Ausgabe 13-06 (20. Juni 2011)

Editorial
Hall of Fame
Schreib-Kick
Lesetipps
Spannung, der Unterleib der Literatur
   Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen
Buchbesprechung
   "Wie man einen verdammt guten guten Thriller schreibt"
   besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer
   "Nachts, im Mondschein lag auf einem Blatt"
   besprochen von Gabi Neumayer
Interview mit Siegfried Langer
Verlagsportrait
   "fhl Verlag Leipzig"
Des bösen Lektors Wörterbuch
Küss mich, ich bin ein Autor!
Frag die Expertin für Fantasy
   (Stefanie Bense)
Frag den Experten für Drehbuch
   (Oliver Pautsch)
Frag den Experten für Kinder- und Jugendbuch
   (Michael Borlik)

EDITORIAL:  
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Liebe Autorinnen und Autoren, 

erst Juni, und schon seit Monaten Sommer! Da kommt man ja kaum zum  
Schreiben! Wenn man nicht im Herbst zwei dicke Manuskripte fertig  
haben muss ... Aber ihr habt hoffentlich genug Zeit, um den  
diesmonatigen Tempest zu genießen und die zahlreichen Tipps  
umzusetzen, die wir für euch zusammengestellt haben. 

Unter anderem haben wir diesmal für euch: ein neues spannendes  
Spannungslektorat von Hans Peter Roentgen, drei erhellende  
Expertenantworten, zwei Buchempfehlungen, ein Interview mit dem Autor  
Siegfried Langer, mehrere Lesetipps, ein neues Verlagsportrait von  
Ursula Schmid-Spreer, viele neue Ausschreibungen, Kicks und Tipps -  
und einiges zum Lachen (gegen Ende des ersten Teils des Tempest). 

Der Tipp des Monats Juni, diesmal von Stephanie Madea: 

    In der Schreibphase stehen meine Gedanken selten still.  
    Selbst wenn ich schlafen gehe, beginnt ein Film  
    des Geschriebenen, aber auch des Zukünftigen, noch nicht  
    zu Papier gebrachten, vor meinen Augen abzulaufen.  
    Inzwischen nutze ich das Träumen, um die komplizierten Fragen 
    und Probleme meiner Charaktere zu lösen.  

Wenn ihr wie Stephanie einen Tipp, einen Schreib-Kick oder eine Idee  
für einen Artikel oder Erfahrungsbericht habt: Schreibt mir unter  
redaktion at autorenforum pt de. Ihr erntet Ruhm, Ehre und einen Platz in  
unserer Lostrommel! Und wer seinen freiwilligen Jahresbeitrag  
überweist, wird zudem noch mit der Fortführung des Tempest belohnt,  
für den wir eure Unterstützung in jeder Hinsicht brauchen. Genießt den  
Sommer! 

  Gabi Neumayer 
  Chefredakteurin 

~~~~~~~~~~~ 
Damit wir den Tempest auch in Zukunft weiterführen können, brauchen  
wir eure Hilfe: Wer uns unterstützen möchte, überweise bitte einen  
freiwilligen Jahresbeitrag (15 Euro haben wir als Richtwert gesetzt,  
aber ihr helft uns auch schon mit 5 oder 10 Euro weiter) auf das Konto  
von autorenforum.de: 

Sparda Bank Südwest eG 
BLZ 550 905 00 
Kto. 100 724 515 
Stichwort: "Beitrag 2011" 

Für AuslandsabonnentInnen: Am 1. Juli 2003 wurden die  
Auslandsüberweisungsgebühren gesenkt. Aber natürlich könnt ihr uns  
euren Beitrag auch weiterhin per Post schicken (Adresse am Ende des  
Tempest). 

Wer aus Österreich überweist, braucht außerdem diese Nummern (bitte  
genau so zusammenschreiben!) 
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ISSN 1439-4669   Copyright 2011 autorenforum.de. Copyright- und 
               Kontaktinformationen am Ende dieser Ausgabe 
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 INHALT DIESER AUSGABE: 


TEIL 1: 

    Editorial 
    Hall of Fame 
    Schreib-Kick 
    Lesetipps 
    Spannung, der Unterleib der Literatur 
       Text: anonym, Lektorat: Hans Peter Roentgen 
    Buchbesprechung 
       "Wie man einen verdammt guten guten Thriller schreibt"  
        besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer 
       "Nachts, im Mondschein lag auf einem Blatt" 
       besprochen von Gabi Neumayer 
    Interview mit Siegfried Langer 
    Verlagsportrait 
       "fhl Verlag Leipzig" 
    Des bösen Lektors Wörterbuch 
    Küss mich, ich bin ein Autor! 
    Frag die Expertin für Fantasy 
       (Stefanie Bense) 
    Frag den Experten für Drehbuch 
       (Oliver Pautsch) 
    Frag den Experten für Kinder- und Jugendbuch 
       (Michael Borlik) 
    Impressum 


TEIL 2: 

    Veranstaltungen 
    Ausschreibungen 
    Publikationsmöglichkeiten 
         mit Honorar 
         ohne Honorar 
    Seminare 
    Messekalender 
    Impressum 


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HALL OF FAME: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Die "Hall of Fame" zeigt die Erfolge von AbonnentInnen des Tempest.  
Wir freuen uns, wenn ihr euch davon motivieren und ermutigen lasst -  
dann werden wir euer neues Buch hier bestimmt auch bald vorstellen  
können. 

Melden könnt ihr aktuelle Buchveröffentlichungen (nur Erstauflagen!)  
nach diesem Schema: 

....... 
AutorIn: "Titel", Verlag Erscheinungsjahr (das muss immer das laufende  
oder das vergangene Jahr sein!), Genre (maximal 2 Wörter). Zusätzlich  
könnt ihr in maximal 60 Zeichen (nicht Wörtern!) inklusive Leerzeichen  
weitere Infos zu eurem Buch unterbringen, zum Beispiel eine Homepage- 
Adresse. 
....... 
Ein Beispiel (!): 

Johanna Ernst: "Der Fall der falschen Meldung", Hüstel Verlag 2009,  
Mystery-Thriller. 60 Zeichen - und kein einziges mehr! Inklusive  
Homepage! 
....... 

Ausgeschlossen sind Veröffentlichungen in Anthologien, Bücher im  
Eigenverlag und BoDs (sofern sie im Eigenverlag erschienen sind) sowie  
Veröffentlichungen in Druckkostenzuschussverlagen.  

ACHTUNG! 
Schreibt in eure Mail mit der Meldung immer auch hinein, dass ihr  
bestätigt, dass die Veröffentlichung weder im Eigenverlag noch in  
einem Verlag erschienen ist, bei dem der Autor irgendetwas bezahlt  
hat! Als Bezahlung gilt auch, wenn er Bücher kostenpflichtig abnehmen  
muss, Lektorat bezahlt o. Ä. 

Schickt eure Texte unter dem Betreff "Hall of Fame" an  
redaktion at team pt autorenforum pt de.  

Wir berücksichtigen ausschließlich Meldungen, die nach dem obigen  
Schema gemacht werden und die Bestätigung zum Verlag enthalten.  
Änderungsaufforderungen zu Meldungen, bei denen das nicht der Fall  
ist, werden ab sofort nicht mehr verschickt! 
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Jeanine Krock: "Wind der Zeiten", HEYNE 2011, Historical Fantasy.  
Liebe, wilde Landschaften und Feenmagie www.jeaninekrock.de 

Yvonne Kronberger: "Schattenmann", Leporello Verlag 2011, Köln-Krimi.  
