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Fragen zum Thema, beantwortet von Ute Hacker.
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Die Münchner Autorin Ute Hacker schreibt deutsch und englisch und tummelt sich in verschiedenen Genres, vor allem im Kinderbuch (als Luisa Hartmann), aber auch im Krimi (als Billie Rubin). Sie ist u. a. aktives Mitglied bei der International Online Writing Group IOWG, die sie auch mitgegründet hat, sowie bei der Autorinnenvereinigung. Vom Verlag an der Ruhr wurde sie 2010 zur Autorin des Jahres gekürt. Mehr Infos auf ihrer Homepage: www.utehacker.de.
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Ich bin eine extrem langsame Schreiberin. Jeder Satz wird sofort überarbeitet. Mehrfach. Oft brauche ich einen ganzen Vormittag, ehe ich mit einer Seite zufrieden bin. – Zumindest bis zum nächsten Morgen, denn bei jedem erneuten Lesen gerate ich in Versuchung, "es noch besser" zu machen. Rein rational ist mir klar, dass dieses Korrigieren den Text nicht immer verbessert, sondern lediglich verändert, und je nach Laune gefällt mir mal der eine, mal der andere Ausdruck besser. So trete ich viel zu viel auf der Stelle und komme nicht wirklich voran. Am deutlichsten fällt mir dieser falsche Perfektionismus auf, wenn ich relativ unwichtige Texte schreiben will und selbst dabei zu viel Zeit verschwende. Z. B. kommt es vor, dass ich einen Beitrag in einem Forum binnen einer Minute mündlich erledigt hätte, aber da ich schreibe, kann selbst dieser kurze Beitrag eine halbe Stunde meiner kostbaren Zeit fressen. Alle Vorsätze und Versuche, das zu ändern sind bisher gescheitert.
finde doch bitte mal einen, der so richtig erklärt und ein schriftliches etwas dazu mitgibt, wie und wann in einem manuskript welche gedankenstriche (kurz, lang, mit und ohne leerzeichen), anführungsstriche und halbe anführungsstriche, apostrophs und andere obere zeichen, auslassungspunkte und alles, was man so falsch machen kann, verwendet werden und wo man sie auf dem pc findet. Ich habe [...] einen artikel dazu gelesen und vollkommen bahnhof verstanden. Um ehrlich zu sein, ich wußte gar nicht, dass es da verschiedene muß-möglichkeiten gibt. Wie finde ich die richtigen Namen für Figuren und Orte?
Seit einiger Zeit versuche ich einen Roman zu verkaufen. Offenbar ist
es aber bei einigen Verlagen und auch in anderen Literaturkreisen
üblich, das Manuskript zu verlangen und dann nie wieder - auch nicht auf
Nachfrage - von sich hören zu lassen. Abgesehen davon, dass ich diese
Ignoranz geradezu als Frechheit empfinde - eine E-Mail erfordert
schließlich kaum Zeit -, woher weiß ich, wann ich meine Hoffnungen
begraben muss? Wenn ich nach vier Wochen keine Antwort erhalten habe?
Oder vielleicht nach einem Vierteljahr? Ist es allgemein üblich,
verlangte Manuskripte nicht mehr zurückzuschicken, und wie lange braucht
ein Verlag in der Regel, um sich für oder gegen ein Manuskript zu entscheiden?
Wie kann man Ideen, die man nicht sofort ausarbeitet, so konservieren,
dass möglichst wenig verloren geht? Je mehr ich mich mit Schreib- oder
Literaturtheorie befasse, desto mehr frage ich mich, wie viel
Spontaneität man beim Schreiben einfließen lassen sollte. Ist es ratsam,
sich ganz zu Anfang ein genaues, starkes Konzept festzulegen?
Wie schreibt man eine Kurzvita oder Kurzbiographie? In Tabellenform wie
bei einer Bewerbung? Oder in etwa so: "Ich wurde dann und dort geboren.
Nach dem Abitur ..." etc. Was sollte darin unbedingt enthalten sein
und was eher nicht?
Ich habe eine Frage zum Thema Erzählperspektive. Am Anfang (1. Kapitel)
meines Romans wird eine junge Frau angegriffen und überwältigt.
Am Ende der Szene wird sie (leblos) von ihrem Peiniger "weggeschafft".
Der Leser soll dabei nicht erfahren,
a) ob das Mädchen bei diesem Überfall ihr Leben verliert oder
nur bewusstlos wird
b) wer der Täter ist (ein guter Bekannter oder ein Fremder)
Ich plane, diese Szene aus der personalen Erzählperspektive des
Mädchens zu schreiben. Da sie am Ende der Szene bewusstlos oder gar
tot ist, ist hier die personale Perspektive nicht mehr möglich. Kann
ich für diesen Zweck innerhalb der Szene auf die auktoriale Erzählperspektive
umsteigen, oder wird mir ein Lektor das übel nehmen?
Ich wage mich an ein größeres Projekt. Den Rahmen und die
einzelnen Handlungsstränge habe ich inzwischen ausgearbeitet. Jetzt
geht es in die Details [...]:
Zwei Nebenfiguren sind ausländischer Herkunft: Einer ist Italiener,
der schon lange in Deutschland lebt, der andere ein Amerikaner, ehemaliger
GI. Beide sprechen fließend Deutsch, natürlich mit Akzent -
und vielleicht auch hin und wieder einem grammatikalischen Fehler. Wie
bringe ich in Dialogen die Akzente am besten zur Geltung? Sollte ich bei
dem Amerikaner ab und zu ein englisches Wort einfließen lassen,
bei dem Italiener phonetisch schreiben - oder wie kann ich dieses Problem
sonst lösen? Was schlagen Sie vor?
Was eine Standardseite ist bzw. wie man sie einrichtet, ist mir bekannt.
Da ich gerne und viel mit wörtlicher Rede arbeite, komme ich nicht
umhin, mit vielen Zeilenumbrüchen leben zu müssen. Im Allgemeinen
ist das natürlich kein Problem. Allerdings stößt man bei
Wettbewerben, die oftmals eine Vorgabe, z. B.: "max. 5 Standardseiten",
enthalten, oft auf eine Beschränkung der Seitenzahl. Ich habe gerade
einen Text geschrieben, der zwar 5,5 Seiten umfasst (statt erlaubter 5),
aber mit 2.000 Zeichen unterhalb der theoretisch möglichen 9.000
Zeichen liegt.
Wie geht man in diesem Falle vor? Kann man die Seitenzahl ein klein wenig
überziehen, sollte man vorab einen Hinweis darauf geben, warum man
überzogen hat, oder kann man - ohne gleich vom Stilisten erschlagen
zu werden - die wörtlichen Reden "aneinander ketten"?
Ich habe eine Frage zum Exposé. Sollte dieses das gesamte Werk,
also auch den Schluss enthalten, selbst wenn dieser ein "Kracher"
ist, oder sollte der Schluss im Exposé offen bleiben und nur eine
Andeutung enthalten, damit der Lektor "Lust" auf das ganze Manuskript
bekommt?
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