Gottschalk, Herbert: Lexikon der Mythologie

Bereits in meiner Kindheit faszinierten mich Lexika. Wann immer ich etwas Bestimmtes darin suchte, fand ich auch anderes: geheimnisvolle Namen und Orte, Hinweise auf Geschichten aus der Mythologie, Dinge, die zum Träumen anregten.

Noch heute blättere ich, wenn auch gezielter als damals, gerne in Lexika. Sie sind eine Quelle der Inspiration, die ich nicht missen möchte und die man als Autor nicht missen sollte.

Das "Lexikon der Mythologie" bietet einen umfassenden Einstieg in die Welt der Mythen und Legenden, Götter und Halbgötter der Griechen, Römer, Kelten, Germanen, Balten, Slawen, Ungarn, Finnen und der Völker Sibiriens. Kurz, es bietet einen Überblick über die abendländische Mythologie.

Herbert Gottschalk beginnt sein Buch mit einer allgemeinen Erläuterung des Begriffes "Mythologie" und zeigt, wie tief verwurzelt die Mythen in unserer Zeit sind. Alle weiteren Kapitel beschäftigen sich mit je einem der eingangs erwähnten Völker. Jedes Kapitel besteht aus einer Einführung und einem zugehörigen Lexikonteil, wobei neben einer chronologischen Einordnung in die Weltgeschichte auch auf jene historische Authentizität hingewiesen wird, die die Mythologie für den heutigen Menschen aus der Welt der Märchen heraushebt.

Natürlich läßt sich ihr Ursprung nicht mehr genau zurückverfolgen, weil er sich im Dunkeln der Vorgeschichte verliert, aber Mythen existieren, und in jedem Mythos steckt ein Funke Geschichte, der in unserer Dichtung lebt, in unserer Kunst und selbst in unserer heutigen Sprache.

Das Lexikon ist reich bebildert (s/w). Diverse Karten zeigen die Verbreitungsgebiete der Völker. Manche Abbildung kennt man sicherlich noch aus dem Geschichtsunterricht, zumindest was die Griechen und Römer betrifft.

Am Ende des Buches befindet sich ein Sachregister, welches kapitelübergreifend angeordnet ist. Es enthält nicht nur die Erstnennungen in den Lexikateilen der entsprechenden Kapitel, sondern auch Zweitnennungen im Zusammenhang mit der Erklärung anderer Begriffe.

Natürlich kann ein solches Lexikon nicht detailliert auf die verschiedenen Sagen eingehen. Es bietet jedoch Einstiegspunkte an. Mit den richtigen Stichworten gewappnet, findet man dann in der Stadtbücherei oder im Buchladen weiterführende Literatur. Aber das gilt ja nicht nur für das "Lexikon der Mythologie" ...

Wer wie ich gerne etwas über Mythologien und die Völker, die sie erzählten, erfahren möchte, findet im "Lexikon der Mythologie" eine Fülle von Informationen.

 

Heyne Verlag, München, 1993
ISBN 3-453-06530-1

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Besprochen von: Thomas Roth-Berghofer
Stand: 2002-08-06

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