Leichenfund am Rhein; im Kölner Westen wird ermittelt 

Stephanie Madea: "Night Sky 01 - Sklave des Blutes", Sieben Verlag  
2011, Paranormal Romance. Spannende Vampirliebesgeschichte.  
www.stephanie-madea.com 

Klaus Seibel: "Die falsche Nadel", Navarra-Verlag 2011, Krimi.  
http://www.kseibel.de 

Brigitte Karin Becker: "Jeden Abend Captain's Dinner", edition karo  
Berlin 2010, literarische Reiseerzählung. http://edition- 
karo.de/horizonte1.htm 

Sylvia Stuckmann: "Pestmarie", Fischer-Schatzinsel 2011, historischer  
Jugendroman. Wen die Pest verschont, der muss des Teufels sein 

Nico Gold & Lisa Thommesen: "Little Black Book der Männerverführung:  
Von Fröschen, Prinzen und Happy Ends", Wiley-VCH Verlag 2011,  
Ratgeber. 142 Seiten, 9,99 Euro 

Rausch Monika, Dem Schicksal die Stirn - Dem Zufall die Hand, Verlag  
Ludwig-Harms-Haus, 2011, Roman Zeitgeschehen 

Rausch Monika: "Dem Schicksal die Stirn - Dem Zufall die Hand", Verlag  
Ludwig-Harms-Haus 2011, Roman Zeitgeschehen. Spannend, aktuell -  
http://www.monikarausch.de 

Sonja Daemen: "Irrsinn Aktenlage. Gedichte und Kurzprosa",  
Engelsdorfer Verlag 2011, Lyrik. 


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SCHREIB-KICK: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Unser Schreib-Kick für den Juni, diesmal von Ursula Schmid-Spreer: 

Schlaraffenland 
Wie sieht es aus? Was gibt es dort? Was fehlt glücklicherweise? 
Beschreibe einen Tagesablauf, der den Leser richtig neidisch macht. 



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LESETIPPS: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


http://frankboehmert.blogspot.com/2011/05/letzte-nachte-die-eine- 
seite-fassung.html: Frank Böhmert lässt über seinen Blog miterleben,  
wie seine längeren Geschichten zustande kommen. Seine Methode hat er  
in den 2000er Jahren bei seinen Perry-Rhodan-Romanen verfeinert. 


http://www.youtube.com/watch?v=_LC0JjvAJt8&feature=player_embedded:  
Ihr wolltet schon immer wissen, wie die Zusammenarbeit zwischen Lektor  
und Autor in der "Realität" aussieht? Dann schaut mal in diesen Sketch  
hinein und ihr werdet erkennen, weshalb das Produzieren von  
Bestsellern für den Buchmarkt so einfach ist! 

http://www.buchmarkt.de/content/46811-das-sonntagsgespraech.htm: Klaus  
G. Saur ist der wohl meistgeehrte Verleger der Welt. Seinen auf den  
weltweiten Bibliotheksmarkt spezialisierten K. G. Saur Verlag hat er  
1987 für eine Rekordsumme verkauft. Im Sonntagsgespräch von  
Buchmarkt.de spricht er über den Wandel des Publizierens und den  
"Traumberuf Verleger".  


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SPANNUNG, DER UNTERLEIB DER LITERATUR: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 

Was macht Romane spannend, und vor allem: Was macht sie langweilig? 

Wer Szenen hat, die sie oder er für spannend hält, oder Szenen, bei  
denen er sich nicht sicher ist, oder solche, die eigentlich spannender  
gestaltet sein sollten, doch die Frage ist: Wie? - wer solche Szenen  
hat, kann sie mir schicken. 

Ich wähle dann einige aus, die ich im Tempest bespreche. Schickt die  
Szenen als E-Mail-Anhang im RTF-Format an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Bitte nicht mehr als 7.000 Anschläge, also etwa vier Normseiten. Dazu  
zählt auch der Vorspann! Da die Szenen aus beliebigen Stellen eurer  
Manuskripte stammen dürfen, müsst ihr eventuell die Vorgeschichte der  
Szene erklären. Diese Erklärung sollte 400 Anschläge nicht  
überschreiten! 
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Hintergrund: 
Remsin, der Protagonist dieser Szene, befindet sich nun auf dem Weg  
nach Adoritäa, einer Stadt, in der sich vieles entscheiden wird.  
Unterwegs ist er mit einem Nuk, einem sechsbeinigen Riesenschwein. In  
der folgenden Szene erwacht er unter freiem Himmel an der Weltenfall.  
Das ist eine kilometertiefe Klippe, die das Reich der Menschen von dem  
der "anderen" Bewohner dieser Welt trennt. 


                           "Weltenfall" 

Am kommenden Morgen weckte ihn das Brummen und aufgeregte Stöhnen des  
Nuks. 
Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, lugte gerade so über die  
weit entfernten Buckel der Weiten Memles, so dass der Mond noch zu  
sehen war. 
"Was ist los?", sagte Remsin im Aufstehen und versuchte, das Tier  
durch beherztes Tätscheln zu beruhigen. Doch es schlug nach hinten  
aus, schnaubte und blies zähen Schaum durch die Lefzen. Seine winzigen  
Schweinsäuglein rollten panisch und tasteten die Umgebung ab. 
Remsin folgte dem Blick. Zuerst sah er nichts außer den schwindenden  
Schatten der Nacht. Bäume und Hügel lagen noch im tiefen Schwarz.  
Ungewöhnlich, vielleicht war es das, wodurch ihm der Atem stockte. 
Instinktiv hockte er sich auf den Boden, spähte in die Dunkelheit.  
Minutenlang. Der Nuk trippelte nervös, lief aber nicht fort. 
Dann brummte die Erde. Zunächst nur leicht, Remsin hatte es für den  
Nuk gehalten. Aber es wurde stärker. Grashalme zitterten, Steinchen  
vibrierten. Obwohl die Sonne mittlerweile über den Horizont geklettert  
war, blieb die Schwärze, als würden die Sonnenstrahlen von ihr  
verschluckt. Und es bewegte sich. 
Krologh! Remsin erstarrte. 
Nicht ein paar Krologh waren es, nicht mal einige Dutzend. Eine ganze  
Armee waberte lautlos an ihm vorbei. Die einzigen Laute, die an  
Intensität zunahmen, kamen von Kolossen, die mit einem Mal aus einer  
Talsenke auftauchten, immer weiter in den Himmel wuchsen, als würden  
sie nie damit aufhören. Stampfend, zerstörend, wie immer. 
Übelkeit kam in Remsin hoch. Er schmiss sich flach auf den Boden,  
hätte sich am liebsten darin eingegraben. Einzig das hochgewachsene  
trockene Gras trennte seinen Blick von den Krologh. Und umgekehrt. 
Das Beben wurde stärker, lauter, unendlich laut. Drei, vier,  
vielleicht mehr Kolosse folgten der Krologh-Armee. Das konnte nicht  
sein. Kolosse und Krologh mieden sich. Irgendetwas in diesem Land lief  
falsch. 
Noch einmal hob Remsin vorsichtig den Kopf, blinzelte gerade so über  
das Meer aus Gras. Die Schwärze hatte sich ausgebreitet, überflutete  
das ganze Land. Kamen sie auf ihn zu? War sein Versteck nicht ∑? Der  
Nuk! Der Nuk verriet ihn. 
Unter dem Donnern und Pulsieren des Erdbodens robbte Remsin mit  
zugeschnürter Kehle und stocksteif bis an die Klippe der Weltenfall.  
Er traute sich nicht, nach hinten zu blicken. Vielleicht waren sie ihm  
bereits auf den Fersen, schlichen sich gerade jetzt an ihn heran,  
schubsten ihn in der nächsten Sekunde über den Rand. 
Zitternd blickte Remsin über die Klippe nach unten; der Boden war nur  
als vager Teppich aus Farben zu erahnen. 
Sein Herz raste, als er sich weiter nach vorne zog, über den Rand  
rutschte und hinab glitt. 
Eine Wurzel gab ihm Halt. Nur nicht nach unten sehen, Remsin. Mit  
einem Fuß stützte er sich auf einem aus dem Erdreich herausragenden  
Stein ab, stieg noch etwas tiefer. Das Beben war unerträglich laut.  
