| Ich schreibe Kinder- und Jugendromane [...] und finde es furchtbar schwer, an Lesungen dranzukommen. |
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Mit Lesungen verdient man Geld, und Lesungen bringen einen ganz dicht ans Publikum. Ich schreibe Kinder- und Jugendromane [...] und finde es furchtbar schwer, an Lesungen dranzukommen. Was für Möglichkeiten können Sie mir empfehlen? Orte gibt es sicherlich viele, an denen Sie Ihre Texte vortragen könnten, aber ob sie da auch wirklich mit unserem Vorhaben willkommen sind, ist eine andere Frage. Ein geeigneter Ort für eine Lesung ist wahrscheinlich die Bibliothek Ihrer Heimatstadt. Bibliotheken sind die klassischen Orte, an denen sich AutorInnen der Öffentlichkeit präsentieren. Außerdem sind Bibliotheken auch auf der professionellen Ebene mit dem Setting ausgestattet, dessen es für eine Veranstaltung dieser Art bedarf. Ich empfehle Ihnen außerdem, sich mit dem Friedrich Bödecker Kreis in Mainz in Verbindung zu setzen (Bundesverband der Friedrich Bödecker Kreise e. V., Fischtorplatz 23, 55116 Mainz). Der Bödecker Kreis ist in einzelne Landesverbände untergliedert, die vor allem Schullesungen koordinieren. Vermutlich ist das für die Planung Ihrer Lesungen eine gute Adresse. Sie könnten sich unabhängig davon auch mit verschiedenen Kindergärten Ihrer Region in Verbindung setzen. Dort gibt es ebenfalls immer wieder Möglichkeiten, Lesungen zu veranstalten. Kinder im Elementarbereich wünschen sich Märchen, Fantasie-Geschichten oder einfache Erzählungen, die auf ihrem Entwicklungsstand erfahrbar sind. Bei den Schulen kommt es auf die Schulform an. Lesen Sie in einer Grundschule oder einer Hauptschule, einer Sonderschule oder einem Gymnasium? Auch hier empfiehlt es sich, zielgruppenorientiert vorbereitet zu sein. Suchen sie sich also im Kindergarten- oder Schulbereich ganz bewusst eine Zielgruppe aus, mit der Sie mit Ihren Texten in Korrespondenz treten möchten. Einerlei, wo Ihre Lesung stattfindet, sollte zunächst darauf geachtet werden, dass der Lesungsort eine zentrale Lage hat, denn er muss auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Der Ort darf keine abschreckende Wirkung haben, denn Sie wollen ja, dass Menschen zu ihren Lesungen kommen. Bei so viel Vorbereitung und Arbeit taucht natürlich auch die Frage auf: Was bekomme ich als Honorar für eine Autorenlesung? Auf diesem Gebiet gibt es unterschiedliche Antworten. Die denkbar ungünstigste Antwort von Veranstaltern ist: Seien Sie doch froh, dass Sie überhaupt bei uns lesen dürfen! Diese Antwort möchte ich nicht weiter analysieren. Aber bei Veranstaltern, die keine Honorare auszahlen, sollten Autoren grundsätzlich nicht lesen. Der VS (Schriftstellerverband) empfiehlt ein Honorar von 250 Euro pro Autorenlesung. Im Bedarfsfall kommen zum Honorar noch Fahrtkosten und Übernachtungskosten hinzu. beantwortet von:Rüdiger Heins (6-07) |
