maximal 200 Anschläge. Mailadresse:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. .
Aus den Einsendungen werden beispielhafte ausgesucht und besprochen,
und daran wird gezeigt, wie man Exposés schreibt und verbessert.
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"Miststück"
Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Leila trifft der Schlag, als sie erfährt, dass ihre große Liebe David
eine Affäre mit ihrer Chefin hat. Sie flieht mit der gemeinsamen Toch-
ter ins Haus ihrer Eltern.
Um sich an David zu rächen, lässt sie sich auf einen One-Night-Stand
mit Raoul ein, der jedoch nicht nur völlig in die Hose geht, sondern
auch direkt in Leilas Herz.
Den Rivalen im Nacken, beginnt David wieder um sie zu kämpfen. Leila
ist hin und her gerissen.
Mit David verbinden sie sieben Jahre intensive Beziehung und ein Kind.
Mit Raoul kann sie lachen, diskutieren und so leidenschaftlich vögeln
wie nie zuvor in ihrem Leben.
David appelliert an ihr Verantwortungsgefühl, ihre große Liebe und die
schönen Zeiten.
Mit Raoul ist alles ganz anders. Er fordert sie heraus, will alles von
ihr wissen, sie erleben und erforschen. Schonungslos konfrontiert er
Leila mit sich selbst.
Das macht ihr Angst und treibt sie kurzfristig wieder zu David.
Doch die Kluft zwischen ihnen ist bereits zu groß.
Sie geht endgültig.
Mit Raoul wagt Leila den Sprung ins Ungewisse und wird ungeplant
schwanger. Für ein gemeinsames Kind scheint die neue Beziehung noch
viel zu frisch. Als der Termin für die Abtreibung bereits feststeht,
treffen Leila und Raoul eine mutige Entscheidung und behalten das
Kind.
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Lektorat von Hans Peter Roentgen
Leilas heile Welt bricht zusammen, ihr Mann geht fremd und obendrein
noch mit ihrer Chefin. Sie rächt sich und lässt sich auf einen One-
Night-Stand ein. So weit, so gut; die Ausgangslage ist klar und auch,
was die Geschichte in Gang setzt.
Ein guter Anfang ist wichtig, weil er den Leser interessiert. Aber der
Anfang allein ist noch keine Geschichte. Aus dem Anfang muss etwas
folgen. Die Figuren geraten in die Klemme. Etwas bricht in ihren All-
tag ein, etwas, das ungewöhnlich ist. Jetzt müssen sie reagieren, et-
was tun. Und was sie tun, das muss im Exposé stehen.
Was tut Leila dann, nachdem sie die Affaire ihres Mannes entdeckt hat?
Sie verliebt sich in Raoul, David interessiert sich plötzlich wieder
für sie, Raoul bringt wieder Leidenschaft in ihr Leben.
Na und? Solche Geschichten haben wir oft gelesen, haben wir oft er-
lebt, entweder selbst oder bei anderen. Was ist hier das Besondere?
Was tun die drei Helden dieser Geschichte, nachdem sie begonnen hat?
Nichts. "Schonungslos konfrontiert er Leila mit sich selbst", sagt das
Exposé und was, bitteschön, haben wir darunter zu verstehen? Wird sie
damit konfrontiert, dass sie heimliche masochistische Neigungen hat?
Dass sie eigentlich keine Kinder haben wollte und ihr Kind jetzt David
überlässt? Dass sie ihre gut bezahlte Anwaltstelle aufgibt, um als
Bräterin bei McDonalds zu arbeiten? - Was immer es ist, es steht nicht
im Exposé.
Auch das, was David tut, bleibt dunkel. Er "appelliert an ihr Verant-
wortungsgefühl". Er "kämpft um sie". Was soll das heißen? Schickt er
ihr nun zum ersten Mal in ihrer Ehe regelmäßig rote Rosen? Verfasst er
glühende Liebesbriefe? Sucht er Kontakt zu Rockerbanden, die Raoul
zusammenschlagen sollen? Bietet er Raoul Geld, damit er aus Leilas
Leben verschwindet?