Erdklumpen lösten sich von der Steilwand und flogen neben Remsin in  
die Tiefe. 
Die Wurzel vibrierte, seine Hand rutschte. Die andere Hand grub sich  
in die trockene Erde, schaufelte eine Nische frei, an der sie sich  
festhalten konnte. 
Dann stand er sicher. Zumindest für den Moment. Die eine Hand an der  
Wurzel, die andere im Erdreich vergraben, beide Füße mit den  
Schuhspitzen auf porösen Steinen gedrückt, presste er sich mit dem  
Leib an die Wand und hoffte, dass kein Krologh ihn gesehen hatte. 
Schweiß rann Remsin den Rücken herunter, seine Muskeln zitterten.  
Lange konnte er sich nicht halten. Jedes Donnern des Bodens war wie  
ein Schlag in den Magen, der den Griss kurzzeitig lockerte. 
Bei Ornim, so hatte er sich sein Ende nicht vorgestellt. Immer wieder  
ging sein Blick nach oben, in der Erwartung, einen hässlichen Krologh- 
Schädel zu sehen, der ihm gefolgt war und Remsin mit einem beiläufigen  
Schlag die Hände abhackte, auf dass er blutend und rudernd abstürzte. 
Es bebte weniger, die Weltenfall erzitterte unverändert. Remsins  
rechte Hand verkrampfte, ein schmerzhafter Blitz schoss ihm in den  
restlichen Arm, setzte sich in der Schulter fort. 
Aushalten, Zähne zusammenbeißen, bis der Kiefer vor Schmerz zu  
explodieren schien. Mehr konnte er nicht tun. 
Vielleicht waren es nur zwei Minuten gewesen, die er in dieser  
Position ausgeharrt hatte, aber für Remsin war jede Sekunde ein  
Ewigkeit. Nach und nach war nur noch ein entferntes Rumpeln zu hören,  
die lautschluckende Finsternis verzog sich, denn Vogelgezwitscher  
baute sich auf, der Wind blies. Doch Remsins Kräfte waren  
aufgebraucht. 
Jetzt musste er wieder nach oben, sofort, sonst war es um ihn  
geschehen. Ein langer Fall mit viel Zeit zum Nachdenken wäre die  
Folge. 
Unendlich langsam löste er den Griff seiner linken Hand, packte die  
Grasnarbe, rupfte daran, um um sicheren Halt zu wissen. Sie hielt.  
Noch. Die rechte Hand folgte. Sobald sich der Arm in Bewegung gesetzt  
hatte, setzte die Verkrampfung wieder ein. Nicht jetzt. Er musste da  
durch. 
Erster Fuß, zweiter Fuß, abrutschen. Panik überkam Remsin, er  
strauchelte mit den Beinen, bekam irgendetwas unter seinen Fuß und  
drückte sich mit letzter Kraft nach oben, stemmte die Arme ins  
Erdreich und schob seinen Leib über den Rand der Klippe. 
Ein Krologh erwartete ihn. Blickte auf ihn herab mit unveränderlichem  
Grinsen seines verkohlten Schädels. Remsin keuchte noch, rollte sich  
zur Seite, als der Krologh nach ihm trat. Als sich Remsin aufraffen  
wollte, zitterten seine Beine und er brach unter der Kraftlosigkeit  
der überlasteten Muskeln zusammen. 
Der Krologh trat noch mal, rammte den fauligen Fuß in Remsins Bauch.  
Dumpf, schmerzhaft. 
Eine Sekunde lang ergab sich Remsin seinem Schicksal, ertrug einen  
weiteren Tritt, der ihn wieder gefährlich nah an den Rand der Klippe  
beförderte. Nur einen Wimpernschlag dauerte das Bild seines Bruder,  
das ihm in den Kopf kam. Ilgur. Alleine und verloren in Adoritäa. 
Remsin spannte seine Muskeln, griff nach dem Fuß des Wesens und nutzte  
so den Überraschungsmoment. Das Wesen fiel tonlos zu Boden, schlug mit  
den Händen. Remsin machte einen Ruck und schob den Krologh über die  
Kante der Weltenfall. 
Schnaufend und noch vor Angst zitternd verharrte Remsin in der  
Position und lauschte jedem Geräusch, das nicht sein Atem war.  
Irgendwo in der Ferne grollte es noch leicht. Das war alles. 
Minuten vergingen, die Muskeln schmerzten und verhinderten eine  
Flucht. 
Er war ausgeliefert. Käme nun ein weiterer Krologh, wäre Remsins Reise  
beendet, Ilgur verloren, Bakka dem Tode geweiht und erst recht alle,  
die mit ihm zu tun haben würden. 
Aber es geschah nichts. 
Und obwohl er nichts gegen die Armee ausrichten konnte, musste er ihr  
doch hinterher, zweifellos. Ilgur retten, vor den Feinden in Adoritäa  
sein. 
Unmöglich. 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ 

                  Lektorat von Hans Peter Roentgen 

Der Plot der Szene ist spannend, er steigert sich langsam - erst wird  
der Nuk unruhig, dann entdeckt Remsin die Armee, kann sich mit Mühe  
verstecken; als alles (scheinbar) vorbei ist, klettert er aus dem  
Versteck, nur um zu entdecken, dass jemand auf ihn wartet. Es kommt  
zum Kampf, den er nur mit letzter Kraft gewinnt. Und er weiß, dass er  
jetzt seine Freunde vor der Armee warnen muss. 

Doch die Szene selbst spannt den Leser nicht sehr auf die Folter.  
Woran liegt das? 

Einmal daran, dass wir nichts über Remsin und seine Aufgabe, nichts  
über die Krologh wissen. Da das aber im Rest des Romans stehen dürfte,  
soll uns das nicht stören. 


         Die Gefühle des Protagonisten 

Zum Zweiten erleben wir Remsin nicht als bedroht. Wie fühlt es sich  
an, wenn plötzlich eine feindliche Armee direkt am nächtlichen  
Lagerplatz vorbeizieht? Wir müssen also mehr in Remsin hineingehen.  
"Übelkeit kam in Remsin hoch" lässt uns wenig von dem Protagonisten  
und seinen Gefühlen spüren: 

.......... 
Krologhs! Ein Wunder, dass sie ihn noch nicht entdeckt hatten. Er  
schmiss sich auf den Boden, das Gesicht nach unten, hoffte, dass das  
hohe Gras ihn verbergen würde. Gut, dass seine Kleidung sandfarben  
war, so würden sie ihn nicht so leicht entdecken. Wo kamen sie her? Es  
mussten mindestens zehn Regimenter sein, wenn nicht mehr. Die Erde  
bebte. Er wagte nicht aufzusehen,  
sein helles Gesicht würde vielleicht auffallen, und dann wäre er  
verloren und mit ihm Ilgur. 
.......... 


         Das Spiel mit dem Licht 

Fällt Ihnen hier etwas auf? Wie hell ist es eigentlich? Einerseits  
geht die Sonne gerade auf, es sollte also bereits ziemlich hell sein,  
und er kann die Krologhs sehen (und die ihn). Andererseits breitet  
sich Schwärze aus, vielleicht können Krologhs das Licht absorbieren?  
Falls ja, sollte Remsin am Anfang viel mehr Mühe haben, die Armee zu  
entdecken. Und dann sollte dieses Element, dass nämlich Krologhs das  
Licht schlucken können, konsequent in der Szene weiterverwendet  
werden. Vielleicht hört er anfangs nur etwas, wundert sich über die  
Schwärze. Und dann entdeckt er die Kolosse, die aus der Schwärze  
herausragen, und ihm schwant etwas? 

Etwas anderes wird auch nicht konsequent verfolgt. Das Nuk ist  
unruhig. Vermutlich wird es damit die Krologhs auf sich aufmerksam  
machen. Auch das dürfte Remsin bald dämmern und ihn dazu bringen, sich  
möglichst schnell ein besseres Versteck zu suchen. 