Wir erfahren es nicht. Das einzige Konkrete, das uns das Exposé ver-
rät, ist, dass Leila von Raoul schwanger wird und sie eine Abtreibung
plant. Na gut, dafür muss man heute nicht mehr nach Holland fahren
oder Engelmacherinnen bemühen.
Dann stornieren sie die Abtreibung. Warum? Weil sie eine "mutige Ent-
scheidung" treffen. Und warum ist die mutig? Auch das erfahren wir
nicht. Offenbar zwingt das Kind Leila zu einer Entscheidung, und die
fällt zugunsten von Raoul. Aber warum? Und wieso wird sie schwanger?
Hat sie sich da durch einen unbewussten Wunsch verleiten lassen, end-
lich ihre Unentschlossenheit zu beenden?
Machen Sie einen Test: Was wissen Sie wirklich über Leila nach diesem
Exposé?
Ich jedenfalls nicht viel. Personen zeigen sich durch das, was sie
tun. Und Leila und ihre beiden Männer tun im Exposé sehr, sehr wenig.
Der Anfang ist gut, wir haben eine Situation, die jeder Leser nach-
vollziehen kann, eine Geschichte wird in Gang gesetzt. Jetzt sollte
sie weitergehen. Aber das tut sie nicht. Und die Schwangerschaft al-
leine reicht nicht aus, um die Geschichte voranzutreiben. Sie klingt
mehr nach dem Versuch, die passiven Personen doch noch aktiv handeln
zu lassen.
Exposés sollen kurz sein, richtig. Aber sie sollen auch konkret sein,
auch hier gilt: Zeigen, nicht behaupten (show, don't tell). Wenn nur
etwas über die Geschichte behauptet wird, sie uns aber nicht gezeigt
wird, dann lässt sie den Leser kalt.
Da lohnt es sich dann im Zweifelsfall doch, ein bisschen ausführlicher
zu werden.
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Hans Peter Roentgen ist einer der Moderatoren der Schreibwerkstatt
www.Textkrafttraining.de, Mitglied der Phoenix-Schreibgruppe
(http://www.roentgen-software.de/phoenix/phoenix.html) und schreibt
Artikel, Rezensionen und Geschichten
(http://www.textkraft.de/pageID_600054.de.html) sowie Computerprogram-
me.
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INTERVIEW:
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
"Nichts ist schlimmer als Eitelkeit in der Kunst"
Interview mit Hartmut El Kurdi
Ich habe Hartmut El Kurdi auf der lit.kid.COLOGNE 2009 gesehen, wo er
keine Lesung gehalten, sondern sein Ein-Personen-Theaterstück "Johnny
Hübner greift ein" aufgeführt hat. Nicht nur ich, auch die Kinder wa-
ren die ganze Zeit voll bei der Sache und absolut hingerissen, egal ob
wir ein Lied singen sollten, ohne die Melodie zu kennen, oder mit der
lispelnden Schiffsratte und dem italienischen Smutje mitfieberten. Ich
habe mir dann sofort Hartmuts Kinderbücher besorgt - "Johnny Hübner
greift ein" und "Angstmän" - und mit großem Vergnügen verschlungen.
Grund genug, den Schauspieler, Regisseur und Autor um ein Interview zu
bitten. - Seine Website (inklusive einiger wunderbarer Kolumnen) fin-
det ihr unter http://www.hartmutelkurdi.de.
Gabi Neumayer: Du schreibst Theaterstücke, Kinderbücher, Kolumnen,
bist Schauspieler, Regisseur und Vorleser. Was kam zuerst? Und wie
bist du dann in die anderen Berufe "hineingeraten"?
Hartmut El Kurdi: Zuerst war das Theater. Ich habe in Hildesheim Kul-
turwissenschaften mit Schwerpunkt Theater und Musik studiert und habe
sowohl im Studium als auch nebenher viel gespielt und auch bald Re-
gie geführt. Das Schreiben war zunächst sehr zweckgebunden fürs Thea-
ter. Zunächst auch mit anderen zusammen, dann irgendwann allein. Zum
Schreiben jenseits des Theaters kam ich durch die Kolumnen: Ich war
damals ein großer Fan der Kolumnen von Max Goldt, Wiglaf Droste und
Fanny Müller und habe angefangen selbst zu kolumnieren ...
GN: Du schreibst und spielst für Kinder und für Erwachsene. Was sind
da die wichtigsten Unterschiede? Und was ist gleich, egal ob man Kin-
der oder Erwachsene vor sich hat?
HEK: Bei der Art, wie ich schreibe und Theater mache, sind die grund-
sätzlichen Unterschiede gering. Natürlich muss man sich schon vorher
überlegen, für wen man was macht, weil das oft thematische oder
sprachliche Konsequenzen hat. Ich finde ja, dass man Kinder sprachlich
nicht unterfordern darf, andererseits ist es Quatsch, wenn die Kinder
ein Buch weglegen, weil es zu verschwurbelt ist und der Autor eigent-
lich ein Buch für Erwachsene schreiben wollte ... Aber grade beim The-
ater ist es so, dass es mich freut, wenn auch Erwachsene bei den Kin-
dersachen Spaß haben und Kinder bei den Stücken für Erwachsene nicht
in den Tiefschlaf fallen. Früher habe ich immer behauptet, ich mache
"postmodernes Volkstheater", also durchaus inhaltlich und formal re-
flektiert, aber immer mit viel Spaß und Komik. Es gibt allerdings be-
stimmte Formen, die nur für eine Zielgruppe funktionieren. Meine Ko-
lumnen sind z. B. nix für Kinder, weil sie einfach sehr eindeutig aus
erwachsener Perspektive geschrieben sind und die Kinder langweilen.
GN: Bei "Angstmän" und "Johnny Hübner greift ein" war jeweils das The-
aterstück zuerst da, oder? Wie kam es dazu, dass du dann auch Kinder-
bücher daraus gemacht hast? Und wann entstanden die Kinderhörspiele
dazu?
HEK: Bei Angstmän war die Buch-Idee sofort da, als ich das Stück fer-
tig geschrieben hatte. Ich hab dann auch gleich 30 Seiten Prosaversion
produziert, dann aber wieder beiseite gelegt, weil ich anderes zu tun
hatte. Als zweites entstand das Hörspiel, ganz einfach, weil das
Deutschlandradio Kultur Interesse daran hatte. Als dann dieses Hör-
spiel den Deutschen Kinderhörspielpreis gewann, gehörte zum Preis,
dass es als CD im Patmos-Verlag erscheinen sollte, und damit war der
Kontakt zum Verlag Sauerländer (der ja zu Patmos gehört) gemacht, und
- schwupps - zog ich meine 30 Seiten Angstmän-Prosa aus der Schublade,
die dann auch gleich akzeptiert wurden - und dann habe ich das Buch zu
Ende geschrieben. Bei "Johnny Hübner greift ein" war die Reihenfolge
dieselbe: Theaterstück, Hörspiel, Buch. Das hängt wohl damit zusammen,
dass es bei mir immer mit Theater anfängt.
GN: Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Schreiben eines
Stückes und dem Schreiben eines Buches? Was fandest du besonders
schwierig beim "Übersetzen" einer Geschichte in ein anderes Medium?
Was musstest du weglassen, was hinzufügen, was komplett ändern?
HEK: Ein Stück hat sehr "strenge" Regeln. Oft weiß ich vorher schon,
ich habe soundsoviel Schauspieler, das Stück soll für dieunddie Al-
tersgruppe sein ... Außerdem ist Kindertheater über 75 Minuten meiner
Ansicht nach Käse ... Also muss man eine Geschichte erfinden, die ei-
nem selbst wichtig ist und unter diesen jeweiligen Bedingungen funkti-
oniert.
Bei den Büchern ist man einfach etwas freier. Es muss vor allem erzäh-
lerisch funktionieren. Aber es gibt nicht noch diesen Schritt der Um-
setzung. Ein Buch ist fertig, wenn es geschrieben ist. Ein Theater-
stück erst, wenn es auf der Bühne funktioniert.