Und was halten Krologhs von Nuks? Willkommener Braten? Armeen sind  
meist knapp an Frischfleisch, würden die Krologhs das Nuk also  
schlachten? Das wäre eine Verschärfung der Situation: Remsin hört in  
seinem Versteck das entsetzte Quieken des Nuks, die begeisterten  
Schreie der Krologh, die es jagen. Jetzt hat er kein Reittier mehr,  
muss aber Adoritäa retten. Eine derartige Verschärfung der Situation  
würde sich logisch aus der Szene ergeben und die Spannung erhöhen. 

Und der Schluss? Er zählt auf, wen er alles retten muss. Aber da wäre  
es viel wirkungsvoller, wenn stattdessen erzählt wird, was geschieht,  
wenn eine Armee eine Stadt erobert. Die Eroberung von Byzanz durch die  
Kreuzfahrer, die Plünderung Roms durch die Söldner, es gibt genug  
Scheußlichkeiten in eroberten Städten in der Menschheitsgeschichte,  
die dem Autor Vorlagen liefern können. Ein, zwei Details würden hier  
reichen: 

.......... 
Adoritäa würde zur Plünderung freigegeben werden. Die Krologhs würden  
die Einwohner foltern, bis sie ihnen die Verstecke ihrer Schätze  
verrieten. Wohl dem, der solche Schätze hatte, die er verraten könnte.  
.......... 

Aber muss die Autorin überhaupt in die Gefühle Remsins einsteigen? Es  
gibt eine zweite Möglichkeit, dem Leser das zu vermitteln: die  
Kameraperspektive, die nichts über die Gedanken des Helden verrät,  
sondern nur seinen Handlungen folgt.  

.......... 
Remsin warf sich auf den Boden. Das Nuk quiekte. Konnte es nicht still  
sein? Es würde sie alle verraten. Und schon hörte er Rufe, das Nuk  
zerrte an seiner Leine. Gelächter, Befehle, und er robbte vor zur  
Klippe. Das Nuk schrie noch einmal auf, dann war es still. Und Remsin  
ließ sich hinab gleiten ... 
.......... 

In diesem Fall werden die Gefühle des Helden dem Leser klar durch das,  
was passiert, durch das, was die Personen tun. 


         Die richtige Reihenfolge 

Auf etwas anderes sollte man ebenfalls achten: die Reihenfolge, in der  
erzählt wird. "Ein Krologh erwartete ihn", das verrät sehr früh die  
Gefahr, als Remsin sich wieder vom Rand der Klippe hochzieht. Besser  
wäre hier eine andere Reihenfolge. Remsin zieht sich erschöpft vom  
Rand der Klippe hoch. Liegt auf dem Boden, atmet heftig. Geschafft!  
Und dann schaut er hoch. Direkt in das Gesicht eines Krologhs. Der  
grinst ihn an. Und hebt den Fuß ... 

Wenn Sie also einen spannenden Plot für eine Szene haben, die Szene  
selbst aber Spannung vermissen lässt, fragen Sie sich als Erstes:  
Folgt die Szene dem Protagonisten der Szene? Erfährt der Leser die  
Gefühle des Protagonisten? Nicht durch platte Behauptungen wie: "Er  
fürchtete sich furchtbar", sondern durch die Handlung? 

Und wurde die Geschichte konsequent verfolgt? "Wenn etwas schief gehen  
kann, dann geht es auch schief", sagt Murphys Gesetz, und Sie als  
Autor sollten das beachten. 

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Hans Peter Roentgen ist Autor der Bücher "Vier Seiten für ein  
Halleluja" über Romananfänge und "Drei Seiten für ein Exposé".  
Außerdem hält er Schreibkurse und lektoriert. 


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BUCHBESPRECHUNG: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


       "Wie man einen verdammt guten guten Thriller schreibt"  
                          von James N. Frey 
           besprochen von Ramona und Thomas Roth-Berghofer 

James N. Frey sagt es ganz klar: Die Grundprinzipien des Thrillers  
kennt man seit tausenden von Jahren, seit Homers Odyssee. Und man  
erzeugt Spannung nicht dadurch, dass man dem Leser etwas vorenthält,  
sondern durch das, was man dem Leser zeigt, was Appetit auf künftige  
Ereignisse in der Geschichte macht. Dazu gehören auch die sieben  
Säulen eines verdammt guten Thrillers: ein hohes Risiko, die  
Unausweichlichkeit der Situation, scheinbare Aussichtslosigkeit, der  
moralische Kampf, die tickende Uhr, die Bedrohung und ECHTE  
Thrillerfiguren! 

Der Schurke ist dabei der neue beste Freund des Autors, weil er für  
den Plot hinter dem Plot sorgt oder zumindest aufgrund seines Mangels  
an Ethik und Moral die böse Kraft verkörpert. An ihm misst sich die  
Stärke des Helden, denn der Schurke ist stets mächtig, skrupel- und  
erbarmungslos, clever und einfallsreich und anscheinend nicht  
aufzuhalten. Wie man einen solch starken Schurken kreiert und seine  
finsteren Absichten in Szene setzt, erklärt James N. Frey anhand  
etlicher Literatur- und Film-Beispiele. Aber auch das Entwickeln des  
Thriller-Helden kommt in Freys Ratgeber natürlich nicht zu kurz,  
ebenso wie das geschickte Plotten. Ziel des Schreibens ist es immer,  
den Leser durch die Magie der Geschichte den fiktiven Traum träumen zu  
lassen. Und das bedeutet auch, dem Leser nicht nur Versprechungen zu  
machen, sondern sie auch zu halten. 

Fazit: "Wie man einen verdammt guten Thriller schreibt" punktet vor  
allem durch die zahlreichen anschaulichen und sehr gut analysierten  
Literatur- und Film-Beispiele. Darunter sind Thrillervorbilder wie  
"Der Schakal", "Alien", "James Bond", "Die Bourne-Trilogie", "Der  
Knochenjäger", "The Green Mile" oder "Sakrileg". Wer seine  
Schreibtechnik anhand dieser Analysen also weiterentwickeln will, ist  
mit Freys Thrillerratgeber gut bedient. 

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Bevor man sich mit diesem  
Ratgeber für Fortgeschrittene beschäftigt, sollte man sich mit den  
Grundlagen aus "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt, Teil 1"  
vertraut gemacht haben und schon über einige Schreiberfahrung  
verfügen.  


James N. Frey: "Wie man einen verdammt guten Thriller schreibt", 2011,  
299 Seiten, 19,80 Euro, Emons Verlag 


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BUCHBESPRECHUNG: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


           "Nachts, im Mondenschein, lag auf einem Blatt" 
                    besprochen von Gabi Neumayer 

Mit diesen Worten beginnt eins der erfolgreichsten Kinderbücher aller  
Zeiten: "Die kleine Raupe Nimmersatt". Aber in diesem Buch geht es  
nicht ums Schreiben von Kinderbüchern, sondern um schreibende Kinder.  

Inzwischen gibt es eine Handvoll Schreibwerkstätten für Kinder in  
Buchform, die meisten davon sehr empfehlenswert. Trotzdem schafft Maag  
es, sie mit seiner Werkstatt alle in den Schatten zu stellen. Um es  
gleich zu sagen: Dies ist einer der besten und zugleich schönsten  
Schreibratgeber, die ich je gelesen habe - und zwar bezogen auf alle  
Schreibratgeber, nicht nur die für Kinder  und Jugendliche. 

Zugegeben, Maag hat mich gleich mit seinen eigenen Geschichten  
gewonnen, an denen er vieles zeigt und erklärt. Weil es Science- 
Fiction-Geschichten sind, aber auch, weil sie einfach gut sind:  
raffiniert konstruiert, wunderbar geschrieben, mit cleveren Pointen.  
Doch das ist nicht alles. Maag führt die Schreibbegeisterten jungen  
(und älteren) AutorInnen so leicht, mitreißend und klug über die oft  
holprigen Pfade des Schreibens, dass das Lesen dieses Buches einfach  
Spaß macht - und dass man sich immer wieder fragt, wie, zum Teufel, er  
es ganz nebenbei schafft, zum Teil recht komplizierte  
Schreibanforderungen und Aufgaben so darzustellen und mit passenden  
Übungen zu trainieren, dass es tatsächlich funktioniert. 

Was sind überhaupt Ideen, welche Sorten gibt es, und wie fängt man sie  
ein? Wie kommt man von der Idee zur Geschichte? Wie erweckt man seine  
Figuren zum Leben? Wie setzt man Metaphern und Vergleiche geschickt  
ein? Wie baut man eine Geschichte auf, und wie verpackt man sie am  
besten? All diese Themen werden keineswegs nur oberflächlich behandelt  
- vieles geht in die Tiefe und vermittelt Erkenntnisse, die ein Autor  
/ eine Autorin erst mit der Erfahrung gewinnt. Wie Maag es schafft,  
diese Erkenntnisse tatsächlich praktisch weiterzugeben, das ist nicht  
nur lesenswert, sondern enorm erhellend für alle AutorInnen - egal ob  
sie jung oder alt sind. Meine dringende Empfehlung: Lesen! Und  
verschenken! 


Georg Maag: "Nachts, im Mondenschein, lag auf einem Blatt. Eine  
Schreibwerkstatt für Kinder", 2010, 240 Seiten, 7,95 Euro, dtv 


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INTERVIEW: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


                          "Ich liebe Rätsel" 
                    Interview mit Siegfried Langer 

Ramona und Thomas Roth-Berghofer: Lieber Siegfried Langer, im Mai ist  
Ihr Thriller-Debüt "Vater, Mutter, Tod" als Spitzentitel bei List  
erschienen. In einer Neuköllner Wohnung wird die Leiche eines kleinen  
Jungen gefunden. Die Mutter ist verschwunden, soll sogar einen anderen  
Jungen entführt haben. Als Kommissar Manthey, erschüttert vom Tod des  
kleinen Robin, die Frau endlich ausfindig macht, ist sie völlig  
verstört. Der Arzt spricht von Psychosen und Wahnvorstellungen. Auch  
fehlt von dem entführten Kind jede Spur. Doch Manthey gibt nicht auf,  
sucht nach Zusammenhängen. Er will den Jungen retten. - Das klingt  
nach einem unglaublich packenden Pageturner. Wie kamen Sie auf die  
Idee zu diesem Psychothriller? 

Siegfried Langer: In Büchern und Filmen faszinieren mich  
Verwirrspiele; gleichzeitig finde ich den Themenkomplex  
Wahnvorstellungen / Schizophrenie / Multiple Persönlichkeiten höchst  
interessant. 

Ich wollte einen Roman schreiben, in dem Realitätsverlust und  
Verwirrung auch auf die Leser übergreifen. Ihnen sollte es nicht viel  
besser gehen als meiner Protagonistin, die verzweifelt versucht,  
herauszufinden, was Wahn ist und was Wirklichkeit. 


RRB/TRB: Wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen? Sind Sie mehr ein  
intuitiver Autor, oder planen Sie jedes Detail im Voraus? 

SL: Der Roman ist komplett durchgeplottet. Bevor ich mich ans  
Manuskript gesetzt habe, hatte ich in einer 30-seitigen Kapitelplanung  
den kompletten Inhalt festgezurrt. Alle 38 Kapitel standen fest, alle  
dramaturgischen Höhepunkte und wer wann auf wen trifft. Ich habe  
nichts gegen das "Drauflos-Schreiben", aber ich kann mir nicht  
vorstellen, wie das im Krimi-/Thriller-Segment funktionieren sollte. 

Bei "Vater, Mutter, Tod" kommt hinzu, dass ich den Roman nicht  
chronologisch niedergeschrieben habe (vgl. "Pulp Fiction"). Ohne  
Planung wäre dies ein heilloses Chaos geworden.  


RRB/TRB: Wie sah Ihre Recherchearbeit für "Vater, Mutter, Tod" aus? 

SL: Die Recherche unterteilte sich im Wesentlichen in drei Bereiche: 
- Medizin (z. B.: Welche psychischen Erkrankungen verursachen welche  
Symptome?) 
- Polizeiarbeit (z. B.: Wer ist wofür zuständig?) 
- Ortsbegehungen (z. B.: Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, Berlin- 
Reinickendorf) 


RRB/TRB: Wie umfangreich war die Zusammenarbeit mit dem Lektorat des  
List Verlags? 

SL: Das verlief überraschend schmerzfrei, und es beschränkte sich auf  
Kleinigkeiten, z. B. Wortwiederholungen. 


RRB/TRB: Hatten Sie Einfluss auf die Titelwahl, die Wahl des  
Buchcovers oder den Klappentext? 

SL: Das Cover wurde mir vorgeschlagen und es hat mir auf Anhieb  
gefallen. 

Der Buchtitel stand erst kurz vor Drucklegung der Programmvorschau  
fest. Der Titel, den ich ursprünglich wollte, konnte aus rechtlichen  
Gründen nicht genommen werden. Als Alternative schlug ich u. a.  
"Vater, Mutter, Mord" vor, und aus diesem entwickelten wir dann  
gemeinsam "Vater, Mutter, Tod". "Vater, Mutter, Tod" gefällt mir  
inzwischen übrigens besser als mein Arbeitstitel, und er ist auch  
treffender als "Vater, Mutter, Mord". 

Der Klappentext war die schwerste Geburt, da ich den, der von  
Verlagsseite vorgeschlagen wurde, überhaupt nicht mochte. Er verriet  
m. E. zu viel vom Inhalt. Aus mehreren Varianten, die ich dem Verlag  
unterbreitete, wurde dann der jetzige ausgewählt, von Verlagsseite  
noch einmal geringfügig verändert. 


RRB/TRB: Wie lange haben Sie an "Vater, Mutter, Tod" gearbeitet?  

SL: Knapp neun Monate, davon etwa ein Drittel für die Vorarbeiten  
(Konzeption, Exposé und Kapitelplanung). 


RRB/TRB: Wie kamen Sie zum Schreiben? Gab es Vorbilder oder ein  
bestimmtes Schlüsselerlebnis? 

SL: Die erste Kurzgeschichte entstand 1983 im Alter von 17 Jahren.  
Über die Jahre habe ich einiges geschrieben, allerdings gab es da auch  
immer wieder längere Pausen. Wer sich auf meiner Homepage meine Vita  
antun möchte, sieht, dass mein Leben alles andere als linear verlief. 

Vorbilder habe ich einige. Beim Durchlesen der Widmungen in "Vater,  
Mutter, Tod" bekommt man Informationen, wer meine Vorbilder sind.  
Vielleser werden auf Anhieb die Widmungen zuordnen können. Für die  
anderen gibt es ja Google. Ich liebe Rätsel! 


RRB/TRB: Sie haben auch am Theater und fürs Fernsehen als Schauspieler  
gearbeitet. Welchen Einfluss hat Ihre Arbeit als Schauspieler auf Ihr  
Romanschreiben? 

SL: Ich glaube, keine sehr große. Das Hineinleben in fremde Charaktere  
eventuell. 


RRB/TRB: Wie sieht Ihr Alltag als Autor aus? 

SL: Immer wieder leerer Bildschirm. Aufraffen. Schreiben. Über Wochen  
und Monate keine Rückmeldung zu dem, was ich da so fabriziere. 


RRB/TRB: Sie werden von der Literaturagentur Holger Kuntze vertreten.  