Beim "Übersetzen" merke ich dann oft, dass mancher Theaterdreh im Buch
gar nicht funktioniert, weil er auf optische Effekte oder Interaktion
mit dem live vorhandenen Publikum angelegt ist - und da muss man sich
dann was anderes überlegen. Dadurch bekommen die Geschichte dann noch
mal ganz neue Wendungen. Prima ist, dass ich durch Stücke immer sehr
viele Dialoge als Material fürs Buch zur Verfügung habe, was sich wie-
derum bei den Lesungen auszahlt. Da werden die Lesungen aus dem
Angstmän-Buch durch die Dialoglastigkeit fast schon wieder zum Thea-
terstück (oder Hörspiel), auch wenn ich es alleine vorlese.
GN: Was hat der Schriftsteller Hartmut El Kurdi bislang vom Schauspie-
ler und Regisseur Hartmut El Kurdi lernen können - und umgekehrt?
HEK: Der Schriftsteller hat vom Theatermacher gelernt, sehr handlungs-
orientiert und kompakt zu schreiben und Dialoge möglichst "echt" und
sprechbar zu gestalten. Der Theatermacher hat vom Schriftsteller ge-
lernt, sehr sorgfältig mit Sprache umzugehen. Auch in einem scheinbar
umgangssprachlichen Dialog ist es nicht egal, wie etwas gesagt wird,
sondern grade da muss jeder Ton stimmen, und gleichzeitig muss Überra-
schendes möglich sein. Die Kombination vom Umgangssprache und Neolo-
gismen zum Beispiel ist oft sehr treffend und komisch ...
GN: Sowohl beim Genießen deines Ein-Personen-Stücks als auch beim Le-
sen deiner Kolumnen ist mir - obwohl und auch weil ich ständig lachen
musste - deine sehr präzise, jederzeit auf den Punkt genaue Sprache
aufgefallen. Deine Biographie lässt außerdem einen multilingualen Hin-
tergrund vermuten. Wie ist dein Verhältnis zu Sprache und Sprachen?
HEK: Ich bin da schon ein Pingel, aber anders als manch anderer. Die
Grundlage ist bei mir immer die gesprochene Sprache. "Sprache" kommt
ja auch von "sprechen" und nicht von "schreiben". Und das hat sicher
auch mit meinem Hintergrund zu tun: Ich habe als Kind mit meinem Vater
und meinen Geschwistern Englisch und mit meiner Mutter Deutsch gespro-
chen. Mein Vater war ja Jordanier, ich selbst spreche zwar kein Ara-
bisch, aber natürlich war diese Sprache rein klanglich auch präsent.
Meine Mutter wiederum spricht bis heute eigentlich kein Hochdeutsch,
sondern einen knallharten hessischen Dialekt ...
Bis heute finde ich Dialekte und umgangssprachliche Wendungen super -
und ich suche auch beim Schreiben immer nach Formulierungen, die ent-
weder umgangssprachlich sind oder auf eine ähnliche Weise funktionie-
ren. Die deutsche Schriftsprache ist mir oft zu steril, kalt und dis-
tanziert. Deswegen versuche ich selbst in meinen ironischen, auch
sprachlich schwierigeren Kolumnen immer wieder Formulierungen einzu-
bauen, die einen "direkt" ins Herz, ins Hirn oder meinetwegen in den
Bauch treffen ...
GN: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
HEK: Kommt drauf an. Oft stehe ich um 6 auf, um zur ersten Stunde ir-
gendwo im Klassenzimmer zu stehen oder zu sitzen und vorzulesen oder
Theater zu spielen.
Wenn ich "nur" schreibe, versuche ich gegen acht oder neun Uhr am
Schreibtisch zu sitzen und mit ein paar Pausen bis um drei zu arbei-
ten. Ich bin aber ein Großmeister der Arbeitsvermeidung, weil ich dann
dringend noch dieses und jenes machen muss, spazieren gehe, einkaufe,
Gitarre spiele etc. Aber vermutlich gehört das dazu ...
GN: Was macht dir beim Schreiben den meisten Spaß - und was eher
nicht?
HEK: Dialoge schreiben macht Spaß. Songs für Theaterstücke. Beschrei-
bungen hasse ich, sind aber manchmal unvermeidlich.
GN: Wie gehst du an eine Story/ein Theaterstück heran? Entwickelst du
zum Beispiel zunächst ein Exposé? Wenn ja: Wie sieht das aus?
HEK: Ja, ich versuche zunächst die Story grob zu strukturieren: Also
zu wissen, was ist am Anfang, in der Mitte und am Ende. Ohne alle De-
tails, aber doch so, dass ich jemandem den Ablauf erzählen könnte. Und
erst dann fange ich wirklich an zu schreiben.
GN: Eigene Texte zu überarbeiten, das fällt vielen besonders schwer.
Wie gehst du beim Überarbeiten vor? Hast du einen besonderen Tipp für
angehende AutorInnen?
HEK: Das ist auch ein Vorteil meiner Theaterarbeit. Da ich oft die
Uraufführungen meiner Stücke inszeniert habe, habe ich gelernt, Dinge,
die auf der Bühne nicht funktionieren, rauszuschmeißen, auch wenn ich
den Text gut finde. Ich versuche, das mit rüber zu nehmen in die Ar-
beit an den Büchern: Das, was die Handlung weiter treibt und wichtig
ist für die Figuren, bleibt drin, der Rest muss gehen. Natürlich muss
man da nicht dogmatisch sein. Aber letztlich geht es um die Story und
nicht um mich.
GN: Hast du TestleserInnen oder ein Testpublikum, deren Meinung du vor
einer Überarbeitung einholst? Wenn ja: Was schätzt du an ihnen beson-
ders, und was erwartest du von ihnen?
HEK: Meine Freundin ist auch Theaterregisseurin - insofern kennt sie
sich auch mit Geschichten aus. Die kriegt immer was zu lesen. Meine
Tochter inzwischen auch. Aber ich erwarte nicht zu viel. Ist ja auch
oft ne Geschmacksfrage. Letztlich muss ich zufrieden sein. Und die
Details muss man dann sowieso mit dem Lektorat klären.
GN: Welche Erfahrungen hast du in der Zusammenarbeit mit Verlagen und
LektorInnen gemacht?
HEK: Unterschiedliche. Ich habe inzwischen gelernt, dass man sich
nicht beirren lassen darf. Was nicht einfach ist, vor allem wenn man
keine Erfahrung hat und vielleicht etwas harmoniesüchtig ist wie ich.
Ein gutes Lektorat ist enorm wichtig, dazu gehört vor allem, eine of-
fene Gesprächsebene mit dem Lektor oder der Lektorin zu haben. Man
muss sich gegenseitig trauen. Und man muss sich auch mal inhaltlich
streiten können, ohne dass dann gleich alle beleidigt sind.
GN: Welche Schreib- und Theater-Pläne möchtest du unbedingt noch ver-
wirklichen? Was steht als Nächstes an?
HEK: Im Moment mache ich etwas, was ich noch nie gemacht habe: alte
Sagen und Mythen "umschreiben" bzw. neu erzählen. Das heißt, es geht
vor allem ums "wie" und nicht ums "was". Auch mal schön ...
GN: Hast du zum Schluss noch einen speziellen Tipp für unsere AutorIn-
nen?
HEK: Ach Gott ... Das Wichtigste ist das Schwierigste: Gleichzeitig
die eigenen Ideen weiter zu verfolgen und doch nicht egozentrisch zu
werden: Es gibt immer jemand, von dem man was lernen kann. Und nichts
ist schlimmer als Eitelkeit in der Kunst.
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KÜSS MICH, ICH BIN EIN AUTOR!
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(redaktion at team pt autorenforum pt de)
" Und? Ist es wohl etwas lustig?"
"Also, ich weiß nicht, wie jemand so blöd sein kann, in dieser Form
sein Privatleben öffentlich breitzutreten! Das geht doch niemanden
etwas an!", motzte der Privatlektor, als er die Passage über den alko-
holgefährdeten Protagonisten las.