Wie sieht die Zusammenarbeit mit Ihrer Literaturagentur aus?  

SL: Die Zusammenarbeitet gestaltet sich vorzüglich. In Kontakt kam ich  
mit Holger Kuntze, da ich ihm ein Manuskript angeboten hatte, das ich  
zwischen "Alles bleibt anders" (mein Debüt-Roman, Atlantis Verlag,  
2008) und "Vater, Mutter, Tod" verfasst hatte. Aufgrund der Leseprobe  
war er interessiert, letztendlich hielt er es dann leider doch nicht  
für vermittelbar. 

Dann haben wir uns - unverbindlich - auf einen Kaffee getroffen. Der  
Plausch zog sich vier Stunden hin. Ich erzählte ihm von dem Konzept  
für "Vater, Mutter, Tod" und sagte großspurig, dass ich dahin wollte,  
wo Sebastian Fitzek schon ist. Unmittelbar darauf hätte ich mir am  
liebsten auf die Zunge gebissen: "Ich und mein großes Maul." 

Im Nachhinein glaube ich, dass ihm - abgesehen von der Idee zu "Vater,  
Mutter, Tod" - sehr wohl gefallen hat, dass ich ein Ziel vor Augen  
hatte. Die Chemie zwischen ihm und mir stimmte auf Anhieb, und dies  
ist auch so geblieben. 


RRB/TRB: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Autor aus?  

SL: Durchhaltevermögen, Ehrgeiz, Kritikfähigkeit. Schreiben können  
sollte man natürlich auch noch -  und wissen, wo man hin möchte. Und  
den Markt zu beobachten, schadet auch nicht. 


RRB/TRB: Gibt es irgendein Genre, das Sie als Autor neben dem Thriller  
noch reizen würde? 

SL: Am liebsten lese ich selbst tatsächlich Thriller und Krimis. SF-  
und Fantasy-Romane sind aber auch immer wieder mal dazwischen. Da  
könnte ich mir mittelfristig schon was vorstellen ... 


RRB/TRB: Wie sehen Ihre Schreibpläne für die Zukunft aus?  

SL: Im Moment schreibe ich an einem weiteren Thriller. Der ist bereits  
bei Ullstein unter Vertrag und wird im Frühjahr-/Sommerprogramm 2012  
erscheinen. 


RRB/TRB: Welchen Roman (welche Zeitschrift, Kurzgeschichte, Sachbuch  
...) lesen Sie gerade? Was hat Sie am stärksten beeindruckt? 

SL: Zuletzt habe ich "Das Erste Horn" von Richard Schwartz gelesen,  
ein Fantasy-Roman. Bei den meisten Fantasy-Romanen stört mich, dass  
einen die Autoren sehr schnell mit enormem Überbau und Background- 
Wissen erschlagen. Davon hob sich "Das Erste Horn" wohltuend ab.  
Richard Schwartz gelingt es, den Leser langsam in seine Fantasy-Welt  
einzuführen; er gibt nicht mehr davon preis, als für den Plot  
notwendig ist. 


RRB/TRB: Hätten Sie sonst noch einen Rat für angehende Autoren und  
Autorinnen? 

SL: Auf jeden Fall: nicht unterkriegen lassen! 

Wenn man Dutzende Absagen erhält, kann es sein, dass der Text nicht  
gut genug ist. Es kann aber auch sein, dass der Text gut ist, ihm aber  
in dieser Form keine Marktfähigkeit zugetraut wird. 

Einen großen Schritt weiter ist, wer erkennen kann, welche der beiden  
Varianten der Wahrheit entspricht. 


RRB/TRB: Herzlichen Dank für das Interview! 

SL: Ich danke! 


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VERLAGSPORTRAIT: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


fhl Verlag Leipzig UG 
Gerichtsweg 28 
04103 Leipzig 
Telefon: (03 41) 52 90 45 84 
Telefax: (03 41) 52 90 45 89 
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         Verlagsgeschichte 

Der Verlag wurde im Oktober 2010 als Unternehmen durch vier  
Gesellschafter gegründet. Geschäftsführer und Mitgesellschafter ist  
Andre Mannchen, dazu gibt es 2,5 Mitarbeiter plus 1 bis 2  
Praktikanten. 

Aus der Initiative einer Autorin und der "Lesebühne Leipzig" entstand  
im Jahre 2006 die "FHL-Taschenbuch"-Reihe (fhl Verlag - der Verlag für  
die feine handlektüre!) durch Zusammenarbeit eines Vereines und eines  
anderen Verlags. In dem darauf folgenden Jahr kamen durch die  
Lesebühne weitere Autoren dazu, und es entstand Ende 2008 aus der  
Taschenbuchreihe der "FHL-Taschenbuch Verlag", unter alleiniger Regie  
des Vereins; 2009 wurde mit der Programmerweiterung vom Taschenbuch zu  
gebundenen Ausgaben der Name wiederum geändert in "fhl Verlag". Ab  
diesem Zeitpunkt wurden das gesamte Programm verfeinert und die  
damaligen Mitarbeiter in Lektorat und Satz geschult. Der Verlag bekam  
ein Logo und eine feste Corporate Identity. Das Programm umfasste zu  
diesem Zeitpunkt 12 Titel. 

Im Jahr 2010 zog der Verlagsbereich in das "Haus des Buches" um, und  
es fiel der Entschluss, dass ein Verlag bzw. Verlagsbereich nicht in  
einem gemeinnützigen Verein existieren kann. Im Oktober wurde der  
Verlagsbereich an den sich neu gegründeten Verlag in heutiger Form,  
die "fhl Verlag Leipzig UG" verkauft. Seitdem wurde durch die  
Gesellschafter kräftig in die Erweiterung investiert, zum 1. Mai 2011  
umfasst das Verlagsprogramm 42 lieferbare Titel. 

Mit der Neugründung im Jahre 2010 wurde bewusst durch die  
Gesellschafter der Standort Leipzig in den Firmennamen eingebracht.  
Dies ist ein Bekenntnis zur Buchstadt. 


         Programm und Philosophie 

Wir sind in der Buchstadt Leipzig beheimatet und lieben die hiesige  
Vielfalt und das Potential der außergewöhnlichen Ideen. 

Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, Literatur deutschsprachiger  
Schriftsteller zu verbreiten. Dabei steht die Fortsetzung einer alten  
verlegerischen Tradition im Vordergrund: gestandene und bekannte  
Schriftsteller zusammen mit neuen und vor allem jungen Autoren zu  
veröffentlichen, und so für ein Programm zu sorgen, das in  
Öffentlichkeit und Buchhandlungen für Interesse sorgt. 

Das Programm unterteilt sich in folgende Reihen: 
- Krimi & Thriller (Verlagsschwerpunkt) 
- Erzählungen (Verlagsschwerpunkt) 
- Zeitgeschichte (wird zukünftig weiter ausgebaut) 
- Roman 
- Junge Reihe (für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren) 
- Lyrik (1-2 Titel pro Jahr, Verlag sucht hier selber die Autoren  
durch Lesungen) 


         Welche Autoren wurden bisher verlegt?  

Beate Baum, Anne Bergmann, Paul-Henri Campbell, Masì de Sol, Linda  
Entz, Jochen Eschmann, Michael Fiegle, Elke Hussel, Sabine Huttel, Ria  
Klug, Klaus Krawczyk, Henner Kotte, Cornelia Lotter, Wolfgang Louis,  
Felizitas Montforts, Stephan Sarek, Uwe Schimunek, Michael Schöpf, Udo  
Schüller, Ekkehard Schulreich, Maren Schwarz, Barbara Siwik,  
Jacqueline Sterzik, Uwe Stöß, Sylke Tannhäuser, Claudia Thoß, Katrin  
Ulbrich, Nepomuk Ullmann, Ursula Waage, Thomas Josef Wehlim, Traude  
Engelmann, Astrid Vehsted. 