(Franziska Röchter)
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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:
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Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -
keine Manuskripte zur Beurteilung.
Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird.
Drehbuch: Oliver Pautsch
drehbuch at experte pt autorenforum pt de
Fandom: Thomas Kohlschmidt
fandom at experte pt autorenforum pt de
Fantasy: Stefanie Bense
fantasy at experte pt autorenforum pt de
Heftroman: Arndt Ellmer
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Historischer Roman: Titus Müller
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Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik
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Lesungen: Rüdiger Heins
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Lyrik: Martina Weber
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Sachbuch: Gabi Neumayer
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Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss
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Schreibgruppen: Ute Hacker
schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de
Schreibhandwerk: Ute Hacker
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Sciencefiction: Andreas Eschbach
sf-autor at experte pt autorenforum pt de
Übersetzung: Barbara Slawig
uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de
Verlagswesen: Bjørn Jagnow
verlagswesen at experte pt autorenforum pt de
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Experten-Special:
.................
Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen Ur-
heberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten acht Jahre gesam-
melt (jetzt inklusive 2007) und stellt sie euch als kostenloses PDF
zur Verfügung. Das Tolle daran: Die Fragen sind nun thematisch geord-
net, das elektronische Format erlaubt eine schnelle Volltextsuche -
und Björn hat außerdem alle Antworten überarbeitet und aktualisiert.
Ob ihr Infos sucht zu Ausfallhonorar, Book on demand, Buchpreisbin-
dung, Druckkostenzuschussverlag, Exposé, Honorar, ISBN, Leseprobe,
Nebenrechte, Plagiat, Titelschutz, Verlagsgründung, Zitat oder ...
Hier werdet ihr fündig: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0062-
tempest2-4.
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH:
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Oliver Pautsch (drehbuch at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
Ich habe eine Theaterversion von "Per Anhalter durch die Galaxis" ge-
schrieben. [...] Nun würde ich das Stück gerne zur Aufführung bringen.
Was muss ich dabei rechtlich beachten, und wie kann ich mich gegen
Diebstahl meiner Ideen schützen?
Antwort:
Für die Aufführung eines adaptierten Theaterstücks brauchen Sie auf
jeden Fall die Erlaubnis des Rechteinhabers. Im Fall von "Per Anhalter
durch die Galaxis" dürfte das der deutsche Buchverlag sein, den Sie
wegen Ihres Anliegens kontaktieren sollten.
Die meisten Buchverlage haben mittlerweile eine Abteilung für Medien-
rechte, die sich um Angelegenheiten wie Verfilmung, Vertonung und Auf-
führung kümmern.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft. Spä-
ter ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber
direkt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für Kurz-
filme, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.
http://www.drehbuchautoren.de/Autoren/meinautor.php?ID=164
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FRAG DEN EXPERTEN FÜR KINDERBUCH:
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Michael Borlik (kinderbuch at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
In Ihrer ersten Antwortmail rieten Sie mir unter anderem, dass es
wichtig ist, Kritik und Rückmeldung zu meinen Texten zu erhalten. Da
bin ich seit zwei Jahren aktiv:
Ich rief einen Autorentreff bei mir am Ort ins Leben, wir schreiben
zusammen und lesen uns Selbstgeschriebenes vor [...]. Einige Freunde
haben meine Geschichten gehört oder gelesen. Insgesamt kennen 30 Per-
sonen eine oder mehrere meiner ca. 150 Geschichten. Die jeweiligen
Rückmeldungen habe ich akribisch gesammelt, u. a. in einer Access-
Datenbank.
Ich möchte demnächst den nächsten Schritt gehen und meine Geschichten
an Eltern- und/oder Kinderzeitschriften schicken. Dazu meine Fragen:
1) Wie entscheide ich, ob ich Kommentare in meine Geschichten aufnehme
oder nicht? Bisher habe ich sie zwar schön gesammelt, aber nur sehr
wenig "verarbeitet". [...] Beispiel: Eine Fee wohnt in einem goldenen
Baumhaus. Kommentar: "Feen mit goldenen Baumhäusern kannte ich bisher
nicht - zu auffällig! Sind Feen nicht eher Naturwesen, die in Wäldern,
in Felsengrotten, an Quellen und Gewässern leben, also in natürlichen
Behausungen? Gold ist eher was für Zwerge, finde ich." Hm, tja, ändere
ich nun die Behausung meiner Fee oder nicht?
2) Woher weiß ich/Wie entwickle ich das entsprechende Gefühl, dass
eine Geschichte "veröffentlichungsreif" ist? Leider habe ich auch
schon Geschichten zu viel korrigiert, also letztendlich "verschlimm-
bessert"...
3) Wie viele Geschichten sollte ich ca. "veröffentlichungsreif" "in
petto" haben, bevor ich 2 - 3 an eine Zeitschrift einsende? Ich fürch-
te eine Art "Sogwirkung". Es könnten mehr und mehr angefragt werden
und ich könnte in "Fertigstellstress" kommen.
[...]
Antwort:
Ob man seine Geschichte für veröffentlichungsreif hält, ob man die
Kritik seiner Testleser annimmt, sind subjektive Entscheidungen. Ich
kann Ihnen da nur wenig Hilfestellung geben.
1) Ob Sie die Kritikpunkte Ihrer Testleser annehmen oder nicht, müssen
Sie ganz für sich allein entscheiden. Fragen Sie sich, ob diese be-
rechtigt sind. Um Ihr Beispiel aufzugreifen: Wenn es Feen sind, die
sich vor den Menschen verstecken, sollten sie nicht in auffälligen
Behausungen leben. Falls es jedoch eine Welt ist, in der alle Wesen
friedlich miteinander leben, können Feen auch in goldenen Behausungen
wohnen.
2) Sie müssen einfach das Gefühl haben, mit Ihrer Geschichte zufrieden
zu sein. Auch müssen Sie bereit sein, dass Risiko einzugehen, dass sie
abgelehnt wird. Schicken Sie Ihre Geschichten an zwei, drei Zeitungs-
redaktionen oder Verlage und warten Sie ab, wie diese darauf reagie-
ren.
3) Warten Sie zunächst die Reaktionen auf Ihre Einsendungen ab. Lekto-
ren und Redakteure wissen auch, dass gute Geschichten ihre Zeit brau-
chen.
**~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~**
Michael Borlik, 1975 geboren, ist freier Schriftsteller, der bereits
über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht hat. Mehr Infos zu
seinen Büchern unter http://www.borlik.de.
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FRAG DIE EXPERTIN FÜR SCHREIBHANDWERK:
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Ute Hacker(schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de)
Frage:
finde doch bitte mal einen, der so richtig erklärt und ein schriftli-
ches etwas dazu mitgibt, wie und wann in einem manuskript welche ge-
dankenstriche (kurz, lang, mit und ohne leerzeichen), anführungsstri-
che und halbe anführungsstriche, apostrophs und andere obere zeichen,
auslassungspunkte und alles, was man so falsch machen kann, verwendet
werden und wo man sie auf dem pc findet. Ich habe [...] einen artikel
dazu gelesen und vollkommen bahnhof verstanden. Um ehrlich zu sein,
ich wußte gar nicht, dass es da verschiedene muß-möglichkeiten gibt.
Antwort:
Generell gibt's kein Muss, aber gewisse Regeln sollte man schon beach-
ten. Aus meiner Erfahrung als Herausgeberin heraus weiß ich, welche
Kreativität manche AutorInnen entwickeln, wenn es um Interpunktion
und/oder Layout geht. Es wäre meist besser, sie würden diese auf die
Qualität des Textes anwenden
Es gibt ein Standardwerk, das sowieso auf keinem Autoren-Schreibtisch
fehlen sollte: der Duden, Band 1. Da findet sich gleich zu Beginn ein
ausführliches Kapitel zum Thema Rechtschreibung und Zeichensetzung. Da
ist eigentlich alles erklärt.