         AutorInnen gesucht? 

Ja, für Krimi & Thriller, Erzählungen, Zeitgeschichte, Roman. Ihre  
Einreichung sollte enthalten: 
- ein Exposé von maximal 3 Seiten 
- eine Leseprobe von 20 Seiten 
- eine kurze Vita 
- ein Deckblatt mit Namen (eventuell Pseudonym), Anschrift, E-Mail- 
Adresse, Telefonnummer, dem Manuskripttitel und der Seitenanzahl 

Vollständige Unterlagen bitte per E-Mail oder auch per Post einsenden.  

Wir nehmen keine Bücher für Kinder unter 10 Jahren, Hörbücher,  
Theaterstücke oder E-Books in das Verlagsprogramm auf. 

Für die erste interne Prüfung einer Publikationsanfrage beträgt der  
Zeitraum 2 bis 6 Wochen. Wenn diese abgeschlossen ist, geben wir Ihnen  
Bescheid, ob Interesse am gesamten Manuskript vorhanden ist. 

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Anschrift: fhl Verlag  
Leipzig, Gerichtsweg 28,  04103 Leipzig. Wünschen Sie eine Rücksendung  
Ihrer Unterlagen, legen Sie bitte einen frankierten Umschlag bei.  
Unaufgeforderte Zusendungen ohne Rückumschlag werden nicht  
zurückgeschickt. 


         Konditionen 

Die Tantiemen liegen zwischen 6 % bis 10 %, abhängig vom Titel. 


        Zukunftspläne, Perspektiven 

Weiterer Ausbau des Verlagsprogrammes, ab 2012 werden teilweise Titel  
von uns ins Englische übersetzt und auf den Buchmarkt gebracht.  


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DES BÖSEN LEKTORS WÖRTERBUCH: 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Stil 
Die ganz individuelle und unverwechselbare Art, beim Schreiben zu  
scheitern. 

Taschenbuch 
Biologisch unbedenkliches Insektenvernichtungsmittel für die  
Jackentasche. Ab sechshundert Seiten auch geeignet gegen Mäuse und  
Frösche. 

Unterhaltung 
Hebung des Gemütszustands des Lesers, indem man ihn anlügt. In der  
Trivialliteratur zu selten verwirklicht, in der Literatur ausdrücklich  
verboten. 

.......... 
aus: Dr. Honeyball Lektor / Stephan Waldscheidt (Hrsg.): "Zehn Gründe,  
eine Schriftstellerin zu heiraten", Satire, 128 Seiten mit Abbildungen  
und Cartoons. Mehr dazu: http://www.waldscheidt.de 



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KÜSS MICH, ICH BIN EIN AUTOR! 
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                            (redaktion at team pt autorenforum pt de) 


Mein Mann klopft an die Bürotür: "Ist die Autorin gerade zu sprechen?" 
Ich unterbreche das Tippen. "Wieso?"  
"Ich hätte da eine Kondolenzkarte zu schreiben ..." 

(Barbara Kettl-Römer) 

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UNSERE EXPERTINNEN UND EXPERTEN:      
--------------------------------------------------------------------- 
Bitte schickt den ExpertInnen nur Fragen zu ihrem Expertenthema -  
keine Manuskripte zur Beurteilung. 

Bitte verseht jede Anfrage mit einem aussagekräftigen Betreff. Sonst  
kann es sein, dass die Mail vorsichtshalber sofort gelöscht wird. 


Drehbuch: Oliver Pautsch 
                            drehbuch at experte pt autorenforum pt de 
Fandom: Thomas Kohlschmidt 
                              fandom at experte pt autorenforum pt de 
Fantasy: Stefanie Bense 
                             fantasy at experte pt autorenforum pt de 
Heftroman: Arndt Ellmer 
                           heftroman at experte pt autorenforum pt de 
Historischer Roman: Titus Müller 
                  historischer.roman at experte pt autorenforum pt de 
Kinder- und Jugendbuch: Michael Borlik 
                          kinderbuch at experte pt autorenforum pt de 
Kriminalistik: Kajo Lang 
                       kriminalistik at experte pt autorenforum pt de 
Lesungen: Rüdiger Heins 
                            lesungen at experte pt autorenforum pt de 
Lyrik: Martina Weber 
                               lyrik at experte pt autorenforum pt de 
Sachbuch: Gabi Neumayer 
                            sachbuch at experte pt autorenforum pt de 
Schreibaus- und -fortbildung: Uli Rothfuss 
                         fortbildung at experte pt autorenforum pt de 
Schreibgruppen: Ute Hacker 
                      schreibgruppen at experte pt autorenforum pt de 
Schreibhandwerk: Ute Hacker 
                     schreibhandwerk at experte pt autorenforum pt de 
Sciencefiction: Andreas Eschbach 
                            sf-autor at experte pt autorenforum pt de 
Übersetzung: Barbara Slawig  
                       uebersetzerin at experte pt autorenforum pt de 
Verlagswesen: Bjørn Jagnow 
                        verlagswesen at experte pt autorenforum pt de 

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................. 
Experten-Special: 
................. 

Bjørn Jagnow hat seine über 80 Fragen und Antworten zu den Themen  
Urheberrecht, Verlagswesen und Vermarktung der letzten Jahre gesammelt  
und in einem Buch zusammengefasst - thematisch sortiert und  
aktualisiert: 

Björn Jagnow: "Fragen und Antworten zu Urheberrecht, Verlagswesen und   
Vermarktung", 2009, 188 Seiten, 10,00 Euro, Edition Octopus 


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FRAG DIE EXPERTIN FÜR FANTASY: 
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            Stefanie Bense (fantasy at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Bislang schrieb ich vor allem Phantastik - dachte ich - und  
veröffentlichte sogar ein paar Kurzgeschichten. Doch kürzlich meinte  
ein (gutmeinender?) Bekannter, mich belehren zu müssen, Phantastik  
gäbe es eigentlich nicht, der Ausdruck beruhe auf einem  
Übersetzungsfehler, Fantasy sei das richtige Wort. Neudeutsch,  
zugegeben, aber so sei das nun mal. 

Meine Geschichten handeln von Menschen, die zunächst ein scheinbar  
normales Leben führen, in das aber Übersinnliches einbricht. Das kann  
eine Geistererscheinung sein, eine Zeitreise, ein Gestaltwandler oder  
Ähnliches. Die Handlung ist nicht in einer anderen Welt angesiedelt,  
die Figuren sind keine Orks / Dämonen / Aliens. Welchem Genre ordne  
ich diese Geschichten nun korrekt zu? 


Antwort: 
Kategorien oder Genres und Subgenres zu definieren ist nie einfach.  
Zum einen verändert sich die literarische "Landschaft" meist  
schneller, als die Literaturdefinitionen hinterher kommen. Zum anderen  
kommt es darauf an, wofür die Definitionen angewendet werden sollen. 

1. Literaturwissenschaftlich gesehen ... 
... ist Phantastik ein literarisches Genre. Wikipedia fasst es gut  
zusammen: http://de.wikipedia.org/wiki/Phantastik 

Daher hat Ihr gutmeinender Bekannter unrecht. Fantasy, Science-Fiction  
etc. wären demnach Subgenres von Phantastik. Dennoch gibt es auch in  
der Literaturwissenschaft genug Begriffskonfusion und Schwammigkeiten.  
Ein guter Überblick ist die Vorlesungsreihe von Prof. Dr. Monika  
Schmitz-Emans, die Wikipedia direkt verlinkt. Aber das hilft nur  
Literaturwissenschaftlern weiter, selten Autoren. 