Als Autorin von mehr als einem Dutzend Bücher weiß ich, dass man die
meisten Satzzeichen gar nicht benötigt. Ich komme gut zurecht mit
Punkt, Komma, Ausrufe- und Fragezeichen, Gedankenstrich, Klammer auf
und zu, Doppelpunkt und Strichpunkt. Letzterer wird m. E. sträflich
vernachlässigt; dabei kann man mit ihm den Satzbau wunderbar gestal-
ten. Anführungszeichen sind natürlich für die wörtliche Rede wichtig;
Auslassungszeichen meist für Umgangssprache oder Dialekte - wie der
Name schon sagt: Es wird etwas ausgelassen.
Zu wissen, welches Satzzeichen man wann benutzt und wo es auf der Tas-
tatur zu finden ist, gehört zum Grundwissen jedes (angehenden) Autors.
Selbst wenn die erste Fassung noch mit der Hand geschrieben wird, gibt
es heutzutage keinen Verlag, der ein handgeschriebenes Manuskript ak-
zeptieren würde. Irgendwer muss es also in den PC tippen, und meist
ist das der Autor selbst
Gleich noch ein Wort zur Formatierung eines Manuskripts. Generell gilt
hier: Je weniger, desto besser. Das Manuskript soll gut lesbar sein;
das heißt:
- klare Schrift (Arial oder Times, 12 oder 13 Punkt)
- ausreichender Zeilenabstand (1,5 Zeilen)
- ausreichend Platz am Rand (2,5 - 3 cm links und rechts; 2,5 cm oben
und unten)
- keine weiteren Abstände vor und nach einer Zeile
Eines macht Lektoren regelrecht wahnsinnig: doppelte Leerzeichen zwi-
schen den Wörtern oder überflüssige Leerzeichen am Ende einer Zeile.
Lässt sich aber leicht vermeiden: Jede Textverarbeitung bietet die
Möglichkeit, die Formatierungssymbole einzublenden (man sieht dann
jeden Zeilenumbruch, jedes Leerzeichen, jeden Tabulator etc.). Über-
flüssiges lässt sich so rasch entfernen.
Ich rate jedem (angehenden) Autor, sich mit den Grundlagen der deut-
schen Grammatik und der Textverarbeitung auseinanderzusetzen, bevor
er/sie zu schreiben beginnt. Schreiben ist zunächst einmal ein Hand-
werk, im wörtlichsten aller Sinne. Von jedem Handwerker erwarte ich,
dass er sein Metier versteht. Das sollte auch für AutorInnen gelten!
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Ute Hacker konzentriert sich derzeit vor allem unter dem Pseudonym
Luisa Hartmann auf das Genre Kinderbuch. Im Frühjahr erschien "Seehun-
de in Gefahr", ihr 2. Band in der dtv junior-Reihe "Tigerauge". Im
Herbst kommt der 5. Band ihrer 3-Minuten-Geschichten auf den Markt.
Mehr Informationen auf http://www.utehacker.de.
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Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationsmöglichkeiten, Messen
und Seminare findet ihr im zweiten Teil des Tempest, der mit getrenn-
ter Mail kommt!
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Einsendeformalien:
Einsendungen sind zu allen Rubriken von autorenforum.de - nach Rück-
sprache - erwünscht. Zurzeit können jedoch noch keine Honorare gezahlt
werden. Das Urheberrecht verbleibt bei der Autorin bzw. beim Autor.
Einsendungen bitte im RTF-Format und per E-Mail, und zwar an:
beitrag at team pt autorenforum pt de.
Fragen zu Einsendungen sollten ebenfalls an diese Adresse gerichtet
werden. Die genauen Richtlinien findet ihr unter der Adresse
http://autorenforum.de/Tempest/richtlinien.html.
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I M P R E S S U M
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Herausgeber:
Ramona Roth-Berghofer public.relations at team pt autorenforum pt de
Gabi Neumayer redaktion at team pt autorenforum pt de
Stefan Schulz webmaster at autorenforum pt de
Thomas Roth-Berghofer
Thomas.Roth-Berghofer at team pt autorenforum pt de
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