2. Verlagstechnisch gesehen ... 
... ist da Phantastik drin, wo der Verlag das Phantastik-Etikett  
draufklebt. Phantastik, Fantasy, Schauerroman, Thriller, Gothic ...  
sind alles Etiketten, mit denen der Verlag versucht, seine Bücher an  
Mann und Frau zu verkaufen, die nach solchen Büchern suchen. Selbst  
hier verschwimmen die Grenzen: Mal wird etwas als Fantasy bezeichnet,  
was eigentlich zum Horror gehört, mal steht einfach nur Roman drauf.  
Mag innerhalb eines Verlagsprogramms noch Klarheit herrschen, was der  
Verlag zur Fantasy rechnet, so legt der nächste Verlag die Bereiche  
schon wieder ganz anders fest. 

Es gibt keine allgemeingültige Verlagsdefinition. Auch diese  
Einordnungen ändern sich gern mit der "Mode". 

3. Autorentechnisch gesehen ... 
... ist es wichtig, zu unterscheiden:  
a) Ich will meinen Roman oder meine Kurzgeschichten verkaufen - also  
richte ich mich nach den Definitionen der Verlage bzw. Herausgeber  
oder Redakteure. 
b) Ich will meine Texte schreiben - also richte ich mich eher nach den  
Elementen der Subgenres und Genres. Auch das kann sich im Laufe der  
Zeit und Mode ändern. 

Noch vor dreißig Jahren gehörten Vampirgeschichten in das Horror- 
Genre. Immer mehr zählen jetzt jedoch die romantischen  
Vampirgeschichten zur Fantasy. 

Wenn Sie Geschichten schreiben, in denen das Unmögliche, Unglaubliche  
und Wunderbare in den Alltag einbricht, dann können das folgende  
Subgenres sein: 

- Science Fiction: ein Zeitreisender in der Gegenwart, ein Mensch der  
Gegenwart reist in die Zukunft; hier zählt die technische Lösung oder  
die sozialutopische oder die paranormale (wie Psi-Kräfte), die sich  
psychophysiologisch (also wissenschaftlich) erklärt, damit ist es SF. 
- Fantasy: Gestaltwandler (die sich nicht wissenschaftlich erklären)  
wie Werwölfe, mythologische Gestalten wie Hapyien, Götter, Dämonen  
etc., fiktive Gestalten wie Orks, Hobbits, Cheries etc. spielen eine  
wesentliche Rolle, Magie existiert, und nichts davon wird  
wissenschaftlich erklärt. 
- Horror: ein zeitgenössischer Mensch wird von Teufeln, Vampiren,  
Monstern o. Ä. verfolgt, ein Geist sucht den Helden heim ... hier  
steht das Grausige, Angsteinflößende und Wahnsinnige im Mittelpunkt.  
Aber man bleibt im realistischen Setting. 

Bei Wikipedia gibt es eine recht gute, wenn auch nicht vollständige  
Auflistung der Subgenres von Fantasy:  
http://de.wikipedia.org/wiki/Fantasy 

Ich würde aus dem wenigen, mit dem Sie Ihre Geschichten beschreiben,  
schließen, dass Sie "Urban Fantasy" oder "Contemporary Fantasy"  
schreiben (die sich beide sowieso kaum trennen lassen): Fantasy, die  
das Reale und das Phantastische aufeinanderprallen lässt, indem das  
eine in das andere dringt. Meist bei Urban Fantasy mit einem  
städtischen Hintergrund. 

Aber ganz ehrlich - wem dient die Definition? Schreiben Sie, was Sie  
(!) wollen, etikettieren Sie es als Phantastik oder Fantasy, wie Sie  
wollen - und bieten Sie es ggf. nach Verlagsbenennungen an, wenn Sie  
es verkaufen wollen. Oder lesen Sie möglichst in voller Bandbreite aus  
den Genres und Subgenres, und benennen Sie es mit "Phantastik in der  
Nachfolge von E. T. A. Hoffmann" oder "Fantasy mit Horrorelementen wie  
bei Lukjanenko". 

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Stefanie Bense lebt und arbeitet in Emden, gibt Schreibkurse und führt  
eine Roman-Werkstatt, http://www.romantisch.essdeh.de, veröffentlicht  
sporadisch und schreibt an ihrem dritten Roman. 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR DREHBUCH: 
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            Oliver Pautsch (drehbuch at experte pt autorenforum pt de) 


Frage: 
Mayday, Mayday! 
Der Akt? Hypnotisch. Schwangerschaft? Achterbahn. Geburt? Bloody  
Horror!  
Da ist kaum was Geschriebenes, das ich so liebhasse wie mein Drehbuch!  
Gott sei's gedankt, ist das Kindle endlich da ... Zeit für Schritt 2:  
U.S.-Markt (Kriegsdrama).  
Herr Pautsch ... bitte ... Wie kriegt man so was Zerbrechliches wie  
das Baby HEIL über den Atlantik? DAS ist die Frage. Können Sie  
irgendwie assistieren? 
Ein großes DANKESCHÖN für jeden Buchstaben.  


Antwort: 
Von Europa aus den US-Markt mit einem Drehbuch zu knacken ist nicht  
völlig unmöglich - diese Antwort würde Sie desillusionieren ;-)  
Allerdings halte ich es für  z i e m l i c h  unmöglich. Doch es  
geschehen immer wieder Zeichen und Wunder. 

Was Sie brauchen, ist ein seriöser Kontaktanbahner, also ein Agent,  
der sich dort im Markt auskennt. Ohne Agenturvertretung wird sich dort  
(außer im independent independent Independendantfilm) niemand mit  
Ihrem Buch beschäftigen. 

Benutzen Sie Suchmaschinen, um Agenten zu finden. Außerdem erscheinen  
jährlich aktualisierte Bücher mit Agentenprofilen. Daaaaaaaaaannnnn  
beginnt das Klinkenputzen ... 

Viel Erfolg! Und wenn es klappen sollte, bitte ich um eine Einladung  
zur Premiere. 

                  **~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~** 

Oliver Pautsch, Jahrgang 65, sammelte zunächst Erfahrungen als Fahrer,  
Beleuchter, Aufnahmeleiter und Regieassistent im Fernsehgeschäft.  
Später ein Zwischenspiel an der Uni Düsseldorf, doch er wollte lieber  
direkt für die Branche schreiben. Es entstanden Drehbücher für  
Kurzfilme, Serienfolgen und für den sog. "abendfüllenden" Film.  
http://www.pautsch.net 


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FRAG DEN EXPERTEN FÜR KINDER- UND JUGENDBUCH: 
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         Michael Borlik (kinderbuch at experte pt autorenforum pt de) 

Frage: 
Ich habe inzwischen mehrere Manuskripte für Bilderbücher und  
Erstleserbücher fertig. Ein Manuskript liegt zur Zeit bei  
verschiedenen Verlagen und wird dann hoffentlich irgendwann mal  
gelesen ... In der Zwischenzeit möchte ich schon das nächste  
Manuskript versenden. Macht es Sinn, bei der zweiten Versendung darauf  
hinzuweisen, dass bei dem Verlag schon ein Manuskript von mir  
rumliegt? Kann man die Lektoren mit Produktivität eher beeindrucken  
oder nerven? Oder sollte ich generell warten, bis das erste Manuskript  
zurück ist, und mich erst dann wieder bei dem Verlag melden? [...] 


Antwort: 
Es empfiehlt sich, zunächst die Reaktion des Verlages auf das erste  
Manuskript abzuwarten. Hat der Verlag Interesse, wird er Sie von sich  
aus auf weitere Manuskripte und Buchprojekte ansprechen.   

Natürlich können Sie Ihre Manuskripte in der Zwischenzeit anderen  
Verlagen anbieten, denen noch nichts von Ihnen vorliegt. Nach einer  
Absage sollten Sie ruhig etwas Zeit vergehen lassen, bevor Sie sich  
mit einem neuen Projekt an den gleichen Verlag wenden. 

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Michael Borlik, 1975 geboren, ist freier Schriftsteller, der bereits  
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seinen Büchern unter http://www.borlik.de.  


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